Welche Krise? Steigende Arbeitszeiten bei PRlern

46 Stunden pro Woche beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von PRlern – Tendenz steigend. So berichtet es der Mediakompass von convento und w.komm. Ein Viertel der Befragten gibt an, dass heute trotz der Krise im Wochendurchschnitt länger gearbeitet wird als es noch vor einem Jahr der Fall war.

Unterschiede zeigen sich dabei vor allem in den Hierachie-Stufen: PRler in Top-Leitungsfunktionen geben an bis zu 51 Stunden die Woche zu arbeiten, Teamleiter hingegen „nur“ 46 Stunden. Überraschend ist, dass freie Mitarbeiter zusammen mit Volontären die geringste Arbeitszeit haben, nämlich durchschnittlich 42 Stunden. Die Krise scheint sich also vor allem in diesem Sektor niederzuschlagen.

Wie jedoch gestaltet sich die Arbeitszeit?
37 Prozent der Arbeitszeit wird von den Befragten für die Realisierung von Kommunikationsmaßnahmen genutzt. An zweiter Stelle folgen mit ca. einem Viertel der Arbeitszeit interne Besprechungen sowie administrative Aufgaben. Die strategische Planung der Kommunikation und die Kontaktpflege zu den Stakeholdern beanspruchen jeweils ein Fünftel der Arbeitszeit.

Und wie sieht’s mit Social Media aus?
Künftig werden Web2.0 und Social Media normale Instrumente des Kommunikations-Mixes. So sind knapp zwei Drittel der Befragten der Überzeugung, dass Social Media einen gleichberechtigten Platz neben anderen Online- und Offline Instrumenten haben wird, den konkreten Plattformen wie Twitter & Co. stehen die PRler allerdings eher kritisch gegenüber. Lediglich 18 Prozent sehen in diesen Tools zentrale Funktionen, was entweder darauf schließen lässt, dass man – wie knappe 4 Prozent der Umfrageteilnehmer – entweder nur von einem Hype ausgeht oder aber der Meinung ist, dass da noch eine stärkere, bessere Plattformlösung auftauchen könnte.

Diese und noch weitere Ergebnisse finden sich nach dem Klick (Dokument öffnet als .pdf): Summary Mediakompass II

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Pressemitteilungen: Es gibt keinen Königsweg

„Fast die Hälfte der Pressemitteilungen, die die befragten Journalisten erhalten, ist für sie vor
dem Hintergrund ihres Ressorts bzw. ihrer thematischen Spezialisierung grundsätzlich irrelevant“, heißt es in dem Ergebnis des ersten Mediakompass‘ von convento und w.komm. Zwar basieren 42 Prozent aller tagesaktuellen Meldungen auf Pressemitteilungen und anderen Pressematerialen, doch vor allem die Journalisten aus dem TV/HF-Bereich beklagen die wenig gezielte Zusendung von Mitteilungen.

Unterschiede in der Nutzung der PR-Materialien zeigen sich in den verschiedenen Mediengattungen: Journalisten der Wochenmagazine und Special-Interest-Blätter greifen häufiger auf PR-Material zurück, als die Kollegen der Tageszeitung. Hier spielen die klassischen Nachrichtenagenturmeldungen eine deutlich größere Rolle als in den anderen Medien.

Richtig interessant wird es bei dem Ergebnis zur Frage, was für Journalisten der Auslöser ist, sich intensiver mit einem Thema auseinander zusetzen. Die Antwort ist eindeutig: Persönliche Erlebnisse und Erfahrungen stehen mit 80 Prozent an erster Stelle. Danach folgen die tagesaktuellen Top-Ereignisse und Pressemitteilungen.

Die oftmals umstrittene Frage (und auch bei uns in der Textwerkstatt häufig diskutiert), wie Journalisten gerne die Texte erhalten wollen – direkt in einer E-Mail oder als Word-Anhang – bekommt dank der Umfrage eine Antwort. Hier hilft ebenfalls der Blick in die verschiedenen Mediengattungen: Journalisten aus Tageszeitungen bevorzugen mit 90 Prozent den gesamten Text direkt in der Email, jeder zweite von ihnen möchte zudem die Pressemitteilung als Word-Dokument. Bei den Kollegen der Fachzeitung ist es umgekehrt: 80 Prozent bevorzugen den Word-Anhang und die Hälfte wünscht die Mitteilung direkt in der Email.

Diese und weitere Erkenntnisse des ersten Mediakompass‘ lassen hoffen, dass es bei dem angekündigten halbjährlichen Turnus der Umfrage, auch in Zukunft weitere Aufschlüsse über das Arbeitsumfeld und das Verhältnis von Journalisten und PR-Verantwortlichen gibt. Der Königsweg im Umgang miteinander wird wohl vorerst weiterhin von Branche und Mediengattung abhängig sein, doch je mehr man über seinen Gegenüber und dessen Arbeitweisen erfährt, je besser wird das Verhältnis werden.

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage (öffnet als .pdf):
Summary Mediakompass

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