Tweets aus der Raumstation

„Es war ein ziemlicher Erfolg: viele Gäste, Twitter Trending Topic Platz 2 hinter Bayern in der Champions League und erstmals auch Video-Livestreams“, resümiert Fink & Fuchs PR Vorstand Stephan Fink im Newsroom seiner Agentur den 12. Twittwoch Rhein-Main. Der fand in der vergangenen Woche am Frankfurter Flughafen statt. In den Vorträgen ging es um ein spannendes Thema: Social Media in Luft- und Raumfahrt.

Ganz wichtig am Twittwoch: W-LAN für die Twitternden.
Ganz wichtig am Twittwoch: W-LAN.

Einen passenderen Ort als das futuristisch anmutende Fraport-Forum hätten die Veranstalter, Social Media Manager Nico Kirch, Marketing Director Sascha Hüsing und Agenturvorstand Stephan Fink, für den 12. Twittwoch Rhein-Main wohl nicht finden können. Immerhin betonte ein Fraport-Vertreter, der die 120 Twittwoch-TeilnehmerInnen im Namen des Flughafenbetreibers begrüßte, die vielleicht wichtigste Grundlage der sozialen Medien sei die Vernetzung. Und die werde an fast keinem Ort in Deutschland so gelebt, wie am Frankfurter Flughafen: die infrastrukturelle des Verkehrs und die menschliche der rund 60 Millionen Fluggäste pro Jahr. Die entsprechende Geräuschkulisse durfte natürlich auch während der Vorträge nicht fehlen.

Wer mit Swarmapp am Airport eincheckt, dem kann es schon mal passieren, direkt vom Flughafenbetreiber Willkommen geheißen zu werden – zum Beispiel mit einem „Ei Gude, wie?“ auf Twitter. Dafür ist ein Communication Center Team zuständig, das rund um die Uhr arbeitet und zehn Sprachen spricht. Neben der Weltsprache Hessisch zum Beispiel Türkisch oder Spanisch.

 

 

„Wir sind da sehr flexibel in der Ansprache unserer Passagiere“, erklärt Yasmin Tuncay, Social Media Managerin bei Fraport, in ihrem Vortrag „Community Management 24/7 des Airport Hubs FRA“. Es ist der erste von dreien am Twittwoch. Die Kommunikation mit der Community geschehe „sehr live“, betont sie.  „Gerade bei Twitter nehmen wir das Feedback ernst.“ Etwa mit Passagieren, die aus dem Flugzeug twittern, wie lange es denn noch bis zum Abflug dauere. Auf die Frage aus dem Publikum, was das Communication Center Team mit Themen mache, die drohen, sich zu verselbstständigen, sagt sie, ihr Arbeitgeber habe eine Monitoring-Agentur beauftragt, um genau diese Themen früh mit zu bekommen. Gerade im Winter hat ein Flughafen viel zu tun, um den Betrieb am laufen zu halten. Stichwort: De-Icing. Wenn deshalb Flüge ausfallen, können die Gemüter schnell hochkochen. In solchen Krisensituationen müsse mit Fingerspitzengefühl von Fall zu Fall entschieden werden, ob auf jede Frage geantwortet werden könne, sagt die PRlerin.

Neben dem Team des Communication Center bespielen MitarbeiterInnen der Unternehmenskommunikation und RedakteurInnen die Social Media Kanäle der Fraport. In diesem Jahr startet das Unternehmen die Kampagne „#FRAmoments“, um die Community ­– dazu zählt das Unternehmen sowohl Reisende als auch MitarbeiterInnen – dazu zu bringen, emotionale Momente mit Fraport zu teilen, damit der Flughafenbetreiber sie wiederum weiter teilen und für das eigene Image nutzen kann.

Vorträge in´s Netz gestreamt: Kamera.
Vorträge in´s Netz gestreamt: Kamera.

