URIDU: Das Hörbuch, das Hoffnung schenkt

Alle 6 Sekunden stirbt ein Kind unter 5 Jahren. Die meisten dieser Todesfälle sind völlig vermeidbar. Wie? Indem man analphabetischen Müttern in Entwicklungsländern eine zugängliche Gesundheitserziehung ermöglicht. Felicitas und Marcel Heyne kämpfen mit ihrer gemeinnützige Organisation URIDU für die Landfrauen in Entwicklungs- und Schwellenländern und machen sie stark. Zusammen entwickelten sie das Hörbuch, das Leben rettet.

URIDU kämpft für Gesundheit und Würde für die am stärksten gefährdeten Frauen der Welt. Landfrauen sind die ärmsten, am wenigsten gebildeten, am meisten ausgebeuteten und die am stärksten ausgegrenzten aller sozialen Gruppen in Entwicklungsländern. Sie bleiben oft unsichtbar und ungehört, leiden an mangelnder medizinischer Versorgung und sind somit besonders anfällig für gesundheitliche Probleme.

Ohne jeden Zugang zu einfachstem Wissen und Strom und einer zusätzlich sehr hohen Analphabetenrate, werden Landfrauen in Entwicklungsländern täglich mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Was aussichtslos scheint, kann durch einen solarbetriebenen MP3-Player verändert werden. URIDU stellt Frauen mithilfe eines Hörbuchs in deren Muttersprache lebenswichtige Informationen zur Verfügung und beantwortet mehr als 400 Fragen zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Familienplanung, Kinderbetreuung, Arbeit und mehr.

Mit circa 12 Stunden gesprochenem Text ist der MP3-Player in der Lage Gesundheitsinformationen für jede Landfrau der Welt bereitzustellen und ihr und ihrer Familie zu helfen ein gesünderes und glücklicheres Leben zu führen.

 

Wer steckt hinter URIDU?

Felicitas Heyne ist eine bekannte Psychologin und Autorin. Seit Beginn ihres Studiums war es ihr größter Wunsch Frauen zu stärken. Schon vor URIDU engagierte sie sich in freiwilligen Projekten, welche Frauen die Opfer von sexueller oder häuslicher Gewalt wurden, unterstützt.

Das Schlüsselerlebnis

Das Schlüsselerlebnis, das sie dazu bewegte 2014 ihr eigenes Projekt zur Stärkung der Frau zu gründen, beschreibt sie in einem Interview mit Diana Gedeon von TECHTAG selbst so:

„Das gab es tatsächlich in einer ZDF-Dokumentation des Journalisten Claus Kleber („Hunger!“). Darin sieht man, wie ein kleines indisches Mädchen beinahe stirbt, nur weil ihrer Mutter ganz simples Basiswissen zum Thema Gesundheit fehlt. Das Kind ist am Verhungern; Nahrung gäbe es, aber die Kleine ist einfach zu schwach, um etwas zu essen und die Mutter weiß nicht, was sie tun soll. Die Lösung ist ganz simpel: ein bisschen Zuckerwasser, das dem Kind die nötige Energie liefert, wieder feste Nahrung zu sich zu nehmen. Uns hat das zutiefst erschüttert: Auf der einen Seite stehen wir westlichen Frauen mit einem 24/7-Zugang zu allem Wissen dieser Welt, auf der anderen Seite stehen diese Frauen, deren Kinder sterben, nur weil die Mütter nicht über einfachste physiologische Zusammenhänge Bescheid wissen. Wir wollten unbedingt etwas tun, um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken.“

Zusammen mit ihrem Mann Marcel begann sie sich anschließend tiefer mit dem Thema zu beschäftigen und der Frage nachzugehen, wie man dieses riesige Ungleichgewicht verändern und viele Tode verhindern kann. Frauen sollen das Recht haben frei von Angst, Zwängen und Gewalt ein gesundes und würdiges Leben zu führen. Sie sollen Recht auf Bildung, Land und Eigentum haben und vor allem das Recht zu entscheiden wann und wen sie heiraten. Um dies zu verwirklichen brauchen Frauen in Entwicklungsländern Zugang zu Informationen über Themen, wie Gesundheit, Kinderbetreuung, Familienplanung und Hygiene. Doch wie können diese grundlegenden Kenntnisse in Gegenden vermittelt werden, in denen es nicht einmal Strom gibt? Nach circa einem Jahr intensiver Forschung die Idee: der MP3forLife-Player.

