Der Weg zur authentischen Kommunikation

Jeder Mensch spielt verschiedene Rollen – fast wie in einem Theaterstück. Doch wie ist authentische Kommunikation im Social Web dann überhaupt noch möglich?

Es gibt verlässliche Rollen, wie die Rolle der Mutter oder die Rolle des Freundes und bei jeder dieser Rollen gibt es eine gewisse Art und Weise, wie man ihr gegenübertritt. Stellt euch vor, ihr würdet mit eurer Mutter bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und euch so verhalten, wie ihr es gegenüber euren Freunden bei einem abendlichen Bier tun würdet. Eine wie ich finde, eher unangenehme Vorstellung.

Doch wie ist das dann im Social Web, wenn wir im realen Leben schon mehrere Rollen einnehmen? Was empfinden wir dort als glaubwürdig und authentisch? Vor allem bei Personen, die uns eigentlich fremd sind?  Genau das hängt von der Kommunikation ab, die bereits stattgefunden hat. Beim Vortrag auf der re:publica von Konrad Langer und Oliver Brügmann von visumate GmbH erzählte Langer von seinem privaten Instagram-Account “konaction”. Sein Stil zeichnet sich aus durch  geometrische Formen, Stadtbilder und dem Spiel mit Farben und Kontrasten. Bevor er seinen Account zeigte, wurde ein Bild von ihm und dem Hund seiner Freundin in der Küche gezeigt (siehe Abbildung). Seine Frage dazu war, ob es authentisch wäre, dieses Bild auf seinem Account zu posten. Der erste Gedanke dabei war natürlich, dass nichts mehr Authentizität ausstrahlt als so ein Schnappschuss. Doch das ist nicht richtig. Dieses Bild würde nicht zu seiner Bildsprache und der sonstigen Kommunikation passen. Es würde die Erwartung seiner Follower nicht erfüllen. Dementsprechend wäre es nicht authentisch und nicht glaubwürdig. Es ist also wichtig, einem Stil treu zu bleiben und diesen wie einen roten Faden durchzuziehen.

Konrad Langer zusammen mit dem Hund seiner Freundin

Achtung: Stories können auch nach hinten los gehen

Mittlerweile gibt es nicht nur Snapchat- (siehe Mit den Followern im Bett – Storytelling auf Snapchat) und Instagram-Stories, sondern auch Facebook- und sogar Whatsapp-Stories. Wenn man diese richtig nutzt, kann es die authentische Kommunikation steigern und Neuigkeiten können damit schnell und effizient verbreitet werden. Durch diesen Firsthand Content kann zwar ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden, jedoch sollte man gut aufpassen, denn manchmal ist weniger mehr. Wer hat schon Lust, ewig lange Stories von einer unbekannten Person oder einem Unternehmen durch zu klicken? Vor allem im Hinblick darauf, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Social Web sehr gering ist. Wenn man zu viele Stories postet, kann das ins Belanglose abrutschen und vielleicht sogar zum Abspringen der Follower führen. Die Story sollte nicht einfach genutzt werden, nur weil es diese Funktion gibt. Vielmehr sollte sie einen Nutzwert haben und dem oben genannten roten Faden folgen. Konrad Langer dazu:

“Oft gibt es da eine klare Diskrepanz zwischen den auf Instagram gezeigten, durchgestylten, durchgeplanten Content und dem was dann in den Instagram-Storys gezeigt wird, wo dann auch so ein bisschen Luftleerer Raum gelassen wird, was mir das jetzt als Nutzwert bringt”

Die Zielgruppe hat die Hosen an

Es ist nichts Neues, wenn ich schreibe, dass die Zielgruppe das höchste Gut für ein Unternehmen ist. Sie ist letztendlich ja auch diejenige, die eine Leistung oder ein Produkt in Anspruch nimmt und dafür bezahlt. Deswegen sollte man sich immer vor Augen führen, was die Zielgruppe will und was sie anspricht. Damit das Unternehmen die Wünsche kennt und seiner Zielgruppe auch einen Mehrwert bieten kann, können Zielgruppen-Studien für Unternehmen sehr hilfreich sein. Zudem kann man durchaus auch über das Social Web die Follower fragen, was für sie relevant ist und was sie sich wünschen.

