Urlaub vor dem Urlaub: VR und AR in der Reisebranche

Die Urlaubsplanung steht vor der Tür. Wo soll es hingehen? Viele Reisende stellen sich diese Frage. Zunehmend wünschen sie sich vor ihrem Urlaub Informationen via VR und AR, um Enttäuschungen vor Ort zu vermeiden. Welche Rolle diese Technologien in der Tourismusbranche bereits jetzt spielt, erfährst du in diesem Beitrag.

Wohin soll die Reise gehen?

Ideen für die Tourismusbranche

Um sich über ein Urlaubsziel zu informieren, klicken wir uns durch Bewertungsplattformen und schauen uns Lage und Standort über Kartendienste wie Google Maps an. Allerdings reichen diese Informationen längst nicht mehr aus. Durch VR und AR können Reisende künftig vom Sofa aus noch tiefer in ihr Traumziel eintauchen und schmökern. Sei es ein Rundgang durchs Hotel, ein 360-Grad-Spaziergang an der Strandpromenade oder eine Besichtigung der Kabine eines Kreuzfahrtschiffs. Diese sind nur wenige von vielen Einsatzmöglichkeiten.

Das ist aber noch nicht alles: Nutzer können sich zusätzlich von Google Translate Sprachpakete downloaden. So ist es kein Problem, Wegbeschreibungen oder Speisekarten, welche durch die Kamera der VR-Brille übersetzt werden, auf dem Display zu lesen. Dem Blog Tourismuszukunft zufolge sorgen AR-Anwendungen für eine unglaublich hohe Transparenz.

Google Street View und Bewertungen allein geben nicht mehr genug Informationen her. Reisende möchten Urlaub vor dem Urlaub – das ist machbar mit AR und VR. Hierauf müssen sich Leistungsträger gefasst machen und den Urlaubern eine entsprechende Lösung bieten. Reiseveranstalter, die mit eigenen AR-Aufnahmen werben, stärken zweifellos ihr Image und gleichzeitig ihre Produkte.

360 Grad statt Old School-Katalog?

„VR ist das vollständige Eintauchen in fremde Welten“, sagt Kristine Honig, Beraterin beim Unternehmen Tourismuszukunft. Durch eine VR-Brille wird die reale Welt ausgeblendet. Display und Lautsprecher sorgen für ein realitätsnahes Erlebnis in einer völlig digitalen Umgebung. „So kann man im Reisebüro sitzen und durch ein Kreuzfahrtschiff laufen, einen Rundflug über eine Region machen oder sich ein Hotel anschauen“, erklärt Honig. Dies bietet eine konkrete Vorbereitung auf den Urlaub und dient ebenso der Inspiration. Zudem sorgen diese Rundgänge an verschiedenen Orten für mehr Emotionen.

AR statt Katalog

Unbegrenzte Möglichkeiten

Außergewöhnliche Anwendungen sind bereits auch möglich, wie zum Beispiel eine Zeitreise der Stadt Köln ins Kaiserreich. Im Legoland Deutschland traten Gäste bei einem virtuellen Rennen auf der Achterbahn gegen Legomännchen an – via VR-Brille. Ein weiteres virtuelles Erlebnis können Passagiere auf den Hurtigrutener Expeditionsschiffen mitnehmen: Das Erkunden der Unterwasserwelt durch das Folgen virtueller Drohnen. Lesetipp: Alina sprach mit dem Bereichsleiter für Marketing und Tourismus der Mainzplus Citymarketing GmbH, wo ebenfalls AR und VR angewendet werden.

„Während VR den Nutzer virtuell an einen fremden Ort bringt, liefert Augmented Reality kontextbezogene Informationen“, erklärt Dirk Schart vom Unternehmen Reflekt, das VR- und AR-Anwendungen entwickelt. Die Idee dahinter: „Häufig suchen wir nach Informationen. AR bringt sie dahin, wo sie gebraucht werden, direkt in die Umgebung.“

Das mobile Spiel „Pokémon Go“, bei dem es sich ebenso um eine AR-Anwendung handelt, löste nach seiner Erscheinung 2016 einen großen Hype aus. Der User sucht in der realen Welt nach kleinen Monstern, welche auf dem Bildschirm des Smartphones eingeblendet werden. Ziel ist es, diese einzufangen und zu sammeln.

AR-Apps und mobile Kommunikation

Reisekataloge werden mit Informationen via AR-Apps erweitert. Mit der App scannt man das im Katalog vorhandene AR-Symbol ab und es werden einem zusätzliche Bilder und Videos gezeigt. „Im Reisekatalog präsentiert sich ein Hotel auf einer halben Seite. Aber natürlich hat man viel mehr zu erzählen“, sagt Thomas-Cook-Experte Welbers. Durch diesen tieferen Einblick bekommen Gäste einen umfangreichen Eindruck. AR prägt sich in Zukunft mehr und mehr aus und entwickelt immer mehr Möglichkeiten in der Tourismusbranche. So ist es möglich, Vegetariern und Veganern ausschließlich Restaurants mit passenden Speisekarten vorzuschlagen.

