Exklusives Interview mit einem der Erfinder der Content Service Plattform Contentpepper

Marc Czieslick,  einer der Geschäftsführer von App&Web Multikanal Marketing und den Erfindern  von Contentpepper, präsentierte uns Mitte November den Schlüssel zu einer erfolgreichen .Content Marketing Strategie: eine Content Service Plattform. Das junge Unternehmen (Gründung 2013) mit Sitz in Köln und Münster. Mit einem Team von 24 Mitarbeitern entwickeln sie kontinuierlich an der Zukunftsfähigkeit von Content-Marketing-Strategien.

Was ist eine Content Service Plattform? Diese Informationen findest du in meinem letzten Blogpost. Link zu „Vom Content Chaos zur innovativen Content Service Plattform“.

In einem Interview erzählt uns Marc die Hintergründe von Contentpepper und welche Mission sie verfolgen. Auch für Kunden mit kleinem Budget ist eine Lösung in Planung.

Auf der „Über Uns“-Seite von Contentpepper ist die Rede von „Pain Points“. Was waren die ausschlagenden Punkte zur Gründung Eurer Geschäftsidee?

Wir, die beiden Gründer von Contentpepper, waren bei einem CMS-Hersteller angestellt und haben bemerkt, dass der Markt mehr als die Funktionen benötigt, die ein klassisches CMS bietet. Insbesondere die steigende Anzahl an Marketingkanälen war mit den damals vorhandenen Systemen nicht gut zu verwalten.

Wie lautet die Mission von Contentpepper und welchen Nutzen trägt die Gesellschaft von Content-Service-Plattformen?

Technisch tragen Content Service Plattformen zur Reduzierung von Komplexität bei. Gleichzeitig wird dadurch die Effizienz von Redakteuren und Mitarbeitern im Marketing gesteigert.

Ein wichtiger Faktor für die Etablierung von einer Content-Service-Plattform ist das verfügbare Budget der Kunden. Was ist Euer Go-To-Paket für Kunden mit kleinem Budget?

Aktuell starten unsere Enterprise-Pakete in der Größenordnung von 12.000 Euro im Jahr. Unser Durchschnittskunde zahlt zwischen 25.000 Euro und 30.000 Euro. Aktuell sind wir in der Planungs- und Konzeptionsphase, um Contentpepper auch als Cloud-Service anzubieten. Ziel ist es, Enterprise-Funktionen auch für wenige hundert Euro im Monat auf dem Markt zu platzieren.

Contentpepper ist Gewinner des „Innovationspreis-IT – Initiative Mittelstand 2018“ im Bereich CMS. Was hebt Euch von der Konkurrenz ab?

Es gibt auf dem Markt viele Einzellösungen, die ein Problem bzw. einen Use Case im Marketing- und Kommunikationsprozess bedienen. Wir haben es geschafft, diese Use Cases in Form von Content Services auf einer zentralen Plattform modular anzubieten. So kann sich jeder Kunde passgenau seine Kommunikations- und Marketingplattform zusammenstellen. Von klassischen Websites über Social-Media-Anbindung bis hin zur App für iOS und Android stehen Lösungen zur Verfügung und können dann zur Lead-Generierung, für das Content Marketing etc. genutzt werden.

Ihr arbeitet unter anderem mit künstlicher Intelligenz, viele sehen das Thema skeptisch. Wie würdest Du diese von KI überzeugen?

Wir haben schon heute eine Lösung in unserer Plattform, die den Content basierend auf persönlich vorgenommenen Einstellungen automatisiert, um dem Leser oder dem Nutzer die besten Inhalte zu liefern. Wenn Künstliche Intelligenz diesdurch „Lernen“ noch besser hinbekommt, dann erhalten die Nutzer tatsächlich die gewünschte Information zur richtigen Zeit auf dem richtigen Kanal. Aus meiner Sicht ist dies eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Konsumenten.

Welche Technik-Trends werden sich deiner Meinung nach 2019 etablieren?

Ich glaube, dass wir mit der künstlichen Intelligenz noch ganz am Anfang stehen, aber dass die tatsächliche Umsetzung und der Einzug in den Alltag rasend schnell kommen wird. Hier werden auch im Jahr 2019 schon bemerkenswerte Verschmelzungen von verschiedenen Trends stattfinden. Ich denke da an den weiteren Einzug von Sprachsteuerung über Siri, Alexa & Co. in Verbindung mit virtuellen Realitäten im Haus und am Arbeitsplatz. Wahrscheinlich zeigen uns die Echo-Bildschirme schon bald als VR-Bild, wie das Kleidungsstück an uns aussieht, nach dem ich es gestern gegoogelt habe…

Hast Du abschließende Tipps an uns Studenten im Bereich Onlinekommunikation, um optimal in der neuen Welt durchzustarten?

Ich kann nur empfehlen, jeden Prozess und jedes System, auf das die Studenten treffen, einmal zu hinterfragen. Vieles geht heute besser, schneller und effizienter als noch vor zwei oder drei Jahren. Den Druck der Digitalisierung müssen insbesondere die Studenten in die Unternehmen tragen – dabei viel Spaß!

Vielen Dank an Contentpepper!

Hiermit möchten wir uns recht herzlich bedanken für die Zusammenarbeit mit Contentpepper und die Unterstützung von anstrebenden Studenten im Bereich Online-Kommunikation. Wir freuen uns auf die Umsetzung und Veröffentlichung unserer Content-Service-Plattform und sind gespannt, was uns Contentpepper in Zukunft noch bringen wird.

Wir wünschen Allen ein frohes Fest und besinnliche Feiertage!

 

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Mehr als schöne Bilder: Influencer in der Hotelbranche

,,Nicht noch etwas über Influencer!’’ – Wird sich wohl der ein oder andere denken, der diesen Beitrag lesen wird. Aber warum ist eine Diskussion über dieses Thema auch in der Hotelbranche von Bedeutung? Genau das möchte ich in diesem Beitrag klären und dabei hilfreiche Tipps an die Hand geben.

