Abgas-Skandal bei VW – Wie wird kommuniziert?

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© Bernd Kasper / pixelio.de

Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen hat es zurzeit nicht einfach. Der Skandal um die Abgasmanipulation stellt das Unternehmen und natürlich auch die interne PR-Abteilung vor eine komplizierte Aufgabe. Wie kommuniziert man so einen Skandal in den  Medien? Wie mit den eigenen Mitarbeitern? Und vor allem: Welche Maßnahmen werden vorgenommen um zu verhindern, dass das Unternehmen seinen guten Ruf verliert?

Als die ersten Artikel über die Manipulation von Diesel Fahrzeugen der Marke Volkswagen veröffentlicht wurden, hat sich zuerst der amerikanische CEO von VW, Michael Horn, vor die Kamera gestellt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ein paar Tage darauf wurde auch ein Video-Statement vom damaligen Vorstandsvorsitzenden des Konzerns, Martin Winterkorn, veröffentlicht. Er entschuldigt sich für die Manipulation und verspricht diesen Umstand so transparent wie möglich zu beleuchten, indem eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben wird. Außerdem richtet er auch ein paar beruhigende Worte an seine über 600.000 Mitarbeiter. Ein wichtiger Schritt seitens Winterkorn, denn vor allem die Mitarbeiter des Unternehmens sind durch den Skandal betroffen. Er nimmt also die Verantwortung auf sich und gibt damit seinen Posten als Vorstandsvorsitz auf.

Auf den großen sozialen Netzwerken finden sich hauptsächlich Links zu Pressemitteilungen auf der offiziellen Volkswagen Homepage und mehrere Video-Statements. Auf der deutschen Facebook Seite des Unternehmens wird eine weitere Stellungnahme gepostet:

 

Facebook Statement VW

 

In den USA, wo der Skandal bekannt geworden ist, wurde eine eigene Service-Homepageaufgesetzt, auf welcher besorgte Kunden auf dem neusten Stand gehalten werden.

 

 

Nach einigen Tagen wird Winterkorns Nachfolger bekannt gegeben. Thomas Müller, der zuvor bei der Partner-Marke Porsche im Vorstand saß, nimmt sich der schwierigen Aufgabe an und wird der neue Vorstandsvorsitzende von VW. In einem weiteren Video-Statement äußern sich er und weitere wichtige Vorstandsmitglieder des Unternehmens zum aktuellen Stand und zur Kündigung Winterkorns. Es wird um Vertrauen gebeten und eine Lösung für betroffene Kunden noch für den Oktober diesen Jahres angekündigt:

 

 

Die Kollegen in der PR Abteilung von VW haben es zur Zeit sicher nicht einfach, doch bisher wird schon vieles richtig gemacht. Das Schuldeingeständnis, die Videostatements, die externe Untersuchung und die beruhigenden Worte an die Mitarbeiter des Unternehmens sind Schritte in die richtige Richtung. Wenn man einen ähnlichen Kurs beibehält, sollte der Konzern die Krise überstehen können. Doch in Zukunft ist allergrößte Vorsicht, vor allem im Bereich der PR, geboten. Was Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeht, hat das Unternehmen einiges an Glaubwürdigkeit verloren und das sollte man in der künftigen Kommunikation versuchen wieder aufzuarbeiten, um das Kundenvertrauen zurück zu gewinnen.

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Zensur auf Facebook – Meinungsfreiheit hört da auf, wo die Politik beginnt

Facebook – dieser große globale Kommunikator ist in der Ukraine in den letzten fünf Jahren immer wichtiger geworden. Aufgrund des Mangels von freier Presse und frischen Ansichten haben sich ein sogenannter „Facebook Journalismus“ und ein „Expertenkreis“ entwickelt. Durch regelmäßige Posts in dem sozialen Netzwerk mit kritischen Aussagen und sarkastischen Kommentaren wird man relativ schnell bekannt und bekommt Tausende von Freundschaftsanfragen. Es wird noch besser: Nach kurzer Zeit werden besonders mitteilsame Facebook-Nutzer schon zitiert und in TV-Shows eingeladen.

Facebook-Journalismus wurde in der Ukraine während der Maidan Bewegung geboren. Selbst der Maidan begann erst damit, nachdem ein Kiewer Journalist in seinem Status einen Aufruf zu Protesten gegen die damalige Regierung auf dem zentralen Platz in Kiew herausgegeben hatte. Nach eineinhalb Jahren haben sich schon einige interne „Brand-Users“ aus der ukrainischen Facebook-Community herausgebildet, die für Tausende als Vorbild dienen. Solche Menschen bauen das ukrainische Segment auf.

