Leadership Communication: Aufs Zuhören kommt es an!

Unternehmen und Institutionen sollen heutzutage transparenter sein als je zuvor: Kunden und Mitarbeiter erwarten einen echten Dialog auf Augenhöhe, keine “Sender und Empfänger”-Kommunikation. Trotzdem wird der Kommunikation als Führungsdisziplin bis heute keine große Beachtung geschenkt: In der Managementausbildung wird Kommunikation eher “nebenbei” erlernt.


Am vergangenen Donnerstag versammelten sich Kommunikationsexperten aus Wissenschaft und Praxis in der Darmstädter Schader-Stiftung, um unter dem Titel “Leadership Communication – Communication Leadership?” darüber zu diskutieren, wie sich das Potenzial strategischer Kommunikation auf den beruflichen Alltag auswirken kann.

Im ersten Vortrag setzte sich Prof. Dr. Ulrike Röttger (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) mit der Frage “Führung mit oder durch Kommunikation?” auseinander. Durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit weiß Röttger, dass sowohl Kommunikation als auch Führung sehr vielschichtige Konstrukte sind und es somit schwer fällt, diese zu definieren. Dadurch, dass in vielen Organisationen heute der Bedarf nach Stabilität und Orientierung wächst, nimmt auch die Kommunikation eine immer zentralere Rolle ein.


Moderne Führung bedeutet nicht nur, selbst Lösungen zu präsentieren: Stattdessen muss es Organisationsmitgliedern möglich gemacht werden, aus ihrer eigenen Logik heraus passende Lösungen entwickeln zu können. In ihrem Schlusswort betonte Röttger, dass zukunftsfähige Organisationen kommunikativ sein müssen und in Zukunft mehr über nachhaltige Kommunikation gesprochen werden muss.

Der zweite Vortrag von Dr. Christof Ehrhart (Deutsche Post DHL Group) beschäftigte sich mit “Postmoderner Unternehmenskommunikation”.


Ehrhart zufolge hat die Kommunikationsdiziplin einen Führungsanspruch. Bisher fand Kommunikation eher unilateral “von innen” aus dem Unternehmen “nach außen” zur Öffentlichkeit statt, während heute in beide Richtungen kommuniziert wird. Im Rahmen des heutigen Strukturwandels der Kommunikation wird die Öffentlichkeit um digitale Kanäle erweitert, die stark wachsen und an Bedeutung zunehmen. Ehrhart wies darauf hin, dass Empathie als neue Ressource eine große Rolle spielen wird Für Unternehmen bedeutet das, dass sie empathische Fähigkeiten gegenüber ihren Stakeholdern entwickeln müssen, um weiterhin Erfolg zu haben.

Das Thema wurde nicht nur theoretisch behandelt: Im Workshop “Hör zu! – Empathie in der Strategischen Kommunikation” trainierten die Teilnehmer unter der Anleitung von Mitarbeitern der FTI Consulting ihre kommunikativen Kompetenzen in einem Rollenspiel.


Am Case einer fiktiven Unternehmensübernahme durch einen öffentlich in der Kritik stehenden Konzern versuchte ein Vorstands-Team, möglichst überzeugend auf die Fragen und Bedenken verschiedener Stakeholder-Gruppen einzugehen. Und das nach gerade mal rund zwanzig Minuten Vorbereitungszteit. Direkt nach der Übung gaben die verschiedenen Teams – Investorinnen, Mitarbeiter, NGOs – dem Vorstand Feedback zum Kommunikationsstil: von der Argumentation bis hin zur Körpersprache.

In weiteren Workshops ging es darum, Veränderungsprozesse durch Kommunikation zu steuern, Führungskommunikation weiterzuentwickeln, Innovation durch Kommunikation zu gestalten und persönliche Kommunikation genauer in den Blick zu nehmen.

Das Highlight der Tagung

Dr. Christian Lawrence führte in Emilio Galli Zugaros neues Buch „The Listening Leader“ ein und moderierte im Nachgang eine Diskussion mit dem Autoren, seiner Tochter und Co-Autorin Clementina Galli Zugaro, Judith von Gordon und Dirk Metz.

