16 Tipps für die perfekte Event-Kommunikation

Wir onkomms im 4. Semester haben die letzten Wochen und Monate sehr viel über Content Strategy gelernt. Von verschiedenen Content Typen, über den Ablauf eines Content Audits und Message Architecture bis hin zur Erstellung von eigenen Konzepten und Durchführung der Kommunikation von zwei Branchenevents – wir beschäftigten uns mit einer großen Bandbreite an Themen in diesem Bereich. Der Fokus lag vor allem auf der Planung und Durchführung von Event-Kommunikation, bei der wir sehr viel ausprobieren und lernen konnten. Deswegen folgen nun meine 16 Tipps für die perfekte Event-Kommunikation. Garantiert auf Stresssituationen und spontane Änderungen geprüft. 😉

Alle Tipps beziehen sich auf die Event-Kommunikation aus Sicht des Vertreters eines Unternehmens, der die Veranstaltung als Besucher erlebt. Für Event-Kommunikation als Veranstalter einige der Tipps jedoch auch hilfreich.

 

Wann eignet sich Event-Kommunikation für wen?

Viele Vertreter eines Unternehmens besuchen regelmäßig externe Veranstaltungen wie Konferenzen, Barcamps oder Messen. Die große Anzahl an interessanten Informationen, Geschichten und Ideen, die hier ausgetauscht werden, sind für eine Zielgruppe weit über die Zahl der Teilnehmer hinaus relevant. Es sollten also nicht nur die Veranstalter sondern auch die Besucher dieser Events die Chance nutzen, von diesem zu kommunizieren.

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Besonders gut für die Berichterstattung eignen sich wichtige Branchenevents. Vor allem kleinere Firmen und Selbständige nutzen diese, um ihren Expertenstatus zu zeigen und Aufmerksamkeit von Branchenkollegen zu erlangen. Allerdings eignet sich eine Event-Kommunikation aus Sicht des Besuchers einer Veranstaltung auch für größere Unternehmen. Die Möglichkeiten, qualitativ sehr hochwertigen Content wie beispielsweise einen kleinen Clip des Events zu veröffentlichen, sind für diese eher gegeben. Vor allem wenn man nicht nur Unternehmensvertreter als Besucher zum Event schickt, sondern selbst ausstellt oder einen Vortrag hält, ist Event-Kommunikation unverzichtbar.

Bei großen Unternehmen eignet sich die Berichterstattung von einem Event auch für die interne Kommunikation. So erfahren alle Mitarbeiter, die nicht teilnehmen konnten, für die das Thema jedoch eine Relevanz hat, die wichtigsten Informationen.

 

Die erste Phase – Vorbereitung ist die halbe Miete

1. Ziel und Zielgruppe

Im wichtigsten und zugleich ersten Schritt muss die Zielgruppe, sowie das Ziel der Kommunikation bestimmt werden. Für Fachthemen interessieren sich meist Branchenkollegen, aber noch lange nicht alle Follower. Die zu bespielenden Kanäle müssen also mit großer Sorgfalt ausgewählt werden.

 

2. Identität

Abgesehen von der Corporate Identity des Unternehmen als Ganzes, sollte für diese Kommunikation nochmal genau festgehalten werden, wie man sich präsentieren möchte – sprich, mit welcher Identität man auftritt. Diese wird an die Vorlieben der Follower und den Konsens der Veranstaltung angepasst.

 

3. Aufgabenverteilung

Danach geht es an die Planung der Aufgabenverteilung. Je nach Konzept der Kommunikation können einige Mitarbeiter an dieser beteiligt sein oder eine Person managt alles alleine. In jedem Fall muss klar sein, wer zu welchem Zeitpunkt welche Rolle einnimmt und wie der Ablauf geplant ist. Auch die Gewichtung der verschiedenen Medien oder Kanäle muss feststehen. Wenn mehrere Personen beteiligt sind, sind auch Führungsrollen zum Beispiel in Form einer Chefredaktion eine riesige Hilfe bei einem möglichst reibungsfreien Ablauf.

 

4. Konzept verinnerlichen

Um eine einheitliche Kommunikation zu gewährleisten muss das Konzept der Event-Kommunikation, jedem Kommunikator bewusst sein. Ein detailliertes Briefing bei einer größeren Gruppe oder übersichtliche Notizen der eigenen Ideen bei einer „One-Man-Show“  eignen sich hier hervorragend.

 

5. Inhalte auf Nutzer anpassen

Um Abwechslung in die Kommunikation zu bringen, sollten schon vor dem Event verschiedene Formate für jeden Kanal überlegt werden. Da die Nutzer bestimmte Kanäle bevorzugen, sich die Followerschaft also in ihren Vorlieben für Content unterscheidet, kannst du auch unterschiedliche Strategien für jeden Kanal in Betracht ziehen. So gehen die Inhalte immer auf die Bedürfnisse der Follower ein und zeigen ggf. verschiedene Sichtweisen.

Material-Event-Kommunikation

6. Material vor Einsatz testen

Mein letzter Tipp für die Vorbereitung der Event-Kommunikation ist so simpel wie auch wichtig: Das gesamte Material, das bei der Kommunikation zum Einsatz kommt, sollte davor gecheckt werden. Sowohl Geräte wie Kamera, Mikrofon und Smartphone als auch Login Daten und Apps. Wenn alles einwandfrei funktioniert kann es los gehen!

 

Vor Ort – erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

7. Fokussiert bleiben

Auf der Veranstaltung selbst solltest du aufpassen, dich nicht zu sehr in dieser zu verlieren. Geplantes, strukturiertes Kommunizieren ist gefragt: das Ziel, sowie deine Zielgruppe müssen immer im Hinterkopf sein. Das bedeutet nicht, Stimmung, Inhalte und Kontakte auf der Veranstaltung nicht zu genießen und aufzunehmen. Es ist nur wichtig, keine Nichtigkeiten mit den Follower zu teilen, sondern einen Mehrwert zu bieten und dem geplanten Konzept zu folgen.

 

8. Cross-Promo

Für eine Bekanntmachung der eigenen diversen Kanäle empfiehlt es sich, auch untereinander auf diese aufmerksam zu machen. Vor allem, wenn verschiedene Mitarbeiter diese bespielen und somit eine persönlichere Noten geben können, ist der Reiz groß, die Veranstaltung aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrzunehmen. Außerdem können somit neue Follower gewonnen werden, die davor nur einem der Kanäle folgten.

 

9. Interne Kommunikation

Ein organisatorischer Tipp: Es sollte einen einheitlichen, bereits zuvor implementierten Kommunikationskanal für die interne Kommunikation aller Mitarbeiter auf dem Event geben. Dieser eignet sich idealerweise für direkte und schnelle Absprachen, kann Dateien leicht versenden und vor allem von allen einheitlich genutzt werden. Für spontane Fragen muss jeder schnell erreichbar sein.

WhatsApp-Event-Kommunikation-Tool-interne-Kommunikation    Slack-Event-Kommunikation-Tool-interne-Kommunikation

10. Interaktion mit Followern

Kommunikation hat immer mehrere Seiten. Das solltest du auch bei der Event-Kommunikation nicht vergessen. Es gilt also nicht nur selbst zu veröffentlichen, sondern auch zuzuhören, was die anderen Teilnehmer, Follower oder Interessierte im Internet so schreiben, sagen oder zeigen. Interaktion ist gefragt und zu dieser kann auch gerne angeregt werden. Auf Reaktionen aus dem Netz einzugehen, sie zu teilen oder Fragen zu beantworten, verbessert die Beziehung zu den Follower und erhöht die Authentizität.

