Wie Studierende der Onlinekommunikation ihre Praktikumsstelle auswählen

Abbildung Person mit Tasse "Like a boss" für Praxissemester, Photo by Brooke Lark on Unsplash

Agentur oder Unternehmen? Ist das Praxissemester mein Ticket zum Traumjob? Kann Twitter bei der Praktikums-Findung helfen? Und was möchte ich im Praxissemester alles lernen?

Im anstehenden fünften Semester geht es für uns Studierende der Onlinekommunikation (#onkomm) vom Seminarraum und dem World Wide Web hinaus in die wirkliche weite Welt! Und da jeder von uns nun seinen Praktikumsplatz gefunden hat, möchten wir in diesem Beitrag über unsere Motive, Visionen und Erwartungen berichten. Jeder Weg, für den man sich entscheidet, eröffnet einem zahlreiche neue Wege. Für diese Weggabelung galt es, außerordentlich gründlich abzuwägen und, sich zu entscheiden. Viele Diskussionen unter den Kommilitonen haben sich deshalb damit beschäftigt.

In einem Punkt sind wir uns alle einig: Wir möchten SEHR viel lernen. Aber nicht nur das. Wir möchten lernen, das Gelernte anzuwenden. Wir möchten von Dingen hören, die wir noch nie gehört haben. Wir möchten neue Erfahrungen sammeln, erleben und alles miteinander kombinieren. Wir möchten alles supergut machen. Wir brennen darauf. Wir sind wissbegierig.

Aber was sucht sich ein hungriger Studierender nun zum Fressen aus? Was wir innerhalb von Praxisprojekten und Lernagenturen in der Hochschule gelernt haben, wollen wir jetzt in der Realität umsetzen. An ein bisschen Content-Strategie knabbern genügt uns nämlich nicht!

Agentur oder Unternehmen?

Ja, die Frage wurde im Kommilitonenkreis häufig gestellt. Oder nach einer Begründung für das eine oder andere gesucht. Wer nicht davon gesprochen hat, ist insgeheim leise seine persönliche Liste durchgegangen: Man zähle die eigene Arbeitserfahrung in Unternehmen und vergleiche sie mit derselben aus Agenturen. Oder umgekehrt. Um anschließend die bisher weniger gut ausgebildete Hälfte entlarven zu können.

Unsere PR-Fundsachen Redakteurin Annkathrin wird ihr Praxissemester in einer großen PR-Agentur absolvieren. Sie konnte bisher nur Erfahrungen in Unternehmen sammeln und bilanzierte daher: Es herrschen viele verschiedene Meinungen über Agenturen vor. Sie möchte sich daher selbst ein Bild machen, indem sie sechs Monate lang “Agenturluft schnuppert” und die Arbeitsweise dort kennenlernt. Annkathrin sieht ihre Chance in der Diversität der Branchen und Projekte, durch die sie möglichst unterschiedliche und viele Eindrücke zu sammeln hofft. Dass hierbei gleichzeitig neben der Konzeption von Kommunikationsstrategien und aktiver Kommunikation auch das Beraten zu den Hauptaufgaben der Agentur gehört, ist ganz nach ihrem Geschmack.

Ist das Praxissemester mein Ticket zum Traumjob? Wenn ja: Was ist mein Traumpraktikum?

So manche Vorurteile gegenüber Agenturen haben sich aus der Sicht unseres leitenden Redakteurs Lasse beim Besuch des PR Report Camps im November leider bestätigt. Die dortige Podiumsdiskussion habe kaum darauf schließen lassen, dass die Mehrzahl der Agenturen Neueinsteigern gesonderte Wertschätzung entgegenbringt. Der Nachwuchskampagne der Agenturen zum Trotz. Daher bewarb er sich ausschließlich bei Unternehmen, speziell interessiert ihn die Luftfahrtbranche. Jetzt will er dieses Umfeld aus der PR-Sicht erleben. Mit seinem Praktikumsplatz direkt am Flughafen Frankfurt kann er sich jetzt für ein halbes Jahr einen Kindheitstraum erfüllen.

Kann Twitter bei der Praktikums-Findung helfen?

Es spielen aber noch andere Faktoren im Entscheidungsprozess für ein Praktikum eine Rolle. Sucht man auf Twitter beispielsweise nach dem Hashtag #Praxissemester, so spiegelt einem dieser Filter (wie immer) einige wertvolle, lustige und lesenswerte Infos, denn besonders unsere #onkomm-Vorgänger twitterten fleißig über ihre Bewerbungs- und Praktikumsphase.

Twitter wurde also nicht nur dazu genutzt, das Mitteilungsbedürfnis über den eigenen Bewerbungsprozess zu stillen, hier wurde sogar aktiv nach Praktikumsplätzen gesucht. Und unser Jahrgang twittert ebenfalls den ein oder anderen persönlichen #onkomm-Moment. Auf das Kommunikations-und-Karma-Konto zahlt ein Dank mit Sicherheit positiv ein. Und so mancher Praktikumsgeber twittert auch mit Freude zurück:

Und was möchte ich im Praxissemester alles lernen?

Für unseren Redakteur Tim ist die Wahl auf ein Großunternehmen in der Dienstleistungsbranche gefallen. Was neu für ihn sein wird: Dort wird die Steuerung von Kommunikationsdienstleistern (z. B. Agenturen) eine zentrale Rolle einnehmen. Und auch die Content-Produktion soll sich stärker auf Branchen-Themen, den Dienstleister und den Kunden (als Menschen) denn auf einzelne Produkte konzentrieren. Ihm werden dadurch vermutlich hochspezialisierte Themen begegnen, die viel Fachwissen erfordern.