Die Problematik

Im Laufe der Zeit konnte ich verschiedene Praktika in meist mittelständischen, touristischen Unternehmen absolvieren und habe meist die Anfänge von diversen digitalen Umstrukturierungsprozessen mitbekommen. Dabei ist mir besonders aufgefallen, dass diese Betriebe oftmals kaum oder wenige Kenntnisse im Bereich Social Media aufweisen oder erst am Anfang stehen. Besonders die Hotelbranche hat teilweise Rückstände in der Digitalisierung. Auch vor dem Ressort des Marketings macht diese keinen Halt. Kataloge, Messen und Webseiten gehören schon fast zu den klassischen Mitteln des Marketings. Oftmals fehlt jedoch die Zeit oder die Dringlichkeit, sich für neue Marketingwege zu öffnen. Doch nach und nach müssen auch diese Betriebe in die Zukunft und somit ins digitale Marketing investieren, um den Anschluss nicht zu verpassen.  

Jetzt könnte man sich natürlich fragen, warum Hotels, die starken Umsatz und ausgebuchte Hotels vermerken, den Anschluss verpassen sollten? Ganz einfach: Zufriedenheit und Leistung allein reichen nicht mehr aus. Der digitalisierte Kunde trifft schon längst andere Entscheidungswege.

Die Kriterien zur Entscheidungsfindung gestalten sich heutzutage anders.

Was kommt nach dem zufriedenen Kunden?

Beim Umgang mit Gästen und Kunden wird grundsätzlich auf die Zufriedenheit gesetzt. Dies ist natürlich wichtig und Stammkunden sollten gepflegt werden. Doch vor allem alteingesessene Hotelbetriebe oder Familienbetriebe ruhen sich dabei auf einer ,,Stammgastgeneration’’ aus, die ihre primäre Kundengruppe darstellt. Schön und gut, doch was passiert wenn diese bald nicht mehr da ist? Wie kann ich neue Zielgruppen erschließen, innovativer werden und auch zukünftig meinen Hotelbetrieb gut am Markt positionieren? Digitales Marketing und die dazugehörigen Rezipienten sollten hier eine grundsätzliche Anlaufstelle darstellen. Darunter fällt auch die Zusammenarbeit mit Influencern, vornehmlich aus dem Blogger- oder visuellen Bereich.

Instagram als digitaler Reisekatalog

Ich kann mich noch erinnern, als es damals von meinem Vater bei der Urlaubsplanung hieß: Katalog raus, wir fahren in den Urlaub! Dabei hatte er schon im Vorhinein verschiedene Reisekataloge gehortet, verglich Preise und schaute sich die Hotelbilder an.

Und jetzt? Bevor ich mich für ein Hotel entscheide, suche ich einmal mit einem Hashtag nach dem Urlaubsort sowie nach meinem Wunschhotel auf Instagram. Vorhanden? Bingo! Dabei lasse ich mich von den ästhetischen Bildern berieseln. Mich interessieren besonders die Zimmer und die Poolanlage. Oftmals sind die Hotels, die ich dort finde, mit einem eigenen Instagramprofil vertreten. Doch ich bemerke immer wieder, dass sich unter der Menge an Beiträgen ebenso viele ,,fremde’’, also keine hoteleigenen, tummeln. Influencer posten schöne Bilder und ich denke mir: ,,Ja, ich will auch dahin!” Wenn ich dann noch einen Erfahrungsbericht über das jeweilige Hotel lesen kann, erleichtert mir das meine Entscheidung allemal.

Visueller Content hilft Kunden bei der Entscheidung.

Doch wie können mittelständische Hotelbetriebe mit digitalem Marketing und Influencern Arbeit starten? Genau für diesen Case habe ich eine kleine Checkliste erstellt.

Ich bin keine Expertin. Die Tipps die ich hier gebe, stammen aus meinen eigenen Erfahrungsschätzen, die ich bisher sammeln durfte. Gerichtet sind diese vor allem an den Mittelstand, genauer gesagt an kleinere Hotelbetriebe, die am Anfang ihrer Social-Media Strategie stehen oder schon mittendrin sind.

#1 Die Ist-Situation: Wo will ich hin?

Zuallererst ist es wichtig, sich im Klaren darüber zu sein, auf welchen Kanälen man vertreten sein möchte und welche Kommunikationswege sinnvolle Investitionen wären. Ist überhaupt kein Instagram Account vorhanden und auch nicht geplant, so wäre beispielsweise eine Ausrichtung in Richtung Bloggertum sinnvoll. Konkrete Ziele, Botschaften und Motive sollten schon zum Start festgelegt werden. Auf diesen baut eine Content-Strategie und das dazugehörige Influencer Marketing auf.

#2 Die Reichweite macht’s – aber was ist mit meiner Zielgruppe?

Es kann anfangs verlockend wirken, einen Influencer für sich zu gewinnen, der eine solide Anzahl an Followern hat und den Anschein weckt, eine große Reichweite zu liefern. Doch mitunter können sich dabei auch gekaufte Follower verstecken. Dies gilt es zu überprüfen. Hilfreich kann eine Zielgruppendefinition sein, die eine fehlerhafte Investition schon anfangs relativieren kann. Marketer sollten ihre Kunden wenigstens nach demographischen Merkmale sowie darauf aufbauenden Interessen dieser einteilen. Es bringt nichts, wenn höherpreisige Betriebe mit einem Influencer mit hoher Reichweite zusammenarbeiten, der sich jedoch dem Thema Backpacking und Hostels widmet.

Influencer und ihr Content sollten passend zur Strategie ausgewählt werden.

#3 Hilfreiche Tools

Generell gilt: Auch Influencer Marketing sollte gemanagt werden. Dabei kommen verschiedene Tools in Frage, die bei der Auswahl und Analyse der passenden Influencer oder Blogger helfen können.

Besonders interessant ist dabei der Artikel des Online-Magazines t3n. Interessierte finden dort passende Tools sowie Software zu dem Thema.

#4 Ein schönes Bild am Pool reicht meist nicht

Hotelbetriebe sollten sich im Klaren sein, dass auch im Bereich Social Media Leistungsaustausch und Konditionen schriftlich festgehalten werden. Unrealistische und wenig lohnenswerte Anfragen sollten vermieden werden. Zwei Postings eines kleineren Bloggers mit ,,schönen’’ Instagrambildern rechtfertigt keinen All-Inclusive Urlaub für ihn. Doch auch solche Anfragen können die Hotelbetriebe erreichen. Deshalb sollte beispielsweise die Anzahl der Postings oder die verwendeten Hashtags verhältnismäßig und klar kommuniziert werden. Empfehlenswert ist auch die Konzipierung eines eigenen Hashtags, den der Influencer beim Posten verwendet. Somit kann auch ein Schritt in Richtung Branding gemacht werden.