 

Um’s Image ging es auch im zweiten Vortrag des Twittwochs. Bevor Carolin Biebrach begonnen hat, unter dem Titel “Die Luft hängt voller Geschichten“ über Storytelling bei der Lufthansa zu reden, hatte sie die TeilnehmerInnen gefragt, welche Attribute sie mit der Fluggesellschaft verbinden. Nachdem ihr „deutsch“ und „unentschlossen“ an den Kopf geworfen wurden, ergänzte sie selbst „altbacken“ und „kleinkariert“, um festzustellen: „Wir können so, wie wir zurzeit wahrgenommen werden, nicht mehr weiter machen.“

Statt um Transport, Technik und Transaktionen gehe es Lufthansa von nun an um Erlebnisse, Menschen und Beziehungen. Mit Storytelling sollen mit Reise verbundene Empfindungen in den Fokus der Onlinekommunikation gerückt werden. „Wir haben die Geschichten. Auch andere haben die Geschichten. Wir müssen sie erzählen“, sagt die Verantwortliche für Digital Innovations.

 

 

Auf Instagram klappt das besonders gut. Mit einem Anstieg von 28 000 auf 93 000 Abonnenten in acht Monaten habe es dort ein großes Wachstum gegeben. „Wachstum…“, raunt sofort ein Twittwoch-Teilnehmer im Publikum ironisch. Es gehe aber nicht darum, direkten Abverkauf zu generieren, sondern die Lufthansa wieder in’s „Mindset“ rein zu holen. Und zwar bei der “Lost Generation” 18- bis 35-jähriger Reisender, die die Lufthansa „nicht auf dem Schirm haben“, weil: zu altbacken, zu traditionell. Bei denen soll die Message ankommen: Hey, so langweilig, wie du denkst, sind wir gar nicht.

Dafür produziert Lufthansa Content. Und wenn Carolin Biebrach von Content spricht, meint sie oft: Videocontent. Zum Beispiel das Video „Are you Klaus-Heidi?“, das ihre schwedischen KollegInnen haben produzieren lassen. Es ist 2013 Mittelpunkt einer viralen Kampagne gewesen, die junge Menschen aus Schweden dazu aufgerufen hat, ihren Namen in den genderneutralen Namen „Klaus-Heidi“ ändern zu lassen, um ein Jahr lang von der Lufthansa ein Berliner Hipsterleben in Saus und Braus inklusive minimalistisch eingerichteter Wohnung und Rennrad finanziert zu bekommen. Der Clip hat für lautes Gelächter im Publikum gesorgt und damit bestätigt, was die Vortragende kurz zuvor behauptet hat: „Eigentlich sind wir ganz witzig.“

 

 

Die TeilnehmerInnen unterhalten hat auch der dritte und letzte Vortragende des 12. Twittwoch Rhein-Main: Andreas Schepers, Communication Officer der European Space Agency (ESA) in Darmstadt, dem „europäischen Houston“. Seine Kurzbeschreibung der europäischen Behörde, für die er arbeitet, – „wir bauen Raketen“ – steht für den simplen, witzigen Ton, in dem er rund 50 Minuten über die Onlinekommunikation der ESA gesprochen hat. Und da gab es einiges zu berichten.

 

 

2014 hätte die ESA nämlich fast das Internet kaputt gemacht. Ist es doch das Jahr gewesen, in dem die Behörde ihre Kometenmission Rosetta online live kommunizierte. Und in dem das „Space-Selfie“ des deutschen Astronauten Alexander Gerst um die Welt ging.  Schepers betont, „Astro Alex“, der auf Twitter mehr als 200 000 Follower hat, sei in erster Linie Wissenschaftler. Seine Disziplin: komplexe, schwer zu erklärende Grundlagenforschung. Trotzdem muss laut dem Communication Officer die ESA als Organisation, die Steuermittel aufwendet, den Menschen erklären, was sie macht. „Und dabei“, sagt er, „sind natürlich die sozialen Medien ein super Geschenk.“

Fotos sind im Social Web das Hauptkommunikationsmittel der ESA. Ob in hoher Auflösung bei Facebook hochgeladene Nachtbilder mit Blick auf die Erde, oder Spacies auf Twitter. Das Problem ist nur, dass es mit dem Internetzugang auf einer Raumstation so eine Sache ist. Die Station befindet sich oftmals außerhalb der Sichtweite der Telekommunikationssatelliten. „Astro Alex“ hat laut Andreas Schepers zwar einen eigenen Laptop mit an Bord. Doch das Interface von Twitter oder Facebook baue sich im Browser nicht auf. Das Netz ist in einer Raumstation nämlich, wie es der Vortragende ausdrückt, „ganz, ganz, ganz, ganz langsam.“ Die Frage, ob Alexander Gerst nun selbst getwittert habe, beantwortet der PRler mit: „Ja – per Mail.“ Der Selfies knipsende Raumfahrer habe sich sein Mailprogramm extra so eingestellt, dass nach 140 Zeichen ein Umbruch kommt.

