Foodsharing-Apps und andere Tipps gegen Verschwendung

Du suchst nach Möglichkeiten gegen Food Waste? Dann bist du goldrichtig. Welche Apps, Seiten oder Tools man wie nutzen kann, um Lebensmittel günstig zu erwerben, vor der Tonne zu „retten“ oder doch noch in leckeren Gerichten zu verwerten, erfährst du hier.

Das Ausmaß der Verschwendung ist erschreckend. Weltweit landen mehr als ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. Pro Kopf werden in Deutschland jährlich circa 82 Kilogramm Essen im Wert von rund 235 Euro weggeschmissen. Jeder zweite Kopfsalat und jede zweite Kartoffel werden schon während der Ernte aussortiert. Gemüse, das der offiziellen optischen Norm nicht entspricht, schafft es gar nicht erst in den Supermarkt.

Wir kaufen oft mehr, als wir brauchen. Schmeißen Produkte schon weg, wenn das Haltbarkeitsdatum naht und kochen größere Portionen, als wir sie tatsächlich essen können. Absurd, wenn man sich vor Augen führt, dass mehr als 815 Millionen Menschen weltweit hungern.

Sinnloser Verschwendung muss entgegengewirkt werden, denn produzierte und vor allem noch genießbare Lebensmittel sollten auch konsumiert werden. Um Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten, muss man nicht mehr in den Container des nächsten Supermarktes steigen. Gegen Lebensmittelverschwendung kann mittlerweile jeder etwas tun – ganz leicht vom Smartphone aus. Denn inzwischen wurden zahlreiche Apps entwickelt und Unternehmen gegründet, die lokalisieren, wo sich zu rettende Lebensmittel befinden oder wie man diese am besten verwertet.

Was ist Foodsharing?

Foodsharing ist eine Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Insgesamt gibt es in Deutschland bereits 3000 Betriebe und 25.000 Freiwillige, die am Food Sharing Konzept teilnehmen. Dadurch wurden bisher rund 7,8 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Tonne gerettet. Pro Tag finden in etwa 1.000 Abholungen statt, bei denen jedermann die Möglichkeit hat, kostenlos oder gegen kleines Geld Lebensmittel zu bekommen.

Food Sharing funktioniert nur durch freiwillige Helfer und Spender, die das Essen in Supermärkten, Restaurants oder von Privatpersonen abholen. Die Lebensmittel werden dann zu sogenannten „Fairteilern“- und somit unter die Menschen gebracht.

 

Auf den Teller, statt in die Tonne

Schluss mit der Wegwerfmentalität: Mit diesen Tipps, Apps und Tools fällt das Lebensmittelretten leicht.

Too Good To Go

Das Startup-Unternehmen aus Dänemark hat der Verschwendung von Lebensmitteln seit 2015 den Kampf angesagt. Restaurants entsorgen abends regelmäßig beträchtliche Mengen von überschüssigen, aber noch frischen Lebensmitteln im Müll. Durch Too Good To Go können Gastronomen nun zubereitetes, aber nicht verkauftes Essen zu vergünstigten Preisen über die App anbieten, um es so vor der Mülltonne zu bewahren. Die Gastronomen haben somit mehr Einnahmen und als Kunde erhält man günstige, frische Mahlzeiten in einer Überraschungsbox. Eine Win-Win-Situation für Gastronomie, Kunden und die Umwelt.

Plant Jammer

Du willst in den Urlaub fahren und dein Kühlschrank ist voll von Resten, die sich scheinbar nicht verwerten lassen? Der Kühlschrank platzt aus allen Nähten, aber du findest trotzdem nichts zu essen? Die Kreativität steht auf dem Schlauch? Die Lösung findest du mit der App Plant Jammer. Plant Jammer verfügt über einen mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Koch, der schnell und leicht Rezepte aus den vorrätigen Zutaten erstellen kann. Ob Wok, Suppe, Pizza, Pasta, Salat, Tacos, Porridge, Risotto, Quiche, Eintopf, Dips und vieles mehr: die circa 3 Millionen Rezepte werden vom programmierten Profi-Koch für dich durchforstet und zusammengestellt. Durch Plant Jammer wird das Reste-Essen wieder attraktiv.

