We Are Social-Chefin: “In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher”

Alles nur Hype oder doch der nächste Megatrend? Wie geht eine Agentur mit dem neuesten (S)hit vom anderen Ende der Welt um? Im Interview spricht Vanessa Bouwman, Geschäftsführerin von We Are Social Deutschland, über das Agenturleben, das Alleinstellungsmerkmal Snapchats und die aktuelle Entwicklung von Chatbots.  

Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday - Leyla Gallego
Agenturchefin Vanessa Bouwman zu Gast in Darmstadt. Bildquelle: MediaMonday – Leyla Gallego

Vanessa, du bist seit dem 1. Juni Managing Director bei We Are Social Deutschland. Wie wird man Geschäftsführerin einer der bekanntesten Social Media-Agenturen weltweit?

Da gibt es kein klassisches Erfolgsrezept. Ursprünglich komme ich aus der Fernsehbranche und habe lange als Fernsehproduzentin in Kanada gearbeitet. Seit zwei Jahren bin ich jetzt bei We Are Social und habe mich super gut mit der Agentur identifizieren können. Besonders der globale Aspekt war für mich interessant, da ich mich mit meinen Sprachkenntnissen schnell mit den anderen Offices vernetzen konnte. Ansonsten braucht es Engagement, eine positive Einstellung und das Interesse, auf dem Laufenden zu bleiben. Und natürlich viel, viel Arbeit.   

Kannst du uns deine Agentur kurz vorstellen?

Wir sind eine Social Media-Agentur mit elf Standorten weltweit. In Deutschland haben wir inzwischen zwei Offices. Was uns besonders spannend für Kunden macht, ist die internationale Präsenz, da viele Kunden globale Etats haben und dementsprechend von der gleichen Agentur repräsentiert werden möchten. Unser Hauptgeschäft sind kreative Kommunikationsstrategien rund um Social Media. Dabei nehmen wir uns zum Ziel, die Kommunikation und Interaktion zwischen Marke und Konsument zu stärken.

Du hast bereits angesprochen, dass es besonders wichtig ist, immer up to date zu bleiben. Wie informierst du dich über aktuelle Geschehnisse in der Branche?

Da komme ich wieder zurück auf die globale Ausrichtung unserer Agentur. In Deutschland hängen wir immer etwas hinterher, wenn es darum geht, sich mit neuen Trends anzufreunden. Wir bekommen jedoch direkt mit, was beispielsweise in China oder in den USA Do´s und Dont´s sind. Ansonsten ist es natürlich wichtig, immer viel zu lesen, zu netzwerken und seinen eigenen Interessen zu folgen.

Eure Agentur bietet den Kunden ein Komplettpaket von der Strategie bis hin zur Entwicklung und Umsetzung. Was zeichnet für dich eine gute und ausgereifte Content-Strategie aus?

Ich glaube, das Wichtigste ist, dass sich eine Marke mit den verschiedenen Kanälen auseinander gesetzt hat. Viele Marken denken immer noch, dass sie auf allen Social-Kanälen unterwegs sein müssen. Dabei kommt es doch besonders auf die Persönlichkeit eines Produktes an. Eine Marke muss sich klarmachen, wer ihre Zielgruppe ist, wo sie sich bewegt und mit welchen Nachrichten sie diese Zielgruppe erreichen möchte. Es wird einfach noch viel zu viel platte Werbung gemacht. Vielmehr erwarte ich bei unserer kurzen Aufmerksamkeitsspanne eine coole Story hinter einem Produkt, um mich auch persönlich damit identifizieren zu können.

Gerade bei Snapchat wird immer wieder über die Sinnhaftigkeit eines Kanals für Unternehmen diskutiert. Was hebt Snapchat gegenüber seinen Konkurrenten ab und welche Chancen siehst du für Unternehmen?

Es hat bisher noch keinen anderen Kanal gegeben, der den Konsumenten so nah an eine Marke heranbringen kann – wobei eine Marke in diesem Fall auch eine Person sein kann. Auch wenn ich persönlich kein großer Fan bin, machen da beispielsweise Paris Hilton oder Kim Kardashian viel richtig. Gerade junge Leute, die eigentliche Zielgruppe von Snapchat, fühlen sich diesen Personen dann fast freundschaftlich nah. Und wenn es eine Marke geschafft hat wie ein Kumpel zu wirken, ist das natürlich der absolute Jackpot. Der andere große Vorteil Snapchats ist die Möglichkeit, durch die Interaktion mit den Usern seine Marke in real-time auf die Wünsche der Zielgruppe anzupassen.

Hast du konkrete Tipps, wie man das auf Snapchat erreicht?

Das Problem auf Snapchat ist, dass man derzeit noch wahnsinnig viel Geld investieren muss. Die Werbemöglichkeiten in Deutschland sind ja noch sehr eingeschränkt. Die wahrscheinlich intelligenteste Lösung ist es, mit Influencern zusammenzuarbeiten. Eine relativ kostengünstige Variante gegenüber dem Einstiegspreis von 750.000 $ einer Snapchat-Ad.

Ein anderes aktuelles Thema, welches dich und deine Agentur beschäftigt, sind Chatbots. Künftig soll man nicht mehr für jeden Dienst eine eigene App brauchen. Bestellen wir unsere Pizza in ein paar Jahren nur noch über den Facebook-Messenger?

