Wie arbeiten die PR-Fundsachen?

Bild mit Schriftentwürfen
Bildquelle: Wikimedia Commons, Autor: Janpha Thadphoothon

Unsere PR-Fundsachen gibt es schon seit einigen Semestern. Dieser Blog hat sich als Übungswiese für die PR-Studenten der Hochschule Darmstadt etabliert, in dem sie eigene Ideen und Beobachtungen für andere PR-Profis und Studenten veröffentlichen. An dieser Stelle erklären wir mal wie der Blog eigentlich gefüttert wird.

Der Blog begleitet uns Studenten während dem 4. Semester. In dieser Zeit schreiben wir Artikel über relevante Veranstaltungen die wir besucht haben, Themen die uns selbst interessieren und machen unsere 5-Minuten Kurzvorträge für die Öffentlichkeit greif- und nachvollziehbar.

Jeder Student muss im Lauf des Semesters „Redaktionsdienst“ absolvieren und in dieser Zeit ein bis zwei Artikel veröffentlichen bzw. redigieren. Zusätzlich schreibt jeder Student nach seinem Kurzvortrag, den er vorher im Seminar präsentiert hat, einen Artikel zum Thema des Vortrags.

Damit der Blog aber auch öffentlich wahrgenommen wird, haben wir eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account, welche von jeweils zwei freiwilligen gepflegt werden.

Für den Fall, dass in einer bestimmten Woche kein gutes Thema auftaucht haben wir Studenten auch eine Liste mit „zeitlosen“ Themen eingeführt.

Es bleibt also spannend bei den PR-Fundsachen und wir wünschen viel Spaß mit den neuen Artikeln!

Autorin: Julia Anna Moor

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Sport lohnt sich: Interview mit MapCase

Den Alltag spielend meistern: Der Trend der Gamification greift um sich und zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Das Start-up MapCase mit Sitz in Mainz hat diese Strömung aufgegriffen und seine eigene Vision in die Tat umgesetzt. Mit ihren Apps MAPtoSNOW, MAPtoHIKE und MAPtoBIKE wollen sie Menschen animieren, mehr Sport zu treiben – natürlich gegen Belohnungen. Gründer Dominik Kneissl und Marketingexperte Xaver Wegmann erzählen uns im Interview, was Gamification überhaupt ist, welche Hürden sie auf dem Weg zur Selbstständigkeit überwinden mussten und warum Fehler manchmal gut sind.

PR-Fundsachen: Wie funktionieren eure Apps?

Xaver: Die Apps sind ganz simpel aufgebaut. Man zeichnet seine sportliche Aktivität auf (Tracking) und gewinnt dabei Medaillen, kann an Wettbewerben von MapCase Partnern oder Schnitzeljagden teilnehmen. Hinter einigen Pins liegen Belohnungen von den MapCase Partnern, welche zusätzlich den Kunden motivieren sollen. Beispielsweise konnte man im Winter für seine Leistungen eine Reise nach Kanada über INTERSPORT gewinnen. Wir nutzen also die Dynamik, Mechanik und die Regeln von Gamification, um die User zu  mehr Sport zu motivieren. Damit das auch ohne Internet funktioniert, nutzen wir GPS.

MAPtoSNOW: die verdiente Belohnung
MAPtoSNOW: Wer fleißig ist, soll belohnt werden

PR-Fundsachen: Was ist das Geschäftsmodell dahinter?

Dominik:  Wir haben drei verschiedene Kundengruppen: Tourismusverbände und Skigebiete, große Marken wie BMW, Intersport, Atomic – alles, was prinzipiell mit dem Sportbereich zu tun hat -. und lokale Betriebe wie Hotels, Restaurants, Diskotheken, Bars, Sportgeschäfte in einer bestimmten Region. Diese kriegen die Exklusivität auf den User, der sich gerade in der entsprechenden Region bewegt. Der Kunde kann so extrem effektives Marketing machen. Wir grenzen jeglichen Streuverlust vorher aus. Wenn man das vergleicht mit einer Fernsehwerbung: da erreicht man Omis, Opis, Kleinkinder, obwohl man vielleicht nur die Frauen zwischen 25 und 30 erreichen will.

: Was ist überhaupt Gamification?