Hotelbetriebe sollten klare Konditionen schon zu Anfang festlegen.

#5 Influencer als Leads

Effizientes Influencer Marketing kann mit wachsenden Followerzahlen und Aufmerksamkeit potenzielle Leads generieren. Durch einen geplanten Einsatz und Zusammenarbeit mit Influencern können Buchungsanfragen und gleichzeitig die Reputation gefördert werden. Dies kann mitunter ebenso die zukünftige Wirtschaftlichkeit sichern.

Das Fazit

Resümierend sind die hier aufgeführten Tipps nur Empfehlungen. Jedes Unternehmen kann und muss eine individuelle Strategie entwickeln, um die eigenen Ziele erreichen zu können. Folglich können diese Leads oder Reputation darstellen. Im besten Falle umfasst die Strategie beide Aspekte. Influencer Marketing kann unter anderem eine Alternative dafür darstellen.

 

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Die 100 Millionen Challenge

„Im Gegensatz zu vielen anderen hier wollen wir tatsächlich etwas verkaufen“ – Mit diesen Worten leiteten Selina und Max von Mynewsdesk ihre Session beim Content Strategie Camp 2017 in Dieburg ein. Mynewsdesk (im Folgenden MND), eine Plattform für digitale PR mit Hauptsitz in Stockholm, stellt die 100 Millionen Challenge vor. Die beiden Mitarbeiter der Niederlassung in Leipzig erklären, was  Mynewsdesk geschafft hat. Aber was ist die 100 Millionen Challenge? Warum hat man davon so wenig bis gar nichts gehört? Und was meinen die mit 100 Millionen?

Royal PR – Eine Kampagne aus dem Königreich

Die 100 Millionen Challenge wurde von den Londoner MND Kollegen ins Leben gerufen und fand auf der Insel großen Zuspruch. Eine Herausforderung mit einer Earned Media Kampagne 100 Millionen Menschen erreichen: Wie also kann ein mittelständiges Unternehmen mit der Kommunikation so erfolgreich sein? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, fangen wir bei null an.

Früher erzählte man sich spannende Geschichten aus aller Welt am Lagerfeuer. In Zeiten von Web 2.0, Industrie 4.0 und Big Data sieht das anders aus. Man muss die Menschen dementsprechend abholen und mitnehmen. Ziel war es, eine Herausforderung einzugehen, einem mittelständigen Unternehmen mit einer einzigen Geschichte die 100 Millionen „Aufrufe“ zu ermöglichen und dabei moderne Technologien einzusetzen. Und das alles in einem kurzen Zeitraum. Voraussetzung: Das Unternehmen sollte eine coole Message mit entsprechendem Produkt mitbringen, jedoch bereit für purpose-driven communication, also einer zielgerichteten, zweckmäßigen Kommunikation, sein. Max erklärt, dass sie damit weg von der direkten Produktkommunikation und sich mehr zu einem höher gelegenen Ziel bewegen wollen.

Safety First! Zwei Stufen, ein Unternehmen

Moderne Herausforderungen und kleine Stufen wurden hier verbunden: Auf der ersten Stufe galt es, ein passendes Unternehmen aus rund 500 Bewerbungsmails zu wählen. In gleichem Zuge wurde eine Partneragentur hinzugezogen, um Content und Ideen umzusetzen, denn das Produkt ist eine Softwarelösung (dran bleiben! 😉 ). Die zweite Stufe beschrieb, nicht mehr und nicht weniger, die Konzeption der Kampagne.

Aber wer ist denn nun dieses coole Unternehmen?

Es ist niemand geringeres als Hövding! Was für’n Ding? Hövding, das sind die, die diesen Fahrrad-Airbag erfunden haben. Genau der, welcher sich bei einem Sturz automatisch öffnet. Hövding deshalb, da es als mittelständiges Unternehmen mit innovativem Produkt und einer positiven Agenda alle Voraussetzungen seitens MND erfüllt. Hinzu kam die Bereitschaft, ein kleines Risiko einzugehen und mehr auf Awareness zu setzen. Für MND hieß das: Safety First, eben.

Give a Beep

Mit einer kreativen Kampagne ohne Paid-Media, also nur mit dem Produkt und der Kampagnenstory eine hohe Reichweite generieren – die nächste Herausforderung.
Entstanden ist „Give a Beep“. In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl der Radfahrer in London fast verdreifacht. Damit stieg auch die Gefahr auf mehr Unfälle deutlich.

„I’m supposed to press this [Flic] when I feel scared or frustrated. That’s when I give a beep.“ sagt ein 11-Jähriger Radfahrer aus London im Kampagnenvideo.

Insgesamt wurden 500 Radfahrer in der englischen Hauptstadt mit einem sogenannten Flic, einem GPS-Gerät, ausgestattet. Trifft man auf einen gefährlichen Spot, drückt man auf diesen Flic, welcher die Koordinaten an eine interaktive Karte sendet. Man sendet also einen „Beep“. Eine Karte mit potenziellen Gefahrenstellen war jedoch nicht der einzige Zweck dieser Aktion. Mit jedem Beep wurde eine Mail an Londons Bürgermeister, Sadiq Khan, gesendet. Sein Postfach wurde regelrecht überflutet, denn es waren während des Kampagnenzeitraums insgesamt 5000 Mails bzw. Gefahrenstellen.
Jeder Besitzer dieses Flics konnte damit das Leben anderer Radfahrer retten und zur Verkehrssicherheit Londons beitragen. Toller Nebeneffekt für ein Unternehmen, das maßgeblich zur Sicherheit von Bikern beiträgt: Der Absatz hat sich verdoppelt.