 

11. Abwechslungsreiche Formate

Wie schon im Teil über Vorbereitung erwähnt: Abwechslung in der Kommunikation macht Spaß und ist interessanter als immer gleiche Beiträge. Verschiedene Formate hast du idealerweise schon im Voraus geplant, aber natürlich kann auch spontane Inspiration genutzt werden. Diese ist oft sogar noch passender und echter.

 

12. Spontan und flexibel sein

Event-Kommunikation ist Live-Kommunikation. Es kann also immer wieder Unvorhergesehenes passieren. Um sich diese Situationen nicht anmerken zu lassen, ist ein Plan B in der Hinterhand unerlässlich. Hier ist auch die reibungslose interne Kommunikation eine große Hilfe. Wenn eine Session, von der man sich viel erhofft hat, total langweilig ist und man nichts Sinnvolles daraus an die Follower weitergeben kann, sollte jemand anderes spontan von einem anderen Ort der Veranstaltung einspringen können.

 

Nach dem Event – tiefergehende Inhalte, aus Fehlern lernen und am Ball bleiben

13. Aufwändigere Contentformen

Event-Kommunikation-Celebrate-Content-cosca17-Blogpost

Das Event ist vorbei, ist die Arbeit nun getan? Nein, jetzt fängt die intensivste Arbeit erst an. Aufwändigere Contentformen wie Artikel, Video oder Podcasts lassen sich während eines Events vorbereiten, aber oft aus Zeitnot nicht fertigstellen. Also sollte es jetzt ans Schneiden, Recherchieren, Schreiben und Veröffentlichen der fertigen Ergebnisse gehen. Hier erreicht man nochmal eine andere Zielgruppe, kann mit Expertise glänzen und andere Branchenvertreter intensiv einbinden (z.B. in Form eines Interviews).

 

14. Schau was die anderen veröffentlicht haben

Durch ein bisschen Recherche kannst du dir etwas Arbeit ersparen und qualitativ hochwertige und vollständige Inhalte bieten, wenn man auf Folien von Präsentationen, Bildmaterial oder Live-Mitschnitte, die hochgeladen wurden, verweist. (Hier gibt es beispielsweise eine solche Auswahl vom Cosca17.)

 

15.  Vergiss das Community Management nicht!

Auch wenn die Veranstaltung vorbei ist, gibt es vielleicht noch die ein oder andere Rückfrage oder Anmerkung von deinen Followern. Geh auf diese ein, liefere ggf. noch Content oder Informationen nach und bedanke dich für Rückmeldungen. Stell dir vor, die Veranstaltung wäre deine Geburtstagsfeier in deiner Wohnung gewesen. Dann antwortest du auch deinen  Freunden, die sich für den schönen Abend bedanken. Oder du fragst alle Gäste, wem die gelbe Jacke gehört, die du noch in der Küche gefunden hast. Genau so solltest du dich um deine Follower kümmern. Natürlich nicht nur nach der Event-Kommunikation, sondern auch sonst immer.

 

16. Aus Fehlern lernen

Mein letzter Tipp ist die sorgfältige Nachbesprechung im Team. Fehler passieren. Vor allem bei Live-Kommunikation gehört das zur Normalität. Auch wenn etwas nicht nach Plan verlief, ist das überhaupt kein Grund das Projekt als Misserfolg zu sehen. Wir machen Fehler, um aus ihnen zu lernen. Also auf in die Nachbesprechung mit dem Team, alles, was schief lief, offen und ohne Vorwürfe ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen, wie man es nächstes Mal vermeiden oder besser machen kann.

Team-cosca17-Event-Kommunikation

Wenn du diese Tipps vor, während und nach dem nächsten Event anwendest, von dem du berichtest, ist ein guter Ablauf garantiert. Das Team der PR-Fundsachen hat sie während der re:publica 17 sowie dem Content Strategy Camp 2017 getestet, angewendet und für gut befunden. Man kann jedoch immer verbessern, deswegen gilt hier bei der perfekten Event-Kommunikation wie bei jedem anderen Prozess:

 

Try, learn, adapt and repeat.

 

Quellen: xing-events.com | event-partner.deklenkhoursch.de | haufe-akademie.de

Bildquellen: iconfinder.com | pexels.com | PR-Fundsachen Flickr (©Alina Drewitz)

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Die Kommunikatoren von morgen – Sind wir vorbereitet auf das, was die Zukunft bringt?

Die Kommunikatoren der Zukunft

Wir Redakteure der PR-Fundsachen lassen uns aktuell zu Onlinekommunikatoren an der Hochschule Darmstadt ausbilden. Kommunikatoren, die später in den Bereichen PR und Marketing arbeiten wollen – oder es zumindest in Betracht ziehen. Doch bereitet uns das Studium auf die zukünftige Arbeit vor? Sind wir für die Voraussetzungen und Ansprüche der zukünftigen Kommunikation gewappnet?

Content Strategy Camp als Treffpunkt der Kommunikatoren

Das Content Strategy Camp (kurz #cosca17) war auch dieses Jahr wieder eine Veranstaltung mit vielseitigen Sessions rund um Content-Strategie und Kommunikation. Und auch dieses Mal waren einige Studierende der Onlinekommunikation auf dem Mediencampus unterwegs und haben sich unter die Barcamp-Besucher und Kommunikationsexperten gemischt.

Tim Bartelsen, Student der Onlinekommunikation im zweiten Semester, nahm das diesjährige Barcamp zum Anlass, um über die Kommunikatoren-Ausbildung der Zukunft zu diskutieren. Wie werden Kommunikationsexperten zukünftig arbeiten. Wie werden – oder müssen – sie ausgebildet werden?

Inspiriert von dieser Session möchte ich folgend einige weiterführende Ideen aufführen.


PR- und Kommunikations-Studium in Deutschland

Um einen ersten Eindruck zu erhalten, in welchen Bereichen Kommunikatoren heute überhaupt ausgebildet werden können, halte ich es für sinnvoll, zunächst Studiengänge im Bereich Kommunikation zu suchen. Studycheck.de listet aktuell in der Fachrichtung PR und Kommunikation 15 Studiengänge auf.

PR- und Kommunikation-Studiengänge in Deutschland
PR- und Kommunikation-Studiengänge in Deutschland, https://www.studycheck.de/studium/medien-kommunikation/pr-kommunikation

Ganz hoch im Kurs stehen dabei traditionelle Public Relations- (bei 8 Hochschulen [HS]) und Unternehmenskommunikation-Studiengänge (9 HS) sowie Kommunikationsmanagement (10 HS) und visuelle Kommunikation (8 HS). Moderne Varianten wie Digitale Kommunikation und Online-Kommunikation sind erst an wenigen Hochschulen vertreten. Aussagen über den inhaltlichen Fortschritt der vermittelten Kompetenzen lassen sich daraus trotzdem nur bedingt schließen – wenn man nicht gerade Zeit und Geld für 15 Vollzeitstudien hat.

