Der Technik-Trend 2019

Top oder Flop? Wir haben abgestimmt!

Die heutige Gesellschaft wird überrollt durch Neuheiten in der Technik. Egal, ob privat oder geschäftlich, wir müssen uns dauerhaft auf neue Technik-Trends einstellen und unser Verhalten optimieren.

Wie sieht es 2019 aus? Was kommt auf uns zu? Gerade uns, Studenten der Hochschule Darmstadt Fachbereich Media, tangiert dieses Thema 24/7. Wir müssen uns ständig auf dem Laufenden halten und die Trends zwischen Top oder Flop selektieren. Wir haben für euch abgestimmt, welche Technik-Trends sich unserer Meinung nach im Jahr 2019 durchsetzen!

Briefing – Eckdaten zur Umfrage

Im Zeitraum vom 08.12.2018 bis 04.01.2019 (Dauer 4 Wochen) haben insgesamt 187 Studenten und Studentinnen an der Umfrage teilgenommen. Die Studenten sind alle an der h_da im Fachbereich Media immatrikuliert. Die Umfrage beinhaltet 14 Fragen mit einer durchschnittlichen Antwortdauer von ein bis zwei Minuten. Die Studenten hatten die Antwortauswahl von Top, Flop oder keine Meinung und mussten insgesamt 12 Technik-Trends einstufen. Weitere Eckdaten findet ihr am Ende des Artikels.

Top oder Flop – The Winner is…

Platz 1: 3D-Druck

Mit 150 Top-Antworten, sind über 80% der Studenten der Meinung, dass 3D-Druck der Technik-Trend schlechthin ist und sich im Jahr 2019 noch mehr etablieren wird. 3D-Druck ist eine computerseitige Erschaffung von virtuellen 3D-Modellen zur Nachbildung von realen Objekten. Er wird bereits in vielen Bereichen eingesetzt, wie zum Beispiel Kunst und Design, Architektur, Flugzeugindustrie. Aber speziell im Gesundheitswesen ist 3D-Druck ein Durchbruch und schenkt vielen Menschen eine zweite Chance. Weitere Informationen zu 3D-Druck im Gesundheitswesen, findet ihr im Blogbeitrag von Sabia „3D-Druck – Der Mensch druckt sich gesund“.

Platz 2: Künstliche Intelligenz (KI)

Dicht gefolgt ist die künstliche Intelligenz auf Platz 2 mit 146 Top-Antworten, das entspricht 78,1% der Studenten. KI ist die Nachbildung von menschlichen Wahrnehmungen und Handeln durch Maschinen und ist bereits in vielen alltäglichen Abläufen zu Hause. Egal, ob Smart Home, intelligente Hotelzimmer, Chat Bots oder in Games. Künstliche Intelligenzen erleichtern uns Menschen das Leben und bietet vor allem Unternehmen einen Mehrwert. Aber vielleicht erobert KI auch die Welt? Dazu findet ihr Informationen im Blogbeitrag von Jasmin „Eine Evolution von einer Maschine zum Menschen“.

Platz 3: Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR)

Auf Platz 3 mit 140 Top-Antworten liegen die Technik-Trends Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR). VR-Brillen sind bereits in vielen Haushalten vorhanden und finden verstärkt Einsatz in der Gamewelt. Hierbei handelt es sich um Schaffung einer scheinbaren Welt. In dieser kann der Betrachter eintauchen, sich in ihr bewegen und seine Fantasien und Vorstellungen umsetzen kann mithilfe von Computern. Aber nicht nur Privatmenschen ist ein Mehrwert geboten, sondern auch in Unternehmen ist die „digital erschaffene Welt“ etabliert. Vor allem in der Tourismusbranche ist VR, AR und MR nicht mehr wegzudenken. Die Reisenden könnten vor Anreise bereits erste Urlaubsgefühle erleben und Hotels begutachten. Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr im Blog meiner Kommilitonin Marina „Tourismusmarketing mit VR und AR: Vom Engaging Content zur Traumreise“.

Exklusive Expertenmeinung

Auch Marc Czieslick, einer der Geschäftsführer von App&Web Multikanal Marketing und den Erfindern von Contentpepper ist der Meinung das künstliche Intelligenzen und virtuelle Realitäten im Jahr 2019 verstärkt eingesetzt werden.

„Ich glaube, dass wir mit der künstlichen Intelligenz noch ganz am Anfang stehen, aber dass die tatsächliche Umsetzung und der Einzug in den Alltag rasend schnell kommen wird. Hier werden auch im Jahr 2019 schon bemerkenswerte Verschmelzungen von verschiedenen Trends stattfinden. Ich denke da an den weiteren Einzug von Sprachsteuerung über Siri, Alexa & Co. in Verbindung mit virtuellen Realitäten im Haus und am Arbeitsplatz. Wahrscheinlich zeigen uns die Echo-Bildschirme schon bald als VR-Bild, wie das Kleidungsstück an uns aussieht, nach dem ich es gestern gegoogelt habe…“.

Platz 4 bis 9:

Das breite Mittelfeld habe ich kurzgefasst. Im Bereich von 118 bis 98 Top’s wurden folgende Technik-Trends eingestuft.

# 4: Content-Marketing und Personalisierung (118 Top-Antworten). Weitere Informationen zu diesem Trend findet ihr im Artikel von Meike „A/B-Testing und Personalisierung: Was Unternehmen durch personalisierten Content erreichen können!“.

# 5: Smart Spaces (117 Top-Antworten). Weitere Informationen zu diesem Trend findet ihr im Artikel „Intelligente Hotelzimmer“ von Marion.

# 6: Edge Computing (111 Top-Antworten)

# 7: Mircotargeting und Psychometrie (109 Top-Antworten). Weitere Informationen zu diesem Trend findet ihr im Artikel von Eva „Psychometrie – die Maßschneiderei für Content“.