In „The Listening Leader“ wird die These vertreten, dass erfolgreiche Führungskräfte gute Zuhörerinnen und Zuhörer sein müssen. Nur wenn Entscheider den Stakeholdern wirklich zuhören, kann eine Organisation die „Licence To Operate“ erlangen und sichern.

Hat ein „Listening Leader“ verstanden, dass die Stakeholder die Schiedsrichter im Spiel um den Erfolg einer Organisation sind, wird er oder sie das Handeln nach deren Bedürfnissen auszurichten. Wird dieses Prinzip konsequent angewandt, braucht es – und diese These dürfte nur von den wenigsten PR-Menschen im Saal geteilt worden sein – im Grunde keine weitere Unternehmenskommunikation mehr.

In einer Unternehmenskultur des empathischen Zuhörens werden Andersartigkeit und Vielfalt zugelassen. Bemerken Führungskräfte, dass Mitarbeiter bestimmte Schwächen haben, sollen sie diese nicht bemängeln, sondern sich stattdessen darauf konzentrieren, gezielt Stärken zu fördern. Das zeugt, so Galli Zugaro, von Größe.


Während der Diskussion wurden aber auch schwerwiegende Probleme in der Kommunikation und Führung angesprochen: Viele Mitarbeiter trauen sich trotz expliziter Aufforderung nicht, auf Missstände in Unternehmen hinzuweisen oder überhaupt zu widersprechen.

Emilio Galli Zugaro betonte die Wichtigkeit der einzelnen Mitarbeiter: Da Institutionen in den letzten 15 bis 20 Jahren massiv an Glaubwürdigkeit verloren haben, sei es umso wichtiger, jeden Mitarbeiter in einen Kommunikator zu verwandeln, allerdings müssten Mitarbeiter für diese Rolle auch das nötige Empowerment haben.


Judith von Gordon betonte, Coaching solle eine größere Rolle spielen. Doch zur Ansprache von Problemen müsse erst einmal eine entsprechend offene Atmosphäre innerhalb eines Unternehmens herrschen, sagte Dirk Metz. Als Schlusswort zitierte Galli Zugaro den Philosophen Zenon mit dem Satz: “Es ist kein Zufall, dass uns die Natur zwei Ohren zum Zuhören und einen Mund zum Sprechen gegeben hat.”

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt durchgeführt und durch FTI Consulting sowie den Bundesverband deutscher Pressesprecher e.V. gefördert.

  • Ein Beitrag von Julia Anna Moor und Tom Weimar
zu den Kommentaren

Konsolenkrieg: Microsoft schwenkt die weiße Fahne

Aus Fehlern wird man klug, darum ist einer nicht genug.“ – Das dachte sich wohl auch die PR-Abteilung von Microsoft, die in den letzten Wochen geschickt von einem Shitstorm in den nächsten segelte. Aber alles der Reihe nach:

Mit der Xbox One will Microsoft dieses Jahr die Gamerherzen erobern. Doch über der Spielekonsole schwebte bereits vor ihrer offiziellen Ankündigung eine dunkle Wolke: Gerüchten zufolge soll sie weder in der Lage sein Gebrauchtspiele abzuspielen, noch würde sie ohne eine permanente Internetverbindung funktionieren. Anfang April goss Microsofts Creative Director Adam Orth als erster Öl ins Feuer: Unter dem Hashtag #dealwithit twitterte er, dass er den Wirbel um einen Onlinezwang nicht verstünde – immerhin wären ja alle Geräte mittlerweile „always on“.  Als andere Twitter-User erwähnten, dass nicht jeder Haushalt über eine stabile Internetverbindung verfügt, konterte Orth mit einer immer größer werdenden Süffisanz. Die Tweets verbreiteten sich schnell und Orth war letzten Endes gezwungen, sein Twitter-Konto  zu sperren. Doch da war der Schaden bereits angerichtet.

AdamTweetEin paar Tage später durfte Adam seinen Schreibtisch räumen und Microsoft entschuldigte sich per Pressemeldung. Orth sei kein Sprecher des Unternehmens und überhaupt wäre dem Konzern die Kundenmeinung sehr wichtig. Bis zu diesem Zeitpunkt war es noch PR-Krisenmanagement aus dem Lehrbuch.