Aufgrund der politischen Lage und dem Krieg mit Russland ist die Politik zum wichtigsten Thema in beiden Ländern auf Facebook geworden. Die Medien werden als das wichtigste Instrument der Gehirnwäsche angesehen, um die Wahrheit zu verfälschen. Deshalb machen sich die Regierungen Facebook als Instrument ihrer Propaganda zu Nutze.

Um dagegen anzukämpfen, sind die Oppositions-User beider Länder aktiv geworden. Plötzlich tauchten in Facebook eine enorme Anzahl  pro-ukrainischer Inhalte sowie Meinungen von Putin-Gegnern auf. Auch den russischen Facebook-Usern wurde gestattet, mit einem Klick eine alternative Meinung zu äußern oder eine ganz andere Berichterstattung als jene im russischen Fernsehen zu verfolgen. Ob das von langer Dauer ist?

Die Antwort lautet „Nein“. Seit dem März 2015 treffen sich regelmäßig ukrainische Facebook Nutzer, deren Nutzerprofile vom sozialen Netzwerk immer wieder verbannt werden. Wirft man einen genaueren Blick auf die Verbannungen in der Ukraine, fällt auf: Eine klare pro-ukrainische Position und eine große Freundesanzahl sind in den meisten Fällen vorhanden. Von offizieller Seite sind aber Hetze, Propaganda oder Diskriminierungen die Gründe für einen Bann. De Facto wurde als Hetze ein Beitrag genannt, in dem ein ukrainischer User die EU und UN aufforderte, ihre Aufmerksamkeit auf das Video mit den russischen Soldaten zu richten. Ein anderes Beispiel: Für dieses Foto, auf dem der ukrainische Journalist Andrej Kapustin und der ehemalige georgische Präsident Saaakaschwili zu sehen sind, wurde Andrej für einen Monat verbannt! Dieses Foto wurde als Pornographie gekennzeichnet.

Screenshot von facebook

Das ukrainische Online-Magazin „Watcher“ hat ein Experiment bezüglich der Beschwerden über einige Anti-Ukrainische Facebook Beiträge durchgeführt. Es gab ein Interview mit einem Vertreter vom pro-russischen Militär, in dem dieser sagte, dass seine Streitkräfte gekommen wären, um Ukrainer zu töten. Daraufhin beschwerten sich einige User bei Facebook. Deren Antwort: “The content does not violate the „Community Standards“.

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Die gleiche Antwort bekam ein anderer ukrainischer User für seine Beschwerde hinsichtlich der Facebook- Gruppe “Death to Israel”.

Screenshot von facebook
Screenshot von facebook

 

Jedes Jahr hält Mark Zuckerberg eine Pressekonferenz, bei der er Fragen aus dem Publikum und Nutzerfragen beantwortet (s.g. „Q&A with Mark“). Die Fragen werden nach der Anzahl der «Likes» ermittelt. Dieses Jahr hatte die Frage über die Sperrungen von ukrainischen Nutzerprofilen am meisten Likes (48,000) gesammelt. Zuckerberg wurde gefragt, ob er denn etwas tun könne, wie beispielsweise eine offizielle Facebook-Vertretung in der Ukraine zu eröffnen. Die gleiche Frage stellte der ukrainische Präsident Poroschenko.

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Screenshot von facebook

 

Laut Zuckerberg seien die Nutzerprofil-Sperrungen erfolgt, da die Pro-Ukrainer politisch unkorrekte Posts auf Facebook teilten. Ebenso würde das ukrainische Segment des Netzwerks nicht aus Russland moderiert, da Facebook keine Niederlassung in Russland habe. Stattdessen erfolge die Moderation aus Dublin, Irland.

Direkt in Dublin wegen der Accountsperrungen nachzufragen, stellt allerdings keine Alternative dar. Die Ursachen dürfen aus Sicherheitsgründen prinzipiell nicht veröffentlicht werden.

