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Mehr als nur lange Duschen

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https://unsplash.com/de/fotos/dusche-aus-grauem-stahl-7bsK3idU8Gc

Wie die deutsche Industrie zur Wasserknappheit beiträgt

Einmal die Toilette spülen verbraucht durchschnittlich etwa 6 Liter Wasser. Das hört sich jetzt unvorstellbar an, aber man müsste 688 Millionen Mal die Toilette spülen, um so viel Wasser zu entnehmen, wie der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF verbraucht. Nur dieser eine Konzern. Insgesamt verbraucht die deutsche Industrie jedes Jahr mehrere Billionen Liter Wasser.

Die deutsche Industrie nutzt also enorme Mengen Wasser. Deutschland gehört überraschenderweise nicht zu den größten Wasserverbrauchern der Welt, laut den Daten des Umweltbundesamtes (UBA), ist unsere Industrie jedoch mit 67,6% für den Großteil des Wasserverbrauchs in unserem Land verantwortlich. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit stellt sich deshalb die Frage: Wie nachhaltig ist unser Wirtschaftsmodell eigentlich?

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BASF-Logo_bw.svg

Wie nutz die Industrie unser Wasser?

Besonders auffällig ist die Chemieindustrie. Riesige Mengen Wasser werden nicht nur für chemische Prozesse, sondern vor allem zum Kühlen von Anlagen genutzt. Jetzt könnte man sagen: „So schlimm ist das nicht. Das Wasser verschwindet schließlich nicht komplett.“ Auch zurückgeleitetes Wasser kann negative Folgen haben. Erwärmtes Kühlwasser verändert Ökosysteme in Flüssen, beeinflusst den Sauerstoffgehalt und belastet Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig sinken in vielen Regionen die Grundwasserstände durch lange Trockenperioden und steigende Entnahmen.

Wasser wird in der Industrie wie eine Selbstverständlichkeit behandelt, die immer verfügbar und billig zu haben ist. Gleichzeitig basiert unser Wirtschaftssystem auf ständigem Wachstum, was steigende Produktion und immer höheren Ressourcenverbrauch als Konsequenz hat, also auch immer mehr Wasser.

Umweltschutz vs. Profitgier

Die Politik versucht zwar gegenzusteuern, etwa durch Effizienzprogramme und strengere Umweltauflagen. Kritiker:innen werfen ihr jedoch vor, wirtschaftliche Interessen häufig höher zu gewichten, als langfristigen Ressourcenschutz. Industrieverbände argumentieren wiederum, dass strengere Vorgaben Arbeitsplätze gefährden und Produktionsstandorte ins Ausland verlagert werden müssten. Es entsteht also ein Spannungsfeld zwischen Umweltschutz und Profitgier.

https://unsplash.com/de/fotos/ein-rohr-aus-dem-wasser-austritt-4FL8iqLdUP4

Wem gehört Wasser?

Am Ende geht es um eine entscheidende Frage: „Wem gehört Wasser?“ Unternehmen brauchen Wasser, um Produkte herzustellen und wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen. Gleichzeitig ist Wasser keine beliebig ersetzbare Ressource. Niemand fordert, Fabriken abzuschalten oder Produktion unmöglich zu machen. Aber wenn gleichzeitig an Haushalte appelliert wird, kürzer zu duschen, während Konzerne Billionen Liter nutzen, entsteht ein Gefühl von Ungleichgewicht.

Während Wasser eine überlebenswichtige Ressource ist, ist die Industrie das nicht. Profit sollte nicht über die Gefahr gestellt werden, kritische Infrastruktur zu gefährden.

Wasserknappheit ist keine Zukunftsfrage mehr sondern eine Verteilungsfrage. Und vielleicht sollten wir weniger darüber reden, wie lange Menschen duschen und mehr darüber, wie wir entscheiden, wofür unser Wasser verwendet wird.

https://unsplash.com/de/fotos/braune-und-weisse-blute-unter-blauem-himmel-tagsuber-EJsytfsc2UQ

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/wasserressourcen-ihre-nutzung

https://www.destatis.de/EN/Themes/Society-Environment/Environment/Environmental-Economic-Accounting/raw-material-flows-water/-aktuell-water-abstraction

https://report.basf.com/2024/en/combined-managements-report/consolidated-sustainability-statement/environment/e3-water

https://www.umweltbundesamt.de/en/topics/water/water-resource-management/nationale-wasserstrategie

https://www.fao.org/aquastat/en/overview/methodology/water-use

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