Als man die Xbox One im Mai schließlich offiziell präsentierte, wurde aus den Gerüchten Wahrheit: Gebrauchtspiele konnten nicht abgespielt werden, einmal am Tag musste man die Konsole ins Internet lassen und die Kinect-Kamera war jederzeit eingeschaltet und hörte mit. Dass so viele Hiobsbotschaften bei einer Produktpräsentation eher schädlich sind, hat Microsoft im Vorfeld wohl nicht gewusst. Auch die aufkommenden Pressefragen haben den Software-Riesen komplett überrascht: Pressestelle und -sprecher gaben teils widersprüchliche, teils ungenaue Antworten und spielten auf Zeit. In den darauffolgenden Tagen versuchte man zwar vergeblich, die Antworten aufeinander abzustimmen und damit die Wogen zu glätten, doch es wurde schnell klar, dass es keinerlei Kommunikationskonzept gab und Microsoft mit dem Gegenwind einfach überfordert war.

Aber man musste ja nur eine kurze Durststrecke durchalten, denn am 11. Juni fand endlich die Electronic Entertainment Expo statt und hier wollte Microsoft punkten: Die Kommunikation war endlich mehr oder weniger abgestimmt und mit den neuen, exklusiven Xbox One-Spielen in petto, wären Negativpunkte schnell vergessen. Dummerweise wurde diese Rechnung ohne die Konkurrenz gemacht: Sony hatte das ganze Debakel beobachtet und verkündete nun stolz, dass sie bei ihrer PlayStation 4-Konsole auf jegliche Gebrauchtspielsperren mit Onlinezwang verzichten werden – und das bei besserer Technik und zu einem niedrigeren UVP im Vergleich zur Xbox One. Durch die Ankündigung, den Status quo nicht ändern zu wollen, erntete der japanische Konzern tobenden Applaus und Microsoft schaute dumm aus der Wäsche.


Der finale Dolchstoß kam letzten Endes jedoch aus den eigenen Reihen. Eigentlich sollte Don Mattrick als Präsident des Interactive Entertainment Business bei Microsoft am Verkauf der neuen Konsole interessiert sein. Aber anstatt für sie zu werben, riet er allen, die keinen verlässlichen Internetanschluss haben, doch einfach das Vorgängermodell Xbox 360 zu kaufen.

Die Sache war damit sowohl für Gamer als auch für die Presse gegessen: Sony hatte die erste Runde des kommenden Konsolenkrieges gewonnen. Nicht durch Technik oder Exklusivität, sondern durch PR-Versagen der Konkurrenz. Bei der Facebook-Umfrage von Amazon.com, welche Konsole nun die bessere sei, führte die PlayStation 4 mit knapp 39000 Stimmen gegenüber der Xbox One mit etwas mehr als 2100 Stimmen. Bei den Vorbestellungen zeigte sich ein ähnliches Bild. Microsoft konnte und wollte nicht von seiner Strategie weichen, jeglicher Versuch der Kunden- und Pressekommunikation verschlimmerte die Lage.

Ergebnis der Amazon.com-Umfrage Quelle: Cinemablend.com
Ergebnis der Amazon.com-Umfrage
Quelle: Cinemablend.com

Doch nun hat man offenbar genug und zieht die Reißleine: Per Pressemitteilung gibt Don Mattrick bekannt, dass alle Kritikpunkte gestrichen wurden. Keine Gebrauchtspielsperre mehr, kein Onlinezwang, alles so wie gehabt – und das nur, weil man ja immer auf die Kunden hören würde.