Da müssen wir uns im Prinzip nur WeChat anschauen. Damit kannst du ja sowieso schon alles machen, zum Beispiel eine Hypothek aufnehmen oder einen Zahnarzttermin vereinbaren. Auch wenn wir in Europa noch ein wenig langsam sind, denke ich, dass es auch für uns in diese Richtung gehen wird. Einige Bots funktionieren auch schon ganz gut. Allerdings wird es noch ein paar Jahre dauern, bis der User das Gefühl hat, eine seriöse Konversation führen zu können.

Gibt es derzeit einen „Vorzeige-Bot“, den du empfehlen könntest? Was funktioniert schon heute?   

In Deutschland macht das H&M in Sachen Style-Beratung schon sehr ordentlich. Ansonsten geht der Blick wieder rüber in die USA. Bei Domino’s Pizza beispielsweise kannst du dir ohne Probleme deine zusammengestellte Pizza liefern lassen.

Es heißt, dass Sprachassistenten künftig eine noch größere Rolle als die textbasierten Chatbots einnehmen werden. Wie schätzt du die Entwicklung der Echos und Siris dieser Welt ein?

Das wird sicherlich auch ein sehr wichtiges Thema. In Korea geht das zum Beispiel schon so weit, dass dort eine Art soziale Entfremdung stattfindet, weil jeder nur noch über seinen Sprachassistenten kommuniziert. Da kommen wir hoffentlich nicht hin. Aber durch den zunehmenden Gebrauch und einer allgemeinen Akzeptanz werden wir die derzeitig vorhandene Skepsis gegenüber den Sprachassistenten schnell überwinden.

Zu guter Letzt ein Tipp für alle (angehenden) PR- und Marketing-Praktiker da draußen: Anhand welcher Indikatoren erkennst du, ob es sich bei einem neuen Thema um einen kurzzeitigen Hype oder das nächste große Ding handelt?

Das ist wirklich schwierig und auch hier gibt es sicherlich kein vorgefertigtes Erfolgsrezept. Solche Vorhersagen stellen sich im Nachhinein oftmals als falsch heraus. Neue Sachen sollte man in aller Regel erst mal selbst ausprobieren, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Manche Neuheiten funktionieren einfach, weil sie Spaß machen, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht sinnbefreit wirken. Von Snapchat glauben das heutzutage übrigens viele Leute immer noch.

Ein Interview von Nardos Kesete und Tobias Frosch

 

Alle weitere Informationen über den Vortrag von Vanessa Bouwman im Rahmen des MediaMondays gibt es auf der Website des Mediencampus der Hochschule Darmstadt.

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„Qualität zählt heute mehr denn je“

Im Vorfeld des Content Strategy Camp 2015  (#cosca15) am Mediencampus in Dieburg haben wir den Sponsoren des Barcamps Fragen zum Thema Inhalte und Platzierung gestellt. Das folgende Interview mit Christian Gericke von Acrolinx aus Berlin thematisiert ebenfalls die Punkte Content Marketing und Strategien.

Quelle: Acrolinx_Hoffotografen
Quelle: Acrolinx_Hoffotografen

Christian Gericke, SVP Sales EMEA / APAC and Global Client Services, verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich Dokumenten- und Informationsmanagement. Vor seiner Tätigkeit bei Acrolinx war Gericke 3 Jahre bei HP als Regional Business Manager für das HP Indigo- und Inkjet-Web-Press-Geschäft in Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Unter seiner Verantwortung, die Vertrieb, Marketing und Services umfasste, verzeichnete seine Organisation zweistellige jährliche Wachstumsraten. Gericke war davor Geschäftsführer bei Exstream Software und für den deutschsprachigen Raum und Osteuropa zuständig. Im Zuge der Übernahme des Unternehmens durch Hewlett-Packard kam er zu dem amerikanischen Technologiekonzern.

Acrolinx ist Sponsor des Content Strategy Camp. Welchen Aspekt von Content Marketing adressieren Sie?

Acrolinx beschäftigt sich mit dem eigentlichen Content, denn seine Qualität zählt heute mehr denn je. Es geht darum, Content wettbewerbsfähig zu machen. Er muss sich aus der Flut der verfügbaren Informationen abheben, sonst werden ihn Ihre Kunden weder finden noch lesen. Content sollte leicht zu finden, gut lesbar und ansprechend sein. Um enge Kundenbeziehungen aufzubauen, ist der beste Content gerade gut genug. Dabei muss er nicht nur inhaltlich richtig und einheitlich sein, auch der Tonfall (Tone of Voice) muss Ihrer Zielgruppe entsprechen. Ihr Content gibt Ihrem Unternehmen eine eigene Persönlichkeit, daher müssen alle im Unternehmen mit einer Corporate Language sprechen. Doch wie bringen Sie sämtliche Autoren in Ihrem Unternehmen dazu, in Ihrer Corporate Language zu schreiben und Ihre sprachlichen Vorgaben einzuhalten? Genau an diesem Punkt setzt Acrolinx an: Mit unserer Content Optimization Platform verwalten Sie Ihre Sprachstandards, setzen sie unternehmensweit durch und bewerten sie.

Acrolinx fungiert quasi als automatisierter Wächter über die Corporate Language als Teil der CI?