Die Verhashtaggung oder Übersetzung der Tweets habe man oftmals in Darmstadt vorgenommen. Interessanter als Twitter ist für die ESA während Alexander Gersts Mission jedoch Facebook gewesen. Denn: „Wir haben Leute erreicht, wo wir sonst niemals unsere Message hingebracht haben.“ Auch im Zuge der Kometenmission Rosetta ist die ESA neue Wege in der Onlinekommunikation gegangen. Einen eigenen Kurzfilm mit dem Darsteller von Game of Thrones´ Littlefinger, Aidan Gillen, hat die Behörde produzieren lassen und bei einem Sci-Fi-Filmfestival in London gezeigt. Das habe sich, gemeinsam mit einer neuen, offeneren Kommunikationsstrategie, ausgezahlt: „In Großbritannien hat das eine neue Euphorie für die Raumfahrt ausgelöst“, sagt Andreas Schepers. Was wiederum dazu geführt habe, dass einige Mitgliedsstaaten zur Finanzierung der europäischen Behörde ESA tiefer in den Geldbeutel gegriffen haben.

 

 

Wie wichtig das richtige Timing für den Erfolg eines Postings sein kann, hatte schon Carolin Biebrach am Beispiel eines Fotos der deutschen Elf verdeutlicht. Die ESA zeigt, wie fatal sich ein falscher Zeitpunkt auswirken kann: Ausgerechnet für den Tag, an dem Rosetta auf einem Kometen landen wollte, hatte sich Kim Kardashian vorgenommen, mit ihrem entblößten, gephotoshopten Hinterteil das Internet „kaputt zu machen“. Hat nicht geklappt. Stattdessen hat das Internet die Sonde der ESA per Fotocollage auf dem Po der Promi-Dame platziert. Da kann Andreas Schepers nur sagen: „Sorry, Kim.“

Vernetzt: Twittwoch-TeilnehmerInnen diskutieren die Landung der ESA-Sonde auf Kim Kardashians Hinterteil.
Vernetzt: Twittwoch-TeilnehmerInnen.

 

Noch ein wenig Bretzeln, Cola und Vernetzung nach dem dritten Vortrag und der kurzweilige Twittwoch am Frankfurter Flughafen ist schon wieder vorbei gewesen. Das nächste Mal wird er am 15. April um 18 Uhr wieder in Frankfurt stattfinden. An welchem Ort sich getroffen wird, steht laut Veranstalter Sascha Hüsing allerdings noch nicht fest.

Von Julia Anna Moor und Tom Weimar

Fotos: Tom Weimar

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Deutschlands erster Professor für Web Literacies: “Ich lerne mindestens genauso viel, wie die Studierenden.”

Dr.-Ing. Martin Wessner ist seit dem 1. September als Deutschlands erster Professor für Web Literacies tätig. Am Mediencampus in Dieburg unterrichtet er im neuen Bachelor Studiengang Onlinekommunikation. Im Interview berichtet er von seinen ersten Erfahrungen, den besonderen Herausforderungen und neuen Lehrformen.

