Plague – Virales Marketing per Fingerzeig

Wir alle wissen spätestens seit der Ice Bucket Challenge, was virales Verbreiten von Inhalten im Netz bedeutet. Content, sei es Bild, Ton oder Video, wird wie verrückt über alle möglichen Social Media Kanäle geteilt. Wie wäre es nun aber Inhalte verbreiten zu können, ohne einem sozialen Netzwerk angehören zu müssen? Plague hat die Antwort hierauf: Die App teilt Content einfach und schnell über Geolokation.

Das litauische Unternehmen Deep Sea Marketing wollte eine Möglichkeit finden um virale Contentverbreitung im Netz noch einfacher zu machen. Sie entwickelten Plague, eine App, die nicht etwa über existierende Freundeskreise Inhalte verbreitet, sondern ganz einfach Leute in der Umgebung des Users ortet und an diese den Content weiterträgt. Mögliche Inhalte zu diesem Zeitpunkt sind Bilder, Texte, kurze Gifs und Links. Gefällt einem, was man sieht, wischt man nach oben und teilt diesen Beitrag augenblicklich mit Personen, die sich in der Nähe befinden. Ist man vom gebotenen Content nicht überzeugt oder gar gelangweilt, wischt man auf dem Display nach unten und schiebt es somit “in die Tonne”.

Um fremde Inhalte zu teilen und zu verbreiten, ist eine Registrierung nicht nötig. Hier kann auch ohne Anmeldung munter geswiped werden. Registrierte User können zusätzlich eigene Inhalte erstellen und Statistiken zur Beitragsreichweite einsehen.

Genau wie ein Grippevirus, sucht Plague die räumlich und körperlich am nächsten gelegenen Personen auf und gibt die Inhalte an diese weiter. Bei der Registrierung kann man frei wählen welchen Benutzernamen man sich geben möchte. Es wird auch nur dieser bei den eigenen Beiträgen angezeigt, inklusive des Ortes, an dem der Inhalt hochgeladen wurde. Wenn einem ein Beitrag besonders gut oder schlecht gefällt oder man einfach seinen Senf abgeben möchte, hat der User die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen und somit mit anderen Benutzern eine Unterhaltung zu beginnen.

BildPlague
So sieht das Runter- und Hochwischen in Plague aus.

Persönliches Fazit: Aktuelles “Nice-to-have” mit spannendem Zukunftspotenzial

Natürlich habe ich mir die App direkt aus dem App Store geladen, da ich mir ein eigenes Bild machen wollte. Plague birgt meines Erachtens nach großes Potential in den verschiedensten Bereichen der digitalen Kommunikation, vor allem aber im Bezug auf Marketing bzw. virales Marketing. Aktuell merkt man dem Stand der App noch an, dass sie noch in den Kinderschuhen steckt. Viele Aktionen bietet einem Plague noch nicht, das gängige Angebot fügt sich aus einigen generischen Bildern und wenigen selbst erstellten Fotos/Textzeilen zusammen, die in die virale Verbreitung oder das Datennirvana gewischt werden können. Laut Entwicklern soll künftig neben der aktuellen GPS-Ortung noch eine Bluetooth Option angeboten werden, um nahegelegene Personen aufzuspüren und sich mit ihnen verknüpfen zu können.

Plague bietet ein hohes Potenzial und muss jetzt nur noch weiterentwickelt und optimiert werden. Auch das anonyme Teilen ist für viele Nutzer sicherlich sehr attraktiv, gleichzeitig sehe ich aber auch ein Gefahrpotenzial, was das unkontrollierte Verbreiten anstößiger, extremistischer oder anderweitig unangebrachter Inhalte angeht. Ob sich solche Hiobsbotschaften bewahrheiten werden oder die App ausschließlich positiv den Markt erobern wird, werden die künftigen Entwicklungen zeigen. Bis dahin werde ich gespannt weiter swipen, tolle Inhalte teilen und den Plague-Virus weiter verbreiten.

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Spenden und weitersagen – Unterstützen Sie die Deutsche Humanitäre Stiftung

 Deutsche Humanitäre Stiftung
Deutsche Humanitäre Stiftung

Im vergangenen Semester haben wir, wie hier bereits zu lesen war, aktiv am Projekt der DHS gearbeitet.
Da wir nun die DHS und ihre Arbeit noch mehr unterstützen möchten, haben wir uns dazu entschieden, die Werbetrommel zu rühren.