 

Die URIDU Technologien

Der MP3forLife-Player wird durch Sonnenenergie wieder aufgeladen und bietet bis zu 14 Stunden Wiedergabezeit. Die Lautsprecherqualität macht es möglich, dass Gruppen von bis zu 12 Frauen den Gesundheitsinformationen folgen können. Außerdem besticht er neben einfacher Navigation durch sein eingebautes Audiofeedback.

 

Neben dem MP3forLife Player setzt URIDU weitere innovative Technologien wie zum Beispiel datenfreie Websites ein, um gegen Armut und Hunger zu kämpfen. Aufgrund der mittlerweile weiten Verbreitung von Mobiltelefonen, werden die Inhalte auch über deren Website angeboten, welche mobil so optimiert ist, dass auch Nutzerinnen über langsame 2G-Netze problemlos darauf zugreifen können.

Die Zugänglichkeit wichtiger Informationen für marginalisierte Frauen ist der Kern des URIDU Projekts. Um dies weiter umzusetzen wurde der „HopeSpot“ entwickelt. Der HopeSpot ist ein kleiner Plug-and-Play-Wifi-Hotspot, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Er ermöglicht es ausschließlich auf die mobile Webanwendung zugreifen, welche die Audioinhalte in der Landessprache der Frauen wiedergibt.

Konzipiert ist er allerdings nicht ausschließlich für die Wiedergabe von Uridupedia-Inhalten. NGOs und anderen Organisationen ist es möglich die Inhalte am HopeSpot jederzeit über einen USB-Stick flexibel zu ändern. Er kann in jedem Szenario eingesetzt werden, in dem Audioinformationen auf Mobiltelefonen ohne Internetgebühren weitergegeben werden sollen. Zum Beispiel könnten Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen der Allgemeinheit nützliche Informationen zur Verfügung stellen.

Er verfügt über einen niedrigen Stromverbrauch, wird über einen USB-Anschluss versorgt und kann flexibel mit einem USB-Autoladegerät, einem USB-Netzteil oder Solarstrom betrieben werden. Das leichte aber sehr robuste Gerät ist in etwa so groß, wie eine Zigarettenschachtel und verfügt über eine WiFi-Reichweite von bis zu 200 Metern.

Aktuell sind die Inhalte auf Arabisch, Indonesisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Swahili, Filipino, Portugiesisch und Vietnamesisch verfügbar, sodass Landfrauen in über 100 Ländern die Informationen schon heute nutzen können. Mit Hilfe von lokalen NGOs, Genossenschaften und anderen Freiwilligen stellt URIDU das Hörbuch ländlichen Frauen kostenlos zur Verfügung.

 

Die Uridupedia Inhalte

Landfrauen verdienen Hilfe, um ihre Kinder in einer stabilen und gesunden Umgebung aufzuziehen. Sie stehen vor unzähligen Herausforderungen. Tausende von ihnen werden täglich Opfer von Gewalt, sexuellem Missbrauch, Menschenhandel sowie Zwangsverheiratung. Unterernährung, Stoffwechselstörungen und gynäkologische Probleme verursachen oft große Gesundheitsprobleme.

Im Jahr 2015 starben weltweit rund 303.000 Frauen an den auftretenden Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt. Unzählige andere litten unter Verletzungen, Infektionen oder Krankheiten. Aufgrund mangelnder Bildungsmöglichkeiten für junge Mädchen ist es für sie oft schwierig einen guten Arbeitsplatz zu finden. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, übermäßige Arbeitsbelastung, Verschuldung und die ständige Sorge um ihre Familie sind fast unvermeidliche Folgen. Einer vieler Gründe, wieso Depressionen bei Frauen in Entwicklungsländern sehr verbreitet sind. Perspektivlosigkeit, schlechte Gesundheitszustände, permanenter Stress und ein geringes Maß an Selbstwertgefühl ergeben einen fatalen Cocktail aus mentaler und emotionaler Lähmung.