Screenshot von facebook
Screenshot von facebook

Facebook bestimmt also, was wir sehen und was wir angeblich nicht sehen wollen. Am Beispiel der ukrainischen Situation lässt sich darstellen, wie schwach und undurchsichtig das Zensur-Problem von Facebook gehandhabt wird. Wenn die Richtlinien nicht genau definiert und die Begründungen für die Sperrungen nicht transparent sind, hört Meinungsfreiheit genau dort auf.

 

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Plague – Virales Marketing per Fingerzeig

Wir alle wissen spätestens seit der Ice Bucket Challenge, was virales Verbreiten von Inhalten im Netz bedeutet. Content, sei es Bild, Ton oder Video, wird wie verrückt über alle möglichen Social Media Kanäle geteilt. Wie wäre es nun aber Inhalte verbreiten zu können, ohne einem sozialen Netzwerk angehören zu müssen? Plague hat die Antwort hierauf: Die App teilt Content einfach und schnell über Geolokation.

Das litauische Unternehmen Deep Sea Marketing wollte eine Möglichkeit finden um virale Contentverbreitung im Netz noch einfacher zu machen. Sie entwickelten Plague, eine App, die nicht etwa über existierende Freundeskreise Inhalte verbreitet, sondern ganz einfach Leute in der Umgebung des Users ortet und an diese den Content weiterträgt. Mögliche Inhalte zu diesem Zeitpunkt sind Bilder, Texte, kurze Gifs und Links. Gefällt einem, was man sieht, wischt man nach oben und teilt diesen Beitrag augenblicklich mit Personen, die sich in der Nähe befinden. Ist man vom gebotenen Content nicht überzeugt oder gar gelangweilt, wischt man auf dem Display nach unten und schiebt es somit “in die Tonne”.

Um fremde Inhalte zu teilen und zu verbreiten, ist eine Registrierung nicht nötig. Hier kann auch ohne Anmeldung munter geswiped werden. Registrierte User können zusätzlich eigene Inhalte erstellen und Statistiken zur Beitragsreichweite einsehen.

Genau wie ein Grippevirus, sucht Plague die räumlich und körperlich am nächsten gelegenen Personen auf und gibt die Inhalte an diese weiter. Bei der Registrierung kann man frei wählen welchen Benutzernamen man sich geben möchte. Es wird auch nur dieser bei den eigenen Beiträgen angezeigt, inklusive des Ortes, an dem der Inhalt hochgeladen wurde. Wenn einem ein Beitrag besonders gut oder schlecht gefällt oder man einfach seinen Senf abgeben möchte, hat der User die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen und somit mit anderen Benutzern eine Unterhaltung zu beginnen.

BildPlague
So sieht das Runter- und Hochwischen in Plague aus.

Persönliches Fazit: Aktuelles “Nice-to-have” mit spannendem Zukunftspotenzial

Natürlich habe ich mir die App direkt aus dem App Store geladen, da ich mir ein eigenes Bild machen wollte. Plague birgt meines Erachtens nach großes Potential in den verschiedensten Bereichen der digitalen Kommunikation, vor allem aber im Bezug auf Marketing bzw. virales Marketing. Aktuell merkt man dem Stand der App noch an, dass sie noch in den Kinderschuhen steckt. Viele Aktionen bietet einem Plague noch nicht, das gängige Angebot fügt sich aus einigen generischen Bildern und wenigen selbst erstellten Fotos/Textzeilen zusammen, die in die virale Verbreitung oder das Datennirvana gewischt werden können. Laut Entwicklern soll künftig neben der aktuellen GPS-Ortung noch eine Bluetooth Option angeboten werden, um nahegelegene Personen aufzuspüren und sich mit ihnen verknüpfen zu können.

Plague bietet ein hohes Potenzial und muss jetzt nur noch weiterentwickelt und optimiert werden. Auch das anonyme Teilen ist für viele Nutzer sicherlich sehr attraktiv, gleichzeitig sehe ich aber auch ein Gefahrpotenzial, was das unkontrollierte Verbreiten anstößiger, extremistischer oder anderweitig unangebrachter Inhalte angeht. Ob sich solche Hiobsbotschaften bewahrheiten werden oder die App ausschließlich positiv den Markt erobern wird, werden die künftigen Entwicklungen zeigen. Bis dahin werde ich gespannt weiter swipen, tolle Inhalte teilen und den Plague-Virus weiter verbreiten.