Xaver: Die allgemeine Definition ist der Einsatz spielerischer Elemente in einem Kontext, in dem normalerweise keine Spiele vorkommen. Gamification an sich ist eigentlich auch nichts Neues. Wissenschaftler erforschen schon lange den Reiz von Spielen wie Uno oder Monopoly und setzen die Erkenntnisse über die Spieledynamik und -techniken in einem neuen Kontext ein.

Dominik:  Das kann man zum Beispiel auf Personal anwenden. Die Leute, die mehr Sport machen, bekommen mehr Urlaubstage. Wer spritsparend Auto fährt, erhält einen Bonus. Wir machen das mit Sport und belohnen die Leute mit Coupons, aber ohne das Unternehmen als Plattform zu haben.

PR-Fundsachen: Wie ist MapCase entstanden?

Dominik: Ich habe 2011 das Unternehmen mit meinem Bruder gegründet. Die Idee ist aber schon viel früher entstanden mit einem anderen ursprünglichen Gründerteam. Wir waren damals auf der Olympiade 2010 und fragten uns, wie man Menschen belohnen und motivieren kann, mehr Sport zu machen. Nach der ersten Idee, kamen die ersten Erfolge. Wir wurden vom Förderprogramm der Europäischen Raumfahrtbehörde aufgenommen und von EXIST, das ist ein Stipendium, gefördert. Dann hat sich das Gründerteam erst einmal zerklüftet, weil nach diesem ersten Erfolg die Visionen auseinandergelaufen sind. Aber das war der Punkt, an dem es erst richtig losging.

MAPtoHIKE:
MAPtoHIKE: Wer gewinnen will, muss sich ranhalten

PR-Fundsachen: Wie habt ihr diese erste Hürde überwunden?

Dominik: Naja, wir standen da und hatten eigentlich nichts: keinen Entwickler, kein fertiges Produkt, kein Geld. Wir dachten uns, entweder wir lassen es sein oder wir gehen All-in. Ich bin dann los und habe im Prinzip ein unvollständiges Produkt an Skigebiete verkauft. Ich bin zu Kunden gefahren, habe Leute am Telefon bequatscht und im Auto geschlafen. Mein Auto ist irgendwann nicht mehr angesprungen, das konnte ich auf den Schrottplatz stellen, aber nach drei Monaten hatte ich neun zahlende Kunden. Mit dem Geld haben wir externe Entwickler finanziert, um überhaupt das Produkt zu bauen. Wir haben den ersten Investor gefunden und dann innerhalb von einem Jahr 13 Leute eingestellt. Nach eineinhalb Jahren arbeiten jetzt mit externen Mitarbeitern 22 Leute an den Produkten. Im Juni kam auch noch MAPtoHIKE  and MAPtoBIKE, mit denen wir dann vermarktungstechnisch viel breiter gehen und jetzt hier in Deutschland stark aktiv werden. Bisher waren wir nur auf die Alpen beschränkt.

PR-Fundsachen: Wie viel Aufwand habt ihr in die PR gesteckt?

Xaver: Wir hatten anfangs mit einer PR-Agentur zusammen gearbeitet. Wir mussten aber schon immer die Pressemitteilungen selbst verfassen. Die haben wir in den Skigebieten veröffentlicht. Dazu kamen immer mehr die Erfolge wie Preise oder Awards. Letztes Jahr haben wir auf zwei Messen App-Preise gewonnen. Wir haben beim German Accelerator gewonnen und können ab Oktober zwei Teammitglieder nach Silicon Valley schicken.

Unser Ziel, eine interne PR-Stelle zu schaffen, haben wir gerade erreicht. Nur wenn man das Startup-Flair und das ganze Team mitbekommt, kann man auch wirklich authentisch berichten.

PR-Fundsachen: Welche anderen Schwierigkeiten sind euch begegnet?

Dominik: Oh, so viel. Eigentlich gab es jeden Tag Dinge, die mich überrollt haben. Und man hat auch viele Fehler gemacht und unter Umständen hat man sich mal richtig verbrannt. Aber das gehört dazu. Ich glaube, das war ganz richtig so, dass ich die Fehler selbst gemacht habe, weil ich erst dadurch gelernt habe, was richtig und falsch ist. Wenn mich jemand, wie Papa oder Mama an die Hand nimmt und sagt: “Mach das nicht!”, dann wüsste ich, sobald sie mich loslassen, trotzdem noch nicht, was ich machen müsste.

