Twitternde Mitarbeiter – Vodafone setzt auf Rotation Curation

Vodafone hat diese Woche mit dem Twitter Account @being_vodafone ein spannendes Projekt gestartet. Im wöchentlichen Wechsel twittern Mitarbeiter zukünftig über ihren Arbeitsalltag und geben so Einblicke hinter die Kulissen des Netzanbieters. Vom Sachbearbeiter bis zum Abteilungsleiter konnte sich jeder Mitarbeiter für eine Woche Twitter-Dienst bewerben.

Während der CeBit vom 5. bis 9. März wird der Account sogar täglich weitergereicht und auch CEO Jens Schulte-Bockum wird einen Tag lang das Ruder übernehmen. Bei Inhalt und Häufigkeit der Tweets gibt es offiziell keine Vorgaben von Unternehmensseite, doch in einer Pressemitteilung gab Vodafone bekannt, dass vor allem am neu gebauten Campus in Düsseldorf gezwitschert werden wird. Seit Dezember 2012 läuft der schrittweise Umzug von insgesamt rund 5000 Mitarbeitern, der bis März 2013 abgeschlossen sein soll.

Neu ist die Idee übrigens nicht, denn der Trend zum sogenannten „Rotation Curation“ entstand bereits im Dezember 2011.

Und wer hat’s erfunden?

Ausnahmsweise nicht die Schweizer, denn erstmals tauchte das Konzept in Schweden auf. Das schwedische Institut, zuständig für die Vebreitung von Informationen über das skandinavische Land, startete damals den Twitter Account @Sweden. Jeder Schwede kann diesen Account sieben Tage lang übernehmen und sein Heimatland auf die für ihn richtige Weise in der Twitter Welt repräsentieren. Getwittert werden seitdem tagesaktuelle Themen, Plätze die unbedingt besucht werden sollten oder ganz private Geschichten der gerade zuständigen Personen. Bis heute entstanden rund 80 Twitter Accounts, die sich dem „Rotation Curation“ verschrieben haben. Auffällig ist jedoch, dass bislang überwiegend Länder und Städte Vorteile in dieser Art der Kommunikation sehen.

Das schwedische Institut war bereits zuvor durch ausgefallene Social Media Nutzung aufgefallen. Mit einer digitalen Botschaft in der Alltags-Simulation „Second Life“ bewiesen sie schon 2007 ihre Kreativität.

Spannende Möglichkeiten für Unternehmen

Mit Vodafone ist jetzt erstmals ein Unternehmen auf den Trend aufgesprungen. Insbesondere beim Thema Employer Branding könnte „Rotation Curation“ spannend werden und auch Vodafone scheint hier Chancen zu sehen. Der Zeitpunkt für den Start des Accounts fast zeitgleich mit dem Ende des Umzugs auf den neuen Campus spricht dafür. Das neue Gebäude wurde nämlich nach einem besonders modernen Konzept entworfen. Es gibt keine Einzelbüros mehr, nicht einmal feste Schreibtische weist Vodafone seinen Mitarbeitern zu. Jeder kann sich mit seinem Laptop dort andocken, wo es gerade am besten passt. Den Mittelpunkt des neuen Komplexes bildet der sogenannte Berkshire Garden, ein Park mit 80 bis zu 15 Metern hohen Bäumen, der für alle Düsseldorfer frei zugänglich ist und für Erholung während der Arbeit sorgen soll.

Vodafone hat also einiges in den Wohlfühlfaktor investiert und möchte künftige Arbeitnehmer natürlich davon in Kenntnis setzen. Ein wöchentlich wechselnder Mitarbeiter, der via Twitter über seinen Arbeitsalltag in diesem modernen Umfeld berichtet, ist hierfür der ideale Botschafter. Zufall oder geschickte Employer Branding Strategie? Was es auch sein mag, auf „Rotation Curation“ wird man in der Unternehmenskommunikation zukünftig eventuell häufiger stoßen.

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Typeform und Visualize.me

 

Zwei nützliche Tools, visualize.me und Typeform. (Quelle: http://openclipart.org/)
Zwei nützliche Tools, visualize.me und Typeform. (Quelle: http://openclipart.org/)

In folgendem Beitrag stelle ich zwei nützliche Tools vor. Zum einen Visualize.me, um seine Bewerbungsunterlagen mal auf eine andere Art zu  präsentieren. Fernab vom langweiligen Lebenslauf hilft das Tool dabei, seinen Werdegang ansprechend zu visualisieren.
Das zweite Tool nennt sich Typeform, mit dem man auf relativ simple Weise personalisierte Formulare und Umfragen erstellen kann. Typeform befindet sich momentan in der Beta Version und ist noch nicht öffentlich zugänglich, trotzdem möchte ich es hier vorab vorstellen da es  enormes Potenzial hat.

