Interview: Philipp Meier (mainzplus CITYMARKETING) über digitales Stadtmarketing und Virtual Reality

Die Digitalisierung verändert auch das Stadtmarketing enorm. Die Stadt Mainz leistet Pionierarbeit und setzt bereits Virtual und Augmented Reality ein. Der Bereichsleiter Marketing & Tourismus der mainzplus CITYMARKETING GmbH, Philipp Meier, gibt im Interview exklusive Einblicke.

 

 

Wie beurteilen Sie die Veränderung des Tourismus durch die Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist einer der Megatrends, der die Rahmenbedingungen auch im Tourismus komplett geändert hat. Digitale Medien wie Online-Medien und Apps hin zur künstlichen Intelligenz werden immer wichtiger, um Zielgruppen und Touristen zu erreichen. Das Informationsverhalten hat sich komplett verändert, man muss kürzere und schnellere Informationen bereitstellen. Die Digitalisierung ist quasi ein Inkubator, ein Beschleuniger, vieler Informations- und Kommunikationsprozesse.

 

Wer ist die Hauptzielgruppe im Stadtmarketing der Stadt Mainz?

Letztendlich haben wir ganz viele Zielgruppen, allen voran die BürgerInnen unserer Stadt. Insbesondere für sie und mit ihnen machen wir Stadtmarketing, da sie wichtige Markenbotschafter für die Stadt sind. In diesem Zusammenhang haben wir touristische Zielgruppen, insbesondere im Tagestourismus und dem Umkreis der Metropolregion Rhein-Main. Im Übernachtungstourismus gibt es sowohl nationale als auch internationale Gäste. Diese kommen häufig von Übersee aus Amerika oder auch zunehmend aus dem chinesischen Raum. Es ist immer wichtig nach innen zu arbeiten und die BürgerInnen mit einzubinden – denn die kennen die Stadt und ihr Lebensgefühl am besten. Wenn wir die dann der Stadt Mainz und somit die „Marke Mainz“ definiert haben, können wir das auch gut nach außen transportieren.

 

Welche Projekte gibt es für die Bürger?

Mit der Binnenmarketing Kampagne “#mainzgefühl” waren wir auf der Suche nach der Marke Mainz: Was ist das Besondere an Mainz, was unterscheidet uns von anderen Städten – insbesondere was das Lebensgefühl betrifft? Mit einer großen Umfrage und einer Social Media Challenge haben wir dies herausgearbeitet. Im zweiten Schritt werden wir mit den Ergebnissen nach außen treten und das „Mainz-Gefühl“ authentisch kommunizieren.

 

Mit der MAINZ-App gibt es seit März 2018 eine App, die alle Highlights und Informationen der Stadt zusammenfasst. Wie wollen Sie mit dieser App die Zielgruppen erreichen?

Für die Bürger ist die App ideal, um sich zum Beispiel über Veranstaltungen zu informieren. Auch für kulturelle Sehenswürdigkeiten lohnt sie sich. Das Römische Bühnentheater am ehemaligen Südbahnhof haben wir komplett rekonstruiert und mithilfe von Virtual Reality dargestellt. Sowohl Bürger, als auch Touristen können in die römische Zeit eintauchen und virtuell sehen, wie die Stadt damals aussah.

Ein weiteres Beispiel ist Gutenberg (Anm. d. Autors: Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks 1450 in Mainz, seither auch bekannt als die „Gutenberg-Stadt“). Wir haben ihn in der virtuellen Welt aufleben lassen, um diese Besonderheit und die Sehenswürdigkeiten, die damit zu tun haben, in der App zu präsentieren.

 

Virtual und Augmented Reality zählen zu den Top-Innovationen in der aktuellen technischen Entwicklung. Sehen Sie sich als eine Art Vorreiter in der Tourismusbranche?

Mit der App haben wir Pionierarbeit in der Branche geleistet, in dieser Form gibt es noch keine vergleichbare App. Wir verbinden statische Informationen mit digitalen Modulen im Bereich VR und AR. Die Entwicklung hat uns großen Spaß gemacht, da wir innovativ arbeiten und Tourismus mit modernen Technologien verknüpfen konnten. Ohne die Technologien wäre vieles nicht mehr erlebbar, weil Gebäude verfallen sind oder durch den Krieg zerstört wurden.

Zusammengearbeitet haben wir hierbei unter anderem mit der Johannes Gutenberg-Universität und der Hochschule Mainz, da uns der historische und der wissenschaftliche Aspekt der Informationsaufarbeitung sehr wichtig war. Wir haben auch mit dem Mainzer Stadtarchiv gesprochen, da dort alle relevanten historischen Informationen vorliegen. Die Softwareentwicklung und Programmierung der App wurde von zwei Agenturen, VRM Digital und ZDF Digital, übernommen.

 

Wie ist das Feedback der Bürger und Touristen auf die App?

Das Feedback ist durchweg positiv. Unser Anspruch ist nun, dass wir die App noch bekannter machen. Ziel ist, dass jeder Mainzer, der ein Smartphone oder ein Tablet besitzt, die App downloadet. Derzeit steht es 50:50. Die Hälfte aller Nutzer haben den Standort Mainz, was unserem Ziel entspricht, beide Zielgruppen zu erreichen.

Eine Herausforderung ist aber vor allem die Technik, die VR und AR-Technologie funktioniert nicht auf jedem Endgerät – ältere Produkte können die modernen Technologien teilweise nicht mehr abbilden. Da sich die Geräte immer weiter entwickeln, bin ich mir jedoch sicher, dass im Laufe dieses Jahres die Geräte alle so modern sind, dass VR und AR problemlos abzuspielen sind.

 

Sie sprachen von der Weiterverbreitung der App. Influencer haben eine enorme Reichweite, sehen Sie hier Potenzial für das Stadtmarketing der Stadt Mainz?

Grundsätzlich arbeiten wir gerne und viel mit Influencern zusammen, gerade bei der Kampagne „#mainzgefühl“. Durch die vielen Follower sind sie sehr gute Multiplikatoren auf sozialen Medien, wodurch wir eine virale Reichweite erreichen konnten. Das hat uns gezeigt, dass wir auch in Zukunft noch stärker im Influencer Bereich tätig sein wollen. Auch Blogger und Reisejournalisten sowie junge Gastronomen und Gründer, die per se schon als Influencer gelten, eignen sich. Wir haben ein gutes Gefühl dabei, dass die Mischung der Influencer der richtige Weg ist. Wichtig ist für uns nicht nur die Quantität der Follower, sondern auch die Qualität der Bilder und der Bildsprache. Natürlich wollen wir besonders mit Influencern arbeiten, die ein ähnliches Bild von Mainz haben und den Fokus auf ähnliche Themen legen wie wir.

 

Vielen Dank an Philipp Meier für das Interview und die Einblicke. Weitere PR-Fundsachen Lesetipps über VR, AR und andere Innovationen findet ihr hier:

→ Virtual Reality kann in vielen Bereichen eingesetzt werden. Franziskas Beitrag über Serious Games zeigt, dass sich die Technologie gut für spielerisches Lernen eignet und so bereits von DRK Rheinhessen-Nahe verwendet wird.

→ In Werbung und Marketing ist Virtual Reality ideal, um Emotionen zu erwecken. Charlotte erläutert dies in ihrem Beitrag über Virtual Reality Marketing.

→ Auch bei TUI spielt die Technologie bereits eine Rolle. Mehr über die Wirkung von Virtual und Augmented Reality im Tourismusmarketing erfahrt ihr im Beitrag von Marina.

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Einsatz von Sprachassistenten – Vier bekannte Sprachassistenten im Vergleich

Sprachassistenten haben sich in den letzten Jahren zu einem der größten Technik-Trends entwickelt.  Populäre Assistenten sind unter anderem Siri, Cortana, Alexa und der Google Assistent. In diesem Beitrag möchte ich euch aufzeigen, was die bekanntesten Sprachassistenten sind und welche Fähigkeiten diese haben. Außerdem werde ich vor allem auf die Möglichkeiten eingehen, wie Sprachassistenten in dem Unternehmensalltag eingebunden werden können.

