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Chancen und Risiken von Corporate Blogs – Daimler zeigt, wie’s richtig geht!

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Bloggen: Ja oder Nein? Diese Frage müssen sich inzwischen immer mehr Unternehmen stellen, wenn sie den direkten Kontakt zum Kunden suchen und ihren Ruf verbessern wollen. In den letzten zwei Beiträgen Social Network: Mitarbeiter mischen mit und Online-Reputation: Ist der Ruf erst ruiniert wurde deutlich, wie wichtig dafür Loyalität zwischen dem Unternehmen und ihren Mitarbeitern ist. Für die Unternehmen, die mit ihrer Zielgruppe in den Dialog treten und ihr Image verbessern wollen, sind trotz  der Risiken  Social Network-Instrumente und Social Media kaum mehr wegzudenken und nehmen einen immer höheren Stellenwert ein.

Studien zeigen Ambivalenz bei der Blog-Nutzung

In US-Konzernen sind Corporate Blogs mittlerweile weit verbreitet, in Deutschland stehen ihnen viele Unternehmen noch skeptisch gegenüber. In einer aktuellen Studie von Schwartz Public Relations wurden Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Corporate Blogs befragt. Nur ein Drittel der Teilnehmer gab an, ein eigenes Blog zu betreiben. Andererseits hatten die Unternehmen, die ein Firmenblog führen, eine sehr positive Einstellung zum corporate blogging. Für 23 Prozent der Befragten war dabei die Möglichkeit, sich an branchenrelevanten Themen und Debatten mit Corporate Blogs zu beteiligen, ein sehr wichtiger Punkt. Außerdem waren 14 Prozent der Meinung, mit Firmenblogs ihr Unternehmensprofil stärken zu können.

Unternehmen aus dem E-Commerce Bereich sind dagegen wohl weniger ängstlich. Das belegt eine weitere international durchgeführte Studie (erschienen im Februar 2009) von Adobe und Scene7. In dieser sagten 90 Prozent der befragten E-Commerce Unternehmen, dass sie zukünftig mehr in Social Media investieren wollen. Teilnehmer waren rund 470 bekannte Händler, Agenturen, Hersteller und High-Tech-Unternehmen aus den USA und der EMEA-Region. 32 Prozent von ihnen planen, noch in diesem Jahr ein Corporate Blog einzurichten oder ihr bestehendes Blog auszubauen.

Daimler-Blog als Vorbild

Ein Beispiel für ein gelungenes Unternehmensblog ist das Blog der Daimler AG, das im Oktober 2007 gelauncht wurde. Bisher ist das Daimler-Blog das einzige Unternehmensblog eines Dax 30-Konzerns, mit rund 40.000 Besuchern im Monat und durchschnittlich 9 Kommentaren pro Beitrag. Interessierte finden dort Einträge von Mitarbeitern aus allen Unternehmensbereichen zu den unterschiedlichsten Themen, von Artikel mit technischem Hintergrundwissen, Berichten zum alltäglichen Arbeitsleben bis hin zu Informationen über soziale Projekte.

Doch auch vor der Entstehung des Daimler-Blogs gab es innerhalb des Unternehmens  Bedenken, ob ein Corporate Blog wirklich sinnvoll ist. Uwe Knaus, Manager des Daimler Blogs, hat sie alle in einer Präsentation festgehalten, mit der er zweifelnden Unternehmen Mut machen möchte. Auch er hatte Angst vor Unternehmenskritik und wie es sein würde, wenn diese an die Öffentlichkeit gelangt. Zudem war da die Unsicherheit, wie man auf solche Kommentare reagieren soll. Aber letztendlich entschieden sich die Macher für das Unternehmensblog, denn die Vorteile überwogen ihrer Ansicht nach ganz klar.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass die Daimler AG kurz nach dem Launch ihres Blogs Praxispartner für ein Projekt mit ehemaligen Online-Journalismus Studenten (Schwerpunkt PR) war. Im 7. Semester 2007/2008 übernahmen Jens Dörr, Andreas Schließmann, Michaela Hudi und Christina Kunkel das Monitoring für das Daimler-Blog und bekamen so einen Einblick in den Blogger-Alltag bei Daimler. Abschluss des Projekts war ein Blog-Workshop, über den Mario Jung, ein Blogger bei Daimler berichtete. Nach dem Projekt war Jens Dörr für drei Monate als Blog-Mitbeiter in Stuttgart tätig.

Blog-Policy beachten

Entscheidet sich eine Firma dafür, einen Firmenblog zu betreiben, sollte sie bei der Planung die Blog-Policy festlegen. Sie zeigt den bloggenden Mitarbeitern beispielsweise, welche Themen im Mittelpunkt stehen sollten, worüber nicht gebloggt werden darf und wie Authentizität vermittelt werden kann. In diesem Zusammenhang gibt es eine Masterarbeit von August 2008, die sich in einem Kapitel mit dem Thema Glaubwürdigkeit von Corporate Blogs befasst. Auf der gleichen Seite gibt es zudem 12 Tipps für einen glaubwürdigen Corporate Blog – ein Blick darauf lohnt sich also.

  1. Daniel RehnNo Gravatar

    Gerade via Twitter von @uknaus aufgegriffen:
    „Sorry, ich muss das einfach tun: Corporate Blogs – The ultimate rank: Daimler-Blog heute auf #13 (gestern #17)“

    http://www.invesp.com/blog-rank/Corporate_Blogs

    Ein weiteres erfreuliches Anzeichen dafür, dass sich der Mut Daimlers zum Corporate Blog absolut gelohnt hat. Jetzt müssen andere große Firmen und Unternehmen aus Deutschland nur noch nachziehen und sich der Öffentlichkeit öffnen.

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