#cosca18: So war das Content Strategy Camp 2018

Foto vom Das Content Strategy Camp 2018
#cosca18: Das Content Strategy Camp 2018

Das sechste Content Strategy Camp in Dieburg. 49 Sessions in zwei Tagen. Fundamentale Twitter-Diskussionen unter #cosca18.

Die PR-Fundsachen-Redaktion war rund um die Uhr live dabei. Wir berichteten nicht nur aus den Sessions, sondern versorgten auch alle Dieburg-Neulinge mit Service-Tweets, die ihnen z. B. die Parkplatzsuche erleichterten. Zum Auftakt des #cosca18 konnten wir bereits mit Barcamp-Newbies und alten Hasen sprechen und einfangen, was sie für beide Tage erwarten.

Unser Content an beiden #cosca18-Tagen für die mehr als 200 Besucher: 156 Tweets mit mehr als 44.640 organischen Impressionen. Ganz besonders gefreut hat es uns, dass die kleinen Video-Interviews so gut angekommen sind. So konnten wir für viele Themen noch kleine zusätzliche Zusammenfassungen liefern. Und damit sogar noch knapp 70 weitere Follower auf Twitter von unserem Format überzeugen. Unser Content scheint also zumindest schon mal ganz gut angekommen zu sein. Generell war die Twitter-Performance aller TeilgeberInnen natürlich überwältigend.

Viel gelernt haben wir dabei nicht nur in Sachen Live-Kommunikation: Jeder von uns hat aus den besuchten (und sogar aus den nicht-besuchten!) Sessions wichtige Erkenntnisse, neue Ansichten oder inspirierende Eindrücke bekommen. Inhaltlich hatte das #cosca18 dabei Einiges zu bieten – 49 Sessions und 24 davon mit “Content” im Namen. Die Bandbreite war aber noch viel größer: Social Media, visuelle Kommunikation und SEO waren unter anderem auch dabei. Kann man da überhaupt einzelne Highlights herausstellen? Wir probieren es.

Die Top-Sessions der PR-Fundsachen-Redaktion

Foto aus einer Session beim Content Strategy Camp 2018
Aus einer Session beim Content Strategy Camp 2018

Sven Wielandt: Mir persönlich hat die Session “Stirbt Social Media? – 5 Thesen” (hier geht’s zu den Slides) von Stefan und Katja besonders gefallen. Die Frage, ob Social Media stirbt, lässt sich nach der Diskussion eher mit “ja” beantworten. Allerdings hat sich im Verlauf auch herauskristallisiert, dass es in den Händen der Social Media Betreiber liegt. Es gilt, den richtigen Mittelweg zwischen Werbeplattform und sozialem Medium zu finden. User sollten die groben Stellschrauben des Anzeige-Algorithmus so personalisiert wie nur möglich stellen können. Anstatt den Tod durch eine der fünf Thesen dann wohl doch lieber “Leben durch die Selbstbestimmung der User”.

Screenshot vom Tweet von @ebru_sen82 am 15.06.18 um 15 Uhr.
Tweet von @ebru_sen82 am 15. Juni 2018 um 15:00 Uhr.

Annkathrin Clemens: Puhhh! Eine Top-Session ist schwierig zu bestimmen. Mitnehmen konnte man aus jeder Session etwas. Methodisch hat mir aber die Session unserer Kommilitonen Juri, Christopher und Aaron sehr gut gefallen. Der Ansatz, die eigene Hashtag-Studie interaktiv in Gruppenarbeit überprüfen zu lassen und sich so zahlreiche Expertenstimmen einzuholen, hat mir gefallen. Die Jungs konnten viel mitnehmen und auch die Besucher haben von den Erkenntnissen zu Hashtags profitiert.

Screenshot vom Tweet von @JulianeBenad am 15.06.18 um 12:38 Uhr.
Tweet von @JulianeBenad am 15. Juni 2018 um 12:38 Uhr.

Lea Matusiak: In der Session von Kai ging es darum, wie mit Storytelling die digitale Transformation gestaltet werden kann. Er machte klar: Strategischer Content hängt von den verfügbaren Fähigkeiten innerhalb eines Unternehmens ab. Kai zielte auch darauf ab, dass sich jede Generation mit ihrer eigenen Sozialisation einbringen kann. Mitgenommen habe ich auch, dass Mitarbeiter mit einer geringer Motivation erst einmal vom persönlichen Nutzen konkreter digitaler Lösungen überzeugt werden müssen.

Screenshot vom Tweet von @AAnAndAndrAndre am 16.06.18 um 14:44 Uhr.
Tweet von @AAnAndAndrAndre am 16. Juni 2018 um 14:44 Uhr.

Tim Bartelsen: Meine Top-Session habe ich erst ziemlich zum Schluss gefunden: Wie kann man wissenschaftliche Denkweisen zur Entwicklung von Content-Strategien einsetzen? Fazit: Gerade komplexe Themen kann man sich mit wissenschaftlichen Methoden (intern) gut zugänglich machen. Für Kunden oder die Öffentlichkeit ist das aber vielleicht ein bisschen zu sehr auf der Meta-Ebene – vor allem wenn es um Consumer-Produkte geht. Die Methode muss eben zum Ziel passen.

Screenshot vom Tweet von @PRFundsachen am 16.06.18 um 13:53 Uhr.
Tweet von @PRFundsachen am 16. Juni 2018 um 13:53 Uhr.

Neben zahlreichen Sessions gab es auch zwei unterstützenswerte soziale Projekte. Einmal die “Digital Libaries in Malawi”, die Schulen und Lehrer in Malawi mit digitalen Lexika unterstützt. Es konnten fast 900 € gesammelt werden. Wir finden: Eine super Leistung!

Für die Initiative “Kreative gegen Krebs” von GWA und krebsuzette ließen darüber hinaus außerdem noch viele Teilgeber*innen einen Wangenabstrich da. Die Stammzellenregister wachsen damit weiter und weiter.

Screenshot vom Tweet von @BendlerBlogger am 15.06.18 um 8:58 Uhr.
Tweet von @BendlerBlogger am 15. Juni 2018 um 8:58 Uhr.

Wir vier PR-Fundsachen-Redakteure hatten zwei wirklich aufregende und interessante Tage. Diese haben wir an Tag eins und Tag zwei jeweils mit einem Abschlussvideo resümiert.

Wir freuen uns jetzt schon auf das #cosca19!

tl;dr

Das sechste Content Strategy Camp fand 2018 natürlich in Dieburg statt. Die PR-Fundsachen-Redaktion berichtete über 49 Sessions in zwei Tagen und alle fundamentalen Twitter-Diskussionen unter #cosca18. Wir vier Redakteure fassen unsere Top-Sessions auf und beschreiben, was das #cosca18 dieses Jahr besonders gemacht hat.

Die Redaktion der PR-Fundsachen auf dem #cosca18

Es ist wieder soweit: am kommenden Wochenende wird unser Mediencampus in Dieburg zum 6. Mal Gastgeber für das Content Strategy Camp. Mit rund 200 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das CosCa ein zentrales Barcamp rund um das Thema Content. Die TeilnehmerInnen erwarten spannende Sessions rund um aktuelle Entwicklungen im Bereich Content Strategie, Content Marketing, Unternehmenskommunikation, Webdesign, User Experience und Informationsarchitektur.

Für alle, die diesmal nicht vor Ort dabei sein können, werden wir live vom Cosca berichten. Damit niemand etwas verpassen muss, werden wir euch aus ausgewählten Sessions mit den jeweiligen Highlights versorgen. Da die Kommunikation über Twitter während dem Cosca immer sehr populär ist – letztes Jahr gab es über 4000 Interaktionen – werden auch wir uns wieder auf die Berichterstattung über den Microblog konzentrieren. Verfolgt dafür ab Freitag morgen unseren Twitter-Kanal @PR-Fundsachen. Dieses Jahr sind wir mit nur vier Studierenden ein recht kleines Team, viel ausprobieren wollen wir trotzdem: so haben wir uns vorgenommen, kurze Videointerviews mit Teilnehmern hochzuladen. Außerdem werden wir an beiden Tagen nach den Sessions das Gehörte in einem Livestream diskutieren. Dabei binden wir auch euch als Zuschauer mit ein: gerne könnt ihr euch mit eigenen Fragen in die Diskussion im Stream einklinken.

Wir freuen uns auf viel Input und interessante Denkanstöße beim #cosca18 – und wir planen das ein oder andere Thema in einem Artikel im Blog erneut aufzugreifen.

Da wir viel vorhaben und das Wochenende ganz im Zeichen des Cosca steht, pausiert der DRILLLINK am Freitag. Ihr seht: es gibt viel zu tun. Daher suchen wir immer nach helfenden Händen. Zum Beispiel als Unterstützung beim Twittern aus den Sessions oder bei der Entwicklung von Video- und Bildmaterial. Falls uns dabei kurzfristig noch jemand unterstützen möchte: Meldet euch bei uns, gerne einfach über Twitter an @PR-Fundsachen!

 

Drohnen, NGOs und Angriff: Diese Woche im DRILLLINK

I. Google und die Drohnen

Erst vor kurzem startete Google zusammen mit dem Pentagon das umstrittene Militärprojekt „Maven“. Während mit „Maven“ künstliche Intelligenz für den Drohnenkrieg entwickelt werden soll, wurde fast zeitgleich der Slogan „Don’t be evil“ aus dem firmeninternen Verhaltenskodex gestrichen. Der einstige Weltverbessererkonzern schien sich langsam aber sicher auf die dunkle Seite der Macht zu schlagen, das Ansehen schwand.

Prompt kündigten zwölf Mitarbeiter aus Protest und 4000 Mitarbeiter unterschrieben eine Petition gegen die Zusammenarbeit mit dem Pentagon. Das schien Google nicht weiter ignorieren zu können. Der radikale Richtungswechsel: das umstrittene Projekt wurde als Reaktion auf die Petition aus dem eigenen Haus gestoppt und der Vertrag mit dem Pentagon über 2019 hinaus nicht verlängert.

So sehr uns der gelungene Protest gegen die militärische Nutzung von Algorithmen und KI freut: es überrascht doch sehr, dass ein milliardenschwerer Konzern wie Google einer Petition derart eindeutig folgt. Dass ein paar Mitarbeiter als letzte moralische Instanz den kompletten Konzern nun so einfach zurück auf die helle, zivile Seite der Macht führt, erscheint unwahrscheinlich. Ob Google seinen Standpunkt im Bezug auf die Angelegenheit tatsächlich überdacht hat, bleibt fraglich. Viel mehr hat wohl die negative Presse über das Drohnenprojekt, den Protest dagegen und der damit verbundene Imageschaden Google dazu bewegt die eigene vermeintlich weiße Weste im letzten Moment doch noch zu wahren.

Einerseits: Durch die Planung des Projekts büßte Google massiv an Ansehen ein. Der spontane Kurswechsel macht die Ereignisse nicht ungeschehen im Gedächtnis der Öffentlichkeit . Es bleibt offen wie stark sich die Angelegenheit noch auf das Image des Konzerns auswirken wird.
Andererseits: einen unangefochtenen Monopolisten wie Google scheint das bisschen Drohnen-Shitstorm kalt zu lassen.

 

II. Good NGO – Bad NGO?

Vor der allzu wohlwollenden Berichterstattung über NGOs durch Journalisten warnte Sebastian Frevel aktuell auf kress.de.
Inwieweit NGOs zu viel Spielraum in den Medien bekommen, wird auch auf Twitter unter dem Hashtag #NGODebatte diskutiert. In Frage gestellt wird dabei inwieweit NGOs mit ihrem Handeln tatsächlich das Wohl der Gesellschaft fördern.

Grundsätzlich ist absolut richtig: NGOs erscheinen in der Öffentlichkeit meist auf der Seite der „Guten“ zu stehen. Trotzdem ist auch deren Kommunikationsarbeit durch die eigene Agenda bestimmt. Was dort hineinpasst wird kommuniziert und genutzt, was nicht fällt unter den Tisch. Dabei gibt es sicher auch immer wieder kritische Maßnahmen seitens der NGOs. Berichte über Abmahnwellen sind da ein gutes Beispiel.
Das zeigt deutlich: auch NGOs sollten wie jede andere Organisation innerhalb der Gesellschaft kritisch betrachtet werden.
Diese korrekte, wie triviale Grundbotschaft macht auch der Artikel klar. Sich aber danach ausschließlich auf die bösen NGOs zu konzentrieren, wirkt ein wenig einseitig und wird einer solch komplexen Situation nicht gerecht. Weshalb hier eine – Zitat – “Warnung” explizit vor NGOs an Journalisten nötig ist, erschließt sich uns nicht ganz.

Die Bedingungen im gesellschaftlichen Diskurs sind für alle gleich, egal ob Organisation, Unternehmen oder Individuum: ohne Legitimation keine Handlungsfähigkeit. Selbstverständlich ist das Kommunizieren im Sinne der eigenen Agenda dabei unabdingbar. Davon können sich Unternehmen ebenso wenig lossagen wie NGOs.