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Unglaublich! Mit diesem Trick müssen Sie nie mehr Geld für PR ausgeben

Diesen Trick gibt es natürlich nicht. Den Trick mit der reißerischen Überschrift allerdings schon: Internetseiten wie upworthy.com und die deutsche Seite heftig.co arbeiten mit dieser Masche und sind unglaublich erfolgreich. Ihre Anzahl an Likes und Shares in sozialen Netzwerken wie Facebook übersteigen die der größten deutschen Onlinemedien um ein weites, und das mit Inhalten, die trivial, alt und so gar nicht „unglaublich“ sind.

heftig
Reißerische Überschriften, enttäuschende Inhalte – das Konzept scheint zu funktionieren. Bild: Screenshot heftig.co

Ein Konzept, von dem sich die PR etwas abschauen kann? Die Artikel funktionieren ähnlich wie virale Kampagnen, die bei geringen Kosten eine riesige Reichweite haben, da sie sich verselbstständigen und sich die Like- und Share-Funktionen sozialer Netzwerke zu Nutzen machen. Ob sich eine Kampagne viral verbreitet, ist vorher aber kaum absehbar. Bei den Artikeln auf Upworthy & Co. ist das anders – die Klick- und Share-Raten sind gleichbleibend hoch. Man bringt den Stein ins Rollen und muss danach nichts mehr tun – der Traum eines jeden PR-Beraters!

Das Problem dabei: Oft wird im Text, Bild oder Video nicht gehalten, was die Überschrift verspricht. Bei Websites, die einzig und allein dem Zweck dienen, Zeit zu überbrücken und kurz zu unterhalten, mag das funktionieren. In der PR hingegen gibt es Erwartungen, die enttäuscht werden können. Wird also etwas angepriesen, das nicht da ist oder dem Kunden ein nicht haltbares Versprechen gemacht, kann das schnell schiefgehen.

Hier zur Erinnerung ein kleines Best Of misslungener Kampagnen im Social Web:

 

 

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Burger King an McDonald’s verkauft?

Am Montagabend haben sich Hacker einen Spaß mit dem offiziellen Twitter Account von Burger King USA erlaubt. Als Tweet war zu lesen: „Wir wurden gerade an @McDonalds verkauft.“ Der Meldung folgten weitere, ähnlich absurde Tweets. (siehe Bild). Zudem haben die Hacker das Profilbild und das Coverbild der Twitter Seite geändert und dort die Logos des Konkurrenten McDonald’s eingefügt.

Bild des gehackten Twitter Accounts.
Bild des gehackten Twitter Accounts. (Quelle: Screenshot von Twitter)

Bei dem Angriff auf Burger King handelt es sich wohl um einen gezielten Angriff, aus bisher noch unbekannter Quelle. Erste Vermutungen deuten auf eine Untergruppierung der bekannten Hackergruppe „Anonymus“  hin, zu dessen Zugehörigkeit sich aber theoretisch jeder bekennen kann.

Der Burger King Account wurde nach rund 90 Minuten gesperrt, die entsprechenden Tweets wurden gelöscht. Mittlerweile ist der Normalzustand (@BurgerKing) wieder hergestellt. Weiterer Schaden wurde vermutlich nicht angerichtet. Immerhin hat der Hackerangriff für Burger King zu fast 30.000 neuen Followern geführt. Die Sperrung des Accounts war aus Sicht von Burger King erstmal die sicherste Möglichkeit um dem Hacker das Handwerk zu legen. Der Account ging nach der Sperrung relativ schnell wieder Online und die wenigsten Nutzer dürften überhaupt etwas von dem eigntlichen Hack gemerkt haben.  Wichtig ist auch zu erwähnen das der Hack keine Gefahr für die Follower von Burger King dargestellt hat.

Burger King meldet sich zurück.
Burger King meldet sich zurück. (Quelle: Twitter Screenshot)

McDonald’s hat sich über seinen offiziellen Twitter Kanal bereits zu dem Vorfall geäußert und distanziert sich von dem Hackerangriff.

Tweet von McDonald's
Statement von McDonald’s
(Quelle: Twitter Screenshot)

Anfang Februar wurden erneut massenweise Twitter Accounts gehackt, dieses mal waren es rund eine viertel Millionen. Twitter hat die betroffenen Nutzer informiert und rät Ihnen das Passwort zu ändern. Zu den Betroffenen zählt unter anderem auch die Schauspielerin Jessica Alba.

Wie kann man seinen Account schützen?

