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Milliarden-Deal: Yahoo! kauft Tumblr

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Übernahme von Tumblr durch Yahoo!
Veraltet und ausrangiert – so wird das Internetunternehmen „Yahoo!“ inzwischen oft abgestempelt. Die 1994 gegründete Firma hinkt in vielen Hinsichten ihren großen Konkurrenten wie Google hinterher. Doch Yahoo!-Chefin Marissa Mayer hat eine Lösung gefunden: Der Kauf der populären Blogplattform „Tumblr“ soll helfen Yahoo! wieder moderner zu machen. Für 1,1 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 855 Millionen Euro) kauft der Internetkonzern Yahoo! den Blog-Dienst. Viele Tumblr-Nutzer reagieren mit Wut auf den Deal. Einige drohten auf sozialen Netzwerken sogar mit Boykott.

Quelle: Maliha Mahmood

Yahoo! versucht die Nutzer zu beruhigen und verspricht es nicht zu „versauen„. In einer Pressemitteilung verkündet der Konzern, dass Tumblr unabhängig bleiben wird und sich für die User nicht viel ändert.  „Unser Team wird sich nicht verändern“, sagt Tumblr-Chef David Karp, der auch nach der Übernahme an Bord bleibt. „Unsere Zukunftsplanung wird sich nicht verändern. Und unsere Mission wird sich sicher nicht verändern.“

Über 100 Millionen Werbeeinnahmen möglich
Tatsächlich ist der Kauf von Tumblr für Yahoo! eine große Chance. Mit Tumblr hat Yahoo! schlagartig Zugriff auf Millionen junge Nutzer, wodurch der Konzern Werbeeinnahmen steigern will. Die 2007 gegründete Plattform Tumblr wird von 3,5 Millionen Bloggern genutzt. Dort finden sich 109 Millionen Blogs und mehr als 51 Milliarden Einträge. Und die Zahl wächst. Täglich kommen rund 80 Millionen Einträge dazu. Die Zahlen allein machen Tumblr für Werbekunden attraktiv.

Yahoo! wird modern
Zu Hause oder von unterwegs Videos, Bilder und Texte posten – das ist das Prinzip von Tumblr. Das Unternehmen ist jetzt schon so erfolgreich wie Facebook. Es bietet eine Vielzahl von mobilen Apps für fast alle Plattformen an – Das ist die Chance für Yahoo! das gewünschte „coole“ Image zu erreichen.  Die mobile Internetnutzung hat Yahoo! nämlich ganz gezielt verfehlt. Seine Konkurrenten – Facebook, Google, Microsoft und Apple – haben ihn längst überholt.

Das Verbreiten von Foto- und Videoinhalten sollte Yahoo! auch langsam ganz oben auf  die Zielliste setzen. Das zum Konzern gehörende Flickr hatte bislang unter den anderen sozialen Netzwerken gelitten. Kurz nach dem Milliarden-Deal stellte Yahoo! eine bearbeitete Version von Flickr vor. Wie gut Yahoo! beide Plattformen verbinden kann, wird sich nun zeigen.