Passend dazu bemerkt der Artikel: „Wenn Foodwatch eine Lebensmittel-Ampel fordert, ist nicht zu erwarten, dass sie auf ihrer Website darüber aufklären, was für und was gegen eine solche Ampel sprechen würde.“ Ganz richtig. Was aber verschwiegen wird: Ebenso wenig objektiv weißen Konzerne wie Coca Cola in ihrer öffentlichen Kommunikation darauf hin, was für und was gegen den Verzehr seiner Produkte spricht.
Weder von NGOs noch von Unternehmen ist also eine sonderlich objektive Berichterstattung zu erwarten. Dass die Ziele beider Parteien seriösen Journalisten bewusst ist, darf man doch wohl annehmen.

Man kann selbstverständlich der Meinung sein, dass Erwachsene genug Verstand besitzen, um die Gesundheitsrisiken von Cola zu kennen. Das macht die Aufklärung über derartige Probleme aber nicht weniger wichtig oder legitim.
Mit einer solchen „Warnung“ dann ausgerechnet auf jene zu zeigen die auf entsprechende Problematiken aufmerksam machen, ist fragwürdig.
Denn auch wenn die Parteien konträrer nicht sein könnten: im Endeffekt sitzen doch beide im selben Boot. Wenn auch auf den gegenüberliegenden Seiten. Gegenseitige Schuldzuweisungen führen dabei aber zu keinem Ergebnis.

 

III. Bayers Angriff

Auf den ersten Blick wirkt sie freundlich und offen, die Seite “hier-sind-die-fakten.de”, auf welcher der Konzern Bayer über Umweltprobleme diskutieren möchte. Es sollen nach eigenen Angaben „Meinungen, Sichtweisen und Fakten“ zusammenführen.
Präsentiert wird auf der Website unter anderem eine offene Diskussion mit der indischen Umweltaktivistin Vandana Shiva, welche seit Jahren gegen Konzerne wie Bayer kämpft.

Ein fader Beigeschmack – aus menschlich-ethischer sowie PR-technischer Sicht – ergibt sich trotzdem auf verschiedenen Ebenen während man die Diskussion liest:

Schon nach den ersten paar Zeilen ist klar: die „Diskussion“ ist von vornherein entschieden und wird zugunsten des vermeintlich fehlerfreien Bayer Konzerns ausgehen. Von der anfänglich auf der Startseite vorgetäuschten Offentheit und fairen Diskursbereitschaft ist dann nicht mehr viel übrig. Einzelne Argumente Shivas werden aufgegriffen und nacheinander mit Fakten untermauert widerlegt. Das einzige Ziel der Seite ist die „Gegnerin“ des Konzerns mundtot zu machen und ihr jegliche Glaubwürdigkeit abzusprechen. Unabhängig davon, wer hier Recht hat: Warum kommuniziert Bayer hier so angriffslustig, rechthaberisch und von oben herab? Der Konzern hat doch nach eigener Aussage die Fakten auf seiner Seite, wieso also die Stimmung weiter aufheizen? Gerade bei aktuell scharf diskutierten Themen wie Glyphosat oder Gentechnik sollte man vielleicht mehr auf echten Dialog setzen. Sich wie David gegen Goliath aufzuspielen und Diskussionsgegnern so arrogant gegenüberzustehen wirkt allerdings wenig sympathisch.

Durch Skandale um gekaufte Wissenschaftler ist die Glaubwürdigkeit der präsentierten Quellen ohnehin stark angekratzt. Sich dann derart arrogant auf die eigenen Quellen zu berufen ist in so einer Situation wohl unangebracht.
Auch im Angesicht von Berichten über fragwürdige PR-Praktiken innerhalb des Konzerns erscheint ein solchen Auftreten zusätzlich unpassend. Vor dem Hintergrund solcher Negativpresse sollte man vielleicht doch einen Gang zurück schalten und fairen Diskurs fördern, anstatt eine indische Umweltaktivistin auf der eigenen Website höflich und formell durch den Kakao zu ziehen.

Insgesamt wird schnell deutlich, dass es wohl nur darum geht, die eigene Reputation zu verbessern. In Zeiten der Kritik um die Übernahme von Monsanto wohl besonders wichtig. Ob sich die Vertrauenskrise allerdings auf diese Art und Weise lösen lässt, bleibt doch sehr fraglich. Zweifler und Gegner des Konzerns werden sich durch als „Dialog“ getarnte Konfrontation, gerade im aktuellen Kontext rund um den Konzern, wohl eher nicht umstimmen lassen.

 

 

Wie Studierende der Onlinekommunikation ihre Praktikumsstelle auswählen

Abbildung Person mit Tasse "Like a boss" für Praxissemester, Photo by Brooke Lark on Unsplash

Agentur oder Unternehmen? Ist das Praxissemester mein Ticket zum Traumjob? Kann Twitter bei der Praktikums-Findung helfen? Und was möchte ich im Praxissemester alles lernen?

Im anstehenden fünften Semester geht es für uns Studierende der Onlinekommunikation (#onkomm) vom Seminarraum und dem World Wide Web hinaus in die wirkliche weite Welt! Und da jeder von uns nun seinen Praktikumsplatz gefunden hat, möchten wir in diesem Beitrag über unsere Motive, Visionen und Erwartungen berichten. Jeder Weg, für den man sich entscheidet, eröffnet einem zahlreiche neue Wege. Für diese Weggabelung galt es, außerordentlich gründlich abzuwägen und, sich zu entscheiden. Viele Diskussionen unter den Kommilitonen haben sich deshalb damit beschäftigt.

In einem Punkt sind wir uns alle einig: Wir möchten SEHR viel lernen. Aber nicht nur das. Wir möchten lernen, das Gelernte anzuwenden. Wir möchten von Dingen hören, die wir noch nie gehört haben. Wir möchten neue Erfahrungen sammeln, erleben und alles miteinander kombinieren. Wir möchten alles supergut machen. Wir brennen darauf. Wir sind wissbegierig.

Aber was sucht sich ein hungriger Studierender nun zum Fressen aus? Was wir innerhalb von Praxisprojekten und Lernagenturen in der Hochschule gelernt haben, wollen wir jetzt in der Realität umsetzen. An ein bisschen Content-Strategie knabbern genügt uns nämlich nicht!

Agentur oder Unternehmen?

Ja, die Frage wurde im Kommilitonenkreis häufig gestellt. Oder nach einer Begründung für das eine oder andere gesucht. Wer nicht davon gesprochen hat, ist insgeheim leise seine persönliche Liste durchgegangen: Man zähle die eigene Arbeitserfahrung in Unternehmen und vergleiche sie mit derselben aus Agenturen. Oder umgekehrt. Um anschließend die bisher weniger gut ausgebildete Hälfte entlarven zu können.

Unsere PR-Fundsachen Redakteurin Annkathrin wird ihr Praxissemester in einer großen PR-Agentur absolvieren. Sie konnte bisher nur Erfahrungen in Unternehmen sammeln und bilanzierte daher: Es herrschen viele verschiedene Meinungen über Agenturen vor. Sie möchte sich daher selbst ein Bild machen, indem sie sechs Monate lang “Agenturluft schnuppert” und die Arbeitsweise dort kennenlernt. Annkathrin sieht ihre Chance in der Diversität der Branchen und Projekte, durch die sie möglichst unterschiedliche und viele Eindrücke zu sammeln hofft. Dass hierbei gleichzeitig neben der Konzeption von Kommunikationsstrategien und aktiver Kommunikation auch das Beraten zu den Hauptaufgaben der Agentur gehört, ist ganz nach ihrem Geschmack.

Ist das Praxissemester mein Ticket zum Traumjob? Wenn ja: Was ist mein Traumpraktikum?

So manche Vorurteile gegenüber Agenturen haben sich aus der Sicht unseres leitenden Redakteurs Lasse beim Besuch des PR Report Camps im November leider bestätigt. Die dortige Podiumsdiskussion habe kaum darauf schließen lassen, dass die Mehrzahl der Agenturen Neueinsteigern gesonderte Wertschätzung entgegenbringt. Der Nachwuchskampagne der Agenturen zum Trotz. Daher bewarb er sich ausschließlich bei Unternehmen, speziell interessiert ihn die Luftfahrtbranche. Jetzt will er dieses Umfeld aus der PR-Sicht erleben. Mit seinem Praktikumsplatz direkt am Flughafen Frankfurt kann er sich jetzt für ein halbes Jahr einen Kindheitstraum erfüllen.

Kann Twitter bei der Praktikums-Findung helfen?

Es spielen aber noch andere Faktoren im Entscheidungsprozess für ein Praktikum eine Rolle. Sucht man auf Twitter beispielsweise nach dem Hashtag #Praxissemester, so spiegelt einem dieser Filter (wie immer) einige wertvolle, lustige und lesenswerte Infos, denn besonders unsere #onkomm-Vorgänger twitterten fleißig über ihre Bewerbungs- und Praktikumsphase.

Twitter wurde also nicht nur dazu genutzt, das Mitteilungsbedürfnis über den eigenen Bewerbungsprozess zu stillen, hier wurde sogar aktiv nach Praktikumsplätzen gesucht. Und unser Jahrgang twittert ebenfalls den ein oder anderen persönlichen #onkomm-Moment. Auf das Kommunikations-und-Karma-Konto zahlt ein Dank mit Sicherheit positiv ein. Und so mancher Praktikumsgeber twittert auch mit Freude zurück:

Und was möchte ich im Praxissemester alles lernen?

Für unseren Redakteur Tim ist die Wahl auf ein Großunternehmen in der Dienstleistungsbranche gefallen. Was neu für ihn sein wird: Dort wird die Steuerung von Kommunikationsdienstleistern (z. B. Agenturen) eine zentrale Rolle einnehmen. Und auch die Content-Produktion soll sich stärker auf Branchen-Themen, den Dienstleister und den Kunden (als Menschen) denn auf einzelne Produkte konzentrieren. Ihm werden dadurch vermutlich hochspezialisierte Themen begegnen, die viel Fachwissen erfordern.

“Es wird spannend zu sehen sein, wie es in meiner Praktikumsstelle gelingt, mit Vertrauen und Vernetzung die License to operate zu sichern.” (Tim)

Annkathrin hat sich mit ihrem Praktikum für den Bereich CSR entschieden. Das ist nicht nur eine ihrer persönlichen Leidenschaften, sondern auch hinsichtlich der Komplexität, die Kommunikation in dem Bereich erfordert, spannend. Ähnlich komplexen Aufgaben möchten wir uns also alle gerne stellen und lernen, wie Kommunikationsprofis gewisse Konflikte und Thematiken kommunikativ angehen. Lasse erhofft sich viel konzeptionelles Vorgehen und Strategie. Er bringt bereits Erfahrungen im Bereich Content durch seinen Werkstudentenjob als Presseassistent mit.

“Ich bin auch besonders auf den crossmedialen Teil meines Praktikums gespannt und wie es ist, Website und App simultan zu betreuen.” (Lasse)

Die Geschichten digitaler Transformation erzählen? Oh ja! Ich selbst werde mein Praktikum in einer Agentur absolvieren, die kreative Digitalberatung anbietet. Von der Digitalstrategie und
-innovation über Customer Journey bis hin zu Corporate Ventures erhoffe ich mir tiefe Einblicke aus der Sicht eines PR-Beraters. Ich bin ganz aufgeregt, das ganz besondere Maß an Innovation, Vernetzung und Kreation erleben zu dürfen. Die Herausforderung wird sein, möglichst eigenverantwortlich und selbstständig an Projekten zu arbeiten aber gleichzeitig hoffentlich in so viele Prozesse wie möglich Einblicke zu bekommen. Aber gerade diese Flexibilität sehe ich als große Chance. Tim wirft ein, dass die Vorurteile der Inflexibilität von Unternehmen seiner Meinung nach oftmals wohl eher unbegründet sind. Für ihn steht während des Praxissemesters ganz oben auf dem Plan: Herausfinden, ob das stimmt!

Wenn wir uns etwas wünschen könnten…

…würde unser Redakteur Sven antworten: “Da bleiben, wo ich gerade bin!” Denn er fühlt sich in seinem aktuellen Werkstudentenjob so wohl, dass er seinen Arbeitgeber sich gleich als seinen Praktikumsgeber sicherte. Es ist ein Start-Up, das sich nach der Findungsphase stark wandelt. Dabei ist Sven jetzt schon ein tragender Teil des Teams. Er freut sich darauf, im Praxissemester endlich mehr Zeit zu haben als begleitend neben dem Semester mit dem Kopf voller Projekte und Verantwortungen. Die Arbeit findet Sven vielfältig und spannend.

“Wir bauen ein festes Marketing-Team auf und holen uns Profis ins Boot. Es gibt einiges zu tun und die Hierarchie ist flach. Das gefällt mir.” (Sven)

Mehr Fehler!

