5 Gründe, wieso Livestreaming etwas für jeden ist

In vielen Artikeln der letzten Wochen wurde 2016 zum “Jahr des Livestreams” gekürt. Doch wieso gewinnt dieses Format so plötzlich an Beliebtheit? Wir von PR Fundsachen haben 5 Gründe und Meinungen gesammelt, wieso Livestreaming auch zukünftig von Unternehmen und Privatusern geliebt werden wird.

1.  Videos entwickeln sich

“It’s clear now more than ever that video is everything. The industry is now beginning to see live video as the most attractive offering.” – Saba Hamedy

Das Jahr des Livestreaming
2016 war das Jahr des Livestreamings

Es ist keine Neuigkeit, dass Videos online auf große Beliebtheit stoßen. Facebook hatte laut der unten abgebildeten Infografik schon Anfang 2016 durchschnittlich 8 Milliarden Video Views am Tag. Hierdurch erreichten Bewegtbilder auf Facebook wesentlich mehr Menschen, als einfache Bilder.

Doch wie alles im Netz, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das Online Video-Format weiterentwickelt. Livestreaming ist also eine neue Stufe des Videos, die Video und Social Media zeitgleich verbindet. “Im Social Web geht alles Richtung Echtzeit-Kommunikation. Oder anders ausgedrückt: Bei Beiträgen, Kommentaren oder Nachrichten in sozialen Netzwerken schrumpft das Zeitfenster für eine Reaktion”, so Michael Kroker auf seinem Blog LOOK @ IT. Durch die Features der Apps können die Zuschauer also sofort auf den Content des Videos reagieren, sie geben ihnen eine interaktive Erweiterung.

Unternehmen können mit Live Q&As eine richtige Unterhaltung mit ihren Kunden führen. Aj Agrawal, CEO von Alumnify, ist der Meinung, solche Streams seien eine große Hilfe beim Bilden einer natürlichen Community, die unmöglich künstlich herbeizuführen sei. Das Publikum könne nicht nur mit dem Unternehmen, sondern gleichzeitig mit anderen Zuschauern kommunizieren und sich austauschen. Das alles innerhalb einer Anwendung. Man muss also nicht mehr zwischen verschiedenen Apps und Plattformen hin- und herspringen. Agrawal fügt hinzu, dass diese Art von Kommunikation die User Experience verbessere und bei guter Handhabung ein positives Echo erzeuge.

2.  Immer und überall

Das von Twitter gekaufte Periscope war 2015 einer der Auslöser des Livestreaming-Hypes. In ihrem ersten Blogbeitrag berichteten Periscope von ihrer Vision: Etwas zu erschaffen, dass der Teleportation so nah wie möglich wäre – das Livestreaming. Dem Sender ist es zu belieber Zeit möglich von überall zu übertragen und die Zuschauer sind live dabei.

Auch Privatpersonen können Events für Freunde live broadcasten, Erlebnisse oder sogar geschichtliche Ereignisse unverzögert mit der ganzen Welt teilen. Livestreaming macht “citizen journalism” noch einfacher und aktueller.

Eleonora Israele schreibt bei business.com, dass durch Handys, Tablets und co. fast alle Social Media-Nutzer sofort benachrichtigt werden können und sie innerhalb Sekunden online seien. In Zeiten des FOMO (Fear of missing out) möchte man nichts verpassen, daher schaut man sich ein Live-Video auch mal im Bus an, wenn es das Datenvolumen hergibt. Außerdem will Facebook mit einer Audiofunktion das Livestreaming auch bei schlechter Internetverbindung möglich machen.

3.  Große Reichweite dank Algorithmus

Facebook, YouTube, live.ly und viele andere Plattformen setzen besonders stark auf das neue Videoformat. Damit es sich auch lohnt, hat Facebook seinen Algorithmus im März 2016 so verändert, dass Live-Videos bevorzugt angezeigt werden. Ein solches Video erreicht also ein größeres Publikum als ein herkömmliches Video oder Bild.