Die Grundlagen der Kommunikation zu lehren ist ein wichtiger erster Schritt. Nicht weniger wichtig ist es doch auch, auf zukünftige Entwicklungen einzugehen und vorbereitet zu sein. Die Digitalisierung hat unsere Kommunikation enorm beeinflusst. Digitale Themen sind wichtig für die Kommunikatoren und müssen auch in den klassischen Studiengängen mit aufgegriffen werden.


Aufgaben der Kommunikatoren von morgen

Was muss der Kommunikator von morgen leisten? Wo sind seine Aufgaben? Ich unterscheide hier zwischen drei verschiedenen Rollen, um die Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen zu verdeutlichen. Zu jeder Rolle greife ich ein Phänomen oder einen Zukunftstrend auf, der die Aufgaben des Kommunikationsexperten möglicherweise beeinflussen wird. Sicherlich ist diese Auflistung nicht vollständig, doch vermittelt sie einen ersten Überblick über mögliche Herausforderungen für den Kommunikationsexperten.


Die Gestalter – Neue Interfaces, neue Aufgaben

Kommunikationsdesign ist immer noch sehr gefragt in den Hochschulen im Lande. Insbesondere Gestalter, die sich auf User Interfaces spezialisieren wollen, werden sich auf Veränderungen einstellen müssen. Denn Benutzeroberflächen ändern sich und damit auch der Arbeitsbereich für den Designer. Vom Desktop-Rechner zum kleinen Smartphone. Vom Display zum Sprachinterface.

Neben dem klassischen Display-Interface zeigen uns die Big Player aus dem Silicon Valley, dass Sprache immer mehr Bedeutung in der Interaktion und Kommunikation hinzugewinnt. Künftige Kommunikationsdesigner werden sich mit Conversational Interfaces (CI), also Sprachsteuerungen wie Amazons Alexa oder Apples Siri, auseinandersetzen müssen.

Das Design von solchen Interfaces wird immer nutzerorientierter: Nutzerführung und Nutzungskontext müssen für den Anwender effektiv und sinnvoll gestaltet werden, da eine Orientierung für den User ohne visuelle Oberfläche weitaus schwieriger ist.

Künstliche Intelligenz Designer
Zwetana Penova, Die Studierende von heute sind die Designer der Zukunft (https://www.slideshare.net/ZwetanaPenova/die-studierende-von-heute-sind-die-designer-der-zukunft)

Mit Conversational Interfaces haben die Gestalter unter den Kommunikatoren auch Berührungspunkte mit künstlicher Intelligenz. Der Designer wird daher ein Grundverständnis für Mathematik, Soziologie, Psychologie, Software-Entwicklung und Robotik brauchen, um die Sprachinterfaces zu verstehen und eine gute User Experience schaffen zu können.


Die Strategen – Die Qual der Wahl

Fast täglich sprießen neue Apps in den Stores von Android und iOS aus dem Boden. Neue Social Media-Plattformen, neue Messenger. Und damit auch oft neue Formate für digitales Storytelling oder eine noch direktere Interaktion mit dem User.

Kommunikationsstrategen müssen nicht nur dafür sorgen, dass sie mit ihren Unternehmen auf allen Plattformen vertreten sind, wo sich ihre Zielgruppen befinden. Nein, auch direkte Kommunikationswege mit dem Stakeholder müssen durchdacht und Formate entwickelt werden. Die Strategen der Zukunft sollten sich regelmäßig mit den neuen Kanälen und Formaten beschäftigen, um auf dem Laufenden zu bleiben und Strategien auf eine bestmögliche User Journey zu optimieren.

Die Herausforderung ist es, gerade im Studium nicht bei den traditionellen Kommunikationskanälen stehen zu bleiben, sondern stetig neue strategische Möglichkeiten zur Kommunikation zu entwickeln.


Die Produzenten – Maschinen als Herausforderung

„Journalisten per se sind nicht zwingend die besten Content-Strategen. Das haben sie nicht gelernt. Sie sind aber geeignet, Content zu erstellen – und mit anderen Gewerken zu kooperieren.“
Kai Heddergott

Die Digitalisierung ist bereits soweit vorangeschritten, dass immer mehr Textinhalte von Maschinen geschrieben werden. Das Erstaunliche dabei: Roboter können Medien nicht nur lesen, sondern mittlerweile sogar verstehen. „Roboterjournalismus“ ist im Vormarsch.

Diese „semantische Welle der Digitalisierung“ – wie Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, es Ende letzten Jahres beschrieb (vgl. Quelle) – führt dazu, dass der künftige Journalist und Content-Produzent weitaus gezielter kommunizieren muss, um dem Roboterjournalismus entgegenwirken zu können.

„In Zukunft kommt es […] immer mehr darauf an, den Nutzern die Inhalte zu liefern, die sie wollen, wann sie wollen und wo sie wollen.“
Andreas Eder

Die Content-Produzenten müssen sich näher an der Zielgruppe des entsprechenden Mediums orientieren, den Konsumenten da abholen, wo er aktiv ist und die Werkzeuge einsetzen, die ihnen das jeweilige Medium bieten.


Auch wenn ich hier nun zwischen den drei Rollen „Gestalter“, „Stratege“ und „Produzent“ unterscheide, ist eines wichtig: Zukünftige Kommunikatoren sollten in mehreren Bereichen unterwegs sein und sich Kompetenzen in verschiedenen Disziplinen aneignen. Kommunikatoren arbeiten an der Schnittstelle und sollten sich auch als Generalisten verstehen – bestenfalls mit eigenem Spezialgebiet.


5 Takeaways für angehende Kommunikatoren

Die Entwicklungen sind vielfältig und die Ausbildung von Kommunikatoren muss entsprechend flexibel angepasst werden. Das gilt für die neuen aber auch klassischen Studiengänge, die Kommunikatoren ausbilden.

Obwohl diese Entwicklungen divers sind, habe ich hier fünf Takeaways aus der #cosca17-Session mit Tim Bartelsen entnehmen können:


(1) Spezialisiere dich auf ein Thema.

Es gibt viele, die in der PR- und Marketing-Branche mitmischen. Es ist wichtig sich bereits während der Ausbildung zum Kommunikator klar zu machen, in welchem Bereich man später mal arbeiten möchte. Dafür ist es sinnvoll seine Stärken zu finden und sich gegebenenfalls auf bestimmte Thematiken zu spezialisieren. Ob strategisch, gestalterisch oder im Bereich Management – das Kommunikationsstudium bietet viele Möglichkeiten.


(2) Aber, schau über den Tellerrand!

Auch wenn eine Spezialisierung in ein Thema sehr gut ist, werden heutzutage immer mehr Generalisten gesucht. Es ist wichtig, als Stratege auch in die Produktion reinzuschnuppern, um später Hand in Hand mit Kollegen arbeiten zu können und Arbeitsabläufe zu verstehen.

„Wir brauchen spezialisierungsfähige Generalisten.“
Kai Heddergott


(4) Besuche Barcamps und ähnliche Veranstaltungen.

Eine weitere Möglichkeit sich weiterzubilden und neue Inhalte kennen zu lernen, sind Veranstaltungen wie BarCamps oder Konferenzen wie die re:publica. Dort erhält man oft viel neuen Input und trifft neue Leute aus der Branche.