Hier ein paar grundsätzliche Tipps zum Thema Account Sicherheit im Überblick:

Hacker der Gruppe Anonymus
Ein Hacker der bekannten Gruppe Anonymus. (Quelle: alles-schlumpf via photopin cc)

Wahrscheinlich ist ein Großteil der User über folgende Punkte aufgeklärt. Doch gerade bei Accounts die von Unternehmen oder Organisationen verwendet werden, sollte man verstärkt auf Sicherheit achten. Jeder Account, der nicht entsprechend gesichert ist, ist automatisch eine Gefahr für all seine Follower.

Passwortsicherheit:
Falls Sie Ihr Passwort in dieser Liste finden, sollten sie es schleunigst ändern. Die Top 5 der unsichersten Passwörter sind:
1. password
2. 123456
3. 12345678
4. abc123
5. qwerty
Um sich Zugang zu einem Account zu verschaffen, braucht man also nicht unbedingt Hackerwissen, man kann schlicht und einfach raten.
Bei den meisten Anbietern sorgt allerdings ein Sicherheitsmechanismus dafür, dass nach mehrmaliger Falscheingabe des Passwortes der Account vorläufig gesperrt wird.

Verschiedene Passwörter nutzen:
Benutzen Sie für jede Plattform auf der Sie aktiv sind ein anderes Passwort. So verhindern Sie dass Hacker Zugang auf Ihre anderen Profile, oder gar Ihren E-mail Account erhalten. Hier muss man das Rad nicht jedes mal neu erfinden. Die Änderung von einem Zeichen innerhalb des Passworts kann den Zugriff schon deutlich erschweren.

Phishing-Attacken:
Bei Direktnachrichten von Kontakten mit Inhalten wie: „Guck mal ich habe dich auf diesem Photo gesehen – LINK“, sollte man keinesfalls auf den Link klicken. Wenn man den Kontakt kennt, kann man gegebenenfalls nachfragen. Bei Kontakten die man nicht kennt, sollte man diese Meldung als Spam markieren.

Nutzung von fremden Netzwerken:
Gerade wenn man in fremden Netzwerken unterwegs ist, sich an fremden Endgeräten anmeldet oder öffentliche HotSpots benutzt, ist erhöhte Vorsicht geboten. Die Daten werden innerhalb des Netzwerks unverschlüsselt gesendet und sind so theoretisch von jedem Netzwerkteilnehmer ohne großen Aufwand sichtbar. Bei der Nutzung von mobilen Endgeräten ist hier erhöhte Vorsicht geboten. So ist es sinnvoll sich zumindest mit einer Firewall abzusichern.

Falls der Twitter Account gehackt wurde, sollte man sich an den Support von Twitter wenden.

Weitere Tipps zum Thema Sicherheit gibt es hier.

Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Will jemand mit entsprechenden Kenntnissen einen Account hacken, so findet er einen Weg. Deshalb ist es umso wichtiger seine Accounts regelmäßig zu überprüfen.

Es sei dahingestellt ob der Burger King Account gehackt wurde, weil nicht genug auf Sicherheit geachtet wurde oder weil sich jemand einen Spaß erlaubt hat. Gewissen Hackergruppen ist es durchaus zuzutrauen, in jeden beliebigen Account einzudringen. Warum es dieses mal BurgerKing getroffen hat ist also nicht genau zu sagen. Bleibender Schaden wurde nicht angerichtet, der Channel ist wieder online, als sei nichts gewesen. Was bleibt ist ein kleines Medienecho, 30.000 neue Follower für Burger King und die Gewissheit dass auch Accounts von Weltkonzernen gehackt werden können.

 

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Hüpfburgen für Besserverdiener – Kein Sponsoring für Abiturienten

Wie man mit Sponsoring-Anfragen nicht umgehen sollte, hat die Firma Clemens & Partner in den letzten Tagen vorgeführt. Ein Abiturjahrgang wollte für seinen Abi-Streich eine Hüpfburg mieten und fragte bei dem Verleih nach Sonderkonditionen. Obwohl Sponsoring-Anfragen nicht unüblich sein sollten, reagierte die Firma überraschend. Statt es bei einer kurzen, höflichen Absage zu belassen, empfahl Harald Koep (laut seinem Facebook-Profil “Marketingabteilung bei Clemens & Partner”) den Abiturienten sich vom Luxusdenken zu verabschieden. Außerdem erklärte er: “Wir sind Vermieter und machen das beruflich für unseren Lebensunterhalt mit dem Ziel, nicht da zu stehen wo Sie offensichtlich stehen.” Und als wäre das nicht genug der Höflichkeiten, folgte noch: “Sollten Sie bei uns irgendwo ein Schild gesehen haben ,Geschenkeladen‘, lassen Sie es mich bitte wissen.” Gute Umgangsformen sehen anders aus.

