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IBMs Second Life

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Das Online-Spiel SecondLife (SL) gewinnt auch für Business-Nutzungen an Bedeutung. Nachdem sich dort unter anderem bereits Toyota und Adidas tummeln und die PR-Agentur Text 100 eine Filiale hingestellt hat, hält nun IBM ein Alumni-Treffen auf „Almaden Island“ ab, wie Philippe Borremans, Social Software-Evangelist bei IBM Europe (ob er das gerne hört?) berichtet.

„Yes, your heard correctly, IBM has an island on SecondLife – the 3D online virtual world – and will use it to foster collaboration between employees, ex-employees and industry colleagues“, schreibt Philippe. Bisher habe die Alumni-Gruppe – also die ehemaligen Mitarbeiter von IBM – vorwiegend ihr zu Hause in openBC gehabt. Nun wird es beim ersten Meeting in SL einen Vortrag geben, und wie sich das Meeting dann weiterentwickelt, sind die Organisatoren selbst gespannt.

Diese Idee ist eigentlich logisch. Denn gegenüber z.B. Skypecasts bietet das avatarbasierte und damit natürlich dreidimensionale Spiel sehr viel bessere Möglichkeiten der Interaktion, denn Kommunikation in der dritten Dimension ist reichhaltiger (ein Begriff aus der Kommunikationsforschung) als reine Telefonkonferenzen. Hinzu kommt: Ohne nachzudenken, nimmt in SL jeder Teilnehmer eine rollenbasierte Identität an und wird Teil eines eigenen sozialen Netzwerkes.

Betrachtet man die Gesellschaft mit solchen Netzwerkansätzen, wie sie u.a. durch den Soziologen Barry Wellman entwickelt wurden, so entsteht auf der Ebene der Unternehmenskommunikation die Aufgabe, an existierenden virtuellen und realen sozialen Netzwerken teilzuhaben sowie solche Netzwerke zu pflegen bzw. aufzubauen. Mit der Alumni-Gruppe (so etwas gibt es sonst eher bei Unternehmensberatungen und Hochschulen) nimmt IBM offensichtlich diese Aufgabe an. Das Bemerkenswerte daran ist, dass hier innovativ ausgelotet wird, inwiefern das Social Web eine Infrastruktur liefert, um ein Business-Netz zu pflegen und zu entwickeln.

Es ist durchaus vorstellbar, dass sich digitale Welten, wie sie durch SecondLife geschaffen werden, als Raum für virtuelle Meetings etablieren (so wie dort auch Konzerte stattfinden) – weltweit problemlos zugängliche Plattformen wie SL sind da natürlich besonders attraktiv, zumal Unternehmen sich dadurch womöglich sparen, eigene Plattformen zu entwickeln – sofern die jeweiligen Privacy-Anforderungen erfüllt sind. Robert Basic schrieb dazu vor ein paar Wochen:

„Bestes Beispiel der Vordenker Joi Ito, der intensiv zwischen den Welten von WoW und Second Life pendelt. Man veranstaltet hier und da gar ein virtuelles Businessmeeting, projiziert via Webcam Echtbilder in die Umgebung von Second Life, während man in einem abgeschotteten Konferenzraum mit anderen Avataren (den Spielfiguren) zusammenhockt.“

>> Basic Thinking: Business Meetings in Second Life
>> New World Notes: Weblog zu SL

  1. Philippe BorremansNo Gravatar

    Hi Thomas,

    „Social Software-Evangelist bei IBM Europe“ man… what a title… Just for the record and transparency, I am an enthusiast PR person with a huge interest in new media, and yes I am part of a group of communicators at IBM who work with those tools on a very regular basis. But please don’t call me an evangelist… Let’s just say I love to talk and write about these new developments 😉

    By the way, would love to interview you one of these… Thinking of starting a podcast on a regular basis. Let me know if you’re interested.

    Auf wiederzehn !

  2. Thomas PleilNo Gravatar

    Hi Philippe,

    to be honest, I was expecting that you won’t like this title – sorry for that teasing 😉

    Your idea of a podcast sounds great, looking forward listening to it – and yes it’s great, if you think it’s interesting involing us in some way. We’ll keep in touch…

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