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Das erste Mal beim Webmontag in Frankfurt

Meine Kommilitonen und ich sind angehende PR- und Medienmenschen, zum Großteil Digital Natives. Was Networking in der Online-Community angeht, sind wir aber noch blutige Anfänger. Immerhin weiß ich: Leute lernt man trotz Twitter & Co. immer noch am Besten offline kennen, zum Beispiel auf dem Webmontag in Frankfurt. Die Veranstaltung kannte ich zwar schon länger, aber irgendwie hatte es sich nie ergeben, sie zu besuchen. Als fest stand, dass wir ein Projekt aus dem letzten Semester beim Webmontag am 14.April vorstellen würden und noch jemand für die Präsentation gesucht wurde, beschloss ich, dass es Zeit wäre, mich aus meiner Komfort-Zone heraus zu bewegen und die Menschen aus diesem Internet mal kennen zu lernen.

Wir stellen das Communication Camp auf dem Webmontag in Frankfurt vor

Foto: Clemens Riemenschneider
Foto: Clemens Riemenschneider, CC-BY-NC-SA

Nach der Ankunft am Montagabend wird aber schnell klar, dass es heute keine Gelegenheit geben wird, sich mit neuen Leuten auszutauschen: Die Zeit vor Beginn und in der Pause brauchen wir, um mit dem Team die letzten Details der Präsentation zu diskutieren und mit den Veranstaltern technische Fragen zu besprechen. Obwohl ich nicht alleine auf der Bühne stehen werde, bin ich ein wenig aufgeregt, denn vor so vielen fremden Menschen habe ich noch nie präsentiert. Die Aufregung legt sich aber, denn die Stimmung ist unglaublich locker und nett. Außerdem lenken mich die Vorträge ab – zum einen weil die Themen wirklich spannend sind, zum anderen weil sie ein unglaubliches Tempo haben. Heute gibt es nämlich verschärfte Regeln für die Vortragenden: jeder wird sein Thema in genau 5 min und auf genau 20 Folien vorstellen. Und als ob das nicht schon genug an Herausforderung wäre, wechseln die Folien alle 15 Sekunden automatisch. Manche haben sich einiges vorgenommen, wollen sehr viel erzählen und müssen deshalb unglaublich schnell sprechen, anderen fällt es leichter. Besonders, beeindrucken mich Eldar Rakhmatullaev, der zum ersten Mal auf Deutsch vorträgt und es trotzdem schafft, Big Data gut verständlich und humorvoll zu erklären, sowie Konstantinos Holzer, der mit kreativstem Storytelling die Auswirkungen der Finanzkrise auf Griechenland skizziert, um sein Projekt Apodixi Griechenland vor zu stellen. Mein Liebling des Abends ist aber der Beitrag von Marie-Lene Armigeon, die von ihrem Startup Sofa Concerts erzählt. Insgesamt gibt es sieben dieser Blitz-Präsentationen, danach eine Pause mit Live-Musik-Begleitung, dann sind wir auch schon dran und dürfen über das Communication Camp berichten. Glücklicherweise haben wir weder Zeitbegrenzung noch selbst-wechselnde Folien. So macht mir der Vortrag trotz leichter Nervosität richtig viel Spaß. Einziges „Manko“: ich bin ein ein paar Zentimeter zu klein für das Stehpult und kann hinter dem Notebook nur wenig vom Publikum sehen.

Webmontag auch auf Video

Ich muss sagen: es lohnt sich absolut, seine Komfortzone zu verlassen und zum Webmontag Frankfurt zu gehen. Durch das breite Themenfeld und das hohe Unterhaltungspotential ist die Veranstaltung sogar für Leute interessant, die nur privat im Netz unterwegs sind. Ich komme auf jeden Fall wieder!

Wer den letzten Webmontag verpasst hat, kann sich die komplette Veranstaltung hier anschauen:

Webmontag Frankfurt Banner
via

Der Webmontag Frankfurt findet jeden 2. Montag im Monat in der Brotfabrik statt. Egal ob Entwickler, Gründer, Blogger, Forscher oder Anwender – alle deren Herz fürs Netz schlägt sind willkommen! Es gibt immer spannende Vorträge zu den verschiedensten Themen aus den Bereichen IT, Marketing/PR, Wissenschaft und Kultur. Mehr Infos gibt es auf der Website des WMFRA.