Genau. Content entsteht heute in unterschiedlichsten Abteilungen, wie: Marketing, PR, Technische Dokumentation, Training, Produktteams – um nur einige zu nennen. Die erstellten Inhalte werden oft in bis zu 30 Sprachen übersetzt. Um den Prozess der Content-Erstellung konsistent, effizient und kostengünstig zu halten, nutzen Autoren deshalb Acrolinx. Und zwar da, wo der Content entsteht. Acrolinx ist mit einer Vielzahl von Autorenwerkzeugen und Content-Plattformen kompatibel, damit das gesamte Unternehmen Ihre Kunden einheitlich mit einer Corporate Language anspricht, getreu unserem Motto „Speak With One Voice“.

Mal ganz konkret: Prüft Acrolinx den Content bereits während der Erstellung auf die Einhaltung von Unternehmens- und Markenstandards?

Richtig. Viele Unternehmen machen ihren Autoren Vorgaben in Form von Styleguides, Terminologielisten oder Redaktionsleitfäden. Doch Autoren nehmen diese Vorgaben oft nicht zur Kenntnis oder halten sich nicht daran. Auch werden Vorgaben aus einem Redaktionsleitfaden oft unterschiedlich interpretiert, wenn es zum Beispiel um die Kundenansprache geht. Um dem entgegenzuwirken, können Sie die Vorgaben und Regeln Ihres Unternehmens in Acrolinx abbilden. Dies umfasst Richtlinien für Stil und Tonfall, Keywords für die Suchmaschinenoptimierung sowie Terminologie, Rechtschreibung und Grammatik. Wir haben zahlreiche Projekte rund um den Globus durchgeführt und unseren Kunden geholfen, mit einer Stimme zu sprechen. Mit unseren Regelsets können Sie sofort starten. Ihre Autoren sind schnell produktiv. Mit Acrolinx als Schaltzentrale für die Verwaltung und das Nachschlagen der Terminologie profitieren zudem alle Personen im Unternehmen.

Bietet Acrolinx auch Analysen und Berichte für die Erfolgskontrolle?

Ja, Acrolinx erfasst Leistungs- und Nutzungsdaten, die als Grundlage von Berichten für verschiedene Adressaten dienen. Zum Beispiel für Führungskräfte als Beleg für Qualitätssteigerungen und Kostensenkungen. Oder für Manager als Beleg, wie oft Autoren Acrolinx nutzen und an welchen Punkten sie Unterstützung bei der Content-Erstellung benötigen. Mit den Analysefunktionen von Acrolinx können Sie die Ergebnisse bewerten, Kosteneinsparungen berechnen und Problembereiche ermitteln.

Können Sie uns ein paar Acrolinx-Kunden nennen?

Wir unterstützen unter anderem IBM, Adobe, Philips, Siemens, MAN und Liebherr dabei, Marketing-Content und technische Texte zu vereinheitlichen und zu verbessern. Mehr Kunden und Anwenderberichte finden Sie auf unserer Website www.acrolinx.de.

Herr Gericke, vielen Dank für das Gespräch.

Im Rahmen der Interviewserie sprachen wir auch mit Susanne Ullrich und Saim Alkan.

 

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„Das wichtigste Qualitätskriterium ist die Weiterverbreitungsrate“

Im Vorfeld des Content Strategy Camp 2015  (#cosca15) am Mediencampus in Dieburg haben wir den Sponsoren des Barcamps drei Fragen zum Thema Inhalte und Platzierung gestellt. Wir starten in dieser Ausgabe mit Susanne Ullrich von Brandwatch. Ullicht ist der Meinung, dass in der Social Media-Welt vor allem die Weiterverbreitungsrate entscheidend ist.

Quelle: Privat
Quelle: Privat

Susanne Ullrich ist Head of Marketing DACH bei dem internationalen Social Media Monitoring Tool-Anbieter Brandwatch und leitet das Berliner Büro. Zuvor war sie im Kommunikationsbereich bei einem Suchmaschinenspezialisten sowie in einer Agentur tätig. Im BVDW ist sie als stellvertretende Vorsitzende der Fokusgruppe Social Media aktiv. Darüber hinaus engagiert sie sich bei den Digital Media Women.
Twitter: @ullrichsusanne

 

  1. Was brauchen Inhalte um zu überzeugen?

Inhalte überzeugen immer dann, wenn sie für die Zielgruppe relevant und nützlich sind. Deshalb ist es wichtig, das Firmen ihren Content so aufbereiten, dass er einen echten Mehrwert für die Kunden darstellt – sei es, weil er unterhaltsam ist, zusätzliche Informationen bereitstellt oder einen praktischen Nutzen bietet. Einen wichtigen Trend stellt in diesem Zusammenhang das “Real Time Marketing” dar. Mittels Social Media Monitoring Tools können Unternehmen in Echtzeit erkennen, welche Themen gerade für die Community interessant sind und zeitnah mit passendem Content darauf reagieren. Das kommt sehr gut an, wie aktuelle Beispiele von KitKat, Oreo oder SIXT zeigen.

