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KI schreibt den Erstentwurf – aber wer trägt die Verantwortung?

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Ein Beitrag über Effizienz, Kontrolle und die neue Rolle der Menschen im KI-Zeitalter.

Es ist schon länger Realität in vielen PR-Agenturen: Eine Pressemitteilung beginnt nicht mehr mit einem leeren Dokument und dem starren Blick auf den Bildschirm. Stattdessen liefern ChatGPT, Claude und Co. als Text-Experten einen strukturierten Erstentwurf. Schneller und scheinbar ganz mühelos innerhalb weniger Augenblicke und scheinbar ohne größeren Aufwand entstehen nicht nur erste Entwürfe, sondern oftmals auch komplette Texte. Doch genau in diesem Moment stellt sich eine Frage, die die PR-Branche noch nicht abschließend beantwortet hat:

Wer ist eigentlich verantwortlich für das, was danach passiert?

Auf den ersten Blick ist die Antwort simpel: Natürlich ist es der Mensch, der den Text freigibt. Doch die Praxis ist komplizierter. Denn wer unter Zeitdruck arbeitet, übernimmt KI-Entwürfe häufiger unverändert als zugegeben. Fakten werden oft einfach hingenommen, die Tonalität nicht immer hinterfragt und allgemeine Informationen ohne Prüfung übernommen. Und wenn eine Pressemitteilung fehlerhafte Zahlen enthält oder den falschen Ton trifft, fragt niemand nach dem Sprachmodell – sondern nach der verantwortlichen Person, die die Pressemitteilung verantwortet hat.

KI übernimmt die Routine, das Urteilsvermögen bleibt menschlich.

Das ist kein Argument gegen KI in der PR. Im Gegenteil: Wer Textentwürfe oder Formatplanung an entsprechende Algorithmen delegiert, gewinnt Zeit für das, was wirklich zählt, nämlich strategisches Denken und echtes Verständnis für die Wirkung der praktischen Kommunikationsmaßnahmen. Die Frage ist also nicht ob KI eingesetzt wird, sondern mit welchem Bewusstsein sie von uns Menschen gebraucht wird.

Was sich verändert, ist das Berufsbild. PR-Profis werden weniger zu Textern, sondern mehr zu Redakteuren oder Art Directors und ethischen Instanzen, die überprüfen, ob das Hand und Fuß hat, was die KI uns ausspuckt. Die Kompetenz verlagert sich also von der Produktion zur Bewertung. Wer das versteht, nutzt die verschiedenen KI-Programme als Werkzeug – und bleibt selbst der Maßstab.

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