Die Blogger-Gemeinde ist in den Vereinigten Staaten in die Schranken gewiesen worden. Viele Weblogger beanspruchen mit ihren Meinungsbörsen“ journalistische Anerkennung. In den USA gelten für sie jedoch nicht die gleichen Rechte wie für echte Journalisten.
Ein kalifornischer Richter verurteilte die Betreiber von drei Blogsites zur Offenlegung ihrer Quellen. Die Weblogs hatten geheime Informationen über Produkte der Computerfirma Apple veröffentlicht, die noch in der Entwicklung waren. Das Gericht gewährte den Bloggern kein Recht auf Quellenschutz, wie es Journalisten haben, um Informanten Anonymität zu garantieren.
Veröffentliche Beiträge in “Gesellschaft & Medien”
Entwicklungen in Gesellschaft und Medien mit PR-Bezug
Weblogs beeinflussen das Internet und die reale Welt. Ein Artikel des Computer-Magazins CHIP zeigt, welche Möglichkeiten Online-Journale bieten und gibt Hintergrund-Informationen und Tipps zum Thema Blogging.
Neues Veröffentlichungs-Konzept
Weblogs verbreiten sich immer stärker. Weltweit existieren bereits mehrer Millionen Online-Journale. Im deutschsprachigen Raum entstehen pro Tag durchschnittlich 120 neue Blogs.
Ihre Verfasser stammen aus allen Gesellschaftsschichten und -gruppen. Sie schreiben nicht für einen bestimmten Leser, sondern subjektiv und frei Schnauze.
Blogger legen den Finger in die Wunde und scheuen sich nicht die Wahrheit zu publizieren. Das deutsche Weblog Der Kutter bringt es in seinem Mission Statement auf den Punkt: Wir sind Guerilla-Publizisten.
Am Wochenende (07.05. - 08.05.2005) fand in Wiesbaden die Fachtagung Blogs & Co. - Von neuen Öffentlichkeiten zur heimlichen Medienrevolution - Welche Chancen hat eine kritische Internetkultur? - statt.
Zwei Tage lang diskutierten Medienexperten, ob Blogs mehr als Katzencontent und Tagebücher für Freaks sind. Im Mittelpunkt, auf der vom netzwerk recherche und der Bundeszentrale für politische Bildung veranstalteten Tagung, stand die Frage nach der Eignung von Blogs für journalistische Inhalte.
Berthold Brecht hätte am Internet und vor allem an den Weblogs seine Freude gehabt! Er träumte schließlich schon 1932 in einer Rede zur „Funktion des Rundfunks“ davon, dass damals neue Medium „aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat“ zu verwandeln und den „Hörer zu einem Lieferanten“ werden zu lassen. Was letztlich an den technischen Voraussetzungen scheiterte, wird mit dem Internet möglich und durch die Weblogs zu einem weiteren, neuen Höhepunkt gebracht: Jeder kann am medialen Geschehen teilnehmen, jeder kann mitgestalten, seine Meinung und sein Wissen einbringen.
Wie kann man sich gegen Angriffe aus der Blogosphäre zur Wehr setzen? Das ist ein Thema, das in Zukunft noch viele PR-Fachleute beschäftigen wird.
Von Hasstiraden über bestimmte Produkte oder den Service bis hin zu direkten Angriffen gegen die Unternehmensführung: PR-Abteilungen sehen sich mit einer Vielzahl von neuen Kriegsschauplätzen in Form von Blogs konfrontiert. Was sollte man auch Anderes erwarten von einer Technologie, die jedem die Möglichkeit (und die Zuhörer) gibt, seinen Senf abzugeben. Open-Source Journalismus bringt nun mal die Zyniker auf die Bühne der Meinungsbildung.
Was kann man als PR-Fachmann dagegen tun?
Der Siegeszug von PR bedeutet den Untergang für die freie Meinungsbildung. Jeder von uns kennt diese sinnlose Debatte, aber eine richtige Lösung hat noch niemand gefunden.
Tom Murphy von PR Opinions hat sich auf seinem Blog Gedanken dazu gemacht, wie man Verständnis und Vertrauen in unsere Arbeit fördern kann. Dafür greift er zunächst fünf Punkte von Richard Edelmann auf:
- Wir müssen die Vielseitigkeit von PR zeigen
- Wir müssen Transparenz fördern
- Wir müssen gegen falsche Anschuldigungen kämpfen
- Wir müssen uns gegen unmoralische Praktiken wehren
- Wir müssen mit einer Stimme auftreten
Wie sehr eine Werbe- und PR-Kampagne in die Hose gehen kann, sieht man derzeit an einem Beispiel aus Schweden: Eine Menschenrechtsgruppe beschuldigt den Eiskremhersteller GB Glace, ein Tochterunternehmen der britischen Unilever, seine Anzeigen für das neue Nogger Black seien von rassistischen Motiven geprägt.
Das Unternehmen Apple mag eines der erfolgreichsten und wahrscheinlich beliebtesten Unternehmen der letzten Jahre sein, doch in Sachen Außenwirkung haben Apple und Chef Steve Jobs einiges an Nachholbedarf.
Nach der Klage gegen einen 19-Jährigen Hobby-Journalisten und Apple-Fan verbannt Apple jetzt alle Bücher eines Verlages aus seinen Läden, der eine unautorisierte Steve-Jobs-Biographie veröffentlichte.
