Interview: Philipp Meier (mainzplus CITYMARKETING) über digitales Stadtmarketing und Virtual Reality

Die Digitalisierung verändert auch das Stadtmarketing enorm. Die Stadt Mainz leistet Pionierarbeit und setzt bereits Virtual und Augmented Reality ein. Der Bereichsleiter Marketing & Tourismus der mainzplus CITYMARKETING GmbH, Philipp Meier, gibt im Interview exklusive Einblicke.

 

 

Wie beurteilen Sie die Veränderung des Tourismus durch die Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist einer der Megatrends, der die Rahmenbedingungen auch im Tourismus komplett geändert hat. Digitale Medien wie Online-Medien und Apps hin zur künstlichen Intelligenz werden immer wichtiger, um Zielgruppen und Touristen zu erreichen. Das Informationsverhalten hat sich komplett verändert, man muss kürzere und schnellere Informationen bereitstellen. Die Digitalisierung ist quasi ein Inkubator, ein Beschleuniger, vieler Informations- und Kommunikationsprozesse.

 

Wer ist die Hauptzielgruppe im Stadtmarketing der Stadt Mainz?

Letztendlich haben wir ganz viele Zielgruppen, allen voran die BürgerInnen unserer Stadt. Insbesondere für sie und mit ihnen machen wir Stadtmarketing, da sie wichtige Markenbotschafter für die Stadt sind. In diesem Zusammenhang haben wir touristische Zielgruppen, insbesondere im Tagestourismus und dem Umkreis der Metropolregion Rhein-Main. Im Übernachtungstourismus gibt es sowohl nationale als auch internationale Gäste. Diese kommen häufig von Übersee aus Amerika oder auch zunehmend aus dem chinesischen Raum. Es ist immer wichtig nach innen zu arbeiten und die BürgerInnen mit einzubinden – denn die kennen die Stadt und ihr Lebensgefühl am besten. Wenn wir die dann der Stadt Mainz und somit die „Marke Mainz“ definiert haben, können wir das auch gut nach außen transportieren.

 

Welche Projekte gibt es für die Bürger?

Mit der Binnenmarketing Kampagne “#mainzgefühl” waren wir auf der Suche nach der Marke Mainz: Was ist das Besondere an Mainz, was unterscheidet uns von anderen Städten – insbesondere was das Lebensgefühl betrifft? Mit einer großen Umfrage und einer Social Media Challenge haben wir dies herausgearbeitet. Im zweiten Schritt werden wir mit den Ergebnissen nach außen treten und das „Mainz-Gefühl“ authentisch kommunizieren.

 

Mit der MAINZ-App gibt es seit März 2018 eine App, die alle Highlights und Informationen der Stadt zusammenfasst. Wie wollen Sie mit dieser App die Zielgruppen erreichen?

Für die Bürger ist die App ideal, um sich zum Beispiel über Veranstaltungen zu informieren. Auch für kulturelle Sehenswürdigkeiten lohnt sie sich. Das Römische Bühnentheater am ehemaligen Südbahnhof haben wir komplett rekonstruiert und mithilfe von Virtual Reality dargestellt. Sowohl Bürger, als auch Touristen können in die römische Zeit eintauchen und virtuell sehen, wie die Stadt damals aussah.

Ein weiteres Beispiel ist Gutenberg (Anm. d. Autors: Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks 1450 in Mainz, seither auch bekannt als die „Gutenberg-Stadt“). Wir haben ihn in der virtuellen Welt aufleben lassen, um diese Besonderheit und die Sehenswürdigkeiten, die damit zu tun haben, in der App zu präsentieren.

 

Virtual und Augmented Reality zählen zu den Top-Innovationen in der aktuellen technischen Entwicklung. Sehen Sie sich als eine Art Vorreiter in der Tourismusbranche?

Mit der App haben wir Pionierarbeit in der Branche geleistet, in dieser Form gibt es noch keine vergleichbare App. Wir verbinden statische Informationen mit digitalen Modulen im Bereich VR und AR. Die Entwicklung hat uns großen Spaß gemacht, da wir innovativ arbeiten und Tourismus mit modernen Technologien verknüpfen konnten. Ohne die Technologien wäre vieles nicht mehr erlebbar, weil Gebäude verfallen sind oder durch den Krieg zerstört wurden.

Zusammengearbeitet haben wir hierbei unter anderem mit der Johannes Gutenberg-Universität und der Hochschule Mainz, da uns der historische und der wissenschaftliche Aspekt der Informationsaufarbeitung sehr wichtig war. Wir haben auch mit dem Mainzer Stadtarchiv gesprochen, da dort alle relevanten historischen Informationen vorliegen. Die Softwareentwicklung und Programmierung der App wurde von zwei Agenturen, VRM Digital und ZDF Digital, übernommen.

 

Wie ist das Feedback der Bürger und Touristen auf die App?

Das Feedback ist durchweg positiv. Unser Anspruch ist nun, dass wir die App noch bekannter machen. Ziel ist, dass jeder Mainzer, der ein Smartphone oder ein Tablet besitzt, die App downloadet. Derzeit steht es 50:50. Die Hälfte aller Nutzer haben den Standort Mainz, was unserem Ziel entspricht, beide Zielgruppen zu erreichen.

