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Social Bookmarks in der Unternehmenskommunikation

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Die eigenen Social Bookmarks via RSS ins Weblog einfließen zu lassen ist ein alter Hut. Dass Social Bookmarks (z.B. del.icio.us, Furl, Mr. Wong) auch die Unternehmenskommunikation unterstützen können, dürfte noch wenigen PR-Leuten bewusst sein. Zwei Möglichkeiten erscheinen mir sinnvoll: Ein Pressespiegel und ein – ich nenne es mal – Themendienst.

Beide Ideen sind extrem simpel, aber meines Wissens noch kaum genutzt (oder?):

  • Der Pressespiegel: Man legt bei einem Social Bookmarking-Service ein Archiv mit Artikeln über die eigene Firma bzw. seinen Kunden an. Das ist vermutlich die einfachste Art, einen Pressespiegel zu pflegen. Der RSS-Feed kann von Kunden und Mitarbeitern abonniert werden – aber auch in die eigene Website einfließen. (Achtung: Bitte prüfen, ob der Bookmark-Dienst das rechtlich zulässt). Natürlich bietet es sich an, in ein solches Archiv auch Blog-Beiträge einzubeziehen.
  • Der Themendienst: Man legt z.B. bei del.icio.us eine Seite an, auf der man Artikel zur Branche des eigenen Unternehmens bzw. des Kunden ablegt. Ziel der Übung: Ein Service für (Fach-)Journalisten (oder Außendienstmitarbeiter), die zu einem Thema auf dem Laufenden bleiben wollen und das Ganze ebenfalls abonnieren können. Eingesetzt wird das z.B. von PR Squared, dort kann man die Details nachlesen und hier das Ergebnis anschauen.

A propos abonnieren: Manche PR-Praktiker sind der Meinung, mit RSS könne man in Deutschland noch nicht viel anfangen, weil ein großer Teil der Journalisten das nicht nutze. Ich weiß nicht, in welchem Maß das so stimmt. Aber: Es gibt auch Social Bookmarking-Services, die ein E-Mail-Abo anbieten (z.B. Furl).

Nicht wirklich überzeugt bin ich übrigens von einem del.icio.us-Hack, über Steve Rubel berichtet: Damit kann man über die Community-Funktion gebookmarkte Seiten (z.B. eigene Whitepapers oder Offene Briefe) für andere Nutzer taggen. Fühlt sich für meinen Geschmack etwas spammig an.

Falls jemand noch mehr Ideen rund um Social Bookmarking in der Unternehmenskommunikation hat: Ich freue mich über Hinweise.

>> Online Marketing Blog: Feeding Journalists With Del.icio.us

  1. Ich finde die beiden Ideen super und werde das demnächst mal versuchen umzusetzen bei uns in der Agentur.
    Was aber noch viel naheliegender ist: Der Einsatz von Social Bookmarking in der Projektarbeit, besonders in der Recherchephase. Da legt man einfach alle relevanten Links zum Projektthema unter einen tag ab und alle Projektteilnehmer hängen am RSS Feed. Gut, man müßte da noch irgendwie differenzieren können. Sagen wir, sowas wie Metadaten, die sagen „wird bearbeitet von Person xy“, „ist relevant für alle“ etc…. Klar, kann man sicher auch mit tags machen, fühlt sich aber zu indefferenziert an. Außerdem müßte man da Emails auch drauflegen können (kann man ja mit email->Rss, eine integrierte Lösung wäre aber besser) und Dateien. So einen RSS Projektstream also. Man, das muß es doch schon geben, oder? Kann Basecamp sowas?
    Nuja, das dazu….

    😉

  2. Die Idee, Bookmarks in der Projektarbeit zu nutzen, liegt wirklich nahe. Meines Wissens setzt IBM das ein und hat ein Bookmark-System im Intranet etabliert. Natürlich kann man vieles auch mit den öffentlichen Diensten machen. Was mich daran aber noch nicht so recht befriedigt: Wie managed man es, wenn jedes Teammitglied einen Beitrag zur Recherche leistet? Ideal fände ich, wenn es so etwas wie Teamaccounts für Social Bookmarking gäbe – dann wäre alles in einem gemeinsamen Archiv und in einem Feed. Kenne aber bisher keinen Ansatz dieser Art. Vermutlich hilft nur, die Feeds der Kollegen zu abonnieren oder die Bookmarks automatisiert in ein gemeinsames Blog zu ziehen. Gibt’s elegantere Ansätze?

  3. Auch das positionieren einzelner Personen aus dem Unternehmen als Experten für Thema xyz oder das bookmarken unter Klarnamen/einfachen Pseudonym (so wie ich es mit Clawier oder KlausEck bei Wong mache) ist eine Möglichkeit, Social Bookmarks in der U-Kom zu nutzen. Teamaccounts? Bei Mister Wong kann z.B. eine (öffentliche oder geschlossene) Gruppe eröffnen, alle einladen, und auch die Links nach Relevanz bewerten und einen Gruppen-Rss-Feed ziehen. Alle Mitglieder der Gruppe können dann Ihre Bookmarks beisteuern. Die Uni-Projektgruppe ist ein super-Beispiel dafür. Wir nutzen sowas auch intern in der Agentur für einzelne Projekte.

  4. Das sind zwei wertvolle Hinweise – vielen Dank. Wir werden wohl die Teamaccounts bei Mr. Wong mal ausprobieren. Ähnliches habe ich inzwischen auch bei folkd.com gesehen. Nervig an der Sache finde ich vor allem, dass ich bereits in Furl um die 750 Bookmarks habe und weitere 300 in del.icio.us. Beide haben spezielle Vorteile: So kann ich bei Furl genau nachvollziehen, wie oft eine von mir gebookmarkte Seite gelesen wird, die Leser können das wie auch bei Flickr kommentieren. Sehr praktisch, um zu sehen, ob das von Christian Clawien erwähnte Agenda Setting funktioniert. Allerdings hat del.icio.us nach meinem Eindruck sehr viel bessere Community-Funktionen – vom Tagging bis zum Netzwerk, das man mit anderen Usern bildet – und: del.icio.us als Platzhirsch bietet mir für meine Themen hervorragende Rechercheergebnisse. Mit einem dritten Bookmark-Archiv dürfte das Ganze nun ziemlich unübersichtlich werden. Aber wie gesagt: Mal testen (irgendwo habe ich auch mal Bookmarklets rumfliegen sehen, mit deren Hilfe man Fundstellen in zwei Bookmark-Dienste legen kann – wenn das nicht schräg ist…)

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