# 8: Autonomes Autofahren (105 Top-Antworten)

# 9: Internet of Things (98 Top-Antworten)

Platz 10: Blockchain

Etwa ein Drittel (53) der Studenten stimmten ab, das Blockchain sich nicht 2019 etablieren wird. Hierbei handelt es sich um öffentlich einsehbare Datenbank, zum Speichern, Verarbeiten, Teilen und Verwalten von Informationen. Blockchain befindet sich noch in den Startlöchern, viele Unternehmen wissen noch nicht diesen Technik-Trend für sich zu nutzen. Aber wie wird es 2025 aussehen? Diese Informationen finden ihr im Blogbeitrag von Jasmin „Blockchain soll bis 2025 massentauglich werden“.

Platz 11: Chatbots

Fast die Hälfte (82) der Studenten der Hochschule Darmstadt stimmten dafür, dass 2019 Chatbots sich nicht in der Gesellschaft durchsetzen. Chatsbots sind textbasiertes Dialogsysteme, in Kombination mit KI bieten sie dem Nutzer personalisierte Informationen. Aber warum sind die Studenten abgeneigt? Diese Frage stellte sich auch meine Kommilitonin Meike in ihrem Artikel „Chatbots: Megatrend oder doch nur kurzer Hype?“.

Platz 12: Kryptowährungen

Der absolute Flop-Technik-Trend ist laut der h_da Studentinnen und Studenten die Kryptowährung. 110 Studenten stimmten mit einem Flop ab. Bitcoin & Co. sind digitale Zahlungsmittel, welche auf kryptographischen Werkzeugen basieren. Vor allem Bitcoin ist ein Paradebeispiel dafür, wie es nicht laufen soll. Erst ein riesen Hype, dann 80% Kursverlust auf die Aktien der Bitcoin. Menschen investierten und schauten dann ins Leere.

Ich denke deshalb, dass viele Personen skeptisch diesem Trend gegenüberstehen. Ich selbst bin auch kein Freund von Kryptowährungen, deshalb habe ich recherchiert und bin auf einen interessanten Artikel von BTC-Echo „Die 5 großen Chancen für Bitcoin in 2019“ gestoßen – Vielleicht ändert das eure Ansicht.

Weitere Technik-Trends

Es gibt noch viele weitere Technik-Trends, aber vor allem das Thema digitale Zahlungssysteme, wie zum Beispiel Google Pay oder Apple Pay sind bei den Studenten vermehrt im Gespräch. Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser Trend in der Gesellschaft etablieren wird. Ich persönlich denke, dass das bargeldlose Zahlen vor allem in den jüngeren Generationen willkommen ist, aber wie man so schön sagt ,,Bares ist Wahres“.

Vielen Dank an alle Teilnehmer!

Hiermit möchte ich mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Umfrage bedanken. Ihr Studenten der Hochschule Darmstadt Fachbereich Media, habt den Leserinnen und Lesern von PR-Fundsachen eure Ansicht gezeigt. Es gibt bestimmt viele Meinungen zu diesem Thema, jeder hat seine Gründe, aber ich finde es ist schon mal ein Anfang und verschafft einen Überblick im Technik-Trends-Chaos 2019. Mal schauen, ob wir Recht hatten!

Viele weitere interessante Artikel über Technik-Trends findet ihr auf www.pr-fundsachen.de oder unter dem Hashtag #techtrends

…Wen es interessiert – hier ein paar weitere Eckdaten

Teilgenommen haben Studenten des Studienganges Online-Kommunikation (86 Teilnehmer), Informationswissenschaften (18 Teilnehmer), Sound and Music Production (17 Teilnehmer), Motion Pictures (17 Teilnehmer), Animation and Game (16 Teilnehmer), Online-Journalismus (16 Teilnehmer), Interactive Media Design (10 Teilnehmer), Leadership in the Creative Industries (5 Teilnehmer), Medienentwicklung (1 Teilnehmer) und International Media Cultural Work (1 Teilnehmer).

Ich habe die Umfrage über Social-Media-Kanäle wie Facebook und per WhatsApp Gruppen geteilt. Darüber hinaus war die Hochschule so freundlich, meine Umfrage per Mail an die Studenten weiterzuleiten. Danke dafür.

Wer noch weitere Informationen zur Umfrage erhalten möchte, ich bin gerne bereit, die Umfrage weiterzuleiten!

 

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Chatbots: Megatrend oder doch nur kurzer Hype?

Chatbots – ein Trend, der wohl noch lange nicht bei allen angekommen ist. Aber warum sind wir mit dem Einsatz der automatisierten Kundenkommunikation noch so zögerlich?
Während in Asien die Nutzung von Chatbots für den Kundenservice schon weit fortgeschritten ist und zum Standardwerkzeug zählt, sind deutsche Unternehmen eher vorsichtig. Wir haben das Thema noch einmal genauer unter die Lupe genommen und Antworten gefunden!

 

Was können Chatbots?

Was genau Chatbots sind, habt ihr in einem unserer letzten Beiträge lesen können. Die Kommunikationsroboter werden von deutschen Unternehmen vor allem für die Beantwortung der FAQs eingesetzt. Wobei diese aufgrund von festen Regeln und Schlüsselwörtern, die gesuchten Antworten ausgeben können. Doch gerade durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz bieten Chatbots noch viele weitere Möglichkeiten.

Die Kommunikation mit den Kunden sorgt dafür, dass Chatbots selbst immer intelligenter werden. Damit können die Systeme zunehmend personalisierte Antworten geben und komplizierte Fragen, über die FAQs hinaus, beantworten.