Was ist ein Sprachassistent?

Die Assistenten arbeiten mit künstlichen Intelligenzen.  Es ist eine Software, die aus den gesprochenen oder eingegebenen Kommandos sinnvolle Bezüge herstellen kann und dem Nutzer daraufhin eine Antwort gibt. Beispielsweise könnte eine Person sagen “Alexa, wie ist das Wetter?” Und dann antwortet das Gerät mit einer Sprachausgabe: “Es sind 18 Grad” angepasst an den eigenen Wohnort. Das System passt sich an das eigene Nutzerverhalten an. Je nachdem wie oft man etwas fragt oder wie oft an einen Empfänger gesendet wurde. Bei der Arbeit mit Sprachassistenten entsteht ein “Deep Learning” im Gerät. In diesem Prozess entwickelt sich das Gerät weiter. Es wird schlauer und weiß mehr über den Nutzer. Dies bietet nicht nur privaten Nutzern einen Mehrwert, sondern auch den Unternehmen. Beispielsweise können die Kundendaten auch mit einem Sprachassistenten verwaltet werden. Sprachassistenten werden auch bezeichnet als: Smartspeaker, Smart Lautsprecher oder  intelligente Lautsprechersysteme.

Wie funktioniert ein Sprachassistent?

Sehr viele Menschen nutzen schon die Assistenten, wissen aber nicht was hinter einer Frage und einer Antwort alles steht. Was passiert alles vor der Sprachausgabe. Wenn der Nutzer den Sprachassistenten aktiviert, reagiert das Smartphone oder das Gerät auf gesprochene Worte. Um schneller eine Antwort zu erhalten, sucht es aus den Sprachdaten, die Kontextdaten zu dem eigentlichen Thema zusammen. Das können Uhrzeit oder auch Standort des Bedieners sein. Anschließend werden diese Daten an den entsprechenden Assistenz Anbieter gesendet. Dort werden die gesprochenen Worte in Schrift umgewandelt (Speech to Text). Anschließend wird der Text von den Servern der Anbieter erkannt und die passende Antwort gesucht. Dann wird die Antwort generiert und an das Telefon oder Gerät zurückgeschickt.

 

Was sind die besten Einsatzmöglichkeiten?

Es gibt viele Möglichkeiten Sprachassistenten in einem Unternehmen einzusetzen. Nicht nur Unternehmen nutzen sie sondern auch Privatpersonen. Der Einsatz der Möglichkeiten, ist natürlich auch für alle. In diesem Schaubild sind einige der Optionen aufgegliedert. Die Möglichkeiten werden auch immer mehr ausgebaut.

 

Die vier bekanntesten Sprachassistenten im Vergleich

Google Home

Google Home wurde im Zusammenhang mit der Suchmaschine Google erstellt. Diese stellt alle wichtigen Informationen zur Verfügung. Bei dem Sprachassistenten Google Home und Amazon Echo handelt es sich um eigene Geräte mit integrierten Lautsprechern. Bei Google Home sagt man: “Ok Google, […]!”. Desweiteren hat Google  eine Sprachassistenten App herausgebracht, den Google Assistent. Diese ist aber nicht auf jedem Smartphone installierbar. Die Voraussetzung ist, dass das Smartphone die Generation 5.0 oder 6.0 von Android hat.


Amazon Echo (Alexa)

Amazon hat einen Sprachassistenten entwickelt namens Amazon Echo oder auch Alexa genannt. Der Befehl um eine Aufgabe auszuführen ist beispielsweise “Alexa, sag mir die Uhrzeit.”. Auf diesem Assistenten kann der Nutzer verschiedene Skills auf das Gerät herunterladen. Es gibt beispielsweise, einen Wetter-Skill oder einen Skill in dem man Listen erstellen kann. Alexa ist verbunden mit den jeweiligen Amazon Kaufplattformen. Dadurch kann der Nutzer per Sprachbefehl ein Produkt auf Amazon kaufen oder auch bei Amazon Video einen Film. Es hat eine sehr gute Smart Home Integration. Nachteile sind, dass die Einrichtung für alle Funktionen zeitaufwändig ist, die Daten von Benutzerkonten in der Cloud nicht gut abrufbar sind und es nur in Kombination mit einem erstellten Amazon-Account nutzbar ist.

Siri

Siri ist nur einsetzbar auf dem iPhone, iPad, iWatch, Mac und Apple TV. Bei den Sprachassistenten Apps, die vorinstalliert sind, gibt es eine Freihand-Bedienung und eine Integration im Betriebssystem. Kann also auch auf Kontakte und andere Daten vom Smartphone zugreifen. Siri hat einen undurchsichtigen Datenschutz und ist nicht kontextsensitiv. Ein Nachteil des Apple Sprachassistenten ist es, dass Siri ausschließlich auf Apple Produkten funktioniert.

Cortana

Der Sprachassistent Cortana ist vorinstalliert auf den Microsoft Smartphones und Windows Computern. Cortana hat wiederum eine langsame Auswertung, ungenaue Websuche und noch keine Smart Home-Funktionen.

 

Fazit

Sprachassistenten sind sehr vielfältig und sehr gut in einem Unternehmen einzusetzen. Sie bieten einen Mehrwert, wie im Beitrag beschrieben und vereinfachen viele Arbeitsprozesse. Sprachassistenten sind die Zukunft für Unternehmen, die diese bisher noch nicht nutzen. Wenn Ihr euch für Sprachassistenten entscheidet, ist es in jeden Fall keine Belastung, sondern der Anfang von etwas Neuem.

 

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Tourismusmarketing: Zukunft ist Vergangenheit

Steht uns die Machtergreifung der Roboter im Tourismus bevor? Lassen sich die Gäste in naher Zukunft lieber von Maschinen statt Menschen bedienen? Wie viel Hightech können Hotels ihren Gästen zumuten? Die Digitalisierung zeigt es uns.

Wir von #KommOnTour haben unsere Top 5 aus dem Jahr 2018 gewählt. Werden sich diese durchsetzen? Bühne frei!

#5 Gute Connection zwischen Hotel und Gast

“Die Sprache gehört zum Charakter des Menschen.” Das wusste schon Sir Francis Drake, der erste englische Weltumsegler. Genauso ist die Sprache das Herzstück der Kommunikation und die Verbindung zwischen Hotel und Gast.

Werfen wir jedoch einen Blick in die Netzwelt. Hier fühlt sich unsere Generation WHY zuhause. Beleuchten wir mal die klassische Website. Hier gibt es einen Umbruch. Die Möglichkeit der Sprachfunktionen sollte auch und vor allem auf den Landing Pages ausgebaut werden. Auch zeichnet sich unsere Generation WHY dadurch aus, vorab am liebsten schon alles zu wissen.

Deshalb eine Notiz an die Hotels und Reiseportale: Weniger ist nicht immer mehr. Wenn ihr also mehr Informationen in verschiedenen Sprachen anbietet, wird die Zielgruppe durch die breitere sprachliche Auffächerung größer.

International erfolgreich heißt auch international auftreten – angefangen bei der Sprache.

 

#4 R2-D2 nun auch im Tourismus?

Science-Fiction nun auch im echten Leben – zumindest was die Digitalisierung in unserem Alltag angeht. Lassen sich die Gäste in naher Zukunft lieber von Maschinen statt Menschen bedienen?

Science Fiction in unserem Alltag?

Vorstellbar könnten Gründe sein wie: Roboter haben nie schlechte Laune. Sie werden circa 20 Sprachen fließend sprechen können.

Was die mechanischen Helfer jetzt schon auf dem Kasten haben: den Gästen viele Wünsche erfüllen. Ein persönliches Anliegen wird noch diskreter behandelt, wenn es von einem Serviceroboter entgegengenommen wird. So ist es zumindest schon in Kalifornien in einigen Hotels Gang und Gebe.