Eine Herausforderung ist aber vor allem die Technik, die VR und AR-Technologie funktioniert nicht auf jedem Endgerät – ältere Produkte können die modernen Technologien teilweise nicht mehr abbilden. Da sich die Geräte immer weiter entwickeln, bin ich mir jedoch sicher, dass im Laufe dieses Jahres die Geräte alle so modern sind, dass VR und AR problemlos abzuspielen sind.

 

Sie sprachen von der Weiterverbreitung der App. Influencer haben eine enorme Reichweite, sehen Sie hier Potenzial für das Stadtmarketing der Stadt Mainz?

Grundsätzlich arbeiten wir gerne und viel mit Influencern zusammen, gerade bei der Kampagne „#mainzgefühl“. Durch die vielen Follower sind sie sehr gute Multiplikatoren auf sozialen Medien, wodurch wir eine virale Reichweite erreichen konnten. Das hat uns gezeigt, dass wir auch in Zukunft noch stärker im Influencer Bereich tätig sein wollen. Auch Blogger und Reisejournalisten sowie junge Gastronomen und Gründer, die per se schon als Influencer gelten, eignen sich. Wir haben ein gutes Gefühl dabei, dass die Mischung der Influencer der richtige Weg ist. Wichtig ist für uns nicht nur die Quantität der Follower, sondern auch die Qualität der Bilder und der Bildsprache. Natürlich wollen wir besonders mit Influencern arbeiten, die ein ähnliches Bild von Mainz haben und den Fokus auf ähnliche Themen legen wie wir.

 

Vielen Dank an Philipp Meier für das Interview und die Einblicke. Weitere PR-Fundsachen Lesetipps über VR, AR und andere Innovationen findet ihr hier:

→ Virtual Reality kann in vielen Bereichen eingesetzt werden. Franziskas Beitrag über Serious Games zeigt, dass sich die Technologie gut für spielerisches Lernen eignet und so bereits von DRK Rheinhessen-Nahe verwendet wird.

→ In Werbung und Marketing ist Virtual Reality ideal, um Emotionen zu erwecken. Charlotte erläutert dies in ihrem Beitrag über Virtual Reality Marketing.

→ Auch bei TUI spielt die Technologie bereits eine Rolle. Mehr über die Wirkung von Virtual und Augmented Reality im Tourismusmarketing erfahrt ihr im Beitrag von Marina.

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Tourismusmarketing: Zukunft ist Vergangenheit

Steht uns die Machtergreifung der Roboter im Tourismus bevor? Lassen sich die Gäste in naher Zukunft lieber von Maschinen statt Menschen bedienen? Wie viel Hightech können Hotels ihren Gästen zumuten? Die Digitalisierung zeigt es uns.

Wir von #KommOnTour haben unsere Top 5 aus dem Jahr 2018 gewählt. Werden sich diese durchsetzen? Bühne frei!

#5 Gute Connection zwischen Hotel und Gast

“Die Sprache gehört zum Charakter des Menschen.” Das wusste schon Sir Francis Drake, der erste englische Weltumsegler. Genauso ist die Sprache das Herzstück der Kommunikation und die Verbindung zwischen Hotel und Gast.

Werfen wir jedoch einen Blick in die Netzwelt. Hier fühlt sich unsere Generation WHY zuhause. Beleuchten wir mal die klassische Website. Hier gibt es einen Umbruch. Die Möglichkeit der Sprachfunktionen sollte auch und vor allem auf den Landing Pages ausgebaut werden. Auch zeichnet sich unsere Generation WHY dadurch aus, vorab am liebsten schon alles zu wissen.

Deshalb eine Notiz an die Hotels und Reiseportale: Weniger ist nicht immer mehr. Wenn ihr also mehr Informationen in verschiedenen Sprachen anbietet, wird die Zielgruppe durch die breitere sprachliche Auffächerung größer.

International erfolgreich heißt auch international auftreten – angefangen bei der Sprache.

 

#4 R2-D2 nun auch im Tourismus?

Science-Fiction nun auch im echten Leben – zumindest was die Digitalisierung in unserem Alltag angeht. Lassen sich die Gäste in naher Zukunft lieber von Maschinen statt Menschen bedienen?

Science Fiction in unserem Alltag?

Vorstellbar könnten Gründe sein wie: Roboter haben nie schlechte Laune. Sie werden circa 20 Sprachen fließend sprechen können.

Was die mechanischen Helfer jetzt schon auf dem Kasten haben: den Gästen viele Wünsche erfüllen. Ein persönliches Anliegen wird noch diskreter behandelt, wenn es von einem Serviceroboter entgegengenommen wird. So ist es zumindest schon in Kalifornien in einigen Hotels Gang und Gebe.

Ausgeweitet hat sich dieser maschinelle Service auch schon auf Restaurants und Kreuzfahrtschiffe. Dort fungieren Roboter als Roomservice, assistieren den Kellnern und der Empfangsdame oder mischen auch schon selbst Cocktails. Diese Aufgaben zeigen, dass die kleinen Blechbutler ihren menschlichen Kollegen unter die Arme greifen können.

„Besonders gefährdet sind in den nächsten 20 Jahren Tätigkeiten wie Empfangsmitarbeiter, Kellner, Roomservice und Kofferträger“ ~ Wirtschaftswissenschaftler Carl Benedikt Frey, University of Oxford

In den nächsten 20 Jahren sollen circa 35 Prozent der Hotel-Jobs von Robotern übernommen werden. Welche das genau sind, erfahrt ihr hier.

