„Ausreden und wie wir damit umgehen“

Wer nicht gezielt wirbt, stirbt – aber noch immer gibt es da draußen einige Unternehmen, die nichts mit diesem Marketing und Social-Media Kram anfangen können. In ihrer Session „#Ausreden und wie wir damit umgehen“ auf dem #cosca16 hat Christa Goede (@ChristaGoede) die Frage gestellt, wie man gegen diese Anti-Haltung im Job ankommen kann.

Christa Goede Ausreden

„Vielleicht gibt es ja jemand anderen, vielleicht so eine Hausfrau, die das für uns machen könnte?“

„Keine Zeit“ ist die häufigste Ausrede, die Christa Goede zu hören bekommt, wenn es um die Erstellung von Content im Unternehmen geht. Diese, so sagt sie, müssen sich die Unternehmen jetzt allerdings nehmen, denn gewartet haben sie meistens schon zu lange. Diese Arbeit sollen dann aber gerne auch Außenstehende übernehmen: „Oft macht das gar keinen Sinn“, so Christa Goede, „da der Content direkt aus dem Unternehmen kommen sollte“. Auch wenn manche Mitarbeiter eines Unternehmens keine geborenen Texter sind, so sind die Artikel dafür sehr authentisch und echt.

„Wir sind so unsexy, wir haben doch gar keine Geschichte.“

Auch das bekommt Christa Goede oft zu hören. Dabei vergessen viele Unternehmen einfach nur, wie sexy sie sind. So bergen beispielsweise auch Motoren für Krankenhausbetten Potenzial für gute, emotionale Geschichten.

Wie bitte? Ja, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, kann durch einen Perspektivenwechsel guter Content entstehen: So könnten in diesem Beispiel Krankenpfleger von ihrem Alltag erzählen. Wie hat sich ihre Arbeit durch dieses Produkt verändert? Inwiefern hat das Produkt den Umgang mit Patienten beeinflusst?

Einfach zu sagen „Wir haben keine guten Geschichten“ ist also auch wieder nur eine Ausrede. Ja, es ist manchmal nicht einfach, Ideen für guten Content zu finden. Aber das Potenzial gibt es immer. Eine weitere Strategie, um die Kanäle erfolgreich von Mitarbeitern bespielen zu lassen, wäre, sie aktiver in die Planung miteinzubeziehen. Die direkte Frage an die Mitarbeiter wäre: „Worauf habt ihr Bock?“ Wer mit Leib und Seele dabei ist und mag was er tut, dem fällt es dann dementsprechend leicht, Content zu produzieren.

Wie kommt man gegen die Anti-Haltung an?

Oft fehlt den Unternehmen dennochder Blick dafür, wie wichtig ein professionelles öffentliches Auftreten ist. Dann bekommen Marketingberater wie Christa Goede oft diese ganzen Ausreden zu hören. Wie kann man die Auftraggeber aber nun motivieren, Herzblut und Schweiß in ihren Content zu stecken? Wie kann man sie davon überzeugen, dass gute Texte wichtig für den Erfolg des Unternehmens sind? Häufig sind Entwickler und Ingenieure so überzeugt von ihren Produkten, dass sie PR und Marketing für überflüssig halten. Wer gute Arbeit leistet, braucht sich nicht um gute Außendarstellung bemühen. Das mag stimmen, aber häufig sind die Unternehmen nicht alleine auf dem Markt. Was hebt sie von anderen ab? Warum sollen sich die Kunden für sie entscheiden? Auch Sympathie gegenüber einem Unternehmen spielt in der heutigen Zeit eine große Rolle bei der Wahl des Produktes.

„Best practices“ und persönliche Beispiele

Um gegen diese Anti-Haltung anzukommen, sei es vor allem wichtig, den Unternehmen Beispiele aufzuzeigen, wie eine gute Content-Strategie funktionieren kann. „Best practices“ ist die Bezeichnung, die in der Session immer wieder fällt. Häufig können sich Auftraggeber nicht vorstellen, wie Blogartikel und Social-Media-Posts zum Unternehmen passen könnten. Am besten liefere man persönliche Inhalte, die direkt übernommen werden könnte. Oft wird nur ein kleiner Stoß in die richtige Richtung benötigt, um die eigene Kreativität anzukurbeln.

Auf diese Anti-Haltung und Ausreden wird man in der Arbeitswelt wohl noch eine Weile stoßen – manche Menschen muss man wohl einfach zu seinem Glück zwingen. 🙂 Oder eben warten, bis sie für eine Content-Strategie bereit sind. Denn nur wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

tl;dr
Ausreden, Ausreden, Ausreden – Noch immer gibt es in den meisten Unternehmen 1000 Dinge die „wichtiger“ sind, als eine gute Content-Strategie. Um gegen diese Anti-Haltung im Job anzukommen, helfen „best practices“, persönliche Beispiele und viel Geduld.

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