Ausgeweitet hat sich dieser maschinelle Service auch schon auf Restaurants und Kreuzfahrtschiffe. Dort fungieren Roboter als Roomservice, assistieren den Kellnern und der Empfangsdame oder mischen auch schon selbst Cocktails. Diese Aufgaben zeigen, dass die kleinen Blechbutler ihren menschlichen Kollegen unter die Arme greifen können.

„Besonders gefährdet sind in den nächsten 20 Jahren Tätigkeiten wie Empfangsmitarbeiter, Kellner, Roomservice und Kofferträger“ ~ Wirtschaftswissenschaftler Carl Benedikt Frey, University of Oxford

In den nächsten 20 Jahren sollen circa 35 Prozent der Hotel-Jobs von Robotern übernommen werden. Welche das genau sind, erfahrt ihr hier.

 

Roomservice: Maschine statt Mensch?

 

Darüber hinaus gibt es auch schon Exemplare, die Emotionen wie Freude durch ein Lächeln etwa oder keckes Augenzwinkern vermitteln Wegen dieser menschenähnlichen Reaktionen sind Roboter jetzt schon für die Olympischen Spiele 2020 als Hostessen eingeplant.

Wird es in nicht allzu langer Zeit “alle Macht den Robotern” heißen? Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kann sich zumindest die Übernahme von Aufgaben im Housekeeping oder an der Rezeption vorstellen.

Oder jene Tätigkeiten, welche die Mitarbeiter nicht so gerne ausführen. Diese werden von den mechanischen Kollegen „zuverlässiger und effizienter erledigt“, so der Besitzer des Luxushotels „Schloss Elmau“ in Oberbayern. Bestätigung genug, dass die mechanische Assistenz jetzt schon sehr gefragt ist – sowohl bei den Angestellten als auch bei den Gästen.

#3 Die Macht der Influencer

Dieser  Begriff, der inzwischen zu einem Beruf geworden ist, ist nicht zu verwechseln mit der Krankheit “Influenza”. Dennoch sind Influencer auch ansteckend – im positiven Sinne.

Als herkömmliche Marketingstrategien kennen wir im Tourismus klassische Websites, Messen und Kataloge an erster Stelle. Doch das Blatt musste sich wenden, um gerade junge Reisebegeisterte anzulocken. “Digitales Marketing” ist hier das Stichwort, darunter Kooperationen mit Influencern, auch “Bloggern” genannt.

Gut genug für Instagram?

Der “digitale Reisekatalog” ist Instagram. Wovon  lassen sich Urlaubs Begeisterte faszinieren? Von ästhetisch einladenden, authentischen Bildern! Authentizität können am besten unsere Vorbilder im Netz, Blogger, generieren. Dies ist die Wirkung bzw. der Einfluss der Arbeit von Influencern. Da Instagram eine Fotoplattform ist, eignet sich das Influencer-Marketing hier am besten.

Diese Strategie der Kooperation mit Bloggern hört sich erst einmal einfach an. Welche Tipps und Hinweise jedoch mittelständische Reiseanbieter und Hotels für eine erfolgreiche Zusammenarbeit beachten sollten, hat euch Kathrin zusammengestellt.

Ob dieser Trend bald überlaufen sein könnte, da die Zahl der Influencer steigend ist, wird uns die Social Media-Zukunft zeigen.

#2 Jetzt schon Fernweh? Mach’s mit VR oder AR!

Aber wie können die Technologien Virtual Reality und Augmented Reality in der Tourismusbranche angewendet werden? Reisekataloge werden immer mehr durch  Instagram ersetzt. Also warum nicht mithilfe von AR den Schmöker lebendiger machen? Dazu muss man einfach den QR-Code abscannen. Außerdem  gibt VR durch sogenannte “Pre-Trip-Experiences” im Reisebüro einen Vorgeschmack auf den nächsten Urlaub.

 

Digitalisierung findet auch zwischen den Zeilen statt!

 

Beide Technologien entspringen der Idee des immersiven Marketings, gepaart mit Engaging Content. Dies bedeutet, dass VR-Brillen reale Bewegungen  und Interaktionen virtuell simulieren. AR wiederum gibt über eine Brille weitere kontext- und standortbezogene Informationen preis. Egal,  ob Urlauber sich gerade ein Museum anschauen oder sich für ein Restaurant entscheiden möchten.

 

Augmented Reality im Smarphone.

 

Virtual und Augmented Reality stehen immer höher im Kurs, davon kann uns auch Marina berichten. Des Weiteren wird unsere Hochschule ab dem Sommersemester 2019 sogar den Studiengang “Expended Realities” anbieten, virtuelle Welten verknüpfend mit der Realität. Anhand dieser Zukunftsaussichten sind wir gespannt, wohin uns die (virtuelle) Reise weiterführen wird.

#1 Wunschlos glücklich im Hotelzimmer …

… dank IoT-System – “Internet of Things”, das mit Geräten und Anwendungen interagiert. Was verbirgt sich dahinter? Eine Technologie, die ermöglicht, das Hotelzimmer für die Zeit des Aufenthalts den persönlichen Wünschen anzupassen. So werden Reisen durch den Hotelservice noch individueller gestaltet. Diesen Weg der Digitalisierung gehen auch schon einige Hotels wie das Marriott, Hilton oder Opera am Zürichsee. Sie setzen künstliche Intelligenz ein, um die Gewohnheiten der Gäste zu speichern und ihnen so mehr (Licht- und Musik-)Komfort zu bieten.

 

Effizienteres Rooming dank intelligentem Hotelzimmer?

 

Individualisierung ist der aufsteigende Trend. Insofern ist es durchaus vorstellbar, in naher Zukunft noch vor dem Betreten des Hotelzimmers auf die gewünschte Temperatur heizen zu lassen. Besonders in Skigebieten eine sinnvolle Wohlfühl-Strategie für den Winterurlaub. Im Sommerurlaub könnten schon die Getränke kaltgestellt  werden, während die Gäste noch auf dem Weg sind.

 

Intelligente Hotelzimmer in Zukunft immer mehr Standard?

 

Wie sieht es an dieser Stelle mit dem Datenschutz aus? Die Gäste müssen natürlich erst der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seit Mai 2018 zustimmen. Danach können die Anwendungen und Geräte die persönlichen Informationen speichern. Was die Hotel-Apps noch alles drauf haben, um den Gästen einen abwechslungsreichen und personalisierten Urlaub zu ermöglichen? Das erzählt euch Marie in ihrem Blogpost.

Miriam Taenzer, Tourismus-Expertin beim Bitkom, fasst dieses Thema folgendermaßen zusammen:

„Für das Hotel der Zukunft stehen schon heute viele Technologien bereit[.] […] Für Hoteliers wird immer wichtiger, sich auf technikaffine Zielgruppen einzustellen.“

Ein Blick in die Glaskugel

Was bringen uns die Trends für die Zukunft? Teilweise mehr Informationen in anderen, neuen Formaten, die es zu entdecken gilt. Alle digitalen Trends im Tourismusmarketing sollen natürlich pro (Hotel-)Gäste sein. An erster Stelle stehen verbesserter Service und Komfort, um sich noch mehr  wohlzufühlen. Nur die neue DSGVO darf hierbei nicht ungeachtet bleiben.

Es werden noch weitere spannende Themen hier auf PR-Fundsachen auf uns warten. Es wird noch mehr um Apps gehen, die den kompletten Urlaub managen können. Außerdem scheiben wir weiterhin das Thema „Storytelling“ groß. Wie Influencer oder die Hotels selbst Reiseangebote in emotionale Geschichten verpacken, haben wir bereits erzählt. Doch wie geht die Story weiter?

 

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Wie Blockchain den Tourismus revolutionieren kann

Blockchain ist eine der Top-Innovationen in der Technik. Noch sind die Potenziale nicht komplett ausgeschöpft, aber es gibt viele mögliche Anwendungsbereiche. Wie die Blockchain im Tourismus eingesetzt werden kann, erfahrt ihr hier.

 

Was ist Blockchain überhaupt?