Durch diese 180°-Wende setzt Microsoft ein Zeichen: Sie geben auf, schwenken die weiße Fahne, haben keine Lust mehr, die PR-Fehler der letzten Monate auszubügeln. Stattdessen gibt man den Kundenwünschen nach, hofft auf Gnade und versucht, die Zeit zurückzudrehen. Zurück bis Anfang Mai, als der Shitstorm noch ein ungefährliches Shitwölkchen war.

zu den Kommentaren

Twitternde Mitarbeiter – Vodafone setzt auf Rotation Curation

Vodafone hat diese Woche mit dem Twitter Account @being_vodafone ein spannendes Projekt gestartet. Im wöchentlichen Wechsel twittern Mitarbeiter zukünftig über ihren Arbeitsalltag und geben so Einblicke hinter die Kulissen des Netzanbieters. Vom Sachbearbeiter bis zum Abteilungsleiter konnte sich jeder Mitarbeiter für eine Woche Twitter-Dienst bewerben.

Während der CeBit vom 5. bis 9. März wird der Account sogar täglich weitergereicht und auch CEO Jens Schulte-Bockum wird einen Tag lang das Ruder übernehmen. Bei Inhalt und Häufigkeit der Tweets gibt es offiziell keine Vorgaben von Unternehmensseite, doch in einer Pressemitteilung gab Vodafone bekannt, dass vor allem am neu gebauten Campus in Düsseldorf gezwitschert werden wird. Seit Dezember 2012 läuft der schrittweise Umzug von insgesamt rund 5000 Mitarbeitern, der bis März 2013 abgeschlossen sein soll.

Neu ist die Idee übrigens nicht, denn der Trend zum sogenannten „Rotation Curation“ entstand bereits im Dezember 2011.

Und wer hat’s erfunden?

Ausnahmsweise nicht die Schweizer, denn erstmals tauchte das Konzept in Schweden auf. Das schwedische Institut, zuständig für die Vebreitung von Informationen über das skandinavische Land, startete damals den Twitter Account @Sweden. Jeder Schwede kann diesen Account sieben Tage lang übernehmen und sein Heimatland auf die für ihn richtige Weise in der Twitter Welt repräsentieren. Getwittert werden seitdem tagesaktuelle Themen, Plätze die unbedingt besucht werden sollten oder ganz private Geschichten der gerade zuständigen Personen. Bis heute entstanden rund 80 Twitter Accounts, die sich dem „Rotation Curation“ verschrieben haben. Auffällig ist jedoch, dass bislang überwiegend Länder und Städte Vorteile in dieser Art der Kommunikation sehen.

Das schwedische Institut war bereits zuvor durch ausgefallene Social Media Nutzung aufgefallen. Mit einer digitalen Botschaft in der Alltags-Simulation „Second Life“ bewiesen sie schon 2007 ihre Kreativität.

Spannende Möglichkeiten für Unternehmen

Mit Vodafone ist jetzt erstmals ein Unternehmen auf den Trend aufgesprungen. Insbesondere beim Thema Employer Branding könnte „Rotation Curation“ spannend werden und auch Vodafone scheint hier Chancen zu sehen. Der Zeitpunkt für den Start des Accounts fast zeitgleich mit dem Ende des Umzugs auf den neuen Campus spricht dafür. Das neue Gebäude wurde nämlich nach einem besonders modernen Konzept entworfen. Es gibt keine Einzelbüros mehr, nicht einmal feste Schreibtische weist Vodafone seinen Mitarbeitern zu. Jeder kann sich mit seinem Laptop dort andocken, wo es gerade am besten passt. Den Mittelpunkt des neuen Komplexes bildet der sogenannte Berkshire Garden, ein Park mit 80 bis zu 15 Metern hohen Bäumen, der für alle Düsseldorfer frei zugänglich ist und für Erholung während der Arbeit sorgen soll.

Vodafone hat also einiges in den Wohlfühlfaktor investiert und möchte künftige Arbeitnehmer natürlich davon in Kenntnis setzen. Ein wöchentlich wechselnder Mitarbeiter, der via Twitter über seinen Arbeitsalltag in diesem modernen Umfeld berichtet, ist hierfür der ideale Botschafter. Zufall oder geschickte Employer Branding Strategie? Was es auch sein mag, auf „Rotation Curation“ wird man in der Unternehmenskommunikation zukünftig eventuell häufiger stoßen.

zu den Kommentaren

Typeform und Visualize.me

 