Um ihre Lebensbedingungen zu verändern, setzen sich die Gründer des URIDU-Projekts dafür ein Landfrauen wichtige Informationen auf zugängliche Weise zur Verfügung zu stellen und haben aus diesem Grund Uridupedia erstellt.

Uridupedia ist eine Zusammenstellung relevanter Fragen und Antworten zu Gesundheit, Ernährung, Familienplanung, Kinderbetreuung, Arbeit und mehr. Die Inhalte wurden von Experten entwickelt, von Psychologen angepasst und von Tausenden Freiwilligen in mehr als 100 Sprachen übersetzt, um sie anschließend im Web und auf solarbetriebenen MP3-Playern zur Verfügung zu stellen. Egal wo die Frau lebt, welche Sprache sie spricht und ob sie die Fähigkeit besitzt zu lesen oder nicht – Uridupedia hilft ihr und ihrer Familie ein gesünderes und glücklicheres Leben zu führen.

Gesundheitsinformation und Prävention

URIDU hilft die körperliche und geistige Gesundheit einer Frau zu verbessern. Sie wird darüber aufgeklärt, wie häufige Gesundheitsprobleme durch einfache Hygiene oder Ernährung verhindert werden können, wie sie sich vor Infektionen schützt oder wie sie sich in Zeiten besonderer Sensibilität, wie zum Beispiel während einer Schwangerschaft, gut versorgt.

Neben mangelnder sexueller Aufklärung verpassen Mädchen in Afrika im Schnitt circa vier Schultage monatlich, nur, weil sie nicht genügend über Menstruationshygiene wissen. Uridupedia beantwortet wichtige Fragen zur Pubertät und erläutert, wie sich der Körper in dieser Zeit verändert und wie man Schmerzen während der Monatsblutung verringern kann.

Lebenskompetenz und Belastbarkeit

Frauen werden durch die Inhalte dabei unterstützt ihre Familiensituation zu verändern. In vielen Familien in Entwicklungsländern haben Frauen wenig Einfluss auf wichtige Haushaltsentscheidungen wie zum Beispiel die Familienplanung oder die Gesundheitsversorgung. Dies kann sowohl die eigene, als auch die Gesundheit der Kinder gefährden. Hier gilt es die Frauen durch Wissen zu stärken, um sie im Kampf für mehr Mitspracherecht zu unterstützen.

Dies gilt vor allem auch für die Planung von Nachwuchs. Circa 225 Millionen Frauen haben keinerlei Zugang zu modernen, zuverlässigen Verhütungsmitteln, sodass unerwünschte Schwangerschaften ein großes Problem in Entwicklungsländern darstellen. URIDU stellt hilfreiche Informationen zur Familienplanung, sowie Informationen über lebenswichtige Maßnahmen bei Abtreibung zur Verfügung. Frauen werden außerdem beraten, wie man am besten bei familiären Konflikten agiert und sich vor häuslicher Gewalt schützt.

Selbstwertgefühl und finanzielle Ermächtigung

Weltweit sind zwei von drei Menschen, die nicht lesen oder schreiben können, weiblich. Das Hörbuch motiviert Mädchen zum Schulbesuch. Außerdem klärt es wichtige Fragen, wie beispielsweise wieso es von Vorteil sein könnte, mit dem Heiraten und Kinderkriegen zu warten.

Frauen müssen darin bestärkt werden finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. In Entwicklungsländern herrscht meistens noch ein streng patriarchalisches System. Frauen werden in Bezug auf den wirtschaftlichen Wohlstand oft benachteiligt, weil sie oftmals weniger verdienen und kaum Vermögen besitzen. Zum Teil sind sie sogar per Gesetz völlig vom Eigentum ausgeschlossen. Um einen Wandel voran zu treiben, setzt sich URIDU dafür ein Frauen zum Thema Gleichstellung von Frau und Mann aufzuklären.

 

Wie kannst auch du Hoffnung schenken?

Hoffnung erscheint in verschiedenen Formen. Für eine Landfrau in Afrika zum Beispiel als blaues Hörbuch, das ihr hilft, ihre enormen täglichen Herausforderungen zu meistern. Durch URIDU kann man Frauen durch Wissen stärken, ihnen helfen ihr eigenes Potenzial zu entdecken und vor allem Hoffnung geben.