Ich möchte an dieser Stelle einen Impuls aus unserer Lernagentur Online-PR einfügen: Ein Kundengespräch war nicht optimal verlaufen und das Kernteam, dem ein Fehler unterlaufen ist, war ziemlich niedergeschlagen. Unser Dozent dankte ihnen jedoch für den Fehler. Ganz richtig. Er sagte:

“Jetzt habt ihr die Chance, es das nächste Mal besser zu machen.”

Denn es kommt momentan nicht darauf an, dass wir alles schon perfekt können. Dass wir jedes Kommunikationsinstrument beherrschen und jeden Kniff kennen. Wir dürfen Fehler machen, ohne die wir sonst nicht in der Lage wären, die Lage erneut zu meistern. Ohne so manchen Fehler wäre man nie der einen oder anderen bahnbrechenden alternativen Lösung begegnet. Es gilt stetig dazu zu lernen – deshalb betone ich explizit unseren Studienschwerpunkt zum lebenslangen Lernen. Denn wir brauchen einen ständigen Wissenszustrom und müssen unseren Kopf lebenslang füttern. Und das ist nicht nur absolut toll, sondern verbindet jeden von uns.

Ob in unserem Praxissemester all unsere Erwartungen und Wünsche erfüllt werden, können wir natürlich nicht mit letzter Gewissheit wissen. Aber wir werden die Chance haben, zu zeigen, was in uns steckt und das kennenzulernen, was wir vielleicht nicht noch einmal zeigen möchten. Und vielleicht werden durch diese Bereicherung dabei auch all unsere Erwartungen und Wünsche übertroffen. Oder (weniger pathetisch): Den Besten über die Schulter schauen und die Ohren spitzen!

 

Tl;dr

Das Praxissemester steht vor der Tür. Wir erwarten Großartiges. Dafür haben wir abgewogen, ob wir dieses lieber in einer Agentur oder in einem Unternehmen absolvieren möchten und berichten, dass die am meisten gewünschte Herausforderung im Kennenlernen komplexer Kommunikation liegt. Wir interessieren uns für Strategie, das Erleben bestimmter Branchen aus der PR-Sicht und brennen für die Anwendung des bereits Erlernten. Wir möchten dabei die Geschichten digitaler Transformation erzählen und herausfinden, ob Vorurteile, die man sich erzählt, wirklich wahr sind.

Daten-Paradoxon, Intelligenzkritik und PR-Bilanz: Diese Woche im DRILLLINK

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Wer zum Wochenende, das zumindest bei uns in Hessen durch einen Feiertag eingeläutet wurde, gerne in unsere Link-Schatzkiste greift, wird zu dieser Ausgabe die Lust am Lesen englischer Texte mitbringen müssen. Wem das zu viel ist, erhält mit unserer kurzen Zusammenfassung einen guten Überblick über die drei PR-Themen der Woche. Der Feierabend sei euch gegönnt, viel Spaß beim Lesen!

I. Wenn die Maschine den Menschen besser versteht als der Mensch sich selbst

Um künstlicher Intelligenz Leben einzuhauchen, gilt es, Intelligenz zuvor ganzheitlich zu begreifen. Genau darum geht es in einem sehr lesenswerten Interview auf quantamagazine.org mit Judea Pearl, einem scharfen Kritiker des Bereichs künstliche Intelligenz. Ein Punkt seiner kritischen Argumentation lässt sich mit der Kantenglättung eines Graphen vergleichen und erklären: Pearl findet, künstliche Intelligenz werte Datenmengen bislang einfach nur aus und entdecke dabei halt die ein oder andere versteckte Regelmäßigkeit.

Was nach seinen Forschungsarbeiten über die Korrelation von Ursache und Wirkung fehle, sei die Fähigkeit der Maschinen, selbstständig begründen zu können. Die asymmetrische Sprache der Mathematik biete hierfür jedenfalls nicht das benötigte Fundament, das es braucht, ein menschliches Verständnis zu erfassen. Aber das ist nicht alles: Die Entwicklung künstlicher Intelligenz solle sich hin zu moralischen Entitäten, einem freien Willen und auch der dadurch erst möglichen Inklusion des Bösen hin bewegen. Also weg vom Diagnosemodus hin zu einem kausalen Modell. Das Böse beschreibt Pearl im Übrigen wie folgt: Wenn eine Maschine sich für ein mögliches Handeln entgegen der universellen erlernten Normen der Gesellschaft entscheidet.

Was uns aus PR-Sicht dazu durch den Kopf geht: Klar, der Einzug der künstlichen Intelligenz in der PR ist längst vollzogen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Mit Hilfe von Maschinen, schneller qualitativ hochwertigen Content generieren können oder ganze Konzepte schreiben können werden, soweit so gut. Die Unfähigkeit des Menschen, sich selbst zu beschreiben, lässt sich womöglich als eine perspektivische Verzerrung für dieses Themengebiet verstehen. Und die führt dazu, dass die Maschine das Abbild des augenblicklichen Verständnisses ist, die durch selbstlernende Funktionen auch in der Lage ist, den Mensch mit ultrahoher Leistung zu übertreffen – und ihn handlungsunfähig machen kann. Was der Gesellschaft momentan auch Angst macht, kann also genau die Folge sein, wenn sich Pears’ Forschung und die neuen Technologien auf diesen Fortschritt zubewegen. Sofern die Kommunikation von Robotern, die unserer Intuition entsprechen soll, funktioniert und ethischen sowie humanitären Grundsätzen entspricht, sollte diese Dystopie besser eine Dystopie bleiben.

Wir sind gespannt, wie sich die Landschaft hier weiter entwickeln wird. Ich stelle mir spontan einen von Coca Cola gesponserten Roboter vor, der auf Weihnachtsmärkten Cokes an Familien ausgibt (und dabei nicht die Softwarekomponenten Mitgefühl, Gerechtigkeit und schlechtes Gewissen bewusst ignoriert), zwischendurch ein paar Fotos twittert und jüngst aufgeschnappte tolle Zeilen postet. Anschließend wertet er aus, wie erfolgreich und viral sein ganzheitlicher Einsatz war und lernt gleich für das nächste Mal dazu.

II. Praxisgeprüfte PR-Bilanz

Der Kommunikationsberater Timo Lommartzsch zog kürzlich bei einer DPRG-Veranstaltung Zwischenbilanz, wo aus seiner Sicht  PR in digitalen Zeiten steht. Die wichtigsten Erkenntnisse: Wenn digitale Trends in Unternehmen Einzug halten, empfiehlt sich zunächst ein integrierter Ansatz für die Gesamtkommunikation. Durch ein rasantes Verschwimmen der Grenzen bedeutet das für PR-Fachleute, dass sie sich immer stärker Know-how zu Online-Marketing-Themen aneignen müssen. Umgekehrt benötigt das Marketing zunehmend PR-Kompetenz. Die interne Kommunikation ist dem Wandel ebenfalls unterlegen und sollte für Veränderungen flexibel sein. Essenziell für die Kommunikationsstrategie der PR-Fachleute: der Aufbau von Vertrauen und Reputation eines Unternehmens oder einer Organisation sowie das Vertrauen der Nutzer und ein gutes Netzwerk. Und nicht zu vergessen: Es braucht starken, zielgruppengenauen Content gepaart mit einem stimmigen Distributionskonzept, das es der PR ermöglicht, „owned, earned und paid media“ in die Tat umzusetzen.

III. Das Daten-Paradoxon

Blick über das große Gewässer: In ihrem jährlichen Internet-Trendbericht präsentierte Mary Meeker vor kurzem auf der Code Conference in Rancho Palos Verdes, Kalifornien, die Trends des Jahres. Logisch: Mit steigender Digitalisierung der Menschen stagniert das Wachstum der Smartphone-Welt. Da hilft womöglich der weltweite durchschnittlich sinkende Verkaufspreis auch nicht mehr weiter. Wo gleichzeitig bereits mehr als die Hälfte der Menschheit online ist, gilt es nun, am Stellschräubchen der Surfdauer zu drehen. Und auch hier prallen verschiedene Interessen aufeinander: Einerseits sollen die Zahlen steigen, andererseits möchte man auch immer weniger Zeit am Handy verbringen. Dabei wird es noch komplizierter: Tech-Unternehmen stehen vor dem Paradoxon der Privatsphäre. Einerseits möchten viele Anbieter mit Hilfe personenbezogener Daten besserer Nutzererlebnisse schaffen, andererseits sind gerade diese Daten in der Diskussion, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht. Der Report stellt einen großen Fundus dar, der rund um aktuelle Entwicklungen der Internetnutzung aus US-Sicht informiert.

 

Plus: Wer Lust auf fünf unschlagbare Argumente für die Digitalisierung hat, ist auf dem aktuellen Beitrag des Blog der Digitalagentur RCKT genau richtig. Sie nutzt den Karneval der Kulturen in Berlin, um alle Vorzüge der Ära der Digitalisierung darzustellen. Da macht unser Studium gleich fünffach Spaß!

Trennungsschmerz oder Hochzeitsglocken: Diese Woche im DRILLLINK

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I. DSGVO und Blogs – Trennung

Die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) tritt nach zweijähriger Übergangsphase heute EU-weit in Kraft. Die Verunsicherung über die Folgen sind groß. Hohe Bußgelder sind angedroht, Betreibern von Klein- und Kleinst-Websites ist unklar, wie sie diese DSGVO-konform gestalten und im Internet tummelt sich neben einigen wertvollen Informationen auch noch ein riesiger Berg von Mythen. Erste Blogger haben nun reagiert und trennen sich komplett von ihren Blogs. Ab morgen also “Shut down”.

Das finden wir als Teil der Blog-Landschaft natürlich extrem schade. Das Bürokratie-Monster, das die EU hier geschaffen hat, ist für viele Menschen, die das Schreiben und Teilen im Internet nebenbei als Hobby betreiben, einfach extrem schwer zu überwinden. Allein die Zeit, die man braucht, um sich durch die Fülle an Stoff zu arbeiten… Gefürchtet sind vor allem die Schreiben sogenannter “Abmahnanwälte” und die Bußgelder von staatlicher Stelle. Verständlich, dass einige Blogger da einfach nicht mehr wollen. Andererseits: Rechts- und Verbraucherschutzexperten sehen der DSGVO eher gelassen entgegen. Während sie für Unternehmen mit entsprechender Rechtsberatung gar keine Folgen erwarten, dürften auch Abmahnungen und Bußgelder für Blogbetreiber eher eine Seltenheit sein. Warum? Das erklären Nina Diercks und Malte EngelerAuch mithilfe von Datenschutzgeneratoren ließe sich für viele Blogbetreiber einfache Abhilfe schaffen.

 

II. Influencer und PR – Trennung oder Hochzeit?

Eine heiß diskutierte Studie wurde Ende letzter Woche veröffentlicht. Die dpa-Tochter news aktuell fand in einer Umfrage unter 590 Fach- und Führungskräften in deutschen Pressestellen heraus, dass mehr als drei Viertel der Befragten von einer steigenden Bedeutung von Influencern für die PR ausgehen. Da läuten doch schon die Hochzeitsglocken. Der Hochzeitstermin ist aber zumindest nicht in allzu naher Zukunft zu erwarten. Denn: Über die Hälfte der befragten Pressesprecher halten Influencer für ihre eigene Pressearbeit für unwichtig.

Aus der positiven Grundhaltung heraus ergibt sich in diesem Fall also offensichtlich nicht direkt die logische Folgehandlung. Aber warum? Diese Frage stellte auch #onkomm-Professor Dr. Lars Rademacher auf Twitter. Wir von den PR-Fundsachen beteiligten uns natürlich an der Diskussion:

 

Influencer sind v.a. bekannt für die Streuung trivialer Botschaften – hier ist der Erfolg ja überwältigend. Sobald es komplex wird, wird der (Fach-)Presse vllt. einfach immer noch die höhere Vermittlungsleistung zugetraut. Dann ist natürlich die Frage, wie viele Pressestellen überwiegend komplexe Botschaften verarbeiten. Und da kommt man dann bestimmt recht schnell auf die [min.] 41%, die Influencer-PR für irrelevant halten… – Tim Bartelsen

 

Ergänzend dazu lässt sich neben komplexer Vermittlungskompetenz, möglicher mangelnder Glaubwürdigkeit und zu niedriger Passgenauigkeit (und damit Kommunikationskomplexität!) die Frage stellen, inwieweit Influencer einfach das ultimative Instrument für jeden und alle darstellen (sollen). – Lea Matusiak

 

Man sollte darüber hinaus noch erwähnen, dass das Umfragedesign natürlich einen kausalen Schluss zwischen Haltung und Handlung auch nicht so einfach zulässt. Allgemein zu fragen, ob Influencer wichtiger werden, drückt ja nicht automatisch aus, dass man diese Entwicklung auch gut findet.

 

III. Prinz Harry und Meghan – Hochzeit

Jetzt aber mal zur echten Liebe. Die Royal Wedding. Ja, und wir geben zu: Auch wir haben am Samstag einige Minuten vor dem Fernseher verbracht – vielleicht auch Stunden… Viel interessanter als die Hochzeit selbst sind ja aber in der Regel die Diskussionen im Voraus: Welches Kleid trägt die Braut? Wann kommt der öffentliche Kuss? Und wie konnte diese Hochzeit ein solches PR-Desaster werden?