 

Roomservice: Maschine statt Mensch?

 

Darüber hinaus gibt es auch schon Exemplare, die Emotionen wie Freude durch ein Lächeln etwa oder keckes Augenzwinkern vermitteln Wegen dieser menschenähnlichen Reaktionen sind Roboter jetzt schon für die Olympischen Spiele 2020 als Hostessen eingeplant.

Wird es in nicht allzu langer Zeit “alle Macht den Robotern” heißen? Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kann sich zumindest die Übernahme von Aufgaben im Housekeeping oder an der Rezeption vorstellen.

Oder jene Tätigkeiten, welche die Mitarbeiter nicht so gerne ausführen. Diese werden von den mechanischen Kollegen „zuverlässiger und effizienter erledigt“, so der Besitzer des Luxushotels „Schloss Elmau“ in Oberbayern. Bestätigung genug, dass die mechanische Assistenz jetzt schon sehr gefragt ist – sowohl bei den Angestellten als auch bei den Gästen.

#3 Die Macht der Influencer

Dieser  Begriff, der inzwischen zu einem Beruf geworden ist, ist nicht zu verwechseln mit der Krankheit “Influenza”. Dennoch sind Influencer auch ansteckend – im positiven Sinne.

Als herkömmliche Marketingstrategien kennen wir im Tourismus klassische Websites, Messen und Kataloge an erster Stelle. Doch das Blatt musste sich wenden, um gerade junge Reisebegeisterte anzulocken. “Digitales Marketing” ist hier das Stichwort, darunter Kooperationen mit Influencern, auch “Bloggern” genannt.

Gut genug für Instagram?

Der “digitale Reisekatalog” ist Instagram. Wovon  lassen sich Urlaubs Begeisterte faszinieren? Von ästhetisch einladenden, authentischen Bildern! Authentizität können am besten unsere Vorbilder im Netz, Blogger, generieren. Dies ist die Wirkung bzw. der Einfluss der Arbeit von Influencern. Da Instagram eine Fotoplattform ist, eignet sich das Influencer-Marketing hier am besten.

Diese Strategie der Kooperation mit Bloggern hört sich erst einmal einfach an. Welche Tipps und Hinweise jedoch mittelständische Reiseanbieter und Hotels für eine erfolgreiche Zusammenarbeit beachten sollten, hat euch Kathrin zusammengestellt.

Ob dieser Trend bald überlaufen sein könnte, da die Zahl der Influencer steigend ist, wird uns die Social Media-Zukunft zeigen.

#2 Jetzt schon Fernweh? Mach’s mit VR oder AR!

Aber wie können die Technologien Virtual Reality und Augmented Reality in der Tourismusbranche angewendet werden? Reisekataloge werden immer mehr durch  Instagram ersetzt. Also warum nicht mithilfe von AR den Schmöker lebendiger machen? Dazu muss man einfach den QR-Code abscannen. Außerdem  gibt VR durch sogenannte “Pre-Trip-Experiences” im Reisebüro einen Vorgeschmack auf den nächsten Urlaub.

 

Digitalisierung findet auch zwischen den Zeilen statt!

 

Beide Technologien entspringen der Idee des immersiven Marketings, gepaart mit Engaging Content. Dies bedeutet, dass VR-Brillen reale Bewegungen  und Interaktionen virtuell simulieren. AR wiederum gibt über eine Brille weitere kontext- und standortbezogene Informationen preis. Egal,  ob Urlauber sich gerade ein Museum anschauen oder sich für ein Restaurant entscheiden möchten.

 

Augmented Reality im Smarphone.

 

Virtual und Augmented Reality stehen immer höher im Kurs, davon kann uns auch Marina berichten. Des Weiteren wird unsere Hochschule ab dem Sommersemester 2019 sogar den Studiengang “Expended Realities” anbieten, virtuelle Welten verknüpfend mit der Realität. Anhand dieser Zukunftsaussichten sind wir gespannt, wohin uns die (virtuelle) Reise weiterführen wird.

#1 Wunschlos glücklich im Hotelzimmer …

… dank IoT-System – “Internet of Things”, das mit Geräten und Anwendungen interagiert. Was verbirgt sich dahinter? Eine Technologie, die ermöglicht, das Hotelzimmer für die Zeit des Aufenthalts den persönlichen Wünschen anzupassen. So werden Reisen durch den Hotelservice noch individueller gestaltet. Diesen Weg der Digitalisierung gehen auch schon einige Hotels wie das Marriott, Hilton oder Opera am Zürichsee. Sie setzen künstliche Intelligenz ein, um die Gewohnheiten der Gäste zu speichern und ihnen so mehr (Licht- und Musik-)Komfort zu bieten.

 

Effizienteres Rooming dank intelligentem Hotelzimmer?

 

Individualisierung ist der aufsteigende Trend. Insofern ist es durchaus vorstellbar, in naher Zukunft noch vor dem Betreten des Hotelzimmers auf die gewünschte Temperatur heizen zu lassen. Besonders in Skigebieten eine sinnvolle Wohlfühl-Strategie für den Winterurlaub. Im Sommerurlaub könnten schon die Getränke kaltgestellt  werden, während die Gäste noch auf dem Weg sind.

 

Intelligente Hotelzimmer in Zukunft immer mehr Standard?