Der Facebooktrend der Nominierungen wird häufig für fragwürdige Zwecke eingesetzt. Wir möchten dem mit einer positiven Aktion entgegen wirken und eine manchmal schon recht abgedroschene Aktion wieder mit positiven Attributen besetzen.
Dazu haben wir uns überlegt, dass jeder, egal ob Berufstätiger, Student oder Azubi, mit nur 3€ etwas Gutes tun kann.

Mit 3€ kann man nicht viel erreichen, meint ihr? Kann sein, aber wenn zum Beispiel 100 Leute 3€ spenden, kommt doch eine Summe zustande, mit der man wirklich helfen kann!

Und wie oft gönnen wir uns Kleinigkeiten, wie einen Latte Macchiato oder ein Weizenbier, weil uns die 3€ nicht „weh tun“?
Dabei können wir Kindern in Not mit dieser kleinen Spende wirklich helfen!

Spendet doch auch!

Gerade in Zeiten von Kriegen wie in Syrien oder dem Gazastreifen rückt humanitäre Hilfe in den Fokus der Menschen, doch leider ist dieses Fokussieren oft nur von kurzer Dauer.
Die Deutsche Humanitäre Stiftung setzt auf langfristige Hilfe zur Selbsthilfe.
Bildung als Grundstein für eine bessere Zukunft von Kindern und Familien.

Im vergangenen Semester haben wir uns während unserer Konzeption und der Umsetzung des Projekts intensiv mit der Stiftung auseinandergesetzt. Die Vorteile einer solch kleinen Stiftung mit flachen Hierarchien und geringen Verwaltungskosten liegen auf der Hand – das Geld wird nicht für administrative Aufgaben ausgegeben, sondern fließt direkt in die Umsetzung der Projekte.

Auch Ihre Spende kommt an!

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4. Deutscher Preis für Onlinekommunikation

Was haben Raupen im Salat, der 1. FC Köln und ein Jahr in Berlin gemeinsam? Wir haben uns die Nominierten und Gewinner des Deutschen Preis für Onlinekommunikation genauer angeschaut.

Im vierten Jahr in Folge wurde gestern Abend in Berlin der Deutsche Preis für Onlinekommunikation verliehen. Ausgerichtet wird der Preis von dem Magazin pressesprecher, um die Leistungen der digitalen Kommunikation zu ehren. In 37 Kategorien traten herausragende Kampagnen gegen zukunftsweisende Projekte und Strategien aus dem Bereich digitaler Kommunikation gegeneinander an.

Für die PR-Fundsachen haben wir drei Kategorien ausgesucht, die uns besonders angesprochen haben.

Supergeil gewinnt Virale Kommunikation:

Edeka Kampagne Supergeil
Weitere Videos aus der „Supergeil“-Reihe

In der Kategorie „Virale Kommunikation“ gewinnt Friedrich Liechtenstein für EDEKA mit diesem verdammten Ohrwurm. Das Lied Supergeil gab es bereits Anfang 2013. Die Agentur Jung von Matt hat die Single über ein Jahr später für den Lebensmittelhandel EDEKA als virales Marketingvideo aufgearbeitet. „Supergeil“ hat mittlerweile über zehn Millionen Views auf Youtube. Darüber hinaus gibt es diverse Ausläufer des dreiminütigen Clips. So wünscht Friedrich Liechtenstein beispielsweise einen „supergeilen“ Geburtstag oder besingt „supergeile“ Kollegen. Bei der gestrigen Verleihung des Preises für Onlinekommunikation trat Friedrich Liechtenstein als Pausenact auf. Gemessen an der Resonanz der Netzgemeinde hat Jung und Matt wohl alles richtig gemacht mit der Auswahl dieses skurrilen Werbebotschafters.