Dr.-Ing. Martin Wessner
Dr.-Ing. Martin Wessner

Herr Wessner, Sie lehren seit knapp vier Monaten als Deutschlands erster Professor für Web Literacies. Was bedeutet Web Literacies eigentlich?
Martin Wessner: Das hat mich auch der Präsident der Hochschule bei der Berufung befragt: „Für was soll ich Sie denn da eigentlich berufen?“. Der Begriff Web Literacies ist in Deutschland, außer in einer kleinen Fachöffentlichkeit, quasi unbekannt. Er leitet sich ab von dem Begriff Literacy, was für die Fähigkeit mit Texten zu arbeiten steht. Also zu lesen, zu schreiben und Texte zu verstehen. Web Literacies bedeutet also im Internet Informationen zu finden, im Internet Informationen zu veröffentlichen und mit dem Internet zu arbeiten, zum Beispiel gemeinsam an Projekten zu arbeiten, sich auszutauschen oder sich zu vernetzen. Ich nenne es eigentlich immer Medienkompetenz fürs Internet statt Web Literacies, damit es verständlicher ist. Diese Literacy ist nichts Statisches, sondern sehr dynamisch. Das was die Studierenden heute hier lernen, ist in vier Jahren, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben, zum Teil schon wieder veraltet.

Mit welchen Methoden unterrichten Sie Web Literacies – gerade um zu verhindern, dass das Wissen bald wieder veraltet ist?
Um zu einem bestimmten Zeitpunkt zu entscheiden was zu Web Literacies gehört, gibt es Methoden aus der Pädagogik, mit denen ich ableiten kann, welche Kompetenzen für einen bestimmten Kontext benötigt werden. Aber auf Grund dieser Veränderungen muss ich im Wesentlichen darauf abzielen, dass die Studierenden in der Lage sind, ihre Kompetenzen selbst zu erweitern. Ganz klar im Mittelpunkt muss die Fähigkeit stehen lebenslang zu lernen, um sich selbst neue Kompetenzen anzueignen – alleine oder auch in der Zusammenarbeit mit anderen. Und die Methoden, wie man das macht, aber auch die nötige Einstellung, die Offenheit für zukünftige Entwicklungen – dass sind Ziele, auf die wir hier an der Hochschule hinarbeiten.

Wie sieht das dann ganz konkret aus?
Wir haben beispielsweise jetzt im ersten Semester des Studiengangs Onlinekommunikation das Web Literacy Lab, bei der wir als Lehrform unter anderem Barcamps einsetzen. Wir betreuen die Studierenden dabei im Team: Sabine Hueber, die im Fachbereich Media als didaktische Mitarbeitern tätig ist, und auch der Lehrbeauftragte Fritz Ehlers bringen umfangreiche Barcamp-Erfahrung mit, ich bringe meine informatische und pädagogische Kompetenz ein. In diesen Barcamps stellen die Studierenden selbstgewählte Themen vor und geben ihre Kompetenz an andere weiter. So lernen sie schon sehr früh im Studium eigene Kompetenzen zu identifizieren, geeignet aufzubereiten und weiter zu geben.  Ziel der Veranstaltung ist nicht, jeden einzelnen Aspekt der Web Literacy zu 100 Prozent abzudecken, sondern wir wollen die Studierenden exemplarisch in die Lage versetzen sich selbst Wissen zu erarbeiten. Und dazu gehört auch, dass sie nach persönlichen Präferenzen entscheiden können, in welche thematische Session sie innerhalb eines Barcamps gehen. Es gibt in der Regel drei parallele Sessions.

Konnten sich die Studierenden zu Beginn etwas unter Barcamp vorstellen?
Nein, vor mir sah ich viele Fragezeichen in den Gesichtern. Der Begriff Barcamp als eine Art „Unkonferenz“ ist bisher nicht weit verbreitet in Deutschland. Mit einer Bar hat es nichts zu tun, es gibt auch nichts zu Trinken. Es war zuerst viel Unsicherheit da. Die Studierenden, meist frisch von der Schule, waren diese Freiheit nicht gewohnt. Dort gab es einen festdefinierten Lehrplan und einen Katalog von Lernzielen, die erreicht werden sollen. Unsere Ziele liegen auch auf einer Meta-Ebene. Es geht nicht nur um konkrete Inhalte, sondern um die Fähigkeit Wissen weiter zu geben, Wissen aufzubereiten, zu strukturieren und sich selbst neue Kompetenzen zu erarbeiten.