 

Wie sieht es an dieser Stelle mit dem Datenschutz aus? Die Gäste müssen natürlich erst der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seit Mai 2018 zustimmen. Danach können die Anwendungen und Geräte die persönlichen Informationen speichern. Was die Hotel-Apps noch alles drauf haben, um den Gästen einen abwechslungsreichen und personalisierten Urlaub zu ermöglichen? Das erzählt euch Marie in ihrem Blogpost.

Miriam Taenzer, Tourismus-Expertin beim Bitkom, fasst dieses Thema folgendermaßen zusammen:

„Für das Hotel der Zukunft stehen schon heute viele Technologien bereit[.] […] Für Hoteliers wird immer wichtiger, sich auf technikaffine Zielgruppen einzustellen.“

Ein Blick in die Glaskugel

Was bringen uns die Trends für die Zukunft? Teilweise mehr Informationen in anderen, neuen Formaten, die es zu entdecken gilt. Alle digitalen Trends im Tourismusmarketing sollen natürlich pro (Hotel-)Gäste sein. An erster Stelle stehen verbesserter Service und Komfort, um sich noch mehr  wohlzufühlen. Nur die neue DSGVO darf hierbei nicht ungeachtet bleiben.

Es werden noch weitere spannende Themen hier auf PR-Fundsachen auf uns warten. Es wird noch mehr um Apps gehen, die den kompletten Urlaub managen können. Außerdem scheiben wir weiterhin das Thema „Storytelling“ groß. Wie Influencer oder die Hotels selbst Reiseangebote in emotionale Geschichten verpacken, haben wir bereits erzählt. Doch wie geht die Story weiter?

 

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Mehr als schöne Bilder: Influencer in der Hotelbranche

,,Nicht noch etwas über Influencer!’’ – Wird sich wohl der ein oder andere denken, der diesen Beitrag lesen wird. Aber warum ist eine Diskussion über dieses Thema auch in der Hotelbranche von Bedeutung? Genau das möchte ich in diesem Beitrag klären und dabei hilfreiche Tipps an die Hand geben.

Die Problematik

Im Laufe der Zeit konnte ich verschiedene Praktika in meist mittelständischen, touristischen Unternehmen absolvieren und habe meist die Anfänge von diversen digitalen Umstrukturierungsprozessen mitbekommen. Dabei ist mir besonders aufgefallen, dass diese Betriebe oftmals kaum oder wenige Kenntnisse im Bereich Social Media aufweisen oder erst am Anfang stehen. Besonders die Hotelbranche hat teilweise Rückstände in der Digitalisierung. Auch vor dem Ressort des Marketings macht diese keinen Halt. Kataloge, Messen und Webseiten gehören schon fast zu den klassischen Mitteln des Marketings. Oftmals fehlt jedoch die Zeit oder die Dringlichkeit, sich für neue Marketingwege zu öffnen. Doch nach und nach müssen auch diese Betriebe in die Zukunft und somit ins digitale Marketing investieren, um den Anschluss nicht zu verpassen.  

Jetzt könnte man sich natürlich fragen, warum Hotels, die starken Umsatz und ausgebuchte Hotels vermerken, den Anschluss verpassen sollten? Ganz einfach: Zufriedenheit und Leistung allein reichen nicht mehr aus. Der digitalisierte Kunde trifft schon längst andere Entscheidungswege.

Die Kriterien zur Entscheidungsfindung gestalten sich heutzutage anders.

Was kommt nach dem zufriedenen Kunden?

Beim Umgang mit Gästen und Kunden wird grundsätzlich auf die Zufriedenheit gesetzt. Dies ist natürlich wichtig und Stammkunden sollten gepflegt werden. Doch vor allem alteingesessene Hotelbetriebe oder Familienbetriebe ruhen sich dabei auf einer ,,Stammgastgeneration’’ aus, die ihre primäre Kundengruppe darstellt. Schön und gut, doch was passiert wenn diese bald nicht mehr da ist? Wie kann ich neue Zielgruppen erschließen, innovativer werden und auch zukünftig meinen Hotelbetrieb gut am Markt positionieren? Digitales Marketing und die dazugehörigen Rezipienten sollten hier eine grundsätzliche Anlaufstelle darstellen. Darunter fällt auch die Zusammenarbeit mit Influencern, vornehmlich aus dem Blogger- oder visuellen Bereich.

Instagram als digitaler Reisekatalog

Ich kann mich noch erinnern, als es damals von meinem Vater bei der Urlaubsplanung hieß: Katalog raus, wir fahren in den Urlaub! Dabei hatte er schon im Vorhinein verschiedene Reisekataloge gehortet, verglich Preise und schaute sich die Hotelbilder an.

Und jetzt? Bevor ich mich für ein Hotel entscheide, suche ich einmal mit einem Hashtag nach dem Urlaubsort sowie nach meinem Wunschhotel auf Instagram. Vorhanden? Bingo! Dabei lasse ich mich von den ästhetischen Bildern berieseln. Mich interessieren besonders die Zimmer und die Poolanlage. Oftmals sind die Hotels, die ich dort finde, mit einem eigenen Instagramprofil vertreten. Doch ich bemerke immer wieder, dass sich unter der Menge an Beiträgen ebenso viele ,,fremde’’, also keine hoteleigenen, tummeln. Influencer posten schöne Bilder und ich denke mir: ,,Ja, ich will auch dahin!” Wenn ich dann noch einen Erfahrungsbericht über das jeweilige Hotel lesen kann, erleichtert mir das meine Entscheidung allemal.