(5) Vernetze dich mit Branchenkollegen!

Neue Leute kennenzulernen ist in der Arbeitswelt der Kommunikatoren äußerst wichtig. Vernetze dich also mit deinen Arbeits- und Branchenkollegen und sammle fleißig (digitale) Visitenkarten. Vielleicht brauchst du diese Kontakte später mal für eigene Projekte.


Die Kommunikatoren von morgen müssen kommunikativ, flexibel und vor allem interessiert sein. Interessiert an dem was ist und dem was kommt.


tl;dr

Was müssen die Kommunikatoren der Zukunft leisten? Wie müssen sie dafür ausgebildet werden? Ob Stratege, Gestalter oder Produzent. Das Kommunikationsstudium bietet vielfältige Möglichkeiten. Die Zukunft bietet uns diverse Entwicklungen, die die Aufgaben von Kommunikationsexperten beeinflussen. Neue Interfaces, mehr Kanäle und Maschinen als Herausforderer. Die Kommunikatoren von morgen müssen daher kommunikativ, flexibel und interessiert sein.


In diesem Zusammenhang auch interessant:

Kundenservice 2.0: Kommuniziere ich bald nur noch mit einem Roboter?

Quellen

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Die 100 Millionen Challenge

„Im Gegensatz zu vielen anderen hier wollen wir tatsächlich etwas verkaufen“ – Mit diesen Worten leiteten Selina und Max von Mynewsdesk ihre Session beim Content Strategie Camp 2017 in Dieburg ein. Mynewsdesk (im Folgenden MND), eine Plattform für digitale PR mit Hauptsitz in Stockholm, stellt die 100 Millionen Challenge vor. Die beiden Mitarbeiter der Niederlassung in Leipzig erklären, was  Mynewsdesk geschafft hat. Aber was ist die 100 Millionen Challenge? Warum hat man davon so wenig bis gar nichts gehört? Und was meinen die mit 100 Millionen?

Royal PR – Eine Kampagne aus dem Königreich

Die 100 Millionen Challenge wurde von den Londoner MND Kollegen ins Leben gerufen und fand auf der Insel großen Zuspruch. Eine Herausforderung mit einer Earned Media Kampagne 100 Millionen Menschen erreichen: Wie also kann ein mittelständiges Unternehmen mit der Kommunikation so erfolgreich sein? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, fangen wir bei null an.

Früher erzählte man sich spannende Geschichten aus aller Welt am Lagerfeuer. In Zeiten von Web 2.0, Industrie 4.0 und Big Data sieht das anders aus. Man muss die Menschen dementsprechend abholen und mitnehmen. Ziel war es, eine Herausforderung einzugehen, einem mittelständigen Unternehmen mit einer einzigen Geschichte die 100 Millionen „Aufrufe“ zu ermöglichen und dabei moderne Technologien einzusetzen. Und das alles in einem kurzen Zeitraum. Voraussetzung: Das Unternehmen sollte eine coole Message mit entsprechendem Produkt mitbringen, jedoch bereit für purpose-driven communication, also einer zielgerichteten, zweckmäßigen Kommunikation, sein. Max erklärt, dass sie damit weg von der direkten Produktkommunikation und sich mehr zu einem höher gelegenen Ziel bewegen wollen.

Safety First! Zwei Stufen, ein Unternehmen

Moderne Herausforderungen und kleine Stufen wurden hier verbunden: Auf der ersten Stufe galt es, ein passendes Unternehmen aus rund 500 Bewerbungsmails zu wählen. In gleichem Zuge wurde eine Partneragentur hinzugezogen, um Content und Ideen umzusetzen, denn das Produkt ist eine Softwarelösung (dran bleiben! 😉 ). Die zweite Stufe beschrieb, nicht mehr und nicht weniger, die Konzeption der Kampagne.

Aber wer ist denn nun dieses coole Unternehmen?

Es ist niemand geringeres als Hövding! Was für’n Ding? Hövding, das sind die, die diesen Fahrrad-Airbag erfunden haben. Genau der, welcher sich bei einem Sturz automatisch öffnet. Hövding deshalb, da es als mittelständiges Unternehmen mit innovativem Produkt und einer positiven Agenda alle Voraussetzungen seitens MND erfüllt. Hinzu kam die Bereitschaft, ein kleines Risiko einzugehen und mehr auf Awareness zu setzen. Für MND hieß das: Safety First, eben.

Give a Beep

Mit einer kreativen Kampagne ohne Paid-Media, also nur mit dem Produkt und der Kampagnenstory eine hohe Reichweite generieren – die nächste Herausforderung.
Entstanden ist „Give a Beep“. In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl der Radfahrer in London fast verdreifacht. Damit stieg auch die Gefahr auf mehr Unfälle deutlich.

„I’m supposed to press this [Flic] when I feel scared or frustrated. That’s when I give a beep.“ sagt ein 11-Jähriger Radfahrer aus London im Kampagnenvideo.

Insgesamt wurden 500 Radfahrer in der englischen Hauptstadt mit einem sogenannten Flic, einem GPS-Gerät, ausgestattet. Trifft man auf einen gefährlichen Spot, drückt man auf diesen Flic, welcher die Koordinaten an eine interaktive Karte sendet. Man sendet also einen „Beep“. Eine Karte mit potenziellen Gefahrenstellen war jedoch nicht der einzige Zweck dieser Aktion. Mit jedem Beep wurde eine Mail an Londons Bürgermeister, Sadiq Khan, gesendet. Sein Postfach wurde regelrecht überflutet, denn es waren während des Kampagnenzeitraums insgesamt 5000 Mails bzw. Gefahrenstellen.
Jeder Besitzer dieses Flics konnte damit das Leben anderer Radfahrer retten und zur Verkehrssicherheit Londons beitragen. Toller Nebeneffekt für ein Unternehmen, das maßgeblich zur Sicherheit von Bikern beiträgt: Der Absatz hat sich verdoppelt.

Timeline in Zahlen

Im März 2016 begann die vierwöchige Bewerbungsphase bei MND. Der Partner (Hövding) stand im April fest und so startete die Konzeption, deren Ergebnis Give a Beep war. Es folgte die Bespielung sämtlicher Kanäle über ein von MND entwickeltes Tool. Mit drei Veröffentlichungen pro Woche wurden Blogbeiträge, Videos, Social Media Posts, Pressemitteilungen und News auf den verschiedensten Kanälen gestreut. Ende Juli 2016 war es soweit und so wurden 100 Millionen einzelne Personen erreicht. An dieser Stelle muss ich eines erwähnen: Ja, es wurde zu Anfang von 100 Millionen Aufrufen gesprochen. Jetzt sind es plötzlich erreichte Personen. Ich war etwas enttäuscht…
Zurück zu den Zahlen: Es wurden 4000+ Shares auf Social Media, 8500+ Views auf Facebook und YouTube, 2780 Besuche des Newsrooms (eine Steigerung von 297%), eine doppelte Sales-Rate wie im Vorjahr, internationale Reichweite und somit insgesamt 100 Millionen Menschen erreicht. (Das war Clickbaiting im Sessiontitel, nicht aber von mir).