Wenn auch du URIDU unterstützen möchtest und Analphabeten mit Gesundheitsaufklärung beschenken möchtest, kannst du hier spenden.

Außerdem sucht URIDU kontinuierlich freiwillige Übersetzer, um jeder Landfrau auf der Welt wichtige Informationen zu liefern. Bereits jetzt können Felicitas und Marcel Heyne mit der Unterstützung von mehr als 10.000 Freiwilligen rechnen, die die Inhalte in mehr als 80 Sprachen übersetzen. Schließe auch du dich an und werde Teil einer globalen Gemeinschaft.

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Foodsharing-Apps und andere Tipps gegen Verschwendung

Du suchst nach Möglichkeiten gegen Food Waste? Dann bist du goldrichtig. Welche Apps, Seiten oder Tools man wie nutzen kann, um Lebensmittel günstig zu erwerben, vor der Tonne zu „retten“ oder doch noch in leckeren Gerichten zu verwerten, erfährst du hier.

Das Ausmaß der Verschwendung ist erschreckend. Weltweit landen mehr als ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. Pro Kopf werden in Deutschland jährlich circa 82 Kilogramm Essen im Wert von rund 235 Euro weggeschmissen. Jeder zweite Kopfsalat und jede zweite Kartoffel werden schon während der Ernte aussortiert. Gemüse, das der offiziellen optischen Norm nicht entspricht, schafft es gar nicht erst in den Supermarkt.

Wir kaufen oft mehr, als wir brauchen. Schmeißen Produkte schon weg, wenn das Haltbarkeitsdatum naht und kochen größere Portionen, als wir sie tatsächlich essen können. Absurd, wenn man sich vor Augen führt, dass mehr als 815 Millionen Menschen weltweit hungern.

Sinnloser Verschwendung muss entgegengewirkt werden, denn produzierte und vor allem noch genießbare Lebensmittel sollten auch konsumiert werden. Um Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten, muss man nicht mehr in den Container des nächsten Supermarktes steigen. Gegen Lebensmittelverschwendung kann mittlerweile jeder etwas tun – ganz leicht vom Smartphone aus. Denn inzwischen wurden zahlreiche Apps entwickelt und Unternehmen gegründet, die lokalisieren, wo sich zu rettende Lebensmittel befinden oder wie man diese am besten verwertet.

 

Was ist Foodsharing?

Foodsharing ist eine Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Insgesamt gibt es in Deutschland bereits 3000 Betriebe und 25.000 Freiwillige, die am Food Sharing Konzept teilnehmen. Dadurch wurden bisher rund 7,8 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Tonne gerettet. Pro Tag finden in etwa 1.000 Abholungen statt, bei denen jedermann die Möglichkeit hat, kostenlos oder gegen kleines Geld Lebensmittel zu bekommen.

Food Sharing funktioniert nur durch freiwillige Helfer und Spender, die das Essen in Supermärkten, Restaurants oder von Privatpersonen abholen. Die Lebensmittel werden dann zu sogenannten „Fairteilern“- und somit unter die Menschen gebracht.

 

Auf den Teller, statt in die Tonne

Schluss mit der Wegwerfmentalität: Mit diesen Tipps, Apps und Tools fällt das Lebensmittelretten leicht.

Too Good To Go

Das Startup-Unternehmen aus Dänemark hat der Verschwendung von Lebensmitteln seit 2015 den Kampf angesagt. Restaurants entsorgen abends regelmäßig beträchtliche Mengen von überschüssigen, aber noch frischen Lebensmitteln im Müll. Durch Too Good To Go können Gastronomen nun zubereitetes, aber nicht verkauftes Essen zu vergünstigten Preisen über die App anbieten, um es so vor der Mülltonne zu bewahren. Die Gastronomen haben somit mehr Einnahmen und als Kunde erhält man günstige, frische Mahlzeiten in einer Überraschungsbox. Eine Win-Win-Situation für Gastronomie, Kunden und die Umwelt.