Durch die Transparenz der beiden Technologien wird schon jetzt die Urlaubsplanung- und buchung erleichtert. Doch kann der “echte” Urlaub ersetzt werden? Welbers verneint dies. „Urlaub ist ein interaktives Erlebnis zwischen Menschen. Das lässt sich nicht ersetzen.“

Was ist mit dir – läufst du lieber durch echten oder virtuellen Sand? 😉

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Virtueller Urlaub – Reisen mal anders

Neues entdecken, sich auf Reisen machen und das ohne aus dem Haus zu gehen. Klingt paradox, aber solch ein virtueller Urlaub ist möglich.

Urlaub auf Balkonien

Ob aus Kostengründen oder aus Bequemlichkeit, viele bleiben über die Ferien-  beziehungsweise Urlaubszeit zuhause. Somit fallen auch das stressige Koffer packen und die Reisekosten weg. Sie verbringen bei sich daheim eine entspannte, ruhige Zeit und versuchen den Alltag zu vergessen und abzuschalten. In der gewohnten Umgebung ist dies aber gar nicht so leicht. Da wäre es doch super, wenn man auch von seinem Balkon aus mal etwas anderes sehen könnte. Etwas, das einen in ein richtiges Urlaubsfeeling versetzt. Das liegt im Bereich des Möglichen. Durch die ständigen Fortschritte der Technologien kann der Urlaub auf Balkonien zu etwas ganz besonderem werden.

Tech-Trends

Das Reisen ist durch das Internet nicht mehr an einen Ort gebunden, sondern kann von der Ferne erlebt werden. Es kann in Echtzeit stattfinden und bietet einem die Möglichkeit, mit Einheimischen in Interaktionen zu treten. Somit unterscheidet es sich von den typischen Fernsehbildern. Sie waren früher die einzige Alternative, Orte von weit weg aus anzuschauen.

Die neuen Technologien machen es möglich, die ganze Welt von zu Hause aus zu entdecken. Ob durch VR, AR oder 360 Grad Videos. Diese Tools werden unter anderem im Tourismusmarketing genutzt, da sie eine hervorragende Wirkung auf die Reisenden haben. VR-Brillen bieten die Möglichkeit, sich an einen anderen Ort versetzen zu lassen. Setzt jemand diese auf, sieht er eine virtuelle Welt. Je nach Wunsch, kann er am Strand, in der Stadt oder auch in der Wüste sein. VR bietet eine Vielzahl an zu entdeckenden Orten.

Aber auch 360 Grad-Videos bieten ein außergewöhnliches Bilderlebnis: aus jedem Blickwinkel alles sehen. Besonders gut funktioniert dies in Kombination mit der VR-Brille. Der Urlaubsort kann so genauestens angeschaut werden. Keine Ecke bleibt unentdeckt. Diese Bilder bleiben, genau wie die eines reellen Urlaubs, noch lange im Kopf.

In kurzer Zeit ist es für uns wahrscheinlich schon normal, virtuell zu verreisen. Oder ist dies nur ein vorübergehender Trend? Schließlich gibt es immer noch einige Differenzen zwischen einer wirklichen und einer virtuellen Reise.

Realer vs. virtueller Urlaub

Jedes Jahr auf’s Neue kommt der Wunsch nach Urlaub und verreisen auf. Wohin soll es diesmal gehen? Aber kaum ist diese Frage geklärt kommen noch viele weitere auf. Eine reale Reise ist mit einigen organisatorischen Aufgaben verbunden. Wodurch oftmals Stress bei den Reisenden aufkommt. Und das ist wohl kaum der Sinn von einem Urlaub. Jedoch lohnt sich dieser Stress meist, wenn die Reise erstmal angefangen hat. Durch die vielen besonderen Eindrücke und besonderen Erlebnisse, die mit allen Sinnen wahrgenommen werden können, ist die vorherige zeitaufwendige Planung schnell wieder vergessen.

Im Gegensatz dazu werden beim virtuellen Urlaub nicht alle Sinne beansprucht. Durch die Bilder und den Ton in Echtzeit wirkt es so als wäre man direkt vor Ort. Allerdings kann man nicht fühlen beziehungsweise anfassen, schmecken oder riechen. Die Wahrnehmung erfolgt also nicht über alle Sinne und ist somit nicht so getreu, wie bei einer realen Reise. Hierbei gibt es aber den Vorteil, dass Wartezeiten am Flughafen, Bahnhof oder das Koffer packen wegfallen. Einmal investieren und jedes Jahr woanders auf virtuelle Reisen gehen, anstatt wie bei den realen Urlauben jedes Mal hohe Kosten zu haben.

Fazit

Kann ein virtueller Urlaub einen reellen Urlaub ersetzen? Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Ein klares Ja oder Nein gibt es darauf nicht. Beide Varianten haben sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es ist stark von der reisenden Person abhängig, bei welcher Variante sie sich wohler fühlt. Je nachdem welcher Typ jemand ist, kann das virtuelle Reisen eine gute Alternative sein. Um neues zu entdecken, muss kein Fuß mehr vor die Haustüre gesetzt werden. Dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten des Reisens. Bei dem nächsten Urlaub gerne die andere Art zu verreisen ausprobieren!

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Chatbots im Tourismus

Wenn man an einen Roboter denkt hat man oft das typische Bild einer Blechmaschine im Kopf, aber Chatbots sind anders. Sie sind für Kommunikationsaufgaben geschaffen. Hinter ihnen versteckt sich für gewöhnlich ein Prozess oder ein Dienst aus der Cloud, wodurch ihnen die Möglichkeit gegeben wird, mit uns Menschen zu kommunizieren.