Timeline in Zahlen

Im März 2016 begann die vierwöchige Bewerbungsphase bei MND. Der Partner (Hövding) stand im April fest und so startete die Konzeption, deren Ergebnis Give a Beep war. Es folgte die Bespielung sämtlicher Kanäle über ein von MND entwickeltes Tool. Mit drei Veröffentlichungen pro Woche wurden Blogbeiträge, Videos, Social Media Posts, Pressemitteilungen und News auf den verschiedensten Kanälen gestreut. Ende Juli 2016 war es soweit und so wurden 100 Millionen einzelne Personen erreicht. An dieser Stelle muss ich eines erwähnen: Ja, es wurde zu Anfang von 100 Millionen Aufrufen gesprochen. Jetzt sind es plötzlich erreichte Personen. Ich war etwas enttäuscht…
Zurück zu den Zahlen: Es wurden 4000+ Shares auf Social Media, 8500+ Views auf Facebook und YouTube, 2780 Besuche des Newsrooms (eine Steigerung von 297%), eine doppelte Sales-Rate wie im Vorjahr, internationale Reichweite und somit insgesamt 100 Millionen Menschen erreicht. (Das war Clickbaiting im Sessiontitel, nicht aber von mir).

8 Schritte zu Earned Media

Zum Ende der Session gab es noch ein kleines Extra: Worauf sollte man bei Earned-Media-Kampagnen wie Give a Beep achten? Eine einfache Schritt-für-Schritt-Übersicht:

Tipps für Earned Media - 8 Schritte zu Earned Media

Mehr zum Linkedin-Profil hier und hier.

Klingt alles sehr logisch und vertraut, als grobe Gedankenstütze ist es vielleicht hilfreich.

*Alpha Publikum (auch Alpha-Audience) sind Menschen, die sich mit den gleichen Themen beschäftigen wie ein Unternehmen. Für uns heißt das: Leute, bei welchen es von Anfang an klar ist, dass sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren werden und dafür nicht gecatched werden müssen.

Was haben nun die Schweden damit zu tun?

MND setzt sich laut Max intensiv damit auseinander, wie PR funktioniert. So haben sie vier Punkte definiert, die sie dabei als Schwerpunkte sehen:

Schwerpunkte Mynewsdesk PR

Eine Software namens „Newsroom“, welche diese vier Punkte abdeckt, wurde daraus entwickelt und lässt sich durch das Erwerben einer 12-monatigen Lizenz als Content-Hub in den Presse-/ Publishbereich eines Unternehmens implementieren. Damit lässt sich Content gegliedert in mehreren Bereichen einfach verbreiten. So bietet die Software allerhand wichtige Tools wie ein Karussell der letzten Veröffentlichungen, einen Bereich für Veranstaltungen, Bilder und Videomaterial, Social Media Feeds, Ansprechpersonen, Pressemitteilungen, News und mehr. Der Newsroom soll Beziehungen zu Journalisten vereinfachen und Zeit für persönliche Beziehungen zu diesen geben (Stichwort: follow-up). Nüchtern betrachtet ist der Newsroom also ein Management-Tool für den Pressebereich der Website.

 

Mynewsdesk Hövding Newsroom
Screenshot: Der Pressebereich von Hövding mit dem Mynewsdesk Newsroom-Tool (Quelle: Hövding www.hovding.de / Mynewsdesk https://www.mynewsdesk.com/de/hovding).

Um niemandes Arbeit kleinzureden kann dieses Tool natürlich enorm helfen. Denn mit integriertem Timer für Veröffentlichungen, Dokumenten-Upload-Möglichkeit (Bspw. Pressetexte als PDF) und nach Zielgruppe und Thema kategorisierte Kontakt- und Verteilerlisten. Gibt es also eine neue Mitteilung zum Thema Auto, wählt man seine entsprechende Kontaktliste, um Redakteuren und Journalisten aus der passenden Branche Bescheid zu geben. Umgekehrt funktioniert das auch: Journalisten können den Newsroom abonnieren und bekommen bei jeder Neuigkeit eine Mitteilung. Außerdem kann die Reichweite ausgewertet werden, fast im Google-Analytics-Style. Praktisch.

Durch dieses Tool hat die Kampagne für Hövding die 100 Millionen erreicht.

Die eigenen Hände

Am Ende des Tages liegt es natürlich in der eigenen Hand: wollen wir etwas Eigenes auf die Beine stellen und jeden noch so kleinen, auch mal nervigen, Schritt per Handarbeit, aber mit Liebe ausführen oder wollen wir unsere Daten für eine Jahresgebühr von 230€ aufwärts (Quelle: arcticstartup) aus der Hand geben? Das bleibt nun jedem selbst überlassen.

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Der Einsatz sozialer Medien in der Polizeiarbeit

Mittlerweile sind über zwei Wochen vergangen und der spannende Roadtrip zur diesjährigen re:publica nach Berlin geht mir immer noch nicht aus dem Kopf. In der, nach eigenen Angaben, größten Konferenz der digitalen Gesellschaft, drehte es sich in diesem Jahr besonders um die Themen Hassrede und Falschmeldungen. Wir, die Redakteure von PR-Fundsachen verfolgten drei Tage lang die Veranstaltung und geben euch einen kleinen Einblick der Sessions, die wir besucht haben.

Es gab auf der re:publica sehr interessante Themen. Ich persönlich interessierte mich für das Thema „Der Einsatz sozialer Medien in der Polizeiarbeit“. Die Digitalredakteurin Alexa Brandt, Kommunikationswissenschaftlerin Katharina Kleinen-von Königslöw, Polizist sowie Social Media- und Community Manager André Karsten und Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger berichteten, wie wichtig es für die Gesellschaft sei, dass auch die Polizei im Internet aktiv wird. Es wurde erzählt, dass die Polizei immer häufiger im PR-Bereich soziale Kanäle nutzt. Mittlerweile sind viele Bundespolizisten mit mindestens einem Account im Netz aktiv. Die erste Punkt, der von Alexa Brandt geklärt wurde, war:

„Was macht überhaupt die Polizei auf sozialen Kanälen?“

Die deutsche Polizei betreibt Präventionsarbeit, um der Kriminalität im Netz den Kampf anzusagen. Außerdem betreibt sie Storytelling, um ihr Image aufzubauen und zu stärken. Frau Brandt informierte ebenfalls darüber, dass zur Polizeiarbeit im Netz Zeugenermittlung, klassische PR (Bsp. Berufsinfotag), Krisenkommunikation und Community Management dazu gehören, um mit den Usern in Kontakt zu treten. Um sich nicht nur als ernsten, sondern auch als authentischen Arbeitgeber im Netz zu präsentieren, gehört auch die nötige Portion Selbstironie dazu.