Außerdem gibt diese Infografik preis, dass Live-Videos auf Facebook durchschnittlich dreimal so lange angeschaut werden als im Nachhinein.

Quelle: boldcontentvideo.com

Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass man bei normalen Clips ans Ende springen kann und sich damit Zeit spart. Im Liveformat ist es dem Zuschauer nicht möglich an die spannenden Stellen zu springen oder zu versuchen den Inhalt in kleinen Häppchen zu verstehen.

Jesse Hertzberg, CEO bei Livestream, ist der Überzeugung, dass Live-Videos auch die Reichweite von Events vergrößere. Es gäbe viele Events, die unzählbar viele Menschen nicht besuchen können. Livestreaming mache es gerade für diese möglich. Das Publikum werde für so eine Chance dankbar sein.

4.  Zielgenauigkeit der Werbung

Mit der Zeit kam die Frage auf, wie bei den Livebroadcasts Werbung eingesetzt werden könnte. Mitte 2016 war Facebook sich noch nicht sicher, wie die Monetarisierung bei den Live-Videos aussehen solle. Jedoch seien Werbepausen in der Mitte von längeren Streams gut denkbar, so t3n.de.

Andreas Moring, Studiengangleiter für Communication and Media Management an der BiTS in Hamburg, schreibt in seinem Gastbeitrag für Horizont.net folgendes:

“Wer Live-Ereignisse verfolgt, der will jetzt dabei sein, nichts verpassen und konzentriert sich voll darauf. Hohe Aufmerksamkeit und Konzentration steigert die Effektivität und Wirkung von Werbung. Und für effektive Werbung, die wirkt, geben Kunden am liebsten ihr Budget aus.”

Die Zuschauer seien an der Thematik interessiert, sodass darauf abgestimmte, passende Werbung nicht zwangsläufig als ähnlich störend empfunden würde wie die bekannten Werbeformate.

5.  Der einfachste Blick hinter die Kulissen

Durch die Einfachheit der Funktion, ist Livestreaming für jeden machbar. Privatpersonen brauchen kein spezielles Equipment oder ausgereiftes technisches Know-how. Alles was nötig ist, sind ein Handy und eine Internetverbindung, so Tarun Wadhwa in seinem Artikel “2016 Is The Year Livestreaming Came Of Age

Genauso gilt das für den professionellen Bereich. Das Intime und Rohe der Videos ist ein großartiger Weg den Kunden näher an das Unternehmen zu bringen. Sie eignen sich perfekt für einen Blick hinter die Kulissen und helfen dem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Einen solchen Blick hinter den Vorhang hat McDonald’s im Oktober 2016 gewährt. In einem 12-Stunden Livestream auf Youtube, Facebook und Periscope, zeigten verschiedene Influencer insgesamt sechs Millionen Zuschauern, wie es unter anderem hinter Eis- und Getränkemaschine hergeht.

Zusätzlich können Livestreams nicht geschnitten und bearbeitet werden wie Werbefilme und sind direkt an den Nutzer gerichtet. Dadurch wirken sie um ein vielfaches glaubhafter und das Unternehmen gewinnt an Authentizität.

Das ist erst der Anfang

Wie man sieht, bietet Livestreaming für alle Beteiligten viele Vorteile. Daher ist klar, dass dieses Format nicht so bald wieder verschwinden wird (R.I.P. Vine). Facebook, YouTube und alle anderen, die auf den Zug der Echtzeitübertragung aufgesprungen sind, versuchen alles mögliche um das “live-gehen” genauso zum Alltag zu machen wie das Selfie schießen. Zum Glück, denn wer will schon ein Selfie von Ronald McDonald?

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Save the Children greift zu „sexy“ Methode

Sex sells, dachte sich die Non-Profit Organisation „Save the Children“ und griff zu einer ungewöhnlichen Methode, um in ihrer neuesten Kampagne auf Kindersterblichkeit durch Krieg und Naturkatastrophen aufmerksam zu machen. Dafür engagierten sie das Filmer Duo „Josh + Vince“, die für Viral Videos und ihren Comedy-Erfolg bekannt sind. Josh Ruben und Vincent Peone dachten sich: sex sells, aber was machen, wenn das Thema absolut nicht sexy ist?