  1. Wie platziert man Inhalte erfolgreich?

Das kommt ganz darauf an, wo sich die eigenen Zielgruppen bewegen. Ist man beispielsweise ein Hersteller von Motorradhelmen kann es zielführender sein, die Inhalte in spezifischen Motorsport-Foren zu platzieren statt sie in aller Breite über die gängigen Social Networks wie Facebook oder Twitter zu streuen. Aber auch hier gibt es die Möglichkeit, über Gruppen & Co. ganz bestimmte Gruppen anzusprechen. Als Marke mit einer sehr breiten Zielgruppe hingegen kann es durchaus eine gute Methode sein, die Inhalte weit gefächert über die gängigen Netzwerke zu verbreiten. Es ist immer gut, eine Basis zu haben, auf der der Content zentral zu finden ist – sei es z. B. ein Blog oder andere Sektionen der eigenen Webseite. Zu dieser Stelle kann man über alle Kanäle zurücklinken und schafft dadurch eine gute Struktur. Darüber hinaus können Influencer und eine starke Community dazu beitragen, dass Inhalte erfolgreich weiterverbreitet werden.

  1. Welche Möglichkeiten gibt es, die Qualität von Inhalten zu bewerten?

Das wichtigste Qualitätskriterium ist in der Social Media-Welt die Weiterverbreitungsrate der Inhalte. Ist der Content aus Sicht der Zielgruppen wirklich relevant, gut und teilenswert, wird er von der Community weiterempfohlen. Dies muss natürlich im Kontext betrachtet werden, denn nicht jeder Inhalt, der sich rasant im Netz verbreitet, ist hochqualitativ, sondern manchmal einfach nur unterhaltsam. Darüber hinaus gibt es weitere geschäftsrelevante Metriken, um die Qualität zu bewerten – so beispielsweise das Feedback auf den Content (z. B. durch Umfragen oder Social Media Monitoring), die Download-Zahlen oder die Klicks auf weiterführende Links innerhalb der Inhalte.

Im Rahmen der Interviewserie sprachen wir auch mit Saim Alkan und Christian Gericke.

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„Inhalte müssen eine Beziehung zum Leser schaffen“

Im Vorfeld des Content Strategy Camp 2015  (#cosca15) am Mediencampus in Dieburg haben wir den Sponsoren des Barcamps drei Fragen zum Thema Inhalte und Platzierung gestellt. In der zweiten Ausgabe kommt Philipp Renger zu Wort. Er uns seine Kollegen der aexea GmbH bewerten Qualität von Informationen zunächst auf die traditionelle Art und Weise.

Quelle: aexea GmbH
Saim Alkan Quelle: aexea GmbH

Saim Alkan ist Geschäftsführer der aexea GmbH – communication. content. consulting. Die Kommunikationsagentur mit Sitz in Stuttgart ist Spezialist für Beratung und Redaktion.

 

 

 

Philipp Renger Quelle: aexea GmbH
Philipp Renger Quelle: aexea GmbH

Philipp Renger ist Marketing- und PR-Manager im Team von aexea. Er beantwortet unsere drei Fragen zur Contentplatzierung:

1. Was brauchen Inhalte, um zu überzeugen?

Inhalte müssen eine Beziehung zum Leser schaffen. Die Inhalte müssen relevant sein – dem User in seiner Situation die Informationen liefern, die er braucht. Sie müssen auf die richtige Art und Weise aufgearbeitet sein, so dass der User sich angesprochen und verstanden fühlt.

2. Wie platziert man Inhalte erfolgreich?

Inhalte müssen dort sein, wo sich die Zielgruppe aufhält.

3. Welche Möglichkeiten gibt es, die Qualität von Inhalten zu bewerten?

Inhaltsqualität bewerten wir zunächst auf traditionelle Art und Weise in den journalistischen Qualitätsdimensionen Richtigkeit, Relevanz, Aktualität und Vermittlung. Sind die Informationen richtig, aktuell und für den User interessant und passend aufbereitet? Und natürlich prüfen wir, ob die Texte (das sind unsere Kern-Inhalte) online-gerecht aufbereitet sind: klare Sprache, passender Aufbau, der den Einstieg leicht macht und scanbare Textgestaltung. Und dazu achten wir in den Analysen auf das Userverhalten: Welche Seiten werden angeklickt? Und wo bleibt der Leser länger? Welche Seiten empfiehlt er weiter?

Im Rahmen der Interviewserie sprachen wir auch mit Christian Gericke und Susanne Ullrich

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Im Interview: Thomas Kahmann, Head of PR bei Samsung Electronics

Thomas Kahmann leitet die Unternehmens- und Produkt-PR bei Samsung Electronics. Im Interview erzählt er, wie sein Weg in die Public Relations war, was ihn an der Arbeit für einen Weltkonzern fasziniert und gibt Karriere-Tipps für Berufseinsteiger.

 

Thomas Kahmann, Head of PR Samsung bei Electronics
Thomas Kahmann, Head of PR bei der Samsung Electronics GmbH (Foto: Samsung)

Was war Ihre Motivation, in der PR zu arbeiten und wie war Ihr Weg dorthin?

In der PR sind Kreativität, strategische Denke und Kommunikationsstärke gleichermaßen gefordert. Dieser Mix schien mir schon während meines Studiums reizvoll. Deswegen habe ich mir schon früh einen Nebenjob in einer PR-Agentur gesucht. Im Rückblick war dieser Schritt super wichtig, denn gute PR-Leute zeichnen sich durch Erfahrung und ein gutes Netzwerk aus – und beides braucht einfach Zeit.

Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Stelle gekommen?

Meinen ersten PR-Job hatte ich in einer Agentur, die sich auf Kunden aus den Bereichen IT und Consumer Electronics spezialisiert hatte. Diesen Branchen bin ich dann auch bei meinen  weiteren Stationen im Agenturbereich treu geblieben. 2010 ergab sich für mich die Möglichkeit, auf Agenturseite für Samsung Electronics tätig zu werden. In den folgenden zwei Jahren habe ich das Unternehmen und seinen Spirit schnell schätzen gelernt. Bei Samsung Electronics arbeiten weltweit rund 300.000 Menschen, alle verbindet der Gedanke, dass Technologie uns mehr Möglichkeiten in unserem Alltag schaffen und unser Leben bereichern kann. Das hat mich fasziniert und 2012 bewogen, von der Agentur- auf die Kundenseite zu wechseln.

Thomas Kahmann begleitet Interviews mit Kai Hillebrandt, Vice President CE Samsung Electronics GmbH, auf dem IFA Innovations Media Briefing 2014
Thomas Kahmann begleitet Interviews mit Kai Hillebrandt, Vice President CE Samsung Electronics GmbH, auf dem IFA Innovations Media Briefing 2014 (Foto: Samsung)

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus und welche Aufgaben machen Ihnen besonders viel Spaß?

Die Mischung aus Kreativität, Strategie und Kommunikation, die mich einst in die PR getrieben hat, finde ich auch weiterhin in meinem Arbeitsalltag vor. Konkret heißt das, dass wir in meinem Team einerseits gemeinsam mit unseren Agenturen Kampagnen planen und Kommunikationskonzepte für die Produkt- und Unternehmenskommunikation entwickeln, gleichzeitig aber auch viel persönlichen Kontakt mit Journalisten und Bloggern haben. Am meisten Spaß macht mir daran, dass Samsung ein Weltkonzern mit koreanischen Wurzeln ist. Ich finde es toll, mich mit PR-Kollegen aus der ganzen Welt austauschen zu können. Dank Internet zirkulieren Nachrichten und Medienthemen heutzutage global, und meine Kollegen in unserer Zentrale in Korea sind uns ja 8 Stunden voraus. Das heißt, es ist nie langweilig, wenn ich morgens in meine Mailbox schaue.

Sie haben auch schon in Agenturen gearbeitet – was sind besondere Herausforderungen, wenn man PR für ein Unternehmen macht?

Das hängt ganz vom jeweiligen Unternehmen ab. Eine generelle Herausforderung in größeren Unternehmen ist sicherlich das Thema Geschwindigkeit. Nachrichten und auch Gerüchte zirkulieren heutzutage wahnsinnig schnell und über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Um schnell reagieren und mitreden zu können, kommt es auf die Informations- Abstimmungsprozesse im Unternehmen an. PR-Leute müssen schnell die notwendigen Informationen erhalten und mit den internen Stakeholdern abstimmen können. Da Samsung aber grundsätzlich ein sehr schnell agierendes Unternehmen ist, können wir auch in der PR das notwendige Tempo halten.

Samsung Pressekonferenz anlässlich der Consumer Electronics Show 2015 in Las Vegas
Samsung Pressekonferenz anlässlich der Consumer Electronics Show 2015 in Las Vegas (Foto: Samsung)

Welche Tipps können Sie Berufseinsteigern geben?

Wer früh erkannt hat, dass PR für ihn das richtige Berufsfeld ist, sollte alles daran setzen, schnell möglichst viel Erfahrung zu sammeln. Das kann im Rahmen von Praktika aber auch als Werkstudent sein. Ich empfehle, selbst bei anfangs vergleichsweise geringeren Gehältern, die Agentur als Einstieg zu wählen. Gute Agenturen wissen, wie sie auch Neulinge schnell an Projekte heranführen und erlauben es ihnen, eigene Medienkontakte zu entwickeln. Wer später von Agentur- auf Unternehmensseite wechseln will, hat einen großen Vorteil, da er Strukturen und Arbeitsweisen auf Dienstleisterseite kennt und einschätzen kann.

Hintergrund:

Thomas Kahmann, Jahrgang 1980, verantwortet seit 2012 die Unternehmens- und Produkt-PR bei der Samsung Electronics GmbH in Schwalbach/Ts. bei Frankfurt am Main. Dort leitet er ein vierköpfiges Expertenteam innerhalb der Abteilung Corporate Marketing. Samsung Electronics beschäftigt in Deutschland über 800 Mitarbeiter. Anspruch des Konzerns ist es, mit Innovationen und dem Streben, immer wieder Neues zu entdecken, die Welt von Fernsehern, Smartphones, Wearables, Tablets, Kameras, Druckern, Haushaltgeräten, LTE-Netzwerk-Systemen bis hin zu Medizintechnik und Halbleitern zu verändern. Samsungs Initiativen, unter anderem in den Bereichen Digital Health und Smart Home, machen das Unternehmen zudem zu einem Schrittmacher für das Internet der Dinge. Samsung beschäftigt weltweit 307.000 Menschen in 84 Ländern und investiert täglich rund 40 Millionen Dollar in Forschung und Entwicklung.

Thomas Kahmann bei Xing

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Deutschlands erster Professor für Web Literacies: “Ich lerne mindestens genauso viel, wie die Studierenden.”

