Influencer-Marketing für ein Herzensprojekt

Bildung, Wasser und Strom sind Güter, die für uns selbstverständlich sind. Doch auf der Trauminsel Tansania sieht es leider anders aus. Ein Filmteam mit Influencern im Gepäck macht auf die Missstände aufmerksam und dokumentiert Hilfsprojekte im Paradies. 

“Mehr ist mehr!” Das hat sich in diesem Fall die Filmproduktionsfirma Filmemacher Deutschland gedacht. Mit geballter Reichweiten-Power von Social Media Persönlichkeiten und Marken macht sich deutschlands größter Filmemacher Online Community 2016 auf den Weg in das paradiesische Tansania. Das Projekt beginnt vor der Traumkulisse auf der Insel Pemba. Dort kommt das Team zusammen und nächtigt im berühmten 5 Sterne Manta Resort. Aber dieses Luxushotel zeichnen nicht nur die atemberaubenden Unterwasser-Suiten aus, sondern auch die gemeinnützige Arbeit für die Bewohner Tansanias. Unglaubliche 60% der Einnahmen spendet das Resort an Hilfsorganisationen im Land.

Aber die Traumkulisse hält nicht für die nächste Werbekampagne her; gemeinsam reist das Team nach einem kurzen Aufenthalt in den Südwesten des Landes: Mbeya heißt das nächste Ziel der Reise. Um genauer zu sein, das Zion Home, ihre neue Unterkunft. Doch nicht das nächste Sterne-Hotel wartet auf die Crew, sondern ein Waisenhaus der The Olive Branch for Children-Organisation mit der Gründerin Deborah McCracken aus Kanada.

Wer ist das Team?

Der Initiator Sascha Gottschalk von Filmemacher Deutschland, der vor allem für hochwertige Auslands-Dokumentationen und Social Media Events bekannt ist, reist mehrmals im Jahr nach Tansania um dort zu helfen. Für das Life Allstars Project hat er sich Unterstützung von Persönlichkeiten aus der Social Media Branche geholt. Die Influencerin Farina Opoku, die auf ihrem Instagram-Kanal und novalanalove fast eine Million Follower hat und für ihren Lifestyle- und Beauty-Content bekannt ist, ist eine von ihnen. Aber auch die Youtuber*innen Marc Eggers, Joyce Ilg, Crispy Rob, Cheng Loew und viele weitere sind ebenfalls von der Partie. Neben den Social Media Stars beteiligten sich das Mr. Goodlife Lifestyle-Magazin sowie viele weitere helfende Hände.

Durch ihre Bekanntheit schaffen alle Akteure eine Gesamtreichweite von sieben Millionen Follower und eine monatliche Interaktion von über 35 Millionen.  

Was ist das Ziel?

Nur wenige Einwohner profitieren vom Tourismus Tansanias, besonders in der Savanne oder auf benachbarten Inseln haben es die Menschen schwer. Die Gegensätze könnten kaum größer sein. Sauberes, gar fließendes Wasser ist vor allem in der Wüste unvorstellbar. Deswegen reist die Crew von ihrem neuen Domizil täglich dorthin, wo die Hilfsorganisationen im Einsatz sind.

Das Team verschafft sich mit Hilfe der örtlichen Organisationen einen Gesamtüberblick. Sie lernen die Menschen und das Land kennen und setzten sich mit ihren wichtigsten Problemen auseinander. 

Warum so?

Seit Jahren erhalten Entwicklungsländer Spenden aus dem Ausland, genauso wie tatkräftige Unterstützung vor Ort. Auch Prominente und Einflussnehmer aus der Medienwelt scheuen sich nicht, selbst anzupacken, zu spenden oder einen Spendenaufruf zu starten.

Doch trotzdem scheint das Leid der Entwicklungsländer nicht abnehmen zu wollen: es gibt immer noch Menschen, die keinen Zugang zu frischem Trinkwasser, zu Bildung oder zu medizinischer Versorgung haben.

Nie zuvor hatten Influencer, wie wir sie heute kennen, so einen enormen Einfluss auf unser Konsum- und Nutzungsverhalten. Weil unter den Influencern viele Youtuber sind, die ohnehin ihre Followerschaft mit auf Reisen nehmen und ganz persönliche Einblicke gewähren, ist es bei diesem Projekt nicht anders. Professionelle Videos entstehen in der Zusammenarbeit mit dem Filmteam, aber auch die einzelnen Akteure filmen sich auf ihrer Reise.

