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Deutsche Bahn lässt Meinungen faken: Pfui!

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Ist der Ruf erst ruiniert… die Bahn hat gemacht, was man besonders als Student der Online-PR nicht so gerne sehen möchte. Der Eisenbahn-Konzern hat scheinbar gezielt in Internet-Foren und Weblogs virales Marketing in eigener Sache betrieben. Insgesamt hat sich die Bahn durch die Beauftragung des politischen Think Tanks berlinpolis e.V. um etwa 1,3 Millionen Euro erleichtert. Geld, das man genauso gut in ein paar kompetente Online-PR-Studis hätte investieren können, die auf ehrliche Art und Weise im Internet für positiven Gesprächsstoff hätten sorgen können.

Meine Meinung: Internet-Foren, Weblogs, vernetzte Kunden und die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit eben diesen, sind eine große Chance für die (Online-)PR. Direkter Einfluss auf die öffentliche Meinung, kürzere sowie flexiblere Kommunikationswege – und auf nervige nette Journalisten, die alles richtig verstehen und wiedergeben, braucht man auch nicht mehr hoffen. Umso schlimmer ist es, wenn man all diese Chancen ignoriert und stattdessen plumpes, virales Marketing betreibt. Und am Ende kommt es sowieso raus, die meisten Admins und User sind nämlich informiert, vorgewarnt und auf Zack! In diesem Fall war es der Verein „LobbyControl“ der Nachforschungen betrieb (Link öffnet als .pdf) und den Missbrauch aufdeckte.

Immerhin: Der neue Konzernchef Rüdiger Grube gibt sich entrüstet ob dieser unlauteren Methoden, verspricht (personelle) Konsequenzen und zukünftige Besserung.

Den aus dieser Aktion resultierenden Image-Schaden dürfte die Bahn jedenfalls nicht so schnell loswerden wie die 1,3 Millionen, die man ordentlich und nun auch mit großem medialen Wirbel in den Sand gesetzt hat. Denn jeder, der es mitbekommt, dürfte in seiner Meinung gefestigt werden – die Bahn kommt nicht, sondern sie geht. Und zwar überhaupt nicht.

Links:

  1. Daniel RehnNo Gravatar

    Wie die Deutsche Bahn heute mitgeteilt hat, wurde PR-Chef Ralf Klein-Bölting „mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden“.

    Jetzt bleibt nur noch abzuwarten welche alten Aktionen von Ex-Bahnchef Mehdorn noch so aufgedeckt werden, da dieser berlinpolis beauftragte.

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