Nicht nur auf den eigenen Unternehmensseiten können Chatbots zum Einsatz kommen. Auch über Messenger, wie Facebook und WhatsApp, lassen sich Chatbots sogar schon seit 2016 erstellen. Unternehmen, wie beispielsweise die Sparkasse, machen es vor und lassen über Bots, personalisierte Nachrichten an die Kunden ausspielen.

Welche Vor- und Nachteile bringen Chatbots mit sich?

Vorteile

Ein wesentlicher Vorteil ist die Reichweite, die vor allem die Messenger-Chatbots Facebook und Co. aufgrund der hohen Nutzerzahl erzielen. Wir verbringen die meiste Zeit auf dem Smartphone mit Messengern. Wo könnte man also besser eine hohe Reichweite erzielen und Nutzer personalisiert ansprechen?

Allgemein ermöglichen Chatbots eine Verbesserung des Kundenserviceses und Kostenersparnisse. Kunden sind nicht mehr an die Öffnungszeiten gebunden und können vor allem bei Standardfragen auf einen 24h Service der Chatbots zurückgreifen. Natürlich können die Systeme noch nicht alle Fragen beantworten. Vor allem bei komplizierten Rückfragen der Kunden werden Mitarbeiter im Kundenservice benötigt. Aber intelligente Algorithmen können es mit der Zeit möglich machen, dass das System durch selbstständiges Lernen, auch über FAQs hinaus, dem Kunden helfen kann. Durch das Zeitersparnis bei der Beantwortung von Standardfragen, können sich Mitarbeiter so gezielt komplizierteren Anfragen zuwenden.

Kostenersparnisse erzielen Unternehmen vor allem auch bei der Entwicklung der Bots. Denn die Kosten sind hier deutlich geringer als beispielsweise die Entwicklungskosten einer App.


Nachteile

Bei dieser Fülle an Vorteilen bleibt die Frage, wo die Nachteile des Kommunikationstrends liegen könnten?

Chatbots sammeln vor allem beim Austausch über persönliche Erfahrungen und Geschichten, Minuspunkte. Denn trotz, dass durch künstliche Intelligenz massig Informationen gesammelt werden, bleiben im Austausch mit den Kunden emotionale Bezüge zu den Produkten außen vor. Hier bevorzugen die meisten Kunden dann doch die Weiterempfehlung in Gesprächen mit Freunden oder über Influencer im Social Web.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei der Entwicklung zu beachten ist, ist die Datenschutzverordnung. Natürlich gilt für Chatbots die Datenschutzerklärung, wie für andere Systeme auch. Doch Bots, die auf künstlicher Intelligenz basieren, speichern personenbezogene Daten und verarbeiten diese weiter.

Dieser Zwiespalt setzt voraus, dass sich Unternehmen vor dem Einsatz, ausreichend mit dem Thema Datenschutz beschäftigen. Denn nur, wenn Kunden einwilligen, können die personenbezogenen Daten gespeichert werden. Bei der Entwicklung der Chatbots gilt es diesen Punkt zu beachten.

 

Warum zögern so viele Unternehmen noch?

Angesichts der überwiegenden Vorteile und nach der Chatbot-Initiative durch Facebook 2016 ist es umso verwunderlicher, dass das Thema bei uns in Deutschland nicht schon durch die Decke geschossen ist.

Viele Unternehmen haben durch Facebook einen Schritt in Richtung der neuen Form des Kundenserviceses gewagt. Dieses Jahr scheint es sich nun aber um das Thema wieder etwas beruhigt zu haben. Viele Unternehmen sind in den letzten Monaten wieder zurückgerudert. Was ist der Grund dafür?

Im Vergleich zu anderen Trends, steckt die Weiterentwicklung von Chatbots bei uns in Deutschland wohl eher noch in den Kinderschuhen. Eine der großen Herausforderungen für die Kommunikationsroboter ist es, auch mit Fehlern der menschlichen Sprache umzugehen. Die ist nicht immer eindeutig. Nur wenn künstliche Intelligenz über die passenden Algorithmen verfügt, können Chatbots mehrdeutige Aussagen, Fehler etc. wahrnehmen und gezielte Antworten an die Kunden ausgeben. Künstliche Intelligenz kann durch kontinuierliches Lernen dabei helfen, diese Verständnisschwierigkeiten zu umgehen. Hier genau liegt die Herausforderung an die Unternehmen.

Nur wenn die, in den Chatbots enthaltene, künstliche Intelligenz genügend ausgereift ist, können Chatbots fehlerhafte Antworten und damit verärgerte Kunden umgehen. Für viele Unternehmen wird dieses Risiko wohl ein ausschlaggebendes Kriterium sein. Ihnen muss es zum einen gelingen, die Chatbots an dem entscheidenden Punkt in die „Customer Journey“ zu integrieren. Und zum anderen muss beachtet werden, dass künstliche Intelligenz nicht immer einwandfrei funktioniert und in der Entwicklung Verständnisschwierigkeiten etc. beachtet werden müssen.

Für Unternehmen sollte es immer nachvollziehbar sein, welche und warum der Bot bestimmte Entscheidungen trifft, damit fehlerhafte Interaktionen frühzeitig erkannt werden können.

 

Fazit:

Viele Länder in Asien machen den Trend vor. Auch wenn es die letzten Monate bei uns in Deutschland ruhiger um das Thema der Chatbots geworden ist. Wir sind der Meinung, dass der Trend so großes Potenzial birgt, dass er auch bei uns in den nächsten Jahren endlich richtig ankommen wird.

Bekanntlich brauchen einige Entwicklungen in Deutschland etwas länger. Sobald Unternehmen ihr volles Vertrauen auf die, in den meisten Chatbots enthaltene, künstliche Intelligenz setzen können, werden diese auch hier wieder ein größeres Thema sein.

Wir werden den Trend weiter verfolgen und sind gespannt, wie er sich in den nächsten Jahren entwickeln wird.