Visueller Content hilft Kunden bei der Entscheidung.

Doch wie können mittelständische Hotelbetriebe mit digitalem Marketing und Influencern Arbeit starten? Genau für diesen Case habe ich eine kleine Checkliste erstellt.

Ich bin keine Expertin. Die Tipps die ich hier gebe, stammen aus meinen eigenen Erfahrungsschätzen, die ich bisher sammeln durfte. Gerichtet sind diese vor allem an den Mittelstand, genauer gesagt an kleinere Hotelbetriebe, die am Anfang ihrer Social-Media Strategie stehen oder schon mittendrin sind.

#1 Die Ist-Situation: Wo will ich hin?

Zuallererst ist es wichtig, sich im Klaren darüber zu sein, auf welchen Kanälen man vertreten sein möchte und welche Kommunikationswege sinnvolle Investitionen wären. Ist überhaupt kein Instagram Account vorhanden und auch nicht geplant, so wäre beispielsweise eine Ausrichtung in Richtung Bloggertum sinnvoll. Konkrete Ziele, Botschaften und Motive sollten schon zum Start festgelegt werden. Auf diesen baut eine Content-Strategie und das dazugehörige Influencer Marketing auf.

#2 Die Reichweite macht’s – aber was ist mit meiner Zielgruppe?

Es kann anfangs verlockend wirken, einen Influencer für sich zu gewinnen, der eine solide Anzahl an Followern hat und den Anschein weckt, eine große Reichweite zu liefern. Doch mitunter können sich dabei auch gekaufte Follower verstecken. Dies gilt es zu überprüfen. Hilfreich kann eine Zielgruppendefinition sein, die eine fehlerhafte Investition schon anfangs relativieren kann. Marketer sollten ihre Kunden wenigstens nach demographischen Merkmale sowie darauf aufbauenden Interessen dieser einteilen. Es bringt nichts, wenn höherpreisige Betriebe mit einem Influencer mit hoher Reichweite zusammenarbeiten, der sich jedoch dem Thema Backpacking und Hostels widmet.

Influencer und ihr Content sollten passend zur Strategie ausgewählt werden.

#3 Hilfreiche Tools

Generell gilt: Auch Influencer Marketing sollte gemanagt werden. Dabei kommen verschiedene Tools in Frage, die bei der Auswahl und Analyse der passenden Influencer oder Blogger helfen können.

Besonders interessant ist dabei der Artikel des Online-Magazines t3n. Interessierte finden dort passende Tools sowie Software zu dem Thema.

#4 Ein schönes Bild am Pool reicht meist nicht

Hotelbetriebe sollten sich im Klaren sein, dass auch im Bereich Social Media Leistungsaustausch und Konditionen schriftlich festgehalten werden. Unrealistische und wenig lohnenswerte Anfragen sollten vermieden werden. Zwei Postings eines kleineren Bloggers mit ,,schönen’’ Instagrambildern rechtfertigt keinen All-Inclusive Urlaub für ihn. Doch auch solche Anfragen können die Hotelbetriebe erreichen. Deshalb sollte beispielsweise die Anzahl der Postings oder die verwendeten Hashtags verhältnismäßig und klar kommuniziert werden. Empfehlenswert ist auch die Konzipierung eines eigenen Hashtags, den der Influencer beim Posten verwendet. Somit kann auch ein Schritt in Richtung Branding gemacht werden.

Hotelbetriebe sollten klare Konditionen schon zu Anfang festlegen.

#5 Influencer als Leads

Effizientes Influencer Marketing kann mit wachsenden Followerzahlen und Aufmerksamkeit potenzielle Leads generieren. Durch einen geplanten Einsatz und Zusammenarbeit mit Influencern können Buchungsanfragen und gleichzeitig die Reputation gefördert werden. Dies kann mitunter ebenso die zukünftige Wirtschaftlichkeit sichern.

Das Fazit

Resümierend sind die hier aufgeführten Tipps nur Empfehlungen. Jedes Unternehmen kann und muss eine individuelle Strategie entwickeln, um die eigenen Ziele erreichen zu können. Folglich können diese Leads oder Reputation darstellen. Im besten Falle umfasst die Strategie beide Aspekte. Influencer Marketing kann unter anderem eine Alternative dafür darstellen.

 

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Social „Schleiching“ – Grauzone der Produktvermarktung

Die sozialen Netzwerke sind total im Trend, abwechslungsreich und generieren eine wahnsinnig hohe Reichweite – besonders bei der jüngeren und besserverdienenden Zielgruppe.

Somit bieten soziale Netzwerke, wie Instagram und YouTube, Unternehmen eine große Chance, sich von der klassischen Werbung abzuheben. Influencer für die eigene Marke werben zu lassen, ist verlockend einfach. Doch leider ist die Grenze zwischen legaler Produktvermarktung und illegaler Schleichwerbung sehr dünn.

Mit dem stetigen Wachstum der genannten Plattformen steigt auch die Verwendung von Schleichwerbung. Somit ist mit härterem Durchgreifen seitens der Mitbewerber und klageberechtigten Organisationen zu rechnen. In den vergangenen Wochen entfachte deshalb eine große „Abmahnungswelle“ auf Instagram und YouTube, wegen fehlender Werbekennzeichnung seitens der Influencer. Der Verband des Sozialen Wettbewerbs kündigt die Auflösung des rechtsfreien Werberaums an.