Studium für Hartz IV

Maik Luu, der anfragende Schüler, versuchte daraufhin aufzuklären, man habe keine Spende sondern lediglich ein günstiges Angebot erwartet. Aber die Chance einzulenken, verpasste das Unternehmen. Mit dem Hinweis, 70 Prozent der Studenten bezögen später eh Hartz IV und daher sei diese Zielgruppe uninteressant versuchte man Luu abzuwimmeln. Als Spitze des Eisbergs verkündete Koep schließlich, man müsse sich um die Kunden von morgen keine Gedanken machen und diese würden eh in einer anderen gesellschaftlichen Liga spielen.

Erst pöbeln, dann schweigen

Es mag sein, dass Freundlichkeit von verschiedenen Menschen unterschiedlich ausgelegt wird. Auf keinen Fall sollte ein Unternehmen aber (potentielle) Kunden beleidigen. Sowohl die Antwort der Firma als auch die Webseite und die Facebook-Page zeigen, dass Mitarbeiter und Geschäftsführung in Sachen Kommunikation generell noch dazu lernen müssen. Als der Schriftwechsel noch nicht offen war, wurde munter gepöbelt und nun herrscht Stille. Denn obwohl Maik Luu die Mails an die Lokalpresse gegeben und den Artikel bei Facebook veröffentlicht hat, schweigt das Unternehmen. Stellungnahme auf der Firmen-Homepage? Fehlanzeige. Auch Kommentare auf der eigenen Pinnwand beantwortet der Verleiher nicht.

Huch ein Shitstorm

Mittlerweile berichten Welt online und andere überregionale Zeitungen über die Geschichte des motzenden Anhänger-Verleihers. Auf Facebook entwickelt sich gar ein Shitstorm – denn gerade Schüler und Studenten sind empört und tragen das Thema in dem sozialen Netzwerk immer weiter. Um den Schaden (falls noch möglich) einzugrenzen, wäre spätestens jetzt eine Entschuldigung oder zumindest ein Statement angebracht.

Einen solchen PR-Gau kann vermeiden, wer diese vier Tipps zum Umgang mit Sponsoring-Anfragen beherzigt:

  1. Nimm jede Anfrage ernst und behandle die Interessenten respektvoll
  2. Prüfe, ob sich ein Sponsoring lohnt oder nicht (Von wem will ich wie wahrgenommen werden?)
  3. Reagiere schnell auf Anfragen
  4. Wenn Du absagst, bleibe freundlich und erkläre gegebenenfalls sachlich, warum Du nicht sponsern kannst

Und auch für die Abiturienten (und alle anderen auf Sponsoren-Suche) haben wir noch einen kleinen Tipp zur Akquise:
Fordert nicht nur ein sondern macht den Firmen auch ein Angebot, was sie für ihre Unterstützung im Gegenzug bekommen.

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Die PRaktiker (22): Markus Weik

Markus Weik, Senior Executive bei FTI Consulting
Steckbrief zur Person

Name: Markus Weik

Alter: 33

Aktuelle Tätigkeit: Markus Weik arbeitet als Senior Executive für die Strategic Communications Practice von FTI Consulting am Standort Frankfurt. Dort berät er Kunden unter anderem aus den Bereichen Immobilien, Asset Management, Private Equity und Automobil. Der studierte Amerikanist und Sportwissenschaftler engagiert sich zurzeit, das deutsche Team für strategische Beratung in digitaler/online Kommunikation und Reputation Management in sozialen Netzwerken aufzubauen.

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Wheelmap.org – Per Crowdsourcing zu rollstuhlgerechten Orten

Ein aktuelles Werbevideo beschreibt die Situation, in der sich der ein oder andere Rollstuhlfahrer bestimmt schon befand: „Hi, sorry, konnte nicht zur Party. Immer das Gleiche.“ Dann wird im Video per Google Street View auf eine Treppe vor einem Restaurant gezoomt. „Nix für Rollstuhlfahrer.“ Die Lösung soll nun wheelmap.org sein.

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