Die Blockchain ist ein webbasiertes, öffentliches Buchhaltungssystem, das auf der Technik eines verteilt dezentralisierten Netzwerks basiert. Die „Blockkette“, wie man den Begriff auf Deutsch übersetzen kann, ist eine Datenbank – gespeichert werden die Daten aber nicht auf zentralen Rechnern, sondern auf mehreren Servern. Dort wird jeweils eine Kopie der Daten verwaltet, damit sie mehrfach gesichert sind und nicht verloren gehen können. Die Daten sammeln sich in einzelnen Blöcken (Block), die mit den anderen Blöcken durch eine Art Kette (Chain) netzwerkartig verbunden sind.

Blockchain im Tourismus - Visuelle Darstellung einer Blockchain.
Visuelle Darstellung einer Blockchain.

Wird man ein Teil dieses großen Netzwerkes, bekommt man eine Spiegelung dieser Blockchain. Auf diesem Wege kann jeder Nutzer dieses Netzwerkes einen Überblick über alle Informationen und alles Wissen haben, das in der Blockchain abgebildet ist. Dies macht die Technologie unglaublich transparent. Ein großer Vorteil ist auch, dass alle dort gesicherten Informationen fälschungssicher sind. Jede Information, die in der Blockchain gespeichert wird, wird im Vorfeld vom System verifiziert. Durch das Speichern auf einer Vielzahl von Servern ist eine Manipulation oder Fälschung beinahe unmöglich.

 

Anwendung der Blockchain

Besonders häufig wird der Begriff Blockchain in Verbindung mit der Kryptowährung Bitcoin verwendet, da die Transfers dabei mit der Blockchain-Technologie stattfinden. Auch das Darknet basiert auf einer Blockchain und in Branchen wie im Supply Chain Management findet die Technologie bereits Verwendung.

Blockchain im Tourismus - Blockchain wird besonders häufig mit Bitcoins in Verbindung gebracht.
Blockchain wird besonders häufig mit Bitcoins in Verbindung gebracht.

Im Tourismus jedoch gibt es derzeit noch „kaum realisierte Projekte und Geschäftsmodelle“, so Anja Mendel, Sprecherin der Digitalstadt Darmstadt. Konzepte gibt es aktuell zum Beispiel von TUI oder Amadeus. TUI Chef Fritz Joussen sagt im Interview mit dem Manager-Magazin sogar, dass Blockchain die „Zukunft“ ist.

 

Blockchain im Tourismus

Amadeus sieht die Blockchain Technologie als eine der Top Innovationen, die die Reisebranche in Zeiten der Digitalisierung enorm verändern können. In einem Whitepaper hat das Unternehmen folgende Potenziale herausgearbeitet:

Wer kennt es nicht: Lange Schlangen am Flughafen, Einlasskontrollen bei Check In und Boarding und zuletzt will auch das Hotel den Ausweis überprüfen. Bis man endlich das Zimmer beziehen und die Reise so richtig losgehen kann, dauert es seine Zeit. Durch die Blockchain Technologie könnte man eine sicherere und effizientere Art der Identifikation einführen, die uns Zeit spart, welche zum Reisen übrig bleibt.

Möglich ist es auch, Gepäckstücke mit der persönlichen Identifikation zu verknüpfen und eine effektivere, effizientere Tracking Methode einzuführen. Außerdem können alle verschiedenen Parteien, die für die Gepäckstücke verantwortlich sind, unabhängig vom Standort Informationen austauschen. So gehen Gepäckstücke seltener verloren, was für uns auch hier bedeutet: Mehr Zeit zum Reisen, weniger Zeit mit Stress und Organisieren bei verlorenem Gepäck.

Nutzerfreundlichere Treueprogramme: Amadeus hält es für anwendungsfreundlicher und praktischer, wenn erworbene Punkte bei unterschiedlichen Partnern wie Hotelketten oder Vielfliegerprogrammen besser untereinander ausgetauscht werden könnten. Das Einsetzen eines dezentralen Buchhaltungssystems wie der Blockchain wäre also auch hier durchaus sinnvoll.

Durch die Anwendung der Blockchain im Tourismus kann der Prozess von Zahlungen zwischen zwei oder mehreren Anbietern enorm vereinfacht werden: Häufig sind Zahlungsprozesse sehr komplex, da viele Vermittler involviert sind und die Zahlungen über verschiedene Länder und Kontinente mit verschiedenen Währungen durchgeführt werden müssen. Mit Hilfe der Implementierung von Blockchain im Zahlungsverkehr wird diese Komplexität reduziert und der Prozess verschnellert.

Blockchain im Tourismus: Für Reisende würde die Blockchain Technologie viele Vorteile mit sich bringen.
Für Reisende würde die Blockchain Technologie viele Vorteile mit sich bringen.

 

Blockchain in Deutschland

Im Ruhrpott eröffnete 2017 ein Blockchain Hotel. Ziel ist es vor allem, die Blockchain- und Bitcoin Community zusammenzubringen und zum Fortschritt beizutragen. Übernachtung und Frühstück sind preisgünstig, ganz unter dem Motto „Wer etwas beiträgt, zahlt fast nichts“. Das Hotel bietet Arbeitstreffen, verfügt über Seminarräume und ist Veranstalter des „Blockchain Tech Crypto Meetups“. Hier kommen Experten und Interessierte zusammen, um im Rahmen von Workshops und Vorträgen mehr über die Technologie zu lernen und ihr Wissen auszutauschen.

Als Studentin der Hochschule Darmstadt war es für mich nur naheliegend, mich auch bei der „Digitalstadt Darmstadt“ nach dem aktuellen Stand von Blockchain im Tourismus und Stadtmarketing zu informieren. Potenziale und Anwendungsbereiche werden auch hier gesehen, umgesetzt wird derzeit aber vor allem ein anderes Pilotprojekt: Die Blockchain Ethereum wird verwendet, um den Versorgerwechsel zwischen fünf Energieversorgern abzubilden. Außerdem gibt es weitere Bereiche, in denen die Verwendung von Blockchain derzeit überprüft wird. 

 

Wo geht die Reise hin? – Ein Blick in die Zukunft

Digitalisierung und Internet sind in Deutschland auch im Jahre 2018 noch „Neuland“, es bedarf dringend Verbesserung. Der ITB zufolge ist Blockchain 64 Prozent kein Begriff, während 19 Prozent der Befragten schon von der Technologie gehört haben, sie aber nicht nutzen. Bei Experten ist die Thematik heiß diskutiert: Ist Blockchain die Zukunft des Internets und der Industrie? Kann man bereits von einer Revolution sprechen oder ist es nur ein Hype, der vergeht und sich nicht dauerhaft durchsetzt?

Weltweit gibt es einige Länder, die die Potenziale in Blockchain erkennen und Projekte und Forschungen fördern. Besonders stechen hier die Schweiz und San Marino heraus, die mit einem positiven Beispiel voran gehen. In der Schweiz wurde das „Crypto Valley“ gegründet, dass sich in der der Blockchain Branche etablieren und den Markt erobern will. Ebenfalls möchte San Marino als älteste Republik der Welt führendes Blockchain Zentrum werden. Das kleine Land denkt sogar, dass Blockchain einen größeren Einfluss als das Internet haben wird.

Wie man sieht, gibt es durchaus Ansätze, die der Blockchain Innovation positiv gestimmt gegenüberstehen und Initiative ergreifen. Während wir in Deutschland teilweise noch etwas mit der Digitalisierung hadern und Unternehmen sich langsam erst mit der Onlinekommunikation anfreunden, sind andere Länder bereits tief in der Forschung. Wichtig ist es nun also, dass wir die „nächste Internetrevolution“ nicht verpassen. Es braucht Unternehmer und Sponsoren, die Projekte unterstützen und fördern. Gleichzeitig muss mehr von der Politik kommen, die selbst 2018 noch skeptisch gegenüber der Digitalisierung ist. Es gibt eindeutig Potenziale – auch im Tourismus. Um es kurz zu fassen:

 

„The challenge will be to continue to find where blockchain can add value […]” (Amadeus)

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Staffellauf 4.0 – Optimaler Umgang mit Technik-Trends im Unternehmen

Viele Unternehmen wagen noch nicht den Schritt in die Digitalisierung, andere sind schon gescheitert. Woran liegt es? Und was können die Unternehmen optimieren, um aktuelle technische Entwicklungen bestmöglich zu nutzen? Im folgenden Beitrag findest du Tipps für euer Unternehmen!