Was sind Chatbots?

Chatbots gibt es in unterschiedlichen Varianten. Oftmals laufen diese über einen Messenger wie Facebook, WhatsApp, Twitter oder werden direkt auf der Website eingebettet. Es werden Dialogfenster angeboten, in die der User seine Fragen eingeben kann. Diese werden dann nicht von einem Mitarbeiter des Unternehmens, sondern von dem Bot beantwortet. Besonders nützlich sind solche Bots, wenn vermehrt die gleichen oder ähnliche Fragen gestellt werden. Somit kann eine schnelle Antwort gewährleistet werden. Für außergewöhnliche Fragen gibt es oftmals die Möglichkeit seine E-mail-Adresse zu hinterlassen, damit sich ein Mitarbeiter um dieses Anliegen kümmern kann.

Um diese schwierigen Fragen beantworten zu können, muss die künstliche Intelligenz noch weiter mit Daten gespeist werden. Die Chatbots lernen bei jeder Unterhaltung dazu und erweitern ihr Wissen. Sie lernen von den Benutzereingaben, um personalisierte und passende Antworten herausgeben zu können. Dabei gibt es ein Problem – den Datenschutz, denn einige Chatbots bedienen sich nicht nur an den Informationen der Unterhaltung, sondern sammeln weitere Nutzerdaten und werten diese aus.

Warum Chatbots?

Auf vielen Websites, ob bei H&M, Sephora oder dem Messenger Kik, sind Chatbots nicht mehr wegzudenken. Vor  Allem im Bereich des Kundenservices gehören sie einfach dazu. Sie werden von vielen Kunden als selbstverständlich angesehen. Auch die Tourismusbranche wird bereits von Chatbots erobert, denn auch dort spielt die digitale Präsenz eine entscheidende Rolle.

Durch die Nutzung eines Bots wird die Suche nach passenden Flügen oder Hotels erleichtert. Er findet nicht nur das beste Angebot, sondern gibt auch Empfehlungen ab, wann die beste Reisezeit ist. All das und noch weitere Funktionen gibt es bei dem Online-Reisebüro von Kayak und das ganz einfach über den Facebook-Messenger.

Buchungen sind allerdings nur die Anfänge einer Reise. Es geht weiter mit Informationen über das Hotel, der Tagesplanung vor Ort und Tipps zu tollen Spots in der Umgebung. Genau da sollten Hotels anknüpfen, um die Reise mithilfe von Bots für die Kunden angenehmer zu machen, sowie das Personal zu entlasten.

Chatbot James

Ein tolles Beispiel dafür ist das Hotel Ameron in der Speicherstadt Hamburg. Dieses hat 2017 den Concierge James eingestellt.

„Mit James soll dem Gast ermöglicht werden, zu jeder Zeit und an jedem Ort mit uns einfach in Kontakt zu treten. Im Vordergrund steht hier das positive Erlebnis für den Kunden. Wir suchen die aktive Kommunikation mit unseren Gästen und diese Erfahrung soll sich auch im Chat widerspiegeln”, erklärt Michael Lutz, Director of Operations Deutschland der AMERON Hotel Collection.

James bringt die Gäste immer auf den neuesten Stand, was aktuelle Informationen und Tipps rund um das Hotel und die Umgebung betrifft. Sei es eine Frage zum Frühstücksbuffet, ein Ausflugstipp in Hamburg oder eine Tischreservierung im italienischen Restaurant.  Sollte der Concierge einmal nicht weiter wissen, wird direkt der persönliche Kontakt zum Rezeptionsteam hergestellt. Chatbot James ermöglicht den Gästen somit eine unkomplizierte Art, ihre Wünsche und Probleme über den Facebook-Messenger zu äußern.

Natürlich ist James inzwischen einer von vielen Bots in der Hotellerie. Es werden mit Sicherheit noch einige Hotels und Reiseanbieter wie beispielsweise Thomas Cook mitziehen, die dazu noch weitere Funktionen generieren werden.

Ausblick

Der Trend hin zu Bots ist in vollem Gange. Bereits jeder vierte Bundesbürger kann sich die Nutzung eines Chatbots vorstellen. Aber auch Sprachbots werden heutzutage in sehr vielen Haushalten genutzt, sei es Alexa, Siri, Cortana oder Viv. Aufgrund der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz werden Sprachbots in naher Zukunft möglicherweise auch in der Hotel- und Restaurantfachbranche ihren Nutzen finden. Sie werden unter anderem Tischbestellungen automatisch aufnehmen können.

Wenn du das nächste Mal auf der Suche nach der perfekten Reise bist, probiere es doch auch mal mit der Hilfe von den lieben Chat- und Sprachbots!

 

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Wie Blockchain den Tourismus revolutionieren kann

Blockchain ist eine der Top-Innovationen in der Technik. Noch sind die Potenziale nicht komplett ausgeschöpft, aber es gibt viele mögliche Anwendungsbereiche. Wie die Blockchain im Tourismus eingesetzt werden kann, erfahrt ihr hier.

 

Was ist Blockchain überhaupt?