Schnellere Informationsbeschaffung

Fakt ist, dass der Großteil Teil unserer Gesellschaft über Facebook oder Twitter kommuniziert, also sollte das auch die Polizei tun, sagte der Polizist sowie Social Media- und Community Manager André Karsten! Seit Jahren ist die deutsche Polizei dabei die Relevanz sozialer Medien, für die Polizei zu erforschen. Die Polizei bekommt dadurch Kenntnisse über den Einsatzort. Auf dieser Grundlage kann die Polizei ihren Einsatz koordinieren. Dadurch könnten die Behörden über soziale Netzwerke direkt die Bürger erreichen, die vor Ort gewarnt werden müssten.

Der Vergleich zu anderen Ländern!

Der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger ist der Meinung, dass nach heutigem Stand die Nutzung von sozialen Kanälen von Polizeibeamten noch mangelhaft sei. Insgesamt nutzt die deutsche Polizei 216 Twitter-Accounts. In Niederlande hingegen sind es schon über 2500 Accounts und es werden sogar immer mehr. Laut Herrn Rüdiger haben in der Niederlande sogar einzelne Beamte einen eigenen Account, was die Ermittlung vereinfachen soll. Um mit der Niederlande mithalten zu können, müssten in Deutschland mindestens 10.000 Ordnungshüter im Netz vertreten sein.

Die Broken-Web-Theorie

Was ich sehr interessant fand, war das Prinzip der Broken-Web-Theorie, die von Thomas-Gabriel Rüdiger angesprochen wurde. Die Broken-Web-Theorie sagt aus, dass Straftaten vor allem dann Nachahmer finden, wenn ihre Taten nicht geahndet werden. Er ist der Meinung, dass die Polizeipräsenz im Netz wichtig sei, damit Kriminalität im Netz nicht außer Kontrolle gerät.

Polizist am Smartphone

Da die Session sich dem Ende neigte, war noch eine ganz wichtige Frage zu klären:

„Wie sieht die Polizeiarbeit im Netz in 5 Jahren aus?“

Die Kommunikationswissenschaftlerin Katharina Kleinen-von Königslöw war der Meinung, dass die Nutzung von sozialen Kanälen bei der Polizeiarbeit stets steigen und ein erfolgreiches Tool für schnelle Informationsbeschaffung sein wird, um mit der Gesellschaft in Kontakt treten zu können. Das Ignorieren sozialer Kanäle in der Polizeiarbeit wäre in unserer heutigen digitalen Gesellschaft daher unvorstellbar.

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#failout 2016 – oder: Wie man es nicht machen sollte

Ein neues Jahr ist angebrochen und wie jedes Jahr gab es auch in 2016 einige Beispiele für misslungene PR und Social Media Fails. Wir haben uns auf die Suche gemacht und zeigen, wie man es nicht machen sollte – oder wie man gut kontert.

NFL – Error 404: Surface not found

Der 2014 abgeschlossene Werbedeal zwischen der National Football League und Microsoft lässt den einen oder anderen schwer schlucken. Für 400 Millionen US-Dollar verpflichtete sich die Liga zur Nutzung von Microsoft Surface. Das war dem Coach während eines Matchs herzlich egal, denn anstatt – wie in der Werbeeinblendung zu sehen war – ein Microsoft Tablet für Taktikbesprechungen zu nutzen, wurden ganz klassisch Stift und Papier verwendet. Hinzu kam das unglückliche Timing der Regie, als es um die Seitenlinien-Kamera ging:

Quelle: clippit.tv

<strg+c> Schleichwerbung <strg+v> Naomi Campbell

Dass Prominente durch eine hohe Anzahl von Abonnenten eine dementsprechende Reichweite in den sozialen Netzwerken haben, ist klar. Das wusste auch Adidas und ließ das Supermodel Naomi Campbell für sich Werbung auf Instagram machen. So einfach wie es klingt, lässt sich allerdings auch als Model kein Geld verdienen. Man muss schon genauer schauen, was man aus einer Nachricht kopiert und in einen Beitrag einfügt. Der PR-Berater schrieb einen Text an Naomi, dass er sich freue, dass es ihr gut gehe und ob sie denn nicht zum Foto einen bestimmten Text schreiben könne. Das schien kein Problem für sie gewesen zu sein, denn sie kopierte den kompletten Nachrichtentext in den Beitrag. Heraus kam das:

Naomi Instagram Post

Quelle: elle.com

Glück für Frau Campbell: Die Bearbeiten-Funktion. Nach kurzer Zeit hatte sie ihren Fehler bemerkt und korrigiert. Bei 3,5 Millionen Abonnenten auf Instagram gab es jedoch den ein oder anderen Nutzer, der das Ganze gesehen und festgehalten hat – Mini-Shitstorm inklusive.

Eigentor für Mesut Gündogan

Die zwei Profi-Fußballspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan können sich auf dem Platz wohl immer auf ihre Teamkollegen verlassen. Was passiert jedoch, wenn man das gleiche Social-Media-Team beauftragt hat? Na klar: Dann kann es schon mal vorkommen, dass auf zwei verschiedenen Social-Media-Profilen der gleiche Beitrag gepostet wird.

Gündogan

Quelle: Twitter @guendogan8

Özil

Quelle: Instagram @m10__official

Die Fangemeinde nahm das ganze mit Humor und stellte fest, dass die beiden wohl den gleichen Social-Media-Manager besitzen. Oder Gündogan vielleicht sogar Özils Profile verwaltet ;).

Coca-Cola mit oder ohne Eis?

Zu wem gehört denn nun die Krim? Zum Neujahr 2016 postete Coca-Cola im Russischen sozialen Netzwerk „WK“ Neujahrsgrüße mit einer Karte von Russland – ohne die Halbinsel Krim. Nach Protesten russischer Nutzer fügte Coca-Cola die Krim hinzu und schon gab es die nächste Kritik: Ukrainische Internetnutzer riefen zum Boykott Coca-Colas auf. Kurze Zeit später nahm der Limonadenhersteller die Karte aus dem Netz, entschuldigte sich und schob die Schuld auf eine externe Agentur.