Doch auch Algorithmen können dabei helfen, zu zeigen, was relevant ist. In dem Artikel “Kommunikation im Netz – Recap von der republica 2017” von Cathrin Tusche, schreibt die Autorin, dass bei Facebook- und Instagram-Algorithmen bestimmen, was der Nutzer zu sehen bekommt und was nicht. Des Weiteren schreibt sie, dass nur der Content als relevant gilt, welcher in kürzester Zeit oft geliked, geteilt, kommentiert oder gespeichert wurde. Auch wichtig ist die Verweildauer auf Social Media-Posts. Wenn man sich also mit einem Post längere Zeit beschäftigt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es sich um relevanten Content handelt und es werden zukünftig ähnliche Inhalte gezeigt.

Wiedererkennbarkeit durch Alleinstellungsmerkmale

Wer sich von der Masse abheben möchte, sollte einen Unique Selling Point (USP) haben. Zuallererst sollte man sich Gedanken darüber machen, wofür man stehen will und für was nicht. Eine eigene Tonalität und eine einheitliche Visualisierung können eine Wiedererkennbarkeit schaffen. Wenn der Content dazu noch nachhaltig ist, ist man auf der sicheren Seite.

Edeka wurde in dem Vortag als ein best-practice Beispiel genannt: Das Unternehmen nutzt Instagram, um dort Essen, Getränke sowie Rezepte zu posten.

Die Macht der Influencer

In einem Zitat, welches Konrad Langer und Oliver Brügmann von Scott Cook mitgebracht hatten, heißt es:

“A brand is no longer what we tell the consumer it is – it is what consumers tell each other it is”

Man glaubt also nicht mehr der Werbung, sondern geht lieber online und liest sich Produktbewertungen durch oder sieht sich Videos an, in denen die besagten Produkte getestet werden. Man vertraut am meisten den Menschen, die so sind wie man selbst. Die meisten Social Media Influencer haben zu ihrer Community schon eine enge Beziehung. Sie können Botschaften meist glaubwürdiger vermitteln als die Unternehmen selbst. Auf Social Media ist es generell sinnvoll, immer erst eine Beziehung zu seinen Followern aufzubauen und danach Emotionen zu wecken. Denn man reagiert ganz anders auf Botschaften, wenn bereits eine Beziehung aufgebaut wurde, als wenn man sie von einer fremden Person mitgeteilt bekommt. Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, dass ein Influencer die eigene Marke repräsentieren soll , muss auch ein Influencer ausgewählt werden, der schon mit der Marke in Berührung kam und diese verkörpert. Er sollte an die Marke und deren Zielgruppe angepasst sein, ansonsten wäre es nicht authentisch.

Doch nicht nur Influencer bringen Glaubwürdigkeit rüber, sondern auch User Generated Content ist hierfür sehr gut geeignet. Wenn ein Kunde zufrieden mit einem Produkt ist und das mit der Welt teilt, ist das schon mal sehr positiv. Wenn man diesen Post dann als Unternehmen auf den eigenen Seiten publizieren kann, steigert das die Authentizität. Manchmal bekommt man dadurch auch eine tolle Geschichte zu dem Post mitgegeben und kann Erlebnisse miteinander teilen.

Das Wichtigste zum Schluss

Es gibt vieles, was man machen kann, um authentischer zu kommunizieren. Zum Abschluss hat Oliver Brügmann es nochmal auf den Punkt gebracht. Er sagte, dass an erster Stelle zwar immer eine Strategie stehen muss, jedoch im Mittelpunkt die Geschichte steht, welche von innen nach außen getragen wird. Man kann daraus Themen ableiten, wie auch die Protagonisten bestimmen und die Formate entwickeln. An letzter Stelle stehen die Kanäle und in dem Zusammenhang die Content-Formate, die dort adaptiert werden und letztendlich zielgruppenspezifisch verbreitet werden.

Die wichtigsten Punkte haben die Vortragenden nochmal in eine Visualisierung gepackt.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für authentische Kommunikation

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Digitalisierung richtig beigebracht – Wie Skeptiker zu Praktiker werden

DigitalWorkshopTitelbild

Die Digitalisierung ist einer der wichtigsten Entwicklungen der Kommunikation von Unternehmen oder Organisationen. Viele Agenturen beschäftigen sich mit dem Verhalten ihrer Kunden im Netz und versuchen nachhaltig davon zu profitieren. Immerhin befinden wir uns längst mitten drin in der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Nichtsdestoweniger herrscht vor allem bei mittelständischen Unternehmen noch viel Skepsis gegenüber dieser Entwicklung. Aus diesem Grund müssen PR-Praktiker ihren Kunden den Wandel und dessen Vorteile oftmals näher bringen.