Zwei nützliche Tools, visualize.me und Typeform. (Quelle: http://openclipart.org/)
Zwei nützliche Tools, visualize.me und Typeform. (Quelle: http://openclipart.org/)

In folgendem Beitrag stelle ich zwei nützliche Tools vor. Zum einen Visualize.me, um seine Bewerbungsunterlagen mal auf eine andere Art zu  präsentieren. Fernab vom langweiligen Lebenslauf hilft das Tool dabei, seinen Werdegang ansprechend zu visualisieren.
Das zweite Tool nennt sich Typeform, mit dem man auf relativ simple Weise personalisierte Formulare und Umfragen erstellen kann. Typeform befindet sich momentan in der Beta Version und ist noch nicht öffentlich zugänglich, trotzdem möchte ich es hier vorab vorstellen da es  enormes Potenzial hat.

 

Visualize.me

Die Standard Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf in Textform ist mittlerweile kein geeignetes Mittel mehr, um sich mit seiner Bewerbung abzuheben und gerade im kreativen Bereich schon längst ein alter Hut. Genau an dieser Problematik setzt visualize.me an. Mit dem Tool lässt sich aus einem langweiligen Lebenslauf eine ansprechende und informative Grafik zaubern. Das Tool befindet sich momentan noch in der beta, ist aber frei zugänglich. Wie visualize.me in der Praxis aussieht zeigt folgendes Video:

Vizualize.me – welcome to the future of resumes

Um das Tool zu nutzen muss man sich einfach unter visualize.me anmelden und kann loslegen. Als Alternative kann man sich auch direkt mit seinem Linked.in Profil anmelden und spart sich so das manuelle Eintragen seiner Daten.
Visualize.me mag nicht jedermanns Sache sein, dient aber hervorragend dazu sich von anderen Bewerbern abzuheben.

 

Typeform

Mit Typeform lassen sich Formulare und Umfragen zu erstellen. Das ging bisher auch mit anderen Tools wie onlineumfragen.com  oder limesurvey . Das besondere an Typeform ist, dass man mit vorgefertigten Templates arbeitet, in denen man sich seine Umfrage „zusammenklicken“ kann. So kann man Schriftart, Stil und Hintergrund seiner Umfrage individuell anpassen. Durch die intuitive Bedienung ist das Tool auch für unerfahrene Nutzer geeignet, wie folgendes Video veranschaulicht:

How typeforms get made…

Wie im Video gezeigt, lässt Typeform einem die Möglichkeit, seine Umfragen komplett frei zu gestalten, was wahrscheinlich auch die Einbindung des eigenen Corporate Designs ermöglicht. Als weiteres Highlight ist Typeform, wie im Video gezeigt, auf verschiedenen Endgeräten einsetzbar.
Wann das Tool für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht leider noch nicht fest. Ebenso ist noch abzuwarten, welchem Bezahlmodell Typeform folgen wird, oder ob die Entwickler es kostenlos zur Verfügung stellen werden.
Wer es nicht mehr abwarten kann das Tool selbst auszuprobieren, kann sich hier für die beta bewerben.

 

Beide Tools befinden sich noch in der beta, was darauf hindeutet, dass in es in der finalen Version noch zusätzliche Features geben wird. Beide Tools haben enormes Potenzial und bieten interessante und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

zu den Kommentaren

Burger King an McDonald’s verkauft?

Am Montagabend haben sich Hacker einen Spaß mit dem offiziellen Twitter Account von Burger King USA erlaubt. Als Tweet war zu lesen: „Wir wurden gerade an @McDonalds verkauft.“ Der Meldung folgten weitere, ähnlich absurde Tweets. (siehe Bild). Zudem haben die Hacker das Profilbild und das Coverbild der Twitter Seite geändert und dort die Logos des Konkurrenten McDonald’s eingefügt.

Bild des gehackten Twitter Accounts.
Bild des gehackten Twitter Accounts. (Quelle: Screenshot von Twitter)

Bei dem Angriff auf Burger King handelt es sich wohl um einen gezielten Angriff, aus bisher noch unbekannter Quelle. Erste Vermutungen deuten auf eine Untergruppierung der bekannten Hackergruppe „Anonymus“  hin, zu dessen Zugehörigkeit sich aber theoretisch jeder bekennen kann.

