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Social Media-Statistiken: Die Schere zwischen Account haben und Account nutzen

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Mit dem frisch erschienen PR-Trendmonitor für den Oktober 2009 haben news aktuell und Faktenkontor wieder eine Vielzahl von Statistiken rund um die Arbeitslandschaft der deutschen Pressestellen und PR-Agenturen auf den Markt geworfen.

Doch abseits von Zufriedenheitsstudien und Einkommensfragen richtet sich der Blick auf den Abschnitt „Social Media“ (ab Folie #61). Neben der mittlerweile vielerorten diskutieren Frage über Sinn und Unsinn eines Social Media Newsrooms (einen sehr netten Ansatz gibt es meiner Meinung nach bei mediaquell) interessieren die Umfrageergebnisse auf Folie #66. Dort wird nämlich ganz direkt gefragt: „Bei welchen Web2.0-Angeboten haben sie einen persönlichen Account?“.

In der Aufzählung fanden sich XING, Facebook, Twitter, Youtube, meinVZ, flickr, MySpace und Mister Wong wieder, ergänzt um die Möglichkeit, dass man bei keinem der genannten Dienste einen Account besitze.

Die angegebenen Werte sollten gemeinhin Grund zum Jubeln geben, schließlich wagen sich dem Anschein nach mehr und mehr ins Social Web. Allerdings geben die Zahlen keinerlei Rückschluss darüber, ob die Accounts denn auch tatsächlich genutzt werden. Und hier stellt man sich aus meiner Perspektive gesehen selbst ein Bein, da die Fragestellung mit „Welches der Web2.0-Angebote, bei denen sie einen persönlichen Account haben, nutzen sie aktiv regelmäßig?“ hätte ergänzt werden müssen. Wurde es aber nicht.

So verwundert es nicht, dass Sachar Kriwoj als einer der ersten meint, dass die angegebenen 32 Prozent bei den Twitterzahlen der Pressestellen um 30 Prozent zu hoch ausfielen. Und weitere ähnliche Meinungen folgten, die die Zahlen ähnlich skeptisch sehen.

Solange die Fragestellung dem Thema nicht angemessen formuliert ist, geben die Zahlen nur sehr bedingt ein reales Bild des Medien- bzw. Web2.0-/Social Media-Nutzungsverhaltens der deutschen Branchen ab.

Bleibt zu wünschen, dass im nächsten Trendmonitor eine Erweiterung eben dieser Frage stattfindet.

  1. ChristianNo Gravatar

    Ich denke, dass die Zahlen schon korrekt erhoben sind. Nur muss man sich vor Augen führen, dass am Trendmonitor auch eher Personen teilnehmen, die tendenziell „eher offen für Neues“ = Web 2.0 + solche Umfragen sind.

    Auch bei der Agenturempfehlung auf Folie 51 scheint übrigens Eigen-PR der treibende Faktor zu sein. Wenigstens hätte man – um den Eindruck der Seriosität zu wahren – nur die Erstplatzierten nennen zu können. 10 Stimmen und weniger sind alles andere als valide…

  2. Daniel RehnNo Gravatar

    @Christian: Dass die Zahlen korrekt erhoben sind stelle ich auch nicht in Frage, allerdings ist es die Fragestellung, die mir nicht so wirklich zusagt.

    Die Akribie, die in die Bereiche Zufriedenheit, Agenturgröße etc. gesteckt wurde, um ein breites Bild erzeugen zu können, hätte ich mir auch bei der angesprochenen Frage auf Folie #66 gewünscht.
    Es ist mMn vergleichbar mit der These, dass ich über 20 Autos in meinem Fuhrpark stehen hätte und auch fahre, nur weil ich schon in über 20 gesessen habe.

    Wie gesagt, die Schere zwischen Account haben und Account nutzen wird somit nicht unbedingt angemessen auf- bzw. zugeklappt.

  3. Jens PetersenNo Gravatar

    Besten Dank für das Feedback auf unsere Umfrage. Freut mich, das ist immer sehr hilfreich! Zugegeben: Die Frage, wie intensiv die Accounts bei Twitter & Co von den PR-Profis genutzt werden, ist wichtig und richtig. Glücklicherweise ist der Trendmonitor eine Serie und wir können diese Frage gerne beim nächsten Mal stellen.

    Die These, dass bei der Umfrage eher Personen mitmachen, die besonders aufgeschlossen sind gegenüber neuen technischen Entwicklungen, würde ich allerdings nicht unbedingt unterstützen. Zumindest entspricht das nicht meiner subjektiven Wahrnehmung. Aber man könnte z.B. beim nächsten Mal die Selbsteinschätzung der PR-Macher zu diesem Thema abfragen. Wäre dann aber allerdings am Ende auch eher eine subjektiv gefärbte Aussage … 😉

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