Wir haben neulich auf dem Digital Workshop in Frankfurt einen Profi getroffen und beobachtet, wie er – im Auftrag von Google – argumentiert.

Willkommen im digitalen Zeitalter

Christian Spancken ist Geschäftsführer der B2B Onlinemarketing Agentur  JF Concept und Marketingexperte. Er tritt als Speaker auf verschiedenen Events auf und richtet seine Ratschläge an mittelständische Unternehmen. Die Relevanz der Digitalisierung beschreibt er mit der globalen Entwicklung zur Internetnutzung. Mit der Tatsache, dass knapp 50 Prozent der Weltbevölkerung einen Internetzugang besitzt, lockt er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Um die Entwicklung und ihre Möglichkeiten für Unternehmen zu zeigen, muss der Unterschied zwischen der alten und neuen Welt verdeutlicht werden.

Sein Beispiel: Viele Unternehmen arbeiten mit festen Preisen und festen Buchungen, wenn es um Werbung geht. Es wird im Voraus alles geklärt und ein “Media-Budget” ausgegeben, welches eine minimale Messbarkeit aufweise und sich kaum anpassen lasse. Dieser Weg ist jedoch wenig zielführend, denn heutzutage sollte man nicht nur seinem Bauchgefühl folgen. Spancken ist wichtig, den Kunden zu zeigen, dass Daten eine entscheidende Rolle spielen und das regelmäßige Testen und Iterieren erfolgversprechend ist.

Die Skeptiker zu Fans machen

Die weitverbreitete Skepsis hemmt den Digitalisierungsfortschritt einiger Unternehmen. Viele Offline-Händler sehen das Internet als Bedrohung. Sie befürchten, im Wettbewerb gegen die internationalen Händler und ihre Tiefpreise nicht mithalten zu können. Christian Spancken ermutigt sie jedoch und erklärt ihnen, dass neun von zehn Offline-Käufe ohne eine vorherige Internetrecherche nicht stattfinden. Dies ist nur ein kleiner Teil der User Journey. Seine Unternehmens-Kunden müssen verstehen, dass das Potenzial im Netz sehr hoch ist und sie dieses für sich nutzen sollten.

Andere seiner Kunden zeigen wenig Interesse an Google und sehen keinen Nutzen in den Werbemöglichkeiten. Diese Haltung sei jedoch verkehrt, da Google das bedeutendste Instrument für die Online-Suche ist. Zwei Millionen Suchanfragen erhält die Suchmaschine pro Minute und macht 70 Prozent der gesamten Online-Suchen aus. Durch die plattformdominierte Internetnutzung verdeutlicht Spancken  den großen Einfluss des Suchmaschinen-Riesen.

DigitalWorkshop

Der Weg zum Relevant Set

Spanckens weitere Argumentationslinie: Nicht nur das Verhalten der Nutzer hat sich geändert, sondern auch ihre Erwartungshaltung. Sie ziehen weniger Alternativen in Erwägung und vertrauen oft auf das erste Ergebnis ihrer Google-Suche. Dadurch verdeutlicht Christian die Relevanz von SEO und SEA. Zudem fordern die Nutzer direkte und hilfreiche Antworten. Seine Kunden müssen sich also bemühen, den Zweck ihrer Website der Absicht der Kunden anzupassen.

Er betont, alle seine Kunden hätten zwei wesentliche Dinge gemeinsam: Ihren Unternehmergeist und die Liebe zu ihrem Produkt. Gerade letzteres wollen sie ihren eigenen Kunden nahe bringen und eine Bindung zu diesen aufbauen. Genau dieses Ziel könnten sie durch interessenbezogene Werbung erreichen, was zudem die Kaufabsicht erhöhe. Die nutzerspezifischen Texte verringern ebenfalls die Absprungrate auf der Website. Christian rät auch zur Nutzung von Google Maps und einer standortbasierten Werbung. Denn 82 Prozent der Konsumenten handeln nach dem Sehen einer lokalen Suchanfrage. Die Relevanz des Unternehmens steige deutlich, da es sich in der Nähe befindet und die Nutzer ihre Route direkt planen können.