Plant Jammer

Du willst in den Urlaub fahren und dein Kühlschrank ist voll von Resten, die sich scheinbar nicht verwerten lassen? Der Kühlschrank platzt aus allen Nähten, aber du findest trotzdem nichts zu essen? Die Kreativität steht auf dem Schlauch? Die Lösung findest du mit der App Plant Jammer. Plant Jammer verfügt über einen mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Koch, der schnell und leicht Rezepte aus den vorrätigen Zutaten erstellen kann. Ob Wok, Suppe, Pizza, Pasta, Salat, Tacos, Porridge, Risotto, Quiche, Eintopf, Dips und vieles mehr: die circa 3 Millionen Rezepte werden vom programmierten Profi-Koch für dich durchforstet und zusammengestellt. Durch Plant Jammer wird das Reste-Essen wieder attraktiv.

Etepetete

Etepetete distanziert sich von der Norm. Ob die Kartoffel oder die Zucchini krumm oder schief ist, das interessiert nicht – hier kommt alles vom Feld in die Box. Frisch, gesund und vor allem regional – in diesem Online-Shop werden getreu nach dem Motto „Think outside the box“ Lebensmittel, die es aufgrund ihres Aussehens nicht in den Supermarkt schaffen, frisch vom Feld direkt an die Haustür gebracht. Etepetete hat ein Netzwerk mit Bio-Bauern geschaffen, von denen man sich in gewünschten Intervallen mit krummem Obst und Gemüse beliefern lassen kann.

SIRPLUS

Unter diesem Namen versteckt sich der erste Supermarkt Berlins, der Nahrungsmittel rettet und zurück in den Kreislauf führt. Das SIRPLUS Team verkauft überschüssige, zu kleine, krumme, zu alte oder einfach andersartige Produkte. Der Supermarkt verfügt sogar über seinen eigenen Online-Shop mit Lieferung innerhalb des gesamten Bundesgebiets. Lebensmittelrettung soll Mainstream gemacht werden. Ziel ist es, Überproduktion nachhaltig zu reduzieren und die Ressourcen unseres Planeten zu bewahren.

Foodsharing

Ein anderes Konzept gegen Lebensmittelverschwendung verfolgt die Plattform Foodsharing. Lebensmittel werden hier online für alle zugänglich angeboten. Hier können sich zum Beispiel Privatpersonen anmelden, die in den Urlaub fahren und deshalb gerne übrig gebliebene Lebensmittel kostenlos abgeben möchten. Außerdem holen einige ehrenamtliche Mitarbeiter Essen aus Betrieben und stellen dieses ebenfalls bei Foodsharing ein oder verteilen es an Tafeln und andere gemeinnützige Vereine.

 

Wie gehen Supermärkte mit Lebensmittelverschwendung um?

Containern: Mit diesem Wort umschreibt man die Entwendung von Lebensmitteln aus Müllcontainern, welche vorher von Supermärkten weggeworfen wurden. Für etwas, das viele als das „Retten von Lebensmitteln“ bezeichnen würden, müssen sich zwei Studentinnen nun vor Gericht verantworten. Für den Marktleiter und die Staatsanwaltschaft in München gilt dies als besonders schwerer Diebstahl.

Während viele Filialleiter sich weiter starr an die Wegwerf-Kultur halten, versuchen andere hingegen umzudenken. Einige Märkte spenden bereits Produkte, welche sich drei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum befinden, an die Tafel. Ein Supermarkt-Betreiber aus dem Landkreis Regensburg hat dieses System noch weiter ausgefeilt und verschenkt sogar die Lebensmittel, die er nicht mehr verkaufen kann oder die Tafel nicht möchte. Dazu hat er sogenannte Foodsharing-Boxen in zwei seiner Filialen in Bernhardswald und Wenzenbach aufgestellt.

Raphael Dirnberger möchte damit die Lebensmittelverschwendung reduzieren. Viele der Kunden haben sich zuvor an den Müllcontainern bedient, was er als unwürdig erachtete, sodass er sich für das Verschenken entschied. Um dieses Konzept umzusetzen, nutzt er eine Gesetzeslücke: Supermärkten ist es gesetzlich untersagt, Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu verkaufen. Das Verschenken hingegen ist legal.
Neben Raphael Dirnberger gibt es einige andere Filialleiter, welche das Konzept ebenfalls begeistert ausführen. Neben der positiven Resonanz, die die Märkte dadurch unter anderem in den sozialen Medien erhalten, werden Abfälle reduziert und die Ressourcen geschont.