Die Digitalisierung verändert die Ansprüche von Endverbrauchern, Arbeitnehmern, aber auch die von Geschäftspartnern und Arbeitgebern. Im Privatleben können wir auf die Technik-Trends schnell reagieren. Aber wie agieren Unternehmen? Gerade für diese ist es relevant, die laufende Entwicklung zu verfolgen. Die unternehmerischen Ziele und Abläufe müssen kontinuierlich optimiert werden. 

Mit dieser Frage hat sich das Unternehmen Capgemini in einer Studie zu IT-Trends befasst. In den nachfolgenden Punkten habe ich die wichtigsten Aspekte für einen optimalen Umgang mit der Technik-Trends in Unternehmen zusammengefasst. All diese sind nicht isoliert zu sehen, sondern beziehen sich aufeinander. Sie sind wie einzelne Staffelläufer. Jeder ist auf den anderen angewiesen, um das Team gemeinsam zum Ziel zu führen.  

Interdisziplinäre Teams – keine One-Man-Show

Die Zeiten, dass nur die IT-Abteilung für die Technik zuständig ist, sind vorbei. Technische Entwicklungen beeinflussen das ganze Unternehmen. Deshalb ist es wichtig, Transparenz zu schaffen. Verschiedenes Know-How aus den Fachabteilungen bilden die Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens. Dabei ist es essentiell, auf Wissen von Experten zurückzugreifen.

Ein Fahrplan ohne Eisenbahn nutzt wenig

Wie lautet die Vision für euer Unternehmen? Wie soll es sich durch die Digitalisierung weiterentwickeln? Ob Künstliche Intelligenz im Marketing oder 3D-Druck in der Produktion: Ein wichtiger Faktor für die Einführung von Technik-Trends im Unternehmen ist das Budget. Viele Manager sehen nicht den Mehrwert, verharren in alten Techniken oder wollen nicht in Expertenwissen investieren. Entsprechend fehlt es oft schon in der Anfangsphase an Budget, selbst für kleine Versuchsprojekte.

Der Mensch steht im Vordergrund

Früher standen mehr quantitative Ziele im Vordergrund. Die Verkaufszahlen und Aufträge sollen steigen. In Zeiten von Social-Media haben sich die Ziele geändert. Qualitative Ziele! Die Endkunden-Zufriedenheit muss erhöht werden. Einfaches Online-Bestellsystem, 360°-Ansicht eines Hotelzimmers, personalisierte Werbung. Kunden möchten mit wenig Aufwand, ein optimales Ergebnis erzielen. Und Mitarbeiter übrigens auch!

Großputz – Abstauben ist angesagt

Nicht nur IT-Systeme müssen an den aktuellen Standard angepasst werden, sondern auch die Führungsebenen. Oft fehlt hier das Verständnis für Technik-Trends und bringt die Projekte zum Stoppen. „Offen für Neues“ steht hier im Vordergrund. Unternehmer müssen auch eine Umstrukturierung oder Reorganisation ihres Unternehmens in den Kauf nehmen und über ihren Horizont hinausschauen.

Must-Have jedes Teams – agile Arbeitsweisen und Methoden

Schlussendlich muss auch die die Arbeitsweise im Team weiterentwickelt werden. Flexibilität, Effizient und Aufgeschlossenheit sind die gefragten Skills der Team-Mitglieder. Agile Arbeitsweisen und Methoden sind erforderlich, um schnell auf neue Technik-Trends zu reagieren und diese zeitnah umzusetzen. Auch kurze Release-Zyklen sind erforderlich, um effizient auf technische Entwicklungen reagieren zu können. 

Schwarz auf weiß – Daten und Fakten

Capgemini hat CIO’s aus verschiedenen Branchen befragt und verdeutlicht die Problematik. Die größte Hürde der Digitalisierung ist das mangelnde Know-How der Mitarbeiter, anschließend folgt die begrenzte Anpassungsmöglichkeit bestehender Geschäftsprozesse und Altsysteme. Dazu sind oft die Organisationsstrukturen zu starr und es erfolgt keine fachübergreifende Planung. Das Budget sehen viele Unternehmen als mittleres Problem, sowie das mangelnde Verständnis des Top-Managements. Den Schluss bildet, dass Technologien noch nicht reif für die Umsetzung sind.

Let’s Run Together!

Nun seid ihr an der Reihe! Seid offen für Neues, zeigt eure Innovationsfähigkeit und Flexibilität. Riskiert und wagt auch mal den Schritt in unerforschte Territorien. Seid Vorreiter und keine Mitläufer. Hand in Hand mit deinem Team aus Spezialisten und Generalisten erreicht ihr eine kontinuierliche Anpassung und erfolgreiche Umsetzung von Technik-Trends. Es ist wie ein Staffellauf, viele kleine Etappen führen euch als Team zum Ziel!

 

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Anfänge des Tourismus

Von 0 auf über 1,3 Milliarden Touristen. Die anfänglichen Schritte des Tourismus waren nicht größer als ein Kinderschritt. Um Tourismusmarketing zu verstehen muss man zuerst auf die Geschichte des Tourismus blicken. Vom ersten analogen Reiseführer bis hin zum 360° Video auf Youtube – die Tourismusbranche boomt!

 

Alle Wege führen nach Rom

Die Alten Ägypter erfanden den Tourismus, indem sie für ihre Bildung verreisten. In der Antike sah man das locker, wodurch man erstmals zum Vergnügen verreiste. Aus ihren Schriften geht hervor, dass sie gerne mal einen Abstecher zur Sphinx und den großen Pyramiden machten.

Bereits 300 n.Chr. (wir befinden uns in der römischen Antike) stand eine Infrastruktur mit 90.000 Kilometern als Verbindung zu anderen Ländern. Vor allem Bildungs- und Vergnügungsreisende nutzen diese Strecken. Der Reiseverkehr war noch jung und bekam endlich die Chance zum Wachsen. Als es das Römische Reich dahinraffte, wurde das Straßennetz seinem einsamen Schicksal überlassen.

Menschen, in Gewändern, reisen auf Kamelen durch die Wüste.

Tourismus stammt aus dem griechischen Vokabular (τορνοζ = tornos) und beschreibt ein zirkelähnliches Werkzeug. Damit lässt sich eine kreisartige Bewegung vom Heimatort, bis hin zum Ziel und eine Retour (tour = franz. für Rundgang, Umlauf) zur Heimat zeichnen.

 

Psychologischer Exkurs

Woher kommt unser Gefühl, dass Reisen etwas mit Selbstverwirklichung zu tun hat?

Im Mittelalter wanderten die Menschen zum Beispiel nach Paris und Oxford, um dort zu lernen. Allerdings wurde der Weg zum Ziel und man reiste, um des Weges willen. Jeder vollkommen individuell auf seine Weise. Seither wird Wandern als ein spiritueller Weg zu sich selbst empfunden.

Ein Wanderer genieß den Ausblick von einem Aussichtspunkt auf den Bergen.

Um an die Spiritualität anzuknüpfen: Wir alle erinnern uns an die Zünfte, die im 16 Jh. im Handwerk sogar eine Wanderpflicht einführten. Auf Reisen sollte der Auszubildende die Welt und sein Handwerk kennen lernen, um nach der Wanderschaft als gestandener Mann zurück zu kommen. Von Anfang an begleitete das Reisen eine persönliche Entfaltung, ähnlich wie sie heute von vielen Reisebloggern gepredigt wird.

 

Grand Tour

Junge Adlige traten bis ins 18 Jh. eine Kavaliersreise oder auch Grand Tour an. Das kann als Wegbereiter des neuzeitlichen Tourismus betrachtet werden. Sie bereisten vor allem die antiken Gegenden Italiens, aber auch München und Prag. Das Ziel? Jugendliche sollten auf ihre gesellschaftlichen Pflichten vorbereitet werden.