Der Burger King Account wurde nach rund 90 Minuten gesperrt, die entsprechenden Tweets wurden gelöscht. Mittlerweile ist der Normalzustand (@BurgerKing) wieder hergestellt. Weiterer Schaden wurde vermutlich nicht angerichtet. Immerhin hat der Hackerangriff für Burger King zu fast 30.000 neuen Followern geführt. Die Sperrung des Accounts war aus Sicht von Burger King erstmal die sicherste Möglichkeit um dem Hacker das Handwerk zu legen. Der Account ging nach der Sperrung relativ schnell wieder Online und die wenigsten Nutzer dürften überhaupt etwas von dem eigntlichen Hack gemerkt haben.  Wichtig ist auch zu erwähnen das der Hack keine Gefahr für die Follower von Burger King dargestellt hat.

Burger King meldet sich zurück.
Burger King meldet sich zurück. (Quelle: Twitter Screenshot)

McDonald’s hat sich über seinen offiziellen Twitter Kanal bereits zu dem Vorfall geäußert und distanziert sich von dem Hackerangriff.

Tweet von McDonald's
Statement von McDonald’s
(Quelle: Twitter Screenshot)

Anfang Februar wurden erneut massenweise Twitter Accounts gehackt, dieses mal waren es rund eine viertel Millionen. Twitter hat die betroffenen Nutzer informiert und rät Ihnen das Passwort zu ändern. Zu den Betroffenen zählt unter anderem auch die Schauspielerin Jessica Alba.

Wie kann man seinen Account schützen?

Hier ein paar grundsätzliche Tipps zum Thema Account Sicherheit im Überblick:

Hacker der Gruppe Anonymus
Ein Hacker der bekannten Gruppe Anonymus. (Quelle: alles-schlumpf via photopin cc)

Wahrscheinlich ist ein Großteil der User über folgende Punkte aufgeklärt. Doch gerade bei Accounts die von Unternehmen oder Organisationen verwendet werden, sollte man verstärkt auf Sicherheit achten. Jeder Account, der nicht entsprechend gesichert ist, ist automatisch eine Gefahr für all seine Follower.

Passwortsicherheit:
Falls Sie Ihr Passwort in dieser Liste finden, sollten sie es schleunigst ändern. Die Top 5 der unsichersten Passwörter sind:
1. password
2. 123456
3. 12345678
4. abc123
5. qwerty
Um sich Zugang zu einem Account zu verschaffen, braucht man also nicht unbedingt Hackerwissen, man kann schlicht und einfach raten.
Bei den meisten Anbietern sorgt allerdings ein Sicherheitsmechanismus dafür, dass nach mehrmaliger Falscheingabe des Passwortes der Account vorläufig gesperrt wird.

Verschiedene Passwörter nutzen:
Benutzen Sie für jede Plattform auf der Sie aktiv sind ein anderes Passwort. So verhindern Sie dass Hacker Zugang auf Ihre anderen Profile, oder gar Ihren E-mail Account erhalten. Hier muss man das Rad nicht jedes mal neu erfinden. Die Änderung von einem Zeichen innerhalb des Passworts kann den Zugriff schon deutlich erschweren.

Phishing-Attacken:
Bei Direktnachrichten von Kontakten mit Inhalten wie: „Guck mal ich habe dich auf diesem Photo gesehen – LINK“, sollte man keinesfalls auf den Link klicken. Wenn man den Kontakt kennt, kann man gegebenenfalls nachfragen. Bei Kontakten die man nicht kennt, sollte man diese Meldung als Spam markieren.

Nutzung von fremden Netzwerken:
Gerade wenn man in fremden Netzwerken unterwegs ist, sich an fremden Endgeräten anmeldet oder öffentliche HotSpots benutzt, ist erhöhte Vorsicht geboten. Die Daten werden innerhalb des Netzwerks unverschlüsselt gesendet und sind so theoretisch von jedem Netzwerkteilnehmer ohne großen Aufwand sichtbar. Bei der Nutzung von mobilen Endgeräten ist hier erhöhte Vorsicht geboten. So ist es sinnvoll sich zumindest mit einer Firewall abzusichern.