Bauchgefühl ist gut – Daten sind besser

Christian überzeugt seine Kunden und Zuhörer nicht mit seiner energiereichen Persönlichkeit, er überzeugt sie mit Daten! Er veranlasst seine Kunden zur datengetriebenen Steuerung, um ihre Nutzer besser  kennen zu lernen. Big Data verändert die Unternehmensprozesse genauso sehr wie das Internet. Christians Kunden sollen die Customer Journey im Detail verstehen, um das Verhalten ihrer Besucher vorherzusagen und Trends zu erkennen. Die Ergebnisse der Analysen beantworten viele Fragen zur Abhängigkeit, Segmentierung und dem Verhalten der Zielgruppe.

Zum Schluss, die wichtigsten Online-Regeln zusammengefasst:

1. Online ist Wachstum und ein strategisches Thema

2. Website ist Pflicht – eine mobile ebenfalls

3. Umdenken ist gefragt – die alten Regeln zählen teilweise nicht mehr

4. Langfristig geht es um die Zielerreichung – nicht um die Vergabe eines Budgets

5. Messbarkeit führt zum genauen Targeting – nach Region, Interessen, Inhalten

 

“Man sollte grundsätzlich mehr auf datengetriebenes Marketing setzen, statt nur auf contentbasiertes Marketing. Content ist sicherlich der wichtigste Teil, den das Internet ausmacht. Ich glaube aber, dass es viel sinnvoller ist, sich Gedanken darüber zu machen, was die Nutzer suchen und fragen und dazu passenden Content zu produzieren.”- Christian Spancken

 

Lessons Learned für mich

Als angehende PR-Praktikerin konnte ich einiges von diesem Marketing-Profi lernen. Dass wir längst im digitalen Zeitalter angekommen sind, ist nicht allen bekannt. Diese Tatsache muss man sich eingestehen. Um seinen Kunden die globale Entwicklung nahe zu bringen, zeigt man ihnen ihren persönlichen Mehrwert. Es ist auch interessant zu sehen, wie Produkte und Dienstleistungen online vermarktet werden können. Neben der eigenen Website ebenfalls auf den sozialen Medien – persönlich und emotional.

Das überzeugendste Argument war für mich die genaue Messbarkeit des Nutzerverhaltens. Daraus lässt sich für das Unternehmen eine komplett neue Zielgruppe erschließen, die nicht auf Basis von Spekulationen definiert wird. Die Datenanalyse zeigt den Status quo und lässt Schlüsse für die Zukunft ziehen. Eine bessere Möglichkeit die Nutzer zu verstehen und anschließend zu erreichen, gibt es nicht. Das bi-direktionale Marketing und die Echtzeit-Kommunikation sind die Pfeiler der digitalen Kundenbindung.

 

Unsere Autorin nahm am #digitalworkshop mit Christian Spancken, Geschäftsführer von JF Concept und Marketingexperte, teil und stellt die wichtigsten Treiber des digitalen Wandels vor. Christian Spancken ist Autor mehrerer Bücher und Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen. Er ist einer von 12 offiziellen Google Partner Academy Trainer und veranstaltet gemeinsam mit Google digitale Workshops deutschlandweit.

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„Sein Sie König Ihres virtuellen Reiches!“

Neue Studie zur B2B Online-Kommunikation in Mittelaltergrafik
Neue Studie zur B2B Online-Kommunikation in Mittelaltergrafik

„Content is King“ – unter diesem Motto stellt die Beratungsagengtur „Die Firma“ ihre neue Studie zum „business to business“ (kurz B2B) Kommunikationsverhalten deutscher Firmen vor. Die Resultate können sich sehen lassen – auch dank ihrer anschaulichen Aufbereitung. Die zusammenfassende Darstellung gleicht dem Fenster einer prunkvollen Mittelalter-Burg. Diese sind verziert mit buntem Glasmosaik, das gleichzeitig eine Geschichte erzählt und das Ergebnis der Studie „B2B Online-Monitor 2014“ vorstellt. Doch die Erhebung enthält nicht nur die neusten Zahlen zur B2B Kommunikation im Internet, sondern auch „Tipps für den König“:

„Die Firma“ schlug dieses Thesenpapier an die königlichen Pforten der Unternehmen
„Die Firma“ schlug dieses Thesenpapier an die königlichen Pforten der Unternehmen

Die Studie gibt es gegen Angabe des Namens und der E-Mail-Adresse als kostenlosen Download. Befragt wurden 187 Vertreter von Unternehmen mit „unter 250“ bis „über 5.000“ Mitarbeitern. Auf 39 Seiten sind die Ergebnisse detailliert erklärt und mit weiteren Grafiken veranschaulicht.
Fazit der Studie:

  • Der Einsatz klassischer Instrumente, wie beispielsweise Pressemitteilungen, überwiegt immer noch im Kommunikations-Mix
  • Unsicherheit bedingt den Umgang mit digitaler Kommunikation, wie zum Beispiel Social Media
  • Unternehmen sind sich dem Erfolg oder Misserfolg ihrer Kommunikationsmaßnahmen nicht bewusst
  • Viele Firmen planen langfristige Ziele zu setzen und ihr Online-Profil zu schärfen

Die Prognose von „Die Firma“ lautet: “B2B Online-Kommunikation wird sich in den nächsten Jahren spürbar verändern.”

Die Studie zeigt anschaulich, warum viele Unternehmen an klassischen Kommunikationsmaßnahmen festhalten und an welchen Stellen es für die meisten noch nachzuziehen gilt – eine hilfreiche Lektüre für Geschäftsführer sowie Kommunikationsexperten.

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„Handbuch Kundennutzen“ steht zum Download bereit

Wie schon im Dezember 2009 im PR-Fundsachen-Beitrag „Kostenloses eBook: Kundennutzen richtig verkaufen“ angekündigt, ist heute das HANDBUCH KUNDENNUTZEN online erschienen. Auf der Homepage von Kerstin Hoffmann, Kommunikationsberaterin und Autorin des PR-Doktor-Blog, steht seit heute die 1 MB große PDF-Datei zum Gratis-Download zur Verfügung.

Das eBook enthält 39 Artikel, in denen Blogger anhand ihrer Erfahrungsberichte und Strategien aufzeigen, wie Produkte erfolgreich verkauft und vermarktet werden können. Der erste Teil des Buches bietet in 23 Beiträgen Fachwissen und Expertentipps von Beratern und Agenturen, im zweiten Teil geht es in 16 Einträgen um Best Practice in Unternehmen.

Eingeleitet wird das PDF mit einem Vorwort von Kerstin Hoffmann, in dem sie betont, wie wichtig es ist, Kundennutzen sowohl überzeugend als auch informativ zu vermitteln, ohne dabei zu allgemein zu bleiben. Am Ende werden alle Autoren und ihre Blogs nach der Reihenfolge des Erscheinens der Beiträge aufgelistet.

Vorausgegangen war dem kostenlosen eBook ein Aufruf zu einer Blogparade auf PR-Doktor, in der Blogger dazu ermutigt wurden, in ihrem Blog über Erfahrungen zum Thema Kundennutzen im Bereich Marketing, PR und Werbung zu berichten. Die Idee entwickelte Kerstin Hoffmann aufgrund zahlreicher Kundengespräche, in denen es darum geht, geeignete Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Um diese jedoch sinnvoll umzusetzen zu können, muss laut Hoffmann zunächst klar hervorgehoben werden, welchen Kundennutzen ein Unternehmen überhaupt bietet.

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Der Hype um Jimmy Choo – H&M bringt Designeredition auf den Markt

High Heels von Jimmy Choo bewegen sich preislich in der oberen Luxusklasse. Die Kreationen des Labels konnte man in allen Hochglanz-Modezeitschriften und unter anderem auch in der Serie „Sex and the City“ bewundern, was der Marke (beim weiblichen Publikum) erst recht eine unglaubliche Publicity einbrachte. Ein paar echte „Choos“ im eigenen Schuhschrank, das war für die meisten modebegeisterten Frauen ein unerschwinglicher Traum.

Im Spätsommer kündigte die schwedische Bekleidungskette H&M dann eine exklusive Kooperation mit dem Modehaus an. Designer-Heels zum H&M-Preis versprach der Moderiese – und nicht nur das: erstmals entwarf das Accessoirelabel unter Leitung von Tamara Mellon auch Damenbekleidung und eine kleine Herrenkollektion. Die modeaffinen Medien zeigten sich begeistert. Schnell waren die ersten Slideshows und exklusive Previews auf die Kollektion online, im Print schaffte es H&M bis in die November-Ausgabe der VOGUE.