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Die PRaktiker (22): Markus Weik

Markus Weik, Senior Executive bei FTI Consulting
Steckbrief zur Person

Name: Markus Weik

Alter: 33

Aktuelle Tätigkeit: Markus Weik arbeitet als Senior Executive für die Strategic Communications Practice von FTI Consulting am Standort Frankfurt. Dort berät er Kunden unter anderem aus den Bereichen Immobilien, Asset Management, Private Equity und Automobil. Der studierte Amerikanist und Sportwissenschaftler engagiert sich zurzeit, das deutsche Team für strategische Beratung in digitaler/online Kommunikation und Reputation Management in sozialen Netzwerken aufzubauen.

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Buchvorstellung: Dominik Ruisinger: Online Relations – Leitfaden für moderne PR im Netz

Von außen wirkt es kühl und sachlich und fast ein bisschen langweilig. Ein Lehrbuch eben, dachte ich mir. Doch schon die ersten Seiten haben mich vom Gegenteil überzeugt. Die zweite Auflage von Online Relations – Leitfaden für moderne PR im Netz beschäftigt sich mit allem was PR im Netz betrifft, ist sehr angenehm geschrieben und trotz der Fülle an Informationen sehr lebhaft. Das liegt vermutlich an den vielen Links und Beispielen. Als Standardwerk für Online-PR, das von den Grundlagen bis zu speziellen Gebieten der Online-PR alles Wissenswerte abdeckt“ bezeichnet Ulf-Hendrik Schrader im PR Agentur Blog dieses Buch.

Und was steckt drin?

Thematisch führt das Buch von früher (die Geschichte des Web) nach heute (der aktuelle Stand des web2.0 und der Online-PR) und bietet einem Ausblick in die Zukunft. Es gibt Anleitungen zur Konzeption von Corporate Websites und auch interessante Tipps für die Online- Pressearbeit, die heutzutage aus mehr als nur dem Versenden von Nachrichten bestehen sollte. Wie zum Beispiel eine gute Presse-Seite im Internet aussehen könnte und was diese alles beinhalten sollte – das erklärt Dominik Ruisinger zielgerichtet den PR-Abteilungen. Außerdem gibt es Kapitel zu den Themen Newsletter und Social Media Relations, die nicht nur berichten, was es zur Zeit gibt, sondern auch Ratschläge für Firmen erteilen, Möglichkeiten und Risiken aufzeigen.

Wer schon von der ersten Auflage begeistert war, wird sich in der zweiten Auflage über mehr Aktualität, 25 Seiten extra, ein besonders großes Glossar, sowie über mehr Links und Studien freuen. So wird der Unterschied zum ersten Band in der Rezession des PR Plus Blogs beschrieben.

Wie ist es aufgebaut?

Neben erklärenden Texten und Definitionen gibt es Anleitungen und praktischen Tipps. Außerdem gibt es Kästen mit kurzen Texten: die „Ausflüge“. Diese liefern Hintergründe und erzählen von Beispielen sowie Webseiten, auf denen etwas gut umgesetzt ist oder berichten von einzelnen Aktionen, die für besonderes Aufsehen gesorgt haben. Ruisingers Werk „Online Relations“ „bietet Denkanstöße und nützliche Anregungen auch für Praktiker“ so Ulf-Hendrik Schrader im PR Agentur Blog.

Wer steckt dahinter?

Der Hauptautor Dominique Ruisinger unterrichtet PR mit Fokus auf Online-PR, Online Marketing und Social Media und arbeitet als PR-Berater. Unter den anderen sieben Autoren sind führende Köpfe von PR-Unternehmen, Webmanager, Autoren und PR-Berater tätig. Auch Thomas Pleil hat seinen Beitrag geleistet mit dem Kapitel über die zunehmende Wichtigkeit von Online-PR.

Wer sollte es lesen?

