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Wie Entrüstung zum PR-Instrument wird

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Es ist der Start-Uper der Online-Spiele und führt zu heftigen Kontroversen: In Pennergame.de startet man als „untalentierter Penner am Hamburger Hauptbahnhof“ und kann sich von dort bis zum „Bettel-Monopolisten“ und Schlossbesitzer hocharbeiten. Die Userzahlen wachsen stetig, heute sind bereits 878.927 registriert, Tendenz steigend. Und das „obwohl“ viele so bestürzt über das Online-Spiel sind.

Susanne Hassen, Pressesprecherin des Diakonischen Werks Hamburg zeigt sich im Stern schockiert: „Allein schon die Formulierung „Penner“/“Pennergame“ ist beleidigend“. Die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ksenija Bekeris forderte sogar die sofortige Einstellung des Online-Spiels. Selbst die Bild findet, dass ein bedenkliches Bild von Obdachlosen gezeichnet werde.

Warum also ist das Spiel so beliebt? Meiner Meinung nach genau, wegen der Entrüstung der Öffentlichkeit. Durch die Diskussion in den Medien ist die Bekanntheit des Spiels schließlich erheblich gestiegen. Was meint ihr?

  1. Alexander BeckerNo Gravatar

    Die These ist falsch. Lange bevor sich die oben genannten Beschwerden formuliert wurden, war das Spiel bereits ein Erfolg.

    Abgesehen davon sagen die Macher selbst
    „Dabei hat „Pennergame“ nicht den Anspruch, ein realitätsgetreues Abbild der Wirklichkeit zu bieten. Aber aufgrund des Themas und dessen witziger und nicht immer politisch korrekter Umsetzung gelingt es uns zunehmend, junge Menschen auf das Thema Obdachlosigkeit und die Diskussion um die aktuell immer weiter auseinander gehenden Einkommensschere in Deutschland aufmerksam zu machen und für diese Themen zu sensibilisieren, wie einige Beiträge aus unserem Forum beweisen.“

    Quelle: http://meedia.de/web-special/neue-sites/detailansicht/artikel/neuesites/deu/pennergame.html

  2. Christina WolfNo Gravatar

    @Alexander Becker: Vielen Dank für den Kommentar.

    Der Begriff „Erfolg“ ist allerdings ziemlich subjektiv. Meiner Recherche zufolge kam der große Hype erst nach der öffentlichen Diskussion. „Von 920.000 Unique Visitors pro Monat verbesserte sich die Website in Deutschland innerhalb von vier Wochen um 63,0% auf 1,5 Mio.“ Quelle: http://meedia.de/nc/details/ressort/1408/article/die-populrsten-websites-im-oktober_100013428.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=4cf6ff7ecf
    Deswegen glaube ich nicht, dass meine These so falsch ist.

    Auch wenn die Macher nicht den Anspruch einer realitätsgetreues Abbildung der Wirklichkeit haben, so sind sie trotzdem in ein sensibles Gebiet vorgestoßen.

  3. DominicNo Gravatar

    Das ist doch IMMER so. Ein „Skandal“ (oder das, was manche Unterbelichtete und überüberüber-politisch korrekte Leute dafür halten) interessiert erstmal wenige, meist sind diese duch Mundpropagande oder Zufall auf soclehn Seiten geladnet.

    Nun kommt irgendwer, der sich gerade profilieren will, selbst auf Kosten des gesunden Menschenverstandes, und schreit lauthals in jedes Ohr: „SKANDAL!“. Schon schreibt die Bild, die BZ, der Spiegel, und sonstwer. Dadurch werden natürlich die Menschen darauf aufmerksam, die ansonsten eher nicht diese Seite gefunden hätten.

    Diese Skandal sind doch allesamt künstlich. Mich interessierts nicht. Wirklich nicht. Wenn das das wichtigeste zur zeit in Dtld ist, dann gute Nacht. Ich bin schon lange schalfen gegangen…

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