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Chatbots im Tourismus

Wenn man an einen Roboter denkt hat man oft das typische Bild einer Blechmaschine im Kopf, aber Chatbots sind anders. Sie sind für Kommunikationsaufgaben geschaffen. Hinter ihnen versteckt sich für gewöhnlich ein Prozess oder ein Dienst aus der Cloud, wodurch ihnen die Möglichkeit gegeben wird, mit uns Menschen zu kommunizieren.

Was sind Chatbots?

Chatbots gibt es in unterschiedlichen Varianten. Oftmals laufen diese über einen Messenger wie Facebook, WhatsApp, Twitter oder werden direkt auf der Website eingebettet. Es werden Dialogfenster angeboten, in die der User seine Fragen eingeben kann. Diese werden dann nicht von einem Mitarbeiter des Unternehmens, sondern von dem Bot beantwortet. Besonders nützlich sind solche Bots, wenn vermehrt die gleichen oder ähnliche Fragen gestellt werden. Somit kann eine schnelle Antwort gewährleistet werden. Für außergewöhnliche Fragen gibt es oftmals die Möglichkeit seine E-mail-Adresse zu hinterlassen, damit sich ein Mitarbeiter um dieses Anliegen kümmern kann.

Um diese schwierigen Fragen beantworten zu können, muss die künstliche Intelligenz noch weiter mit Daten gespeist werden. Die Chatbots lernen bei jeder Unterhaltung dazu und erweitern ihr Wissen. Sie lernen von den Benutzereingaben, um personalisierte und passende Antworten herausgeben zu können. Dabei gibt es ein Problem – den Datenschutz, denn einige Chatbots bedienen sich nicht nur an den Informationen der Unterhaltung, sondern sammeln weitere Nutzerdaten und werten diese aus.

Warum Chatbots?

Auf vielen Websites, ob bei H&M, Sephora oder dem Messenger Kik, sind Chatbots nicht mehr wegzudenken. Vor  Allem im Bereich des Kundenservices gehören sie einfach dazu. Sie werden von vielen Kunden als selbstverständlich angesehen. Auch die Tourismusbranche wird bereits von Chatbots erobert, denn auch dort spielt die digitale Präsenz eine entscheidende Rolle.

Durch die Nutzung eines Bots wird die Suche nach passenden Flügen oder Hotels erleichtert. Er findet nicht nur das beste Angebot, sondern gibt auch Empfehlungen ab, wann die beste Reisezeit ist. All das und noch weitere Funktionen gibt es bei dem Online-Reisebüro von Kayak und das ganz einfach über den Facebook-Messenger.

Buchungen sind allerdings nur die Anfänge einer Reise. Es geht weiter mit Informationen über das Hotel, der Tagesplanung vor Ort und Tipps zu tollen Spots in der Umgebung. Genau da sollten Hotels anknüpfen, um die Reise mithilfe von Bots für die Kunden angenehmer zu machen, sowie das Personal zu entlasten.

Chatbot James

Ein tolles Beispiel dafür ist das Hotel Ameron in der Speicherstadt Hamburg. Dieses hat 2017 den Concierge James eingestellt.

„Mit James soll dem Gast ermöglicht werden, zu jeder Zeit und an jedem Ort mit uns einfach in Kontakt zu treten. Im Vordergrund steht hier das positive Erlebnis für den Kunden. Wir suchen die aktive Kommunikation mit unseren Gästen und diese Erfahrung soll sich auch im Chat widerspiegeln”, erklärt Michael Lutz, Director of Operations Deutschland der AMERON Hotel Collection.

James bringt die Gäste immer auf den neuesten Stand, was aktuelle Informationen und Tipps rund um das Hotel und die Umgebung betrifft. Sei es eine Frage zum Frühstücksbuffet, ein Ausflugstipp in Hamburg oder eine Tischreservierung im italienischen Restaurant.  Sollte der Concierge einmal nicht weiter wissen, wird direkt der persönliche Kontakt zum Rezeptionsteam hergestellt. Chatbot James ermöglicht den Gästen somit eine unkomplizierte Art, ihre Wünsche und Probleme über den Facebook-Messenger zu äußern.

Natürlich ist James inzwischen einer von vielen Bots in der Hotellerie. Es werden mit Sicherheit noch einige Hotels und Reiseanbieter wie beispielsweise Thomas Cook mitziehen, die dazu noch weitere Funktionen generieren werden.

Ausblick

Der Trend hin zu Bots ist in vollem Gange. Bereits jeder vierte Bundesbürger kann sich die Nutzung eines Chatbots vorstellen. Aber auch Sprachbots werden heutzutage in sehr vielen Haushalten genutzt, sei es Alexa, Siri, Cortana oder Viv. Aufgrund der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz werden Sprachbots in naher Zukunft möglicherweise auch in der Hotel- und Restaurantfachbranche ihren Nutzen finden. Sie werden unter anderem Tischbestellungen automatisch aufnehmen können.

Wenn du das nächste Mal auf der Suche nach der perfekten Reise bist, probiere es doch auch mal mit der Hilfe von den lieben Chat- und Sprachbots!

 

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Intelligente Hotelzimmer


Auf der Suche nach den neuesten Trends in der Tourismusbranche sind wir auf eine spannende Neuigkeit gestoßen. Diese überzeugt mit innovativer Nachhaltigkeit für die immer stärker wachsende Digitalisierung. Die Hotelkette Marriott kooperiert nun mit den bekannten Tech-Unternehmen Samsung und Legrand. Gemeinsam lanchen die drei Unternehmen das erste intelligente Hotelzimmer, dem  “IoT (Internet of Things) Guestroom Lab”.

Intelligente Hotelzimmer
So könnte es künftig in Hotelzimmern aussehen.