8 Schritte zu Earned Media

Zum Ende der Session gab es noch ein kleines Extra: Worauf sollte man bei Earned-Media-Kampagnen wie Give a Beep achten? Eine einfache Schritt-für-Schritt-Übersicht:

Tipps für Earned Media - 8 Schritte zu Earned Media

Mehr zum Linkedin-Profil hier und hier.

Klingt alles sehr logisch und vertraut, als grobe Gedankenstütze ist es vielleicht hilfreich.

*Alpha Publikum (auch Alpha-Audience) sind Menschen, die sich mit den gleichen Themen beschäftigen wie ein Unternehmen. Für uns heißt das: Leute, bei welchen es von Anfang an klar ist, dass sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren werden und dafür nicht gecatched werden müssen.

Was haben nun die Schweden damit zu tun?

MND setzt sich laut Max intensiv damit auseinander, wie PR funktioniert. So haben sie vier Punkte definiert, die sie dabei als Schwerpunkte sehen:

Schwerpunkte Mynewsdesk PR

Eine Software namens „Newsroom“, welche diese vier Punkte abdeckt, wurde daraus entwickelt und lässt sich durch das Erwerben einer 12-monatigen Lizenz als Content-Hub in den Presse-/ Publishbereich eines Unternehmens implementieren. Damit lässt sich Content gegliedert in mehreren Bereichen einfach verbreiten. So bietet die Software allerhand wichtige Tools wie ein Karussell der letzten Veröffentlichungen, einen Bereich für Veranstaltungen, Bilder und Videomaterial, Social Media Feeds, Ansprechpersonen, Pressemitteilungen, News und mehr. Der Newsroom soll Beziehungen zu Journalisten vereinfachen und Zeit für persönliche Beziehungen zu diesen geben (Stichwort: follow-up). Nüchtern betrachtet ist der Newsroom also ein Management-Tool für den Pressebereich der Website.

 

Mynewsdesk Hövding Newsroom
Screenshot: Der Pressebereich von Hövding mit dem Mynewsdesk Newsroom-Tool (Quelle: Hövding www.hovding.de / Mynewsdesk https://www.mynewsdesk.com/de/hovding).

Um niemandes Arbeit kleinzureden kann dieses Tool natürlich enorm helfen. Denn mit integriertem Timer für Veröffentlichungen, Dokumenten-Upload-Möglichkeit (Bspw. Pressetexte als PDF) und nach Zielgruppe und Thema kategorisierte Kontakt- und Verteilerlisten. Gibt es also eine neue Mitteilung zum Thema Auto, wählt man seine entsprechende Kontaktliste, um Redakteuren und Journalisten aus der passenden Branche Bescheid zu geben. Umgekehrt funktioniert das auch: Journalisten können den Newsroom abonnieren und bekommen bei jeder Neuigkeit eine Mitteilung. Außerdem kann die Reichweite ausgewertet werden, fast im Google-Analytics-Style. Praktisch.

Durch dieses Tool hat die Kampagne für Hövding die 100 Millionen erreicht.

Die eigenen Hände

Am Ende des Tages liegt es natürlich in der eigenen Hand: wollen wir etwas Eigenes auf die Beine stellen und jeden noch so kleinen, auch mal nervigen, Schritt per Handarbeit, aber mit Liebe ausführen oder wollen wir unsere Daten für eine Jahresgebühr von 230€ aufwärts (Quelle: arcticstartup) aus der Hand geben? Das bleibt nun jedem selbst überlassen.

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5 Gründe, wieso Livestreaming etwas für jeden ist

In vielen Artikeln der letzten Wochen wurde 2016 zum “Jahr des Livestreams” gekürt. Doch wieso gewinnt dieses Format so plötzlich an Beliebtheit? Wir von PR Fundsachen haben 5 Gründe und Meinungen gesammelt, wieso Livestreaming auch zukünftig von Unternehmen und Privatusern geliebt werden wird.

1.  Videos entwickeln sich

“It’s clear now more than ever that video is everything. The industry is now beginning to see live video as the most attractive offering.” – Saba Hamedy

Das Jahr des Livestreaming
2016 war das Jahr des Livestreamings

Es ist keine Neuigkeit, dass Videos online auf große Beliebtheit stoßen. Facebook hatte laut der unten abgebildeten Infografik schon Anfang 2016 durchschnittlich 8 Milliarden Video Views am Tag. Hierdurch erreichten Bewegtbilder auf Facebook wesentlich mehr Menschen, als einfache Bilder.

Doch wie alles im Netz, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das Online Video-Format weiterentwickelt. Livestreaming ist also eine neue Stufe des Videos, die Video und Social Media zeitgleich verbindet. “Im Social Web geht alles Richtung Echtzeit-Kommunikation. Oder anders ausgedrückt: Bei Beiträgen, Kommentaren oder Nachrichten in sozialen Netzwerken schrumpft das Zeitfenster für eine Reaktion”, so Michael Kroker auf seinem Blog LOOK @ IT. Durch die Features der Apps können die Zuschauer also sofort auf den Content des Videos reagieren, sie geben ihnen eine interaktive Erweiterung.

Unternehmen können mit Live Q&As eine richtige Unterhaltung mit ihren Kunden führen. Aj Agrawal, CEO von Alumnify, ist der Meinung, solche Streams seien eine große Hilfe beim Bilden einer natürlichen Community, die unmöglich künstlich herbeizuführen sei. Das Publikum könne nicht nur mit dem Unternehmen, sondern gleichzeitig mit anderen Zuschauern kommunizieren und sich austauschen. Das alles innerhalb einer Anwendung. Man muss also nicht mehr zwischen verschiedenen Apps und Plattformen hin- und herspringen. Agrawal fügt hinzu, dass diese Art von Kommunikation die User Experience verbessere und bei guter Handhabung ein positives Echo erzeuge.

2.  Immer und überall

Das von Twitter gekaufte Periscope war 2015 einer der Auslöser des Livestreaming-Hypes. In ihrem ersten Blogbeitrag berichteten Periscope von ihrer Vision: Etwas zu erschaffen, dass der Teleportation so nah wie möglich wäre – das Livestreaming. Dem Sender ist es zu belieber Zeit möglich von überall zu übertragen und die Zuschauer sind live dabei.

Auch Privatpersonen können Events für Freunde live broadcasten, Erlebnisse oder sogar geschichtliche Ereignisse unverzögert mit der ganzen Welt teilen. Livestreaming macht “citizen journalism” noch einfacher und aktueller.

Eleonora Israele schreibt bei business.com, dass durch Handys, Tablets und co. fast alle Social Media-Nutzer sofort benachrichtigt werden können und sie innerhalb Sekunden online seien. In Zeiten des FOMO (Fear of missing out) möchte man nichts verpassen, daher schaut man sich ein Live-Video auch mal im Bus an, wenn es das Datenvolumen hergibt. Außerdem will Facebook mit einer Audiofunktion das Livestreaming auch bei schlechter Internetverbindung möglich machen.

3.  Große Reichweite dank Algorithmus

Facebook, YouTube, live.ly und viele andere Plattformen setzen besonders stark auf das neue Videoformat. Damit es sich auch lohnt, hat Facebook seinen Algorithmus im März 2016 so verändert, dass Live-Videos bevorzugt angezeigt werden. Ein solches Video erreicht also ein größeres Publikum als ein herkömmliches Video oder Bild.