Wird diese Art des Lernens von den Studierenden angenommen?
Eindeutig ja. Aber ich möchte erst mal vorweg schicken, dass dies nicht die einzige Lehrform ist, die wir praktizieren. Ich unterrichte beispielweise Multimedia-Technologie als klassische Vorlesung. Damit legen wir grundlegende Strukturen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um später neues Wissen an vorhandene Strukturen anzulagern. Die Mischung macht’s.
Im Laufe des Semesters haben sich die Studierenden dann immer weiter gesteigert und einen richtigen Ehrgeiz entwickelt ihre Session gut zu bewerben, um möglichst viele Kommilitoninnen und Kommilitonen für ihre Session zu begeistern. Da war dann unheimlich viel Kreativität zu sehen.

Was bedeutet es für Sie, die erste Professur in diesem Feld zu haben? Hat man dann auch besondere Freiheiten oder spüren Sie großen Druck?
Beides. Es ist eine unheimlich große Freiheit zu gestalten. Ich überlege mir, welche Kompetenzen sind jetzt konkret wichtig oder werden in gut drei Jahren, wenn die Studierenden hier abschließen, wichtig sein. Zum anderen ist diese Gestaltungsfreiheit immer mit einer großen Verantwortung verbunden. Alle Lehrenden, die das Modulhandbuch mit Leben füllen, tragen eine Mitverantwortung dafür, dass die Studierenden mit den gelernten Inhalten später ihr täglich‘ Brot verdienen können. Und das in einem stark dynamischen Feld, wo wir, logischerweise, heute nicht wissen, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten unsere Absolventen dann ausüben werden.

Wie waren für Sie die ersten Wochen am Mediencampus?
Ich bin nicht ganz neu hier, ich hatte drei Jahre lang einen Lehrauftrag an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Interactive Media Design. Natürlich ist es etwas anderes Lehrbeauftragter zu sein und die Studierenden ein Semester lang zu sehen als jetzt langfristige Verantwortung zu übernehmen. Insgesamt bin ich – und das war für mich auch einer der Gründe hierher zu kommen – begeistert von dem hier versammelten großen kreativen Potential bei den Studierenden und den Lehrenden. Ich bin fasziniert von der tollen Ausstattung. Und was mich wirklich freut ist die Interdisziplinarität, die hier am Mediencampus gelebt wird. Ich bin ja von Hause aus weder PR- noch Marketing-Mensch, sondern Informatiker und Pädagoge und arbeite hier eng mit Kollegen aus Journalismus, Marketing oder PR zusammen. Kurz: Ich lerne mindestens genauso viel, wie die Studierenden und das ist natürlich eine tolle Sache.

Auf der Seite des Mediencampus Dieburg finden Sie eine Kurzbiographie von Dr.-Ing. Martin Wessner inklusive Forschungsinteressen.

Barcamp: Ein Barcamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, so genannten Sessions, deren Inhalte von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen. (Quelle: Wikipedia)
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Zuwachs am Mediencampus: Start der ersten Bewerbungsphase für Onlinekommunikation

Studienangebote, die sich speziell auf Online-PR konzentrieren, gibt es in Deutschland nur sehr wenige. Nun kommt Einer dazu: Diese Woche startet die Bewerbungsphase für den Studiengang Onlinekommunikation. Der Studiengang startet zum Wintersemester 14/15 am Mediencampus der Hochschule Darmstadt. Die Brücke zwischen Marketing, PR und dem lebenslangen Lernen ist deutschlandweit einmalig.

Viele Wahlfreiheiten sollen den Studierenden ein persönliches Profil ermöglichen. Foto: h-da/Britta Hüning
Viele Wahlfreiheiten sollen den Studierenden ein persönliches Profil ermöglichen. Foto: h-da/Britta Hüning

Im ersten Semester des siebensemestrigen Bachelor-Studiengangs sollen Studierende die Grundlagen für eine professionelle Arbeit mit und im Web lernen und können anschließend Kurse aus den drei Schwerpunkten selbst wählen. Die Schwerpunkte Online-PR, Online-Marketing und Corporate Learning können dann auch einzeln im Zeugnis ausgewiesen werden. Prof. Dr. Thomas Pleil ist Studiengangskoordinator und sagt: „Wir haben uns einige Freiheiten erkämpft. Dazu gehören noch mehr Eigenverantwortung und Freiheit für die Studierenden. Sie ermöglichen jedem Studierenden ein individuelles Profil.“