Die Blockchain ist ein webbasiertes, öffentliches Buchhaltungssystem, das auf der Technik eines verteilt dezentralisierten Netzwerks basiert. Die „Blockkette“, wie man den Begriff auf Deutsch übersetzen kann, ist eine Datenbank – gespeichert werden die Daten aber nicht auf zentralen Rechnern, sondern auf mehreren Servern. Dort wird jeweils eine Kopie der Daten verwaltet, damit sie mehrfach gesichert sind und nicht verloren gehen können. Die Daten sammeln sich in einzelnen Blöcken (Block), die mit den anderen Blöcken durch eine Art Kette (Chain) netzwerkartig verbunden sind.

Blockchain im Tourismus - Visuelle Darstellung einer Blockchain.
Visuelle Darstellung einer Blockchain.

Wird man ein Teil dieses großen Netzwerkes, bekommt man eine Spiegelung dieser Blockchain. Auf diesem Wege kann jeder Nutzer dieses Netzwerkes einen Überblick über alle Informationen und alles Wissen haben, das in der Blockchain abgebildet ist. Dies macht die Technologie unglaublich transparent. Ein großer Vorteil ist auch, dass alle dort gesicherten Informationen fälschungssicher sind. Jede Information, die in der Blockchain gespeichert wird, wird im Vorfeld vom System verifiziert. Durch das Speichern auf einer Vielzahl von Servern ist eine Manipulation oder Fälschung beinahe unmöglich.

 

Anwendung der Blockchain

Besonders häufig wird der Begriff Blockchain in Verbindung mit der Kryptowährung Bitcoin verwendet, da die Transfers dabei mit der Blockchain-Technologie stattfinden. Auch das Darknet basiert auf einer Blockchain und in Branchen wie im Supply Chain Management findet die Technologie bereits Verwendung.

Blockchain im Tourismus - Blockchain wird besonders häufig mit Bitcoins in Verbindung gebracht.
Blockchain wird besonders häufig mit Bitcoins in Verbindung gebracht.

Im Tourismus jedoch gibt es derzeit noch „kaum realisierte Projekte und Geschäftsmodelle“, so Anja Mendel, Sprecherin der Digitalstadt Darmstadt. Konzepte gibt es aktuell zum Beispiel von TUI oder Amadeus. TUI Chef Fritz Joussen sagt im Interview mit dem Manager-Magazin sogar, dass Blockchain die „Zukunft“ ist.

 

Blockchain im Tourismus

Amadeus sieht die Blockchain Technologie als eine der Top Innovationen, die die Reisebranche in Zeiten der Digitalisierung enorm verändern können. In einem Whitepaper hat das Unternehmen folgende Potenziale herausgearbeitet:

Wer kennt es nicht: Lange Schlangen am Flughafen, Einlasskontrollen bei Check In und Boarding und zuletzt will auch das Hotel den Ausweis überprüfen. Bis man endlich das Zimmer beziehen und die Reise so richtig losgehen kann, dauert es seine Zeit. Durch die Blockchain Technologie könnte man eine sicherere und effizientere Art der Identifikation einführen, die uns Zeit spart, welche zum Reisen übrig bleibt.

Möglich ist es auch, Gepäckstücke mit der persönlichen Identifikation zu verknüpfen und eine effektivere, effizientere Tracking Methode einzuführen. Außerdem können alle verschiedenen Parteien, die für die Gepäckstücke verantwortlich sind, unabhängig vom Standort Informationen austauschen. So gehen Gepäckstücke seltener verloren, was für uns auch hier bedeutet: Mehr Zeit zum Reisen, weniger Zeit mit Stress und Organisieren bei verlorenem Gepäck.

Nutzerfreundlichere Treueprogramme: Amadeus hält es für anwendungsfreundlicher und praktischer, wenn erworbene Punkte bei unterschiedlichen Partnern wie Hotelketten oder Vielfliegerprogrammen besser untereinander ausgetauscht werden könnten. Das Einsetzen eines dezentralen Buchhaltungssystems wie der Blockchain wäre also auch hier durchaus sinnvoll.

Durch die Anwendung der Blockchain im Tourismus kann der Prozess von Zahlungen zwischen zwei oder mehreren Anbietern enorm vereinfacht werden: Häufig sind Zahlungsprozesse sehr komplex, da viele Vermittler involviert sind und die Zahlungen über verschiedene Länder und Kontinente mit verschiedenen Währungen durchgeführt werden müssen. Mit Hilfe der Implementierung von Blockchain im Zahlungsverkehr wird diese Komplexität reduziert und der Prozess verschnellert.

Blockchain im Tourismus: Für Reisende würde die Blockchain Technologie viele Vorteile mit sich bringen.
Für Reisende würde die Blockchain Technologie viele Vorteile mit sich bringen.

 

Blockchain in Deutschland

Im Ruhrpott eröffnete 2017 ein Blockchain Hotel. Ziel ist es vor allem, die Blockchain- und Bitcoin Community zusammenzubringen und zum Fortschritt beizutragen. Übernachtung und Frühstück sind preisgünstig, ganz unter dem Motto „Wer etwas beiträgt, zahlt fast nichts“. Das Hotel bietet Arbeitstreffen, verfügt über Seminarräume und ist Veranstalter des „Blockchain Tech Crypto Meetups“. Hier kommen Experten und Interessierte zusammen, um im Rahmen von Workshops und Vorträgen mehr über die Technologie zu lernen und ihr Wissen auszutauschen.