Für die Verwirklichung der verschiedenen Projekte mit der Hilfsorganisation sind Spenden dringend notwendig. Das wissen auch die Influencer und rufen ihre Community dazu auf, aber anders. Um für die Spendenaufrufe nicht taub zu werden, findet keine monotone Dauerbeschallung statt. Statt immer wieder die gleichen Phrasen und traurige Kinderaugen zu veröffentlichen, zeigt sich jeder individuell und authentisch, wie immer. Und das wirkt.

Ein Herzensprojekt

Eine Wasserleitung, gar einen Brunnen, sucht man vergeblich auf der weniger bekannten Insel Njao. Cheng Loew, der Youtuber reiste ebenfalls mehrmals nach Tansania, um sich ein Bild von dem Land zu machen und kennt vor allem die Probleme der 360 Inselbewohner genau: Wasser! Was für uns selbstverständlich erscheint, ist für die Bewohner ein kostbares Gut. Auf der Insel gibt es kein Wasser, die Einwohner müssen eine regelrechte Tortour auf sich nehmen, um an das überlebenswichtige Gut zu bekommen. Zwischen vier und sechs Stunden sind die Einwohner auf ihren selbstgebauten Booten unterwegs, um auf das Festland zu kommen, wo sie mit Eimern weitere 2 Kilometer laufen, um an einem Brunnen Wasser zu holen und das auch nur zweimal die Woche.

Dieses Schicksal hat Cheng nicht mehr losgelassen und er hat seine Follower auf das Problem der Einwohner aufmerksam gemacht und zum Spenden aufgerufen. Mit dem Geld hat der Youtuber eine Wasserleitung gebaut. Auch wenn das Spendenziel nicht ganz erreicht wurde, stand dem Bau im Nachhinein nichts im Wege, denn Cheng hat draufgelegt. Aus eigener Tasche hat er den Rest  für den Bau finanziert und das ohne mit der Wimper zu zucken – Hut ab, für diesen Einsatz!

Mehr davon!

In einer Zeit, in der Reichweite vor allem für die eigene Vermarktung oder für Werbung her hält, gibt es noch wenige Ausnahmen, die ihr Sprachrohr auch für die wirklich wichtigen Dinge im Leben einsetzen. Auch wenn sie uns nicht direkt betreffen, ist es wichtig diese Probleme zu sehen und im besten Falle auch zu helfen.

Das Projekt zeigt mit allen Akteuren, dass gemeinsam in einer kurzen Zeit Dinge erschaffen werden können, die anderen Menschen ein besseres Leben ermöglichen und das ferne Probleme durch Social Media greifbar werden und wir die Möglichkeit haben, etwas zu verändern.

Auch wenn das Projekt und deren Dokumentation schon drei Jahre zurückliegt, sind jene Probleme vor allem in den Entwicklungsländern immer noch brandaktuell und es wird sicher nicht lange dauern, bis die nächste Social-Media-Crew sich den Problemen annimmt und darauf aufmerksam macht.

 

zu den Kommentaren

Influencer-Marketing für den guten Zweck

Influencer machen Product Placement – das kennen wir schon. Doch manche verbessern auch die Welt.

Wie? Influencer nutzen ihre Reichweite, um auf Probleme und Missstände in der Welt hinzuweisen und Handlungsvorschläge zu geben.

Warum? Weil sie innerhalb ihrer Communities starken Einfluss auf Meinungen und Verhaltensweisen nehmen und diese ändern können.

Wer? Ich zeige euch ein Beispiel.

 

Anzeige, Werbung, Product Placement

Influencer sind, wie das Wort schon sagt, Einflussnehmer und Meinungsmacher. Sie besitzen hohes Ansehen innerhalb ihrer Followerschaft. Sie gelten bei ihren Fans als Experten auf ihrem Gebiet. Sei es zum Thema Mode, Reisen oder Beauty – ihre Follower vertrauen den geposteten Tipps und Aussagen. Damit erreichen sie den Status eines Vorbildes und das besonders für Jugendliche und junge Erwachsene.

In den Posts finden sich vor allem Produktplatzierungen – im Kern also klassische Werbefotos oder-videos, die unter dem Anschein des alltäglichen Lebens verpackt werden. Diese bringen je nach Anzahl der Follower und täglicher Traffic auf dem Profil ein entsprechendes Entgelt. Influencer-Marketing wird von Unternehmen gezielt genutzt, um Kunden innerhalb einer bestimmten Zielgruppe auf ihr Produkt aufmerksam zu machen – eine einfache und vergleichsweise günstige Werbestrategie mit viel Wirkung.