Falls der Twitter Account gehackt wurde, sollte man sich an den Support von Twitter wenden.

Weitere Tipps zum Thema Sicherheit gibt es hier.

Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Will jemand mit entsprechenden Kenntnissen einen Account hacken, so findet er einen Weg. Deshalb ist es umso wichtiger seine Accounts regelmäßig zu überprüfen.

Es sei dahingestellt ob der Burger King Account gehackt wurde, weil nicht genug auf Sicherheit geachtet wurde oder weil sich jemand einen Spaß erlaubt hat. Gewissen Hackergruppen ist es durchaus zuzutrauen, in jeden beliebigen Account einzudringen. Warum es dieses mal BurgerKing getroffen hat ist also nicht genau zu sagen. Bleibender Schaden wurde nicht angerichtet, der Channel ist wieder online, als sei nichts gewesen. Was bleibt ist ein kleines Medienecho, 30.000 neue Follower für Burger King und die Gewissheit dass auch Accounts von Weltkonzernen gehackt werden können.

 

zu den Kommentaren

Hüpfburgen für Besserverdiener – Kein Sponsoring für Abiturienten

Wie man mit Sponsoring-Anfragen nicht umgehen sollte, hat die Firma Clemens & Partner in den letzten Tagen vorgeführt. Ein Abiturjahrgang wollte für seinen Abi-Streich eine Hüpfburg mieten und fragte bei dem Verleih nach Sonderkonditionen. Obwohl Sponsoring-Anfragen nicht unüblich sein sollten, reagierte die Firma überraschend. Statt es bei einer kurzen, höflichen Absage zu belassen, empfahl Harald Koep (laut seinem Facebook-Profil “Marketingabteilung bei Clemens & Partner”) den Abiturienten sich vom Luxusdenken zu verabschieden. Außerdem erklärte er: “Wir sind Vermieter und machen das beruflich für unseren Lebensunterhalt mit dem Ziel, nicht da zu stehen wo Sie offensichtlich stehen.” Und als wäre das nicht genug der Höflichkeiten, folgte noch: “Sollten Sie bei uns irgendwo ein Schild gesehen haben ,Geschenkeladen‘, lassen Sie es mich bitte wissen.” Gute Umgangsformen sehen anders aus.

Studium für Hartz IV

Maik Luu, der anfragende Schüler, versuchte daraufhin aufzuklären, man habe keine Spende sondern lediglich ein günstiges Angebot erwartet. Aber die Chance einzulenken, verpasste das Unternehmen. Mit dem Hinweis, 70 Prozent der Studenten bezögen später eh Hartz IV und daher sei diese Zielgruppe uninteressant versuchte man Luu abzuwimmeln. Als Spitze des Eisbergs verkündete Koep schließlich, man müsse sich um die Kunden von morgen keine Gedanken machen und diese würden eh in einer anderen gesellschaftlichen Liga spielen.

Erst pöbeln, dann schweigen

Es mag sein, dass Freundlichkeit von verschiedenen Menschen unterschiedlich ausgelegt wird. Auf keinen Fall sollte ein Unternehmen aber (potentielle) Kunden beleidigen. Sowohl die Antwort der Firma als auch die Webseite und die Facebook-Page zeigen, dass Mitarbeiter und Geschäftsführung in Sachen Kommunikation generell noch dazu lernen müssen. Als der Schriftwechsel noch nicht offen war, wurde munter gepöbelt und nun herrscht Stille. Denn obwohl Maik Luu die Mails an die Lokalpresse gegeben und den Artikel bei Facebook veröffentlicht hat, schweigt das Unternehmen. Stellungnahme auf der Firmen-Homepage? Fehlanzeige. Auch Kommentare auf der eigenen Pinnwand beantwortet der Verleiher nicht.

