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Die PRaktiker (15): Mike Schnoor

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Steckbrief zur Person

Name: Mike Schnoor

Alter:31 Jahre

Aktuelle Tätigkeit: Mike Schnoor ist Teamleiter PR & Corporate Communications bei sevenload, einem der weltweit größten Social Media Networks für WebTV, Videos und Fotos. In der Rheinmetropole Köln verantwortet er bei sevenload die Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenskommunikation und Verbandsarbeit des Unternehmens. Zu seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten zählen sein Engagement als Unitleiter Business Development / Marketing und Gründungsmitglied der Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V sowie die Organisation des Twittwoch Köln.

PR-Fundsachen: Herr Schnoor, wie sind Sie zur PR gekommen?

Mike Schnoor: Wie gelangt man zu einer verantwortungsvollen Position? Von meinen Anfängen im Zeitungsverlag bis zum nuklearen Winter der Internetbranche nach der Jahrtausendwende begeisterten mich Medien. Schreiben war eine Leidenschaft, dessen größte Errungenschaft die Meinungsbildung der Leser ist.

Während meines Studiums des Internationalen Managements befasste ich mich fast täglich mit Weblogs – nicht nur als Leser, sondern als aktiver Autor. Themen aus Social Media oder dem damaligen Web 2.0, die gesamte Medienlandschaft, Management, Marketing, Kommunikation und Public Relations bildeten nach kurzer Zeit die eigentlichen Schwerpunkte meines Blogs unter www.sichelputzer.de – beim Schreiben setze ich mittlerweile auf eine fachliche Ausrichtung. Als einer der wenigen meiner Kommilitonen vertraute ich damals auf diese digitale Selbstinszenierung zur Stärkung meiner persönlichen Online Reputation.

Wohl aus diesem Engagement wurde das damals noch junge Start-up Unternehmen sevenload auf mich aufmerksam und bot mir die einzigartige Chance an, die Pressearbeit von sevenload.com in klassischen und herausfordernden Social Media Umfeldern zu gestalten. Das Unternehmen konnte durch diese einzigartige Konstellation der Pressearbeit zahlreiche Erfolge feiern und sich als authentisches Unternehmen am Markt positionieren.

Als Kommunikator des Unternehmens entwickelte ich einen sicheren Kompass, um zwischen effizienter und wirksamer PR-Arbeit und authentischer Social Media Kommunikation glaubwürdig zu navigieren. Unser Unternehmen ist auf den Grundpfeilern von Social Media gebaut. Wir haben uns mit Premium-TV-Inhalten und Musikvideos bei sevenload zu einem Teil der Lösung für die moderne Unterhaltungsindustrie entwickelt. Deswegen freuen wir uns über unsere Mitarbeiter, wenn Sie sich aktiv mit ihrem Fachwissen in Sozialen Netzwerken beteiligen und unser digitales Produkt durch ihr Engagement technisch und inhaltlich weiter verbessern.

PR-Fundsachen: Welche Fähigkeiten sollten kommende PRler in den Beruf mitbringen?

Mike Schnoor: Begeisterungsfähigkeit, Leidenschaft und Freude an der Kommunikation sind die wichtigsten Voraussetzungen, um in der modernen Medienwelt auch wirklich Fuß fassen zu können. Im Kern jeglicher Anforderungen an PRler findet sich der Grundgedanke fachbereichsübergreifend zu denken. In absehbarer Zeit müssen PRler wie bisher auch Spezialisten in ihren jeweiligen Fachausrichtungen sein, jedoch benötigen Unternehmen und Agenturen echte Generalisten mit Weitblick, die sich von ihren Scheuklappen befreien und Brücken schlagen können zwischen der Fachdisziplin Public Relations und anderen Unternehmensbereichen.

Vor dem Hintergrund von Social Media muss PR beispielsweise auch mit Marketing, Vertrieb, Kundenservice oder Personalwesen zusammenarbeiten. Im Netz sind entsprechende Anlaufstellen zu schaffen, wo sich zukünftige Mitarbeiter, die Kunden mit ihren Rezensionen oder Kritik, aber auch potenzielle Wettbewerber tagtäglich aufhalten. Zusammenhalt für das Erreichen der Unternehmensziele, ein gemeinschaftliches Gefühl der Kommunikation und die Miteinbeziehung sämtlicher Fachbereiche darf von Public Relations verstärkt gestaltet werden. Schließlich ist alles und jeder ein möglicher Kommunikator oder Multiplikator dank der geringen Eintrittsbarrieren zur Publikation und neuen kommunikativen Freiheiten im Netz. Diese neue Form der Medienkompetenz wird in Kombination mit den bisherigen Instrumenten der PR zur Voraussetzung für den Erfolg jeglicher Maßnahmen und Aktivitäten sein, woran sich kommende PRler messen müssen.

PR-Fundsachen: Wohin wird sich die Online-PR in der Zukunft entwickeln?

Mike Schnoor: In unserer deutschen Presselandschaft nutzen mittlerweile zahlreiche Verlage das Potenzial von Social Media zur Informationsverbreitung, Monetarisierung und Kommunikation von redaktionellen Inhalten. Die Wasserträger der Verlage, ihre Redaktionen und Journalisten, verhalten sich ähnlich. Sie optimieren jedoch ihre professionelle Arbeitsweise mit Social Media – im Grunde genommen als Werkzeug: Journalisten nutzen beispielsweise Twitter als Tool zur Informationsbeschaffung bei den für sie wichtigsten Quellen. Das Echtzeit-Web dient ihnen dabei als Themen-Seismograph für ihre Recherche.

Kommen Journalisten und Unternehmensvertreter zusammen, treffen sie sich als Menschen im Dialog auf Augenhöhe. Sie verstehen Social Media als Werkzeug zur aktiven Pressearbeit und für den Austausch untereinander – jeden Tag, rund um die Uhr und teilweise sogar im Urlaub. Wer Twitter und Social Media zur Pflege seiner digitalen Beziehungen nicht einsetzt, wird künftig nicht mehr über klassische Pressearbeit von den wichtigsten Meinungsbildnern wahrgenommen werden.

Nicht nur der klassische Journalist, sondern einzelne Personen werden künftig als Meinungsbildner in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Digitale Beziehungen müssen mit Kunden, Partnern, Mitarbeitern, Expatriates, Familienangehörigen, Freunden, Konsumenten, Sachbearbeitern, Auszubildenden, Studierenden, Redaktionen, Politikern, Fachbereichen, Bloggern, Twitternutzern, Konkurrenten geführt werden – im Prinzip erfordert das Aufgabenspektrum der Online-PR die richtige Ansprache von unzähligen Zielgruppen und ihre Steuerung. Eine gelungene Beeinflussung dieser unterschiedlichen Meinungsbildnern und Multiplikatoren entwickelt sich dabei zu einer willkommenen Herausforderung und gleichzeitig zu einer authentischen und transparenten Form der modernen Kommunikation in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

PR-Fundsachen: Herr Schnoor, vielen Dank für dieses Interview!

Sämtliche im Rahmen der Kurzinterviewreihe „Die PRaktiker“ entstandenen Antworten und Texte sind ebenso wie die Bilder Eigentum unserer Interviewpartner und erscheinen mit ihrer Genehmigung, so fern nicht anders mit uns ausgemacht, ausschließlich im Studiengangsweblog zum Schwerpunkt Online-PR der Hochschule Darmstadt, den PR-Fundsachen (https://www.pr-fundsachen.de). Sollte Interesse an einem der Texte/ Interviews bestehen, bitten wir darum, sich mit uns bzw. unserem Interviewpartner in Verbindung zu setzen.

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