 

Influencer-Marketing unter dem Hashtag #lovetheocean

Erfreulicherweise nutzen einige Influencer ihre Reichweite und Bekanntheit, um auf gesellschaftliche Problematiken und Missstände in der Welt aufmerksam zu machen. Die angesprochenen Themen verbreiten sich schnell und stoßen auch außerhalb der eigenen Community auf Reaktionen.

Die Influencer-Marketing-Kampagne von Davidoff „Cool Water“ und National Geographic läuft seit 2012 unter dem Hashtag #lovetheocean. Dabei steht die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll in den Meeren und an Stränden im Vordergrund. Das Ziel aller Beteiligten ist, bis 2020 zehn Prozent der Weltmeere zu offiziellen Naturschutzgebieten zu erklären und damit großflächige Meeresschutzgebiete zu schaffen.

Bekannte Influencer, wie André Hamann und Scott Eastwood (der Sohn des Schauspielers Clint Eastwood) haben sich an der Aktion beteiligt und bei ihren Followern um Unterstützung gebeten. Eine verkaufte Flasche des Davidoff-Parfums rettet 10.000 Quadratmeter Ozean.

Aufgrund des großen Erfolgs der Kampagne hat André Hamann sie eigenständig verlängert und auf verschiedenste Orte der Welt ausgeweitet: angefangen am Strand in San Diego über den Timmendorfer Strand bis nach Bali. Durch lokale Säuberungsaktionen werden die Strände vom Müll befreit und gleichzeitiges Posting in den sozialen Netzwerken schafft Aufmerksamkeit für die Problematik.

Quelle: Instagram-Profil André Hamann

 

2050: Viel Plastikmüll, weniger Fische

Die Menge an Plastikmüll in den Meeren übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Laut WWF Deutschland landen jährlich circa 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Auf dem Meeresgrund sieht es noch schlimmer aus. Dort befinden sich circa 80 Millionen Tonnen abgesunkener Plastikmüll. Die erschreckende Prognose: im Jahr 2050 befindet sich mehr Plastikmüll wie Fische in den Ozeanen.

Sicherlich ist der Erfolg der Kampagne unter anderem der Bekanntheit der Marke Davidoff zuzusprechen. Fakt ist, dass Davidoff auf der entsprechenden Kampagnenseite Produktplatzierungen vorgenommen und damit Werbung für das Parfum „Cool Water“ gemacht hat. Im Vordergrund stand allerdings jederzeit die Message und die Aktion #lovetheocean. Auch wenn Davidoff sicherlich den ein oder anderen Dollar beim Verkauf eines Parfums kassiert, die gute Absicht steht außer Frage.

Unter dem Hashtag #lovetheocean finden sich aktuell knapp 240.000 Beiträge, welche die Reichweite und den Erfolg der Kampagne verdeutlichen. Sicherlich fallen nicht alle Postings unter die entsprechende Kampagne, allerdings sorgt Davidoff regelmäßig dafür, dass die beliebtesten Beiträge des Hashtags auf die Kampagne aufmerksam machen. Somit wurde wissentlich ein Hashtag gewählt, den viele Instagram-User in einem anderen Zusammenhang nutzen, wie zum Beispiel bei einfachen Strandschnappschüssen aus dem Urlaub am Meer. Gerade dadurch sensibilisiert die Kampagne die Nutzer und Follower für das Thema Umweltverschmutzung.

 

Mit einfachen Mitteln zur großen Wirkung

Nicht immer ist eine große Marke oder ein bekannter Sponsor nötig, um als Influencer Gutes zu tun. Allein das Aussprechen kann in den Köpfen der Follower ein Umdenken bewirken. So machen beispielsweise Mode-Blogger/innen auf das Thema Tierpelz aufmerksam, indem sie in ihren Posts erwähnen, dass sie selbst aus Gründen des Tierschutzes, keinerlei Echt-Pelz tragen. Oder Make-up-Influencer verdeutlichen, dass sie tierversuchsfreie Kosmetik-Produkte verwenden und legen ihren Fans nahe, es ihnen nachzutun. Diese Meinung kann sich durchaus in den Köpfen der Follower verfestigen und weitertragen.

Für Influencer gibt es über das reine Product Placement hinaus, etliche Möglichkeiten innerhalb ihrer Community bestimmte Themen anzusprechen und für Unterstützung zu werben. Gleichzeitig erreichen sie dadurch eine höhere Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit – eine win-win-Situation für alle Beteiligten!

Wie Influencer Cheng Loew es mit Herzblut und einer non-profit-Kampagne geschafft hat, in Tansania eine Wasserleitung zu bauen, erfahrt ihr in wenigen Tagen.

 

zu den Kommentaren