Video ist geiler! – Und das Smartphone reicht dafür

Videos sind aus dem Social Web nicht mehr wegzudenken. Bewegte Bilder sind einprägsamer als reiner Text. Video Content befriedigt das Informations- aber gleichzeitig auch das Unterhaltungsbedürfnis des Nutzers. Nur assoziiert man die Produktion von Videos immer mit viel Equipment und hohem Aufwand. Doch ein Smartphone reicht oft, um professionellen Video Content für Social Media Auftritte, Blogs, etc. zu erstellen.

Auf der Media Convention in Kooperation mit der re:publica stellte Sebastian Schütz (@_mrsebastian) im Workshop „Create Professional Video Content W/ Your Smartphone” Tipps, Tricks und Tools vor, mit welchen man professionellen Video Content nur mit dem Smartphone produzieren kann. Sebastian Schütz ist Campaigner bei change.org und Gründer der Engagement-Plattform youvo.org.

Checkliste: Aufnahme des Videos

Jeder kennt diese Videos: verwackelte Kameraführung, laute Hintergrundgeräusche und am besten ist das ganze Bild auch noch überbelichtet. Mit professionellem Video Content hat das wohl wenig zu tun. Daher lieferte uns Sebastian Schütz eine kleine Checkliste mit hilfreichen Tipps für die Video-Produktion:

– Schnelle Bewegungen vermeiden
– Stabiler Untergrund, ggf. Stativ gegen Wackelaufnahmen
– Einen ruhigen Drehort wählen
– Gegenlicht vermeiden
– Bei Interviews Abstand zum Protagonisten vermeiden
– Frage herausschneiden, stattdessen: So antworten, als wäre die Frage nicht gestellt worden

No vertical Videos!

Zudem: Hochformat ist nur bei Snapchat okay, so Schütz. Videos mit dem Smartphone sollte man immer im Querformat aufnehmen. Dieses Format ist mit allen Videoplayern kompatibel und vermeidet schwarze Balken am Rand.

Perspektivenwechsel

Mit ein paar Tipps kann man sogar einem Video über den öden Büroalltag etwas Spannendes verleihen. Ein kleiner Perspektivenwechsel zwischendurch hilft schon. Hier wurden uns drei Einstellungen ans Herz gelegt:

Establishing-Shot

Der Establishing-Shot stellt den Ort des Geschehens vor.

Establishing-Shot

Medium-Shot

Die handelnde Person wird von Kopf abwärts bis ca. zur Hüfte gezeigt.

Medium-Shot

Close-Up

Hierbei handelt es sich um eine Nahaufnahme, in welcher die ausgeführte Handlung detailliert dokumentiert wird.

Close-Up

Die Five-Shot-Regel

Auch in einem mit dem Smartphone erstellten Video darf eine Story nicht fehlen. Am einfachsten geht das, indem man sich an der Five-Shot-Regel entlanghangelt:

1. Was macht die Person? (Detail)
2. Wer ist zu sehen? (Nahe)
3. Warum macht die Person das? (Halbnahe)
4. Wo passiert das alles? (Totale)
5. WOW! – freie kreative Einstellung als Wow-Effekt (Beauty-Shot)

Ton ist die halbe Miete

Möchte man seine Videos noch einen Tick professioneller aufbereiten, sollte man sich überlegen, ob man nicht in ein Mikrofon investiert. Unter ruhigen Umständen reicht das Smartphone-Mikrofon auf jeden Fall aus. Möchte man jedoch ein Interview auf einer Veranstaltung mit vielen Menschen aufnehmen, ist es oftmals besser, ein kleines Richtmikrofon dabei zu haben.

Schnitt auf dem Smartphone

Wenn die verschiedenen Videosequenzen im Kasten bzw. in diesem Fall im Smartphone sind, geht es an den Schnitt und die Nachbearbeitung.

Auch dafür reicht das Smartphone aus: Es gibt zahlreiche Apps. Sebastian Schütz empfiehlt an dieser Stelle „Adobe Premiere Clip“. Gute Alternativen sind für iOS-Benutzer iMovie und für Android-Nutzer VivaVideo. Man kann die Videosequenzen einfach zusammenführen und hat kreative Werkzeuge wie beispielsweise Überblendungen Zeitraffer, Effekte oder Filter. Zudem lässt sich auch Musik einfach hinzufügen.

Nun kann das Video unkompliziert und nach Lust und Laune bearbeitet werden. Und voilà, fertig ist der professionelle Video Content.

Natürlich gilt: Übung macht den Meister. Also: Licht, Smartphone, Action!

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Einen Überblick über Apps & Equipment findet ihr auch hier.

Ein Beispiel für einen journalistischen Beitrag, der mit dem Smartphone gedreht wurde (Mobile Journalism) findet ihr hier.

 

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