Für Studenten im Bereich PR ist dieses Buch als Lehrbuch genau das richtige und als Nachschlagewerk erweist es sich ebenfalls als sehr nützlich. Man findet Definitionen sowie tiefer gehende Erklärungen und anwendungsbezogene, strategische Ratschläge. Auch für PR-Praktiker und alle die sich einen Gesamtüberblick über das Thema verschaffen wollen ist das Buch zu empfehlen. „Es eignet sich sowohl für Einsteiger – auch ohne große technische Kenntnisse – als auch für Experten“ so Kai Fischer in seiner Rezension auf spendwerk.de.

Mein persönliches Fazit

Ich selbst, als Studentin des PR-Zweiges, finde dieses Buch sehr ansprechend. Am interessantesten find ich die Kapitel zu Corporate Website und Medienarbeit im Social-Media-Zeitalter. Bei diesen Themen sind die Beispiele besonders gut ausgewählt und spannend dargestellt. Außerdem sind die „Ausflüge“ sehr unterhaltsam und lesenswert. Auch der Aufbau gefällt mir gut, durch die vielen Unterteilungen ist es zum einen möglich schnell eine bestimmte Information zu finden und zum andern lädt es dadurch zum stöbern ein. Man kann einzelne Kapitel sehr gut lesen, ohne den Gesamtkontext zu vermissen.

Mir persönlich fehlt eine Vertiefung zum Thema Social Web im B2B. Dieses doch etwas spezielle Thema wird für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt. Dafür war mir das Kapitel zu den Newlettern etwas zu langatmig und zu detailliert.

Alles in allem würde ich Ruislingers „Online Relations“ aber auf jeden Fall weiter empfehlen.

Tipp: Probelesen

Wer sich den Lesestil erst einmal anschauen möchte, bevor er den nicht wirklich studentenfreundlichen Preis von 49,95 für das Buch ausgibt, kann hier die ersten 12 Seiten als PDF zum Probelesen herunterladen.

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Die PRaktiker (21): Mark Mätschke

Mark Mätschke

Steckbrief zur Person

Name: Mark Mätschke

Alter: 35

Aktuelle Tätigkeit: Mark Mätschke ist Pressesprecher der Currenta GmbH & Co. OHG in Leverkusen, twittert gern und schaut täglich bei Facebook vorbei. Auch bei Xing und Linkedin pflegt er seine Profile. Die von ihm betreute Currenta-Spendenaktion „Nachbarschafft Hilfe“ wurde im letzten Jahr gleich mehrfach mit dem Corporate Media Master-Award ausgezeichnet.

PR-Fundsachen: Herr Mätschke, wie sind Sie zur PR gekommen?

Kurz gesagt: Wie die Jungfrau zum Kinde! Ich bin, wie man so schön sagt, von Hause aus ein Geograph. Mein beruflicher Werdegang lässt sich wie folgt zusammenfassen: Schauspieler – Student – Praktikant – Patentinhaber – Leitender Vertriebsmitarbeiter – Pressesprecher.
Zur ersten Position dieser Aufzählung kann ich sagen: Ich war jung und brauchte das Geld, schaue aber sehr gerne auf die aufregende Zeit und interessante Erfahrung zurück. Zur letzten Position möchte ich behaupten: Ich bin in meinem Traumjob angekommen.

Nach einem Praktikum im Jahr 2006 bekam ich die Möglichkeit, an einer Verfahrensentwicklung mitzuarbeiten. Ein halbes Jahr später stand ich unter einer Patentanmeldung zur „thermischen Behandlung von Elektronikschrott“. So kann es gehen! Meine Empfehlung an alle Studenten lautet: Nutzt ein Praktikum als Einstieg in die Festanstellung – bei mir hat es geklappt!

In das Berufsleben gestartet bin ich also in dem Unternehmen, für das ich heute noch arbeite: CURRENTA. 2006 hieß mein heutiger Brötchengeber allerdings noch Bayer Industry Services.

Eingestellt wurde ich als Sales Manager. In den ersten drei Jahren meiner beruflichen Praxis zeigte ich Chemieunternehmen in Europa Alternativen im Umgang mit ihren Abfällen auf. Nur einer internen Stellenausschreibung habe ich es zu verdanken, dass ich heute das machen darf, was mir am meisten Spaß macht: die Kommunikations- und PR-Arbeit!
Als Pressesprecher für den CHEMPARK habe ich einen abwechslungsreichen Job voller spannender Herausforderungen. Zu meinem Tagesgeschäft gehört die Standortkommunikation genauso wie die Krisenkommunikation. Mein Herz schlägt jedoch für das Social Web und die Möglichkeiten, die uns diese dialogorientierte Kommunikation heute bietet.

