Der PR-Gag des Jahres

Flugverzögerungen und Skandale können den Passagieren schnell die gute Laune verderben. Eine gut durchdachte Idee hatte nun die kanadische Fluggesellschaft WestJet, um die Weihnachtszeit der Passagiere zu veredeln. Und rührte sie am Ende zu Tränen.

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Bild: Screenshot Twitter #WestJet
Bild: Screenshot Twitter #WestJet

Mehr als 250 Passagiere stehen – zu Tränen gerührt – vor dem Gepäckband am Calgary Airport. Denn der Billigflug-Airline WestJet ist ein Wohlfühl-Werbegag gelungen, der nicht nur die Träume der Gäste wahr werden ließ, sondern sich auch im Social Web gigantisch verbreitet.

Vor ihrer Abreise von den Flughäfen in Toronto und Hamilton gab die WestJet ihren Passagieren die Möglichkeit, mit einem virtuellen Weihnachtsmann zu sprechen und dem elektronischen St. Nick ihre Weihnachtswünsche anzuvertrauen.

Während die Flugzeuge mit den ahnungslosen Passagieren nach Calgary flogen, rannten WestJet Mitarbeiter in Calgary von Geschäft zu Geschäft, um die gewünschten Geschenke zu beschaffen.

Bild: Screenshot YouTube - WestJet Christmas Miracle
Bild: Screenshot YouTube – WestJet Christmas Miracle

Überraschung auf dem Gepäckband

Als die Flugzeuge am Calgary Airport landeten, wurden die Gäste am Gepäckband mit  großen Paketen mit ihren Namen darauf und ihren Wunschgeschenken darin empfangen. Schnee rieselte von der Decke, die ganze Halle war festlich geschmückt und auch ein riesen Nussknacker und ein Schneemann fehlten nicht. Tränen flossen. Von Socken und Unterwäsche bis hin zu Tablet und Flachbildfernseher – alles war dabei. Ein Erlebnis, das die Passagiere sicher nicht vergessen.

Publicity und gute Taten zu Weihnachten

Die WestJet Airline hat die ganze Aktion gefilmt und das Video auf YouTube veröffentlicht – es wurde mehr als 13 Millionen Mal angeklickt. Mit der Publicity verbindet die Fluggesellschaft auch soziales Engagement: Bei 200.000 Klicks spendet WestJet einer bedürftigen Familie Flüge zu Weihnachten. Dieses Ziel wurde bereits am ersten Tag nach der Veröffentlichung erreicht. „Mit unserer diesjährigen Weihnachtsferien-Kampagne wollten wir etwas auf die Beine stellen, das es so noch nicht gegeben hat“, zitiert die Daily Mail WestJet-Sprecher Richard Bartrem.

Airlines lassen sich viel einfallen, um Kunden zu locken.

Dies ist nicht das erste Mal, dass WestJet ein Werbegag gelingt. 2012 wurde die Fluggesellschaft vom Blog BoardingArea für den „Best Airline April Fool Gag“ ausgezeichnet. Auch im letzten Jahr hat WestJet die Weihnachtszeit der Urlauber aufgemischt: mit einem Flashmob, bei dem 150 Freiwillige einen Tanz in der Wartezone aufführten, einem Weihnachtsmann auf dem Rollfeld und neuen iPods in Nikolaussocken, berichtet die Huffington Post.

Gibt es einen schöneren Ort, um sich die Adventszeit zu versüßen? Für die Passagiere der Airline WestJet garantiert nicht!

 

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ORF-Protest: Aufforderung zur Revolution oder PR in eigener Sache?

1.020 Kommentare, 9.221 „Mag ich“-Klicks und 314.584 Views auf Youtube innerhalb von nicht mal 48 Stunden. Dabei handelt es sich nicht um das neuste Musikvideo von Justin Bieber und auch nicht um den neusten Hollywood Blockbuster. Es scheint eher wie eine Aufforderung zur Revolution. Eine Revolution gegen solche, die mit der wirtschaftlich ohnehin schon gescholtenen Medienlandschaft oft tun und lassen was sie möchten: Politiker. Diese entscheiden oft nicht zum Wohle des Volkes, sondern zum Wohle der eigenen Partei oder sogar der eigenen Person.

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B2B Kommunikation: Mehr Social Media in 2012

Zum Beginn des neuen Jahres habe ich mir mal angeschaut, was in 2012 im B2B-Bereich zum Thema Social Media so auf uns zukommt und Michael Frank der bei RTS Rieger unter anderem für Social Media Beratung zuständig ist dazu befragt.

