DroneSeed – ein Start-up rettet den Wald

Bäume pflanzen aus der Luft mit Drohnen und künstlicher Intelligenz. DroneSeed ist ein Start-up mit dem Potenzial, die Welt zu verbessern.

Kalifornien hatte 2018 mit einer der schwersten Naturkatastrophen der Geschichte des US-Bundesstaates zu kämpfen. Fast ein Jahr lang wüteten an der Westküste Amerikas verheerende Waldbrände und Wind, Trockenheit und hohe Temperaturen ließen das Feuer kaum bändigen. Die traurige Bilanz im November 2018: über 40.000 Hektar Wald wurden in elf Monaten zerstört.

Die Erde hat in den letzten drei Jahrzehnten durch Abholzung und unkontrollierte Waldbrände über 121 Millionen Hektar Waldfläche verloren. Diese Fläche der Größe Perus wieder aufzuforsten, würde 90 Milliarden Euro kosten. Eine Mammutaufgabe, die mit den herkömmlichen Mitteln der Aufforstung kaum zu bewältigen ist. Laut Grant Canary, dem CEO und Mitgründer von DroneSeed, lassen sich die CO2-Emissionen nur verbessern, wenn unsere Wälder wieder zurückkommen und für dieses Problem hat DroneSeed eine Lösung.

“Big Boy”

Diesen Spitznamen trägt die Wunderwaffe von Canary, die helfen soll. Eine Drohne mit einem Durchmesser von 2,40 Meter und einem Tank für 11 Liter Dünger oder Wasser. Acht Propeller lassen den großen Jungen fliegen, aber das Herzstück sitzt unter dem Tank. Dort befinden sich Kapseln mit bis zu 200 verschiedenen Arten an Baumsamen. Diese werden mit hohem Luftdruck senkrecht in den Boden geschossen.

Seine Software lässt Big Boy nahezu selbstständig arbeiten. Er berechnet mit Hilfe seiner Kameras und Sensoren den perfekten Standort für jeden einzelnen Baum. Ein Mensch kann mit klassischen Methoden um die 800 Bäume am Tag pflanzen. Durch seine autonome Arbeit schafft es ein Drohnenpilot mit 15 Drohnen gleichzeitig über 100.000 Baumsamen am Tag zu pflanzen. Damit ersetzt diese Technologie 380 manuellen Arbeitsstunden am Tag.

Das Unternehmen

Seit 2016 arbeitet DroneSeed mit drei der fünf größten Holzunternehmen der Vereinigten Staaten zusammen. Als erstes und derzeit einziges Unternehmen darf DroneSeed die Drohnen für die landwirtschaftliche Nutzung einsetzen. Mit Samen, Düngemitteln, Herbiziden und Wasser befüllt, rücken die Drohnen in Schwärmen aus. Das Unternehmen hat aktuell die einzige offizielle Genehmigung, unbemannte Flugobjekte über 55 Kilogramm fliegen zu lassen. Momentan sind die Drohnen in Amerika und Kanada im Einsatz.

Wer gerne eine Drohne von DroneSeed besitzen möchte, sucht in den Regalen der Geschäfte leider vergeblich. Das Start-up plant keine Markteinführung der Drohnen, sondern sieht sich vielmehr als eine Art Dienstleister und arbeitet lediglich mit Forstbetrieben und Staaten zusammen. Trotzdem gibt es Investoren für DroneSeed, denn schon bald sollen die Drohnen auf der ganzen Welt zur Aufforstung eingesetzt werden.

Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Vision von DroneSeed fruchtet und das Unternehmen seinem Ziel “Mission Weltrettung” ein Stück näher kommt.

 

 

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50.000 Euro für „future communications“

 

 

Was machen nach dem Studium? Master, Volontariat oder vielleicht gleich ein eigenes Unternehmen gründen? Für zukunftsweisende Start-ups finden sich immer wieder Förderprogramme. Auch im Bereich Public Relations fördert jetzt die „Wayra“-Gruppe mit bis zu 50.000 Euro innovative Internetlösungen. Einsendeschluss für die erste Ideenbewerbung ist am achten Juli 2012.

Die Gewinner in Mexico
Die Gewinner in Mexico

Mögliche Geschäftsbereiche sind „Future communications“, Netzwerke, Internetdienste für Verbraucher oder „Electronic-Commerce“. Im Bereich „Future communications“ werden neue digitale Kommunikationsformen entwickelt. Ein Beispiel wäre eine Pressemitteilungs-App für Journalisten. „Electronic-Commerce“ steht für die elektronische Abwicklung von Unternehmensaktivitäten, wie zum Beispiel ein innovatives Intranet. Das Produkt für die Teilnahme darf auch schon auf dem Markt sein, allerdings höchstens seit zwei Jahren.

50.000 Euro Förderung minus 10 Prozent Beteiligung

Wer die Förderung erhalten will, muss eine richtig innovative Idee haben und viel Zeit und Kraft mitbringen. Die finanzielle Förderung ist eng an der gemeinsamen Entwicklung und Zusammenarbeit mit Telefonica geknüpft. Knackpunkt der Förderung sind die Rechte für Telefonica. Ganze zehn Prozent Beteiligung und ein Vorkaufsrecht für die Produkte muss das Startup-Unternehmen abtreten. Die jungen Entwickler binden sich also für immer an O2 und Telefonica.

Hartes Auswahlverfahren

Wenn sich die Bewerbung gegen mehrere hundert andere durchgesetzt hat, muss die Idee einer Jury auf der „WayraStartupWeek“ vorgestellt werden. Diese Auswahlveranstaltung wird die letzte Hürde. Wer die meistert, bekommt die Mäuse und die Beratung. Im September können die erfolgreichsten zehn Gründerteams dann in die Räume der Akademie von Wayra in München einziehen. Mindestens eine Person der Gründergruppe muss vor Ort einen Vollzeitjob leisten. Die Förderer gewährleisten allerdings nicht für alle Gruppenmitglieder einen Büroplatz.

Bis zur Marktreife

Durch die Akademie profitieren die Geförderten von dem technischen Know-how der Betreuer und den bereits vorhandenen Netzwerken. Das entwickelte Produkt kann so den über 300 Millionen Kunden von Telefonica angeboten werden. Wenn die Akademie fruchtet und das Produkt marktreif ist, präsentieren die Teilnehmer ihr Projekt vor Risikokapitalgebern für eine weitere Finanzierung.

Bild: CC – BY 2.0, von „Campus Party Mexico powered by MoviStar“

 

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