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Medienphänomen Tierbaby

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Es gibt unumstössliche Medienweisheiten. Eine davon lautet: Tiere gehen immer – und Tierbabies sowieso.

Das wissen auch die Verantwortlichen des Zoo Antwerpen, die sich seit dem letzten Wochenende über elefantösen Nachwuchs freuen dürfen. Kai-Mook heißt der kleine Dickhäuter und mit den Pflegern freuten sich Belgien und die ganze Welt gleich mit – die Geburt am Sonntag konnte nämlich online via Livestream direkt mitverfolgt werden.

Drei Webcams hatten die Pfleger aufgestellt und vor dem Hauptbahnhof Antwerpen (in der Nähe des Zoos) bauten sie – zur Begeisterung der Belgier – eine Leinwand zum Public Viewing der tierischen Art auf. Die Videos der Geburt finden sich nun wie selbstverständlich auf Youtube und dem eigens eingerichteten „Corporate Weblog“ Baby-Olifant, auf dem nach wie vor über den Gesundheitszustand der Mutter und des Nachwuchses berichtet wird.

Ein Publicity-Coup, der jetzt schon für klingende Kassen sorgt. Denn anders als das Elefantenbaby, das vor gut zwei Jahren in Hamburg geboren wurde, hat es „Neuzugang“ Kai-Mook mit Hilfe von Webcams, eines Blogs und einer Leinwand schon über die nationalen Grenzen hinweg zum kleinen Star gebracht, wie diverse Nachrichtenbeiträge beweisen.

Der Name Kai-Mook (Perle oder Hoffnungsträger) ist, wie damals beim Nürnberger Eisbärbaby Flocke, einer der aus aller Welt eingegangenen Vorschläge der Elefantenfans. 8.000 sollen es am Ende gewesen sein – schon hier zeigte sich die überraschende Reichweite der Live-Übertragung und kontinuierlichen und regelmäßigen multimedialen Kommunikation zwischen Zoo und Besuchern (in spe).

Ein Weblog, drei Webcams plus Leinwand in Verbindung mit einer Geburt haben dem Zoo Antwerpen mit vergleichsweise preiswertem PR-Aufwand ungemein viele Sympathien eingebracht, die sich unweigerlich in zahlende Zoobesucher und somit steigende Einnahmen ausdrücken werden.

Hart erarbeitete Sympathien verspielt man übrigens fast zeitgleich momentan in Berlin. Zweieinhalb Jahre nach der Geburt des Star-Eisbären Knut streiten sich der Zoologische Garten Berlin und der Tierpark Neumünster kleinlichst vor Gericht um die millionenschweren Einnahmen aus der Merchandising-Vermarktung des „Goldbären“.

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