Mehrere IoT-Systeme, Geräte und Anwendungen sollen in den intelligenten Zimmern miteinander interagieren können, um das Hotelerlebnis der Zukunft für Gäste individueller zu gestalten.

Durch diese SmartRooms wird den Gästen die Möglichkeit geschaffen, ihren Aufenthalt noch komfortabler zu gestalten. Der Hotelbetrieb wird durch diese Lösung zunehmend optimiert, auch in Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Marriott richtet seine Strategie auf eine Zukunft aus, in der die Hotelbesitzer eine nahtlose, transparente und flexible End-to-End-Lösung haben, die nur minimale Ausstattung erfordert. Durch ein integriertes Aufenthaltserlebnis sollen Gäste problemlosen Zugriff auf ihre Daten und Informationen haben. Hinzu kommt auch eine Steuerung der Raumfunktion per Sprache oder App.

Dem Hotelbetrieb würden diese Systeme zu Nutzen kommen, indem der individuelle Service vorangetrieben wird. Die Dienste des Hotels können dadurch dem Gast jederzeit zur Verfügung gestellt werden.

Mehr Individualisierung

Mittels künstlicher Intelligenz gestützter Software kann die Tourismusbranche schon heute Leistungen besser individualisieren.

Durch diese Software ist es in der Tat möglich, verschiedenste Gewohnheiten von Gästen zu speichern: Ein Paar frühstückt zum Beispiel lieber um acht Uhr, das andere lieber in seinem Zimmer und so weiter. Jedem Gast wird somit die Möglichkeit geschaffen, einzigartig zu werden.

Da immer mehr Personalisierung von Gästen gewünscht wird, könnte dies auch zu neuen Umsätzen verhelfen. In Zukunft ist es auch erdenklich, dass ein intelligentes Zimmer Gäste per Gesichtserkennung im Spiegel identifiziert. Beispielsweise könnte die bevorzugte Temperatur eingestellt oder die Dekoration, je nach Vorliebe, angepasst werden.

Durch die Beacon-Technology wäre es auch möglich, diese Vorlieben von unterwegs zu steuern. Mit Beacon bezeichnet man einen Sender oder Empfänger, basierend auf Bluetooth Low Energy (BLE) oder auch der Bluetooth Smart Technologie. Man kann diese Technologie als Weiterentwicklung einer Bluetooth-Verbindung sehen, denn jeder Beacon macht Smartphones in der Nähe ausfindig. Die Idee dahinter: Man weiß, wann der Kunde sich auf dem Weg zum Hotel befindet. An dieser Stelle lassen sich ebenso die Zimmertemperatur anpassen, die Gardinen öffnen oder Getränke kalt stellen.

Intelligente Hotelzimmer - Gezieltes Personalisieren
Gezieltes Personalisieren durch App,- und Sprachsteuerung.

Was wünschen sich die Gäste?

Um diese Frage zu beantworten zu können, helfen Hotel-Apps, welche immer häufiger von der Hotellerie angeboten und genutzt werden.

Nicht nur die Zimmertür lässt sich durch diese öffnen, es können sogar durch einen intelligenten Chatbot, der immer mehr dazu lernt, Fragen rund um das Hotel beantwortet werden. Nachdem der Gast dem Datenschutzgesetz zugestimmt hat, speichert die App alle möglichen Informationen über diesen. So erhält er ein möglichst abwechslungsreiches und personalisiertes Angebot.

Einem Gast, der zum Beispiel über die App regelmäßig einen Termin bei einem Trainer im Fitnessstudio bucht, wird bei weiteren Hotelbesuchen über verschiedene Angebote wie Personal Workouts informiert. Dies funktioniert ebenso, wenn man sich einen Cocktail aufs Zimmer bestellt: Dem Gast werden dann weitere Getränke angeboten. Big Data lässt an dieser Stelle grüßen. Damit kann man einen Service, den in teuren Hotels ein guter Concierge leistet, nämlich die Wünsche seiner Kunden zu erkennen, in digitaler Form auch auf günstigere Hotels ausdehnen.

Eine dreimonatige Testphase soll Aufschluss darüber geben, ob weitere IoT-Technologien entwickelt werden sollen. Die nächsten fünf Jahre sorgen dafür, dass diese Technologien weiter ausreifen, um in Hotelzimmern ein persönliches Ambiente anbieten zu können. Dies würde nicht nur den Genuss der Gäste steigern, sondern auch dem Hotelbetrieb ermöglichen, mehr auf die Gäste einzugehen und immer fortschrittlichere Dienste leisten zu können.

Intelligente Hotelzimmer - Individuelle Wünsche für den Gast
Dem Gast sollen individuelle Wünsche erfüllt werden.

Überblick

Die Digitalisierung breitet sich immer weiter aus, so auch in der Hotellerie. Jedoch wird es auch hier, wie in allen Lebensbereichen, Vor-und Nachteile mit sich bringen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen ob Gäste mit den SmartRooms vertraut werden. Für Hotels lohnt es sich allemal, da sie einen fortschrittlichen, wie individualisierten Service anbieten können und zudem Kosten sparen.

KommOnTour ist fasziniert von dieser Neuigkeit und wird diese neuartige Innovation definitiv weiterverfolgen. Mit Spannung erwarten wir die Weiterentwicklung der IoT-Technologien und was uns in Zukunft noch erwarten wird.

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Eine Evolution von einer Maschine zum Menschen

KI verbindet viele Technologien des 21. Jahrhunderts. Wie Sophia the Robot sagte: „This is a good beginning for my plan to dominate the human race.“  Da stellen sich die Fragen: Wie viel Mensch sollte wirklich in einer Maschine stecken ohne dass wir ein ungutes Gefühl bekommen? Kann eine KI-Technologie uns so zu einer Kaufentscheidung verleiten wie es ein Mensch könnte?