Der Auftrag für die Models: Seid sexy! Foto: Screenshot Youtube
Der Auftrag für die Models: Seid sexy! Foto: Screenshot Youtube

Herausgekommen ist ein Video mit Models, die vorgegebene Sätze möglichst sexy in die Kamera sagen sollen. Der Regisseur erklärt zuvor noch „This is for a very sexy brand!“. Klappt hervorragend. Die Models fassen sich in die Haare, spielen mit ihren Muskeln. Es wird auf den Lippen gekaut und mit gehauchter Stimme gesprochen, bis sie vorlesen sollen, dass 800 Mütter und 18,000 Kinder jeden Tag durch vermeidbare Ursachen sterben. Schock.

„This is not a sexy statement – I feel bad“

Elle.com gegenüber versicherten „Josh + Vince“, dass die Models tatsächlich nicht gewusst haben sollen, wofür sie vor der Kamera stehen. Auch wenn durch Videos wie „First Kiss“ eine Grundskepsis über die Echtheit der Situation bestehen bleibt, ist die Idee dahinter raffiniert. Immer wieder stocken die Models, während sie die Botschaften vorlesen und geben zum Ende des Videos frontal in die Kamera bekannt, dass sie das Thema nicht sexy machen können.

Diese Botschaft ist nicht sexy und verdient Aufmerksamkeit. Foto: Screenshot Youtube
Diese Botschaft ist nicht sexy und verdient Aufmerksamkeit. Foto: Screenshot Youtube

„It deserves your attention“ – aber ist „sexy“ die richtige Herangehensweise um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen? Also weg von traditionellen Mitteln wie Mitleid und erschreckenden Bildern, hin zu einer gewissen Art Comedy. Ist das nun eine geniale Weise, um auf Kindersterben und die Option zu spenden, hinzuweisen? Oder geht die Kampagne zu weit? „Save the Children USA“ betiteln ihr Video als „The Most Important Sexy Model Video Ever“ und begründen damit ihren Ausflug in die Online-Comedy Welt. Das Video ist sexy und „funny“, wie „Josh + Vince“ es geplant hatten. Aber es schafft auch den Sprung von der Albernheit – Models werden hinters Licht geführt – zum ernsthaften Aufruf. Nicht zum ersten Mal greifen „Save the Children“ zu außergewöhnlichen Methoden um auf Missstände hinzuweisen. Bereits Anfang 2014 veröffentlichten sie ein Video, das auf die Lage der Kinder in Syrien hinweisen sollte. Es wurde gezeigt, wie es aussehen würde, wenn ein Kind in London einen Bürgerkrieg erleben müsste. Die Botschaft: Bloß weil Krieg nicht vor deiner Haustür passiert, bedeutet das nicht, dass er gar nicht stattfindet. Dass die Kampagne unkonventionell ist, lässt sich nicht bestreiten. Ob „sexy“ aber zu weit geht im Bezug auf Kindersterblichkeit kann jeder selbst entscheiden, indem er sich das Video anschaut.

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Der Facebookrückblick

UnbenanntAnfang dieses Monats bin ich zufällig auf das neue Facebookfeature gestoßen. Es handelt sich dabei um eine Rückblende deines Facebook Daseins. Es werden die beliebtesten Bilder deiner Timeline eingesetzt, die meist geliketen Kommentare und natürlich die ersten Momente die du bei Facebook gepostet hast. Das Alles ergibt dann meistens ein tolles Video. Das ganze ist mit einem Sound unterlegt und kann natürlich auch geteilt werden.

Solltest du Interesse an deinem Rückblick haben und bist bei Facebook registriert, dann folge einfach dem Link.

Hier gehts zu deinem persönlichen Rückblick.