Außerdem gibt diese Infografik preis, dass Live-Videos auf Facebook durchschnittlich dreimal so lange angeschaut werden als im Nachhinein.

Quelle: boldcontentvideo.com

Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass man bei normalen Clips ans Ende springen kann und sich damit Zeit spart. Im Liveformat ist es dem Zuschauer nicht möglich an die spannenden Stellen zu springen oder zu versuchen den Inhalt in kleinen Häppchen zu verstehen.

Jesse Hertzberg, CEO bei Livestream, ist der Überzeugung, dass Live-Videos auch die Reichweite von Events vergrößere. Es gäbe viele Events, die unzählbar viele Menschen nicht besuchen können. Livestreaming mache es gerade für diese möglich. Das Publikum werde für so eine Chance dankbar sein.

4.  Zielgenauigkeit der Werbung

Mit der Zeit kam die Frage auf, wie bei den Livebroadcasts Werbung eingesetzt werden könnte. Mitte 2016 war Facebook sich noch nicht sicher, wie die Monetarisierung bei den Live-Videos aussehen solle. Jedoch seien Werbepausen in der Mitte von längeren Streams gut denkbar, so t3n.de.

Andreas Moring, Studiengangleiter für Communication and Media Management an der BiTS in Hamburg, schreibt in seinem Gastbeitrag für Horizont.net folgendes:

“Wer Live-Ereignisse verfolgt, der will jetzt dabei sein, nichts verpassen und konzentriert sich voll darauf. Hohe Aufmerksamkeit und Konzentration steigert die Effektivität und Wirkung von Werbung. Und für effektive Werbung, die wirkt, geben Kunden am liebsten ihr Budget aus.”

Die Zuschauer seien an der Thematik interessiert, sodass darauf abgestimmte, passende Werbung nicht zwangsläufig als ähnlich störend empfunden würde wie die bekannten Werbeformate.

5.  Der einfachste Blick hinter die Kulissen

Durch die Einfachheit der Funktion, ist Livestreaming für jeden machbar. Privatpersonen brauchen kein spezielles Equipment oder ausgereiftes technisches Know-how. Alles was nötig ist, sind ein Handy und eine Internetverbindung, so Tarun Wadhwa in seinem Artikel “2016 Is The Year Livestreaming Came Of Age

Genauso gilt das für den professionellen Bereich. Das Intime und Rohe der Videos ist ein großartiger Weg den Kunden näher an das Unternehmen zu bringen. Sie eignen sich perfekt für einen Blick hinter die Kulissen und helfen dem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Einen solchen Blick hinter den Vorhang hat McDonald’s im Oktober 2016 gewährt. In einem 12-Stunden Livestream auf Youtube, Facebook und Periscope, zeigten verschiedene Influencer insgesamt sechs Millionen Zuschauern, wie es unter anderem hinter Eis- und Getränkemaschine hergeht.

Zusätzlich können Livestreams nicht geschnitten und bearbeitet werden wie Werbefilme und sind direkt an den Nutzer gerichtet. Dadurch wirken sie um ein vielfaches glaubhafter und das Unternehmen gewinnt an Authentizität.

Das ist erst der Anfang

Wie man sieht, bietet Livestreaming für alle Beteiligten viele Vorteile. Daher ist klar, dass dieses Format nicht so bald wieder verschwinden wird (R.I.P. Vine). Facebook, YouTube und alle anderen, die auf den Zug der Echtzeitübertragung aufgesprungen sind, versuchen alles mögliche um das “live-gehen” genauso zum Alltag zu machen wie das Selfie schießen. Zum Glück, denn wer will schon ein Selfie von Ronald McDonald?

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#failout 2016 – oder: Wie man es nicht machen sollte

Ein neues Jahr ist angebrochen und wie jedes Jahr gab es auch in 2016 einige Beispiele für misslungene PR und Social Media Fails. Wir haben uns auf die Suche gemacht und zeigen, wie man es nicht machen sollte – oder wie man gut kontert.

NFL – Error 404: Surface not found

Der 2014 abgeschlossene Werbedeal zwischen der National Football League und Microsoft lässt den einen oder anderen schwer schlucken. Für 400 Millionen US-Dollar verpflichtete sich die Liga zur Nutzung von Microsoft Surface. Das war dem Coach während eines Matchs herzlich egal, denn anstatt – wie in der Werbeeinblendung zu sehen war – ein Microsoft Tablet für Taktikbesprechungen zu nutzen, wurden ganz klassisch Stift und Papier verwendet. Hinzu kam das unglückliche Timing der Regie, als es um die Seitenlinien-Kamera ging:

Quelle: clippit.tv

<strg+c> Schleichwerbung <strg+v> Naomi Campbell

Dass Prominente durch eine hohe Anzahl von Abonnenten eine dementsprechende Reichweite in den sozialen Netzwerken haben, ist klar. Das wusste auch Adidas und ließ das Supermodel Naomi Campbell für sich Werbung auf Instagram machen. So einfach wie es klingt, lässt sich allerdings auch als Model kein Geld verdienen. Man muss schon genauer schauen, was man aus einer Nachricht kopiert und in einen Beitrag einfügt. Der PR-Berater schrieb einen Text an Naomi, dass er sich freue, dass es ihr gut gehe und ob sie denn nicht zum Foto einen bestimmten Text schreiben könne. Das schien kein Problem für sie gewesen zu sein, denn sie kopierte den kompletten Nachrichtentext in den Beitrag. Heraus kam das:

Naomi Instagram Post

Quelle: elle.com

Glück für Frau Campbell: Die Bearbeiten-Funktion. Nach kurzer Zeit hatte sie ihren Fehler bemerkt und korrigiert. Bei 3,5 Millionen Abonnenten auf Instagram gab es jedoch den ein oder anderen Nutzer, der das Ganze gesehen und festgehalten hat – Mini-Shitstorm inklusive.

Eigentor für Mesut Gündogan

Die zwei Profi-Fußballspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan können sich auf dem Platz wohl immer auf ihre Teamkollegen verlassen. Was passiert jedoch, wenn man das gleiche Social-Media-Team beauftragt hat? Na klar: Dann kann es schon mal vorkommen, dass auf zwei verschiedenen Social-Media-Profilen der gleiche Beitrag gepostet wird.

Gündogan

Quelle: Twitter @guendogan8

Özil

Quelle: Instagram @m10__official

Die Fangemeinde nahm das ganze mit Humor und stellte fest, dass die beiden wohl den gleichen Social-Media-Manager besitzen. Oder Gündogan vielleicht sogar Özils Profile verwaltet ;).

Coca-Cola mit oder ohne Eis?

Zu wem gehört denn nun die Krim? Zum Neujahr 2016 postete Coca-Cola im Russischen sozialen Netzwerk „WK“ Neujahrsgrüße mit einer Karte von Russland – ohne die Halbinsel Krim. Nach Protesten russischer Nutzer fügte Coca-Cola die Krim hinzu und schon gab es die nächste Kritik: Ukrainische Internetnutzer riefen zum Boykott Coca-Colas auf. Kurze Zeit später nahm der Limonadenhersteller die Karte aus dem Netz, entschuldigte sich und schob die Schuld auf eine externe Agentur.

