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Second Hand statt Fast Fashion

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Manchmal sind die größten Schätze die Dinge, die jemand anderes nicht mehr haben möchte. Für mich ist Second Hand eine tolle Möglichkeit, nach besonderen Pieces zu suchen, die man so in den üblichen Geschäften nicht findet. Bei schönem Wetter stöbere ich am liebsten mit meinen Freund:innen über die Flohmärkte in Darmstadt und mache mich auf die Suche nach einzigartigen Kleidungsstücken. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, bin ich gerne auf Vinted unterwegs und jage dort dem nächsten besonderen Fundstück hinterher.

Für viele Menschen ist Second-Hand-Mode noch immer mit dem Vorurteil verbunden, dass gebrauchte Kleidung alt, kaputt oder nicht mehr schön sei. In den richtigen Läden ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. Ich finde es schön, Kleidung zu tragen, die nicht jede zweite Person auf der Straße besitzt und die nicht mit dem nächsten Fast-Fashion-Trend wieder aus der Mode kommt.

Auf der Jagd nach Vintage-Schätzen

In Darmstadt gibt es einige gut kuratierte Vintage-Läden, bei denen sich ein Besuch definitiv lohnt. Im LEYLA’s lassen sich ganz besondere Schätze entdecken. Von Kleidung über Schuhe bis hin zu Accessoires wird hier fast jede fündig. Der Laden ist voller einzigartiger Stücke, und in den kleinen Gängen kann man sich stundenlang verlieren. Hier findet man gut erhaltene Markenteile zu fairen Preisen.

Selbst wenn man noch gar nicht genau weiß, wonach man sucht, würde ich einen kleinen Shopping-Ausflug dorthin empfehlen. Das Schöne daran ist, dass hier noch Kleidungsstücke auf den Stangen hängen, die nicht erst gestern von einem Algorithmus ausgespielt wurden. Solltet ihr im LEYLA’s nicht fündig werden, sind auch DJAVAS und Pompadour zwei Adressen, die einen Besuch wert sind.

Online-Shopping? Geht auch nachhaltig!

Statt immer wieder Zalando, ASOS und Co. nach den neuesten Trends zu durchforsten, lohnt sich auch ein Blick auf Vinted. Mittlerweile verkaufen dort Menschen aus vielen Ländern Europas ihre Kleidung, und oft lassen sich echte Schnäppchen finden.

Natürlich kann man dort viel Zeit mit Scrollen verbringen und nach Vintage-Schätzen suchen. Gleichzeitig gibt es aber auch zahlreiche neuwertige Kleidungsstücke, die nach selten getragen worden sind und wieder verkauft werden. Wenn es also doch einmal ein aktuelles Trendteil sein soll, kann Vinted eine gute Alternative zum Neukauf sein.

Gerade bei trendabhängigen Kleidungsstücken wird allerdings auch deutlich, welche Auswirkungen Fast Fashion hat. Trends vergehen schnell, die Kleidung gefällt nicht mehr oder gilt als „out“, und vieles wird weiterverkauft oder sogar entsorgt. Natürlich möchte man sich gelegentlich auch etwas Neues gönnen. Bevor jedoch weitere neue Produkte produziert werden, kann der Kauf über Vinted dazu beitragen, bereits vorhandene Kleidung länger im Umlauf zu halten.

Wie wäre es mit Limo, Sonne und Flohmarkt?

Open-Air-Shopping auf dem Flohmarkt kann an einem sonnigen Wochenende eine großartige Ausflugsidee sein, besonders gemeinsam mit Freund:innen. Dort lassen sich oft für kleines Geld echte Schätze entdecken.

Manchmal erwartet man gar nicht, etwas zu finden, und plötzlich hält man das perfekte Teil in den Händen. Am schönsten ist es ohnehin, ohne konkrete Erwartungen über den Flohmarkt zu schlendern und sich einfach inspirieren zu lassen.