Ob Etepetete, To Good to Go oder ein großzügiger Markt-Betreiber: All diese Entwicklungen zeigen, dass es einige Wege gibt in unserer konsumorientierten Überschuss- und Wegwerfgesellschaft wieder ein neues Bewusstsein für Lebensmittel und für unsere Umwelt zu generieren. Unsere hochentwickelte Technik unterstützt uns auf diesem Weg.

 

Quellen

Bayrischer Rundfunk:

Giga: „To Good To Go“, „Zu gut für die Tonne“ und Co.
HR-Fernsehen: Mit Lebensmittelrettern unterwegs
Sueddeutsche: Lebensmittelverschwendunng – das kann man noch essen
Taste the Waste
Welthungerhilfe: Lebensmittelverschwendung

 

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BP und CSR: Eine Tragödie in fünf Akten

Viele schreiben über die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko: Biologen mahnen, Physiker rechnen, Chemiker prüfen und PR-Praktiker hören zu. Ob Natur-, Geistes-, oder Kommunikationswissenschaft – Die Umweltkatastrophe veranschaulicht viele Theorien in der Praxis.

So verschieden die Perspektiven, so ähnlich das Fazit: Eine Katastrophe, die einem Drama gleicht. Ein Trauerspiel mit BP in der Hauptrolle. Eine Tragödie in fünf Akten.

Eine etwas andere Betrachtung.

Erster Akt – Vom Aufziehen des Sturms

Die Sonne geht auf, wandert über den Horizont und wirft lange Schatten über Felder. Gräser erstrecken sich zwischen Feldwegen und Flussläufen, dazwischen wachsen Sonnenblumen, es riecht nach gemähtem Gras. Durch die Sonne erstrahlt das Land in Regenbogenfarben, sie spendet Energie und ist der Antrieb des Lebens. Die Welt eingehüllt in den Mantel der Natürlichkeit. Ein Unternehmen eingehüllt in den Mantel der Nachhaltigkeit – das sagt uns das Logo von BP: Die Sonne im Zentrum als Energiequelle, umgeben von der Natur…

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CSR im Sponsoring

Ein interessantes Interview mit Dr. Norbert Taubken, Business Director bei der CSR-Beratung Scholz & Friends Reputation, gibt es in CSR News über das Zusammenspiel von Sponsoring und CSR bei der Fußball WM 2010 in Südafrika. Er ist der Meinung, dass Unternehmen, die die WM nur zu Werbezwecken nutzen wollen besonders von negativer Presse getroffen werden können und Unternehmen schon heute mit ihrem Engagement starten müssen, um tragfähige Beziehungen aufzubauen und Glaubwürdigkeit zu beweisen.

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Coca Cola und WWF starten Schülerwettbewerb

Im Sinne der Corporate Social Responsibility hat das Unternehmen Coca-Cola heute gemeinsam mit der Umweltorganisation WWF den bundesweiten Schülerwettbewerb „Mach ’ne Welle“ gestartet. Das Thema: Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser. Schüler der siebten bis zehnten Klasse sollen in kleinen Teams einen Videoclip zum Thema „Lebensquelle Wasser“ entwickeln. Gewinnen können sie einen Drehtag mit dem Regisseur Sven Unterwaldt, der gemeinsam mit den Schülern deren Idee verfilmt.

Unterstützt wird das Projekt von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der „die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb übernommen hat“ (www.machnewelle.de). Die Coca-Cola GmbH engagiert sich auch in anderen Bereichen aktiv für die Umwelt. Zum Schutz der Süßwasserressourcen hat sie mit dem WWF eine mehrjährige Partnerschaft gestartet.

„Das Engagement der The Coca-Cola Company in Höhe von 20 Millionen US-Dollar soll dazu beitragen, gemeinsam mit dem WWF sieben der bedeutendsten Süßwasser-Einzugsgebiete der Welt zu erhalten und die Wassernutzung in den Betrieben und der globalen Beschaffungskette noch effizienter zu machen.“ (coca-cola-gmbh.de)

Aus dieser Partnerschaft entstand nun der Wettbewerb „Mach ’ne Welle“, mit dem die beiden Initiatoren Deutschlands Schüler für den Wasserschutz begeistern wollen. Auch andere Unternehmen gehen regelmäßig Kooperationen mit Organisationen ein, um sich öffentlich für die Umwelt einzusetzen. Wer herausragende Beispiele kennt, darf diese gerne in den Kommentaren loswerden.