 

Visualize.me

Die Standard Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf in Textform ist mittlerweile kein geeignetes Mittel mehr, um sich mit seiner Bewerbung abzuheben und gerade im kreativen Bereich schon längst ein alter Hut. Genau an dieser Problematik setzt visualize.me an. Mit dem Tool lässt sich aus einem langweiligen Lebenslauf eine ansprechende und informative Grafik zaubern. Das Tool befindet sich momentan noch in der beta, ist aber frei zugänglich. Wie visualize.me in der Praxis aussieht zeigt folgendes Video:

Vizualize.me – welcome to the future of resumes

Um das Tool zu nutzen muss man sich einfach unter visualize.me anmelden und kann loslegen. Als Alternative kann man sich auch direkt mit seinem Linked.in Profil anmelden und spart sich so das manuelle Eintragen seiner Daten.
Visualize.me mag nicht jedermanns Sache sein, dient aber hervorragend dazu sich von anderen Bewerbern abzuheben.

 

Typeform

Mit Typeform lassen sich Formulare und Umfragen zu erstellen. Das ging bisher auch mit anderen Tools wie onlineumfragen.com  oder limesurvey . Das besondere an Typeform ist, dass man mit vorgefertigten Templates arbeitet, in denen man sich seine Umfrage „zusammenklicken“ kann. So kann man Schriftart, Stil und Hintergrund seiner Umfrage individuell anpassen. Durch die intuitive Bedienung ist das Tool auch für unerfahrene Nutzer geeignet, wie folgendes Video veranschaulicht:

How typeforms get made…

Wie im Video gezeigt, lässt Typeform einem die Möglichkeit, seine Umfragen komplett frei zu gestalten, was wahrscheinlich auch die Einbindung des eigenen Corporate Designs ermöglicht. Als weiteres Highlight ist Typeform, wie im Video gezeigt, auf verschiedenen Endgeräten einsetzbar.
Wann das Tool für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht leider noch nicht fest. Ebenso ist noch abzuwarten, welchem Bezahlmodell Typeform folgen wird, oder ob die Entwickler es kostenlos zur Verfügung stellen werden.
Wer es nicht mehr abwarten kann das Tool selbst auszuprobieren, kann sich hier für die beta bewerben.

 

Beide Tools befinden sich noch in der beta, was darauf hindeutet, dass in es in der finalen Version noch zusätzliche Features geben wird. Beide Tools haben enormes Potenzial und bieten interessante und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

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Der Kunde steht im Vordergrund

Vor ein paar Tagen brachte Meedia einen Artikel mit vier Hinweisen für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage heraus. Es ging um die Zukunft der Printprodukte. Meedia gab den Tipp die Leser (besonders die Abonnenten) und nicht die Anzeigenkunden in den Vordergrund zu stellen und auf deren Bedürfnisse zu reagieren. Außerdem werden Erfolge in den „kleinen Verlagen gefeiert, die mehr Gespür für die Nischen haben.“ Dazu kommt, dass die Texte von Journalisten die sich in verschiedenen Themengebieten besser auskennen, bei den Lesern besser ankommen. Denn oft sind in den Zeitungen und Zeitschriften die Texte „zusammengeschrieben und aufgewärmt“.

Nun hat der Online-PR Blog einen ähnlichen Artikel gepostet. Wieder geht es um das Jahr 2013 – diesmal die Online-PR Trends. Auch hier wird darum gebeten den Kunden in den Vordergrund zu stellen. Außerdem soll das Wissen aus den Bereichen PR, Marketing, Vertrieb und SEO genutzt werden. Es kann dem Unternehmen helfen ihre Inhalte erfolgreich im Netz zu platzieren und so auch die Kundengewinnung zu steigern.

Public Relations

Es geht darum, dass eine Online Pressemitteilung ein wirkungsvolles Medium ist. Es können ganz einfach multimediale Elemente und Hyperlinks (auch zur Unternehmenswebseite oder dem Corporate Blog) platziert werden und damit wird nicht nur der Inhalt aufgewertet, sondern die Online Pressemitteilung gewinnt auch an Leseanreiz.