Dr.-Ing. Martin Wessner ist seit dem 1. September als Deutschlands erster Professor für Web Literacies tätig. Am Mediencampus in Dieburg unterrichtet er im neuen Bachelor Studiengang Onlinekommunikation. Im Interview berichtet er von seinen ersten Erfahrungen, den besonderen Herausforderungen und neuen Lehrformen.

Dr.-Ing. Martin Wessner
Dr.-Ing. Martin Wessner

Herr Wessner, Sie lehren seit knapp vier Monaten als Deutschlands erster Professor für Web Literacies. Was bedeutet Web Literacies eigentlich?
Martin Wessner: Das hat mich auch der Präsident der Hochschule bei der Berufung befragt: „Für was soll ich Sie denn da eigentlich berufen?“. Der Begriff Web Literacies ist in Deutschland, außer in einer kleinen Fachöffentlichkeit, quasi unbekannt. Er leitet sich ab von dem Begriff Literacy, was für die Fähigkeit mit Texten zu arbeiten steht. Also zu lesen, zu schreiben und Texte zu verstehen. Web Literacies bedeutet also im Internet Informationen zu finden, im Internet Informationen zu veröffentlichen und mit dem Internet zu arbeiten, zum Beispiel gemeinsam an Projekten zu arbeiten, sich auszutauschen oder sich zu vernetzen. Ich nenne es eigentlich immer Medienkompetenz fürs Internet statt Web Literacies, damit es verständlicher ist. Diese Literacy ist nichts Statisches, sondern sehr dynamisch. Das was die Studierenden heute hier lernen, ist in vier Jahren, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben, zum Teil schon wieder veraltet.

Mit welchen Methoden unterrichten Sie Web Literacies – gerade um zu verhindern, dass das Wissen bald wieder veraltet ist?
Um zu einem bestimmten Zeitpunkt zu entscheiden was zu Web Literacies gehört, gibt es Methoden aus der Pädagogik, mit denen ich ableiten kann, welche Kompetenzen für einen bestimmten Kontext benötigt werden. Aber auf Grund dieser Veränderungen muss ich im Wesentlichen darauf abzielen, dass die Studierenden in der Lage sind, ihre Kompetenzen selbst zu erweitern. Ganz klar im Mittelpunkt muss die Fähigkeit stehen lebenslang zu lernen, um sich selbst neue Kompetenzen anzueignen – alleine oder auch in der Zusammenarbeit mit anderen. Und die Methoden, wie man das macht, aber auch die nötige Einstellung, die Offenheit für zukünftige Entwicklungen – dass sind Ziele, auf die wir hier an der Hochschule hinarbeiten.

Wie sieht das dann ganz konkret aus?
Wir haben beispielsweise jetzt im ersten Semester des Studiengangs Onlinekommunikation das Web Literacy Lab, bei der wir als Lehrform unter anderem Barcamps einsetzen. Wir betreuen die Studierenden dabei im Team: Sabine Hueber, die im Fachbereich Media als didaktische Mitarbeitern tätig ist, und auch der Lehrbeauftragte Fritz Ehlers bringen umfangreiche Barcamp-Erfahrung mit, ich bringe meine informatische und pädagogische Kompetenz ein. In diesen Barcamps stellen die Studierenden selbstgewählte Themen vor und geben ihre Kompetenz an andere weiter. So lernen sie schon sehr früh im Studium eigene Kompetenzen zu identifizieren, geeignet aufzubereiten und weiter zu geben.  Ziel der Veranstaltung ist nicht, jeden einzelnen Aspekt der Web Literacy zu 100 Prozent abzudecken, sondern wir wollen die Studierenden exemplarisch in die Lage versetzen sich selbst Wissen zu erarbeiten. Und dazu gehört auch, dass sie nach persönlichen Präferenzen entscheiden können, in welche thematische Session sie innerhalb eines Barcamps gehen. Es gibt in der Regel drei parallele Sessions.

Konnten sich die Studierenden zu Beginn etwas unter Barcamp vorstellen?
Nein, vor mir sah ich viele Fragezeichen in den Gesichtern. Der Begriff Barcamp als eine Art „Unkonferenz“ ist bisher nicht weit verbreitet in Deutschland. Mit einer Bar hat es nichts zu tun, es gibt auch nichts zu Trinken. Es war zuerst viel Unsicherheit da. Die Studierenden, meist frisch von der Schule, waren diese Freiheit nicht gewohnt. Dort gab es einen festdefinierten Lehrplan und einen Katalog von Lernzielen, die erreicht werden sollen. Unsere Ziele liegen auch auf einer Meta-Ebene. Es geht nicht nur um konkrete Inhalte, sondern um die Fähigkeit Wissen weiter zu geben, Wissen aufzubereiten, zu strukturieren und sich selbst neue Kompetenzen zu erarbeiten.

Wird diese Art des Lernens von den Studierenden angenommen?
Eindeutig ja. Aber ich möchte erst mal vorweg schicken, dass dies nicht die einzige Lehrform ist, die wir praktizieren. Ich unterrichte beispielweise Multimedia-Technologie als klassische Vorlesung. Damit legen wir grundlegende Strukturen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um später neues Wissen an vorhandene Strukturen anzulagern. Die Mischung macht’s.
Im Laufe des Semesters haben sich die Studierenden dann immer weiter gesteigert und einen richtigen Ehrgeiz entwickelt ihre Session gut zu bewerben, um möglichst viele Kommilitoninnen und Kommilitonen für ihre Session zu begeistern. Da war dann unheimlich viel Kreativität zu sehen.