Ihr lest richtig. Genau diese Frage brachte die Daily Mail drei Tage vor der Hochzeit auf. In zehn Punkten versucht Kolumnistin Sarah Vine darzulegen, was alles in der Kommunikation rund um die Vorbereitungen der Hochzeit schiefgelaufen ist. Und da man hier – mal ganz nüchtern betrachtet – durchaus etwas über die PR für Großereignisse und Einzelpersonen lernen kann, wollen wir uns die Vorwürfe mal etwas genauer ansehen.

Im Gegensatz zur Autorin, die (typisch für die Yellow Press) sehr redundant schreibt, möchten wir das Ganze auf drei Kernpunkte zusammendampfen.

 

1) Meghan komme aus (teilweise) schwierigen Familienverhältnissen.

Das ist kein Kommunikationsproblem und daher in dieser Analyse zu vernachlässigen. Niemand kann etwas für seine Familie.

 

2) Das Königshaus habe über die schwierigen Familienverhältnisse nichts gewusst und deshalb auch nicht darüber kommunizieren können.

Merkste selbst, gell? Umgekehrt wird eher ein Schuh daraus: Der Palast hat sehr wohl über die Familienverhältnisse gewusst und die Storys darum nicht noch zusätzlich befeuert. Das freut die Boulevardpresse natürlich wenig, ist aber aus Kommunikationssicht durchaus nachvollziehbar. Der Kommunikationsinhalt stammt hier eindeutig aus dem Privatleben von Meghan und ist daher nicht geeignet, offensiv in irgendwelche Kampagnen gepackt zu werden. Wenn dann Artikel wie der Vorliegende erscheinen, könnte man auf Offensive schalten. Aber in diesem Fall: Absolut unnötig. Das Königshaus schweigt, die Daily Mail bellt und im Kopf bleiben bei den meisten Menschen nur die schönen Bilder der Hochzeit zurück.

 

3) Prinz Harry und Meghan stünden dem Trubel um ihre Personen stets ablehnend gegenüber. In diesem Zusammenhang könne man keine Hollywood-Hochzeit mit Schloss, Kutsche und einer ganze Reihe VIPs feiern.

Erst einmal: Doch, man kann – wie man am Samstag gesehen hat. Auf den zweiten Blick lässt sich hier aber eine Lücke im Taktikverbund der adeligen Kommunikation erkennen. Prinz Harry ging vor der Hochzeit tatsächlich erstaunlich oft mit der Botschaft hausieren, dass er gerne ein “normal guy” wäre. Und auch Meghan ließ bisher eher wenige Starallüren erkennen. PR lebt von der Einheit aus Sagen und Handeln. Diese Einheit ist hier nicht zu erkennen – natürlich auch aus Gründen der Tradition. Aber wie wäre es denn, wenn man eine Royal Wedding einfach mal ganz anders – zur Abwechslung etwas bodenständiger – begehen würde? Bei Prinz Harry und Meghan wäre es authentisch gewesen. Schade um die vergebene Chance.

Insgesamt war die Royal Wedding sicherlich kein PR-Desaster – wie man auch unschwer an der begeisterten Netzreaktion erkennen konnten. Man sieht auch: Kommunikation aus gefestigten Strukturen heraus zu machen, bringt entscheidende Vorteile mit sich. Und das britische Königshaus ist wohl die gefestigtste Struktur von allen…

PR trifft auf IT, Krisenkommunikation und ein Buch: Diese Woche im DRILLLINK

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Diese Woche geht es im DRILLLINK vor allem um praktische PR-Themen – und zwar um den Einsatz von künstlicher Intelligenz, Tipps für ein erfolgreiches Krisenmanagement und frisches Grundlagenwerk zu Influencer Relations.

 

I. PR trifft auf IT – wie news aktuell künstliche Intelligenz in der PR einsetzt

Public Relations und Informationstechnologie sind Berufsfelder, in denen vor allem eine Tätigkeit überwiegt: das Schreiben. Das ist schonmal eine ganz nette Gemeinsamkeit. Die dabei entstehenden Produkte unterscheiden sich jedoch in der Komplexität… und auch in der Bezeichnung. Die PR verfasst für Normalsterbliche lesbare und mit Informationen gespickte Texte. Die IT entwickelt Codes, die nur ein Computer oder eben ein ITler versteht.

Profis und Experten aus der PR verstehen, wie Texte nutzerzentriert und somit mit einem Mehrwert für das jeweilige Unternehmen zu schreiben sind. Über Monitoringmaßnahmen werden dann Aussagen über den Erfolg eines Artikels getroffen. Dies Bedarf oft der händischen Auswertung und Analyse eines zuständigen Experten. Nicht jeder Texter kennt sich hinreichend mit technischen Themen wie Suchmaschinenoptimierung aus. Eine PR-Abteilung benötigt also verschiedene Experten, um die Qualität von Pressemitteilungen, Online-Artikeln und anderen Beiträgen zu gewährleisten.

Nun stellt sich die Frage, wie lesbare Texte von kryptischen Codes profitieren können? Und es liegt auf der Hand: PR-Experten und Entwickler setzen sich zusammen und erklären dem Computer anhand eines Codes, welche Aspekte zu beachten sind. Die Tochterfirma der dpa – news aktuell – leistet in dieser Richtung Pionierarbeit und sieht sich selbst als IT-Unternehmen, welches sich voll und ganz der digitalen PR-Welt verpflichtet hat. Aus scheinbar unvereinbaren Gegensätzen entsteht somit ein innovativer Ansatz, der die PR-Welt in Zukunft beeinflussen kann. Das na-Projekt “whizzually” erkennt und setzt zum Beispiel automatisch Querverweise zu anderen Artikeln, was die SEO-Optimierung erleichtert.

 

II. Best Practice Krisenkommunikation: sieben Tipps und sieben Actions

Laut einer globalen Studie von Deloitte ist sich ein Großteil von Vorständen und Aufsichtsräten sicher, dass das Repertoire zum Umgang mit einer waschechten Krise im Vorhinein schon bereit steht. De facto steht dieses aber oft verstaubt im Notfallschrank der Kommunikationsabteilung und wartet vergebens auf eine Instandhaltung. Sylvia Eberl und Sebastian Riedel geben deshalb sieben wertvolle Tipps, die KrisenmanagerInnen nicht verpassen sollten. Von der reinen firmeninternen Definition einer Krise über die realitätsgetreue Simulation von Krisen bis zu einem konkreten Aktionsplan im Ernstfall deckt der Artikel vom Upload Magazin die Knackpunkte einer erfolgreichen Krisenkommunikation ab. Besonders Mitarbeiter von Unternehmen sollten demnach nicht unter den stressigen und oft auch emotional aufwühlenden Aspekten einer Krise leiden. Eine gelungene Krisenkommunikation minimiert somit nicht nur unternehmensexterne Schäden, sondern auch das Schadenspotenzial innerhalb des Unternehmens.

Es wird klar: KrisenmanagerInnen sollten abgebrüht und vielleicht sogar ein wenig draufgängerisch sein. Sie müssen aus jeder Krise ein Stück schlauer werden, um das Unternehmen – und vor allem deren Mitarbeiter – vor zukünftigen Bedrohungen zu schützen. Erste Schritte dazu lernen übrigens Kommilitonen im Studiengang Onlinekommunikation in diesem Semester: Denn nach einer wissenschaftlichen Einführung ins Thema durch unseren Professor Thomas Pleil übt Riedel – im Hauptberuf bei der Agentur Klenk & Hoursch – mit den gut 20 Studentinnen die Krise, besser: Es geht um eine komplette Simulation der Krisenkommunikation.

 

III. Das jüngste Grundlagenwerk zu Influencer Relations

Seit einiger Zeit geistert der Begriff Influencer durch das Netz. Wie eine heiße Kartoffel fliegt die eindeutige Zugehörigkeit des Begriffs zwischen PR- und Marketingabteilungen hin und her. Dem wird nun ein Ende gesetzt durch 24 Autoren, 21 Texte und ein Buch. Das Werk “Influencer Relations – Marketing und PR mit digitalen Meinungsführern” ist ein Buch, das sich besonders mit dem Beziehungsaufbau zu Influencern beschäftigt. Es ist vor allem relevant für jene, die selbst eine professionelle Influencer-Kommunikation im Unternehmen umsetzen wollen. Zur Ansprache und zum Umgang mit Influencern kommen selbige im Buch zu Wort und geben wertvolle Tipps, wie Unternehmen denken und vorgehen müssen, um einen starken Partner für sich zu gewinnen. Durch eine schlechte Influencer Kommunikation kann eine Marke, aber auch ein Influencer selbst Reputationsschäden erleiden. Das topaktuelle Werk, herausgegeben von Annika Schach und Timo Lommatzsch, kann helfen, dass authentische Influencer Kommunikation besser funktioniert und somit der gewünschte Win-Win-Effekt für Unternehmen und Meinungsführer entsteht.

 

 

Trennungsschmerz oder Hochzeitsglocken: Diese Woche im DRILLLINK

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I. DSGVO und Blogs – Trennung

Die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) tritt nach zweijähriger Übergangsphase heute EU-weit in Kraft. Die Verunsicherung über die Folgen sind groß. Hohe Bußgelder sind angedroht, Betreibern von Klein- und Kleinst-Websites ist unklar, wie sie diese DSGVO-konform gestalten und im Internet tummelt sich neben einigen wertvollen Informationen auch noch ein riesiger Berg von Mythen. Erste Blogger haben nun reagiert und trennen sich komplett von ihren Blogs. Ab morgen also “Shut down”.

Das finden wir als Teil der Blog-Landschaft natürlich extrem schade. Das Bürokratie-Monster, das die EU hier geschaffen hat, ist für viele Menschen, die das Schreiben und Teilen im Internet nebenbei als Hobby betreiben, einfach extrem schwer zu überwinden. Allein die Zeit, die man braucht, um sich durch die Fülle an Stoff zu arbeiten… Gefürchtet sind vor allem die Schreiben sogenannter “Abmahnanwälte” und die Bußgelder von staatlicher Stelle. Verständlich, dass einige Blogger da einfach nicht mehr wollen. Andererseits: Rechts- und Verbraucherschutzexperten sehen der DSGVO eher gelassen entgegen. Während sie für Unternehmen mit entsprechender Rechtsberatung gar keine Folgen erwarten, dürften auch Abmahnungen und Bußgelder für Blogbetreiber eher eine Seltenheit sein. Warum? Das erklären Nina Diercks und Malte EngelerAuch mithilfe von Datenschutzgeneratoren ließe sich für viele Blogbetreiber einfache Abhilfe schaffen.

 

II. Influencer und PR – Trennung oder Hochzeit?

Eine heiß diskutierte Studie wurde Ende letzter Woche veröffentlicht. Die dpa-Tochter news aktuell fand in einer Umfrage unter 590 Fach- und Führungskräften in deutschen Pressestellen heraus, dass mehr als drei Viertel der Befragten von einer steigenden Bedeutung von Influencern für die PR ausgehen. Da läuten doch schon die Hochzeitsglocken. Der Hochzeitstermin ist aber zumindest nicht in allzu naher Zukunft zu erwarten. Denn: Über die Hälfte der befragten Pressesprecher halten Influencer für ihre eigene Pressearbeit für unwichtig.

Aus der positiven Grundhaltung heraus ergibt sich in diesem Fall also offensichtlich nicht direkt die logische Folgehandlung. Aber warum? Diese Frage stellte auch #onkomm-Professor Dr. Lars Rademacher auf Twitter. Wir von den PR-Fundsachen beteiligten uns natürlich an der Diskussion:

 

Influencer sind v.a. bekannt für die Streuung trivialer Botschaften – hier ist der Erfolg ja überwältigend. Sobald es komplex wird, wird der (Fach-)Presse vllt. einfach immer noch die höhere Vermittlungsleistung zugetraut. Dann ist natürlich die Frage, wie viele Pressestellen überwiegend komplexe Botschaften verarbeiten. Und da kommt man dann bestimmt recht schnell auf die [min.] 41%, die Influencer-PR für irrelevant halten… – Tim Bartelsen

 

Ergänzend dazu lässt sich neben komplexer Vermittlungskompetenz, möglicher mangelnder Glaubwürdigkeit und zu niedriger Passgenauigkeit (und damit Kommunikationskomplexität!) die Frage stellen, inwieweit Influencer einfach das ultimative Instrument für jeden und alle darstellen (sollen). – Lea Matusiak

 

Man sollte darüber hinaus noch erwähnen, dass das Umfragedesign natürlich einen kausalen Schluss zwischen Haltung und Handlung auch nicht so einfach zulässt. Allgemein zu fragen, ob Influencer wichtiger werden, drückt ja nicht automatisch aus, dass man diese Entwicklung auch gut findet.

