Urlaub vor dem Urlaub: VR und AR in der Reisebranche

Die Urlaubsplanung steht vor der Tür. Wo soll es hingehen? Viele Reisende stellen sich diese Frage. Zunehmend wünschen sie sich vor ihrem Urlaub Informationen via VR und AR, um Enttäuschungen vor Ort zu vermeiden. Welche Rolle diese Technologien in der Tourismusbranche bereits jetzt spielt, erfährst du in diesem Beitrag.

Wohin soll die Reise gehen?

Ideen für die Tourismusbranche

Um sich über ein Urlaubsziel zu informieren, klicken wir uns durch Bewertungsplattformen und schauen uns Lage und Standort über Kartendienste wie Google Maps an. Allerdings reichen diese Informationen längst nicht mehr aus. Durch VR und AR können Reisende künftig vom Sofa aus noch tiefer in ihr Traumziel eintauchen und schmökern. Sei es ein Rundgang durchs Hotel, ein 360-Grad-Spaziergang an der Strandpromenade oder eine Besichtigung der Kabine eines Kreuzfahrtschiffs. Diese sind nur wenige von vielen Einsatzmöglichkeiten.

Das ist aber noch nicht alles: Nutzer können sich zusätzlich von Google Translate Sprachpakete downloaden. So ist es kein Problem, Wegbeschreibungen oder Speisekarten, welche durch die Kamera der VR-Brille übersetzt werden, auf dem Display zu lesen. Dem Blog Tourismuszukunft zufolge sorgen AR-Anwendungen für eine unglaublich hohe Transparenz.

Google Street View und Bewertungen allein geben nicht mehr genug Informationen her. Reisende möchten Urlaub vor dem Urlaub – das ist machbar mit AR und VR. Hierauf müssen sich Leistungsträger gefasst machen und den Urlaubern eine entsprechende Lösung bieten. Reiseveranstalter, die mit eigenen AR-Aufnahmen werben, stärken zweifellos ihr Image und gleichzeitig ihre Produkte.

360 Grad statt Old School-Katalog?

„VR ist das vollständige Eintauchen in fremde Welten“, sagt Kristine Honig, Beraterin beim Unternehmen Tourismuszukunft. Durch eine VR-Brille wird die reale Welt ausgeblendet. Display und Lautsprecher sorgen für ein realitätsnahes Erlebnis in einer völlig digitalen Umgebung. „So kann man im Reisebüro sitzen und durch ein Kreuzfahrtschiff laufen, einen Rundflug über eine Region machen oder sich ein Hotel anschauen“, erklärt Honig. Dies bietet eine konkrete Vorbereitung auf den Urlaub und dient ebenso der Inspiration. Zudem sorgen diese Rundgänge an verschiedenen Orten für mehr Emotionen.

AR statt Katalog

Unbegrenzte Möglichkeiten

Außergewöhnliche Anwendungen sind bereits auch möglich, wie zum Beispiel eine Zeitreise der Stadt Köln ins Kaiserreich. Im Legoland Deutschland traten Gäste bei einem virtuellen Rennen auf der Achterbahn gegen Legomännchen an – via VR-Brille. Ein weiteres virtuelles Erlebnis können Passagiere auf den Hurtigrutener Expeditionsschiffen mitnehmen: Das Erkunden der Unterwasserwelt durch das Folgen virtueller Drohnen. Lesetipp: Alina sprach mit dem Bereichsleiter für Marketing und Tourismus der Mainzplus Citymarketing GmbH, wo ebenfalls AR und VR angewendet werden.