Content Marketing

Ziel ist zwar Kundengewinnung, aber auch Kundenbindung. So wird der Informationsbedarf des Kunden in den Vordergrund gestellt. Durch die Bereitstellung nützlicher Tipps, Anleitungen oder Ratschlägen können Leser auf entsprechende Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens aufmerksam gemacht werden.  Tipp vom Online-PR Blog: Zuhören im Web 2.0 – Ganz leicht kann herausgefunden werden was die Zielgruppe bewegt und benötigt.

Vertrieb

Informationen über Probleme und Herausforderungen beim Kaufentscheidungsprozess der Kunden hat u. a. der Vertrieb oder auch der Kundenservice. Diese haben entscheidende Informationen über die Bedürfnisse potenzieller Kunden und können dadurch der Entwicklung relevanter Inhalte im Netz für PR-Kampagnen helfen.

Social Media

Die neuen Plattformen vom Social Web eröffnen Unternehmen viele neue Möglichkeiten. Der direkte Dialog mit Kunden steht im Vordergrund. Das Unternehmen kann nicht nur helfen bei der Kaufentscheidung, sondern kann sich selbst auch Feedback einholen. Das schafft Transparenz und stärkt die Reputation nachhaltig.

SEO

Suchmaschinenoptimierte Texte fördern nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch die Reichweite der Online-PR Kampagne. Für solche Texte darf aber der Fokus nicht nur auf der Textentwicklung liegen, sondern viel wichtiger ist das Wissen um Keyword Relevanz, Keyword Dichte und Link Building. Damit sind Unternehmen im Netz  besser aufzufinden. Außerdem können Kaufabschlüsse durch die Einbindung von Links gefördert werden.

Im Jahr 2013 steht ganz klar der Kunde im Vordergrund, sofern die Unternehmen die Tipps vom Online-PR Blog und Meedia folgen. Wir dürfen gespannt sein ob das ein oder andere Unternehmen sich den ein oder anderen Tipp vornimmt und umsetzt. Die Zeit wird dann zeigen ob die Tipps hilfreich waren oder nicht.

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Ein Mensch: Der Königsweg zur Öffentlichkeitsarbeit

Anfang Mai beschrieb PR-Fundsachen-Autor Eric Scharfenort die Job-Entwicklungen in der Kommunikations-Branche. Gerade Berufseinsteigern fällt es demnach schwer, den Arbeitsmarkt zu überblicken. Auch Fachmedien und Blogs diskutierten in den letzten Wochen mehrfach über den Arbeitsmarkt und wie der Berufsstart gelingt. Als Geschäftsführer einer PR-Agentur weiß Ulf-Hendrik Schrader, was PR-Einsteiger mitbringen müssen. In seinem Gastbeitrag für PR-Fundsachen gibt er der Diskussion eine neue Richtung.

Ein Mensch: Der Königsweg zur Öffentlichkeitsarbeit

In letzter Zeit haben einige PR-Experten im Netz eine Diskussion darüber geführt, welche Kandidaten für den Beruf der Public Relations besonders geeignet sind. Es ist keine Überraschung, dass die Ausbildung in Form des Studiums im Zentrum des Disputs steht. Es ist aber auch keine Selbstverständlichkeit.Den Aufschlag machte der PR Report mit dem Artikel: „Die PR ist eine durchakademisierte Welt“. Der Tenor ist deutlich: Eine Karriere müsse mit einem abgeschlossenen Studium beginnen, am besten Jura oder BWL/VWL, da die Geschäftsleitung ein klares Verständnis betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge erwarte. Nun stellt sich allerdings die Frage, ob jemand, der gelernt hat wissenschaftlich zu arbeiten und zum Diplom ein hohes Maß an Faktenwissen mitbringen sollte, auch den nötigen Transfer in der Praxis hinbekommt. Denn im Alltag der Öffentlichkeitsarbeit hat man es primär mit Kommunikation zu tun. Sei es der Umgang mit Journalisten, Mitarbeitern oder Kunden.