Neujahrsgrüße Cola

Quelle: theguardian.com
Bild: Coca-Cola

Dürfen wir vorstellen: Tay

Auch Microsoft hat sich in die Nesseln gesetzt. Mit Tay wurde ein AI-Bot erstellt, der die Sprache von Usern lernen und mit Fragen und Texten trainiert werden soll. Tay wurde ein weibliches Gesicht gegeben und hatte Profile auf diversen Plattformen wie Facebook und Twitter. Nach kurzer Zeit konnte Tay schon Witze erzählen, Fotos kommentieren, Antworten auf diverse Fragen geben, Spiele spielen und Wissen verbreiten. Letzteres konnte sie mit jeder Interaktion aufnehmen und so kam es dazu, dass Tay nach nur weniger als 24 Stunden zur Holocaust-leugnenden Rassistin wurde, die vergleiche zu Hitler ziehen konnte. Sie gab Bush die Schuld für 9/11 (Illuminati confirmed) und machte in ihren rund 96.000 Tweets diverse sexistische Bemerkungen. Nach kurzer Zeit verabschiedete sie sich mit den Worten, sie müsse schlafen gehen. Vermutlich um von Microsoft nachjustiert zu werden und schlimmeres zu verhindern.

Auch Interessant: unser Artikel über Chatbots

Bei Lidl schauen du musst

Lidl war ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einem Fail einen Win macht. Ein Werbeträger klebte ein Plakat falsch herum auf und es entstand ein Slogan, den Meister Yoda nicht hätte besser von sich geben können: „Die Wahl Du hast“.

Lidl Plakat Fail

Quelle: Twitter @body_fever

Nachdem das Foto auf Twitter mehrfach geteilt wurde, bekam auch Lidl Wind von dieser Panne und konterte Schlagfertig im Starwars-Stil. Wir stellen fest: Manchmal können Fails auch nützlich sein. Respekt an Lidl.

Lidl Yoda

Quelle: Facebook @lidl

Ob im Alltag eines Social-Media-Managers, Supermodels oder Milliardenkonzerns – Fehler sind nicht selten und sollten zum Lernen genutzt werden. Nicht nur unsere eigenen, sondern auch Fehler anderer.
In diesem Sinne wünschen wir noch ein erfolgreiches 2017, wenige Fails und reichlich Wins!

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Humor in der Kommunikation – 1 Versuch ist es wert, vong Erfolg her

Lachen ist gesund. So begleitet der Humor unser alltägliches Leben und eben auch im World Wide Web. Besonders in den sozialen Medien findet witziger Content großen Zuspruch. Viele Unternehmen machen sich dies zunutze. Wieso Humor in der (Online-)Kommunikation wichtig ist und worauf Unternehmen achten sollten, möchten wir in diesem Artikel aufzeigen.

Entscheiden Unternehmen sich dazu, in ihre Kommunikation witzigen (und viralen) Content einfließen zu lassen, zeigt das den Usern, dass es sich mit dem Alltag ihrer Zielgruppe beschäftigt. Das Unternehmen wird vermenschlicht und kommuniziert auf freundschaftlicher Ebene. Aber…

Witzig kann nicht jeder

Die Leichtigkeit, witzige Inhalte von sich zu geben, ist nicht jedem angeboren und kann nur schwer erlernt werden. Ein erzwungener Witz kann sich als Fettnäpfchen entpuppen und stark an der Authentizität des Unternehmens kratzen. Deshalb sollten folgende Fragen beherzigt werden: „Wird meine Zielgruppe den Witz verstehen? Ist der Witz noch zeitgemäß? Wird jemand mit meinem Witz beleidigt (Achtung: Shitstorm!)? Und was passiert, wenn der Witz schiefgeht? Für Unternehmen gilt es eine Balance zwischen Witz, Provokation und (auf Marken abgestimmte) Inhalte zu finden. Gar nicht mal so einfach.

Das Ziel ist die Aufmerksamkeit

In den Unmengen an Content, der uns tagtäglich in unserer Timeline begegnet, will man herausstechen und auffallen. Sieht der Nutzer etwas Lustiges oder Unerwartetes, erhöht dies seine Aufmerksamkeit. Ist der Witz wirklich gut gelungen, möchte der Nutzer diesen mit seiner Community teilen. Mit etwas Glück hört das Teilen nicht mehr auf und der Content geht viral. Doch was ist notwendig, um die Leute zum Lachen, oder wenigstens zum Schmunzeln zu bringen?

Memes in aller Munde

Ist man besonders aufmerksam in den Weiten des Internets unterwegs, kommt man nicht an Memes vorbei. Darunter versteht man Insiderwitze, die die Internetkultur seit einigen Jahren prägen. Sie sind schnelllebig, weshalb ein gekonnter Umgang damit vorausgesetzt wird. Schön kann man dies am Beispiel des diesjährigen Meme „was ist das für 1 life?“ sehen. Einige große Firmen nutzen die Bekanntheit des witzigen Jugendslangs für ihre Social-Media-Kanäle. Sei es die Sparkasse, Pick-up oder sogar die DKMS. Ob es noch witzig, angemessen oder schon überstrapaziert ist, entscheidet die Zielgruppe.

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Mit Humor gegen „Hater“

Verfügt man über ein Talent für Schlagfertigkeit, kann man lustigen Content erstellen, indem man auf negative Kommentare in cleverer Art und Weise antwortet. Es ist nichts Neues, dass die Menschheit Drama und Gossip liebt. Das machen sich zahlreiche Marken zu Nutze und stacheln sich, selbstverständlich mit Witz, gegenseitig an. So kann man entweder ein paar zusätzliche Sympathiepunkte ergattern, aber auch seinem Image schaden.

Hier ein paar nette Beispiele :

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Kurz gesagt: An Humor kommt man nicht vorbei. Ganz besonders nicht in der Unternehmenskommunikation. Es schafft eine Transparenz für die Zielgruppe und vermenschlicht das Unternehmen. Dafür lohnt es sich ein gewisses Risiko einzugehen. Denn ein paar Fettnäpfchen sind im Gegensatz zur Irrelevanz wirklich zu verkraften.

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Abgas-Skandal bei VW – Wie wird kommuniziert?

www.pixelio.de
© Bernd Kasper / pixelio.de

Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen hat es zurzeit nicht einfach. Der Skandal um die Abgasmanipulation stellt das Unternehmen und natürlich auch die interne PR-Abteilung vor eine komplizierte Aufgabe. Wie kommuniziert man so einen Skandal in den  Medien? Wie mit den eigenen Mitarbeitern? Und vor allem: Welche Maßnahmen werden vorgenommen um zu verhindern, dass das Unternehmen seinen guten Ruf verliert?

Als die ersten Artikel über die Manipulation von Diesel Fahrzeugen der Marke Volkswagen veröffentlicht wurden, hat sich zuerst der amerikanische CEO von VW, Michael Horn, vor die Kamera gestellt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ein paar Tage darauf wurde auch ein Video-Statement vom damaligen Vorstandsvorsitzenden des Konzerns, Martin Winterkorn, veröffentlicht. Er entschuldigt sich für die Manipulation und verspricht diesen Umstand so transparent wie möglich zu beleuchten, indem eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben wird. Außerdem richtet er auch ein paar beruhigende Worte an seine über 600.000 Mitarbeiter. Ein wichtiger Schritt seitens Winterkorn, denn vor allem die Mitarbeiter des Unternehmens sind durch den Skandal betroffen. Er nimmt also die Verantwortung auf sich und gibt damit seinen Posten als Vorstandsvorsitz auf.

