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Pressesprecher in der Identitätskrise

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Ob ein Teenager-Mädchen mit gefärbten Haaren oder ein Mann mittleren Alters, der plötzlich einen neuen Sportwagen braucht – jeder von uns steckt in seinem Leben zeitweise in einer Identitätskrise. Ein Zustand, der dem gemeinen Pressesprecher nicht unbekannt sein dürfte. Das jüngste Beispiel aus der US-Amerikanischen Politik beweist: Aussagen, ob als Privatperson oder als Kommunikations-Experte getätigt, sind nicht immer einfach voneinander zu trennen.

Auch der Pressesprecherin des US-Kongressabgeordneten Fincher wurde diese Problematik zum Verhängnis. Vor wenigen Tages posted Elisabeth Lauten einen Kommentar über das Verhalten von President Obamas Töchtern während der jährlichen Truthahn-Begnadigung zu Thanks-Giving. Sie kritisiert die, von ihr als gelangweilt empfundenen, Gesichtsausdrücke und die knappe Kleidung der Mädchen. Der unsachliche Tonus und die harsche Kritik der Kommunikations-Expertin stoßen einen Shitstorm über die sozialen Netzwerke an. Dank des Hashtags #FireElizabethLauten und weiterer Hasstiraden im Internet gibt die Pressesprecherin wenige Stunden später ihren Rücktritt bekannt.

Wie konnte Lauten in diese Falle tappen?

Schließlich steht ein Pressesprecher für eine Institution, in ihrem Fall für einen Abgeordneten im US-Parlament, und kommuniziert dessen Anliegen. Aber genau wie das 14-Jährige Schulmädchen ist er ein Mensch – mit einer eigenen Meinung. Und die spiegelt nicht automatisch die der Institution wider. Wann darf der Pressesprecher Privatperson sein und wann muss er berufliche Seriosität an den Tag legen?  Wo liegen die Grenzen zwischen der Privatperson und dem Kommunikations-Experten?

Diese Linie zu ziehen fällt Vielen schwer – oft endet der Zwiespalt darin, dass ein Pressesprecher überhaupt kein Profil zeigt und nur auswendiggelernte Standartphrasen in einem Gespräch parat hat. Ist das besser, als durch eine eigene Meinung aufzufallen und somit den jetzigen und zukünftige Jobs zu verlieren?

Wir alle befinden uns von Zeit zu Zeit in einer Identitätskrise. Pressesprecher müssen private Äußerungen in der Öffentlichkeit allerdings doppelt checken – diese können immer auf ihren Arbeitgeber, sowie die eigene Kompetenz zum Kommunikations-Experten zurückgeführt werden.

 

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