 

III. Prinz Harry und Meghan – Hochzeit

Jetzt aber mal zur echten Liebe. Die Royal Wedding. Ja, und wir geben zu: Auch wir haben am Samstag einige Minuten vor dem Fernseher verbracht – vielleicht auch Stunden… Viel interessanter als die Hochzeit selbst sind ja aber in der Regel die Diskussionen im Voraus: Welches Kleid trägt die Braut? Wann kommt der öffentliche Kuss? Und wie konnte diese Hochzeit ein solches PR-Desaster werden?

Ihr lest richtig. Genau diese Frage brachte die Daily Mail drei Tage vor der Hochzeit auf. In zehn Punkten versucht Kolumnistin Sarah Vine darzulegen, was alles in der Kommunikation rund um die Vorbereitungen der Hochzeit schiefgelaufen ist. Und da man hier – mal ganz nüchtern betrachtet – durchaus etwas über die PR für Großereignisse und Einzelpersonen lernen kann, wollen wir uns die Vorwürfe mal etwas genauer ansehen.

Im Gegensatz zur Autorin, die (typisch für die Yellow Press) sehr redundant schreibt, möchten wir das Ganze auf drei Kernpunkte zusammendampfen.

 

1) Meghan komme aus (teilweise) schwierigen Familienverhältnissen.

Das ist kein Kommunikationsproblem und daher in dieser Analyse zu vernachlässigen. Niemand kann etwas für seine Familie.

 

2) Das Königshaus habe über die schwierigen Familienverhältnisse nichts gewusst und deshalb auch nicht darüber kommunizieren können.

Merkste selbst, gell? Umgekehrt wird eher ein Schuh daraus: Der Palast hat sehr wohl über die Familienverhältnisse gewusst und die Storys darum nicht noch zusätzlich befeuert. Das freut die Boulevardpresse natürlich wenig, ist aber aus Kommunikationssicht durchaus nachvollziehbar. Der Kommunikationsinhalt stammt hier eindeutig aus dem Privatleben von Meghan und ist daher nicht geeignet, offensiv in irgendwelche Kampagnen gepackt zu werden. Wenn dann Artikel wie der Vorliegende erscheinen, könnte man auf Offensive schalten. Aber in diesem Fall: Absolut unnötig. Das Königshaus schweigt, die Daily Mail bellt und im Kopf bleiben bei den meisten Menschen nur die schönen Bilder der Hochzeit zurück.

 

3) Prinz Harry und Meghan stünden dem Trubel um ihre Personen stets ablehnend gegenüber. In diesem Zusammenhang könne man keine Hollywood-Hochzeit mit Schloss, Kutsche und einer ganze Reihe VIPs feiern.

Erst einmal: Doch, man kann – wie man am Samstag gesehen hat. Auf den zweiten Blick lässt sich hier aber eine Lücke im Taktikverbund der adeligen Kommunikation erkennen. Prinz Harry ging vor der Hochzeit tatsächlich erstaunlich oft mit der Botschaft hausieren, dass er gerne ein “normal guy” wäre. Und auch Meghan ließ bisher eher wenige Starallüren erkennen. PR lebt von der Einheit aus Sagen und Handeln. Diese Einheit ist hier nicht zu erkennen – natürlich auch aus Gründen der Tradition. Aber wie wäre es denn, wenn man eine Royal Wedding einfach mal ganz anders – zur Abwechslung etwas bodenständiger – begehen würde? Bei Prinz Harry und Meghan wäre es authentisch gewesen. Schade um die vergebene Chance.

Insgesamt war die Royal Wedding sicherlich kein PR-Desaster – wie man auch unschwer an der begeisterten Netzreaktion erkennen konnten. Man sieht auch: Kommunikation aus gefestigten Strukturen heraus zu machen, bringt entscheidende Vorteile mit sich. Und das britische Königshaus ist wohl die gefestigtste Struktur von allen…

PR trifft auf IT, Krisenkommunikation und ein Buch: Diese Woche im DRILLLINK

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Diese Woche geht es im DRILLLINK vor allem um praktische PR-Themen – und zwar um den Einsatz von künstlicher Intelligenz, Tipps für ein erfolgreiches Krisenmanagement und frisches Grundlagenwerk zu Influencer Relations.

 

I. PR trifft auf IT – wie news aktuell künstliche Intelligenz in der PR einsetzt

Public Relations und Informationstechnologie sind Berufsfelder, in denen vor allem eine Tätigkeit überwiegt: das Schreiben. Das ist schonmal eine ganz nette Gemeinsamkeit. Die dabei entstehenden Produkte unterscheiden sich jedoch in der Komplexität… und auch in der Bezeichnung. Die PR verfasst für Normalsterbliche lesbare und mit Informationen gespickte Texte. Die IT entwickelt Codes, die nur ein Computer oder eben ein ITler versteht.

Profis und Experten aus der PR verstehen, wie Texte nutzerzentriert und somit mit einem Mehrwert für das jeweilige Unternehmen zu schreiben sind. Über Monitoringmaßnahmen werden dann Aussagen über den Erfolg eines Artikels getroffen. Dies Bedarf oft der händischen Auswertung und Analyse eines zuständigen Experten. Nicht jeder Texter kennt sich hinreichend mit technischen Themen wie Suchmaschinenoptimierung aus. Eine PR-Abteilung benötigt also verschiedene Experten, um die Qualität von Pressemitteilungen, Online-Artikeln und anderen Beiträgen zu gewährleisten.

Nun stellt sich die Frage, wie lesbare Texte von kryptischen Codes profitieren können? Und es liegt auf der Hand: PR-Experten und Entwickler setzen sich zusammen und erklären dem Computer anhand eines Codes, welche Aspekte zu beachten sind. Die Tochterfirma der dpa – news aktuell – leistet in dieser Richtung Pionierarbeit und sieht sich selbst als IT-Unternehmen, welches sich voll und ganz der digitalen PR-Welt verpflichtet hat. Aus scheinbar unvereinbaren Gegensätzen entsteht somit ein innovativer Ansatz, der die PR-Welt in Zukunft beeinflussen kann. Das na-Projekt “whizzually” erkennt und setzt zum Beispiel automatisch Querverweise zu anderen Artikeln, was die SEO-Optimierung erleichtert.

 

II. Best Practice Krisenkommunikation: sieben Tipps und sieben Actions

Laut einer globalen Studie von Deloitte ist sich ein Großteil von Vorständen und Aufsichtsräten sicher, dass das Repertoire zum Umgang mit einer waschechten Krise im Vorhinein schon bereit steht. De facto steht dieses aber oft verstaubt im Notfallschrank der Kommunikationsabteilung und wartet vergebens auf eine Instandhaltung. Sylvia Eberl und Sebastian Riedel geben deshalb sieben wertvolle Tipps, die KrisenmanagerInnen nicht verpassen sollten. Von der reinen firmeninternen Definition einer Krise über die realitätsgetreue Simulation von Krisen bis zu einem konkreten Aktionsplan im Ernstfall deckt der Artikel vom Upload Magazin die Knackpunkte einer erfolgreichen Krisenkommunikation ab. Besonders Mitarbeiter von Unternehmen sollten demnach nicht unter den stressigen und oft auch emotional aufwühlenden Aspekten einer Krise leiden. Eine gelungene Krisenkommunikation minimiert somit nicht nur unternehmensexterne Schäden, sondern auch das Schadenspotenzial innerhalb des Unternehmens.

Es wird klar: KrisenmanagerInnen sollten abgebrüht und vielleicht sogar ein wenig draufgängerisch sein. Sie müssen aus jeder Krise ein Stück schlauer werden, um das Unternehmen – und vor allem deren Mitarbeiter – vor zukünftigen Bedrohungen zu schützen. Erste Schritte dazu lernen übrigens Kommilitonen im Studiengang Onlinekommunikation in diesem Semester: Denn nach einer wissenschaftlichen Einführung ins Thema durch unseren Professor Thomas Pleil übt Riedel – im Hauptberuf bei der Agentur Klenk & Hoursch – mit den gut 20 Studentinnen die Krise, besser: Es geht um eine komplette Simulation der Krisenkommunikation.

 

III. Das jüngste Grundlagenwerk zu Influencer Relations

Seit einiger Zeit geistert der Begriff Influencer durch das Netz. Wie eine heiße Kartoffel fliegt die eindeutige Zugehörigkeit des Begriffs zwischen PR- und Marketingabteilungen hin und her. Dem wird nun ein Ende gesetzt durch 24 Autoren, 21 Texte und ein Buch. Das Werk “Influencer Relations – Marketing und PR mit digitalen Meinungsführern” ist ein Buch, das sich besonders mit dem Beziehungsaufbau zu Influencern beschäftigt. Es ist vor allem relevant für jene, die selbst eine professionelle Influencer-Kommunikation im Unternehmen umsetzen wollen. Zur Ansprache und zum Umgang mit Influencern kommen selbige im Buch zu Wort und geben wertvolle Tipps, wie Unternehmen denken und vorgehen müssen, um einen starken Partner für sich zu gewinnen. Durch eine schlechte Influencer Kommunikation kann eine Marke, aber auch ein Influencer selbst Reputationsschäden erleiden. Das topaktuelle Werk, herausgegeben von Annika Schach und Timo Lommatzsch, kann helfen, dass authentische Influencer Kommunikation besser funktioniert und somit der gewünschte Win-Win-Effekt für Unternehmen und Meinungsführer entsteht.

 

 

Profi-Tipps für bloggende PR-Studierende – Teil 3

Beitragsbild Profi-Tipps Teil 3

Sie sind in der PR-Branche gerne gesehen: Bloggende Studierende. Doch wie tief dürfen sie ins Fettnäpfchen springen und wo sollten wir ein Fangnetz einziehen? Auf der Suche nach unserem Platz in der Blog-Landschaft haben wir in den vorangegangenen Teilen dabei schon sehr hilfreiche Tipps und Ideen für eine Verbesserung der Positionierung der PR-Fundsachen bekommen.

Ging es im ersten Teil vorrangig darum, welche Bedeutung PR-Blogs überhaupt noch für Professionals und Studierende haben, haben wir im zweiten Teil nachgefragt, welche Inhalte für unsere LeserInnen auf einem studentischen Blog konkret interessant sind. Die Perspektive von uns Studierenden auf die Branche (sprich: welchen Weg die PR gehen sollte) schätzen unsere Interview-PartnerInnen dabei ebenso, wie auch die studentische Perspektive auf das Studium selbst (sprich: welche Erfahrungen wir im Studium machen). Meinungsstarke Artikel und experimentelle Darstellungsformen sind gerne gesehen.

No-Go’s für ein studentisches PR-Blog

Aber: Gibt es auch Inhalte, die ein studentisches PR-Blog lieber nicht anfassen sollte? Oder solche, die andere Blogs schon ausreichend behandeln? Danach haben wir nun im dritten und letzten Teil unserer Reihe Studierende und Profis aus der Branche gefragt. Unsere Schlüsse aus allen drei Artikeln lest Ihr danach im Fazit.

Was sollten wir in unserem studentischen PR-Blog vermeiden und was würde Sie inhaltlich weniger interessieren?

 

Tapio Liller (Managing Partner bei der PR-Agentur Oseon): Vermeidet Stücke, die schon Bekanntes wieder aufwärmen. Trends, Technologien und Marketing-Hypes haben andere Blogs und Fachmagazine viel schneller auf dem Zettel. Interessanter ist, was Studierende selbst verändern wollen, wie sie sich die Zukunft unserer Branche vorstellen und welchen Beitrag sie dazu leisten möchten. Ihr seid frei von den Limitierungen von Unternehmensjobs und Agenturpraxis, also nutzt die Chance, einfach auch herumzuspinnen!

 

Katharina Klahold (Studentin im Master Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover): Eigentlich ganz einfach: keine ellenlangen Texte, die niemand lesen wird. Es fehlt einfach die Zeit. Dann lieber kurz und auf den Punkt. So wie ihr es z. B. bei DRILLLINK macht. Das ist toll. Und: keine alten verbrauchten Themen wieder aufwärmen. Damit meine ich persönlich so etwas wie den gefühlt hundertsten Post zum Thema “Trainee – ja oder nein?” oder zu Praktika. Das ist für die noch jungen Bachelor-Jahrgänge natürlich interessant. Aber wenn man wie ich im Master studiert, in verschiedenen Initiativen aktiv war, diverse Debatten mitbekommen hat, dann hat man zu diesen Themen irgendwann seine eigene Meinung und hat wenig Anreiz, einen solchen Beitrag zu lesen.

 

Daniel Rehn (Senior Digital Trend Scout in der Kommunikationsagentur achtung!): Die PR-Fundsachen sind ein mehr oder minder geschützter Raum, in dem auch Fehler gemacht werden dürfen. Wenn, dann sollte es vermieden werden, sich nichts zu trauen und die Artikel mit dem geringsten zu erwarteten Gegenwind in Recherche, Aufbereitung und anschließender Diskussion zu gehen. Macht die PR-Fundsachen zu Eurem Blog und zeigt, was ihr drauf habt.