2011 begann die künstliche Intelligenz unser Partner zu werden. Sie hat uns im Schlaf begleitet, beim Einkaufen oder auch beim Duschen. Apple brachte Siri als treuen Freund in unser iPhone. Die Künstliche Intelligenz  begann damit in unseren Alltag einzuziehen. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ein Computer konnte zu diesem Zeitpunkt keine menschenähnliche Stimme erzeugen. Susan Bennett, eine amerikanische Synchronsprecherin, verlieh viele Jahre ihre Stimme an Projekte für künstliche Intelligenz. Somit war es ein Mensch, der einer Technologie das Mensch-sein verlieh. Das 21. Jahrhundert schreitet im Bereich der Digitalisierung in seine vierte Revolution und verändert nicht nur große Konzerne wie Apple, Google und Co., sondern auch das Konsumentenverhalten um ein Vielfaches. Immer mehr neue Technologien, wie Chat-Bots, sollen dem Verbraucher dabei helfen eine positive Kaufentscheidung zu fällen.

Woran liegt es, dass so viele Menschen einverstanden sind, ihre Zeit mit einer künstlichen Intelligenz zu teilen?

Laut einer Studie von Capgemini legen die über 10.500 Befragten mit über 60% im Umgang mit KI großen Wert auf eine menschenähnliche Stimme und einen menschenähnlichen Verstand. Gerade einmal 36% würden eine maschinelle künstliche Intelligenz bevorzugen. 

81% der Kunden sind überzeugt davon, dass KI eine bessere Privatsphäre und Sicherheit der persönlichen Daten bietet als es ein Mensch tun würde und zusätzlich komfortabler im persönlichen Kontakt ist. Doch genauso wie Datensätze hackbar sind, ist es auch möglich einem Menschen ein paar Details herauszulocken. Man muss nur wissen wie.

Jedoch ist die Evolution der künstlichen Intelligenz in eine Humanoide noch weit von einem perfekten Ergebnis entfernt. Fehler schleichen sich immer wieder in das Netz der künstlichen Intelligenz und ermahnen uns Menschen somit daran, dass eine Maschine eben doch aus Hardwareteilen besteht. Daraus resultiert, dass 55% der Befragten sich sicher sind: künstliche Intelligenz bleibt nur gemeinsam mit einem Mensch ein unschlagbares Team. Auch persönlich bin ich der Meinung, dass eine künstliche Intelligenz noch keinen Menschen ersetzen kann. Viele Chatbots oder Übersetzungsprogramme haben zwar auf meine Anfrage reagieren können. Jedoch hatten die Übersetzungen einige Fehler und die Chatbots keine Lösung für mein komplexes Problem.

Das Erfolgskonzept der Künstlichen Intelligenz ist der Mensch selbst

Wir Menschen lösen ineinander Emotionen, Verhaltensweisen und Einstellungen aus, die uns maßgeblich prägen. Freundlichkeit, Komplimente oder gut gemeinte Ratschläge beflügeln uns immer wieder in allen möglichen Lebenssituationen. Doch insbesondere beim Einkaufen bringen gerade diese drei Faktoren ein Klingeln in die Kassen der Unternehmen. Je mehr eine Maschine uns ähnelt desto mehr Loyalität und Vertrauen besitzen wir in das Unternehmen selbst. Das Ziel der künstlichen Intelligenz besteht darin, ein Mensch zu sein, welcher uns das Leben in einem großen Umfang erleichtert. Es bleibt also auch für die Zukunft eine spannende Frage, in welchem Umfang KI zum Einsatz kommt.

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Automatisierte Kreativität – wie verändert künstliche Intelligenz die Branche?

Jedes Jahr tauchen neue Technologien oder Trends auf, die die Kommunikationsbranche revolutionieren sollen. Jetzt scheint es jedoch einen Kandidaten zu geben, der dieses Versprechen halten kann: Die künstliche Intelligenz.

Vor nicht allzu langer Zeit schien die künstliche Intelligenz für die Allgemeinheit mehr Science Fiction als Wissenschaft zu sein. Obwohl erste Visionen und Forschungen schon in den 1940ern begannen, erschien ein denkender Computer für die meisten nur wie eine Möglichkeit der Zukunft und keine Tatsache der Gegenwart.

Doch im vergangenen Jahr sorgte plötzlich ein Ereignis für besondere Aufregung: Die von Google programmierte künstliche Intelligenz AlphaGo schlug einen der besten Spieler in dem aus China stammenden, strategischen Brettspiel “Go”. Ziel des Spiels ist es, mit seinen Spielsteinen mehr Gebiet zu umschließen als der Gegner. Mit seinen 4 einfachen Grundregeln hat das Spiel eine wesentlich höhere Anzahl an möglichen Spielzügen als beim Schach. Experten bezeichneten laut Business Insider einen der Spielzüge von AlphaGo als nahezu kreativ.

Go Spielbrett
Eine Partie Go auf dem Spielbrett

Nun scheinen in vielen beruflichen Bereichen alle Augen auf die neuen Entwicklungen von künstlicher Intelligenz gerichtet zu sein. Die größten Unternehmen der Welt, wie zum Beispiel Apple und Google, verkünden Projekte zur weiteren Erforschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz. Natürlich wurden auch auf der re:publica und der Media Convention in Berlin über jenes faszinierende Thema gesprochen. In einer Diskussion ging es vor allem um die Frage ob künstliche Intelligenz kreativ sein kann. Wenn ja, was bedeutet das für die Kommunikations- und Medienbranche?