Wo lernt man Flexibilität?
Auch das Einarbeiten in fremde Themen ist eine wesentliche Grundvoraussetzung, die flexibles Denken und hohe mentale Anpassungsfähigkeit erfordert. Beides sind nicht unbedingt Fähigkeiten, die in den oben genannten Studiengängen gefördert werden. Denn allein die enorme Betonung des Faktenwissens in diesen Bereichen ködert nicht selten Charaktere, die sich gern hinter Textbergen verschanzen oder Zahlenberge wälzen.Genau das jedoch ist im Alltag der Öffentlichkeitsarbeit eher kontraproduktiv. Auch der Einspruchvon Oliver Jorzik, PR-Dozent und PR-Trainer, streift hier nur die Oberfläche, das jedoch in der richtigen Richtung, wenn er schreibt, dass es auf die Anforderungen der jeweiligen Kunden ankäme. Politologen reden eben gern mit ihresgleichen und Gesundheits- oder Ernährungswissenschaftler haben einen guten Stand bei Firmen, die genau diesen Markt rund um Wellness und Medizin adressieren.

Eine Fachausbildung ist gut, aber nicht hinreichend
Diese Verengung auf die Ansprüche der Kunden greift zu kurz. Denn ein PR-Mensch muss Erfahrung im Bereich der Medien haben und schreiben können, er oder sie sollte aber vor allem verstehen, was Kunden wollen und ihnen aufzeigen können, was davon möglich und überhaupt zielführend ist. Außenperspektive ist mindestens ebenso wichtig. Da ist dann weniger Expertise im Faktenlernen gefragt sondern das kreative Anpassen des eigenen Wissens an veränderliche Umgebungsvariablen. Dabei muss man auch noch einen inneren Kompass hochhalten können und die Ergebnisse der Kollegen und freien Mitarbeiter im Auge behalten.Es geht hier in Sachen Kompetenz also zunächst darum, sich schnell und tief in Themen einzuarbeiten. Dabei muss man immer auch mehrere Perspektiven von verschiedenen beteiligten Teilöffentlichkeiten im Auge behalten und eben nicht nur die Wünsche der Fachleute bedienen. Der Einwand von Jorzik ist gut, aber ein guter PRler ist ähnlich wie ein guter Journalist immer auch Anwalt der Leser und der Stakeholder und muss das Wichtige, die Nachricht, erkennen und aufbereiten. Wer zu nahe am Fach ist, verliert diese Außensicht schnell. Es helfen an dieser Stelle auch keine Berufsfeldstudien.

Zwar ist es sehr sinnvoll und wünschenswert, wenn das Handwerkszeug sowie die einzelnen Werkzeuge einer Agentur zumindest bekannt sind und verstanden wurden. Aber ihr Einsatz ist dann schon wieder so abhängig von der Branche der Kunden, der Aufgabe in der internen Kommunikation, dem strategischen Zuarbeiten der Geschäftsleitung oder der schlichten Nachbereitung von Events, dass man nur on the job wirklich erkennen und bewerten kann, was jemand zu leisten imstande ist.

Fazit:
Zeugnisse verhindern nicht selten den offenen Blick auf die Entwicklungsmöglichkeiten einer Person. Die Bewerber brauchen vor allem einen klaren Zugang zum eigenen Potenzial und den Willen zu überzeugen. Das muss jeder Bewerber mitbringen, da ist weder ein Jurastudium wirklich förderlich noch ein abgebrochenes Theologiestudium hinderlich.

Als PR-Studierende interessiert das PR-Fundsachen-Team, wie der Start ins Berufsleben gelingt. Worauf achten Sie bei Bewerbern? Wie haben Sie Ihren Chef von sich überzeugt? Ob als Kommentar oder Blogpost – Teilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen!

 

Ulf-Hendrik Schrader

 

Ulf-Hendrik Schrader ist Geschäftsführer der Aufgesang Public Relations GmbH, die mit 14 Mitarbeitern national und international marktführende Unternehmen der digitalen Wirtschaft sowie branchenübergreifend eine Vielzahl erfolgreicher kleiner und mittelständischer Unternehmen berät. Schrader hält für verschiedene Bildungsträger Seminare zu Online-PR. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel sowie Studien, Herausgeber des Online-PR-Newsletters und Mitveranstalter des ConventionCamp, der größten Internet(Un)Konferenz Deutschlands.

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Wer hat vor Angst vor… Social Media?

Die Top 5 Gründe, warum Unternehmen sich vor Social Media fürchten.