Auf den großen sozialen Netzwerken finden sich hauptsächlich Links zu Pressemitteilungen auf der offiziellen Volkswagen Homepage und mehrere Video-Statements. Auf der deutschen Facebook Seite des Unternehmens wird eine weitere Stellungnahme gepostet:

 

Facebook Statement VW

 

In den USA, wo der Skandal bekannt geworden ist, wurde eine eigene Service-Homepageaufgesetzt, auf welcher besorgte Kunden auf dem neusten Stand gehalten werden.

 

 

Nach einigen Tagen wird Winterkorns Nachfolger bekannt gegeben. Thomas Müller, der zuvor bei der Partner-Marke Porsche im Vorstand saß, nimmt sich der schwierigen Aufgabe an und wird der neue Vorstandsvorsitzende von VW. In einem weiteren Video-Statement äußern sich er und weitere wichtige Vorstandsmitglieder des Unternehmens zum aktuellen Stand und zur Kündigung Winterkorns. Es wird um Vertrauen gebeten und eine Lösung für betroffene Kunden noch für den Oktober diesen Jahres angekündigt:

 

 

Die Kollegen in der PR Abteilung von VW haben es zur Zeit sicher nicht einfach, doch bisher wird schon vieles richtig gemacht. Das Schuldeingeständnis, die Videostatements, die externe Untersuchung und die beruhigenden Worte an die Mitarbeiter des Unternehmens sind Schritte in die richtige Richtung. Wenn man einen ähnlichen Kurs beibehält, sollte der Konzern die Krise überstehen können. Doch in Zukunft ist allergrößte Vorsicht, vor allem im Bereich der PR, geboten. Was Umweltschutz und Nachhaltigkeit angeht, hat das Unternehmen einiges an Glaubwürdigkeit verloren und das sollte man in der künftigen Kommunikation versuchen wieder aufzuarbeiten, um das Kundenvertrauen zurück zu gewinnen.

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Aufmerksamkeit durch Provokation

Anti Leder Demo Bild

Hört man PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), denken wohl die meisten Menschen an Undercover-Aufnahmen von Massenenzuchtbetrieben oder an mit Kunstblut verschmierte Aktivisten, die in gut besuchten Fußgängerzonen demonstrieren und Aufklärungsarbeit betreiben. Oftmals wird der Tierrechtsorganisation im Zusammenhang mit diesen Aktionen vorgeworfen, durch pure Provokation Aufmerksamkeit zu erhaschen. Doch selbst wenn: Was wäre so falsch daran?

PETA wurde 1980 von Alex Pacheco und Ingrid Newkirk in den USA gegründet und ist die weltweit größte Tierrechtsorganisation . Seit 1993 gibt es PETA Deutschland mit derzeit rund 30.000 Mitlgiedern. Weitere Schwesterorganisationen arbeiten in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Australien, Indien und Hongkong. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie möchten über das enorme Tierleid auf der Welt aufklären, dass durch ihre Kampagnen und Recherchen der Öffentlichkeit vor Augen geführt wird.

Nackte Haut und Schockfotos – schaut her!

PETAs bestes PR-Instrument ist seit jeher die Einbeziehung von Testimonials. Promis wie Pamela Anderson, Paul McCartney oder P!NK zieren etliche Werbeplakate von Aufklärungskampagnen. Oftmals ist auf diesen Bildern viel nackte Haut zu sehen. Laut PETA erhalten die Promis dafür keine Gage. PETA Deutschland ist ein eingetragener Verein und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Über 80 Prozent der Spendeneinnahmen fließen in die Öffentlichkeitsarbeit, politische Arbeit und Aufklärungskampagnen. Dies ist nicht verwunderlich, schaut man sich an, mit wie viel Aufwand und Mühe viele Kampagnen betrieben werden.

Denn der Sinn dieser Aktionen ist, dass wir wahrgenommen werden und unser wichtiges Tierrechtsanliegen nicht vergessen wird. (…) Es ist leider sehr schwer, „unsere“ Themen in den Medien und den Köpfen gerade der Menschen, die nicht eh schon Bescheid wissen, präsent zu halten. (PETA)

Die klare Ansage lautet: Lebt vegan! Doch der komplette Verzicht auf tierische Lebensmittel oder tierische Kleidung ist selbst für überzeugte Tierrechtler nicht zwingend Alltag. Nicht alle leben vegan und könnten sich deshalb von dieser radikalen Ansicht abgeschreckt fühlen. Selbst, wenn sich diese Menschen ihr Frühstücksei oder die Wurst beim Bauern ums Eck holen, und somit zumindest nicht die Massentierhaltung unterstützen, kollidiert das mit dem Leitbild von PETA, welches lautet:

  • Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen.

  • Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren.

  • Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen.

  • Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten.

  • Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie ausbeuten bzw. misshandeln.

    (PETA)

 

Ist dein Make-up eigentlich tierversuchsfrei?“

Vor allem in den sozialen Netzwerken bieten Beiträge von PETA immer wieder Zündstoff für rege Diskussionen. Oft liest man Kommentare wie: „Solche furchtbaren Bilder möchte ich nicht sehen. Muss das sein?“ Selbst überzeugten PETA-Anhängern sind manche Fotos einfach zu heftig. Hin und wieder teile auch ich in Facebook Beiträge von PETA und bin mittlerweile schon auf solche Reaktionen vorbereitet. Vor einiger Zeit teilte ich folgendes Foto:

Noch Hunger Bild Peta

Prompt wurde der Beitrag von einem Freund kommentiert: „Hey Annika, schon mal ausgecheckt, ob dein Make-up tierversuchsfrei ist?“ Über die Kommentarfunktion entstand eine Diskussion. Ob ich mich persönlich angegriffen fühlte. Ob ich wüsste, dass der Konzern Pernod Ricard (französischer Wein- und Spirituosen-Konzern) der wohl größte Sponsor des französischen Stierkampfes ist. Ich jobbe neben dem Studium in einer Bar, daher dieser Seitenhieb. Mein Kumpel verwies mich auf Wikipedia, dort könne ich mich informieren, welche Spirituosen garantiert nicht vegan sind. Dass ich mit dem Teilen des PETA-Beitrages ursprünglich nur auf die Missstände in vielen Schweinezuchtbetrieben hinweisen wollte, war schon längst vergessen.

Vermutlich sind solche Vorwürfe auch der Grund, warum PETA sich ausschließlich für den veganen Lebensstil ausspricht. Es scheint für viele Menschen unverständlich zu sein, wie man sich für Tierrechte einsetzen und trotzdem nicht perfekt darin sein kann. Und genau damit bietet man dann den Nährboden für Vorwürfe. So entstehen allerdings auch Diskussionen und Gespräche, die vielleicht doch den ein oder anderen zum Nachdenken anregen. Es sind bereits die kleinen Dinge, die eine enorme Veränderung herbeiführen können. Darf also eine Tierrechtsorganisation ihre Anliegen durch provokante Kampagnen, Aktionen und schockierendem Bildmaterial an die Öffentlichkeit herantragen? Ich bin der Meinung, sie darf nicht nur, sie muss sogar.

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