PR-Fundsachen: Welche Fähigkeiten sollten kommende PRler in den Beruf mitbringen?

Die wichtigsten Kernkompetenzen eines PR-Profis der Zukunft sind meiner Meinung nach: crossmediales Denken, Affinität zur IT-Technologie und natürlich ein gutes Gefühl für Kommunikation.

Das Tagesgeschäft – besonders in großen Unternehmen – erfordert Flexibilität und Einsatzbereitschaft. Komplexe Abstimmungsprozesse müssen gemeistert und eventuelle Krisen abgewendet werden. Die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen, von der Human Resources- über die Public Affairs-Abteilung bis hin zum Marketing und Vertrieb, muss funktionieren und akkordiert werden. Eine hohe Kreativität rundet den perfekten PRler ab.

PR-Fundsachen: Wohin wird sich die Online-PR in der Zukunft entwickeln?

Auf diese Frage gibt es meiner Meinung nach viele Antworten, die alle richtig sein können. Wenn ich mal den Blick in die berühmte Glaskugel wagen soll, so glaube ich, dass die zukünftige Online-PR noch dialogorientierter werden wird, als sie es heute schon ist. Der Weg vom „One-to-Many-Monolog“ zum „One-to-One-Dialog“ ist hier noch nicht komplett beschritten worden und stellt die Macher der zukünftigen Online-PR vor ganz neue Herausforderungen – nicht nur in personeller Hinsicht.

Ein wichtiges Stichwort lautet in diesem Zusammenhang auch „Augmented Reality“, d. h. die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Ein schönes Beispiel hierfür ist der neue „Deals“-Service von Facebook. Mit dieser Funktionalität haben Unternehmen die Möglichkeit, einen ganz neuen Weg in der Kundenansprache zu gehen. Sie können mit Ihren Kunden auf eine noch nie dagewesene Art und Weise in den Dialog treten und mit geschickten Marketingstrategien und Kampagnen neue Märkte erschließen.

An den Rahmenbedingungen wie Ehrlichkeit, Offenheit, Schnelligkeit und vor allem Authentizität wird sich sicherlich nichts ändern. Die Unternehmen, die diese Grundvoraussetzungen nicht nur kennen, sondern auch leben, werden langfristig erfolgreicher sein als andere.

PR-Fundsachen: Herr Mätschke, vielen Dank für dieses Interview!

Sämtliche im Rahmen der Kurzinterviewreihe „Die PRaktiker“ entstandenen Antworten und Texte sind ebenso wie die Bilder Eigentum unserer Interviewpartner und erscheinen mit ihrer Genehmigung, sofern nicht anders mit uns ausgemacht, ausschließlich im Studiengangsweblog zum Schwerpunkt Online-PR der Hochschule Darmstadt, den PR-Fundsachen (http://www.pr-fundsachen.de/). Sollte Interesse an einem der Texte/ Interviews bestehen, bitten wir darum, sich mit uns bzw. unserem Interviewpartner in Verbindung zu setzen.

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Die PRaktiker (20): Marcel Bernet

Steckbrief zur Person

Name: Marcel Bernet

Alter: 52

Aktuelle Tätigkeit: Marcel Bernet ist Gründer und Inhaber von Bernet PR, Autor, Dozent und Blogger. Er twittert, ist mit Bernet PR bei Facebook vertreten und Initiant des Social Media Gipfel.

PR-Fundsachen: Herr Bernet, wie sind Sie zur PR gekommen?

Marcel Bernet: Nach einem BWL-Studium wusste ich nicht so recht, wie weiter. Marketing war mein Schwerpunkt gewesen. Am liebsten wäre ich einfach nur rumgereist – was ich tat, bis alle Studiendarlehen aufgebraucht waren. Also habe ich einen ersten Job angenommen, in einem Handelshaus; mit vielen Reisen. Bis mir das dann auch zu viel wurde – und so ging das weiter: Einfach immer rausfinden, was mir gar nicht oder eher schon passt. Was rückblickend ganz logisch aussehen mag, war ein stetes Suchen, Ausprobieren – und Nichtwissen.