“Es wird spannend zu sehen sein, wie es in meiner Praktikumsstelle gelingt, mit Vertrauen und Vernetzung die License to operate zu sichern.” (Tim)

Annkathrin hat sich mit ihrem Praktikum für den Bereich CSR entschieden. Das ist nicht nur eine ihrer persönlichen Leidenschaften, sondern auch hinsichtlich der Komplexität, die Kommunikation in dem Bereich erfordert, spannend. Ähnlich komplexen Aufgaben möchten wir uns also alle gerne stellen und lernen, wie Kommunikationsprofis gewisse Konflikte und Thematiken kommunikativ angehen. Lasse erhofft sich viel konzeptionelles Vorgehen und Strategie. Er bringt bereits Erfahrungen im Bereich Content durch seinen Werkstudentenjob als Presseassistent mit.

“Ich bin auch besonders auf den crossmedialen Teil meines Praktikums gespannt und wie es ist, Website und App simultan zu betreuen.” (Lasse)

Die Geschichten digitaler Transformation erzählen? Oh ja! Ich selbst werde mein Praktikum in einer Agentur absolvieren, die kreative Digitalberatung anbietet. Von der Digitalstrategie und
-innovation über Customer Journey bis hin zu Corporate Ventures erhoffe ich mir tiefe Einblicke aus der Sicht eines PR-Beraters. Ich bin ganz aufgeregt, das ganz besondere Maß an Innovation, Vernetzung und Kreation erleben zu dürfen. Die Herausforderung wird sein, möglichst eigenverantwortlich und selbstständig an Projekten zu arbeiten aber gleichzeitig hoffentlich in so viele Prozesse wie möglich Einblicke zu bekommen. Aber gerade diese Flexibilität sehe ich als große Chance. Tim wirft ein, dass die Vorurteile der Inflexibilität von Unternehmen seiner Meinung nach oftmals wohl eher unbegründet sind. Für ihn steht während des Praxissemesters ganz oben auf dem Plan: Herausfinden, ob das stimmt!

Wenn wir uns etwas wünschen könnten…

…würde unser Redakteur Sven antworten: “Da bleiben, wo ich gerade bin!” Denn er fühlt sich in seinem aktuellen Werkstudentenjob so wohl, dass er seinen Arbeitgeber sich gleich als seinen Praktikumsgeber sicherte. Es ist ein Start-Up, das sich nach der Findungsphase stark wandelt. Dabei ist Sven jetzt schon ein tragender Teil des Teams. Er freut sich darauf, im Praxissemester endlich mehr Zeit zu haben als begleitend neben dem Semester mit dem Kopf voller Projekte und Verantwortungen. Die Arbeit findet Sven vielfältig und spannend.

“Wir bauen ein festes Marketing-Team auf und holen uns Profis ins Boot. Es gibt einiges zu tun und die Hierarchie ist flach. Das gefällt mir.” (Sven)

Mehr Fehler!

Ich möchte an dieser Stelle einen Impuls aus unserer Lernagentur Online-PR einfügen: Ein Kundengespräch war nicht optimal verlaufen und das Kernteam, dem ein Fehler unterlaufen ist, war ziemlich niedergeschlagen. Unser Dozent dankte ihnen jedoch für den Fehler. Ganz richtig. Er sagte:

“Jetzt habt ihr die Chance, es das nächste Mal besser zu machen.”

Denn es kommt momentan nicht darauf an, dass wir alles schon perfekt können. Dass wir jedes Kommunikationsinstrument beherrschen und jeden Kniff kennen. Wir dürfen Fehler machen, ohne die wir sonst nicht in der Lage wären, die Lage erneut zu meistern. Ohne so manchen Fehler wäre man nie der einen oder anderen bahnbrechenden alternativen Lösung begegnet. Es gilt stetig dazu zu lernen – deshalb betone ich explizit unseren Studienschwerpunkt zum lebenslangen Lernen. Denn wir brauchen einen ständigen Wissenszustrom und müssen unseren Kopf lebenslang füttern. Und das ist nicht nur absolut toll, sondern verbindet jeden von uns.

Ob in unserem Praxissemester all unsere Erwartungen und Wünsche erfüllt werden, können wir natürlich nicht mit letzter Gewissheit wissen. Aber wir werden die Chance haben, zu zeigen, was in uns steckt und das kennenzulernen, was wir vielleicht nicht noch einmal zeigen möchten. Und vielleicht werden durch diese Bereicherung dabei auch all unsere Erwartungen und Wünsche übertroffen. Oder (weniger pathetisch): Den Besten über die Schulter schauen und die Ohren spitzen!

 

Tl;dr

Das Praxissemester steht vor der Tür. Wir erwarten Großartiges. Dafür haben wir abgewogen, ob wir dieses lieber in einer Agentur oder in einem Unternehmen absolvieren möchten und berichten, dass die am meisten gewünschte Herausforderung im Kennenlernen komplexer Kommunikation liegt. Wir interessieren uns für Strategie, das Erleben bestimmter Branchen aus der PR-Sicht und brennen für die Anwendung des bereits Erlernten. Wir möchten dabei die Geschichten digitaler Transformation erzählen und herausfinden, ob Vorurteile, die man sich erzählt, wirklich wahr sind.

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