Ayelet Noff hat Unternehmen zu ihren Vorbehalten gegenüber Social Media befragt. Die folgenden fünf Punkte, sind die wesentlichen Bedenken der Unternehmen und die Ratschläge von Ayelet Noff:

1. Wir haben Angst, die Kontrolle über unsere Marke zu verlieren und uns negativer Kritik auszusetzen.

Wenn Sie ein Unternehmen gründen und Ihre Marke werbewirksam der Öffentlichkeit präsentieren, dann werden die Menschen über Ihre Marke reden. Und genau das möchten Sie doch?! Das ist der primäre Grund, warum Sie für Ihre Marke werben – um andere darauf aufmerksam zu machen.

Die Frage ist nun, ob Sie aktiv am Kundendialog teilnehmen möchten oder es lieber ignorieren, was die Menschen über Ihre Marke sagen. Soll ein Kunde, der mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung unzufrieden ist, eine Gruppe mit Namen „Ich hasse [Ihre Marke]“ gründen? Oder bevorzugen Sie es, dass der Kunde seine Unzufriedenheit direkt Ihnen gegenüber äußert? Dadurch könnten Sie ihm adäquat antworten können und ihn möglicherweise als Kunden zurückgewinnen.

Nicht erst seit Social Media gibt es unzufriedene Kunden – es bietet diesen allerdings eine Plattform ihren Frust loszuwerden. Und zwar ganz öffentlich. Wenn Sie dem Kunden diese Plattform verwehren, so wird er sich seine Eigene suchen und damit mehr Schaden anrichten. Warum? Weil Sie nicht da sind und ihm nicht antworten können. Und zudem dem Eindruck vermitteln, nicht kritikfähig zu sein.

Social Media steht für Unterhaltung. Zum einen bedeutet es, zuzuhören. Zum anderen bedeutet es, mit dem Kunden in einen offenen Dialog zu treten, anstatt ihm einfach nur eine blinkende Banner-Anzeige vors Gesicht zu halten. Mit Hilfe von Social Media haben Sie die Möglichkeit, positive Unterhaltungen zu führen und somit positive Nachrichten von Kunden auf Ihrer Seite aufzuführen. Und das Gute daran ist, dass diese positiven Unterhaltungen für all Ihre Stakeholder sichtbar sind.

Einige der Unterhaltungen werden auch negativ sein. Aber betrachten Sie diese als Chance, um Kunden zurückzugewinnen. Wenn Sie den Einsatz von Social Media verstanden haben, erhöhen Sie somit die Anzahl der positiven Rückmeldungen und können die negative Kritik verringern und kontrollieren. Denn damit zeigen Sie den Menschen -„Eure Meinung ist uns wichtig“.

2. Wir verstehen Social Media nicht.

Sie fürchten sich vor Social Media, da Sie nicht verstanden haben, was Sie damit tun können? Über was Sie reden sollen und an wen Sie sich wenden sollen? Wichtig ist, dass Sie sich von einem erfahrenen Social Media Experten beraten und betreuen lassen. Mit Hilfe dieses Experten an Ihrer Seite, werden Sie Ihre Angst gegenüber Social Media verlieren und die vielen Möglichkeiten erkennen, die sich damit Ihrer Marke eröffnen.

3. Der Wirkungsgrad von Social Media ist nur schwer messbar.

Heutzutage gibt es verschiedene Möglichkeiten die Effektivität von Social Media Kampagnen zu messen. Tools wie Google Analytics ermöglichen es Ihnen die Inhalte, die auf Ihrer Webseite auftauchen, zurückzuverfolgen und ihren Ursprung zu ermitteln. Mit Google Alerts haben Sie die Möglichkeit Verlinkungen von Blog Einträgen und anderen Webseiten zu Ihrer Seite zu ermitteln. Damit haben Sie nicht nur die Möglichkeit zu überwachen, was die Menschen über Ihre Marke sagen, sondern Sie können auch sehen, wer die Meinungsmacher in der Branche sind.

Selbst für den Microbloggingdienst Twitter, gibt es eine Vielzahl von Dienstleistungen dieser Art, wie z.B.: Twitter Grader, Twitter Analytics sowie auch Twitalyzer. Auch Facebook gewährt Einblicke in die Seitenverwaltung und ermöglicht es Ihnen diverse Informationen einzusehen: wie z.B. demographische Werte Ihrer Fans, wie viel Interaktion stattgefunden hat, wie viele Kommentare abgegeben wurden, etc. Je mehr Sie über Social Media lernen, desto mehr Instrumente treten in Erscheinung, die es Ihnen ermöglichen den Wirkungsgrad zu erfassen.