Was bedeutet es für Sie, die erste Professur in diesem Feld zu haben? Hat man dann auch besondere Freiheiten oder spüren Sie großen Druck?
Beides. Es ist eine unheimlich große Freiheit zu gestalten. Ich überlege mir, welche Kompetenzen sind jetzt konkret wichtig oder werden in gut drei Jahren, wenn die Studierenden hier abschließen, wichtig sein. Zum anderen ist diese Gestaltungsfreiheit immer mit einer großen Verantwortung verbunden. Alle Lehrenden, die das Modulhandbuch mit Leben füllen, tragen eine Mitverantwortung dafür, dass die Studierenden mit den gelernten Inhalten später ihr täglich‘ Brot verdienen können. Und das in einem stark dynamischen Feld, wo wir, logischerweise, heute nicht wissen, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten unsere Absolventen dann ausüben werden.

Wie waren für Sie die ersten Wochen am Mediencampus?
Ich bin nicht ganz neu hier, ich hatte drei Jahre lang einen Lehrauftrag an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Interactive Media Design. Natürlich ist es etwas anderes Lehrbeauftragter zu sein und die Studierenden ein Semester lang zu sehen als jetzt langfristige Verantwortung zu übernehmen. Insgesamt bin ich – und das war für mich auch einer der Gründe hierher zu kommen – begeistert von dem hier versammelten großen kreativen Potential bei den Studierenden und den Lehrenden. Ich bin fasziniert von der tollen Ausstattung. Und was mich wirklich freut ist die Interdisziplinarität, die hier am Mediencampus gelebt wird. Ich bin ja von Hause aus weder PR- noch Marketing-Mensch, sondern Informatiker und Pädagoge und arbeite hier eng mit Kollegen aus Journalismus, Marketing oder PR zusammen. Kurz: Ich lerne mindestens genauso viel, wie die Studierenden und das ist natürlich eine tolle Sache.

Auf der Seite des Mediencampus Dieburg finden Sie eine Kurzbiographie von Dr.-Ing. Martin Wessner inklusive Forschungsinteressen.

Barcamp: Ein Barcamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, so genannten Sessions, deren Inhalte von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen. (Quelle: Wikipedia)
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Ein Camp für den PR-Nachwuchs

Im PR-Fundsachen Interview: Daniel Rehn, Junior Account Manager bei achtung! in Hamburg.

 

Zuerst einmal vielen Dank Daniel, dass du dir die Zeit nimmst unsere Fragen zu beantworten.

Nichts zu danken. Es ist mir immer wieder ein Vergnügen, wenn ich meinem alten Campus und den Studenten dort etwas zurückgeben kann.

Hamburg, 18. Januar: #30u30 und du warst dabei! Kannst du uns kurz erklären um was es geht?

Die #30u30 sind eine Initiative des PR Reports im Vorfeld der PR Report Awards, die jedes Jahr im Mai in Berlin verliehen werden. In diesem aus dem angloamerikanischen Raum bekannten Format werden 30 Nachwuchstalente unter 30 Jahren zusammengetrommelt, um an einem Tag zu zeigen, was man drauf hat. Am Ende des Tages mit Präsentations- und Workshopelementen wurden die drei Qualifikanten nominiert, die in drei Monaten dann nochmals zeigen, was der Nachwuchs tatsächlich kann, um sich den begehrten Nachwuchspreis zu sichern.

Was haben die PR Report Awards bzw. der Nachwuchspreis damit zu tun? Braucht es denn eine solche Initiative?

Ob es diese Initiative tatsächlich braucht wurde am 18. Januar immer wieder diskutiert. Letztes Jahr wurde der Nachwuchspreis zum Beispiel nicht verliehen, nachdem die Jury der Meinung war, dass keiner der Young Professionals das Zeug mitbringen würde, um sich diese Auszeichnung zu verdienen.
In der Folge gab es viele Diskussionen darüber, was für ein Zeichen das in Richtung Nachwuchs sei, wenn man so direkt sagt „Ihr habt gar nicht so viel drauf, wie ihr denkt“. Ich persönlich empfand das als ein ganz schlimmes Signal, da ich selber einer dieser Jungen bin.

Diese harsche Aussage beruhte sicher aber auch darauf, dass man die Arbeit vieler Youngster überhaupt nicht sehen und einordnen kann, wenn sie als Junioren in Agenturen oder Aufsteiger in Unternehmen nicht auf dem Radar der Jury auftauchen.

Ich denke, dass die #30u30 genau der richtige Ansatz sind, um zu zeigen, dass es eine Menge talentierter und junger Kommunikatorinnen und Kommunikatoren gibt, die sich ihre erste Sporen schon verdient haben und noch weitere verdienen werden. So lernte man sie richtig kennen.

Du bist also einer unter den 30 Young Professionals. Beschreib uns wie du dich vorstellen solltest (PechaKucha-Methode) und wie du diese Art der Präsentation bewertest.