Thema gefunden auf: Horizont.net

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Die Corporate Social Responsibility einer „grünen“ Suchmaschine

„Das Internet ist der wahre Klimakiller“ titelte Welt Online am 22. September 2007. Der Autor meint: „Die New York Times hat den Stromverbrauch von Google untersucht. Ergebnis: Jede Suchanfrage braucht so viel Strom, wie eine Energiesparlampe in einer Stunde.“ Nicht übel für einen kleinen Mausklick – wenn man das so pauschal sagen kann.

Es schwappte eine Welle der Diskussion durchs Netz, über die mal mehr (handelsblatt.com), mal weniger (Tagesschau.de) bösen Server und Suchmaschinen. Gestern startete die laut Selbstbeschreibung weltweit erste „grüne“ Suchmaschine namens Ecocho.com/de wie Eco=Umwelt und cho=super (jap.). Die australische Betreiberfirma Ecocho kauft für die Suchanfragen Emissionszertifikate bei der australischen CO2-Ausgleichsbehörde Greenhouse Gas Abatement Scheme (GGAS). Mit den Zertifikaten werden dann in Australien Bäume gepflanzt. Mit jeder tausendsten Suchanfrage sollen zwei neue Bäume gepflanzt und so die CO2-Belastung der Atmosphäre gesenkt werden.

Das Unternehmen finanziert sich durch Werbeeinahmen. Ob man die Umweltbewusstheit von Ecocho nun als „berechnende Geschäftstrategie“ oder als eine gute Möglichkeit der Corporate Social Responsibility sehen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Leider musste ich auf das Suchergebnis etwas länger warten als bei Google oder Yahoo – obwohl Ecocho die Technologien von Google und Yahoo verwendet. Aber wenn die Sache wirklich Bäume zum Wachsen bringt – warum nicht?

Zur Original-Pressemeldung

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Corporate Social Responsibility: Das Motiv ist entscheidend

Spätestens seit dem UNICEF-Spendenskandal ist das Vertrauen der Deutschen in Spendenorganisationen getrübt. Es wird lange Zeit brauchen, bis die entstandenen Schäden repariert sind und das seit Jahren stagnierende Spendenaufkommen in Deutschland wieder einen Aufschwung erlebt. Diese Notlage machen sich einige Unternehmen der freien Wirtschaft zu Eigen. Zunehmend entdecken diese ihre soziale Seite und setzen sich unter dem Deckmantel der Corporate Social Responsibility (CSR) für soziale Belange ein.

Vom Grundsatz her eine gute Idee, wären da nicht Entwicklungen die Spießer Alfons als psychologischen Kaufzwang bezeichnet. Denn nur wenn ich das Wasser einer bestimmten Firma kaufe, sorge ich dafür, das Äthiopische Kinder nicht verdursten und die Kinderarmut in Deutschland kann ich nur bekämpfen, wenn ich meinen Handyvertrag bei dem Anbieter XY abschließe. Der Umkehrschluss hieraus lautet: Nur wenn ich kaufe, kann ich Gutes tun. Wie Spießer Alfons halte auch ich diese Entwicklung für fragwürdig. Ein Unternehmen präsentiert sich selbst als großen barmherzigen Samariter, trägt aber im Endeffekt nicht selbst zur Verbesserung der Welt bei, sondern spannt sowohl NPOs als auch den Verbraucher vor den eigenen Karren.

Das mag ideologisch und naiv klingen, aber wo bleibt der soziale Gedanke, wenn Unternehmer bei der CSR nur die eigene Kasse im Kopf klingeln hören. Natürlich bewirkt eine solche Kooperation im Idealfall eine Imagesteigerung, die auch eine Gewinnmaximierung mit sich bringt. Unternehmen sollen durchaus von ihrem soziales Engagement profitieren. Gerade als angehender PR-Berater halte ich die CSR für Gut und Wichtig. Ich würde ebenfalls mit einer solchen Partnerschaft versuchen, mein Unternehmensimage nachhaltig zu verbessern. In meine Augen wirkt eine Partnerschaft jedoch nur dann glaubwürdig, wenn das Unternehmen eigenen Schweiß, Geld und Engagement in diese Partnerschaft legt.

