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Fünf Stunden Medien-Nebenjob – Jung & Alt sind 2025 gleich betroffen?

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Verfasst von Vanessa W.

Medienkonsum frisst 1/3 der Tageszeit – besonders bei den Randgenerationen.
Quelle: YouGov, Onlinebefragung „Media Consumption Report Germany 2025“, Deutschland, n=1.030, Erhebungszeitraum April–Mai 2025.

Deutschland arbeitet 2025 längst nicht mehr nur im Büro. Ich arbeite jeden Tag einen Nebenjob und ihr auch:

Wir sind halbtags beim Bildschirm angestellt. Werktags verbringt schon ein spürbarer Teil der Deutschen fünf Stunden oder mehr mit Medien und am Wochenende wird der Medienkonsum für fast ein Viertel zum Vollzeitprogramm.

So teilt sich ein typischer Tag der Generationen auf.

Direkt zu Beginn dieses Beitrages zeigt die Hauptgrafik, wie ähnlich sich die Tagesstruktur aller Generationen geworden ist: Medienkonsum ist für Gen Z genauso präsent wie für Babyboomer. Beide Generationen verbringen rund ein Drittel ihrer Wachstunden damit, Medien zu nutzen. Selbst Millennials und Gen X, die eigentlich mitten im Leben stehen, kommen oft über fünf Stunden Mediennutzung. Medienzeit ist für viele längst kein Hobby, sondern eine feste Tagesaufgabe.

Mein Nebenjob der Medienkonsum.

Eine repräsentative Studie von YouGov aus April / Mai 2025 mit 1.030 Befragten in Deutschland zeigt, dass unser Alltag wie eine Stechuhr für den Medienrausch ist. Ein großer Teil der Menschen liegt bei ein bis fünf Stunden Medienzeit, aber die Gruppe mit 5+ Stunden ist alles andere als klein. Rechnet man das zusammen, wirkt Mediennutzungwie ein Nebenjob nach der eigentlichen Arbeit oder dem Studium, aber nur dass der Lohn nicht in Geld, sondern in müden Augen, voller Timeline und einem Kopf ausgezahlt wird, der ständig auf Bereitschaft ist.

Provokant formuliert: Eigentlich sollte man als Teil der Gen Z in dieser Lebensphase sein Leben aufbauen, Karriere und Beziehungen sortieren, aber viele schieben lieber eine zweite Schicht am Handy, statt Zeit für andere Lebensbereiche zu nutzen.

Wie fühlt sich dieses Medienprogramm in Stunden an?

Die folgende Grafik zeigt, wie viele Stunden tatsächlich „Nebenjob Medienkonsum“ bedeuten: Werktags sind die meisten zwischen einer und fünf Stunden dabei, aber am Wochenende verschieben sich die Zahlen stark nach oben. Jeder vierte landet in der „Vollzeit-Medienblase“.

Medienkonsum: Wochentags 1–5 Std. und an den Wochenende deutlich intensiver.
Quelle: YouGov, Onlinebefragung „Media Consumption Report Germany 2025“, Deutschland, n=1.030, Erhebungszeitraum April–Mai 2025.

Hier wird deutlich, warum echte Aufmerksamkeit heute so rar ist: Reichweite gibt es im Überfluss, aber der Kopf bleibt auf Standby.

Für uns, die wir uns auf eine mediale Laufbahn vorbereiten, ist diese Konsumzeit damit kein Hintergrundfakt, sondern der Dreh- und Angelpunkt: Zeit ist die härteste Währung im digitalen Raum. Wer Menschen in der „5-Stunden-Zone“ erreichen will, muss Geschichten entwickeln, die für ein müdes Gehirn funktionieren: klar, kurz und visuell sofort erfassbar.

Was Onlinekommunikation daraus lernen muss!

Mit den gezeigten Daten von YouGov will ich sichtbar machen, dass Medienkonsum 2025 für viele wie eine zweite Arbeit geworden ist, die sich still an den Alltag anhängt und Zeit, Energie und Konzentration audrisst.

Jetzt denken viele Leser: „Ja, ich weiß, ich sollte weniger Zeit am Handy verbringen!“ Und das stimmt auch. Aber auch wir, die eine mediale Laufbahn anstreben, müssen uns der Realität stellen:

Die Zahlen zeigen vor allem eines: Aufmerksamkeit ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern eine knappe Ressource. Wenn ein großer Teil des Publikums täglich mehrere Stunden im Medienmodus verbringt, konkurriert jede Botschaft nicht nur mit anderen Inhalten, sondern mit kompletter Reizüberflutung.

Für uns, die wir eine mediale Laufbahn anstreben, bedeutet das eine klare Konsequenz:
Reichweite allein reicht nicht mehr. Entscheidend ist, ob eine Botschaft in diesen fünf Stunden überhaupt noch wahrgenommen wird.

Im Alltag eines „Fünf-Stunden-Medientages“ gewinnt nicht der lauteste Inhalt, sondern der, der in wenigen Sekunden verstanden wird und im Kopf bleibt.

Genau darauf muss sich Onlinekommunikation in Zukunft einstellen.

YouGov: Datenanalyse- und Marktforschungsdienste. (o. J.). Yougov.com. Abgerufen 29.November 2025, von https://yougov.com/de-de/reports/52633-media-consumption-report-2025

Die Bilder wurde mithilfe von Canva.com erstellt.


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