PR-Praktiker (16): Marcus Uhlig

Steckbrief zur Person

Name: Marcus Uhlig

Alter: 39 Jahre

Aktuelle Tätigkeit: Marcus Uhlig ist Leiter der Abteilung „Medien und Kommunikation“ des DSC Arminia Bielefeld und somit für die interne wie externe Kommunikation des Fußball-Zweitligisten verantwortlich. Neben dem handwerklichen Tagesgeschäft – Medienanfragen bearbeiten, Bundesliga-Spieltage koodinieren und Mitarbeiter informieren – steuert er in Absprache mit der sportlichen Leitung die strategische Kommunikationsplanung des Traditionsvereins. Marcus Uhlig sieht seine Abteilung als „Schnittstelle“ zwischen Verein und Medien.

PR-Fundsachen: Herr Uhlig, wie sind Sie zur PR gekommen?

Weil ich in der Schule nicht aufgepasst habe – sonst hätte ich mich damit nicht rumschlagen müssen (lacht). Im Ernst: Als Kind wollte ich immer Reporter werden, habe mich dann aber nach dem Abitur entschieden, Jura zu studieren. Während meines Studiums habe ich allerdings regelmäßig für verschiedene Medien und PR-Agenturen gearbeitet. Als ich fertig war und mich endgültig entscheiden musste, wohin mein Weg führt, habe ich mich mit der PR-Agentur medienbüro 24/7 selbstständig gemacht. Durch meine Kontakte aus der Studienzeit hatte ich sofort, ohne selbst akquirieren zu müssen, genug Aufträge, um rentabel arbeiten zu können.

PR-Fundsachen: Welche Fähigkeiten sollten kommende PR’ler in den Beruf mitbringen?

Ähnliche Fähigkeiten wie der zukünftige Journalist. Entscheidend ist, dass er crossmedial denkt und arbeitet. Der ganzheitliche Umgang mit Informationen wird immer wichtiger. Um dem gerecht zu werden, muss man sich permanent weiterbilden und eine Idee schlauer sein als Konkurrenz und Konsument. Die Halbwertzeit von Kommunikation nimmt stetig ab. Indem der PR’ler die bestehenden Möglichkeiten reflektiert und weiterentwickelt, hebt er sich von der Masse ab.

PR-Fundsachen: Wohin wird sich die Online-PR in der Zukunft entwickeln?

Klar ist, dass die klassische PR – hier eine Pressemitteilung, da eine Pressekonferenz – weiter an Bedeutung verlieren wird, wenngleich diese Instrumente nicht verschwinden werden. Durch das Internet und speziell Social Media entstehen fast täglich neue Möglichkeiten, um mit seinen Zielgruppen zu kommunizieren, ohne den Weg über den Journalisten zu gehen.

Manchmal denke ich, die Fahnenstange sei erreicht, doch das ist sie noch lange nicht – und wird es vielleicht nie. Wie schon angesprochen, kommt es darauf an, mit der Zeit zu gehen, Innovationen aufzunehmen, sich damit auseinanderzusetzen und einen praktischen Umgang zu schaffen.

PR-Fundsachen: Herr Uhlig, vielen Dank für dieses Interview!

Sämtliche im Rahmen der Kurzinterviewreihe „Die PRaktiker“ entstandenen Antworten und Texte sind ebenso wie die Bilder Eigentum unserer Interviewpartner und erscheinen mit ihrer Genehmigung, so fern nicht anders mit uns ausgemacht, ausschließlich im Studiengangsweblog zum Schwerpunkt Online-PR der Hochschule Darmstadt, den PR-Fundsachen (https://www.pr-fundsachen.de). Sollte Interesse an einem der Texte/ Interviews bestehen, bitten wir darum, sich mit uns bzw. unserem Interviewpartner in Verbindung zu setzen.

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Social Media-Statistiken: Die Schere zwischen Account haben und Account nutzen

Mit dem frisch erschienen PR-Trendmonitor für den Oktober 2009 haben news aktuell und Faktenkontor wieder eine Vielzahl von Statistiken rund um die Arbeitslandschaft der deutschen Pressestellen und PR-Agenturen auf den Markt geworfen.

Doch abseits von Zufriedenheitsstudien und Einkommensfragen richtet sich der Blick auf den Abschnitt „Social Media“ (ab Folie #61). Neben der mittlerweile vielerorten diskutieren Frage über Sinn und Unsinn eines Social Media Newsrooms (einen sehr netten Ansatz gibt es meiner Meinung nach bei mediaquell) interessieren die Umfrageergebnisse auf Folie #66. Dort wird nämlich ganz direkt gefragt: „Bei welchen Web2.0-Angeboten haben sie einen persönlichen Account?“.

In der Aufzählung fanden sich XING, Facebook, Twitter, Youtube, meinVZ, flickr, MySpace und Mister Wong wieder, ergänzt um die Möglichkeit, dass man bei keinem der genannten Dienste einen Account besitze.

Die angegebenen Werte sollten gemeinhin Grund zum Jubeln geben, schließlich wagen sich dem Anschein nach mehr und mehr ins Social Web. Allerdings geben die Zahlen keinerlei Rückschluss darüber, ob die Accounts denn auch tatsächlich genutzt werden. Und hier stellt man sich aus meiner Perspektive gesehen selbst ein Bein, da die Fragestellung mit „Welches der Web2.0-Angebote, bei denen sie einen persönlichen Account haben, nutzen sie aktiv regelmäßig?“ hätte ergänzt werden müssen. Wurde es aber nicht.

So verwundert es nicht, dass Sachar Kriwoj als einer der ersten meint, dass die angegebenen 32 Prozent bei den Twitterzahlen der Pressestellen um 30 Prozent zu hoch ausfielen. Und weitere ähnliche Meinungen folgten, die die Zahlen ähnlich skeptisch sehen.

Solange die Fragestellung dem Thema nicht angemessen formuliert ist, geben die Zahlen nur sehr bedingt ein reales Bild des Medien- bzw. Web2.0-/Social Media-Nutzungsverhaltens der deutschen Branchen ab.

Bleibt zu wünschen, dass im nächsten Trendmonitor eine Erweiterung eben dieser Frage stattfindet.

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