Das Gelernte weiter geben

Studieninteressierte Sonja Hügemann reizt besonders die Vertiefungsmöglichkeit Corporate Learning. Was globales Lernen für sie bedeutet, erklärt sie in einem Beispiel: „Ich war auf Bali und habe dort in einem Kinderheim gearbeitet. Man konnte dank der globalisierten Welt alles kaufen, zum Beispiel gab es Stifte von Faber-Castell. Aber wenn ich mit den Menschen gesprochen habe, habe ich gemerkt, sie haben so ein komisches Bild von dem, wie ich lebe.“ Da sei ihr deutlich geworden, dass es wichtig ist, dass nicht nur Märkte, sondern auch Menschen global vernetzt sind und ein Wissensaustausch stattfindet. Beim Corporate Learning geht es darum, das, was man selbst gelernt hat, weiter zu vermitteln.

Eine ausgewogene Mischung

Besonders wichtig sind im Studiengang Onlinekommunikation die Lernagenturen. Die Studierenden arbeiten an konkreten Projekten mit verschiedenen Projektpartnern. Diese sind immer wechselnd und stellen so die Unabhängigkeit der Lehre sicher. Pleil weist zusätzlich darauf hin: „Wir werden sicher häufig mit Partnern aus dem Non-Profit-Bereich arbeiten. Hier lassen sich oft schon mit wenig Mitteln tolle Ergebnisse erzielen. Die Mischung soll aber ausgewogen sein.“

Studiengangskoordinator Prof. Dr. Thomas Pleil unterrichtet aktuell im PR-Schwerpunkt. Foto: h-da/Steven Wolf
Studiengangskoordinator Prof. Dr. Thomas Pleil unterrichtet aktuell im PR-Schwerpunkt. Foto: h-da/Steven Wolf

Noch mehr Praxis bietet die berufspraktische Phase. Für dieses Praktikum ist ein komplettes Semester vorgesehen. Durch die sieben Semester soll es auch eher möglich sein ins Ausland zu gehen und dort  Erfahrungen zu sammeln. Wer Onlinekommunikation erfolgreich studiert, schließt mit dem Bachelor auf Science ab. Absolventen und Absolventinnen erwarten gute Berufsaussichten, das bestätigt eine Studie der Hochschule der Medien (HdM) und dem Institut für Werbung und Marktkommunikation der HdM. Danach gibt es pro Studienabsolvent 1,6 offene Stellen.

Insgesamt werden 60 Studienplätze vergeben, bei mehr Bewerbern als Plätzen entscheidet die Note der Hochschulqualifizierung. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist ein sechswöchiges Praktikum. Studieninteressierte sollen einen ersten Einblick in die Praxis bekommen. Oft festigt oder korrigiert ein Praktikum die eigene Wahl des Studiengangs.

Onlinejournalismus mit neuen Schwerpunkten

Mit dem Start des neuen Studiengangs Onlinekommunikation wird der Studiengang Onlinejournalismus umstrukturiert. Er wird auch sieben Semester dauern und hat zwei neue Vertiefungsmöglichkeiten: „Wissenschaft und Daten“ oder „Internationaler Journalismus und Europa“. Der Studiengang Wissenschaftsjournalismus wird nicht mehr angeboten.

Die erste Bewerbungsphase für Onlinekommunikation ist sehr spannend, da noch nicht klar ist, wie viele Interessenten es gibt und wie das neue Konzept ankommt. Wir freuen uns in jedem Fall auf die neuen Kommilitonen am Mediencampus.

 

Weitere hilfreiche Informationen über den Studiengang Onlinekommunikation:

Onlinekommunikation #onkomm auf Twitter

Interview mit dem Studiengangskoordinator Onlinekommunikation Prof. Dr. Thomas Pleil auf der Seite des Mediencampus

Darmstädter Echo – Umstrukturierung am Dieburger Mediencampus

Darmstädter Tagblatt – Mehr Wahlfreiheit und hoher Praxisanteil

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