„Während VR den Nutzer virtuell an einen fremden Ort bringt, liefert Augmented Reality kontextbezogene Informationen“, erklärt Dirk Schart vom Unternehmen Reflekt, das VR- und AR-Anwendungen entwickelt. Die Idee dahinter: „Häufig suchen wir nach Informationen. AR bringt sie dahin, wo sie gebraucht werden, direkt in die Umgebung.“

Das mobile Spiel „Pokémon Go“, bei dem es sich ebenso um eine AR-Anwendung handelt, löste nach seiner Erscheinung 2016 einen großen Hype aus. Der User sucht in der realen Welt nach kleinen Monstern, welche auf dem Bildschirm des Smartphones eingeblendet werden. Ziel ist es, diese einzufangen und zu sammeln.

AR-Apps und mobile Kommunikation

Reisekataloge werden mit Informationen via AR-Apps erweitert. Mit der App scannt man das im Katalog vorhandene AR-Symbol ab und es werden einem zusätzliche Bilder und Videos gezeigt. „Im Reisekatalog präsentiert sich ein Hotel auf einer halben Seite. Aber natürlich hat man viel mehr zu erzählen“, sagt Thomas-Cook-Experte Welbers. Durch diesen tieferen Einblick bekommen Gäste einen umfangreichen Eindruck. AR prägt sich in Zukunft mehr und mehr aus und entwickelt immer mehr Möglichkeiten in der Tourismusbranche. So ist es möglich, Vegetariern und Veganern ausschließlich Restaurants mit passenden Speisekarten vorzuschlagen.

Durch die Transparenz der beiden Technologien wird schon jetzt die Urlaubsplanung- und buchung erleichtert. Doch kann der “echte” Urlaub ersetzt werden? Welbers verneint dies. „Urlaub ist ein interaktives Erlebnis zwischen Menschen. Das lässt sich nicht ersetzen.“

Was ist mit dir – läufst du lieber durch echten oder virtuellen Sand? 😉

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Tourismusmarketing mit VR und AR: Vom Engaging Content zur Traumreise

Technologien wie Virtual Reality oder Augmented Reality wirken hervorragend auf Reisefreudige. AR lässt den Reisekatalog zum Leben erwecken und VR findet Anwendung in Reisebüros. Eine kurze Pre-Trip Experience auf Hawaii würde wohl keiner ablehnen. Wie können VR und AR eingesetzt werden und warum wirken sie? Die Antwort ist Engaging Content und Immersive Marketing.

 

Unterschied Virtual Reality und Augmented Reality

Jeder hat schon einmal mal von Virtual Reality gehört, aber wie genau funktioniert VR? Virtual Reality erschafft eine realitätsnahe Immersion. Alle realen Bewegungen und Interaktionen zwischen Usern werden in der digitalen Welt simuliert. Inhalte werden über Display und Lautsprecher wiedergegeben.

VR zeigt dem Nutzer virtuelle Welten. Jedoch erweitert Augmented Reality die Wirklichkeit um imaginäre Elemente. So kann die Umwelt an kontextbezogenen Informationen angereichert werden. Visuelle Inhalte verschmelzen mit dem realen Bild. Mit der Traveler Insight App werden verstaubte Reisekataloge zum Leben erweckt. Hierzu scannt man auf der Seite seines Wunschhotels das AR-Symbol und prompt ploppen mehr Bilder oder Videos auf. Sie bereiten Lust zu verreisen. Klick hier, wenn du mehr über die Psychologie hinter VR-Marketing erfahren möchtest.

Augmented Reality kann dich durch eine neue Stadt navigieren und Öffnungszeiten von Restaurants oder Museen direkt am Gebäude virtuell platzieren. Lästiges Googeln gehört so der Vergangenheit an. Darüber hinaus kann AR das klassische Urlaubserlebnis revolutionieren. Die Kamera vom Tablet oder Smartphone erfasst Standorte und Sehenswürdigkeiten, wodurch auf dem Bildschirm parallel Informationen angezeigt werden. AR kann eine Geschichte, die vor mehreren Jahren am Ort stattfand, wieder erlebbar machen. Die Time Traveler App lässt dich in Berlin miterleben, wie Frida Schulze in letzter Minute aus ihrem Fenster in den Westen sprang.