Etepetete

Etepetete distanziert sich von der Norm. Ob die Kartoffel oder die Zucchini krumm oder schief ist, das interessiert nicht – hier kommt alles vom Feld in die Box. Frisch, gesund und vor allem regional – in diesem Online-Shop werden getreu nach dem Motto „Think outside the box“ Lebensmittel, die es aufgrund ihres Aussehens nicht in den Supermarkt schaffen, frisch vom Feld direkt an die Haustür gebracht. Etepetete hat ein Netzwerk mit Bio-Bauern geschaffen, von denen man sich in gewünschten Intervallen mit krummem Obst und Gemüse beliefern lassen kann.

SIRPLUS

Unter diesem Namen versteckt sich der erste Supermarkt Berlins, der Nahrungsmittel rettet und zurück in den Kreislauf führt. Das SIRPLUS Team verkauft überschüssige, zu kleine, krumme, zu alte oder einfach andersartige Produkte. Der Supermarkt verfügt sogar über seinen eigenen Online-Shop mit Lieferung innerhalb des gesamten Bundesgebiets. Lebensmittelrettung soll Mainstream gemacht werden. Ziel ist es, Überproduktion nachhaltig zu reduzieren und die Ressourcen unseres Planeten zu bewahren.

Foodsharing

Ein anderes Konzept gegen Lebensmittelverschwendung verfolgt die Plattform Foodsharing. Lebensmittel werden hier online für alle zugänglich angeboten. Hier können sich zum Beispiel Privatpersonen anmelden, die in den Urlaub fahren und deshalb gerne übrig gebliebene Lebensmittel kostenlos abgeben möchten. Außerdem holen einige ehrenamtliche Mitarbeiter Essen aus Betrieben und stellen dieses ebenfalls bei Foodsharing ein oder verteilen es an Tafeln und andere gemeinnützige Vereine.

 

Wie gehen Supermärkte mit Lebensmittelverschwendung um?

Containern: Mit diesem Wort umschreibt man die Entwendung von Lebensmitteln aus Müllcontainern, welche vorher von Supermärkten weggeworfen wurden. Für etwas, das viele als das „Retten von Lebensmitteln“ bezeichnen würden, müssen sich zwei Studentinnen nun vor Gericht verantworten. Für den Marktleiter und die Staatsanwaltschaft in München gilt dies als besonders schwerer Diebstahl.

Während viele Filialleiter sich weiter starr an die Wegwerf-Kultur halten, versuchen andere hingegen umzudenken. Einige Märkte spenden bereits Produkte, welche sich drei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum befinden, an die Tafel. Ein Supermarkt-Betreiber aus dem Landkreis Regensburg hat dieses System noch weiter ausgefeilt und verschenkt sogar die Lebensmittel, die er nicht mehr verkaufen kann oder die Tafel nicht möchte. Dazu hat er sogenannte Foodsharing-Boxen in zwei seiner Filialen in Bernhardswald und Wenzenbach aufgestellt.

Raphael Dirnberger möchte damit die Lebensmittelverschwendung reduzieren. Viele der Kunden haben sich zuvor an den Müllcontainern bedient, was er als unwürdig erachtete, sodass er sich für das Verschenken entschied. Um dieses Konzept umzusetzen, nutzt er eine Gesetzeslücke: Supermärkten ist es gesetzlich untersagt, Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu verkaufen. Das Verschenken hingegen ist legal.
Neben Raphael Dirnberger gibt es einige andere Filialleiter, welche das Konzept ebenfalls begeistert ausführen. Neben der positiven Resonanz, die die Märkte dadurch unter anderem in den sozialen Medien erhalten, werden Abfälle reduziert und die Ressourcen geschont.

Ob Etepetete, To Good to Go oder ein großzügiger Markt-Betreiber: All diese Entwicklungen zeigen, dass es einige Wege gibt in unserer konsumorientierten Überschuss- und Wegwerfgesellschaft wieder ein neues Bewusstsein für Lebensmittel und für unsere Umwelt zu generieren. Unsere hochentwickelte Technik unterstützt uns auf diesem Weg.

 

Quellen

Bayrischer Rundfunk:

Giga: „To Good To Go“, „Zu gut für die Tonne“ und Co.
HR-Fernsehen: Mit Lebensmittelrettern unterwegs
Sueddeutsche: Lebensmittelverschwendunng – das kann man noch essen
Taste the Waste
Welthungerhilfe: Lebensmittelverschwendung

 

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