Vier Monate WWF Jugend-Community – eine erste Zwischenbilanz

Der WWF startete im April diesen Jahres ihre erste Online-Community für Jugendliche, denen die Umwelt nicht egal ist.

Nach vier Monaten Community-Betrieb erzählt Marcel Gluschak, Content- & Community-Manager der WWF Jugend, wie das Angebot von den Jugendlichen angenommen wird und welche Aktionen es derzeit auf der Seite gibt.
Am Ende verrät er außerdem, was für die Zukunft noch geplant ist.

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Marcel Gluschak, ich bin 29 Jahre alt und komme aus Köln. Seit Februar diesen Jahres bin ich Content- & Community-Manager für die WWF Jugend. Für mich eine der attraktivsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann. Der intensive Austausch mit der Zielgruppe und das unmittelbare Feedback aus der Community motivieren uns sehr für unsere Naturschutzarbeit und inspirieren uns für neue Ideen.

Was bietet die Community und welches Ziel verfolgt sie?

Wir verstehen die Community der WWF Jugend vor allem als inhaltliche, redaktionelle Community. Jugendliche können sich mit anderen Umweltschutzinteressierten vernetzen und durch eigene Beiträge das Themenspektrum der WWF Jugend mitbestimmen. Die WWF Jugend-Community soll eine Plattform zur Organisation gemeinsamer Aktionen werden. Dabei können sowohl Kampagnen des WWF wie auch eigene Initiativen eine Rolle spielen. Wir haben zum Beispiel bereits mehrfach Mitglieder der WWF Jugend in unsere Aktionen eingebunden.
Der Klimaaktionstag in Bonn oder die Kongresse der SPD und der CDU/CSU sind einige Beispiele. Die derzeit laufende „Green Finger“-Kampagne ist ein Projekt, das von den Jugendlichen selbst konzipiert wurde. Hier sammeln Jugendliche Klimaschutzstatements aus allen Teilen der Welt. Die WWF Jugend möchte also ihre Mitglieder nicht nur informieren, sondern steht auch mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn Jugendliche konkret anpacken wollen.

Eine der aktuellen Aktionen auf der Internetseite ist die Expedition in den afrikanischen Dschungel, nach Dzanga-Sangha. Erzählen Sie kurz, worum es dabei geht.

Dzanga-Sangha ist ein Regenwaldreservat im zweitgrößten Regenwaldgebiet der Erde, dem Kongobecken. Hier, im Dreiländereck von Kamerun, leben einmalige Arten auf engem Raum beeinander: Waldelefanten, Schimpansen, Bongo-Antilopen, Gorillas… Die Wilderei, der Handel mit Elfenbein und die Abholzung bedrohen diese Region. Ziel der Expedition ist es, wieder mehr Aufmerksamkeit auf dieses Gebiet sowie den Regenwaldschutz zu lenken. Das nicht nur mit Zahlen und Fakten, sondern auch mit den konkreten Erlebnisberichten von den jungen Regenwaldbotschaftern. Vor Ort werden die drei Expeditionsteilnehmer bloggen und Fotos und Videos auf unsere Seite schicken.

Nach der Expedition werden sie mit unserer Hilfe versuchen, weitere Mittel für dieses Regenwaldreservat zu akquirieren. Einer der Jugendlichen fährt später nochmals nach Dzanga-Sangha, um darüber zu berichten, was die Spenden bewirkt haben. Transparenz und Teilhabe sind uns dabei sehr wichtig.

Und wie haben Sie die Expeditionsteilnehmer ausgewählt?

Die Entscheidung darüber, wer die drei Regenwaldbotschafter sein werden, haben wir zu einem großen Teil der Community überlassen. 140 Jugendliche haben sich online für die Expedition beworben. Über zwei mehrwöchige Votingphasen haben die User dann ihre Favoriten bestimmt. Dabei haben wir beobachtet, dass einige Bewerber ihre Profile hierfür immer wieder überarbeitet haben.

Die Expedition selbst wird sehr anstrengend für die Teilnehmer und so mussten wir die endgültige Entscheidung selbst treffen. Deshalb haben wir mit den zehn bestbewerteten Kandidaten ein Casting-Camp im Binger Wald gemacht. Dabei ging es weniger darum, ein klassisches Casting mit Gewinnern und Verlieren zu veranstalten, sondern die Gruppenmitglieder auf ihre jeweiligen möglichen Rollen hin zu prüfen. Drei Kandidaten – namentlich sind das Janine, Oliver und Silke – haben sich für die Expedition qualifiziert. Mit den anderen Teilnehmern können wir uns sehr gut vorstellen, andere unterstützende Aktionen von Deutschland aus aufzubauen. Und was uns besonders freut: die sieben möchten das auch.

Wie wird diese Aktion angenommen und wie empfinden Sie die Ressonanz der User?

Wir haben bisher nur Positives von den Usern gehört. Die Jugendlichen verstehen sofort, worum es uns geht: Dzanga-Sangha wird kein Urlaub für die drei Gewinner, sondern ein Projekt, das auf neue Weise für den Regenwaldschutz begeistern soll. Auch die Community wird allgemein sehr gut angenommen. Wir bemühen uns, einen persönlichen Kontakt zu allen Interessierten aufzubauen, und wir freuen uns über jede neue Idee, die die Jugendlichen mitbringen. Positive Resonanz erhalten wir vor allem zu der altersgerechten Aufbereitung der Themen. Ebenfalls zum Design und zur freundschaftlichen Atmosphäre in der Community. Einige User wünschen sich allerdings auch eine Gruppenfunktion – da sind wir dran.

Wie beurteilen Sie den Mehrwert dieser Aktion für die Online-Community und das Bekannt werden der Plattform?

Dadurch, dass sich Interessenten für die Expedition über die Seite bewerben und Stimmen sammeln mussten, hat es auch dazu geführt, dass recht schnell viele User auf die Seite gekommen sind. Wenn die Expedition in die heiße Phase geht, dann wird sich der Bekanntheitsgrad der WWF Jugend bestimmt weiter erhöhen. Die Expedition ist zweifelsohne momentan das Highlight.

Zu anderen Themen wie Klimaschutz und Waldschutz sind jetzt schon ein paar spannende Projekte geplant, bei denen sich die Jugendlichen wieder aktiv einschalten können. Außerdem möchten wir unseren verbraucherorientierten Block „Leben“ kontinuierlich ausbauen. Die Besucher finden dort Tipps zu Themen wie Eco-Fashion, Ernährung, Fair Trade, Umweltschutzpraktika und vieles mehr. Wir hoffen natürlich, dass unsere Jugendlichen die WWF Jugend an ihre Freunde weiterempfehlen.

Wird es auch in Zukunft solche Aktionen geben? Ist schon etwas Konkretes geplant, was verraten möchten?

Eines steht fest: Die derzeitige Expedition begleitet uns noch über mehrere Monate. Eine ähnliche Unternehmung soll es dann jedes Jahr geben. Wohin dann die Reise geht, ist noch geheim. Nur soviel: es wird bei jeder Expedition um eine einzigartig schöne wie auch bedrohte Region gehen.

Parallel dazu bieten wir Outdoor- und Workcamps an, wo Jugendliche die Naturschutzarbeit ganz praktisch kennen lernen können. Und wir möchten auch gestalterisch und künstlerisch begabten Jugendlichen eine Plattform für ihre Ideen geben und verschiedene Kreativwettbewerbe ausrufen. Wir sind sehr gespannt, wie die Jugendlichen den WWF mitgestalten werden – und freuen uns einfach drauf.

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