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Typeform und Visualize.me

 

Zwei nützliche Tools, visualize.me und Typeform. (Quelle: http://openclipart.org/)
Zwei nützliche Tools, visualize.me und Typeform. (Quelle: http://openclipart.org/)

In folgendem Beitrag stelle ich zwei nützliche Tools vor. Zum einen Visualize.me, um seine Bewerbungsunterlagen mal auf eine andere Art zu  präsentieren. Fernab vom langweiligen Lebenslauf hilft das Tool dabei, seinen Werdegang ansprechend zu visualisieren.
Das zweite Tool nennt sich Typeform, mit dem man auf relativ simple Weise personalisierte Formulare und Umfragen erstellen kann. Typeform befindet sich momentan in der Beta Version und ist noch nicht öffentlich zugänglich, trotzdem möchte ich es hier vorab vorstellen da es  enormes Potenzial hat.

 

Visualize.me

Die Standard Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf in Textform ist mittlerweile kein geeignetes Mittel mehr, um sich mit seiner Bewerbung abzuheben und gerade im kreativen Bereich schon längst ein alter Hut. Genau an dieser Problematik setzt visualize.me an. Mit dem Tool lässt sich aus einem langweiligen Lebenslauf eine ansprechende und informative Grafik zaubern. Das Tool befindet sich momentan noch in der beta, ist aber frei zugänglich. Wie visualize.me in der Praxis aussieht zeigt folgendes Video:

Vizualize.me – welcome to the future of resumes

Um das Tool zu nutzen muss man sich einfach unter visualize.me anmelden und kann loslegen. Als Alternative kann man sich auch direkt mit seinem Linked.in Profil anmelden und spart sich so das manuelle Eintragen seiner Daten.
Visualize.me mag nicht jedermanns Sache sein, dient aber hervorragend dazu sich von anderen Bewerbern abzuheben.

 

Typeform

Mit Typeform lassen sich Formulare und Umfragen zu erstellen. Das ging bisher auch mit anderen Tools wie onlineumfragen.com  oder limesurvey . Das besondere an Typeform ist, dass man mit vorgefertigten Templates arbeitet, in denen man sich seine Umfrage „zusammenklicken“ kann. So kann man Schriftart, Stil und Hintergrund seiner Umfrage individuell anpassen. Durch die intuitive Bedienung ist das Tool auch für unerfahrene Nutzer geeignet, wie folgendes Video veranschaulicht:

How typeforms get made…

Wie im Video gezeigt, lässt Typeform einem die Möglichkeit, seine Umfragen komplett frei zu gestalten, was wahrscheinlich auch die Einbindung des eigenen Corporate Designs ermöglicht. Als weiteres Highlight ist Typeform, wie im Video gezeigt, auf verschiedenen Endgeräten einsetzbar.
Wann das Tool für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht leider noch nicht fest. Ebenso ist noch abzuwarten, welchem Bezahlmodell Typeform folgen wird, oder ob die Entwickler es kostenlos zur Verfügung stellen werden.
Wer es nicht mehr abwarten kann das Tool selbst auszuprobieren, kann sich hier für die beta bewerben.

 

Beide Tools befinden sich noch in der beta, was darauf hindeutet, dass in es in der finalen Version noch zusätzliche Features geben wird. Beide Tools haben enormes Potenzial und bieten interessante und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

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Twitter startet Videodienst „Vine“

Die Gerüchte, dass Twitter sich breiter aufstellen wolle, brodelten schon einige Zeit, doch seit letzter Woche ist es offiziell: Twitter hat den Social-Media-Dienst „Vine“ aufgekauft. Wir zeigen, was Vine kann und weshalb man dieses Tool unbedingt im Auge behalten sollte.

Beispiel für einen Videoclip auf Vine

Der Aufbau des neuen Videodienstes ist denkbar einfach: Mit einer App und einem kamerafähigen Smartphone können Sechs-Sekunden-Clips aufgenommen werden, die man anschließend in den Sozialen Netzwerken teilen kann. In der Praxis sieht das Ganze dann so oder so aus.