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Wintersemester: Vier Projekte und viel Online-Kram

So, nachdem nun das Wintersemester begonnen hat, wird es höchste Zeit, die PR-Fundsachen wieder richtig in Gang zu bringen. Im Wesentlichen werden hier in den nächsten Wochen die 16 Studenten des PR-Schwerpunkts unseres Studiengangs wieder bloggen. Doch was beschäftigt uns in diesem Semester neben den PR-Fundsachen? Kurz: Diesmal sind es gleich vier Projekte, ein hochschulübergreifendes Seminar, und auch das zuletzt etwas vernachlässigte PR-Wiki wollen wir wieder etwas füttern.

Doch der Reihe nach: Im Mittelpunkt des Semesters stehen (zumindest emotional) die Projekte, in denen die Studierenden für einen Praxispartner ein Projekt erarbeiten. Haben wir uns in der Vergangenheit meist pro Semester ein recht großes Projekt vorgenommen und das Team von 15 bis 25 Studenten arbeitsteilig koordiniert, so habe ich in diesem Semester zum ersten Mal vier kleinere, voneinander unabhängige Projekte vereinbart, so dass wir nun in Vierer-Teams arbeiten, was der Realität z.B. in Agenturen sicher näher kommt.

Worum geht es konkret?

Projekt 1: Planung und Umsetzung von Online- und Offline-PR für das Museum Bergér, ein kleines privates Museum in Eichstätt, das eine bekannte Fossiliensammlung beheimatet. Das private Museum wird gerade nach einer neuen didaktischen Konzeption umgebaut.

Projekt 2: Wissenschaftskommunikation: Für eine Wissenschaftsorganisation entstehen gerade Videos zu verschiedenen Forschungsprojekten. Aufgabe ist, eine Konzeption zu erstellen, um das Ganze im Web zu präsentieren sowie PR-Maßnahmen zu planen, um die neue Plattform bekannt zu machen.

Projekt 3: Heute ist das Mitarbeiterblog von Daimler online gegangen. In unserem Projekt geht es darum, dieses Blog zu begleiten. Dazu gehört Monitoring zum Blog (Reaktionen im Web zum Projekt) und Vorschläge zur Weiterentwicklung des Blogs zu entwickeln.

Projekt 4: PR-Frühstücksfernsehen (Arbeitstitel): Eine PR-Agentur plant einen Videocast zu aktuellen PR-Themen. Aufgabe ist die Entwicklung eines redaktionellen Konzeptes und das Erstellen erster Beiträge. Dabei werden wir auch klären, ob es Bezüge zu ähnlichen derzeit geplanten Projekten gibt.

Und sonst? Inhaltliche Schwerpunkte des Semesters sind Online-Kommunikation (jeglicher Couleur), Kultur (Kultur-PR genauso wie Unternehmenskultur/CSR), Nonprofit-Kommunikation und PR-Ethik. Hinzu kommen u.a. Marketing, eine Textwerkstatt oder ein Workshop zu Sprecherziehung und Stimmbildung.

An mein vierstündiges PR-Seminar ist das Bloggen in den PR-Fundsachen angedockt, ebenfalls wird es wieder die Fünf-Minuten-Themen geben. Dies sind Referate mit freier Themenwahl (einzige Einschränkung: PR-Bezug muss vorhanden sein), die maximal fünf Minuten dauern dürfen. Die Idee ist, ein Thema kurz und knapp als relevant vorzustellen (ähnlich dem Elevator Pitch). Zu jedem Referat entsteht ein kleiner Artikel im PR-Wiki. Wir werden die Texte dann von hier aus verlinken.

Und schließlich biete ich gemeinsam mit meinem Eichstätter Kollegen Prof. Dr. André Habisch ein Seminar zu CSR und PR an, zu dem wir seine BWL-Studenten und unsere PR-Studenten zusammenspannen. Sie sollen in interdisziplinären, virtuellen Teams CSR-Konzepte und die Kommunikation dazu entwickeln. Allerdings erst nach einem gemeinsamen Workshop Anfang November.

So, und nun haben hier wieder die Studenten das Sagen, ich verziehe mich wieder ins Depot 😉

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