Neben Kleidung findet man auf Flohmärkten auch Spiele, Dekoration oder Möbel. Das kann eine tolle Gelegenheit sein, einzigartige Einrichtungsgegenstände für die eigene Wohnung zu entdecken. In Darmstadt ist insbesondere der Flohmarkt im Bürgerpark sehr empfehlenswert. Darüber hinaus finden in vielen Stadtteilen regelmäßig Hofflohmärkte statt, bei denen sich ein Besuch ebenfalls lohnt.

Oder lieber Kleidung tauschen?

Wenn Vintage-Shops, Vinted und Flohmärkte euch nicht überzeugen, weil ihr keine Kleidung von Fremden tragen möchtet, könnt ihr auch einfach mit Freund eine Tauschparty veranstalten.

Die Idee ist simpel: Jede Person bringt Kleidungsstücke mit, die nicht mehr getragen werden, aber viel zu schade zum Wegwerfen sind. Bei Getränken und guter Stimmung kann man die Sachen gemeinsam durchstöbern und tauschen.

Das ist nicht nur eine gute Gelegenheit, den eigenen Kleiderschrank auszumisten, sondern auch, neue Lieblingsstücke zu finden. Außerdem kommen zu vielen Kleidungsstücken oft noch lustige Geschichten ans Licht und ganz nebenbei verbringt man einen schönen Abend miteinander.

Bild: https://unsplash.com/de/fotos/verschiedene-kleidungsstucke-in-holzbugeln-dlxLGIy-2VU

Wenn schon neu, dann fair!

Natürlich wird es irgendwann wieder eine Neuanschaffung geben müssen. Wenn die finanziellen Möglichkeiten es zulassen, lohnt es sich, auf fair produzierte Kleidung zu achten.

Noch immer gibt es zu wenige Marken, die faire Produktionsbedingungen mit ansprechendem Design verbinden. Mein persönlicher Favorit für Basic-Teile ist “Armed Angels”. Die Kleidung wird fair produziert, ist langlebig und überzeugt durch eine gute Qualität.

Wenn man nach einer guten Fair Fashion Marke sucht lohnt es sich ein Blick auf die Produktionsstandorte der jeweiligen Marken. Eine Herstellung innerhalb der Europäischen Union bedeutet meist kürzere Transportwege und unterliegt strengeren arbeitsrechtlichen Vorgaben. Faire Löhne, Arbeitsschutz und soziale Standards können dadurch besser kontrolliert werden als in vielen klassischen Fast-Fashion-Produktionsländern.

Bild: https://unsplash.com/de/fotos/verschiedenfarbige-hangende-kleidung-lot-ycVFts5Ma4s

Konsum ist nie vollständig nachhaltig

Trotz all dieser Tipps möchte ich abschließend festhalten, dass Konsum niemals vollständig nachhaltig sein kann. Am nachhaltigsten ist es, gar nicht erst zu konsumieren. Da dies im Alltag jedoch nur schwer umsetzbar ist, soll dieser Artikel einen kleinen Anstoß geben, das eigene Konsumverhalten bewusster zu gestalten.

Statt immer neu zu kaufen, kann man einen Beitrag leisten, indem man gebrauchte Kleidung kauft oder nicht jedem Fast-Fashion-Trend hinterherläuft. Gleichzeitig gilt: Auch der Konsum großer Mengen gebrauchter oder fair produzierter Produkte ist nicht automatisch nachhaltig.

Jeder Kauf sollte bewusst hinterfragt und nur dann getätigt werden, wenn das Produkt wirklich benötigt wird. Das gilt nicht nur für Kleidung, sondern für Konsum im Allgemeinen. Nachhaltig zu leben bedeutet, nur so viel zu konsumieren, wie tatsächlich nötig ist.

Gleichzeitig sollten wir nicht vergessen, dass jede Bemühung zählt. Wenn du gerade erst versuchst, nachhaltiger zu konsumieren, lass dich nicht entmutigen. Niemand muss sein gesamtes Konsumverhalten von heute auf morgen umstellen. Veränderung geschieht Schritt für Schritt – und jeder kleine Schritt ist wertvoll.

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