Was ist Schleichwerbung überhaupt?

Nun stellt sich die Frage, was Schleichwerbung eigentlich ist.

Oftmals ist die Abgrenzung schwammig: Bis wohin geht Marketing und ab wann ist es Schleichwerbung? Der Rundfunkstaatsvertrag hat eine Definition für die Schleichwerbung formuliert:

„Schleichwerbung ist die Erwähnung oder Darstellung von Waren eines Herstellers oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Programmen, wenn sie vom Veranstalter absichtliche zu Werbezwecken vorgesehen ist und mangels Kennzeichnung die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann.“

Des Weiteren wird die Schleichwerbung durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG §4 Nr.3) verboten. Dies bedeutet, dass jede zu bewerbende Maßnahme so gekennzeichnet werden muss, dass ihr werbender Charakter von den Nutzern direkt erkannt wird.

Zusammenfassend ist Schleichwerbung also das Täuschen des Verbrauchers über die Werbeabsichten und somit ist dies ein Verstoß gegen den Grundsatz der Werbewahrheit („Truth in advertising“). Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Unterhaltung, Werbung und PR. Die Akteure bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, in der es noch keine eindeutigen Regelungen gibt.

Der wachsende Hype um die Testimonials auf den sozialen Netzwerken

Schon vor der Zeit des Internets wurden Testimonials beim klassischen Marketing gerne verwendet. Die Unternehmen und Marken setzen hierbei vor allem auf Prominente Influencer, um den Charakter des zu bewerbenden Produktes zu unterstreichen. Denn wie schon viele Studien bewiesen haben: Konsumenten schenken bekannten Gesichtern ein größeres Vertrauen als zum Beispiel dem Unternehmen selbst.

Genau an diesem Punkt kommt die Plattform Instagram ins Spiel. Lange Zeit gab es in diesem sozialen Netzwerk kein offizielles Werbeformat, weswegen die Unternehmen User mit einer hohen Reichweite als Ihre „Testimonials“ ausgewählt haben. Somit können sie ihre Ware mit einem relativ geringen Streuverlust an die Zielgruppe bringen und dass mit vergleichsweise geringen Ressourcen! Viele Unternehmen haben diese Chance erkannt und setzen auf Influencer Marketing. Leider nehmen häufig genau diese Unternehmen die Werbungskennzeichnungspflicht nicht wahr. Dies sieht man an dem folgenden Beispiel:

Hierbei handelt es sich um ein recht bekanntes Unternehmen, welches dem hier aufgezeigten Influencer mit mehr als 230.000 Followern die Produkte kostenlos zur Verfügung stellt, damit dieser eine positive „Rezension“ darüber veröffentlicht. Doch gekennzeichnet ist dieser gesponserte Beitrag nicht! Auf diese Weise kommt beim Nutzer schnell das Gefühl auf, dass die vorhandene Kooperation verschleiert wird. Somit wird dem Zuschauer suggeriert, dass die dargestellte Ware aus reiner Überzeugung vorgestellt wird und nicht, weil es dafür die Produkte kostenfrei gab oder sogar noch zusätzlich Geld gezahlt wurde.

Es gibt jedoch mittlerweile auch viele Blogger und YouTuber, die ihre Kooperationen ehrlich angeben. Dies verdeutlicht das folgende Beispiel:

Ehrlichkeit währt in diesem Fall immer noch am längsten. Die Nutzer und Follower sind nicht blöd – ihnen fällt schnell auf, dass es sich um eine Kooperation handelt. Tritt dieser Fall ein, leidet vor allem das Image des Bloggers und das sollte in erster Linie nicht das Ziel sein. Jeder Influencer sollte also selber darauf achten, seine Beiträge so zu gestalten, dass die Trennung von Unterhaltung und Werbung für seine Follower zu erkennen ist.

„Schleiching Uwe“ – Die Abmahnwelle

Sie sind die Stars im Social Web: Influencer in den sozialen Medien, die hunderttausende Follower bei Instagram und YouTube haben und ihr Geld mit Produktwerbung verdienen. Hierzu gehört auch Uwe Schüler, bekannt als „Flying Uwe“. Auf seinem YouTube Kanal besitzt er bereits mehr als 1 Million Follower und auch auf Instagram hat er bereits um die 330.000 Abonnenten. Täglich unterhält er seine User mit Einblicken in seinen Alltag als Sportler, kommentiert Videospiele oder veranstaltet Pranks (Streiche).

Flying Uwe musste kürzlich die Konsequenzen der Schleichwerbung am eigenen Leib verspüren. Er ist der erste deutsche Influencer, der von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein zu einer Geldstrafe von satten 10.500€ verurteilt wurde. Grund hierfür ist ein fortgesetzter Verstoß gegen die Werbekennzeichnungspflicht. Selbst nach mehrmaligem Hinweisen der Medienanstalt HSH, die dargestellten Produkte in seinen Videos als Dauerwerbesendung zu kennzeichnen, hatte er diese bewusst ignoriert. „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer professionell auf YouTube oder ähnlichen Plattformen agiert, muss sich auch an die geltenden Werbebestimmungen halten“. So lautete das Statement von Medienratsvorsitzenden Lothar Hay.

