Die PRaktiker (9): Thorsten zur Jacobsmühlen

Steckbrief zur Person:

Name: Thorsten zur Jacobsmühlen

Alter: 39

Aktuelle Tätigkeit: Thorsten zur Jacobsmühlen ist selbständiger Berater für Personalmarketing und e-Recruiting-Strategien. Außerderm ist er Autor des Weblogs blogaboutjob.

PR-Fundsachen: Herr zur Jacobsmühlen, wie sieht Ihre Arbeit als Berater für Personalmarketing aus?

Thorsten zur Jacobsmühlen: Auf jeden Fall vielfältig. In der klassischen Beratung ist der Weg eher das Ziel. Bei mir sind es konkrete und messbare Ergebnisse, die der Kunde erwartet. Da der Kern meiner Bemühungen immer webbasiert ist, schaue ich zunächst einmal, ob das Unternehmen über das nötige Rüstzeug verfügt. Meistens ist es so, dass die Optik stimmt, aber die Unternehmenswebsites für heutige Recruiting- und Personalmarketingzwecke schlichtweg nichts taugen.

Auf dieser Basis entwickle ich Ideen, die auf das Unternehmen zugeschnitten sind. Wichtig dabei ist, dass diese Bemühungen nicht wie bei klassischen Werbeaktionen kurzfristigen Erfolg bringen, sondern sich stetig entwickeln. Seine Bemühungen im Web muss man pflegen. Selbst der lustigste Film auf YouTube nutzt nicht viel, wenn dahinter einfach nichts mehr kommt. Klar gewinne ich Aufmerksamkeit, aber ich binde meine Zielgruppe damit nicht langfristig. Aber genau das ist die Aufgabe – meine Aufgabe. Für die Unternehmen bedeutet das aber auch, dass ich völlig neue Aufgaben und Methoden mitbringe.

PR-Fundsachen: Was macht einen – optional oder insbesondere Sie als – Personalmarketing-Berater aus?

Thorsten zur Jacobsmühlen: Wissen und Erfahrung im Allgemeinen, Leidenschaft im Speziellen. Ich selbst verkaufe Nutzen. Nutzen, der auf meinem Wissen basiert. Mit zwölf Jahren habe ich angefangen kleine Programme zu schreiben, seit 1993 bin ich online und seit elf Jahren im Personalmarkt tätig. Und ich mache jeden Trend und Neuerung mit, um zu schauen, ob ich ihn für die Probleme meiner Kunden nutzen kann. Mein Vorteil ist, dass ich sowohl technisches Wissen als auch Branchenerfahrung und gute Ideen einbringe. Außerdem macht es mir unglaublichen Spaß.

PR-Fundsachen: Welche Perspektiven sehen Sie als Personalmarketing-Berater für ausgebildete Online-PRler mit fundierten Social Web-Kenntnissen auf dem Arbeitsmarkt und wie kann man diese optimieren?

Thorsten zur Jacobsmühlen: Mittelfristig gesehen, wird es da spannende Aufgaben in den Unternehmen geben. Die Kommunikation wird zum Kern der Marketingstrategien. Und hier wird auch nicht mehr getrennt werden können zwischen Produkt- oder Personalmarketing. Spätestens wenn sich die Kommunikationskultur wandelt, werden PR-Fachleute gefragt sein. Eigentlich müsste das heute schon so sein. Aber der Wandel vollzieht sich im deutschsprachigen Raum äußerst schleppend.

Um Momentan einen Job in der Unternehmens-PR zu bekommen, ist Aktion angesagt. Hier muss man eben seine Haut zu Markte tragen. Das heißt, schauen welche Unternehmen beginnen oder schon dabei sind, sich im Social Web zu tummeln. Hier den Kontakt suchen und einfach das Thema ansprechen. Gerade im Personalwesen hat man es mit Menschen zu tun, deren Fokus nicht die PR ist und die manchmal froh sind, wenn jemand Hilfe anbietet. Nur man beschäftigt sich aktiv nicht mit dem Thema, weil es vermeintlich nicht zu den Schwerpunkten gehört. Also muss man es bei den Leuten in Erinnerung rufen.

Eine gute Sache ist mit anderen PR-Profis Veranstaltungen ins Leben zu rufen, wo man über das Thema referiert, Personaler und Marketingentscheider einlädt und sich somit ins Gespräch und das Thema auf den Tisch bringt. Das ist an und für sich zwar aufwändig und zeitraubend, steigert aber den eigenen Bekanntheitsgrad und bringt irgendwann auch den ein oder anderen Job.

PR-Fundsachen: Herr zur Jacobsmühlen, vielen Dank für dieses Interview.

Sämtliche im Rahmen der Kurzinterviewreihe „Die PRaktiker“ entstandenen Antworten und Texte sind ebenso wie die Bilder Eigentum unserer Interviewpartner und erscheinen mit ihrer Genehmigung, so fern nicht anders mit uns ausgemacht, ausschließlich im Studiengangsweblog zum Schwerpunkt Online-PR der Hochschule Darmstadt, den PR-Fundsachen (http://www,pr-fundsachen.de). Sollte Interesse an einem der Texte/ Interviews bestehen, bitten wir darum, sich mit uns bzw. unserem Interviewpartner in Verbindung zu setzen.

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