VR – eine Chance für Reisebüros

VR bietet hingegen ganz andere Möglichkeiten! Reisebüros wie Thomas Cook haben sich bereits seit 2017 mit dieser Technologie ausgestattet. Die Anwendung findet im Marketing insofern statt, dass zum Zwecke der Produktpräsentation von Reiseplanung- bis entscheidung VR unterstützend wirkt. Diese Technik bietet Kunden Einblicke in Reiseziele, die für die meisten zuhause nicht erlebbar sind – die VR-Technologie findet sich bis dato noch nicht in vielen Wohnzimmern. Falls VR doch vorhanden ist, spricht nichts gegen einen Urlaub auf Balkonien, wie Anabelle Kern berichtet.

VR senkt die Hemmschwelle, um etwas Neues auszuprobieren.

Eine Frau trägt eine VR-Brille.
So könnte eine Pre-Trip Experience Reise aussehen.

Beispiel: Der Reisefreudige setzt die VR-Brille auf und befindet sich am Strand auf Hawaii. Der Sand rieselt durch seine Finger und die Wellen rauschen. Die Testreise überzeugt den Kunden, sodass er den 20-Stunden Flug nach Hawaii in Kauf nimmt. Weiterhin schaut er sich den Ausblick aus Zimmer 33 an und schaut gegen eine Wand. Der Ausblick aus Zimmer 304 zeigt den Sonnenuntergang über dem Meer und auch diese Auswahl ist getroffen. So können Kunden Entscheidungen einfacher treffen, wodurch VR maßgeblich bei der Reiseplanung assistiert.

 

Engaging Content und Immersive Marketing nutzen

Die Pre-Trip Experience erzeugt Fernweh, indem Kunden durch den VR-Einsatz emotional intensiver und somit erfolgreicher stimuliert werden. Das Reiseziel und Erlebnis an sich werden greifbar. Der Kunde wird auf emotionaler Ebene abgeholt und taucht in den Content einer Marke oder eines Produktes ein. Hier präsentiert sich „Engaging Content“ von seiner aller feinsten Seite. Engaging Content eröffnet potenziellen Reisenden auf eine interaktive Weise etwas Unerwartetes, worüber sie noch tiefer nachdenken werden.

Gleichzeitig nennt sich das Ganze auch „Immersive Marketing“. VR-Content hinterlässt einen immersiven Eindruck beim Kunden, wenn er emotional und zielgerichtet aufbereitet ist. Es geht darum, den Kunden positive Gefühle zu vermitteln und ihn in den Bann zu ziehen.

Wer seine bevorstehende Reise bereits mit eigenen Augen gesehen hat, wird diese Bilder bis zum Urlaub im Kopf behalten. Expedia hat mit ihrem 360°-Video „How Far Australia“  3,5 Millionen Klicks generiert. Das Video lässt sich am besten mit einer VR-Brille genießen, aber es fasziniert auch auf dem einfachen Smartphone. Das ist ein gutes Beispiel zur Vermarktung einer Reise, allerdings ist der Effekt größer, wenn aus der Ich-Perspektive gefilmt wird.

Ausblick

Man kann erwarten, dass VR- und AR-Technologien im Tourismusmarketing intensiver eingesetzt werden. Engaging Content und Immersive Marketing werden, aufgrund ihrer Effekte, in der Tourismusbranche verstärkt angewendet.

Tl;dr

Tourismusmarketing kann durch Engaging Content und Immersive Marketing effektiver werden. Engaging Content nimmt den potenziellen Touristen mit Hilfe von Virtual Reality auf eine interaktive Reise mit. Von Emotionen und positiven Gefühlen geprägt (Immersive Marketing), wird der Kunde enthusiastischer sein, zu reisen. Reisekataloge können durch Augmented Reality mediale Unterstützung erhalten und Touristen auf ihrer Reise begleiten.

 

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