 

Jan Reinholz (Student im Master Communication Management an der Universität Leipzig): Studentische Blogs müssen ihre Nische finden und dürfen sich nicht an allgemeinen Themen, die keinen Mehrwert bieten, orientieren. Der eintausendste Beitrag über Content-Marketing einer Studenteninitiative will wohl kaum noch jemand lesen. Auch eine zu starke Orientierung an wissenschaftlichen Themen wird wohl in Konkurrenz zu Insta-Stories oder Cat-Content nicht bestehen können. Außerdem sollten Blogs vermeiden, Themen ohne jeglichen Aktualitätsbezug zu spielen. Gerade Studenten können sich die Schnelligkeit und Möglichkeiten des Internets zunutze machen, indem sie schnell auf aktuelle Themen reagieren.

 

Stephanie Tönjes (Senior Communications Manager bei der Telekom): Da fällt mir spontan gar nichts ein!

 

Unser Learning: Spezielle und aktuelle Themen und Experimentierfreudigkeit

Unsere ExpertInnen sind sich ziemlich einig: Für die PR-Fundsachen macht es wenig Sinn, auf Hypes um allgemeine Trend-Themen in der Kommunikation aufzuspringen und sich somit in die Konkurrenz zu den großen Fachmagazinen und -blogs zu begeben. Einzig mit eingebauter studentischer Perspektive könnten wir eine Ausnahme von dieser Regel machen. Auch unsere Meinung zu speziellen Ereignissen wünschen sich unsere LeserInnen – gerne eingebaut in neue, experimentelle Formate.

Frisch kochen, kräftig würzen und auf viele Teller verteilen

Was bedeutet das alles für die Entwicklung der PR-Fundsachen? Was müssen wir tun, um uns spezifisch zu positionieren? Dazu möchten wir die Meinungen unserer LeserInnen an dieser Stelle zusammenführen. Und daraus ein Erfolgsrezept für studentische Blogs machen.

1) Frisch kochen

Wir sollten uns Themen mit Aktualitätsbezug herausgreifen, die von den großen Playern in der Blog-Landschaft noch nicht behandelt wurden. Das ist natürlich vorrangig Material, das von der Fachpresse nicht direkt wahrgenommen wird, weil es entweder (noch) zu unbeachtet ist oder nicht aktiv darüber kommuniziert wird. Hier können wir ansetzen. Ebenso eignen sich spezielle Teilaspekte von allgemeineren Themen, die noch nicht detailliert besprochen wurden.

2) Kräftig würzen

Der wohl wichtigste Punkt. Unsere LeserInnen erwarten von uns meinungsstarke Artikel. Das können wir erreichen, indem wir auf eine stärkere Personalisierung setzen. Wer schreibt das gerade? Und warum? Vom allgemeinen „wir“ kommen wir zu einem individuellen „wir“, bei dem die Argumente und Statements von einzelnen Studierenden noch stärker einfließen sollen. Dabei dürfen wir (also jeder Einzelne von uns) auch ruhig mal etwas wagen und aus dem Studium heraus stärker die Kontroversen suchen. Wenn wir das Ganze dann noch in einige neue Formatideen einbetten und diese jeweils evaluieren, sollte das Endergebnis ziemlich scharf werden.

3) Auf viele Teller verteilen

Wir dürfen nicht damit rechnen, dass unsere LeserInnen einfach so zu uns kommen. Zeit ist knapp. Experimentelle Formate und spezielle Themen schaffen da Aufmerksamkeit. Da für unsere LeserInnen in den Zeiten des Information Overload aber vor allem Social Media das Tor zu PR-Blogs sind, dürfen wir unsere Aktivitäten dort keinesfalls schleifen lassen. Um die Bekanntheit der PR-Fundsachen zu steigern, sollten wir auch Live-Kommunikation von Events  zunehmend in unseren Redaktionsalltag einbinden.

An dieser Stelle beenden wir unsere Reihe und bereiten schon mal die Küche für die nächsten PR-Fundsachen-Menus vor. Wir bedanken uns noch einmal bei unseren Interview-PartnerInnen für die ausführlichen und hilfreichn Antworten. Wir werden in der Zukunft sicherlich noch häufiger auf das Mittel der Nutzerbefragung zurückgreifen. Und wer uns zwischendurch bzw. ganz spontan Rückmeldung und Anregungen geben möchte: Wir freuen uns drauf!

 

tl;dr

No Go’s in studentischen PR-Blogs? Gibt es das? Ja – zum Teil. Auf Themenhypes in der Kommunikationsbranche aufzuspringen lohnt sich kaum, sagen unsere ExpertInnen. Auch rein beschreibende Artikel sollten wir lieber vermeiden. Wir haben aus allen Teilen der Reihe ein gemeinsames Fazit gezogen: Die PR-Fundsachen sollen sich künftig noch stärker mit detaillierten Spezialthemen, persönlicher Meinungsstärke und aktueller Social-Media-Ausspielung positionieren.

Fehlerkultur in der PR und Infografiken: Diese Woche im DRILLLINK

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Im DRILLLINK geht es diese Woche gleich zweimal um Fehlerkultur in der PR – nämlich die Aufarbeitung des Bundeswehreklats auf der re:publica und um das LPRS-Forum zum Thema. Und ganz praktisch gibt’s auch Tipps für Infografiken.

 

I. Stellungnahme der re:publica zur Bundeswehr-Kampagne

Die re:publica 18 wurde von den Ereignissen rund um die Guerilla-Aktion der Bundeswehr unter dem Motto “Zu bunt gehört auch Grün” überschattet. Letzte Woche im DRILLLINK haben wir unseren Eindruck der Aktion geschildert und uns eine besonnenere Kommunikation aller Beteiligten und eine klare Stellungnahme der re:publica gewünscht. Die gibt es jetzt.

Bundeswehr vs. re:publica ist für uns Studierenden ein Musterbeispiel für Krisenkommunikation. Die re:publica hat in der letzten Woche einen regelrechten Shitstorm erlebt und auf allen Plattformen haben sich Sympathisanten und Gegner der Konferenz zu Wort gemeldet – nicht immer reflektiert und angemessen. Es wurden Anschuldigungen geäußert, Rechtsextreme auf den Plan gerufen und eine Beendigung der Unterstützung der re:publica durch staatliche Gelder gefordert. Nun hat die re:publica richtig reagiert und mit einer ausführlichen Chronologie der Ereignisse versucht, die Geschehnisse aus ihrer Perspektive klarzustellen. Sie beschreiben die Kommunikation mit der Bundeswehr im Vorfeld, gehen auf Anschuldigungen ein und schildern ihre Gedankengänge. Dies schafft mehr Transparenz und bietet den Stakeholdern Hintergrundwissen.

 

II. Fehlerkultur in der PR – 13. LPRS-Forum

Das 13. LPRS-Forum der Leipziger PR-Kommilitonen fand am 4. Mai unter dem Leitthema „Die Kunst des Scheiterns – Wie man in der PR aus Fehlern lernt“ statt. Wer nicht dabei sein konnte, kann im Veranstaltungsbericht der KollegInnen eine kurze Zusammenfassungen des Programms nachlesen.

Die Fehlerkultur in der PR ist aus Studierendensicht ein interessantes Thema. Philipp Schindera (Senior Vice President Communication der Deutschen Telekom AG)  ermutigt in seinem Impulsvortrag: “Traut euch, übernehmt Verantwortung. Wenn euch jemand eine Aufgabe gibt, vor der ihr Respekt habt, dann hat derjenige das Vertrauen darin, dass ihr das gut machen werdet.“ Der allgemeine Tenor: Fehler können passieren. Man muss nur wissen, wie man mit ihnen umgeht und wie man aus ihnen lernt. Die PR sei von Perfektionismus getrieben und vertrage daher eine gesunde Fehlerkultur.

Die Herausforderung, dies umzusetzen und zu leben, nehmen wir gerne an und versuchen unser Bestes. Eine gesunde Fehlerkultur umzusetzen, ist in unseren Augen jedoch nicht immer einfach. Das Streben nach Perfektionismus ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Man möchte stets gefallen und gute Arbeit leisten. Es bedarf Mut, Fehler zu akzeptieren und offen damit umzugehen.

 

III. How to: Infografiken

Infografiken sind ein mächtiges Werkzeug. Sie fassen Inhalte visuell zusammen. Der Nutzer kann komplexe Zusammenhänge so schneller erfassen. Sie lösen schneller eine Reaktion bei den Nutzern hervor als textliche Inhalte und binden die Aufmerksamkeit der Nutzer.

Als KommunikatorInnen bedarf es oft klar verständlicher  Lösungen zur Aufbereitung von Inhalten für das Netz. Stephanie Kowalski hat sich in ihrer Reihe zum Thema “Visuelle Kommunikation” unter anderem mit Infografiken beschäftigt. Sie erklärt, wie sich Infografiken verstehen und erstellen lassen und warum Infografiken ein sinnvolles Werkzeug für den Einsatz im Social-Web sind. Wir finden ihre Sammlung an Tipps und Tools sehr interessant und hilfreich.

Profi-Tipps für bloggende PR-Studierende – Teil 2

Wie wollen wir die PR-Fundsachen weiter entwickeln? Diese Frage haben wir uns als neue Redaktion als erstes gestellt. Und: Wie positionieren wir unser seit 2005 bestehendes studentisches Blog in der sich stetig wandelnden und wachsenden PR-Blog-Landschaft?

Deshalb haben wir unsere LeserInnen gefragt. Im ersten Teil unserer dreiteiligen Reihe ging es um die Bedeutung von PR-Blogs. Jetzt wollen wir wissen, welche Empfehlungen unsere LeserInnen für uns haben und was sie inhaltlich auf einem studentischen Blog interessiert.

Für eine ausführliche Lektüre von PR-Blogs bleibt im Arbeits- und Studienalltag oft nicht so viel Zeit – das haben wir bereits gelernt. Über Social Media stoßen unsere LeserInnen auf interessante Blogs, die ihnen aktuelle und meist detaillierte Darstellungen von Themen aus der Branche bieten. Sie nutzen Blogs, um up to date zu bleiben, sich inspirieren zu lassen und zu erfahren, welche Meinungen andere teilen. Generell schätzen sie Blogs mit gut ausgearbeiteten Infos zu aktuellen Branchenthemen und mit persönlichen Blickwinkeln und Meinungen.

Wodurch reizt ein studentisch geführtes PR-Blog?

Wir wollen von PraktikerInnen und Studierenden wissen, welche Aspekte der PR-Landschaft wir auf unserem studentischen Blog noch beleuchten können und was sie gerne bei uns finden würden. Wir haben zahlreiche, sehr aufschlussreiche Antworten erhalten, für die wir sehr dankbar sind.

 

Tapio Liller (Managing Partner bei der PR-Agentur Oseon): Als Arbeitgeber interessiert mich immer die studentische Perspektive auf unsere Branche. Mit welchen Hoffnungen und Erwartungen studiert man heute PR und Kommunikation? Was bewegt die künftigen Kommunikationsprofis, was motiviert sie, was treibt sie an? Das sind Aspekte, die ein studentisches Blog gut beleuchten kann. Wenn dann noch der Realitätscheck mit Praktikern dabei ist, wird’s eine runde Sache.

 

Katharina Klahold (Studentin im Master Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover): Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass es viele (studentische) Meinungen zu den aktuellen Themen, die die Branche umtreiben gibt. Dann entsteht kein farbloser Einheitsbrei. Vor allem, wenn man aus Studierendensicht schreibt, muss man auch mal subjektiver sein, mehr Meinung haben. Es gibt viele Themen, die heiß diskutiert werden. Ich glaube, es kann sehr spannend sein, sich dort auch einmal einzumischen oder zumindest den Studierenden einen Überblick zu geben. Eure Meinung und das damit verbundene Wissen ist ja bloß, weil sie von Studierenden kommt, nicht wertlos, sondern vor allem eine Bereicherung. Davon profitiert nicht nur der universitäre Austausch, sondern auch der in der Praxis.

 

Daniel Rehn (Senior Digital Trend Scout in der Kommunikationsagentur achtung!): Die PR-Fundsachen haben sich in den letzten Jahren ebenso wie die gesamte Blog-Landschaft weiterentwickelt. Das ist eine gesunde Veränderung, die es auch braucht. Was aber immer geblieben ist: Den Studierenden ist ein Ort gegeben, an dem sie sich (erstmals) fachlich und sachlich öffentlich mit Kommunikationsthemen auseinandersetzen und die Gelegenheit bekommen ihrerseits Diskussionen anzustoßen. Wenn der Beitrag der PR-Fundsachen sich am Ende dadurch auszeichnet, dass es zum einen frische, neue Blickwinkel und Betrachtungen bekannter wie auch aufkommender Themen gibt, zum anderen aber auch die Hemmungen genommen werden, öffentliche Diskurse anzukurbeln, dann ist das schon sehr viel wert. Und wer weiß, zu was dieser so entwickelte Mut am Ende für die PR und Kommunikationsbranche als solches führt…?