Dieser Fall soll als eine Art Abschreckung und Warnung für andere Influencer stehen und zeigen, dass sich ab sofort etwas ändern wird. Wie genau diese Änderungen aussehen ist bisher noch unklar. Sicher ist jedoch, dass man sich in Zukunft Gedanken darübermachen muss, was man postet und wie man es kennzeichnet.

Richtiges Kennzeichnen ist nicht schwer

Um einen kleinen Überblick darüber zu bekommen, was überhaupt gekennzeichnet werden muss und was kennzeichungsfrei ist, sind hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

Eine Werbekennzeichnung ist notwendig, wenn für die Darstellung der Ware ein Entgelt gezahlt wurde oder das Produkt generell im Mittelpunkt steht. Des Weiteren muss jedes Produkt, dessen Wert größer als 1.000€ ist, gekennzeichnet werden.

Produkte, die man selbst erworben hat, müssen nicht gekennzeichnet werden. Auch unwissentlich zugesendete Ware, welche anschließend sachlich präsentiert werden, fallen bei der Werbekennzeichnungspflicht heraus.

Grundsätzlich ist man bei der Präsentation von Produkten immer auf der sicheren Seite, wenn man diese mit „Werbung“ und „Anzeige“ beschreibt. Auch ein einleitender Texthinweis wie: „Ich habe das Produkt kostenlos erhalten“ oder ähnliches, sind ebenso hilfreich. Produkte die durch eine Kooperation vorgestellt werden, sollten mit „Sponsored by“ oder „Powered by“ gekennzeichnet werden.

 

Wenn diese Punkte beachtet werden, gibt es keine Angriffsfläche für den Verdacht auf Schleichwerbung und es herrscht eine transparente Kommunikation. Illegale Produktvorstellungen sorgen nicht nur für rechtliche Probleme, sie können ebenso für ein Imageschaden beim Unternehmen oder auch bei dem betroffenen Influencer sorgen. Schlussendlich muss für eine einheitliche Regelung gesorgt werden, an dem sich Jeder orientieren kann.

Instagram ist bereits daran, eine Lösung für das Werbungsproblem zu finden. Zukünftig sollen bezahlte Fotos und Storys mit einem Hinweis sowie mit einem Link zur entsprechenden Firma, welche beworben wird, versehen werden. Dies soll, laut Instagram, für mehr Transparenz sorgen – und das auch auf den ersten Blick!

Quellen:

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Der Weg zur authentischen Kommunikation

Jeder Mensch spielt verschiedene Rollen – fast wie in einem Theaterstück. Doch wie ist authentische Kommunikation im Social Web dann überhaupt noch möglich?

Es gibt verlässliche Rollen, wie die Rolle der Mutter oder die Rolle des Freundes und bei jeder dieser Rollen gibt es eine gewisse Art und Weise, wie man ihr gegenübertritt. Stellt euch vor, ihr würdet mit eurer Mutter bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und euch so verhalten, wie ihr es gegenüber euren Freunden bei einem abendlichen Bier tun würdet. Eine wie ich finde, eher unangenehme Vorstellung.

Doch wie ist das dann im Social Web, wenn wir im realen Leben schon mehrere Rollen einnehmen? Was empfinden wir dort als glaubwürdig und authentisch? Vor allem bei Personen, die uns eigentlich fremd sind?  Genau das hängt von der Kommunikation ab, die bereits stattgefunden hat. Beim Vortrag auf der re:publica von Konrad Langer und Oliver Brügmann von visumate GmbH erzählte Langer von seinem privaten Instagram-Account “konaction”. Sein Stil zeichnet sich aus durch  geometrische Formen, Stadtbilder und dem Spiel mit Farben und Kontrasten. Bevor er seinen Account zeigte, wurde ein Bild von ihm und dem Hund seiner Freundin in der Küche gezeigt (siehe Abbildung). Seine Frage dazu war, ob es authentisch wäre, dieses Bild auf seinem Account zu posten. Der erste Gedanke dabei war natürlich, dass nichts mehr Authentizität ausstrahlt als so ein Schnappschuss. Doch das ist nicht richtig. Dieses Bild würde nicht zu seiner Bildsprache und der sonstigen Kommunikation passen. Es würde die Erwartung seiner Follower nicht erfüllen. Dementsprechend wäre es nicht authentisch und nicht glaubwürdig. Es ist also wichtig, einem Stil treu zu bleiben und diesen wie einen roten Faden durchzuziehen.

Konrad Langer zusammen mit dem Hund seiner Freundin

Achtung: Stories können auch nach hinten los gehen

Mittlerweile gibt es nicht nur Snapchat- (siehe Mit den Followern im Bett – Storytelling auf Snapchat) und Instagram-Stories, sondern auch Facebook- und sogar Whatsapp-Stories. Wenn man diese richtig nutzt, kann es die authentische Kommunikation steigern und Neuigkeiten können damit schnell und effizient verbreitet werden. Durch diesen Firsthand Content kann zwar ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden, jedoch sollte man gut aufpassen, denn manchmal ist weniger mehr. Wer hat schon Lust, ewig lange Stories von einer unbekannten Person oder einem Unternehmen durch zu klicken? Vor allem im Hinblick darauf, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Social Web sehr gering ist. Wenn man zu viele Stories postet, kann das ins Belanglose abrutschen und vielleicht sogar zum Abspringen der Follower führen. Die Story sollte nicht einfach genutzt werden, nur weil es diese Funktion gibt. Vielmehr sollte sie einen Nutzwert haben und dem oben genannten roten Faden folgen. Konrad Langer dazu:

