Berthold Brecht hätte am Internet und vor allem an den Weblogs seine Freude gehabt! Er träumte schließlich schon 1932 in einer Rede zur „Funktion des Rundfunks“ davon, dass damals neue Medium „aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat“ zu verwandeln und den „Hörer zu einem Lieferanten“ werden zu lassen. Was letztlich an den technischen Voraussetzungen scheiterte, wird mit dem Internet möglich und durch die Weblogs zu einem weiteren, neuen Höhepunkt gebracht: Jeder kann am medialen Geschehen teilnehmen, jeder kann mitgestalten, seine Meinung und sein Wissen einbringen.
Veröffentliche Beiträge in “Gesellschaft & Medien”
Entwicklungen in Gesellschaft und Medien mit PR-Bezug
Wie kann man sich gegen Angriffe aus der Blogosphäre zur Wehr setzen? Das ist ein Thema, das in Zukunft noch viele PR-Fachleute beschäftigen wird.
Von Hasstiraden über bestimmte Produkte oder den Service bis hin zu direkten Angriffen gegen die Unternehmensführung: PR-Abteilungen sehen sich mit einer Vielzahl von neuen Kriegsschauplätzen in Form von Blogs konfrontiert. Was sollte man auch Anderes erwarten von einer Technologie, die jedem die Möglichkeit (und die Zuhörer) gibt, seinen Senf abzugeben. Open-Source Journalismus bringt nun mal die Zyniker auf die Bühne der Meinungsbildung.
Was kann man als PR-Fachmann dagegen tun?
Der Siegeszug von PR bedeutet den Untergang für die freie Meinungsbildung. Jeder von uns kennt diese sinnlose Debatte, aber eine richtige Lösung hat noch niemand gefunden.
Tom Murphy von PR Opinions hat sich auf seinem Blog Gedanken dazu gemacht, wie man Verständnis und Vertrauen in unsere Arbeit fördern kann. Dafür greift er zunächst fünf Punkte von Richard Edelmann auf:
- Wir müssen die Vielseitigkeit von PR zeigen
- Wir müssen Transparenz fördern
- Wir müssen gegen falsche Anschuldigungen kämpfen
- Wir müssen uns gegen unmoralische Praktiken wehren
- Wir müssen mit einer Stimme auftreten
Wie sehr eine Werbe- und PR-Kampagne in die Hose gehen kann, sieht man derzeit an einem Beispiel aus Schweden: Eine Menschenrechtsgruppe beschuldigt den Eiskremhersteller GB Glace, ein Tochterunternehmen der britischen Unilever, seine Anzeigen für das neue Nogger Black seien von rassistischen Motiven geprägt.
Das Unternehmen Apple mag eines der erfolgreichsten und wahrscheinlich beliebtesten Unternehmen der letzten Jahre sein, doch in Sachen Außenwirkung haben Apple und Chef Steve Jobs einiges an Nachholbedarf.
Nach der Klage gegen einen 19-Jährigen Hobby-Journalisten und Apple-Fan verbannt Apple jetzt alle Bücher eines Verlages aus seinen Läden, der eine unautorisierte Steve-Jobs-Biographie veröffentlichte.
Was macht man, wenn das Thema "Kapitalismuskritik" auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist und man Luxus-Autos herstellt? Entweder man taucht ab, oder man springt auf - so wie Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.
In einer Studie für Verbraucherministerin Renate Künast hat die Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (Sofia) der FH Darmstadt festgestellt, dass Werbung für Kinder-Lebensmittel häufig über die Stränge schlägt: Dazu gehören falsche Versprechen, mangelnde Transparenz und - nicht selten - auch Verstöße gegen die Richtlinien des Deutschen Werberates.
Schleichwerbung und Stimmungsmache in Foren und Chats. Eine Überraschung sollte es für niemanden gewesen sein. Es war schließlich nur eine Frage der Zeit, bis die Wirtschaft sich diese neuen Treffplätze im Internet zu Nutze machen würde.
Nun gab erstmals eine Werbeagentur zu, sich als privater Internet-Nutzer getarnt zu haben, um in einem Online-Forum für Klingeltöne zu werben. Auftraggeber sei dabei ein großer Mobilfunk-Anbieter gewesen. Doch nicht nur Werbung stand auf der Tagesordnung: Die Agenturmitarbeiter betrieben auch gezielte Stimmungsmache gegen Konkurrenzprodukte ihres Auftragsgebers.