Von dieser ein bis dreijährigen Reise erhoffte man sich den Übergang ins Erwachsenenleben. Aus diesem Grund besuchten sie andere Adelsfamilien. Sie erlernten z.B. fechten, Sprachen oder Tänze. Die Adeligen reisten nur in Begleitung von Personal, wie z.B. Tutoren, Mentoren, Reisemarschällen, Kutscher und Begleitpersonal.

Eine große braune Burg. Dahiner strahlt die Sonne auf einen leicht bewölkten Himmel.

Nach einigen Jahren entwickelte sich diese strenge Reise weiter. Kunst und Vergnügen spielten nun eine große Rolle. Man reiste nicht nur zu Erziehungs- und Bildungszwecken, denn Genuss und Kunst standen ebenfalls auf dem Tagesplan. Man reiste nicht nur für andere, sondern auch zum Selbstzweck, so wie es auch heute oft der Fall ist.

 

Der allererste Reisebericht

Dichter und Denker aus dem Bildungsbürgertum wie zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) oder Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) schrieben Reisejournale, Romane oder andere Werke, um ihre Reiseerfahrungen zu teilen.

Der allererste Reisebericht stammt von Pytheas von Massalia (380 v. Chr. bis um 310 v. Chr.), einer der großen Entdecker der Antike. Sein Werk hieß vermutlich „Über den Ozean“.

 

Bevor „Touri“ zum Schimpfwort wurde

Im 18 Jh. war der Bädertourismus in Großbritannien ganz stark im Kurs. Zuerst erfreuten sich sowohl Adlige als auch das wohlhabende Großbürgertum an den Reisen zu Heilquellen und Kurorten, doch schon bald zog die Mittel- und Unterschicht nach. Manche Historiker datieren den Anfang des Massentourismus auf dieses Jahrhundert.

Einen Fixpunkt bildet die kleinbürgerliche Sommerfrische. Familien verbrachten ihren Urlaub gerne bequem auf dem Land in der Nähe ihres Wohnortes.

Ein Fluß fließt an einem Tannenwald entlang, während dieser sich im Fluss spiegelt.

Lasst uns kurz über das Wort „Urlaub“ sprechen. Der Begriff stammt aus dem althochdeutschen „urlub“ und erlaubte einem Ritter fortzugehen. Früher erteilte ein Höherstehender diese Erlaubnis, heute ist es der Arbeitgeber, obwohl du die Ironie in diesen beiden Wörtern bestimmt erkannt hast.

Die Sommerfrische setzte einen Meilenstein in der Geschichte der Touristik. Man machte sich Gedanken und markierte erstmals Wanderwege für mögliche andere Touristen. Gaststätten und Aussichtstürme wurden ausgebaut. Die gesamte Infrastruktur bekam eine touristische Ader.

 

Reiselektüre wird Pflicht!

Im 19 Jh. standen kürzere Reisen wie Tagesausflüge auf dem Programm. Der technische Fortschritt ermöglichte mit der Dampfschifffahrt und der Eisenbahn einfacher als je zuvor zu reisen. Bereits 1808 wirft eine kleine Verlagsbuchhandlung aus London den allerersten Reiseführer über Holland, Belgien und das Rheinland auf den Markt. Fortan wird die Reiselektüre zur Pflicht.

Langsam, aber sicher können wir hier vom frühmodernen Massentourismus sprechen!

Thomas Cook ist in der Tourismusbranche ein Begriff. 1840 erfand der junge Unternehmer aus England die organisierten Pauschalreisen. 1841 verreisten schon 571 Personen mit dem Zug von Leicester nach Loughborough. Zum unschlagbaren Preis von einem Schilling, Verpflegung und Blasmusik inklusive. Schon bald gab es sogar Reisen ins Ausland, bevor es 1878 um die ganze Welt ging! Lese hier, wie Thomas Cook heute A/B-Testing einsetzt, um ihre Angebote attraktiver zu machen.

Eine Lokomotive fährt durch ein Waldstück. Der Himmel ist strahlend blau.

Cook führte Hotelcoupons und Kundenzeitschriften ein, die maßgeblich für den Erfolg wurden. Carl Stangen gründete daraufhin 1867 das erste deutsche Reisebüro.

Die Zeit änderte menschliche Bedürfnisse. Industrialisierung, Verstädterung, Verbesserung der sozial- und arbeitsrechtliche Regelungen und gestiegene Löhne weckten ein tiefes Erholungsbedürfnis. Reisen wurde zur Volksbewegung. Zwischen 1871 und 1913 stieg der Tourismus in Deutschland um 417% an.

 

Diversifizierung

Ab diesem Jahr fuhren die Europäer am liebsten mit ihrem geliebten Auto oder Wohnwagen in den Urlaub. Dank kommerziellen Reiseanbietern wie Neckermann, TUI und Co. wurden Preise strategisch gedrückt, sodass auch Flugreisen erschwinglich wurden. Innerhalb von 40 Jahren hat sich die Zahl der Reisenden auf 32 Millionen verdreifacht.

Ein Auto im Retrolook fährt, während eines Sonnenuntergangs, eine Straße entlang.

Errungenschaft des Tourismus: In Deutschland wurde 1963 ein gesetzlicher Ferienanspruch in den Normalarbeitsvertrag eingetragen.

Die Tourismusbranche konstituierte einen global bedeutsamen Geschäftszweig. Ursächlich liegt der Boom in der Wohlstandssteigerung, technischem Fortschritt und vor allem der Diversifizierung d.h. mehr Reiseziele werden angeboten. Des Weiteren werden neue Urlaubswelten wie Disneyland oder Sun City populär.

 

Tourismusmarketing ist überlebenswichtig!

Die heutige Urlaubsplanung beginnt mit Apps wie swoodoo oder opodo. Weiter geht’s zu Check24, um das günstigste Hotel zu finden.

Der analoge Wandel von Reisebüros, Reiseberichten und Katalogen hin zu digitalisierten Vergleichsportalen ist eine unüberschaubare Entwicklung des modernen Tourismusmarketings. Langweilige Bilder reichen längst nicht mehr aus. 360°Bilder und Videos vom Reiseziel und Hotel wirken modern und kundenorientiert. Einen innovativen Roboter am Empfang würden viele Hotelgäste sogar sympathisch finden. Klick hier, um zu erfahren wie Roboter „A.L.O“ tatsächlich Touristen empfängt!

Der Tourismus hat eine unglaubliche Reise hinter sich gebracht und sie ist noch lange nicht vorbei. Die Antike brachte den Stein ins Rollen und wir bauten daraus Flugzeuge und hoben einfach ab.

Tl;dr

Der stetige Wandel des Tourismus.

 

Lesetipps:

Tourismus und Tourismusgeschichte, Rüdiger Hachtmann, 2010

Social Media Marketing und -Mangement im Tourismus, Thomas Hinterhoolzer, Mario Jooss, 2013

Entwicklung des modernen Tourismus (ab 18. Jh. in Europa), Anton Sölch, 1995

 

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Kubas Tourismusboom durch Place Branding

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#NewWork – Heute regiert die Digitalisierung den Arbeitsplatz

„Ein Analoger wird bei uns nicht happy – wie sollen wir mit ihm kommunizieren? Briefe schreiben?“ – Florian Bauhuber, Geschäftsführer von Tourismuszukunft.

In den frühen 80iger Jahren war der Schreibtisch eines Manangers vollgestellt mit diversen Büchern, Akten, einem Faxgerät, einem Taschenrechner, einem Telefon, einem Kalender, Bilder an der Wand und einem Computer, dessen Bildschirm fast so breit wie der Tisch selbst war. Fast 40 Jahre später sind Bilder an der Wand, sowie Faxgerät oder Bücher überflüssig geworden. Denn der Beschäftigte von heute benötigt nun nicht mehr als einen Laptop, sein Smartphone, Internetzugang und bei Sonnenschein die Sonnenbrille. Und Schuld daran ist die Digitalisierung!