 

Vodafone gewinnt Onlinekrisenkommunikation:

Vodafone Operation Pandora
Operation „Pandora“
Foto: http://prreportawards.de/gewinner/issues-reputation-management/

Nach dem Datenklau im September beauftragte Vodafone seine Kommunikationsabteilung damit, den drohenden Reputationsschaden abzuwenden und die Operation „Pandora“ ins Leben zu rufen. Die Kommunikationsabteilung erstellte unter anderem mithilfe der Politik-, Sicherheits-, und Rechtsabteilung sowie von Hotline-, Shop-, Marketing- und Social-Media-Experten ein Konzept zur Krisenabwendung in großem Stil. Am 12. September ab 6 Uhr begann die Kommunikation nach Außen. Briefe an alle Betroffenen, Erklärfilme, speziell für den Rundfunk eingerichtete Interviewräume sowie ein sogenannter Social Media War Room, in dem Rechtsanwälte, Datenschützer, Community- und Mediamanager bereit standen, gehörten zu den Kommunikationsmaßnahmen. Dies alles wurde von einem umfangreichen Monitoring der Ereignisse begleitet. Die Kommunikationsabteilung schaffte es, zwei Millionen betroffene Kunden, 11.000 interne Mitarbeiter, 5.000 Hotline-Betreuer, 1.600 Shops und 20 Community Manager am Morgen des ersten Kristentagesüber die Geschehnisse zu unterrichten. Innerhalb von zwei Tagen konnte Vodafone die bisher größte Datenkrise abwenden. Mit in der Kategorie Onlinekrisenkommunikation war auch der erfolgreich abgewendete Vapiano-Shitstorm.

Sind Sie Klaus-Heidi? gewinnt Online Competition:

Klaus-Heidi Andersson
Der Gewinner: Klaus-Heidi Andersson

Im Oktober 2013 hatte die Lufthansa eine brillante Idee. Sie stellte der schwedischen Bevölkerung die Frage „Är du Klaus-Heidi?“ Die Fluggesellschaft veröffentlichte ein Video auf Youtube, in dem sie von einem lockerleichten Leben in Berlin erzählten. Die Konditionen klangen verlockend: in charmantem Berlinerisch wurde den Bewerbern ein One-Way-Flug in unsere Hauptstadt, ein Jahr lang in einer hippen Wohnung in Kreuzberg, ein Deutschkurs und ein trendiges Fahrrad versprochen. Alles für umme. Die einzige Voraussetzung: Ändere deinen Vornamen in Klaus-Heidi. Das Video wurde innerhalb von kürzester Zeit in ganz Skandinavien zum Internethit. Ganze 42 Schweden wagten den lebensverändernden Schritt, nahmen an der Aktion teil und änderten ihren Vornamen. Der Gewinner der Aktion: Michael Andersson, bzw. Klaus-Heidi Andersson aus dem kleinen Örtchen Fjugesta in der Nähe von Stockholm. Für weniger mutige Schweden hielt die Lufthansa immerhin vergünstige Flüge bereit. Wir finden: Eine tolle Competition, die uns und viele Schweden begeistert hat.

 

Die komplette Winnerlist gibt es hier zu finden.

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Kleine Geschenke, große Wirkung: Wie die Fluggesellschaften KLM und Spanair das Internet für ihre (Werbe-)Zwecke nutzen

Nutzer von Social Media geben Privates preis – in welchem Umfang und an welche Gruppen entscheiden die User dabei größtenteils selbst. Wer per Twitter und Foursquare kund tut, an welchem Ort er sich gerade zu welchem Zweck aufhält oder zukünftig aufhalten wird, kommuniziert bewusst „private“ Angaben an eine Öffentlichkeit, die manchmal größer ist, als der einzelne Twitter- oder Foursquare-User es erwarten.

Diesen Umstand hat die niederländische Fluglinie KLM für eine etwas andere Social-Media-Kampagne mit dem Namen „KLM Surprise“ genutzt. So manche der Passagiere, die sich via Foursquare bei einer der KLM-Locations einloggten oder über ihren anstehenden Flug mit dem Hashtag #klm twitterten, erlebten eine feine Überraschung. Ihnen wurde die langweilige Wartezeit auf ganz persönliche Weise verkürzt.

Mittels der Tweets oder Social Media-Profile etwa bei Facebook informierte sich KLM über die einzelnen Passagiere, deren Vorlieben und Vorhaben. Diese Informationen nutzte die Fluglinie für ein personalisiertes Geschenk, mit dem die jeweiligen Passagiere dann in ihrer Wartezeit überrascht wurden.  So erhielt ein Passagier auf dem Weg zu einer Social Media-Konferenz Kinokarten für den Film „The Social Network“, ein anderer, der auf dem Weg nach Mexiko war, um dort beim Aufbau von Häusern für Obdachlose zu helfen, bekam ein Carepaket, in dem sich unter anderem Traubenzucker und eine Salbe für Muskelschmerzen befanden.