Neujahrsgrüße Cola

Quelle: theguardian.com
Bild: Coca-Cola

Dürfen wir vorstellen: Tay

Auch Microsoft hat sich in die Nesseln gesetzt. Mit Tay wurde ein AI-Bot erstellt, der die Sprache von Usern lernen und mit Fragen und Texten trainiert werden soll. Tay wurde ein weibliches Gesicht gegeben und hatte Profile auf diversen Plattformen wie Facebook und Twitter. Nach kurzer Zeit konnte Tay schon Witze erzählen, Fotos kommentieren, Antworten auf diverse Fragen geben, Spiele spielen und Wissen verbreiten. Letzteres konnte sie mit jeder Interaktion aufnehmen und so kam es dazu, dass Tay nach nur weniger als 24 Stunden zur Holocaust-leugnenden Rassistin wurde, die vergleiche zu Hitler ziehen konnte. Sie gab Bush die Schuld für 9/11 (Illuminati confirmed) und machte in ihren rund 96.000 Tweets diverse sexistische Bemerkungen. Nach kurzer Zeit verabschiedete sie sich mit den Worten, sie müsse schlafen gehen. Vermutlich um von Microsoft nachjustiert zu werden und schlimmeres zu verhindern.

Auch Interessant: unser Artikel über Chatbots

Bei Lidl schauen du musst

Lidl war ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einem Fail einen Win macht. Ein Werbeträger klebte ein Plakat falsch herum auf und es entstand ein Slogan, den Meister Yoda nicht hätte besser von sich geben können: „Die Wahl Du hast“.

Lidl Plakat Fail

Quelle: Twitter @body_fever

Nachdem das Foto auf Twitter mehrfach geteilt wurde, bekam auch Lidl Wind von dieser Panne und konterte Schlagfertig im Starwars-Stil. Wir stellen fest: Manchmal können Fails auch nützlich sein. Respekt an Lidl.

Lidl Yoda

Quelle: Facebook @lidl

Ob im Alltag eines Social-Media-Managers, Supermodels oder Milliardenkonzerns – Fehler sind nicht selten und sollten zum Lernen genutzt werden. Nicht nur unsere eigenen, sondern auch Fehler anderer.
In diesem Sinne wünschen wir noch ein erfolgreiches 2017, wenige Fails und reichlich Wins!

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“Digital durchstarten” mit Facebook Blueprint?

Der Internet-Gigant Facebook richtet sich seit Anfang des Jahres  an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland. Mit der Initiative “Digital Durchstarten” tourt Facebook durch die Republik und leistet über direkten Kontakt Hilfestellung bei der Digitalisierung. PR-Fundsachen war bei einem Zwischenstopp in der IHK Darmstadt vor Ort.

Digitalisierung als Herausforderung für KMUs

Der Begriff Digitalisierung ist in Deutschland mittlerweile omnipräsent. Die Anpassung der Unternehmensstrategie, der Marketingaktivitäten und anderer Bereiche von Unternehmen auf den Puls der heutigen Zeit erweist sich für viele kleinere Unternehmen als enorme Herausforderung. Inwieweit Facebook bei diesem Schritt behilflich sein kann, erklärte Facebook Partner Chris von den Hoff während des Events in Darmstadt.

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Bereits über eine Million deutsche KMUs nutzen Facebook, um mit Neu- und Bestandskunden in Verbindung zu bleiben. Die Nutzung von Facebook in Deutschland findet hauptsächlich über Mobilgeräte statt (siehe Grafik). Was diese Zahlen klar ausdrücken sollen: Ein Facebook-Auftritt ist heutzutage unumgänglich, um seine Zielgruppe zu erreichen.

E-Learning mit Facebook Blueprint

“Es gibt keine in Stein gemeißelten Regeln, aber es gibt eine Handvoll Prinzipien, die man beachten sollte”, so von den Hoff. Eine Facebook-Unternehmensseite zu erstellen, ist schnell erledigt; sie jedoch erfolgreich am Laufen zu halten, erfordert eine Strategie. Hier greift Facebook mit seiner E-Learning-Plattform “Blueprint” Unternehmen und Marketern und die Arme. Mit didaktisch aufgebauten Online-Kursen werden alle Inhalte und Funktionsweisen visuell und teils live vermittelt – und das kostenlos.

FB_Blueprint

Facebook Blueprint entstand bereits im Frühjahr 2015 und hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Das Angebot an Lehrvideos ist deutlich angestiegen und beinhaltet unter anderem auch Anleitungen für die Facebook-Tochter Instagram. Darüber hinaus ist Blueprint kein reines Schulungsprogramm mehr, sondern bietet die Möglichkeit, sich über eine Prüfung (gegen Prüfungsgebühr) als zertifizierter Werbeexperte von der Konkurrenz abzuheben. Ahnlich wie es Google mit seinen Partnerstatus-Prüfungen tut.

Reichweite ohne Budgeteinsatz möglich?

Auffallend im Lernportfolio von Facebook Blueprint ist der werbliche Charakter. Es gibt Anleitungen zu Werbeanzeigen, Werbezielen, Zielgruppen oder Kampagnenoptimierung. Will Facebook also mit den Kursen vor allem sein eigenes Geschäftsmodell unterstützen? Berechtigt war daher eine Frage aus dem Publikum, ob eigene unbezahlte Posts überhaupt eine Chance haben, im Newsfeed ihrer Zielgruppe und Abonnenten zu erscheinen.

Der wichtigste Faktor für Reichweite, sei nach wie vor die “Qualität des Contents”, antwortete Chris von den Hoff. Zudem sei Facebook daran interessiert, Unternehmensbotschaften im Algorithmus nicht zu vernachlässigen. Diese Erkenntnis gilt wohl eher für Unternehmen mit einer bereits großen Community. Für komplette Neueinsteiger wird es jedoch kaum ohne einen finanziellen Anschubser möglich sein, die Reichweite der eigenen Botschaften auszubauen.

Facebook Blueprint als Hilfe

Unser Fazit: Facebook Blueprint erleichtert kleinen und mittelständischen Unternehmen in Form von Anleitungen und Best Practices den Start in die Facebook-Welt. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos und leicht zugänglich. Ebenso haben auch erfahrene Nutzer die Möglichkeit, ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern.

