Kristianto, D. (o. J.). [Fotografie]. Unsplash. https://unsplash.com/@davkri
Warum kurzlebige Internet-Trends wie Labubus und Co. unsere Wasserressourcen belasten
Wer im letzten Jahr auf TikTok oder Instagram unterwegs war, kam an ihnen nicht vorbei: Labubus. Hinter dem Namen steckt ein kleines, plüschiges Spielzeug der Marke Pop Mart, das mit seinem ungewöhnlichen Aussehen einen weltweiten Hype ausgelöst hat. Die Figuren werden überwiegend als sogenannte „Blind Boxes“, also in versiegelten Überraschungspaketen, verkauft. Dadurch wird zusätzlich der Sammelreiz verstärkt. Doch hinter dem vermeintlich harmlosen Trend verbirgt sich eine Entwicklung, die Fragen zum Umgang mit Ressourcen aufwirft.
Von langfristigen Trends zu Mikrotrends
Noch vor einigen Jahren konnten Trends über längere Zeiträume hinweg bestehen bleiben. Heute hingegen werden sie häufig im Wochentakt von sogenannten Mikrotrends abgelöst. Im Gegensatz zu langfristigen Trends sind Mikrotrends äußerst kurzlebige Hypes, die meist in digitalen Nischen entstehen. Angetrieben durch Algorithmen wirken Social-Media-Plattformen dabei wie ein Verstärker. Produkte werden dadurch teilweise nur gekauft, weil sie aktuell große Aufmerksamkeit auf sozialen Netzwerken erhalten.
Genauso schnell, wie diese Trends auftauchen, verschwinden sie auch wieder aus unserem Blickfeld. Zurück bleibt eine Konsumdynamik, die den Bedarf an Rohstoffen und Ressourcen kontinuierlich erhöht. Die Produktion kurzlebiger Trendprodukte benötigt entlang der gesamten Lieferkette Wasser, von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis hin zur Verpackung und zum Transport. Besonders in Regionen mit begrenzten Wasserressourcen kann dies die Verfügbarkeit von Wasser für Menschen und Ökosysteme zusätzlich belasten.
Der versteckte Wasserverbrauch hinter den Plastikmonstern
Damit sind die kleinen Plastikmonster mehr als nur ein harmloser Internet-Trend. Was dabei häufig übersehen wird, ist der Ressourcenaufwand, der hinter der Herstellung solcher Produkte steckt. Für die Produktion der verwendeten Kunststoffe wird Wasser benötigt, beispielsweise zur Kühlung von Anlagen, zur Reinigung von Rohstoffen und für verschiedene Verarbeitungsschritte. Hinzu kommen Verpackungsmaterialien sowie die globalen Lieferketten, die für die Verbreitung der Produkte erforderlich sind.
Virtuelles Wasser
An dieser Stelle wird das Konzept des „virtuellen Wassers“ relevant. Es beschreibt die Wassermenge, die während der Herstellung, Verarbeitung und des Transports eines Produkts verbraucht wird, ohne dass sie für Verbraucher direkt sichtbar ist. So stecken beispielsweise in einem einfachen Baumwoll-T-Shirt mehrere tausend Liter Wasser. Das Konzept macht deutlich, wie eng unser Konsumverhalten mit der weltweiten Nutzung von Wasserressourcen verbunden ist.
Aber wie hoch ist der virtuelle Wasserfußabdruck der kleinen Plastikmonster?
Auch wenn der Hersteller Pop Mart keine offiziellen Ökobilanzen für seine Figuren veröffentlicht, lässt sich der Wasserverbrauch anhand verfügbarer Industriedaten grob abschätzen. Eine typische Labubu-Figur besteht aus verschiedenen Kunststoffen, synthetischen Fasern und Verpackungsmaterialien, deren Herstellung jeweils Wasser benötigt. Die genaue Wassermenge hängt von Faktoren wie Produktionsstandort, Herstellungsverfahren und Materialzusammensetzung ab. Klar ist jedoch, dass selbst kleine Konsumgüter einen Wasserfußabdruck besitzen, der für Verbraucher meist unsichtbar bleibt.
Besonders relevant wird dies, wenn man den weltweiten Erfolg solcher Produkte betrachtet. Während eine einzelne Figur nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am Gesamtverbrauch ausmacht, summieren sich die benötigten Wassermengen bei Millionen produzierter und verkaufter Exemplare zu einer erheblichen Belastung. Die Auswirkungen sind vor allem dort spürbar, wo Wasser ohnehin knapp ist oder industrielle Nutzung mit den Bedürfnissen von Bevölkerung und Umwelt konkurriert.
Kurzlebige Trends mit langfristige Folgen
Was heute noch als absolutes Must-have auf Social Media gilt, wird oft schon wenige Monate später durch den nächsten Trend ersetzt. Der Lebenszyklus vieler Trendprodukte wird immer kürzer, während die für ihre Herstellung eingesetzten Ressourcen bereits verbraucht wurden. Dadurch entsteht ein Missverhältnis zwischen der kurzen Nutzungsdauer vieler Produkte und dem langfristigen Ressourcenaufwand ihrer Herstellung.
Mikrotrends mögen auf den ersten Blick harmlos wirken, doch ihre Auswirkungen reichen über den Bildschirm hinaus. Je schneller Trends kommen und gehen, desto mehr Ressourcen werden für Produkte benötigt, die oft nur kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen. Wer die Verbindung zwischen Konsum und Wasserverbrauch versteht, erkennt: Der Trend vergeht schnell, der Ressourcenverbrauch dahinter bleibt.
Bei der Erstellung dieses Beitrags wurde KI zur Unterstützung der Formulierung und zur Sicherstellung der sprachlichen Richtigkeit eingesetzt.
Quellen
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserfussabdruck
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/oekobilanz