 

Die Agentur Tourismuszukunft

Florian Bauhuber ist seit 2008 Geschäftsführer von Toursimuszukunft. Auf dem #cosca17 beschrieb er den Weg seiner Agentur in die Digitalisierung. Das Interesse der Barcamp-Besucher war groß – der Zweifel, ob dieses Arbeitsmodell wirklich nachhaltig ist auch. Florian setze sich entspannt auf den Tisch und leitete die Session mit den Worten, „Wir waren mal das…“ ein. Auf seiner Folie sind ca. 20 Mitarbeiter im typisch adretten Anzug und einem gezeichneten Lächeln zu sehen. Wer kennt es nicht? Das typisch deutsche Arbeitsmodell: ein lokales Büro, mehrere Arbeitszimmer, die neben Tischen und Stühlen ausgestattet mit Grünpflanzen sind, Arbeitszeiten von 8-17 Uhr, Überstunden werden hingenommen und für die Mitarbeiter ist der beliebteste Weg, der zum Kaffeeautomaten oder der Toilette. Florians Agentur hingegen glänzte zusätzlich mit einem Tischkicker, der in der Mittagspause oder nach Feierabend für den Spaßfaktor sorgte. „Wir dachten, wir sind eine coole Firma, in der jeder sein will.” Florian Bauhuber berichtete davon, wie sich gut ausgebildete Mitarbeiter nach und nach aus der Firma verabschiedeten. Ist die Digitalisierung Schuld daran? Florian vermutet, „Ihr Drang nach Offenheit, Neugier und Flexibilität ist einfach zu groß, um sie an einen Ort zu binden.”, deshalb zog der Geschäftsführer rechtzeitig die Notbremse und leitete die Transformation ein.

 

Flexible Arbeitsplätze machen den Anfang

Laut einer Umfrage von Indeed im Jahr 2016, ist ein flexibler Arbeitsplatz für drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer ein wichtiges Kriterium (vgl. Presseportal, 2016). Die Werbeagentur „be a part“ in Darmstadt transformierte sich beispielsweise aus einer strukturierten und hierarchischen Arbeitsweise zu einem flexiblen Arbeitsplatz: Geschäftsführerin Nancy Graf unterschreibt nun keine Urlaubsanträge mehr. Ihre Arbeitnehmer entscheiden seit 2014 selbst, wann, wo und wie viel sie arbeiten. Dieses Arbeitsmodell funktioniert hervorragend und wird gerne von den Mitarbeitern angenommen, die dadurch motivierter, entspannter und vor allem produktiver sind. Trotz Arbeitsplatzfreiheiten stellt die Geschäftsführerin ein lokales Büro mit hauseigenem Fitnessraum für ihre Mitarbeiter zur Verfügung, das von vielen regelmäßig und zum intensiven Austausch genutzt wird. Tourismuszukunft hingegen ging einen Schritt weiter. Florian Bauhuber transformierte seine Agentur zu einem Netzwerkunternehmen ohne Büro. Er schaffte den Spagat zwischen Vertrauensarbeit und Home-Office.

 

Die Transformation zum Netzwerkunternehmen

Netzwerkunternehmen, New Work oder digitale Nomaden – wie soll man ein Unternehmen oder eine Agentur und die Mitarbeiter beschreiben, die ihre Arbeit ohne lokales Büro, ohne feste Arbeitszeiten und ohne sesshaftes Arbeitszimmer verrichten? Lassen wir die Benennung nebensächlich sein. Denn eins wird deutlich: die Arbeitswelt steht im Umbruch und die Digitalisierung trägt einen großen Anteil dazu bei. Florian Bauhuber reagierte darauf mit sieben Glaubenssätzen, die ich in wenigen Sätzen erläutere:

(1) Zusammenarbeit funktioniert besser in Netzwerken statt in Silos

Die Digitalisierung fordert hohe Flexibilität, Dynamik und lebenslanges Lernen in allen Bereichen unseres Alltages. Um diesen Ansprüchen auch in einem Unternehmen gerecht zu werden, ist ein Umdenken im klassischen Projektmanagement nötig. Silodenken und Projekte mit langwierigen Entscheidungsabwicklungen von oben haben im 21. Jahrhundert kaum noch Bestand. Agile Projekte öffnen Türen für schnelle Reaktionen und Innovation.

 

(2) Informationen dürfen nicht mehr aus machtpolitischem Interesse einbehalten, sondern müssen geteilt werden

Wie sagt ein schönes Sprichwort? Sharing is caring! Weg vom Konkurrenzdenken hin zum Wissensaustausch untereinander. Das fördert den Teamgeist, die Motivation und die Qualität der Arbeit.

 

 (3) Führungskräfte sind Ermöglicher und keine Herrscher

Florian Bauhuber ist zwar Geschäftsführer von Tourismuszukunft, jedoch nimmt er nicht die Rolle eines Herrschers ein. Er ist der Ermöglicher:

Florian Bauhuber twittert

 (4) Vielfalt schlägt Spezialisierung

Das Unternehmen hat die Erfahrung gemacht, dass Vielfalt effektiver als Spezialisierung ist. Jeder Netzwerkpartner* hat unterschiedliche Interessen und Arbeitserfahrungen in unterschiedlichen Bereichen. Jeder Einzelne bringt Vielfalt in die Agentur, die nicht durch starre Strukturen eingegrenzt werden sollte. Mauern schränken ein, doch Vielfalt ist grenzenlos.

  

(5) Die Potenzialentfaltung der Mitarbeiter ist wertvoller als normierte Prozesse

Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und bevorzugen unterschiedliche Arbeitsroutinen: Arbeiten am Morgen, nachmittags oder bis tief in die Nacht – jeder hat eigene Leistungshöhe- und -tiefpunkte während des Tages. In einem Arbeitsalltag von 8-17 Uhr ist die Entfaltung persönlicher Arbeitsroutinen praktisch unmöglich. Deshalb gibt Tourismuszukunft seinen Kollegen* alle Freiheiten, die sie benötigen, um sich selbst und innerhalb ihrer Projekten zu entfalten und produktiv zu sein. Das gilt nicht nur für die Arbeitszeit, sondern schließt den Arbeitsort mit ein. Das Netzwerkunternehmen hat zurzeit 12 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit Hilfe der Digitalisierung werden Hürden, die ohne Arbeitsbüro entstehen, wie große Entfernungen, Absprachen, Informationsaustausch oder alltägliche Witze überwunden. Whatsapp, Socialcast oder Hangout sind nur wenige Tools, die das Arbeitsmodell New Work möglich macht. Beispielsweise gibt es bei Tourismuszukunft jeden Montag ein Hangout Meeting und vier Mal im Jahr ein ganz reales Treffen, face-to-face, an einem schönen Ort.

 

(6) Scheitern ist unvermeidbar und Vertrauen erfolgskritisch

Scheitern ist die beste Art und Weise, zu lernen. Dabei sollte Scheitern kein gesellschaftliches Tabuthema sein, sondern man sollte aus diesen Erfahrungen lernen und wachsen. Außerdem ist Vertrauen das A und O in einer Arbeitswelt ohne lokales Büro. Jeder Netzwerkpartner* der Agentur Tourismuszukunft ist selbst verantwortlich, seine Deadlines pünktlich und gewissenhaft abzuliefern.

 

(7) Vor allem aber: Der Kundennutzen definiert die Strategie

Arbeiten ist mehr als als nur Geld verdienen. Tourismuszukunft steht mit seinen Kunden stetig im Dialog, um die Strategie auf ihre spezifischen Wünsche und Bedürfnisse aufzubauen.

 

Haben diese Arbeitsmodelle Zukunft?

Pauschal sind Freiheiten und Flexibilität bei der Arbeit nicht für alle Persönlichkeiten das richtige Modell. Dank der Digitalisierung ist es heute aber möglich, Menschen den Wunsch nach einem flexiblen Arbeitsplatz zu erfüllen. Ob dieses Modell nachhaltig oder tatsächlich zukunftsfähig ist, werden wir in den kommenden Jahren weiterhin selbst beobachten können.

