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Die PRaktiker (13): Anja Beckmann

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Steckbrief zur Person

Name: Anja Beckmann

Alter: 37

Aktuelle Tätigkeit: Als Inhaberin von Anja Beckmann PR – Agentur für Kommunikation (Köln) greift sie auf 17 Jahre Erfahrung aus Journalismus und PR zurück: Anja Beckmann hat die Unternehmenskommunikation von Starbucks geleitet, die Marken-PR des weltweit zweitgrößten Nahrungsmittelunternehmens Kraft Foods verantwortet, war für die Agentur FischerAppelt und sieben Jahre lang als Journalistin tätig. Mit ihrer eigenen Agentur betreut sie nun Kunden in den Bereichen interne und externe Kommunikation sowie Corporate Social Responsibility (CSR). Nachdem ihr Schwerpunkt lange Zeit auf Pressearbeit und Online-PR lag, spielt Social Media eine zunehmend große Rolle. Anja Beckmann nutzt auch für sich selbst das Web 2.0 und kommuniziert über ihr Blog, Facebook und Twitter.

PR-Fundsachen: Frau Beckmann, wie sind Sie zur PR gekommen?

Anja Beckmann: Ursprünglich wollte ich Journalistin werden: Denn ich konnte schon immer gut schreiben, war neugierig auf Menschen und Themen. Mit 18 Jahren fing ich als freie Journalistin bei unserer lokalen Tageszeitung an. Vor und während meines Germanistik-Studiums war ich dann sieben Jahre lang für verschiedene Printmedien und Hörfunksender im Einsatz. Doch über Praktika stellte ich fest, dass die PR noch mehr meinen Vorstellungen entspricht.

Der PR-Beruf ist einfach sehr vielfältig: Das Aufgabenspektrum reicht von der Beratung über die Konzeption bis hin zur Umsetzung der Maßnahmen – dazu gehört auch das Texten. Ich kommuniziere zu Unternehmen und Produkten, mache sie so bekannt, positioniere sie im Wettbewerb, stärke ihren guten Ruf und schütze sie durch Issues- und Krisenmanagement gleichzeitig.

Schon während meines PR-Volontariats bei der Agentur FischerAppelt habe ich Markenartikler betreut. Danach war ich sieben Jahre lang für Kraft Foods tätig und habe als Pressesprecherin die Marken- und Produkt-PR verantwortet – unter anderem für Milka, Jacobs und Philadelphia. Von diesen bekannten Marken ging es zu Starbucks: Bei der Kaffeehauskette habe ich die deutsche Unternehmenskommunikation geleitet, mit den Bereichen interne und externe Kommunikation sowie CSR. Ein wichtiges Thema dort war Social Media – Starbucks hat weltweit über sieben Millionen Facebook-Fans und rund eine Million Twitter-Follower. Mit meiner eigenen Agentur „Anja Beckmann PR“ liegt mein Schwerpunkt nun auf Pressearbeit, Online-PR und Social Media für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen.

PR-Fundsachen: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sollten kommende PRler in den Beruf mitbringen?

Anja Beckmann: Für kommende PRler spielt neben dem Fachwissen auch die Persönlichkeit eine wichtige Rolle. Sie sollten kommunikativ, begeisterungsfähig, kreativ und aufgeschlossen sein. Wichtig ist zudem die Fähigkeit, übergreifend zu denken und mit anderen zu kooperieren. Ob Marketing, Human Resources, Vertrieb oder Kundenservice – nur im Zusammenspiel mit diesen Abteilungen ist eine integrierte Kommunikation möglich.

Frühzeitig sollte der PR-Nachwuchs sich überlegen, welchen Weg er beruflich einschlagen will: Möchte er später als PR-Generalist oder Spezialist arbeiten? Entsprechend sollte er seine Kenntnisse entwickeln. Ein Generalist benötigt den Überblick über ganz unterschiedliche PR-Bereiche – zum Beispiel Pressearbeit, interne Kommunikation, Krisenkommunikation, Public Affairs, Investor Relations oder CSR. Ein Spezialist geht bei seinem Fachbereich dagegen sehr in die Tiefe. Zudem sollten PR-Leute Trends in ihrem Berufsfeld erkennen können und ihre Kenntnisse stets aktuell halten. Wurde Krisenkommunikation als PR-Trendthema von CSR abgelöst, so ist es nun Social Media.

PR-Fundsachen: Wohin wird sich die Online-PR in der Zukunft entwickeln?

Anja Beckmann: Eine Website ist inzwischen Standard für Unternehmen. Auch die Kontaktpflege zu den Online-Ablegern der klassischen Medien gehört zum PR-Instrumentarium. Ich glaube, dass künftig auch Social Media fester Bestandteil im Kommunikationsmix sein wird – wo immer es zum Unternehmen und seinen Zielgruppen passt. Zurzeit sind Markenartikler und Technologieunternehmen in diesem Feld die Vorreiter. Bleibt zu hoffen, dass auch die andere Unternehmen mit langfristig angelegten Strategien nachziehen. Und dafür brauchen PR-Berater oder -Manager relativ neues Wissen und Fertigkeiten: Sie müssen die Social Media-Landschaft sowie ihre Meinungsführer kennen, über Plattformen wie Facebook oder Twitter zielgruppengerecht kommunizieren können und gleichzeitig neue Trends im Blick behalten.

PR-Fundsachen: Frau Beckmann, vielen Dank für dieses Interview!

Sämtliche im Rahmen der Kurzinterviewreihe „Die PRaktiker“ entstandenen Antworten und Texte sind ebenso wie die Bilder Eigentum unserer Interviewpartner und erscheinen mit ihrer Genehmigung, so fern nicht anders mit uns ausgemacht, ausschließlich im Studiengangsweblog zum Schwerpunkt Online-PR der Hochschule Darmstadt, den PR-Fundsachen (https://www.pr-fundsachen.de/). Sollte Interesse an einem der Texte/ Interviews bestehen, bitten wir darum, sich mit uns bzw. unserem Interviewpartner in Verbindung zu setzen.

  1. heiko

    danke für-n hinweis, supper artikel

  2. Super Artikel. Er gibt gute Auskunft darüber, wie sich das ganze in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

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