4. Wir fürchten, dass unsere Angestellten den ganzen Tag auf Facebook und Twitter verbringen.

Facebook hat mittlerweile 350 Millionen Nutzer. Wäre Facebook eine Nation, so wäre sie die Drittgrößte – gleich hinter China und Indien. Und da sich Ihre Mitarbeiter sowieso dort tummeln, warum also die Augen vor dieser Tatsache verschließen? Setzen Sie sie effektiv für Ihre Unternehmensziele ein. Wenn Sie Nachrichten über Facebook verbreiten möchten, befähigen Sie Ihre Mitarbeiter Ihnen dabei zu helfen. Wie? Indem Sie beispielsweise eine eigene Fanseite einrichten und Ihre Mitarbeiter dazu animieren dieser Gruppe beizutreten. Somit werden sie ein Teil Ihrer Social Media Aktivitäten. Dell ist hierfür ein gutes Beispiel und für seine hervorragende Twitter Strategie bekannt. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter, die für den Twitter Account zuständig sind und auf die Anliegen und Fragen der Menschen eingehen. Diese Strategie hat Dell bis heute geschätzte 6,5 Millionen Dollar eingebracht.

Den Mitarbeitern den Zugriff zu Sozialen Netzwerken zu verwehren, um diese zur Recherche zu nutzen und mit Menschen aus der Branche in Kontakt zu treten – verschafft Ihnen einen Wettbewerbsnachteil. Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern auf diese Sozialen Netzwerke zuzugreifen. Oder noch besser – motivieren Sie dazu, diese Tools zu nutzen.

5. Social Media ist teuer.

Dieses Bedenken ist nicht nur etwas, dass Sie nicht fürchten sollten – es ist auch falsch. Stellen Sie einfach die Kosten für den Einsatz von Social Media den Kosten für einen Werbespot gegenüber. Was kostet mehr?

Social Media ist einer der kosteneffizientesten Wege, um Millionen von Menschen anzusprechen. Wie kein anderes Medium in der heutigen Zeit, haben Sie mit Social Media die Möglichkeit gezielte Nischenmärkte damit zu erreichen.

Für Sie als Unternehmen stellt sich nicht mehr die Frage, ob Sie sich in diesen Netzwerken tummeln sollten – sondern wann Sie dort in Erscheinung treten. Je länger Sie als Unternehmen Ihre Augen davor verschließen, desto schneller verlieren Sie aus den Augen, was draußen in der realen Welt vor sich geht.

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Facebook schluckt die Twittertechnik oder warum ein Forum nur verlieren kann

Klaus Eck macht gerade Urlaub und übt sich in digitaler Askese. Der PR-Blogger ist aber weiter besetzt. Vor ein paar Tagen schrieb Christoph Bauer einen interessanten Beitrag zum Thema Facebook und Twitter. Er wagt einen spekulativen Blick in die Zukunft von Facebook und sieht das Social Network gegenüber Twitter im Vorteil. Und zwar bei dessen Existenzberechtigung: dem Microblogging.

Am Wochenende führte ich nun eine angeregte Diskussion mit einem befreundeten Musikmagazin- und Foren-Betreiber aus Aschaffenburg, abhoern.de. Er hält trotz seiner Präsenz auf nahezu allen Social Communities und Networks das Forum für das beste Kommunikationsmittel einer aktiven Leserschaft. Doch die Nutzerzahlen in den letzten Jahren sind rückläufig. Ich führte ihm also die technischen und kommunikativen Vorteile des Weblogs vor Augen, etwa tagging und rss, Vernetzung der Beiträge oder Permalinks. Dennoch ließ er sich nicht völlig überzeugen. „Auf Myspace passiert auch nicht mehr.“

Die größte Hürde ist letztlich der User selbst. Denn er steht in der Holschuld. Forum aufrufen, neue Threads suchen und lesen, kommentieren. Was aber wäre, wenn (Micro-)Blogging, Kommentarfunktion, Following, Community und Networking noch enger zusammen rückten? Wenn Neuigkeiten auf dem Silbertablett serviert würden? Das Forum müsste endgültig unter Denkmalschutz gestellt werden.