“Oft gibt es da eine klare Diskrepanz zwischen den auf Instagram gezeigten, durchgestylten, durchgeplanten Content und dem was dann in den Instagram-Storys gezeigt wird, wo dann auch so ein bisschen Luftleerer Raum gelassen wird, was mir das jetzt als Nutzwert bringt”

Die Zielgruppe hat die Hosen an

Es ist nichts Neues, wenn ich schreibe, dass die Zielgruppe das höchste Gut für ein Unternehmen ist. Sie ist letztendlich ja auch diejenige, die eine Leistung oder ein Produkt in Anspruch nimmt und dafür bezahlt. Deswegen sollte man sich immer vor Augen führen, was die Zielgruppe will und was sie anspricht. Damit das Unternehmen die Wünsche kennt und seiner Zielgruppe auch einen Mehrwert bieten kann, können Zielgruppen-Studien für Unternehmen sehr hilfreich sein. Zudem kann man durchaus auch über das Social Web die Follower fragen, was für sie relevant ist und was sie sich wünschen.

Doch auch Algorithmen können dabei helfen, zu zeigen, was relevant ist. In dem Artikel “Kommunikation im Netz – Recap von der republica 2017” von Cathrin Tusche, schreibt die Autorin, dass bei Facebook- und Instagram-Algorithmen bestimmen, was der Nutzer zu sehen bekommt und was nicht. Des Weiteren schreibt sie, dass nur der Content als relevant gilt, welcher in kürzester Zeit oft geliked, geteilt, kommentiert oder gespeichert wurde. Auch wichtig ist die Verweildauer auf Social Media-Posts. Wenn man sich also mit einem Post längere Zeit beschäftigt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es sich um relevanten Content handelt und es werden zukünftig ähnliche Inhalte gezeigt.

Wiedererkennbarkeit durch Alleinstellungsmerkmale

Wer sich von der Masse abheben möchte, sollte einen Unique Selling Point (USP) haben. Zuallererst sollte man sich Gedanken darüber machen, wofür man stehen will und für was nicht. Eine eigene Tonalität und eine einheitliche Visualisierung können eine Wiedererkennbarkeit schaffen. Wenn der Content dazu noch nachhaltig ist, ist man auf der sicheren Seite.

Edeka wurde in dem Vortag als ein best-practice Beispiel genannt: Das Unternehmen nutzt Instagram, um dort Essen, Getränke sowie Rezepte zu posten.

Die Macht der Influencer

In einem Zitat, welches Konrad Langer und Oliver Brügmann von Scott Cook mitgebracht hatten, heißt es:

“A brand is no longer what we tell the consumer it is – it is what consumers tell each other it is”

Man glaubt also nicht mehr der Werbung, sondern geht lieber online und liest sich Produktbewertungen durch oder sieht sich Videos an, in denen die besagten Produkte getestet werden. Man vertraut am meisten den Menschen, die so sind wie man selbst. Die meisten Social Media Influencer haben zu ihrer Community schon eine enge Beziehung. Sie können Botschaften meist glaubwürdiger vermitteln als die Unternehmen selbst. Auf Social Media ist es generell sinnvoll, immer erst eine Beziehung zu seinen Followern aufzubauen und danach Emotionen zu wecken. Denn man reagiert ganz anders auf Botschaften, wenn bereits eine Beziehung aufgebaut wurde, als wenn man sie von einer fremden Person mitgeteilt bekommt. Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, dass ein Influencer die eigene Marke repräsentieren soll , muss auch ein Influencer ausgewählt werden, der schon mit der Marke in Berührung kam und diese verkörpert. Er sollte an die Marke und deren Zielgruppe angepasst sein, ansonsten wäre es nicht authentisch.

Doch nicht nur Influencer bringen Glaubwürdigkeit rüber, sondern auch User Generated Content ist hierfür sehr gut geeignet. Wenn ein Kunde zufrieden mit einem Produkt ist und das mit der Welt teilt, ist das schon mal sehr positiv. Wenn man diesen Post dann als Unternehmen auf den eigenen Seiten publizieren kann, steigert das die Authentizität. Manchmal bekommt man dadurch auch eine tolle Geschichte zu dem Post mitgegeben und kann Erlebnisse miteinander teilen.

Das Wichtigste zum Schluss

Es gibt vieles, was man machen kann, um authentischer zu kommunizieren. Zum Abschluss hat Oliver Brügmann es nochmal auf den Punkt gebracht. Er sagte, dass an erster Stelle zwar immer eine Strategie stehen muss, jedoch im Mittelpunkt die Geschichte steht, welche von innen nach außen getragen wird. Man kann daraus Themen ableiten, wie auch die Protagonisten bestimmen und die Formate entwickeln. An letzter Stelle stehen die Kanäle und in dem Zusammenhang die Content-Formate, die dort adaptiert werden und letztendlich zielgruppenspezifisch verbreitet werden.

Die wichtigsten Punkte haben die Vortragenden nochmal in eine Visualisierung gepackt.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für authentische Kommunikation

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