Als Studentin der Hochschule Darmstadt war es für mich nur naheliegend, mich auch bei der „Digitalstadt Darmstadt“ nach dem aktuellen Stand von Blockchain im Tourismus und Stadtmarketing zu informieren. Potenziale und Anwendungsbereiche werden auch hier gesehen, umgesetzt wird derzeit aber vor allem ein anderes Pilotprojekt: Die Blockchain Ethereum wird verwendet, um den Versorgerwechsel zwischen fünf Energieversorgern abzubilden. Außerdem gibt es weitere Bereiche, in denen die Verwendung von Blockchain derzeit überprüft wird. 

 

Wo geht die Reise hin? – Ein Blick in die Zukunft

Digitalisierung und Internet sind in Deutschland auch im Jahre 2018 noch „Neuland“, es bedarf dringend Verbesserung. Der ITB zufolge ist Blockchain 64 Prozent kein Begriff, während 19 Prozent der Befragten schon von der Technologie gehört haben, sie aber nicht nutzen. Bei Experten ist die Thematik heiß diskutiert: Ist Blockchain die Zukunft des Internets und der Industrie? Kann man bereits von einer Revolution sprechen oder ist es nur ein Hype, der vergeht und sich nicht dauerhaft durchsetzt?

Weltweit gibt es einige Länder, die die Potenziale in Blockchain erkennen und Projekte und Forschungen fördern. Besonders stechen hier die Schweiz und San Marino heraus, die mit einem positiven Beispiel voran gehen. In der Schweiz wurde das „Crypto Valley“ gegründet, dass sich in der der Blockchain Branche etablieren und den Markt erobern will. Ebenfalls möchte San Marino als älteste Republik der Welt führendes Blockchain Zentrum werden. Das kleine Land denkt sogar, dass Blockchain einen größeren Einfluss als das Internet haben wird.

Wie man sieht, gibt es durchaus Ansätze, die der Blockchain Innovation positiv gestimmt gegenüberstehen und Initiative ergreifen. Während wir in Deutschland teilweise noch etwas mit der Digitalisierung hadern und Unternehmen sich langsam erst mit der Onlinekommunikation anfreunden, sind andere Länder bereits tief in der Forschung. Wichtig ist es nun also, dass wir die „nächste Internetrevolution“ nicht verpassen. Es braucht Unternehmer und Sponsoren, die Projekte unterstützen und fördern. Gleichzeitig muss mehr von der Politik kommen, die selbst 2018 noch skeptisch gegenüber der Digitalisierung ist. Es gibt eindeutig Potenziale – auch im Tourismus. Um es kurz zu fassen:

 

„The challenge will be to continue to find where blockchain can add value […]” (Amadeus)

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Mehr als schöne Bilder: Influencer in der Hotelbranche

,,Nicht noch etwas über Influencer!’’ – Wird sich wohl der ein oder andere denken, der diesen Beitrag lesen wird. Aber warum ist eine Diskussion über dieses Thema auch in der Hotelbranche von Bedeutung? Genau das möchte ich in diesem Beitrag klären und dabei hilfreiche Tipps an die Hand geben.

Die Problematik

Im Laufe der Zeit konnte ich verschiedene Praktika in meist mittelständischen, touristischen Unternehmen absolvieren und habe meist die Anfänge von diversen digitalen Umstrukturierungsprozessen mitbekommen. Dabei ist mir besonders aufgefallen, dass diese Betriebe oftmals kaum oder wenige Kenntnisse im Bereich Social Media aufweisen oder erst am Anfang stehen. Besonders die Hotelbranche hat teilweise Rückstände in der Digitalisierung. Auch vor dem Ressort des Marketings macht diese keinen Halt. Kataloge, Messen und Webseiten gehören schon fast zu den klassischen Mitteln des Marketings. Oftmals fehlt jedoch die Zeit oder die Dringlichkeit, sich für neue Marketingwege zu öffnen. Doch nach und nach müssen auch diese Betriebe in die Zukunft und somit ins digitale Marketing investieren, um den Anschluss nicht zu verpassen.  

Jetzt könnte man sich natürlich fragen, warum Hotels, die starken Umsatz und ausgebuchte Hotels vermerken, den Anschluss verpassen sollten? Ganz einfach: Zufriedenheit und Leistung allein reichen nicht mehr aus. Der digitalisierte Kunde trifft schon längst andere Entscheidungswege.

Die Kriterien zur Entscheidungsfindung gestalten sich heutzutage anders.

Was kommt nach dem zufriedenen Kunden?

Beim Umgang mit Gästen und Kunden wird grundsätzlich auf die Zufriedenheit gesetzt. Dies ist natürlich wichtig und Stammkunden sollten gepflegt werden. Doch vor allem alteingesessene Hotelbetriebe oder Familienbetriebe ruhen sich dabei auf einer ,,Stammgastgeneration’’ aus, die ihre primäre Kundengruppe darstellt. Schön und gut, doch was passiert wenn diese bald nicht mehr da ist? Wie kann ich neue Zielgruppen erschließen, innovativer werden und auch zukünftig meinen Hotelbetrieb gut am Markt positionieren? Digitales Marketing und die dazugehörigen Rezipienten sollten hier eine grundsätzliche Anlaufstelle darstellen. Darunter fällt auch die Zusammenarbeit mit Influencern, vornehmlich aus dem Blogger- oder visuellen Bereich.