Doch gerade im strategischen Bereich sind die Verantwortlichen auf sich allein gestellt. Logischerweise gibt es kein Patentrezept für reichweitensteigernden Content. Authentizität und Qualität sind immer von Unternehmensform und Zielgruppe abhängig. Hier sind Agenturen oder Berater aufgrund ihrer Erfahrung oft der bessere Ansprechpartner, sollte keine eigene Inhouse-Lösung vorhanden sein.

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We Are Social-Chefin: “In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher”

Alles nur Hype oder doch der nächste Megatrend? Wie geht eine Agentur mit dem neuesten (S)hit vom anderen Ende der Welt um? Im Interview spricht Vanessa Bouwman, Geschäftsführerin von We Are Social Deutschland, über das Agenturleben, das Alleinstellungsmerkmal Snapchats und die aktuelle Entwicklung von Chatbots.  

Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday - Leyla Gallego
Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday – Leyla Gallego

Vanessa, du bist seit dem 1. Juni Managing Director bei We Are Social Deutschland. Wie wird man Geschäftsführerin einer der bekanntesten Social Media-Agenturen weltweit?

Da gibt es kein klassisches Erfolgsrezept. Ursprünglich komme ich aus der Fernsehbranche und habe lange als Fernsehproduzentin in Kanada gearbeitet. Seit zwei Jahren bin ich jetzt bei We Are Social und habe mich super gut mit der Agentur identifizieren können. Besonders der globale Aspekt war für mich interessant, da ich mich mit meinen Sprachkenntnissen schnell mit den anderen Offices vernetzen konnte. Ansonsten braucht es Engagement, eine positive Einstellung und das Interesse, auf dem Laufenden zu bleiben. Und natürlich viel, viel Arbeit.   

Kannst du uns deine Agentur kurz vorstellen?

Wir sind eine Social Media-Agentur mit elf Standorten weltweit. In Deutschland haben wir inzwischen zwei Offices. Was uns besonders spannend für Kunden macht, ist die internationale Präsenz, da viele Kunden globale Etats haben und dementsprechend von der gleichen Agentur repräsentiert werden möchten. Unser Hauptgeschäft sind kreative Kommunikationsstrategien rund um Social Media. Dabei nehmen wir uns zum Ziel, die Kommunikation und Interaktion zwischen Marke und Konsument zu stärken.

Du hast bereits angesprochen, dass es besonders wichtig ist, immer up to date zu bleiben. Wie informierst du dich über aktuelle Geschehnisse in der Branche?

Da komme ich wieder zurück auf die globale Ausrichtung unserer Agentur. In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher, wenn es darum geht, sich mit neuen Trends anzufreunden. Wir bekommen jedoch direkt mit, was beispielsweise in China oder in den USA Do´s und Dont´s sind. Ansonsten ist es natürlich wichtig, immer viel zu lesen, zu netzwerken und seinen eigenen Interessen zu folgen.

Eure Agentur bietet den Kunden ein Komplettpaket von der Strategie bis hin zur Entwicklung und Umsetzung. Was zeichnet für dich eine gute und ausgereifte Content-Strategie aus?

Ich glaube, das Wichtigste ist, dass sich eine Marke mit den verschiedenen Kanälen auseinander gesetzt hat. Viele Marken denken immer noch, dass sie auf allen Social-Kanälen unterwegs sein müssen. Dabei kommt es doch besonders auf die Persönlichkeit eines Produktes an. Eine Marke muss sich klarmachen, wer ihre Zielgruppe ist, wo sie sich bewegt und mit welchen Nachrichten sie diese Zielgruppe erreichen möchte. Es wird einfach noch viel zu viel platte Werbung gemacht. Vielmehr erwarte ich bei unserer kurzen Aufmerksamkeitsspanne eine coole Story hinter einem Produkt, um mich auch persönlich damit identifizieren zu können.

Gerade bei Snapchat wird immer wieder über die Sinnhaftigkeit eines Kanals für Unternehmen diskutiert. Was hebt Snapchat gegenüber seinen Konkurrenten ab und welche Chancen siehst du für Unternehmen?

Es hat bisher noch keinen anderen Kanal gegeben, der den Konsumenten so nah an eine Marke heranbringen kann – wobei eine Marke in diesem Fall auch eine Person sein kann. Auch wenn ich persönlich kein großer Fan bin, machen da beispielsweise Paris Hilton oder Kim Kardashian viel richtig. Gerade junge Leute, die eigentliche Zielgruppe von Snapchat, fühlen sich diesen Personen dann fast freundschaftlich nah. Und wenn es eine Marke geschafft hat wie ein Kumpel zu wirken, ist das natürlich der absolute Jackpot. Der andere große Vorteil Snapchats ist die Möglichkeit, durch die Interaktion mit den Usern seine Marke in real-time auf die Wünsche der Zielgruppe anzupassen.

Hast du konkrete Tipps, wie man das auf Snapchat erreicht?

Das Problem auf Snapchat ist, dass man derzeit noch wahnsinnig viel Geld investieren muss. Die Werbemöglichkeiten in Deutschland sind ja noch sehr eingeschränkt. Die wahrscheinlich intelligenteste Lösung ist es, mit Influencern zusammenzuarbeiten. Eine relativ kostengünstige Variante gegenüber dem Einstiegspreis von 750.000 $ einer Snapchat-Ad.

Ein anderes aktuelles Thema, welches dich und deine Agentur beschäftigt, sind Chatbots. Künftig soll man nicht mehr für jeden Dienst eine eigene App brauchen. Bestellen wir unsere Pizza in ein paar Jahren nur noch über den Facebook-Messenger?

Da müssen wir uns im Prinzip nur WeChat anschauen. Damit kannst du ja sowieso schon alles machen, zum Beispiel eine Hypothek aufnehmen oder einen Zahnarzttermin vereinbaren. Auch wenn wir in Europa noch ein wenig langsam sind, denke ich, dass es auch für uns in diese Richtung gehen wird. Einige Bots funktionieren auch schon ganz gut. Allerdings wird es noch ein paar Jahre dauern, bis der User das Gefühl hat, eine seriöse Konversation führen zu können.

Gibt es derzeit einen „Vorzeige-Bot“, den du empfehlen könntest? Was funktioniert schon heute?   

In Deutschland macht das H&M in Sachen Style-Beratung schon sehr ordentlich. Ansonsten geht der Blick wieder rüber in die USA. Bei Domino’s Pizza beispielsweise kannst du dir ohne Probleme deine zusammengestellte Pizza liefern lassen.