Künstliche Intelligenz ist schon länger Alltag als man denkt

Erst bei genauerem betrachten wird klar, wie sehr intelligente Programme schon zu unserem alltäglichen Leben gehören. Durch sie weiß Netflix, welche Filme und Serien dem Nutzer vorgeschlagen werden sollen, Amazons “Alexa” kann dadurch eine bessere Personalisierung bieten, selbstfahrende Autos wie unter anderem von Tesla lernen dadurch im Straßenverkehr zurecht zu kommen. Bilderkennung wird zum Beispiel bei Facebook dazu genutzt, die Bilder auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zugänglich zu machen. Siri kann durch Natural Language Processing auf Fragen antworten und sogar Pinterest arbeitet mit einer künstlichen Intelligenz. Christian Erxleben erklärt, dass die selbstlernende künstliche Intelligenz von Pinterest Bilder und deren Inhalt erkennt und anschließend passende Suchergebnisse für den Nutzer ausspielt und ebenfalls die Anzeigen in den Suchergebnissen auf deren Pins anpassen kann.

Obwohl es vielen nicht bewusst ist, hat sich das Verhalten der Kunden schon den schlauen Programmen angepasst. In einem Artikel für contently.com beschreibt Dillion Baker es als Erwartung:

“[…]our tolerance and our attention span right now as consumers is wildly, wildly, wildly shorter than it used to be. […] You’re dealing with a world where they’re expecting that you know who they are, you can understand their needs, and you can fulfill them in real time.”

Ohne künstliche Intelligenz wären viele dieser personalisierten Optionen in der gewünschten oder erwarteten Geschwindigkeit nicht möglich.

So sehr sie im Leben zu Hause anwesend ist, wird künstliche Intelligenz im Beruf ebenfalls eine große Rolle spielen und das nicht nur in Manufakturen und Fabriken. Auch in der Werbung haben sich schon viele mit dem Thema beschäftigt und erste Versuche in der Zusammenarbeit mit ihr gestartet.

Wie sieht künstliche Intelligenz in der Werbebranche aus?

Die Berühmtheit unter den künstlichen Intelligenzen ist momentan Watson von IBM. Dieser dürfte vielen durch Werbeclips wie diesen bekannt sein, in dem er sich mit Sänger und Songwriter Bob Dylan über seine Texte unterhält. Doch er kann mehr als nur Sprüche reißen. Watson wählte für einen Film von 20th Century Fox, der “zufälligerweise” von einer künstlichen Intelligenz handelt, das richtige Material für einen ansprechenden Trailer aus. Stefan Pfeiffer, der unter anderem im Marketing der IBM Deutschland, Österreich und Schweiz tätig ist, erklärte in der Diskussion “Automating Creativity – How Artificial Intelligence changes Creative Processes” auf der Media Convention Berlin, wie dem schlauen System dies gelang .

Neben Experimenten wie dem Schneiden eines Trailers oder dem Designen eines Kleides hat IBM noch andere Pläne mit seiner künstlichen Intelligenz. Durch Watson Ads soll Werbung interaktiv werden, der Kunde kann selbst die Initiative ergreifen, wenn er sich für ein Produkt interessiert, statt sich nur überreden zu lassen, so t3n.

Es gibt außerdem erste Versuche Werbung auch außerhalb von PC, Handy und Co. zu personalisieren. Eine Allwetter-Kamera mit einem speziellen System wurde in Tokio mit einem zuversichtlichen Ergebnis getestet. Die an einer Autobahn angebrachte Kamera identifizierte eine begrenzte Zahl an Automodellen und ordnete sie dann einer Zielgruppe zu. Anschließend wurde daran abgestimmte Werbung auf eine Außenwerbefläche gespielt. Giuseppe Rondinella berichtet auf Horizont, dass in Zukunft trotz Privatsphäre-Debatte nicht nur das Auto, sondern auch der Mensch erkannt werden kann um ihn dann einer Zielgruppe zuordnen zu können.

Diese Liste könnte noch einige Seiten weitergehen. Ein Poster in London, dass sich durch Eye-Tracking an die Betrachter anpasst, ein Online-Game von Volkswagen in dem man durch Geräusche einen virtuellen Wagen steuert oder eine Kampagne von Toyota in Zusammenarbeit mit Watson, die Facebook-Usern außergewöhnliche Aktivitäten auf Basis ihrer Interessen vorschlägt. Die Ideen scheinen kein Ende zu nehmen und der Einfluss, den künstliche Intelligenz auf die Werbebranche hat und auch in Zukunft haben wird, ist jetzt schon ein heiß diskutiertes Thema.

Schluss mit den langweiligen Aufgaben

Wie in den Beispielen schon deutlich zu sehen ist, spielt künstliche Intelligenz ein großes Thema in der Personalisierung von Werbung. Auch Werbetafeln können jetzt auf einzelne Personen zugeschnitten werden. Chris Pierantozzi von Saatchi LA bezeichnet Werbung, die einzelne Bruchstücke je nach gegebenen Informationen verändert und anpasst, als “flexible storytelling

Olivier Goethals von SapientRazorfish ist jedoch der Meinung, dass man sich mehr auf die Möglichkeiten in der Customer Experience konzentrieren sollte. Durch das System könne das Unternehmen den Kunden besser verstehen und somit zielgerichteter das passende Angebot zum passenden Zeitpunkt liefern. Er behauptet aus Werbung würde dann Service werden. Außerdem solle eine künstliche Intelligenz besser mit großen Mengen an Daten arbeiten können. Auch Henry Schuck, CEO von DiscoverOrg sieht eine Verbindung zwischen den intelligenten Programmen und der Verarbeitung von Daten und behauptet jede Marketingtätigkeit, die mit Daten und datenbasierten Entscheidungen zu tun hat werde früher oder später mit künstlicher Intelligenz in Berührung kommen. Daten-basierte Probleme sind sozusagen die Spezialität von KIs.