 

 

*Nachdem es auf Twitter die Anregung gab, dass es sich bei einem Netzwerkunternehmen weniger um Mitarbeiter und eher um Netzwerkpartner oder Kollegen handelt, habe ich nachträglich meinen Blogbeitrag dementsprechend angepasst. Danke für den Hinweis.

Quellen:

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Digitalisierung richtig beigebracht – Wie Skeptiker zu Praktiker werden

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Die Digitalisierung ist einer der wichtigsten Entwicklungen der Kommunikation von Unternehmen oder Organisationen. Viele Agenturen beschäftigen sich mit dem Verhalten ihrer Kunden im Netz und versuchen nachhaltig davon zu profitieren. Immerhin befinden wir uns längst mitten drin in der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Nichtsdestoweniger herrscht vor allem bei mittelständischen Unternehmen noch viel Skepsis gegenüber dieser Entwicklung. Aus diesem Grund müssen PR-Praktiker ihren Kunden den Wandel und dessen Vorteile oftmals näher bringen.

Wir haben neulich auf dem Digital Workshop in Frankfurt einen Profi getroffen und beobachtet, wie er – im Auftrag von Google – argumentiert.

Willkommen im digitalen Zeitalter

Christian Spancken ist Geschäftsführer der B2B Onlinemarketing Agentur  JF Concept und Marketingexperte. Er tritt als Speaker auf verschiedenen Events auf und richtet seine Ratschläge an mittelständische Unternehmen. Die Relevanz der Digitalisierung beschreibt er mit der globalen Entwicklung zur Internetnutzung. Mit der Tatsache, dass knapp 50 Prozent der Weltbevölkerung einen Internetzugang besitzt, lockt er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Um die Entwicklung und ihre Möglichkeiten für Unternehmen zu zeigen, muss der Unterschied zwischen der alten und neuen Welt verdeutlicht werden.

Sein Beispiel: Viele Unternehmen arbeiten mit festen Preisen und festen Buchungen, wenn es um Werbung geht. Es wird im Voraus alles geklärt und ein “Media-Budget” ausgegeben, welches eine minimale Messbarkeit aufweise und sich kaum anpassen lasse. Dieser Weg ist jedoch wenig zielführend, denn heutzutage sollte man nicht nur seinem Bauchgefühl folgen. Spancken ist wichtig, den Kunden zu zeigen, dass Daten eine entscheidende Rolle spielen und das regelmäßige Testen und Iterieren erfolgversprechend ist.

Die Skeptiker zu Fans machen

Die weitverbreitete Skepsis hemmt den Digitalisierungsfortschritt einiger Unternehmen. Viele Offline-Händler sehen das Internet als Bedrohung. Sie befürchten, im Wettbewerb gegen die internationalen Händler und ihre Tiefpreise nicht mithalten zu können. Christian Spancken ermutigt sie jedoch und erklärt ihnen, dass neun von zehn Offline-Käufe ohne eine vorherige Internetrecherche nicht stattfinden. Dies ist nur ein kleiner Teil der User Journey. Seine Unternehmens-Kunden müssen verstehen, dass das Potenzial im Netz sehr hoch ist und sie dieses für sich nutzen sollten.

Andere seiner Kunden zeigen wenig Interesse an Google und sehen keinen Nutzen in den Werbemöglichkeiten. Diese Haltung sei jedoch verkehrt, da Google das bedeutendste Instrument für die Online-Suche ist. Zwei Millionen Suchanfragen erhält die Suchmaschine pro Minute und macht 70 Prozent der gesamten Online-Suchen aus. Durch die plattformdominierte Internetnutzung verdeutlicht Spancken  den großen Einfluss des Suchmaschinen-Riesen.

DigitalWorkshop

Der Weg zum Relevant Set

Spanckens weitere Argumentationslinie: Nicht nur das Verhalten der Nutzer hat sich geändert, sondern auch ihre Erwartungshaltung. Sie ziehen weniger Alternativen in Erwägung und vertrauen oft auf das erste Ergebnis ihrer Google-Suche. Dadurch verdeutlicht Christian die Relevanz von SEO und SEA. Zudem fordern die Nutzer direkte und hilfreiche Antworten. Seine Kunden müssen sich also bemühen, den Zweck ihrer Website der Absicht der Kunden anzupassen.

Er betont, alle seine Kunden hätten zwei wesentliche Dinge gemeinsam: Ihren Unternehmergeist und die Liebe zu ihrem Produkt. Gerade letzteres wollen sie ihren eigenen Kunden nahe bringen und eine Bindung zu diesen aufbauen. Genau dieses Ziel könnten sie durch interessenbezogene Werbung erreichen, was zudem die Kaufabsicht erhöhe. Die nutzerspezifischen Texte verringern ebenfalls die Absprungrate auf der Website. Christian rät auch zur Nutzung von Google Maps und einer standortbasierten Werbung. Denn 82 Prozent der Konsumenten handeln nach dem Sehen einer lokalen Suchanfrage. Die Relevanz des Unternehmens steige deutlich, da es sich in der Nähe befindet und die Nutzer ihre Route direkt planen können.

Bauchgefühl ist gut – Daten sind besser

Christian überzeugt seine Kunden und Zuhörer nicht mit seiner energiereichen Persönlichkeit, er überzeugt sie mit Daten! Er veranlasst seine Kunden zur datengetriebenen Steuerung, um ihre Nutzer besser  kennen zu lernen. Big Data verändert die Unternehmensprozesse genauso sehr wie das Internet. Christians Kunden sollen die Customer Journey im Detail verstehen, um das Verhalten ihrer Besucher vorherzusagen und Trends zu erkennen. Die Ergebnisse der Analysen beantworten viele Fragen zur Abhängigkeit, Segmentierung und dem Verhalten der Zielgruppe.

Zum Schluss, die wichtigsten Online-Regeln zusammengefasst:

1. Online ist Wachstum und ein strategisches Thema

2. Website ist Pflicht – eine mobile ebenfalls

3. Umdenken ist gefragt – die alten Regeln zählen teilweise nicht mehr

4. Langfristig geht es um die Zielerreichung – nicht um die Vergabe eines Budgets

5. Messbarkeit führt zum genauen Targeting – nach Region, Interessen, Inhalten

 

“Man sollte grundsätzlich mehr auf datengetriebenes Marketing setzen, statt nur auf contentbasiertes Marketing. Content ist sicherlich der wichtigste Teil, den das Internet ausmacht. Ich glaube aber, dass es viel sinnvoller ist, sich Gedanken darüber zu machen, was die Nutzer suchen und fragen und dazu passenden Content zu produzieren.”- Christian Spancken

 

Lessons Learned für mich

Als angehende PR-Praktikerin konnte ich einiges von diesem Marketing-Profi lernen. Dass wir längst im digitalen Zeitalter angekommen sind, ist nicht allen bekannt. Diese Tatsache muss man sich eingestehen. Um seinen Kunden die globale Entwicklung nahe zu bringen, zeigt man ihnen ihren persönlichen Mehrwert. Es ist auch interessant zu sehen, wie Produkte und Dienstleistungen online vermarktet werden können. Neben der eigenen Website ebenfalls auf den sozialen Medien – persönlich und emotional.

Das überzeugendste Argument war für mich die genaue Messbarkeit des Nutzerverhaltens. Daraus lässt sich für das Unternehmen eine komplett neue Zielgruppe erschließen, die nicht auf Basis von Spekulationen definiert wird. Die Datenanalyse zeigt den Status quo und lässt Schlüsse für die Zukunft ziehen. Eine bessere Möglichkeit die Nutzer zu verstehen und anschließend zu erreichen, gibt es nicht. Das bi-direktionale Marketing und die Echtzeit-Kommunikation sind die Pfeiler der digitalen Kundenbindung.

 

Unsere Autorin nahm am #digitalworkshop mit Christian Spancken, Geschäftsführer von JF Concept und Marketingexperte, teil und stellt die wichtigsten Treiber des digitalen Wandels vor. Christian Spancken ist Autor mehrerer Bücher und Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen. Er ist einer von 12 offiziellen Google Partner Academy Trainer und veranstaltet gemeinsam mit Google digitale Workshops deutschlandweit.

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