Huch ein Shitstorm

Mittlerweile berichten Welt online und andere überregionale Zeitungen über die Geschichte des motzenden Anhänger-Verleihers. Auf Facebook entwickelt sich gar ein Shitstorm – denn gerade Schüler und Studenten sind empört und tragen das Thema in dem sozialen Netzwerk immer weiter. Um den Schaden (falls noch möglich) einzugrenzen, wäre spätestens jetzt eine Entschuldigung oder zumindest ein Statement angebracht.

Einen solchen PR-Gau kann vermeiden, wer diese vier Tipps zum Umgang mit Sponsoring-Anfragen beherzigt:

  1. Nimm jede Anfrage ernst und behandle die Interessenten respektvoll
  2. Prüfe, ob sich ein Sponsoring lohnt oder nicht (Von wem will ich wie wahrgenommen werden?)
  3. Reagiere schnell auf Anfragen
  4. Wenn Du absagst, bleibe freundlich und erkläre gegebenenfalls sachlich, warum Du nicht sponsern kannst

Und auch für die Abiturienten (und alle anderen auf Sponsoren-Suche) haben wir noch einen kleinen Tipp zur Akquise:
Fordert nicht nur ein sondern macht den Firmen auch ein Angebot, was sie für ihre Unterstützung im Gegenzug bekommen.

zu den Kommentaren

Die PRaktiker (22): Markus Weik

Markus Weik, Senior Executive bei FTI Consulting
Steckbrief zur Person

Name: Markus Weik

Alter: 33

Aktuelle Tätigkeit: Markus Weik arbeitet als Senior Executive für die Strategic Communications Practice von FTI Consulting am Standort Frankfurt. Dort berät er Kunden unter anderem aus den Bereichen Immobilien, Asset Management, Private Equity und Automobil. Der studierte Amerikanist und Sportwissenschaftler engagiert sich zurzeit, das deutsche Team für strategische Beratung in digitaler/online Kommunikation und Reputation Management in sozialen Netzwerken aufzubauen.

(mehr …)

zu den Kommentaren

Wer ist hier der Faceboss?

Die Wichtigkeit von Social Media ist inzwischen von allen Dax-Konzernen verstanden worden und erlangt immer mehr Beachtung, ihre Vorstände hingegen lässt die neue Technik kalt. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Markenarbeit GmbH sind nur 24 von 182 Dax-Vorstände bei Facebook, Twitter und Co. angemeldet. Und auch davon sind nur wenige wirklich aktiv – trotz immer höherer Social Media-Budgets in ihren Unternehmen.

Quelle: http://www.facebook.com/socialmediaboss
Quelle:http://www.facebook.com/socialmediaboss

Nur auf LinkedIn tummeln sich die meisten der „Top 20“. Hier belegt Roger A. Crook (Deutsche Post) den Spitzenplatz mit 494 Kontakten. Der einzige Facebook-Nutzer ist Norbert Reithofer, Vorstandsvorsitzender bei BMW – mit 14 Fans. Immerhin: Reithofer ist auf drei verschiedenen Plattformen vertreten, besonders aktiv jedoch nicht. Auf Twitter kann sich nur Vishal Sikka von SAP sehen lassen – mit 1824 Followern. Zum Vergleich: Microsoft-Boss Bill Gates kann über 50000 Fans auf Facebook und fast 3 Millionen Follower auf Twitter vorweisen.

Worin liegen die Gründe für eine derartige Abstinenz von sozialen Medien? Laut Studie fehlen sowohl Verständnis als auch persönliche Relevanz und erfolgreiche Vorbilder. Hinzu kommt das Gefühl fehlender Sicherheit und die nicht vorhandene Unternehmenskultur.
In einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ sagt der Gründer der „Deutschen Markenarbeit“, Frank Dopheide, dass Berater den Vorständen jahrelang geraten hätten, sich zum Schutz der Marke zurückzuziehen – nach dem Motto: Menschen kann man austauschen, das Image des Unternehmens nicht.

Dabei konnte die US-amerikanische PR-Agentur Burson Marsteller zeigen, dass der Börsenwert eines Unternehmens um 24 Prozent steigt, wenn die Reputation des Vorstandschefs um 10 Prozent steigt.

Bleibt die Frage, wer sich zuerst aus dem Daxchsbau traut.

zu den Kommentaren