KLM hatte die Aktion  im Vorfeld auf ihrer Facebook-Seite angekündigt und sogar eine eigene Microsite zur Aktion eingerichtet. Auf dieser steht vor allem das Foursquare-Profil im Mittelpunkt, in die Kampagne wurden und werden aber auch Tweets mit einbezogen. Selbstverständlich gab es auf diese clevere Nutzung von Social Media zu Werbezwecken überwältigende Resonanz: Laut Angaben von KLM wurden alleine auf Twitter mehr als eine Million Tweets zur Aktion abgesetzt. Das Ziel der Aktion, zu sehen „how happiness spreads“ dürfte also mehr als erreicht sein, der nicht ganz unbedeutende Werbeeffekt ist dadurchebenfalls erreicht worden.

Kampagnen wie diese werden erst durch die offene Nutzung von Social Networks oder Location Based Services wie Foursquare möglich. Wie gläsern das eigene Leben und die individuellen Vorhaben und Ziele für Unternehmen und Außenstehende sein soll, entscheidet jeder Nutzer selbst.

Die mediale Wirkung von Überraschungsgeschenken scheint auch die spanische Fluggesellschaft Spanair erkannt zu haben. Jene 190 Passagiere, die am späten Abend des 24. Dezember im Flug von Barcelona nach Las Palmas saßen und somit nicht bei ihren Familien sein konnten, sollten laut Spanair dennoch einen ganz „besonderen Abend“ erleben. An der Gepäckausgabe kullerten zuerst nicht die erwarteten Koffer der Passagiere auf das Gepäckband, sondern liebevoll eingepackte und mit dem Namen der einzelnen Passagiere versehene Geschenke. Darin befanden sich unter anderem Teddybären, die gerade bei den kleinen Passagieren große Freude auslösten.

Das Video der Aktion, die von Spanair natürlich begleitet wurde, erreichte innerhalb kurzer Zeit eine enorme Resonanz im Netz – nicht nur dadurch ist die Aktion ein gelungenes Beispiel für virales Marketing. KLM und Spanair haben die Medien auf ganz unterschiedliche Weise genutzt, bei beiden bleiben erfolgreiche und überzeugende Kampagnen in Erinnerung, die nicht nur für Kundenzufriedenheit und Kundenbindung gesorgt haben, sondern auch für viele lächelnde Gesichter rund um den Globus.

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Deutsche Bahn: LobbyControl lässt nicht nach

Achtung, Denkaufgabe: Welches Wort passt nicht?
Lokführer – Transparenz – Deutsche Bahn – Züge
Genau. War nicht schwer, oder?

Nur wenige Tage ist es her, dass die Bahn mit ihrem viralen Schwindel-Marketing aufflog. Man hatte eine Agentur damit beauftragt mit erfundenen Meinungen Blogs und Webforen zu „verseuchen“ – 1,3 Millionen Euro hat man sich den Spaß kosten lassen.
Der neue Bahnchef Rüdiger Grube distanzierte sich schnell von diesen „Kommunikationsmaßnahmen“ und entließ postwendend Ralf Klein-Bölting, der laut Grube Generalbevollmächtigter im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit war. Angeblich hatte er alleine die Verantwortung dafür, dass die Lügengeschichten der Berlinpolis ihren Weg ins Internet fanden.

Darüber hinaus plant die Bahn offenbar aber keine weiteren Konsequenzen. Und zumindest im Moment scheint es nicht so, als käme da noch groß was nach. Die LobbyControl lässt allerdings nicht nach – und das ist gut so.

Da die Bahn sich bisher weigert, sämtliche relevanten Unterlagen offen zu legen, ist bisher nicht einmal absehbar in welcher Größenordnung versucht wurde Meinungen zu manipulieren. Kann man sich nun mit einem einfachen Bauernopfer aus der Affäre ziehen, ist der Abschreckungsgrad für all die anderen viralen Marketingprofis wahrscheinlich relativ gering. Dass man selbst jetzt, nachdem der ganze Schwindel bereits aufgeflogen ist, immer noch nicht dazu bereit ist alle Fakten auf den Tisch zu legen, zeigt die geringe Wertschätzung der Bahn für Transparenz gegenüber ihren Kunden, Mitarbeitern und der Politik.