Näher angeschaut habe ich mir Werbung, Journalismus und PR – worauf ich in einer PR-Agentur landete. Das war das richtige: Eine schöne Kombination von Strategie und Praxis, Analyse und Umsetzen, immer viel zu lernen und intensivem Umgang mit der Sprache. Nach fünf Jahren in dieser Agentur folgte ein Abstecher in eine New Yorker Agentur. Dort war ich gleichzeitig Korrespondent für zwei Schweizer Wochenzeitungen.

Nach der Rückkehr entschied ich mich für die Selbständigkeit. Damals war ich gerade Vater von Zwillingen geworden, jetzt sind sie 21, Bernet PR wird 20.

PR-Fundsachen: Welche Fähigkeiten sollten kommende PRler in den Beruf mitbringen?

Marcel Bernet: Im Mittelpunkt stehen für mich, in dieser Reihenfolge:

1. Die Freude an der Sprache und am Austausch
PR-Profis müssen auch heute noch gerne schreiben. Ein Konzept, ein Drehbuch, einen Artikel, eine Medienmitteilung. Die Freude am Schreiben muss sich paaren mit der Lust, aus der Schreibstube hinaus zu gehen. Menschen zu treffen, ihnen zuzuhören, sich ihnen mitzuteilen.

2. Lust auf das Vereinfachen von Komplexitäten
Wer analytisch stark ist, erkennt sofort, was ansteht. Komplexe Sachverhalte schnell erfassen und daraus das Einfache, Wesentliche zu destillieren – das hilft nicht nur PR-Beratern, sondern auch PR-Verantwortlichen in Unternehmen. Strategische Gesamtsicht und die Fähigkeit, Themen auf den Punkt zu bringen, sind im expandierenden Online-Universum gefragter denn je.

3. Gestaltungswille
Analysen alleine bringen nichts, wenn sie nicht in Taten geformt werden. Gestaltungswille ist für mich die Lust, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen – ganz viele kleine Dinge zu gestalten, mit zahlreichen internen und externen Partnern, und sie alle auf ein Ganzes auszurichten.

PR-Fundsachen: Wohin wird sich die Online-PR in der Zukunft entwickeln?

Marcel Bernet: Ich halte es da mit Clay Shirky: Wer sagt, er wisse, wohin sich der Umbruch entwickelt, der lügt. Schon 1996 habe ich in Vorträgen gesagt, dass sich das Internet durchsetzen wird. Wusste ich es? Für die Zukunft sehe ich drei Ahnungen – sie sind im bernetblog näher ausgeführt:

Wir werden den Übergang zu Online als wirklichem Leitmedium meistern: Online wird der Kanal mit der grössten Mitwirkung, Multiplikation und Meinungsbildung sein.

PR wird sich stärker einsetzen müssen für eine offene, öffentliche Dialogkultur – intern wie extern. Wir werden noch besser lernen, Social Media in Krisensituationen zu moderieren.

Um die neuen, breiter abgestützten Kommunikationsflüsse zu moderieren, werden sich PR, Werbung, Kundendienst und Marketing besser aufeinander abstimmen.

Die Gesamtsicht wird immer zentraler – und immer anspruchsvoller. Mir kommt es vor, wie wenn Unternehmen eine neue Sprache finden müssten, und zwar als Ganzes. Eine Sprache, die verkauft – aber nicht nur. Die vermittelt. Die eingeht auf Anstösse, sich aber auch gegen Spam und Verleumdung wehrt.


PR-Fundsachen: Herr Bernet, vielen Dank für dieses Interview!

Sämtliche im Rahmen der Kurzinterviewreihe „Die PRaktiker“ entstandenen Antworten und Texte sind ebenso wie die Bilder Eigentum unserer Interviewpartner und erscheinen mit ihrer Genehmigung, sofern nicht anders mit uns ausgemacht, ausschließlich im Studiengangsweblog zum Schwerpunkt Online-PR der Hochschule Darmstadt, den PR-Fundsachen (http://www.pr-fundsachen.de/). Sollte Interesse an einem der Texte/ Interviews bestehen, bitten wir darum, sich mit uns bzw. unserem Interviewpartner in Verbindung zu setzen.
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