Instagram als digitaler Reisekatalog

Ich kann mich noch erinnern, als es damals von meinem Vater bei der Urlaubsplanung hieß: Katalog raus, wir fahren in den Urlaub! Dabei hatte er schon im Vorhinein verschiedene Reisekataloge gehortet, verglich Preise und schaute sich die Hotelbilder an.

Und jetzt? Bevor ich mich für ein Hotel entscheide, suche ich einmal mit einem Hashtag nach dem Urlaubsort sowie nach meinem Wunschhotel auf Instagram. Vorhanden? Bingo! Dabei lasse ich mich von den ästhetischen Bildern berieseln. Mich interessieren besonders die Zimmer und die Poolanlage. Oftmals sind die Hotels, die ich dort finde, mit einem eigenen Instagramprofil vertreten. Doch ich bemerke immer wieder, dass sich unter der Menge an Beiträgen ebenso viele ,,fremde’’, also keine hoteleigenen, tummeln. Influencer posten schöne Bilder und ich denke mir: ,,Ja, ich will auch dahin!” Wenn ich dann noch einen Erfahrungsbericht über das jeweilige Hotel lesen kann, erleichtert mir das meine Entscheidung allemal.

Visueller Content hilft Kunden bei der Entscheidung.

Doch wie können mittelständische Hotelbetriebe mit digitalem Marketing und Influencern Arbeit starten? Genau für diesen Case habe ich eine kleine Checkliste erstellt.

Ich bin keine Expertin. Die Tipps die ich hier gebe, stammen aus meinen eigenen Erfahrungsschätzen, die ich bisher sammeln durfte. Gerichtet sind diese vor allem an den Mittelstand, genauer gesagt an kleinere Hotelbetriebe, die am Anfang ihrer Social-Media Strategie stehen oder schon mittendrin sind.

#1 Die Ist-Situation: Wo will ich hin?

Zuallererst ist es wichtig, sich im Klaren darüber zu sein, auf welchen Kanälen man vertreten sein möchte und welche Kommunikationswege sinnvolle Investitionen wären. Ist überhaupt kein Instagram Account vorhanden und auch nicht geplant, so wäre beispielsweise eine Ausrichtung in Richtung Bloggertum sinnvoll. Konkrete Ziele, Botschaften und Motive sollten schon zum Start festgelegt werden. Auf diesen baut eine Content-Strategie und das dazugehörige Influencer Marketing auf.

#2 Die Reichweite macht’s – aber was ist mit meiner Zielgruppe?

Es kann anfangs verlockend wirken, einen Influencer für sich zu gewinnen, der eine solide Anzahl an Followern hat und den Anschein weckt, eine große Reichweite zu liefern. Doch mitunter können sich dabei auch gekaufte Follower verstecken. Dies gilt es zu überprüfen. Hilfreich kann eine Zielgruppendefinition sein, die eine fehlerhafte Investition schon anfangs relativieren kann. Marketer sollten ihre Kunden wenigstens nach demographischen Merkmale sowie darauf aufbauenden Interessen dieser einteilen. Es bringt nichts, wenn höherpreisige Betriebe mit einem Influencer mit hoher Reichweite zusammenarbeiten, der sich jedoch dem Thema Backpacking und Hostels widmet.

Influencer und ihr Content sollten passend zur Strategie ausgewählt werden.

#3 Hilfreiche Tools

Generell gilt: Auch Influencer Marketing sollte gemanagt werden. Dabei kommen verschiedene Tools in Frage, die bei der Auswahl und Analyse der passenden Influencer oder Blogger helfen können.

Besonders interessant ist dabei der Artikel des Online-Magazines t3n. Interessierte finden dort passende Tools sowie Software zu dem Thema.

#4 Ein schönes Bild am Pool reicht meist nicht

Hotelbetriebe sollten sich im Klaren sein, dass auch im Bereich Social Media Leistungsaustausch und Konditionen schriftlich festgehalten werden. Unrealistische und wenig lohnenswerte Anfragen sollten vermieden werden. Zwei Postings eines kleineren Bloggers mit ,,schönen’’ Instagrambildern rechtfertigt keinen All-Inclusive Urlaub für ihn. Doch auch solche Anfragen können die Hotelbetriebe erreichen. Deshalb sollte beispielsweise die Anzahl der Postings oder die verwendeten Hashtags verhältnismäßig und klar kommuniziert werden. Empfehlenswert ist auch die Konzipierung eines eigenen Hashtags, den der Influencer beim Posten verwendet. Somit kann auch ein Schritt in Richtung Branding gemacht werden.

Hotelbetriebe sollten klare Konditionen schon zu Anfang festlegen.

#5 Influencer als Leads

Effizientes Influencer Marketing kann mit wachsenden Followerzahlen und Aufmerksamkeit potenzielle Leads generieren. Durch einen geplanten Einsatz und Zusammenarbeit mit Influencern können Buchungsanfragen und gleichzeitig die Reputation gefördert werden. Dies kann mitunter ebenso die zukünftige Wirtschaftlichkeit sichern.

