Influencer-Marketing für den guten Zweck

Influencer machen Product Placement – das kennen wir schon. Doch manche verbessern auch die Welt.

Wie? Influencer nutzen ihre Reichweite, um auf Probleme und Missstände in der Welt hinzuweisen und Handlungsvorschläge zu geben.

Warum? Weil sie innerhalb ihrer Communities starken Einfluss auf Meinungen und Verhaltensweisen nehmen und diese ändern können.

Wer? Ich zeige euch ein Beispiel.

 

Anzeige, Werbung, Product Placement

Influencer sind, wie das Wort schon sagt, Einflussnehmer und Meinungsmacher. Sie besitzen hohes Ansehen innerhalb ihrer Followerschaft. Sie gelten bei ihren Fans als Experten auf ihrem Gebiet. Sei es zum Thema Mode, Reisen oder Beauty – ihre Follower vertrauen den geposteten Tipps und Aussagen. Damit erreichen sie den Status eines Vorbildes und das besonders für Jugendliche und junge Erwachsene.

In den Posts finden sich vor allem Produktplatzierungen – im Kern also klassische Werbefotos oder-videos, die unter dem Anschein des alltäglichen Lebens verpackt werden. Diese bringen je nach Anzahl der Follower und täglicher Traffic auf dem Profil ein entsprechendes Entgelt. Influencer-Marketing wird von Unternehmen gezielt genutzt, um Kunden innerhalb einer bestimmten Zielgruppe auf ihr Produkt aufmerksam zu machen – eine einfache und vergleichsweise günstige Werbestrategie mit viel Wirkung.

 

Influencer-Marketing unter dem Hashtag #lovetheocean

Erfreulicherweise nutzen einige Influencer ihre Reichweite und Bekanntheit, um auf gesellschaftliche Problematiken und Missstände in der Welt aufmerksam zu machen. Die angesprochenen Themen verbreiten sich schnell und stoßen auch außerhalb der eigenen Community auf Reaktionen.

Die Influencer-Marketing-Kampagne von Davidoff „Cool Water“ und National Geographic läuft seit 2012 unter dem Hashtag #lovetheocean. Dabei steht die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll in den Meeren und an Stränden im Vordergrund. Das Ziel aller Beteiligten ist, bis 2020 zehn Prozent der Weltmeere zu offiziellen Naturschutzgebieten zu erklären und damit großflächige Meeresschutzgebiete zu schaffen.

Bekannte Influencer, wie André Hamann und Scott Eastwood (der Sohn des Schauspielers Clint Eastwood) haben sich an der Aktion beteiligt und bei ihren Followern um Unterstützung gebeten. Eine verkaufte Flasche des Davidoff-Parfums rettet 10.000 Quadratmeter Ozean.

Aufgrund des großen Erfolgs der Kampagne hat André Hamann sie eigenständig verlängert und auf verschiedenste Orte der Welt ausgeweitet: angefangen am Strand in San Diego über den Timmendorfer Strand bis nach Bali. Durch lokale Säuberungsaktionen werden die Strände vom Müll befreit und gleichzeitiges Posting in den sozialen Netzwerken schafft Aufmerksamkeit für die Problematik.

Quelle: Instagram-Profil André Hamann

 

2050: Viel Plastikmüll, weniger Fische

Die Menge an Plastikmüll in den Meeren übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Laut WWF Deutschland landen jährlich circa 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Auf dem Meeresgrund sieht es noch schlimmer aus. Dort befinden sich circa 80 Millionen Tonnen abgesunkener Plastikmüll. Die erschreckende Prognose: im Jahr 2050 befindet sich mehr Plastikmüll wie Fische in den Ozeanen.

Sicherlich ist der Erfolg der Kampagne unter anderem der Bekanntheit der Marke Davidoff zuzusprechen. Fakt ist, dass Davidoff auf der entsprechenden Kampagnenseite Produktplatzierungen vorgenommen und damit Werbung für das Parfum „Cool Water“ gemacht hat. Im Vordergrund stand allerdings jederzeit die Message und die Aktion #lovetheocean. Auch wenn Davidoff sicherlich den ein oder anderen Dollar beim Verkauf eines Parfums kassiert, die gute Absicht steht außer Frage.

Unter dem Hashtag #lovetheocean finden sich aktuell knapp 240.000 Beiträge, welche die Reichweite und den Erfolg der Kampagne verdeutlichen. Sicherlich fallen nicht alle Postings unter die entsprechende Kampagne, allerdings sorgt Davidoff regelmäßig dafür, dass die beliebtesten Beiträge des Hashtags auf die Kampagne aufmerksam machen. Somit wurde wissentlich ein Hashtag gewählt, den viele Instagram-User in einem anderen Zusammenhang nutzen, wie zum Beispiel bei einfachen Strandschnappschüssen aus dem Urlaub am Meer. Gerade dadurch sensibilisiert die Kampagne die Nutzer und Follower für das Thema Umweltverschmutzung.

 

Mit einfachen Mitteln zur großen Wirkung

Nicht immer ist eine große Marke oder ein bekannter Sponsor nötig, um als Influencer Gutes zu tun. Allein das Aussprechen kann in den Köpfen der Follower ein Umdenken bewirken. So machen beispielsweise Mode-Blogger/innen auf das Thema Tierpelz aufmerksam, indem sie in ihren Posts erwähnen, dass sie selbst aus Gründen des Tierschutzes, keinerlei Echt-Pelz tragen. Oder Make-up-Influencer verdeutlichen, dass sie tierversuchsfreie Kosmetik-Produkte verwenden und legen ihren Fans nahe, es ihnen nachzutun. Diese Meinung kann sich durchaus in den Köpfen der Follower verfestigen und weitertragen.

Für Influencer gibt es über das reine Product Placement hinaus, etliche Möglichkeiten innerhalb ihrer Community bestimmte Themen anzusprechen und für Unterstützung zu werben. Gleichzeitig erreichen sie dadurch eine höhere Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit – eine win-win-Situation für alle Beteiligten!

Wie Influencer Cheng Loew es mit Herzblut und einer non-profit-Kampagne geschafft hat, in Tansania eine Wasserleitung zu bauen, erfahrt ihr in wenigen Tagen.

 

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