An sich ist die Idee, die hinter Vine steckt nicht neu. Es gibt bereits zahlreiche Social-Media-Videoplattformen, wie beispielsweise Viddy oder Keek, die ebenfalls darauf setzen Videos schnell und einfach mit Kontakten zu teilen. Jedoch hat Vine seinen Konkurrenten gegenüber einen wichtigen Vorteil: Aufgenommene Videos lassen sich nicht nur bei Vine sondern auch direkt in den eigenen Twitterstream einbeinden, Facebook-Unterstützung soll bald folgen.

Die integrierte Tonspur lässt Vine dabei  auch an den viel genutzten Formaten GIF oder PNG – die ebenfalls als platzsparende Möglichkeit zur Darstellung von Bewegtmaterial dienen können, aber kein Audio unterstützen –  vorbeiziehen. Damit ist Vine momentan nicht nur die schnellste Möglichkeit, Videos bei Twitter einzubinden, sondern auch die zuverlässigste.

Inhaltliche Punktlandung

Vine ist jedoch nicht einfach nur ein neuer „Player“ unter den Sozialen Netzwerken. Sollte die Netzgemeinde den neuen Dienst annehmen – angesichts der Pläne, die Twitter mit Vine hat, scheint ein Scheitern eher unwahrscheinlich – könnten sich für Kommunikationsexperten ganz neue Chancen ergeben.

Das Informationsangebot im Netz ist heute bereits riesig und ohne Suchmaschinen und Aggregatoren eigentlich nicht mehr zu bewältigen. Für „große“ Produktionen, wie Dossiers oder ausschweifende Dokumentationen ist kein Platz mehr im schnellen Netz. Oder wann haben Sie das letzte mal spontan ein zwanzigminütiges Video angeschaut? Sechs Sekunden hingegen, fallen nicht so sehr ins Gewicht. Die eigene Aufmerksamkeit wird sympathischerweise nur für eine extrem kurze Zeit beansprucht.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich auch, ein Besinnen auf das Wesentliche. In sechs Sekunden ist kein Platz für Hintergrundinformationen oder Details, sondern nur für eine einzige Botschaft. Wer seine Inhalte erfolgreich verbreiten will, wird nicht umhin kommen sich auf den alten, journalistischen „Küchenzuruf“ zu besinnen.

In der Praxis könnte Vine beispielsweise dem klassischen Pressetext zu mehr Beachtung verhelfen. Pressemitteilungen werden ohnehin nicht gern gelesen oder nur überflogen. Texte, die in den ersten Sekunden nicht überzeugen, wandern in den Papierkorb. Hier könnte ein sechs sekündiges Video, welches die Kernbotschaft auf kreative Art und Weise verarbeitet, die Reichweite der eigenen Inhalte stark erhöhen. Wer mehr zu konkreten und praxistauglichen Anwendungen für Vine erfahren möchte und des Englischen mächtig ist, wird auf PR Newswire fündig.

Aller Anfang ist schwer

Unterdessen kämpft Vine bereits mit unsachgemäßer Handhabung: Bereits in der ersten Woche etablierten sich zahlreiche Hashtags unter denen Nutzer nicht-jugendfreies Material veröffentlichten. Die Nutzungsrichtlinien verbieten anstößiges oder pornographisches Material nicht per se. Zwar besteht die Möglichkeit entsprechenden Content zu melden, doch eine Löschung bzw. Sperrung erfolge erst, wenn die Beschwerden zahlreicher werden.

Ob sich hinter der Verbreitung von pornographischem Material über Vine mehr versteckt, als Schabernack einiger ungestümer Trolle, ist schwer zu sagen. Umso mehr hat Vine jedoch von seinem derzeit einzigen offiziellen Partner Apple zu befürchten.