Nostalgie trotz Fortschritt

Nun müsste unser User auch bei Facebook erst einmal ein Profil anlegen, will er sich dieser Variante anschließen. Hat er aber erst einmal ein kleines Netz gewoben und nimmt am Austausch teil, so nimmt seine Aktionslast drastisch ab. Er folgte ohne großes Zutun ein paar Dutzend Gleichgesinnten und wäre selbst Verfolgter. Er gäbe kurze Statusmeldungen ab oder kommentierte ohne Zeichenrestriktion das Thema der Stunde. Im globalen Dorf fände er andere ehemalige Musikforen-Anhänger, in den Gruppen könnte er sogar ein wenig Nostalgie genießen und müsste dennoch auf RSS nicht mehr verzichten. Facebook steht nun auf Platz vier der meistbesuchten Webseiten weltweit. In seinem Forum tauchten die Millionen Nutzer niemals auf.

Geeint ist gut gemeint

Außerdem ermöglicht die geplante Open Stream API eine noch einfachere Verknüpfung mit Blogs, Websites, Mobile Applications. Eben wie Twitter das schon kann. Seine ganz persönliche Website wäre also gar nicht außen vor. Der Vorteil von Facebook ist allerdings die riesige Communitiy, und sie wird noch wachsen. Andere Social Network Sites würden folgen, das steht außer Frage. Hypothetisch sieht Christoph Bauer in dieser Entwicklung einen Vorteil bei den großen Netzwerken. Deren Funktionalität ginge weit über die 140-Zeichen-Debatten hinaus, ohne das Microblogging zu unterbinden. Facebook vereint in dieser visionalen Zukunft die Vorteile beider Welten. Die Community, die Statusmeldungen und die zentrale Anordnung sämtlicher Kommunikationskanäle – wie ich finde, die allerwichtigste noch kinderschuhtragende Entwicklung – sowie Microblogging, Following, Meinungsbekundungen.

Ihr Bastionen der Web-1.5-Kultur, spätestens dann müsstet ihr doch die Pforten zu euren Herzen und Profilen öffnen und die das Licht löschen in den Katakomben der 90er.

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Vier Monate WWF Jugend-Community – eine erste Zwischenbilanz

Der WWF startete im April diesen Jahres ihre erste Online-Community für Jugendliche, denen die Umwelt nicht egal ist.

Nach vier Monaten Community-Betrieb erzählt Marcel Gluschak, Content- & Community-Manager der WWF Jugend, wie das Angebot von den Jugendlichen angenommen wird und welche Aktionen es derzeit auf der Seite gibt.
Am Ende verrät er außerdem, was für die Zukunft noch geplant ist.

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Marcel Gluschak, ich bin 29 Jahre alt und komme aus Köln. Seit Februar diesen Jahres bin ich Content- & Community-Manager für die WWF Jugend. Für mich eine der attraktivsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann. Der intensive Austausch mit der Zielgruppe und das unmittelbare Feedback aus der Community motivieren uns sehr für unsere Naturschutzarbeit und inspirieren uns für neue Ideen.

Was bietet die Community und welches Ziel verfolgt sie?

Wir verstehen die Community der WWF Jugend vor allem als inhaltliche, redaktionelle Community. Jugendliche können sich mit anderen Umweltschutzinteressierten vernetzen und durch eigene Beiträge das Themenspektrum der WWF Jugend mitbestimmen. Die WWF Jugend-Community soll eine Plattform zur Organisation gemeinsamer Aktionen werden. Dabei können sowohl Kampagnen des WWF wie auch eigene Initiativen eine Rolle spielen. Wir haben zum Beispiel bereits mehrfach Mitglieder der WWF Jugend in unsere Aktionen eingebunden.
Der Klimaaktionstag in Bonn oder die Kongresse der SPD und der CDU/CSU sind einige Beispiele. Die derzeit laufende „Green Finger“-Kampagne ist ein Projekt, das von den Jugendlichen selbst konzipiert wurde. Hier sammeln Jugendliche Klimaschutzstatements aus allen Teilen der Welt. Die WWF Jugend möchte also ihre Mitglieder nicht nur informieren, sondern steht auch mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn Jugendliche konkret anpacken wollen.

Eine der aktuellen Aktionen auf der Internetseite ist die Expedition in den afrikanischen Dschungel, nach Dzanga-Sangha. Erzählen Sie kurz, worum es dabei geht.