 

Jan Reinholz (Student im Master Communication Management an der Universität Leipzig): Studentische PR-Blogs haben aus meiner Sicht drei Stärken. Erstens können sie das Feld aus einem studentischen Blickwinkel betrachten. Gerade bei Themen, bei denen es um Nachwuchskräfte, Generationenwandel oder Digitalisierung geht, kann es hilfreich sein, im Kosmos der Vielzahl an Branchenmedien auch die Stimme von Studierenden zu hören. Zweitens verfügen Studenten über aktuelles Hochschulwissen und haben dies häufig schon durch Praktika, Nebenjobs oder Werkstudententätigkeiten reflektiert. Gerne profitiere ich von Erfahrungen, die andere in ähnlicher Position schon gemacht haben. Drittens schließlich können Studierende experimentieren. Sie sind nicht einer Organisation verpflichtet, haben keine langen Abstimmungswege und können ganz frei und mit Mut zu Fehlern neue und innovative Themen, Formate und Darstellungsformen angehen.

 

Stephanie Tönjes (Senior Communications Manager bei der Telekom): Gerade Berufsanfänger und Berufseinsteiger prägen die Kommunikation von morgen. Mich interessiert der frische und oft auch noch unvoreingenommene Blick auf die PR-Branche. Welche neuen Wege werden wir zukünftig in der Kommunikation gehen? Genau diese Aspekte würden mich besonders interessieren. Zudem fände ich Tipps von Studierenden für Studierende sehr spannend. Oder auch: Welche Inhalte werden heutzutage in einem PR-/-Journalismus-Studium vermittelt, welche Inhalte verlieren heutzutage eher an Relevanz?

Unser Learning: Studentische Perspektive und Einblicke in den Hochschulalltag

Wir merken, dass unsere LeserInnen an unserer studentischen Perspektive auf die Branche interessiert sind. Sie möchten erfahren, was uns interessiert und was wir zu aktuellen Themen denken. Wir sollten also unsere studentische Meinung selbstbewusst einbringen und uns trauen, mehr aus unserer Perspektive zu kommentieren. In unserer Rubrik “DRILLLINK” versuchen wir, das bereits umzusetzen. Unser frischer Blick auf die verschiedensten Themen ist gefragt. Dieser Blog ist dafür ein guter Ort, um sich uneingeschränkt durch Vorgaben oder Richtlinien auszuprobieren. Dabei sind auch Experimente erlaubt. In unserer Rolle als Lernende können wir uns ausprobieren und so als neue Generation der KommunikatorInnen neue Wege gehen.

Des Weiteren sind Einblicke in unseren Hochschulalltag sehr erwünscht. Was lernen wir und wo setzen wir es ein? Durch zahlreiche praktische Anwendungen unseres Hochschulwissens in Werkstudentenstellen und Praktika haben wir die gelernten Inhalte reflektiert und können unsere Erkenntnisse mitteilen.

Wie seht ihr das? Was würde euch auf unserem Blog verstärkt interessieren? Schreibt uns einen Kommentar!

Im nächsten Teil werden wir uns mit den No-Gos für unseren studentischen Blog auseinandersetzen und unsere Erkenntnisse aus drei Fragen und 15 Antworten zusammenfassen. Des Weiteren wollen wir Rückschlüsse aus den Antworten, für die Positionierung der PR-Fundsachen ziehen.

 

tl;dr

Die PR-Fundsachen haben PraktikerInnen aus Agentur und Unternehmen sowie Studierende gefragt, wo sie die Stärken unseres studentischen PR-Blogs sehen und welche Inhalte sie gerne lesen würden. Unsere LeserInnen empfehlen uns, unsere studentische Perspektive stark einzubringen und unseren frischen Blick auf die Branche zu teilen. Außerdem interessieren sie sich für Einblicke in unseren Hochschulalltag – also für das, was wir heute in den Hochschulen vermittelt bekommen.

 

Profi-Tipps für bloggende PR-Studierende – Teil 1

Als studentisches PR-Blog gibt es die PR-Fundsachen bereits seit 2005. Jetzt, 2018, dürfen wir die Länge unseres Bestehens also zum ersten Mal in Ziffern schreiben: 13 Jahre. Doch seitdem hat sich natürlich einiges geändert. Verschiedene Plattformen machen das Bloggen und Vernetzen heute leichter als je zuvor. Unternehmen setzen Corporate Blogs gezielt als Kommunikationsinstrument ein. Und berühmte BloggerInnen sind als Testimonials hoch begehrt.

Wir fragen uns deshalb: Wo ist unser Platz in der zunehmend komplexer werdenden Bloglandschaft? Wir sind uns sicher, dass es nicht reichen wird, diese Frage nur für uns im “stillen Kämmerchen” zu beantworten. Viel wichtiger ist, mit unseren LeserInnen – hauptsächlich PR-Profis, Alumni und Studierende – ins Gespräch zu kommen und ihre Erwartungen besser kennenzulernen.

Hauptstadt der Bloglandschaft

Denn gerade die Kommunikationsbranche ist praktisch die Hauptstadt der sowieso schon wuseligen Bloglandschaft. Agenturen und Beratungen nutzen Blogs, um Projekte aus ihrer täglichen Praxis zu zeigen, Stellung zu Branchenentwicklungen zu nehmen oder einfach ihr Skill-Set zu präsentieren. Klassische Ziele sind dabei, die Kundenakquise voranzutreiben und eine spezifische Positionierung im weit verzweigten Markt der Kommunikationsdienstleister zu erreichen. Und auch einzelne
KommunikationsexpertInnen schreiben Artikel, in denen sie ihr Know-How weitergeben oder ihre Meinungen und Erfahrungen teilen. Das Stichwort ist hier Networking – für mich eine Mischung aus spezifischer Positionierung und der Steigerung der persönlichen und fachlichen Bekanntheit bei möglichen Sparringspartnern, Kunden oder Arbeitgebern. Deshalb kann Networking für Studierende bereits im Studium sehr hilfreich sein. Nicht verwunderlich ist es da, dass die meisten
Kommunikationsstudiengänge mittlerweilen aktiv bloggen (Grüße an unsere KommilitonInnen z.B. in Hohenheim, Mainz und Lingen und natürlich auch an alle anderen). Wir sehen also, in der Hauptstadt der Bloglandschaft ist Einiges los. Wie können wir von den PR-Fundsachen dazu in Zukunft weiterhin Interessantes beisteuern?

In unserem ersten Artikel haben wir uns dazu schon Gedanken gemacht – herausgekommen ist ein Leitbild, das auf zwei wesentlichen Markenzeichen aufbaut: die Kommentare aus unserer studentischen Sicht und die Dialoge, die wir sowohl nach innen als auch außen hin führen wollen. Mit unserem persönlichen Bezug zum Studiengang Onlinekommunikation (#onkomm), verschiedenen DozentInnen aus Theorie und Praxis und den vielen Veranstaltungen mit hochkarätigen Gästen bietet sich für uns am Mediencampus Dieburg auf jeden Fall das richtige Umfeld, um kommentierende und dialogische Inhalte zu erschaffen. Soweit zu unserer Sicht. Doch liegen wir damit gut? Oder anders gefragt: Interessiert das unsere LeserInnen auch?

Wie PR-Profis Blogs nutzen

Um das herauszufinden, haben wir PR-PraktikerInnen aus Agenturen und Unternehmen ebenso wie andere Studierende ganz offen gefragt: What’s hot, what’s not? In drei Themenbereiche gegliedert wollten wir in Interviews herausfinden, was ihre Idee von einem studentischen PR-Blog ist und welche Erwartungen sie an einen solchen haben. Wir sind sehr dankbar, dass sich dafür einige ExpertInnen und KommilitonInnen soviel Zeit genommen haben und uns so in der Weiterentwicklung der PR-Fundsachen unterstützen. Beginnen werden wir in diesem ersten Teil der Serie “Quo vadis, PR Fundsachen?” nun mit der etwas allgemeineren Frage, welche Relevanz PR-Blogs für LeserInnen haben und wie sie PR-Blogs nutzen:

Wie oft lesen Sie eigentlich PR-Blogs und inwiefern helfen Ihnen PR-Blogs in der täglichen Praxis bzw. im Studienalltag?

 

Tapio Liller: Offen gestanden inzwischen leider viel zu selten. Zwischen Beratungsmandaten, Agenturmanagement und Neugeschäftsakquise bleibt zu wenig Zeit. Meinen Mix an Fachinformationen ziehe ich vor allem aus Twitter. Darüber lande ich dann schon immer mal auf PR-Blogs, aber systematisch ist das nicht mehr.

Tapio Liller ist Managing Partner der PR-Agentur Oseon und hat langjährige PR-Erfahrung – insbesondere an der Schnittstelle von Technologie und Wirtschaft. Im Rahmen der Initiative #30u30 engagiert er sich für Kommunikationsnachwuchs.

 

Katharina Klahold: Ich lese recht häufig PR-Blogs. Sei es nun das, was mir via Twitter und Co. zufällig vor die Augen kommt oder sogar Blogs von einzelnen Studierenden. Die PR-Fundsachen verfolge ich aber auch, sowie die regelmäßigen Veröffentlichungen der verschiedenen Studierendeninitiativen – hier lese ich seit Jahren wirklich fast alles. PR-Blogs helfen mir vor allem indirekt in meinem Studium. Sie ergänzen mein Studium, egal ob damals meinen Bachelor in Münster oder jetzt den Master in Hannover.

Man baut sich sozusagen „PR-Allgemeinbildung“ auf. Branchenwissen ist immer nützlich – sowohl auf wissenschaftlicher, als auch auf praktischer Seite.

Katharina Klahold studiert im Master Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover. Zuvor hat die 23-Jährige einen Bachelor in Kommunikationswissenschaft an der WWU Münster mit Schwerpunkten im Bereich PR und Marketing erworben. Zurzeit ist sie als stellvertretende Vorsitzende des PRSH e.V. für die Kommunikation der Initiative zuständig.

 

Daniel Rehn: Blogs gehören für mich immer noch zur täglichen Lektüre. Das betrifft zum einen Blogs, die für mich von fachlicher Relevanz sind, aber eben auch autoren- und themengetriebene Blogs, die gerade aus meinem Interesse an Blogger- und Influencer-Relations zu meinen „Must Reads“ gelten, um auf dem Laufenden zu bleiben. Im Gesamtbild sind Blogs die Schauplätze, an denen Gedanken Raum bekommen, um sich entfalten zu dürfen, zu inspirieren und neue Denkprozesse anzuschubsen.

Daniel Rehn ist Senior Digital Trend Scout in der Kommunikationsagentur achtung! und hat früher selbst für die PR-Fundsachen geschrieben, wo er auch für das Redaktionsmanagement zuständig war. Nach seinem Abschluss als Diplom-Onlinejournalist am Mediencampus ging es die Nord-Süd-Achse entlang – von Darmstadt nach München und dann nach Hamburg.

 

Jan Reinholz: Obwohl viele Blogs spannende Themen bereithalten, bleibt im Alltag neben dem Verfolgen der tagesaktuellen Berichterstattung häufig kaum Zeit, sich tiefergehend mit PR-spezifischen Themen auseinanderzusetzen. Deshalb sind PR-Blogs für mich leider keine Lektüre für jeden Tag. Durch Facebook, Twitter und Co. bleibt man aber doch immer im Bild, welche Themen die Branche gerade beschäftigen. Für das Studium sind Blogs deshalb vor allem dafür zu gebrauchen, um Infos zu aktuellen Branchenthemen oder spezifischen Inhalten mit einer Perspektive aus der Praxis zu erhalten. Zu neuartigen Trends im Kommunikationsbereich gibt es häufig keine wissenschaftliche Literatur, weshalb gerade Blogs eine hilfreiche Informationsquelle darstellen.

Jan Reinholz kommt ursprünglich aus Osthessen. Nach dem Bachelor in Public Relations an der Hochschule Hannover zog es den 24-Jährigen an die Universität Leipzig zum Master-Programm Communication Management. Dort ist er neben dem Studium am Center for Research in Financial Communication tätig.

 

Stephanie Tönjes: Recht regelmäßig, mindestens einmal pro Woche schaue ich in die Welt der PR-Blogs hinein und informiere mich. Gerade in der Kommunikation ist es wichtig, up to date zu sein, was aktuelle und zukünftige Trends der Branche angeht. Durch Social Media und damit verbunden auch Blogs, halte ich mich auf dem Laufenden. Gerade bei Blogs schätze ich den persönlichen Blickwinkel und oft auch subjektive Meinungen, die ich in klassischen Artikel eher weniger vorfinde. Oft gibt es beim Thema PR kein richtig oder falsch – vielmehr geht es auch um Best Practice-Beispiele und um das „Wie habt ihr das denn gemacht?“ Genau diese Aspekte finde ich auf PR-Blogs.

