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EMI schießt mit „Schland o Schland“ ein Eigentor

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Was kann einem Musikkonzern besseres passieren? Kostenlose Werbung im Internet, massenweise Berichterstattung in den Medien und eine schnelle Verbreitung durch die Social Media Kanäle youtube, facebook und twitter. Doch der Musikkonzern EMI will dies anscheinend nicht. Der Musikverlag, der die Rechte an dem Lena-Hit „Satellite“ hält, reichte eine Einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Songs „Schland O Schland“ von „Uwu Lena“ ein. Ein PR- und Marketing-Fehler erster Güte.

Wie alles Begann?

Eine Studentengruppe aus Münster coverte zum Spaß Lena Meyer-Landruts Hit „Satellite“ in die WM-Fan-Hymne „Schland o Schland“. Dazu nahmen sie selber ein Video im Münsteraner Südpark auf und stellten es vor etwa einer Woche auf youtube. Der Erfolg im Netz war und ist riesig. Doch EMI fand daran keine Begeisterung. Die nicht genehmigte Coverversion verletze das Urheberrecht, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur „dpa“. Der Song verschwand erst einmal von der Website des Projekts, tauchte aber an vielen anderen Stellen im Netz wieder auf. So funktioniert Internet heute.

Lena-Entdecker Stefan Raab hingegen war von „Schland O Schland“ begeistert. „Ich finde es super und möchte, dass die Jungs einen Plattenvertrag bekommen, sagte er auf „Focus-Online“ am 14.06.2010. Einen Tag später haben die Studenten einen Plattenvertrag. Aber nicht bei EMI. Die Plattenfirma Universal Music teilte heute mit, dass „Schland O Schland“ schon diesen Freitag bei ihnen veröffentlicht werde. Möglich wurde dies durch die Zustimmung der Songautoren von „Satellite“, John Gordon und Julie Frost, die bei EMI unter Vertrag stehen (sicherlich ist hier eine finanzielle Beteiligung der Autoren und EMI verhandelt worden).  „Uwu Lena“-Mitglied Moritz Schefers ist begeistert vom Plattenvertrag und sagte heute auf bild.de: „Die Maschine läuft an.“

Und EMI ?

Das Unternehmen bekommt zwar eine finanzielle Beteiligung, hat aber durch „Schland O Schland“ einen schönen Imageschaden erhalten. Der Musikverlag steht in der Öffentlichkeit als „WM-Spaßbremse“ („Kölner-Stadtanzeiger“) und als böser Musikkonzern da, der das studentische Projekt verklagt hat und dabei ganz Fußball Deutschland den WM-Hit 2010 vorenthalten wollte.

Dabei hätte alles so einfach sein können: Statt die Studenten aus Münster zu verklagen, hätte man das kostenlose Web 2.0 Marketing nutzen können und „Uwe Lena“ selbst unter Vertrag nehmen können. Eine Stellungnahme von EMI zu verpassten Chance sucht man im Netz bisher vergeblich.

 „Schland o Schland“ wurde auf youtube mittlerweile mehrfach eingestellt. Der erfolgreichste Einstellung hat innerhalb von vier Tagen über 425.000 Abrufe erzielt. Auf facebook hat die Gruppe über 900 Fans. Der twitter-acount über 900 Follower. Der kostenlose Download des Songs auf der Website der Gruppe wurde während der Erstellung dieses Artikels von der Seite entfernt.

 Stand: 15.06.2010, 14.30 Uhr.

Pressestimmen zum Thema:

Bild.de: „WM-Hymne Schland o Schland jetzt als Singel

t-online.de: „Lena-Song zur WM umgedichtet

Kölner-Stadtanzeiger: „Die WM-Hymne aus dem Südpark

focus.de: „Stefan Raab will Youtube Hit vermarkten

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