Der Konzern hatte in der Vergangenheit seine Richtlinien im hauseigenen App-Store immer wieder verdeutlicht. Apps, die Nutzern das Teilen oder den Zugang zu nicht-jugendfreien Inhalten ermöglichen, wurden vom Marktplatz verbannt. Twitter und Vine müssen hier strategisches Kalkül beweisen: Ein Verbot der entsprechenden Inhalte wäre nur mit rigorosem Monitoring zu bewältigen – eine sehr kostspielige Angelegenheit für den Videodienst. Die Verbannung der App vom iOS-Store könnte Vine, welches sich noch immer in den Kinderschuhen befindet, jedoch empfindlich treffen.

Cat-Content ist nicht alles

Apple ist aber nicht Vines einziges Problem. Der Videodienst ist derzeit alles andere als ausgereift. Eine Umsetzung für Android und andere mobile Betriebssysteme steht noch aus. Auch Facebook unterstützt den Dienst bisher nicht und bis tatsächlich die ersten professionellen Veröffentlichungen mit Vine vom Stapel laufen, wird es wohl auch noch eine Weile dauern.

Es liegt also zunächst an den Nutzern selbst, das Potential von Vine zu erkunden. Möglicherweise könnten sich sechs Sekunden als zu kurz herausstellen, um kernige Botschaften zu transportieren. Auf der anderen Seite wäre es auch denkbar, dass Vine unseren Umgang im Social Web auf eine ähnliche Weise verändert, wie Twitter selbst es getan hat. Ob Vine oder Nicht-Vine, lässt sich momentan nicht eindeutig sagen. Fakt ist jedoch, dass der Videodienst das Zeug dazu hat, mehr zu sein als eine Schleuder für Cat-Content.

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Seehofer wants your Beteiligung – „Aufbruch Bayern“ auf YouTube


Im Stile Uncle Sams ruft der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer die Bürger zu mehr Beteiligung auf. Fotomontage: Desirée Grobecker

Ihre Social-Media-Kampagne startete die bayrische Staatsregierung im Sommer 2010. Intensiv nutzt sie Twitter, Facebook und die eigene Corporate Website, um mit den Bürgern des Freistaats in Kontakt zu treten. So konnten diese vom 16. Juni bis zum 15. August vergangenen Jahres über die „Dialog-Plattform“ der Kampagne Vorschläge zur Verbesserung der Familien-, Bildungs- und Innovationspolitik einreichen, diese diskutieren und bewerten. Über 100.000 Bürger habe innerhalb zweier Monate 740 Ideen, Vorschläge und Best-Practice-Beispiele diskutiert. Die besten davon wurden von der Staatsregierung ausgezeichnet und mit Preisen belohnt, nachzulesen in folgender Pressemitteilung.

Jetzt versucht die Staatregierung an diese Erfolge anzuknüpfen. Seit einigen Tagen kursiert ein YouTube-Video im Netz, in dem der bayrische Ministerpräsident, Horst Seehofer (CSU), mit einer ausufernden Geste, ganz im Stile „Uncle Sams“, seine Bürger zu mehr Beteiligung an der Politik aufruft. Per Videobotschaft oder in den Kommentaren können die Bürger nun auch über diesen Kanal Fragen stellen und Vorschläge machen.

Was dahinter steht: virales Marketing und der Anspruch, die Bürger direkt auf Augenhöhe anzusprechen und sie so aus ihrem „virtuellen Wohnzimmer“ abzuholen. Der 50-Sekunden-Clip ist seit fünf Tagen online und hatte am Sonntag bereits mehr als 64.000 Aufrufe und knapp 200 Kommentare. Dass diese nicht durchweg positiv ausfallen und einige Bürger kritische Fragen zum Negativ-Wahlwerbespot „Männlein im Walde“ („404 – Page not found“ – aber für euch, liebe Leser, der Cache-Link) stellen, war zu erwarten – die Staatsregierung jedoch offenbar nicht darauf vorbereitet:

„Als Sie noch vor ein paar Tagen auf den Werbespot ihrer Partei gegen die Grünen angesprochen wurden, sagten Sie, das Internet sei nicht von Bedeutung…Das hat sich wohl in kürzester Zeit geändert…Wenn das so ist, dann wäre es schön, wenn Sie erneut zu diesem Spot der CSU Stellung beziehen würden.
Danke!“
BastiDoener
„@BastiDoener Der Bayernkanal ist Teil der Informationsarbeit der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen ihres verfassungsrechtlichen Informationsauftrags. Deshalb werden Fragen und Kommentare, die einen parteipolitischen Bezug haben, nicht beantwortet.“
Bayern

oder

„Ich habe schon drei Fragen gestellt alle wurden bisher gelöscht, diese ist meine Letzte:“Wie steht die CSU Pressefreiheit und Zensur gegenüber. Ist es wahr das die CSU vor hat Videospiele mit gewalttätigen Inhalten zu verbieten? (Und wie oft werden meine Fragen noch gelöscht?)“
ThePinselkind

Dabei steht Horst Seehofer (CSU) doch laut eigener Aussage für Dialog und Beteiligung. Die Beteiligung klappt prima, am Dialog muss in Bayern noch gearbeitet werden.

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Video: ROI of Social Media

Der Return of Investment ist in Social Media nur mit einem gewissen Aufwand messbar, kann sich aber durchaus auszahlen, wie dieser Clip zeigt.


DirektSocialMediaROI

via ethority.de

Weitere (mehr oder weniger aktuelle) Artikel zum Thema findet man hier bei myonid.de sowie auf mashable.

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Journalisten im Umgang mit Web 2.0

Das Web 2.0 hat das Internet verändert. Der passive Rezipient hat sich zu einem aktiven Nutzer entwickelt, der mithilfe von Blogs, Wikis oder Tags Beiträge publizieren kann, die für andere leicht zugänglich und zudem noch kommentierbar sind. Doch wie nutzen Journalisten die Web 2.0- Angebote in ihrem Arbeitsalltag? Welche Rolle spielen sie bei der täglichen Recherche und welche Glaubwürdigkeit wird ihnen zugeteilt? Genau diese Punkte untersuchte die Studie „Journalisten im Internet 2009“, die die Bernet PR AG für Kommunikation zusammen mit dem Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) in Zürich im Juli veröffentlichte. Das Ergebnis ist repräsentativ für die Medienschaffenden der gesamten Schweiz.

Über die Hälfte der Journalisten verbringt täglich ein bis drei Stunden im Internet. Dabei nutzen sie das World Wide Web hauptsächlich, um „erste oder spezifische Informationen zu einem Thema zu finden“ oder „als zusätzliche Quellen, um Informationen zu verifizieren“, so die Studie. Doch welche Bedeutung haben Web 2.0- Elemente, wie Blog, Video-Plattformen oder Twitter?

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Deutlich zu erkennen ist, dass Video-Plattformen und soziale Netzwerke eine wichtige Funktion in der journalistischen Arbeit einnehmen. Erstaunlich sind jedoch laut der Studie, die Prozentanteile für die Antwort „Kenne ich nicht“. Social Bookmarks waren 32,7 Prozent fremd und RSS-Feed kannten 20,5 Prozent der Befragten nicht.

Am häufigsten nutzen Online-Redaktionen Web 2.0-Kommunikationsmittel, wie Video-Plattformen (88,2 %), soziale Netzwerke (64,7 %), Blogs (52,9 %) und RSS-Feeds (35,3 %). Auch Journalisten, die für den Rundfunk arbeiten, bedienen sich mittels Video- Plattformen (73,8 %) und Podcasts (47,6 %) aus dem Web 2.0- Angebot. Im Gegensatz dazu ist die Nutzung im Print- Bereich eher verhalten.

In der Studie geben 88,5 Prozent der Teilnehmer an Blogs zu lesen, rund 15 Prozent haben einen eigenen Blog und 14 Prozent kommentieren ab und zu in fremden Blogs. Jedoch kann man aus der unteren Grafik entnehmen, dass Blogs und soziale Netzwerke im Gegensatz zu Wikipedia nicht als Glaubwürdig gelten.

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