Am vergangenen Samstag war es dann endlich soweit. Ab 10:00 Uhr waren die begehrten Stücke in ausgewählten Filialen sowie im Onlineshop erhältlich. Der Ansturm war riesig. Bereits um 9:00 Uhr war der Shopbereich der H&M- Homepage nicht mehr zu erreichen. Vor den Filialen warteten schon um 5 Uhr morgens die ersten Käufer. Als die Türen geöffnet wurden, stürmten die Wartenden den Laden. Kleidung und Schuhe wurden wahllos gegriffen ohne auch nur auf die Größen zu achten. Bisher waren die Designerstücke zum Billigpreis immer innerhalb von Minuten vergriffen – und auch die Teile von Jimmy Choo schienen rar. Wer hier kein Glück hat, würde leer ausgehen, oder beim Online-Auktionshaus ebay den doppelten Preis zahlen. Mit dabei bei der Schlacht am Kleiderständer: die Boulevardpresse. Von bild.de bis RTL Punkt 9, H&M war präsent wie kaum zuvor. Vergleichbar ist das Medienecho höchsten mit der Zusammenarbeit der Schweden mit Designer Karl Lagerfeld vor fünf Jahren.

Doch wer heute Morgen den H&M Online-Shop besuchte, erlebte eine kleine Überraschung. Die Hysterie vor Ladenöffnung, das Einsetzen von Fingernägeln und Fäusten am Schuhregal und das endlose Aktualisieren des Browsers am Samstagmorgen scheinen völlig umsonst gewesen zu sein. Beim Klicken durch die aktuelle Kollektion waren fast alle Teile wieder verfügbar. Und das in allen Größen. Statt bereits ausverkauft heißt es jetzt: „Schuhe 99 Euro, Tasche mit Zebraprint 79,95 Euro.“

Und die PR für H&M? Unbezahlbar.

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Online: Was jetzt ist und was die Zukunft bringt

Foren, Web- und Microblogs oder Podcasts – all dies sind Instrumente der Online-PR. Wer diese momentan nutzt und was der Blick in die Zukunft zeigt, berichten aktuell verschiedenste Experten aus der Praxis.

Die PR-Agentur index veröffentlichte vergangene Woche bereits zum dritten Mal eine Umfrage zum Thema Online-PR. Demnach verbringt etwa ein Viertel der 137 Teilnehmer, die hauptsächlich in der PR oder im Marketing tätig sind, mehr als die Hälfte der täglichen Arbeit im Online-Bereich. Mehr als 80 Prozent der Befragten nehmen an, dass der Anteil der Onlinekommunikation in den nächsten fünf Jahren erheblich zunehmen wird. Als klarer Vorteil wird dabei die Schnelligkeit der Informationsbereitstellung gesehen, als großes Manko dagegen die schwere Wahrnehmbarkeit, meinen 47 Prozent der PR-Experten aus Unternehmen verschiedenster Branchen. Zwar bezieht laut der Umfrage immer noch weniger als ein Drittel der Teilnehmer selbst Stellung in Foren oder Blogs, trotzdem haben aber im Vergleich zu 2007 die Aktivitäten der Unternehmen in diesem Bereich stark zugenommen.

Diese Beobachtungen bestätigt auch der Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Martin Michelson. Während seines Forschungssemesters untersuchte er, in wie weit Unternehmen Web 2.0-Anwendungen als Kommunikationsmaßnahmen nutzen. Vor allem Social-Software-Anwendungen wie Wikis gewinnen demnach immer mehr an Bedeutung.

„Interne Unternehmens-Wikis fördern den Wissensaustausch und optimieren das Wissensmanagement“, so der Dozent am Studienbereich Informationsmanagement der Hochschule Darmstadt. Weiter, so Michelson, können diese auch zu einer stärkeren Identifikation der Mitarbeiter mit dem jeweiligen Unternehmen führen.

Welche Rolle das Internet im Bereich Werbung und Unternehmenskommunikation in der Zukunft spielen wird, berichtet der Mainzer PR-Experte Professor Dr. Lothar Rolke am kommenden Mittwoch beim Forum für Vordenker der Profilwerkstatt Darmstadt. Das Ergebnis seiner aktuellen Trendstudie „Mediennutzungsverhalten in der Web-Gesellschaft 2018“ zeigt, dass die Weiterentwicklung und Durchsetzung der Online-Angebote schneller erfolgen wird, als die meisten Experten erwarten. Größte Herausforderung für Unternehmen seien die neuen Umgangsregeln und Werte, die die Internetgesellschaft hervorbringe, so der Mainzer Experte.

Wir können also gespannt sein, wie viel Kommunikation in der Zukunft über das Internet läuft und was mit traditionellen PR-Maßnahmen wie der Pressemappe geschieht.

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