Stephanie Tönjes ist Senior Communications Manager und seit mehr als zehn Jahren in der Unternehmenskommunikation der Telekom tätig. Sie bloggt selbst und setzt sich im Rahmen des Netzwerks Global Digital Women insbesondere für die Stärkung von Frauen im digitalen Umfeld ein. Auch ihr liegt der Kommunikationsnachwuchs sehr am Herzen.

Unser Learning: Zeitprobleme und Meinungsstärke

Für einen Zwischenstand können wir also schon Einiges festhalten: PR-Blogs werden in der Branche durchweg geschätzt. Das Nutzungsmotiv hört man bei all unseren InterviewpartnerInnen gut heraus: Sie möchten auf dem Laufenden bleiben. Im Alltag bleibt aber wohl insgesamt zu wenig Zeit, um das verwobene Netzwerk aus Blogs wirklich systematisch durchzuarbeiten. Deshalb sind vor allem Social Media die Hauptpforte zu Blogs. Hier stößt man schon beim Scrollen unkompliziert auf interessante Inhalte, die man dann weiterverfolgen kann – wenn man denn möchte. Inhaltlich schätzen unsere InterviewpartnerInnen vorrangig meinungsstarke Artikel, die bei ihnen mit persönlichen Gedankengängen und Perspektiven punkten können.

Im zweiten Teil knüpfen wir hier an und möchten wissen, welche konkreten Inhalte ein studentisches Blog auszeichnen können. Vorher würde uns aber natürlich auch Eure Meinung interessieren: Wie seht Ihr die Bloglandschaft zurzeit und welche Beziehung habt ihr noch zu Blogs? Ihr erreicht uns dazu wie immer über unsere Social-Media-Kanäle.

 

tl;dr

Die PR-Fundsachen führen eine dreiteilige Befragung ihrer LeserInnen durch, um sich im Blog-Markt der Kommunikationsbranche noch stärker als studentisches Blog zu positionieren. Im ersten Teil der Interviews fanden wir heraus, dass unsere LeserInnen PR-Blogs zwar prinzipiell für ihren individuellen Blickwinkel auf die Branche schätzen, aber oftmals einfach nicht genügend Zeit haben, um sich im Detail mit den Inhalten zu beschäftigen. Der Zugang zu Blogs erfolgt daher meist “by the way” über Social Media.

 

re:publica, Klaus Kocks, Berufsethos: Diese Woche im DRILLLINK

 

Die Branche erlebte in vielerlei Hinsicht eine bewegte Woche, was auch die neue Ausgabe des DRILLLINK widerspiegelt. Aber lest selbst:

 

I. re:publica vs. Bundeswehr

Nachdem die Organisatoren der re:publica die deutsche Bundeswehr von der diesjährigen Veranstaltung ausgeschlossen hatten, reagierte diese mit ihrer eigenen PR-Aktion. Dem „Verbot“ zum Trotz zeigte die Armee dennoch provokant ihre Präsenz – mit einem eigenen Stand vor dem Eingang der Veranstaltung.

Die unschöne Situation hätte aber auch von Seiten der re:publica vermieden werden können. Was uns aus Kommunikatorensicht fehlt, ist eine Antwort auf die simple Frage: Was genau rechtfertigt den Ausschluss der BW? Die Rede ist davon, dass Uniformen auf der Digitalmesse „grundsätzlich nicht erwünscht“ seien. Zudem wolle man „vergifteten Ideologien“ (Johnny Haeusler, Mitveranstalter) keine Bühne bieten. Worin genau diese bestünden, wurde leider nicht ganz klar. Ein weniger angriffslustiges und sachliches Statement seitens der re:publica-Organisatoren hätte die Situation wohl diplomatischer klären können.

Dennoch lässt sich die Bundeswehr hier unnötig provozieren. Auf einer zivilen Veranstaltung ohne Uniform aufzutreten, hätte der Truppe sicherlich keinen Zacken aus der Krone gebrochen. So blieb aber nur, die eigene PR-Mission vor den Türen der Messe zu starten. Ein solches Verhalten wiederum lässt Zweifel daran aufkommen, ob es der Bundeswehr mit einer offiziellen Teilnahme an der Veranstaltung und am sachlichen Diskurs jemals ernst war.

Den Ausschluss – ob gerechtfertigt oder nicht – hätte die Bundeswehr unserer Meinung nach trotzdem respektieren sollen. So bleibt nur der bittere Nachgeschmack einer infantilen Aktion, welche höchstens beiderseitige Ressentiments stärkt und in einer breiten Öffentlichkeit läuft. Im Zusammenhang mit der re:publica, die Menschen zusammenführen möchte und Offenheit zelebriert, erscheint das besonders unpassend. Beide Seiten hätten hier professioneller reagieren können.

 

II. Klaus Kocks’ scharfe Kritik am PR-Preis der DPRG

Nach der Kritik an der Verleihung des PR Preises der DPRG vom PR-Journal, meldet sich dort nun auch PR-Urgestein Klaus Kocks in einem Leserbrief zu Wort. Gewohnt sprachgewaltig kritisiert er, was den Abend seiner Meinung nach zu einer „wohl peinlichen Award-Verleihung“ machte.

Zum einen prangert er die Abwesenheit jeglicher politischer Statements im Rahmen der Veranstaltung an. Auch hätten – bis auf ein oder zwei Ausnahmen – die geehrten Projekte schlicht zu wenig „Gewicht“. Nicht zuletzt sei es gegen die Berufsehre der PR, sich für seine Arbeit gegenseitig zu rühmen.
Vor allem dem letzten Argument stimmen wir zu. Auch aus studentischer Sicht fällt auf: die Selbstinszenierung innerhalb der PR-Branche wirkt von außen teilweise überzogen.

 

Tim Bartelsen: „An Cases kann man als Studierender viel lernen – dafür müssen diese nicht mal ein bestimmtes „Gewicht“ mitbringen. Dass die Cases aber im Rahmen einer Gala vorgestellt werden müssen, erschließt sich mir nicht ganz.“

 

Zusammenfassend handelt es sich aus unserer Sicht um einen lesenswerten Kommentar. Nicht nur, weil angebrachte Kritik vorgebracht wird, sondern auch, weil diese sprachlich gewandt formuliert wurde.

 

III. „Ich kann nicht Vertrauen von Journalisten einfordern, wenn ich sie bescheiße.“ – Martin Brüning im Interview

Über Berufsethos und Haltung spricht Martin Brüning, Kommunikationschef bei Rewe, in einem Interview mit prreport.de.

Er betont die Wichtigkeit eines „Ethos der Wahrhaftigkeit“ für PR-Praktiker. Positive Botschaften durch Storytelling in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig der „Wahrheit verpflichtet zu sein“, widerspreche sich nicht. In Zeiten, in denen das Vertrauen der Bevölkerung in Institutionen, Unternehmen und die Medien schwindet, halten wir diesen Aufruf für besonders wichtig. Denn Vertrauen gewinnt man mit Wahrheit und Verlässlichkeit.
Brüning betont: Dabei müsse man sich auch klar gegen diejenigen in Unternehmen stellen, die PR als Kontrolle der Pressestimmen sehen. Vielmehr skizziert er Pressearbeit als ein Geben und Nehmen. Wer Vertrauen durch Journalisten einfordert, aber selbst nicht vertrauenswürdig handelt, wird keinen Erfolg haben.

Gerade für uns Nachwuchskräfte ein lesenswertes Interview, das auch die große Verantwortung im Bereich PR ins Bewusstsein ruft.

 

Echo, WhatsApp, Startup: Diese Woche im DRILLLINK

Der DRILLLINK ist ab sofort auch mit Meinungsstärke zurück! Jeden Freitag durchleuchten wir aktuelle Themen und geben unseren Senf dazu. Diese Woche schallt das Echo gleich dreifach zurück.

 

I.Worst Practice der Krisenkommunikation beim Echo

Nach dem Skandal rund um den Musikpreis Echo wird dieser nun als Reaktion auf den öffentlichen Druck hin sogar abgeschafft. Uwe Kohrs beleuchtet im pr-journal, dass vor allem auch die verfehlte PR und mangelndes kommunikatives Management Schuld daran trägt.
Unsere Meinung: treffend geschriebener Kommentar, der das schwache Krisenmanagement beim Echo aufzeigt. Denn nicht die aus ethischen Gründen grenzwertige Prämierung alleine sorgte für den Skandal, sondern auch der öffentliche Umgang mit der Verfehlung bei der Preisvergabe. Eine klare Haltung seitens der Echo Verantwortlichen zum Thema suchte man vergebens.
Leider musste dadurch nicht nur der Echo alleine einen Imageschaden hinnehmen. Verfolgt man Artikel und zugehörige Kommentare zum Thema, so vermisst man oftmals eine ausgewogene und zielführende Diskussion. Das Ergebnis der Angelegenheit: Rap als gesamtes Genre steht nun unnötigerweise bei vielen im Verruf, während die Befürworter entsprechender Texte und Botschaften wohl kaum zum Nachdenken angeregt wurden – ganz im Gegenteil. Schade, dass eine eigentlich sehr wichtige öffentliche Diskussion aufgrund verfehlter PR nun sehr unsachlich geführt wird.

 

II. WhatsApp und Storytelling

Eine Linkempfehlung muss nicht tagesaktuell sein, wenn der Artikel auch heute noch interessant ist. Also: Im Dezember griff die Heilbronner Zeitung Stimme.de zu einem bisher selten genutzten Kommunikationskanal – zumindest für eigene journalistische Berichterstattung: anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Heilbronns berichtete die Redaktion über den Tag verteilt per WhatsApp über die Ereignisse, die sich am 4. Dezember 1944 in Heilbronn ereignet haben.

Interessante Hintergründe über die Realisierung eines solchen Storytelling-Projekts bietet der #DIGILAB Blog. Unsere Meinung: Die Idee, Interessierten mit einigen kleinen Nachrichtenbausteinen die Geschehnisse von damals noch einmal live miterleben zu lassen, erscheint uns sehr innovativ. Das Echo der LeserInnen war denn auch groß und durchweg positiv. Die Zielgruppe wird im Alltag erreicht. Von dieser modernen journalistischen Variante des Storytellings kann auch die PR-Branche in Zukunft lernen. WhatsApp gilt es hierbei als relevanten Kommunikationskanal zu erschließen. Gerade die direkte Interaktion mit Einzelpersonen, kann – richtig eingesetzt – ja sehr effektiv sein. Einige Herausforderungen müssen von Praktikern allerdings bezwungen werden: mangels automatisiertem Tool musste die Redaktion jeden Kontakt, der sich für die Aktion anmeldet, händisch in das Adressbuch und anschließend in die entsprechende Broadcast-Liste zum Versenden der Nachrichten, eintragen. Das kostet Zeit und Nerven.
Zudem stellt sich die Frage, wie PR-Praktiker die optimale Kommunikation auf einem “neuen” Kanal wie WhatsApp gestalten sollten und was Rezipienten dort anspricht. Anhaltspunkte bieten Aktionen wie bei Daimler, als eine junge Mitarbeiterin einen Tag lang aus ihrem Arbeitsalltag per WhatsApp berichtet hat – die Frage ist nur, warum man nach solchen Beispielen mit der Lupe suchen muss. Ignoriert die Branche einen der wichtigsten Digitalkanäle? Vielleicht erfahren wir ja beim Content Strategy Camp (#cosca18) mehr dazu.

 

III. Der PR-Stunt von Savedroid 

“Was geht denn hier ab?” Dieser Satz muss wohl einigen Savedroid-Enthusiasten durch den Kopf geschossen sein. Denn der CEO von Savedroid hat am 18. April einfach mal einen Exit-Scam durchgeführt. Dabei verschwindet das Unternehmen mit den Geldern der Kunden und Investoren von der Radarfläche. Es handelt sich also um schwersten Betrug. Besucher der Website des Frankfurter StartUps wurden bis zum nächsten Tag lediglich vom “AAAAND IT’S GONE”-Meme begrüßt. Savedroid ist eine App, deren Hauptfunktion dem smarten Sparen gewidmet war. Mittlerweile setzt das StartUp in der Kommunikation und Entwicklung hauptsächlich auf savedroid ICO. Ganz nach der “give the power to the people”-Manier will Savedroid dem Otto-Normalverbraucher die komplexen Kryptowährungen schmackhaft machen. Es geht also um Investitionen und damit auch um Vertrauen.

Bisher sammelte das Frankfurter StartUp 40 Millionen Euro ein. Mit dem Fake-Exit-Scam dürfte das Vertrauen der Nutzer nicht wirklich gestiegen sein. Ein Tag und drölf Shitstormposts später erscheint ein Video. Gründer Yassin Hankir erklärt die Intention hinter dem PR-Stunt. Die Aktion sollte darauf aufmerksam machen, wie schnell so ein Exit-Scam passieren kann. Gar nicht mal so übel. Über die Umsetzung lässt sich dennoch streiten. Der Blockchain-Bundesverband e. V. distanziert sich in einer öffentlichen Stellungnahme vom Savedroid PR-Stunt. Für ein StartUp, das sich klar und deutlich im Bereich Blockchain positioniert, ist das wohl ein fatales Echo.

 

 

 

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