Das Fazit

Resümierend sind die hier aufgeführten Tipps nur Empfehlungen. Jedes Unternehmen kann und muss eine individuelle Strategie entwickeln, um die eigenen Ziele erreichen zu können. Folglich können diese Leads oder Reputation darstellen. Im besten Falle umfasst die Strategie beide Aspekte. Influencer Marketing kann unter anderem eine Alternative dafür darstellen.

 

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Anfänge des Tourismus

Von 0 auf über 1,3 Milliarden Touristen. Die anfänglichen Schritte des Tourismus waren nicht größer als ein Kinderschritt. Um Tourismusmarketing zu verstehen muss man zuerst auf die Geschichte des Tourismus blicken. Vom ersten analogen Reiseführer bis hin zum 360° Video auf Youtube – die Tourismusbranche boomt!

 

Alle Wege führen nach Rom

Die Alten Ägypter erfanden den Tourismus, indem sie für ihre Bildung verreisten. In der Antike sah man das locker, wodurch man erstmals zum Vergnügen verreiste. Aus ihren Schriften geht hervor, dass sie gerne mal einen Abstecher zur Sphinx und den großen Pyramiden machten.

Bereits 300 n.Chr. (wir befinden uns in der römischen Antike) stand eine Infrastruktur mit 90.000 Kilometern als Verbindung zu anderen Ländern. Vor allem Bildungs- und Vergnügungsreisende nutzen diese Strecken. Der Reiseverkehr war noch jung und bekam endlich die Chance zum Wachsen. Als es das Römische Reich dahinraffte, wurde das Straßennetz seinem einsamen Schicksal überlassen.

Menschen, in Gewändern, reisen auf Kamelen durch die Wüste.

Tourismus stammt aus dem griechischen Vokabular (τορνοζ = tornos) und beschreibt ein zirkelähnliches Werkzeug. Damit lässt sich eine kreisartige Bewegung vom Heimatort, bis hin zum Ziel und eine Retour (tour = franz. für Rundgang, Umlauf) zur Heimat zeichnen.

 

Psychologischer Exkurs

Woher kommt unser Gefühl, dass Reisen etwas mit Selbstverwirklichung zu tun hat?

Im Mittelalter wanderten die Menschen zum Beispiel nach Paris und Oxford, um dort zu lernen. Allerdings wurde der Weg zum Ziel und man reiste, um des Weges willen. Jeder vollkommen individuell auf seine Weise. Seither wird Wandern als ein spiritueller Weg zu sich selbst empfunden.

Ein Wanderer genieß den Ausblick von einem Aussichtspunkt auf den Bergen.

Um an die Spiritualität anzuknüpfen: Wir alle erinnern uns an die Zünfte, die im 16 Jh. im Handwerk sogar eine Wanderpflicht einführten. Auf Reisen sollte der Auszubildende die Welt und sein Handwerk kennen lernen, um nach der Wanderschaft als gestandener Mann zurück zu kommen. Von Anfang an begleitete das Reisen eine persönliche Entfaltung, ähnlich wie sie heute von vielen Reisebloggern gepredigt wird.

 

Grand Tour

Junge Adlige traten bis ins 18 Jh. eine Kavaliersreise oder auch Grand Tour an. Das kann als Wegbereiter des neuzeitlichen Tourismus betrachtet werden. Sie bereisten vor allem die antiken Gegenden Italiens, aber auch München und Prag. Das Ziel? Jugendliche sollten auf ihre gesellschaftlichen Pflichten vorbereitet werden.

Von dieser ein bis dreijährigen Reise erhoffte man sich den Übergang ins Erwachsenenleben. Aus diesem Grund besuchten sie andere Adelsfamilien. Sie erlernten z.B. fechten, Sprachen oder Tänze. Die Adeligen reisten nur in Begleitung von Personal, wie z.B. Tutoren, Mentoren, Reisemarschällen, Kutscher und Begleitpersonal.

Eine große braune Burg. Dahiner strahlt die Sonne auf einen leicht bewölkten Himmel.

Nach einigen Jahren entwickelte sich diese strenge Reise weiter. Kunst und Vergnügen spielten nun eine große Rolle. Man reiste nicht nur zu Erziehungs- und Bildungszwecken, denn Genuss und Kunst standen ebenfalls auf dem Tagesplan. Man reiste nicht nur für andere, sondern auch zum Selbstzweck, so wie es auch heute oft der Fall ist.

 

Der allererste Reisebericht

Dichter und Denker aus dem Bildungsbürgertum wie zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) oder Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) schrieben Reisejournale, Romane oder andere Werke, um ihre Reiseerfahrungen zu teilen.

Der allererste Reisebericht stammt von Pytheas von Massalia (380 v. Chr. bis um 310 v. Chr.), einer der großen Entdecker der Antike. Sein Werk hieß vermutlich „Über den Ozean“.

 

Bevor „Touri“ zum Schimpfwort wurde

Im 18 Jh. war der Bädertourismus in Großbritannien ganz stark im Kurs. Zuerst erfreuten sich sowohl Adlige als auch das wohlhabende Großbürgertum an den Reisen zu Heilquellen und Kurorten, doch schon bald zog die Mittel- und Unterschicht nach. Manche Historiker datieren den Anfang des Massentourismus auf dieses Jahrhundert.