Das Format PechaKucha ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit Präsentationen gesammelt hat oder gerne vor Publikum spricht. Das Prinzip ist simpel: Jeder von uns 30 hatte 20 Folien, die alle 20 Sekunden automatisch weiterblättern. In 6:40 Minuten musste also ein Thema inhaltlich komplett vermittelt werden.

In drei parallelen Gruppen hatte jeder also seine 400 Sekunden Rampenlicht, um sich zu präsentieren. Die meisten von uns haben Themen aus ihrem Agentur- und Unternehmensalltag mitgebracht. Andere haben die Möglichkeit für eine kurze Selbstvorstellung vor den anderen Youngstern und einem Jurymitglied genutzt. So wie ich zum Beispiel.

Auf dem ganztätigen Workshop gab es für euch Young Professionals Aufgaben zu lösen – am Ende wurden Sieger gekürt. Um was ging es und wie lief das ab?

Nach einer weiteren Pause wurden wir in fünf Gruppen neu zusammengewürfelt. Aufgabe war es, aus zwei fiktiven Briefings zu wählen und innerhalb von 90 Minuten gemeinsam eine achtminütige Präsentation zu entwickeln. Zum einen gab es eine Produkteinführung mit klarem Marketing-Hintergrund, zum anderen ging es im Rahmen einer Spartenausgliederung um klassische Unternehmenskommunikation.

Mit Ablauf der Zeit wurden die Ideen vor der Jury, bestehend aus Nico Kunkel vom PR Report, Stefan Keuchel von Google Deutschland und den Agenturinhabern Bernhard Fischer-Appelt und Alexander Güttler, und den anderen #30u30 präsentiert.

Wieder wurden Inhalt, Strategie, Präsentation und auch weiche Faktoren wie Team-Chemie bewertet. Auf Basis dessen wurden dann die drei Siegerinnen – Laura Fischer, Julia Huhn und Patricia Schiel – gekürt.

Im Netz bin ich über den Slogan „Jeder der dabei ist, ist ein Gewinner“ gestolpert. Wie weit stimmst du der Aussage zu?

Ich stimme dieser Aussage von Nico Kunkel absolut zu. Sie fiel, als wir uns am Vorabend des Camps schon mit einigen Teilnehmern in einem Restaurant an der Alster zum Kennenlernen getroffen haben. Wir haben alle ungemein schnell einen Draht zueinander gefunden und viel Spaß gehabt.

Auch wenn die Teilnahme an der Award-Verleihung im Mai im Raum stand, das gemeinsame Lernen voneinander, der Austausch und eben auch der Spaß waren weitaus wichtiger. Das hat man schon allein daran gemerkt, dass sich wirklich alle für die drei Mädels gefreut haben. Keiner war grantig oder eingeschnappt, es nicht geschafft zu haben. Im Gegenteil.

Was war dein persönliches Highlight des Camps und inwiefern wird dich #30u30 weiter begleiten?

Es fällt schwer aus diesem schönen Tag ein Highlight auszuwählen. Dafür war zu viel Herzlichkeit untereinander, obwohl es doch eigentlich einen Wettkampfgedanken hätte geben sollen. Wahrscheinlich ist es das, was mir so daran gefiel. Junge, aufgeschlossene und mit Neugier auf den anderen gesegnete Talente kamen zusammen, um gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten und aufeinander einzugehen.

Es war der Inbegriff dessen, was diese Nachwuchsgeneration meiner Meinung nach ausmacht: Das Miteinander, um etwas zu bewegen.

Insofern werden mich die #30u30 sicher noch lange begleiten. Wir haben uns ausgetauscht und werden nach Möglichkeit allesamt im Kontakt bleiben. Allein schon, um Laura, Julia und Patricia dann im Mai in Berlin die Daumen zu drücken, wenn sie uns alle vertreten.

Die drücken wir natürlich auch! Klingt nach einem sehr gelungenen Camp – danke für deine Berichterstattung.

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Die PRaktiker (SPEZIAL): Alle Interviews der Fundsachen-Serie in einem Buch

Wie wird man eigentlich PR-Praktiker? Welche Fähigkeiten muss man mitbringen, und wie verändern Web und Social Media den Beruf? Diese Fragen stellen seit Sommer 2009 Studenten des Studiengangs Online-Journalismus (Schwerpunkt PR) der Hochschule Darmstadt Kommunikationsverantwortlichen aus Unternehmen, Agenturen und öffentlichen Einrichtungen.

Die Idee zur Serie „Die PRaktiker“ hatte Daniel Rehn, inzwischen diplomierter Online-Journalist. Seit seinem ersten Interview mit Kerstin Hoffmann haben 17 weitere PR-Praktiker den Fundsachen einen Einblick in ihren beruflichen Alltag gegeben.

Entstanden ist ein umfassendes Bild der Arbeitswelt (Online-)PR, das nun im eBook „Die PRaktiker“ zugänglich gemacht wird und alle geführten Interviews kompakt auf 44 Seiten bündelt. Das Institut für Kommunikation und Medien dankt allen Gesprächspartnern sowie der Software AG, die das eBook finanziell fördert, für ihre wertvolle Unterstützung und wünscht viel Spaß beim Lesen.

Das Buch „Die PRaktiker“ ist auch erschienen bei Books On Demand: ISBN 978-3-8391-6308-5, Paperback, 44 Seiten

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