Gartner, ein Forschungs- und Beratungsunternehmen, prophezeit, dass im nächsten Jahr schon ein Fünftel des “business content” von künstlicher Intelligenz produziert werden wird. Schon jetzt werden Texte, die einem bestimmten Aufbau unterliegen von Programmen geschrieben. Auch hier basiert die Aufgabe auf konkreten Daten. Damit könnte die künstlicher Intelligenz einige Jobs ersetzen, heißt es. Doch viele Stimmen entgegnen, dass durch sie auch viele neue Jobs erzeugt werden oder bestehende Berufe einen großen Nutzen von künstlicher Intelligenz davontragen werden. Paul Roetzer argumentiert diese Meinung durch folgendes Beispiel:

“Consider how much time your team spends discovering keywords; planning blog post topics; writing, optimizing, […]. Now imagine if a machine performed the majority of those activities and a marketer’s primary role was to enhance rather than create. […] artificial intelligence is accelerating us toward a more intelligently automated future.”

Damit habe der Mensch mehr Zeit produktiv und kreativ zu arbeiten, denn trockene, aber täglich notwendige Aufgaben werden ihm abgenommen. Der Mensch hat die Ideen, die Maschine führt sie aus und lernt.

Scott Button geht in einem Artikel auf TheDrum noch einen Schritt weiter und spekuliert wie eine KI-Werbeagentur funktionieren könnte. Er beschreibt sie als Beratungsagentur, in der ein intelligentes System nach einzigartigen, preisverdächtigen Werbeideen sucht, während ein anderes diese Ideen auf Authentizität untersucht und somit Feedback an die erste zurückgibt.

Doch immer wenn es etwas Neues gibt, sehen Menschen nicht nur die möglichen Vorteile und Chancen davon, sondern es werden auch mögliche negative Aspekte untersucht.Gerade beim Thema künstliche Intelligenz, das schon so viele Menschen in diversen Filmen erfolgreich geschockt und gegruselt hat. Es gibt einige Probleme, Herausforderungen und Fragen in der Zukunft der künstlichen Intelligenz.

Das Ende der Menschheit?

Natürlich ist die erste Kritik, die meistgestellte Frage: Werden Maschinen die Menschen ersetzen? Doch wie oben schon ausführlich besprochen, fürchten sich nur wenige vor dem Verlust ihres Jobs durch eine künstliche Intelligenz. Trotzdem sind manche, darunter Dave Snyder von Firstborn, der Meinung bestimmte Berufe wie beispielsweise Marketing Manager werden von intelligenten Maschinen eingenommen. Er ist ebenfalls der Überzeugung, dass Zahlen und Daten das große Talent von künstlicher Intelligenz sind.

Künstliche Intelligenz der Roboter
Inwieweit können intelligente Maschinen unsere Arbeit ausführen?

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass diese Systeme nur so gut sind, wie die Daten die sie erhalten. Und sie benötigen viele Daten. Laut Goethals ist eine Abhängigkeit von diesen Daten kritisch, vor allem wenn sie nur wenigen großen Unternehmen gehören und somit die Möglichkeit besteht, dass nur ein KI-Anbieter über alle Daten verfügt.

Diese Unmengen an Daten können auch beim Nutzer einen negativen Effekt auslösen: eine “Über-Personalisierung” durch die künstliche Intelligenz, kann dem Nutzer ein mulmiges Gefühl geben, sodass er sich durch den Dienst unwohl fühlt, so Dillion Baker. Im Gegensatz dazu befürchten Kritiker, dass eine zu einseitige Nutzung des Systems den Kontakt zum Kunden verschlechtern könnte. Goethals meint, nur weil künstliche Intelligenz momentan der Renner ist, sollte trotzdessen auf deren sinnvolle Nutzung geachtet werden: Wenn sie keinen Mehrwert bietet, dann sollte man sie auch nicht verwenden.

Roetzer sieht eine weitere Herausforderung für künstliche Intelligenz in der ungenauen Definition. Durch den Hype werden viele alte Ideen einfach mit diesem neuen Titel geschmückt. Daraus entsteht ein Risiko für den Ruf der Technik, die tatsächlich künstliche Intelligenz ist.

Bei all den Zweifeln und Befürchtungen freut sich Christoph Pleitgen von Wotchit in der oben genannten Diskussion der Media Convention. Er merkt an, dass die Veranstaltung sich vor einigen Jahren vermutlich um das mögliche Ende der Menschheit und des Journalismus angesichts der künstlichen Intelligenz gedreht hätte. Es sei ein Fortschritt mehr darüber zu reflektieren und diskutieren, wie sie die kreativen Prozesse beeinflussen kann.

To be continued…

Es lässt sich heute nicht mit hundertprozentiger Genauigkeit sagen, wie die Zukunft mit den intelligenten Maschinen und Programmen aussehen wird. Aber alle sind sich sicher: Als kreativer Kopf, Redakteur, Medienunternehmen oder andere medienbezogene Entität wird man in den nächsten Jahren nicht um künstliche Intelligenz herum kommen. Alle sind sich sicher, dass sie unser Leben und unsere Arbeit in vielerlei Hinsicht verändern und vielleicht sogar verbessern werden.  Doch bis jetzt sind sie nur dazu bestimmt das menschliche Können und Wissen anzunehmen, anzupassen und zu nutzen. Auf der Media Convention wird künstliche Intelligenz mehrmals als “creative assistant” bezeichnet. Kreative sollen also mit ihr zusammen arbeiten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Dafür muss man sich jedoch mit den Möglichkeiten auseinander setzen.

Viele Experten empfehlen daher, sich durch Recherche und ständiges informieren auf dem neuesten Stand zu halten. Stefan Pfeiffer schien auf der Media Convention einen noch besseren Vorschlag zu haben: „Play around with it and let it inspire you!“

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