Einen Fixpunkt bildet die kleinbürgerliche Sommerfrische. Familien verbrachten ihren Urlaub gerne bequem auf dem Land in der Nähe ihres Wohnortes.

Ein Fluß fließt an einem Tannenwald entlang, während dieser sich im Fluss spiegelt.

Lasst uns kurz über das Wort „Urlaub“ sprechen. Der Begriff stammt aus dem althochdeutschen „urlub“ und erlaubte einem Ritter fortzugehen. Früher erteilte ein Höherstehender diese Erlaubnis, heute ist es der Arbeitgeber, obwohl du die Ironie in diesen beiden Wörtern bestimmt erkannt hast.

Die Sommerfrische setzte einen Meilenstein in der Geschichte der Touristik. Man machte sich Gedanken und markierte erstmals Wanderwege für mögliche andere Touristen. Gaststätten und Aussichtstürme wurden ausgebaut. Die gesamte Infrastruktur bekam eine touristische Ader.

 

Reiselektüre wird Pflicht!

Im 19 Jh. standen kürzere Reisen wie Tagesausflüge auf dem Programm. Der technische Fortschritt ermöglichte mit der Dampfschifffahrt und der Eisenbahn einfacher als je zuvor zu reisen. Bereits 1808 wirft eine kleine Verlagsbuchhandlung aus London den allerersten Reiseführer über Holland, Belgien und das Rheinland auf den Markt. Fortan wird die Reiselektüre zur Pflicht.

Langsam, aber sicher können wir hier vom frühmodernen Massentourismus sprechen!

Thomas Cook ist in der Tourismusbranche ein Begriff. 1840 erfand der junge Unternehmer aus England die organisierten Pauschalreisen. 1841 verreisten schon 571 Personen mit dem Zug von Leicester nach Loughborough. Zum unschlagbaren Preis von einem Schilling, Verpflegung und Blasmusik inklusive. Schon bald gab es sogar Reisen ins Ausland, bevor es 1878 um die ganze Welt ging! Lese hier, wie Thomas Cook heute A/B-Testing einsetzt, um ihre Angebote attraktiver zu machen.

Eine Lokomotive fährt durch ein Waldstück. Der Himmel ist strahlend blau.

Cook führte Hotelcoupons und Kundenzeitschriften ein, die maßgeblich für den Erfolg wurden. Carl Stangen gründete daraufhin 1867 das erste deutsche Reisebüro.

Die Zeit änderte menschliche Bedürfnisse. Industrialisierung, Verstädterung, Verbesserung der sozial- und arbeitsrechtliche Regelungen und gestiegene Löhne weckten ein tiefes Erholungsbedürfnis. Reisen wurde zur Volksbewegung. Zwischen 1871 und 1913 stieg der Tourismus in Deutschland um 417% an.

 

Diversifizierung

Ab diesem Jahr fuhren die Europäer am liebsten mit ihrem geliebten Auto oder Wohnwagen in den Urlaub. Dank kommerziellen Reiseanbietern wie Neckermann, TUI und Co. wurden Preise strategisch gedrückt, sodass auch Flugreisen erschwinglich wurden. Innerhalb von 40 Jahren hat sich die Zahl der Reisenden auf 32 Millionen verdreifacht.

Ein Auto im Retrolook fährt, während eines Sonnenuntergangs, eine Straße entlang.

Errungenschaft des Tourismus: In Deutschland wurde 1963 ein gesetzlicher Ferienanspruch in den Normalarbeitsvertrag eingetragen.

Die Tourismusbranche konstituierte einen global bedeutsamen Geschäftszweig. Ursächlich liegt der Boom in der Wohlstandssteigerung, technischem Fortschritt und vor allem der Diversifizierung d.h. mehr Reiseziele werden angeboten. Des Weiteren werden neue Urlaubswelten wie Disneyland oder Sun City populär.

 

Tourismusmarketing ist überlebenswichtig!

Die heutige Urlaubsplanung beginnt mit Apps wie swoodoo oder opodo. Weiter geht’s zu Check24, um das günstigste Hotel zu finden.

Der analoge Wandel von Reisebüros, Reiseberichten und Katalogen hin zu digitalisierten Vergleichsportalen ist eine unüberschaubare Entwicklung des modernen Tourismusmarketings. Langweilige Bilder reichen längst nicht mehr aus. 360°Bilder und Videos vom Reiseziel und Hotel wirken modern und kundenorientiert. Einen innovativen Roboter am Empfang würden viele Hotelgäste sogar sympathisch finden. Klick hier, um zu erfahren wie Roboter „A.L.O“ tatsächlich Touristen empfängt!

Der Tourismus hat eine unglaubliche Reise hinter sich gebracht und sie ist noch lange nicht vorbei. Die Antike brachte den Stein ins Rollen und wir bauten daraus Flugzeuge und hoben einfach ab.

Tl;dr

Der stetige Wandel des Tourismus.

 

Lesetipps:

Tourismus und Tourismusgeschichte, Rüdiger Hachtmann, 2010

Social Media Marketing und -Mangement im Tourismus, Thomas Hinterhoolzer, Mario Jooss, 2013

Entwicklung des modernen Tourismus (ab 18. Jh. in Europa), Anton Sölch, 1995

 

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