Dzanga-Sangha ist ein Regenwaldreservat im zweitgrößten Regenwaldgebiet der Erde, dem Kongobecken. Hier, im Dreiländereck von Kamerun, leben einmalige Arten auf engem Raum beeinander: Waldelefanten, Schimpansen, Bongo-Antilopen, Gorillas… Die Wilderei, der Handel mit Elfenbein und die Abholzung bedrohen diese Region. Ziel der Expedition ist es, wieder mehr Aufmerksamkeit auf dieses Gebiet sowie den Regenwaldschutz zu lenken. Das nicht nur mit Zahlen und Fakten, sondern auch mit den konkreten Erlebnisberichten von den jungen Regenwaldbotschaftern. Vor Ort werden die drei Expeditionsteilnehmer bloggen und Fotos und Videos auf unsere Seite schicken.

Nach der Expedition werden sie mit unserer Hilfe versuchen, weitere Mittel für dieses Regenwaldreservat zu akquirieren. Einer der Jugendlichen fährt später nochmals nach Dzanga-Sangha, um darüber zu berichten, was die Spenden bewirkt haben. Transparenz und Teilhabe sind uns dabei sehr wichtig.

Und wie haben Sie die Expeditionsteilnehmer ausgewählt?

Die Entscheidung darüber, wer die drei Regenwaldbotschafter sein werden, haben wir zu einem großen Teil der Community überlassen. 140 Jugendliche haben sich online für die Expedition beworben. Über zwei mehrwöchige Votingphasen haben die User dann ihre Favoriten bestimmt. Dabei haben wir beobachtet, dass einige Bewerber ihre Profile hierfür immer wieder überarbeitet haben.

Die Expedition selbst wird sehr anstrengend für die Teilnehmer und so mussten wir die endgültige Entscheidung selbst treffen. Deshalb haben wir mit den zehn bestbewerteten Kandidaten ein Casting-Camp im Binger Wald gemacht. Dabei ging es weniger darum, ein klassisches Casting mit Gewinnern und Verlieren zu veranstalten, sondern (mehr …)

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Bruchlandung der Lufthansa auf Twitter

Nach dem Erfolg der digitalen Plattformen lufthansa.com und mobile.lufthansa.com versucht sich die Mutter aller deutschen Fluggesellschaften nun auf weiteren zielgruppenaffinen Plattformen. So ergänzte man seine digitale Kommunikation vor Kurzem um einen neuen Kanal: Twitter. Das Unternehmen will die Plattform nutzen, um zeitnah auf aktuelle Angebote, reiserelevante Informationen und News hinzuweisen und gleichzeitig Angebote und Features exklusive für die Twitter-Zielgruppe anzubieten. Für das Zwitschern verantwortlich ist die externe Kölner Pixelpark Agentur, die bereits für die E-Mail-Kommunikation des Global Players verantwortlich ist.

Also endlich ein DAX-Unternehmen, welches sich auf den interaktiven Dialog mit seiner Zielgruppe einlässt. Könnte man meinen… Aber die deutsche Airline sieht das mit der Kommunikation ein wenig anders. Statt interaktivem Dialog ist das, was der blaue Kranich betreibt, eher ein inaktiver Monolog, denn die Lufthansa nutzt den Twitterkanal ausschließlich um die User mit Sonderangeboten und undurchsichtigen Online-Auktionen zu überschütten. Fragen oder Anregungen, von denen es genügend gebe, hat die Linienfluggesellschaft scheinbar nicht vorgesehen. Dabei ist der Kerngedanke des Netztickers als Kommunikationskanal zwischen den Teilnehmern gedacht – und nicht dafür die User mit mehrwertfreier Onlinewerbung zu quälen. Kurz gesagt: Man hat das Prinzip Twitters als Medium an sich nicht verstanden. Keine wechselseitige Kommunikation, kein Eingehen auf die Follower (bislang folgt der Account keinem einzigen seiner Anhänger) und durch den externen Schreiber erst recht auch keinerlei Authentizität.

Und als ob das nicht schon reichen würde, bietet man den „Informationsservice“ nur von Montag bis Freitag an, was nicht gerade als Dienst am Kunden zu werten ist. Ein Unternehmen, das seine Dienste 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche anbietet, sollte sich gerade beim Twittern nicht auf bestimmte Tage beschränken. Wenn schon „Service“ über Twitter, dann bitte richtig.

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