Was dort über einen längeren Zeitraum stattgefunden hat ist keine Kommunikationsmaßnahme, kein Marketing, keine, wie es das ARD Nachtmagazin viel zu freundlich ausdrückt, „Öffentlichkeitsarbeit mit Tarnkappe“ – nein, es ist Betrug und Manipulation.

Wenn beispielsweise Fernsehsender mit empfindlichen Geldstrafen rechnen müssen, wenn sie auf Schleichwerbung zurückgreifen, wie kann es dann sein, dass die Bahn für Manipulation dieser Größenordnung ungeschoren davon kommt? Besonders bei einem Unternehmen, das ein derartig wichtiger Dienstleister in Deutschland ist, kann und darf ein solches Vorgehen nicht akzeptiert werden. Das denkt sich auch die LobbyControl und bleibt weiter dran: Am kommenden Montag ist Heidi Klein (Vorstandsmitglied der LobbyControl) beim Innenausschuss des Bundestags. Thema der öffentlichen Anhörung: „Transparenz“.

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Deutsche Bahn lässt Meinungen faken: Pfui!

Ist der Ruf erst ruiniert… die Bahn hat gemacht, was man besonders als Student der Online-PR nicht so gerne sehen möchte. Der Eisenbahn-Konzern hat scheinbar gezielt in Internet-Foren und Weblogs virales Marketing in eigener Sache betrieben. Insgesamt hat sich die Bahn durch die Beauftragung des politischen Think Tanks berlinpolis e.V. um etwa 1,3 Millionen Euro erleichtert. Geld, das man genauso gut in ein paar kompetente Online-PR-Studis hätte investieren können, die auf ehrliche Art und Weise im Internet für positiven Gesprächsstoff hätten sorgen können.

Meine Meinung: Internet-Foren, Weblogs, vernetzte Kunden und die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit eben diesen, sind eine große Chance für die (Online-)PR. Direkter Einfluss auf die öffentliche Meinung, kürzere sowie flexiblere Kommunikationswege – und auf nervige nette Journalisten, die alles richtig verstehen und wiedergeben, braucht man auch nicht mehr hoffen. Umso schlimmer ist es, wenn man all diese Chancen ignoriert und stattdessen plumpes, virales Marketing betreibt. Und am Ende kommt es sowieso raus, die meisten Admins und User sind nämlich informiert, vorgewarnt und auf Zack! In diesem Fall war es der Verein „LobbyControl“ der Nachforschungen betrieb (Link öffnet als .pdf) und den Missbrauch aufdeckte.

Immerhin: Der neue Konzernchef Rüdiger Grube gibt sich entrüstet ob dieser unlauteren Methoden, verspricht (personelle) Konsequenzen und zukünftige Besserung.

Den aus dieser Aktion resultierenden Image-Schaden dürfte die Bahn jedenfalls nicht so schnell loswerden wie die 1,3 Millionen, die man ordentlich und nun auch mit großem medialen Wirbel in den Sand gesetzt hat. Denn jeder, der es mitbekommt, dürfte in seiner Meinung gefestigt werden – die Bahn kommt nicht, sondern sie geht. Und zwar überhaupt nicht.

Links:

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Online-Marketing von Burger King: Freunde „opfern“ für einen Whopper

Burger King macht in letzter Zeit durch eine Vielzahl von Kampagnen auf sich aufmerksam. Die neueste Idee der Kreativ-Agentur Crispon Porter + Bogusky: Facebook-Nutzer in den USA sollen für einen Gratis-WHOPPER 10 Freunde auf ihrer Profilseite „opfern“. Das Motto der Kampagne : „YOU LIKE YOUR FRIENDS. BUT YOU LOVE THE WHOPPER.“

Screenshot "Whopper sacrifice"
Screenshot von whoppersacrifice.com (Stand: 09.01.2009)

Auf den ersten Blick fragt man sich vielleicht, welchen Zweck eine Kampagne auf Facebook haben soll, die die sozialen Netzwerke der Nutzer ausdünnt, anstatt sie zu verstärken? Allerdings ist genau dieser Aspekt das Interessante an der Kampagne: Es erfordert, dass man sich Gedanken um seine sozialen Interaktionen macht und bringt durch das Löschen und höchstwahrscheinlich anschließende „wiederadden“ der Freunde einen hohen Traffic auf Facebook. Die Kampagne ist so einfach wie genial. Es wird eine breite Zielgruppe angesprochen und der virale Effekt ist garantiert.

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