Als wäre der Ärger für Sony BMG nicht schon groß genug: nicht nur hat das Unternehmen mit dem hackerfreundlichen Kopierschutz XPC massenhaft seine Kunden verärgert und deren Vertrauen verspielt, nun muss der Konzern auch ein juristisches Nachspiel befürchten. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet will der US-Bundesstaat Texas Sony nun verklagen - auf bis zu 100.000 US-Dollar Bußgeld pro verkaufter CD.
Dass immer mehr Unternehmen Weblogs als neues Kommunikationsmittel entdecken, ist ja nun für uns nichts Neues mehr. Dass diese Tatsache nun ein Thema für die dpa geworden ist, dafür um so mehr. Zunehmend richtet sich offenbar auch die massenmediale Aufmerksamkeit auf die CorpBlogs.
Nach dem PR-Supergau um Sonys hackerfreundlichen Kopierschutz rudert das Unternehmen nun kräftig zurück. Berichten des Insider-Magazins Slashdot.org und der Washington Post zu Folge plant Sony jetzt eine großangelegte Rückkaufaktion für die mit dem sogenannten "Rootkit" ausgestatteten Produkte.
...zumindest in den USA, und wenn man einer Umfrage der PR-Agentur Burson-Marsteller und der PR-Week glaubt: Zwei Drittel der 131 befragten Unternehmenschefs gaben an, mit Blogs einigermaßen vertraut zu sein, und etwa jeder Fünfte glaubt, dass sein Unternehmen in den kommenden zwei Jahren ein Corporate Blog betreiben wird. Und schon heute bloggen laut Studie nicht wenige Chefs: Immerhin sieben Prozent der befragten CEOs sind demnach Blogger.
Aus deutscher Sicht eher überraschende Zahlen - und auch die anderen Ergebnisse der Befragung sind aus unserer Warte erstaunlich.
Das PR-Debakel wegen Sonys "XPC-Rootkit"-Kopierschutz geht weiter: Microsofts Anti-Spyware Programme sollen einem Bericht zufolge zukünftig Teile des Kopierschutzes entfernen:
"Offenbar sieht Microsoft eine zu große Gefahr in der Sony-BMG-Software und befürchtet, dass sich Viren oder Trojaner dahinter verbergen könnten. Einen ersten Trojaner, der dies tut, haben die Antivirenexperten von Bitdefender bereits ausgemacht."Das Vertrauen der bisher drei Millionen Kunden zurückzugewinnen dürfte schwierig werden, was aber bei Sony offensichtlich noch nicht angekommen ist.
Einem Bericht des SPIEGEL zufolge geht die PR-Schlacht um Wal-Mart in die nächste Runde: Nach Sammelklagen, Boykottaufrufen, Fernsehspots, Online-Kritik (Websites,Blogs), Anzeigen in der Zeitung "USA Today", Internet-Werbung und öffentlicher Konzern-Kritik von demokratischen Politikern kommt jetzt eine 16:9-Breitseite der Wal-Mart-Gegner in die Kinos. Die Abrechung im Stil von Michael Moore offenbart dem geneigten Konsumenten, warum er seinen Bedarf besser beim netten Kaufmann um die Ecke decken soll, anstatt beim größten Einzelhandelskonzern der Welt: schlechte Arbeitsbedingungen, verödete Kleinstädte und ein ruinierter Mittelstand gäbe es ohne Wal-Mart wohl nicht oder zumindest seltener.
Was vermitteln britische, deutsche oder amerikanische Medien jenseits von Terroranschlägen und Demonstrationen fundamentalistischer Muslime über die arabische Welt? Laut Aussage deutscher Korrespondenten beschränkt sich die westliche Berichterstattung auf die Wiedergabe von Terroranschläge und ihre grausamen Folgen, während kulturelle Themen oder Alltagsgeschichten aus den Gebieten kein Platz mehr finden.
Neues von der neoliberalen Front: Die INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) gerät zunehmends in den negativen Fokus der Medien. Das passt den Lenkern der INSM, Tasso Enzweiler und Dieter Rath, überhaupt nicht. Ab sofort wird scharf zurückgeschossen - und zwar in der untersten Schublade. Wie es jüngst in Freitag zu lesen war, bedient sich die INSM fortan der neuesten PR-Waffe aus den USA - dem "Blaming".