Die Mitarbeiter des PR-Blog wünschen sich mehr Strategie, weniger blinden Aktionismus und mehr Persönlichkeit. Sie sehen ein gutes Jahr für Social Media voraus, das sich durch einen Wachstum des Bereiches und mehr Story Telling und Kampagnen auszeichnen wird.

Die Studie über die Nutzung von Social Media im B2B von Jens Stolze creative 360, Agentur für B2B Online-Marketing zeigt, dass die meisten Befragten davon ausgehen, dass die Social Media für Ihre Arbeit in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird und mehr als die Hälfte davon glaubt, dass Social Media eine hohe oder sehr hohe Rolle im Marketing Mix spielen wird. Dabei werden vor allem Themenblogs, Social Communities, Corporate Blogs und Videoportale die größte Rolle spielen.

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SOS-Kinderdörfer auf dem Social-Media Vormarsch

Kaum ein großes Unternehmen folgt nicht dem Social Media Trend. Denn schließlich muss man in Zeiten von Web 2.0 up to date bleiben und der richtige Einsatz hat Kommunikationsstrategien erfolgreich werden lassen.

Auch einige Nichtregierungsorganistaionen (NGOs) haben den Nutzen von Social Media mittlerweile für sich entdeckt. Bislang scheiterte es bei vielen NGOs an dem geringen Budget oder der knappen personellen Ressourcen. Doch seit dem Erfolg der Greenpeace Social Media-Kampagne gegen Nestlé trauen sich immer mehr NGOs diesen Kommunikationskanal zu nutzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Denn dadurch erreichen sie ein großes weltweites Netzwerk, in dem sie Neuigkeiten und Informationen zu Kampagnen und Projekten veröffentlichen. Und gleichzeitig binden sie Spender, Aktivisten und Förderer an sich, um ihnen so an der Organisation teilhaben zu lassen und auf dem Laufenden zu halten.

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Seehofer wants your Beteiligung – „Aufbruch Bayern“ auf YouTube


Im Stile Uncle Sams ruft der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer die Bürger zu mehr Beteiligung auf. Fotomontage: Desirée Grobecker

Ihre Social-Media-Kampagne startete die bayrische Staatsregierung im Sommer 2010. Intensiv nutzt sie Twitter, Facebook und die eigene Corporate Website, um mit den Bürgern des Freistaats in Kontakt zu treten. So konnten diese vom 16. Juni bis zum 15. August vergangenen Jahres über die „Dialog-Plattform“ der Kampagne Vorschläge zur Verbesserung der Familien-, Bildungs- und Innovationspolitik einreichen, diese diskutieren und bewerten. Über 100.000 Bürger habe innerhalb zweier Monate 740 Ideen, Vorschläge und Best-Practice-Beispiele diskutiert. Die besten davon wurden von der Staatsregierung ausgezeichnet und mit Preisen belohnt, nachzulesen in folgender Pressemitteilung.

Jetzt versucht die Staatregierung an diese Erfolge anzuknüpfen. Seit einigen Tagen kursiert ein YouTube-Video im Netz, in dem der bayrische Ministerpräsident, Horst Seehofer (CSU), mit einer ausufernden Geste, ganz im Stile „Uncle Sams“, seine Bürger zu mehr Beteiligung an der Politik aufruft. Per Videobotschaft oder in den Kommentaren können die Bürger nun auch über diesen Kanal Fragen stellen und Vorschläge machen.

Was dahinter steht: virales Marketing und der Anspruch, die Bürger direkt auf Augenhöhe anzusprechen und sie so aus ihrem „virtuellen Wohnzimmer“ abzuholen. Der 50-Sekunden-Clip ist seit fünf Tagen online und hatte am Sonntag bereits mehr als 64.000 Aufrufe und knapp 200 Kommentare. Dass diese nicht durchweg positiv ausfallen und einige Bürger kritische Fragen zum Negativ-Wahlwerbespot „Männlein im Walde“ („404 – Page not found“ – aber für euch, liebe Leser, der Cache-Link) stellen, war zu erwarten – die Staatsregierung jedoch offenbar nicht darauf vorbereitet:

„Als Sie noch vor ein paar Tagen auf den Werbespot ihrer Partei gegen die Grünen angesprochen wurden, sagten Sie, das Internet sei nicht von Bedeutung…Das hat sich wohl in kürzester Zeit geändert…Wenn das so ist, dann wäre es schön, wenn Sie erneut zu diesem Spot der CSU Stellung beziehen würden.
Danke!“
BastiDoener
„@BastiDoener Der Bayernkanal ist Teil der Informationsarbeit der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen ihres verfassungsrechtlichen Informationsauftrags. Deshalb werden Fragen und Kommentare, die einen parteipolitischen Bezug haben, nicht beantwortet.“
Bayern

oder

„Ich habe schon drei Fragen gestellt alle wurden bisher gelöscht, diese ist meine Letzte:“Wie steht die CSU Pressefreiheit und Zensur gegenüber. Ist es wahr das die CSU vor hat Videospiele mit gewalttätigen Inhalten zu verbieten? (Und wie oft werden meine Fragen noch gelöscht?)“
ThePinselkind

Dabei steht Horst Seehofer (CSU) doch laut eigener Aussage für Dialog und Beteiligung. Die Beteiligung klappt prima, am Dialog muss in Bayern noch gearbeitet werden.

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Der Trend zum Social Media Newsroom

Ein Großteil der Unternehmen setzt mittlerweile auf Onlinekommunikation und versucht ihre Stakeholder über Social Media zu erreichen. Aus diesem Grund bauen viele Unternehmen aktuell einen Social Media Newsroom auf, in dem alle Medien integriert werden. Vorteil: sämtliche Nachrichten und Informationen sind mit einem Klick direkt einseh- und aufrufbar. So hat Google zum Beispiel seine Quartalsergebnisse über ein kurzes Statement mit Link zur Homepage bekannt gegeben und auf eine klassische Pressemitteilung verzichtet (was bei Reuters nicht wirklich gut ankam).

Doch was steckt hinter dem neu aufkommenden Phänomen Social Media Newsroom?

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Wie weit darf PR gehen?

Täglich sterben weltweit 5.000 Menschen an AIDS, allein in Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin 63.500 HIV-Infizierte. Trotz der steigenden Zahl der Neuinfektionen (ca. 3.000 jährlich) ist die öffentliche Wahrnehmung des Themas AIDS stark zurückgegangen. Eine neue Anti-AIDS-Kampagne „AIDS ist ein Massenmörder“ des Saarbrücker Vereins „Regenbogen“ sorgt derzeit für großes Aufsehen und heftige Kritik. In einem Video-Spot, die die Werbeagentur das comitee zusammen mit dem Verein entworfen hat, wird ein Hitler-Imitator beim Sex mit einer jungen Frau gezeigt. Der Slogan dazu lautet: „AIDS ist ein Massenmöder – Schütz dich!“
Bislang ist der umstrittene Spot nur im Internet zu sehen, auch wenn YouTube und Facebook das Video aufgrund des Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt haben.

Zusätzlich läuft ein Radiowerbespot, in dem Hitler die Zuhörer fragt: „Wollt ihr alle AIDS?“. Außerdem gibt es drei Plakate auf denen Adolf Hitler, Saddam Hussein und Josef Stalin als Verkörperung der Krankheit abgebildet sind. Die Frage, die die Öffentlichkeit bewegt: Darf man eine solche Kampagne überhaupt starten?

Der Zentralrat der Juden ist empört und auch die Deutsche AIDS-Hilfe verurteilt den Spot aufs Schärfste. „Dieser widerliche Spot (…) verhöhnt alle Opfer des Nationalsozialismus und setzt HIV-positive Menschen mit Massenmördern gleich“, so Carsten Schatz. Dirk Silz von der Werbeagentur hält dagegen: „Wir wollen dem Virus ein Gesicht geben, nicht den Erkrankten. Dass die Kampagne möglicherweise über das Ziel hinausschießt, haben wir in Kauf genommen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.“ In einer Internetabstimmung des Bayrischen Rundfunks (BR-online) halten 71,9 Prozent „die Kampagne für in Ordnung, Hauptsache AIDS wird öffentlich thematisiert“.

Eins steht auf jeden Fall fest: die A.I.D.A- Formel (Attention, Interest, Desire and Action) scheint hier zu funktionieren. „Attention“ hat die Kampagne zumindest bereits ausreichend erhalten. Ob das Interesse am Thema dadurch wieder mehr in die Köpfe gerufen wird und zum Ende auch in „Action“ umgesetzt wird, wenn man eine neue Bekanntschaft noch auf einen Kaffee zu sich mitnimmt, bleibt abzuwarten.

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