Es heißt, dass Sprachassistenten künftig eine noch größere Rolle als die textbasierten Chatbots einnehmen werden. Wie schätzt du die Entwicklung der Echos und Siris dieser Welt ein?

Das wird sicherlich auch ein sehr wichtiges Thema. In Korea geht das zum Beispiel schon so weit, dass dort eine Art soziale Entfremdung stattfindet, weil jeder nur noch über seinen Sprachassistenten kommuniziert. Da kommen wir hoffentlich nicht hin. Aber durch den zunehmenden Gebrauch und einer allgemeinen Akzeptanz werden wir die derzeitig vorhandene Skepsis gegenüber den Sprachassistenten schnell überwinden.

Zu guter Letzt ein Tipp für alle (angehenden) PR- und Marketing-Praktiker da draußen: Anhand welcher Indikatoren erkennst du, ob es sich bei einem neuen Thema um einen kurzzeitigen Hype oder das nächste große Ding handelt?

Das ist wirklich schwierig und auch hier gibt es sicherlich kein vorgefertigtes Erfolgsrezept. Solche Vorhersagen stellen sich im Nachhinein oftmals als falsch heraus. Neue Sachen sollte man in aller Regel erst mal selbst ausprobieren, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Manche Neuheiten funktionieren einfach, weil sie Spaß machen, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht sinnbefreit wirken. Von Snapchat glauben das heutzutage übrigens viele Leute immer noch.

Ein Interview von Nardos Kesete und Tobias Frosch

 

Alle weitere Informationen über den Vortrag von Vanessa Bouwman im Rahmen des MediaMondays gibt es auf der Website des Mediencampus der Hochschule Darmstadt.

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Kann man schon so machen…

Quelle: truefruits.com
Quelle: truefruits.com

Pürierte Früchte aka Smoothies sind voll im Trend. Die Supermarktregale in den Obst- und Gemüseabteilungen sind voll mit den bunten Fläschchen. Dort fallen besonders die Smoothies der Marke True Fruits mit feschem Design und kecken Sprüchen auf den Flaschen auf. Im März diesen Jahres erschien die limitierte „Black Edition“. Mit diesem lieferte True Fruits seinen Kunden nicht nur ein außergewöhnliches Design, sondern auch wieder einmal einen amüsant provokanten Flaschentext:

„Hast du schon mal einer hässlichen Freundin, die aber total lieb ist ein Date besorgt? So fühlen wir uns gerade mit dem white, unserem wohl leckersten Smoothie, der aufgrund seiner blassen und unfruchtigen Optik leider viel zu selten in den Genuss eines knisternden Rendezvous mit Dir kommt. Was blieb uns also anderes übrig, als das Licht auszuknipsen, damit Du dich einzig und alleine auf seine inneren Werte konzentrieren kann. #schluckimdunkeln„

Dieser stieß allerdings einigen KundInnen sauer auf und es entwickelte sich rasch ein kleiner Shitstorm auf der Facebook Fanseite. Sexismus und Lookismus (die Diskriminierung einer Person aufgrund ihres Aussehens) lauteten die Vorwürfe. Nun gut, Shitstorms entwickeln sich ja mittlerweile ständig und überall. Schließlich darf jeder seine Meinung sagen, andere befürworten oder eben dagegen sein, man darf sich angegriffen fühlen und seinem Ärger Luft machen. Vorallem auf Social Media Plattformen hat man die Chance, sich direkt an ein Unternehmen zu wenden, gehört und vielleicht auch verstanden zu werden. Aber eben nur vielleicht.

Orientiert man sich an den gängigen Community Management Regeln, sollte ein Unternehmen auf einen Shitstorm verständnisvoll und defensiv reagieren, egal ob man die negative Kritik nachvollziehen kann oder nicht. Man kann es aber auch wie True Fruits machen: verständnislos und offensiv. Der Smoothiehersteller schießt sogar hart zurück, negative Kommentare werden mit Beleidigungen beantwortet und ins Lächerliche gezogen – alles natürlich in gewitzter, ironischer True Fruits Manier. In einem öffentlichem Statement via Facebook machen sie nochmal ganz klar deutlich, wie egal ihnen die Kritik ist und das sie zu Ihrem Flaschentext stehen:

Quelle: wuv.de
Quelle: wuv.de

 

 

 

Quelle: focus.de
Quelle: focus.de

Jeder PR-Mensch würde bei dieser Art von Reaktion die Nase rümpfen. Auch ich war anfangs etwas irritiert von diesem Verhalten seitens True Fruits. Schließlich spricht das gegen alles, was ich bisher bezüglich Community Management gelernt habe. Warum sollte ein Unternehmen so auf Kritik reagieren, noch Öl ins Feuer gießen und damit aus einem „Mini-Shitstorm“ einen deftigen Schlagabtausch inszenieren? Ich schaute mir das Ganze also etwas genauer an und stellte schnell fest, dass es sich um eine absolut gelungene Strategie handelt. Die Smoothiemacher generierten dadurch Aufmerksamkeit und vorallem überwiegend positives Feedback der Fans.

Man muss sich also nicht immer klein machen, sondern seinem Kurs treu bleiben und dazu stehen. Ein gewisses Risiko, Fans zu verlieren, besteht dabei natürlich immer – aber eben genauso die Chance treue Fans noch mehr an sich zu binden und Neue zu generieren. Natürlich kann man das nicht auf jedes Unternehmen und jede Situation beziehen. Im Falle von True Fruits ist das allerdings vollkommen zulässig, da die Fans diesen Humor kennen und lieben. Zudem sprechen sie sich gegen ständiges Rummäkeln und übertriebene Moralvorstellungen in Social Media aus. Dadurch haben sie sich Sympathie im Netz geschaffen. Man kann den Spieß also auch umdrehen, indem man sich eben nicht für seine Marke oder PR-Strategie entschuldigt. Zudem muss man sich auch immer die Frage stellen, ob es sich bei den Kritikern um potenzielle Kunden handelt, oder einfach um Menschen, die sich dazu berufen fühlen, Ungerechtigkeiten zu korrigieren. Vorallem bleibt Humor immer noch Geschmackssache.

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